"Motz aufreg ich flippe gleich aus" (3)

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      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]
      ...und gestern dann noch dieses Dashcam-Urteil :whistling:

      Das war das erste (und hoffentlich letzte) Mal, dass mir in den 24 Jahren, die ich jetzt Auto fahre, sowas passiert ist.

      GTI-Fahrer halt :hinterha: - und dann noch in weiß! :madfan:

      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge

      Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Minnesota Vikings Defensive Ranks 2017:

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      Johnny No89 schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]

      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge

      Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Wieso sollte Deine Freundin als Zeugin ausscheiden? Fraglich ist halt, ob man den Fahrer ermitteln kann und ob sich das Gericht eine Überzeugung zum Sachverhalt bilden kann.
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      Ist doch niemand verletzt worden, also Klappe zu und tolerieren :tongue2: .

      Im Ernst ist das wohl ärgerlich, aber jede weitere Aufregung ist zu viel.
      RAIDER NATION - the team’s roots might be in Oakland, but this is California’s NFL team.
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      Ärgerlich ist dann doch etwas untertrieben. Der nächste, bei dem er sowas abzieht, muss nur etwas langsamer reagieren und schon kracht's - mit Gefahr für Leib und Leben.

      Vor allem, dass ihn anscheinend schon die Tatsache, dass ich für seinen Geschmack zu langsam beschleunigt habe (und ich habe durchaus zügig beschleunigt und fahre auch keine Ente ;) ), dermaßen ausrasten lässt, macht mir für die Zukunft erst einmal wenig Hoffnung, dass er sowas nicht nochmal macht.
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      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]
      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge

      Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Wieso sollte Deine Freundin als Zeugin ausscheiden? Fraglich ist halt, ob man den Fahrer ermitteln kann und ob sich das Gericht eine Überzeugung zum Sachverhalt bilden kann.
      Ausscheiden nicht, aber hat sie hierbei nicht per se eine Art "Glaubwürdigkeitsproblem"?

      "Objektive Beweise" gibt es ja nicht - falls der Fahrer ermittelt werden kann und es zu einer Verhandlung käme, hängt also alles im Grunde davon ab, wem der Richter mehr glaubt?
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      Johnny No89 schrieb:

      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]
      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge
      Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Wieso sollte Deine Freundin als Zeugin ausscheiden? Fraglich ist halt, ob man den Fahrer ermitteln kann und ob sich das Gericht eine Überzeugung zum Sachverhalt bilden kann.
      Ausscheiden nicht, aber hat sie hierbei nicht per se eine Art "Glaubwürdigkeitsproblem"?
      "Objektive Beweise" gibt es ja nicht - falls der Fahrer ermittelt werden kann und es zu einer Verhandlung käme, hängt also alles im Grunde davon ab, wem der Richter mehr glaubt?
      Wenn ich mal beispielsweise ein Strafverfahren zu Grunde lege, dann würde der Richter sich die Version des Angeklagten - wenn er etwas dazu sagen will - anhören, und dann würde er Euch als Zeugen vernehmen. Bei der Beweiswürdigung wird er natürlich berücksichtigen, dass sie Deine Freundin ist, dass Ihr Euch abgesprochen haben könntet etc. Es kann zu einem Freispruch kommen, denn verurteilen darf der Richter nur, wenn er sich sicher ist, dass die Tat begangen wurde. Andererseits gibt es auch Verfahren mit nur einem einzigen Zeugen, in dem es zur Verurteilung kommt. Das ist sehr einzelfallabhängig.

      Ich will damit weder zu einer Anzeige raten noch von ihr abraten. Ich würde mir nur keine großen Sorgen machen, weil keine völlig neutralen Zeugen oder "objektive Beweise" verfügbar sind. Natürlich wäre die Beweislage dann besser. Aber auch ein Geschädigter kann als Zeuge durchaus glaubhaft sein - und ein Freispruch wäre - anders als im Zivilprozess - keine "Niederlage".

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      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]
      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Wieso sollte Deine Freundin als Zeugin ausscheiden? Fraglich ist halt, ob man den Fahrer ermitteln kann und ob sich das Gericht eine Überzeugung zum Sachverhalt bilden kann.
      Ausscheiden nicht, aber hat sie hierbei nicht per se eine Art "Glaubwürdigkeitsproblem"?"Objektive Beweise" gibt es ja nicht - falls der Fahrer ermittelt werden kann und es zu einer Verhandlung käme, hängt also alles im Grunde davon ab, wem der Richter mehr glaubt?
      Wenn ich mal beispielsweise ein Strafverfahren zu Grunde lege, dann würde der Richter sich die Version des Angeklagten - wenn er etwas dazu sagen will - anhören, und dann würde er Euch als Zeugen vernehmen. Bei der Beweiswürdigung wird er natürlich berücksichtigen, dass sie Deine Freundin ist, dass Ihr Euch abgesprochen haben könntet etc. Es kann zu einem Freispruch kommen, denn verurteilen darf der Richter nur, wenn er sich sicher ist, dass die Tat begangen wurde. Andererseits gibt es auch Verfahren mit nur einem einzigen Zeugen, in dem es zur Verurteilung kommt. Das ist sehr einzelfallabhängig.
      Ich will damit weder zu einer Anzeige raten noch von ihr abraten. Ich würde mir nur keine großen Sorgen machen, weil keine völlig neutralen Zeugen oder "objektive Beweise" verfügbar sind. Natürlich wäre die Beweislage dann besser. Aber auch ein Geschädigter kann als Zeuge durchaus glaubhaft sein - und ein Freispruch wäre - anders als im Zivilprozess - keine "Niederlage".
      Wie bewertet ein Richter so etwas?
      Traut man einem GTI Fahrer das eher zu als einem Toyota Corolla?
      Spielt das Alter des beschuldigen eine Rolle?
      In der Regel, steht bei solchen Fällen ja Aussage gegen Aussage +- einem Zeugen.
      ... am Anfang war es nur ein Gedanke...
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      Ich gehe davon aus das das gar nicht vor einen Richter landet, einfach weils Aussage gegen Aussage ist und man nicht ermitteln kann was wirklich vorgefallen ist.
      Aber ich glaube trotzdem das solche Anzeigen nicht unnütz sind, denn wenn der sich öfter so verhält und dies dann auch zur Anzeige gebracht wird ist er irgendwann in Erklärungsnot und könnte dann auch mal vor dem Kadi landen.
      Ob dir der Aufwand das wert ist darfst du selbst entscheiden.
    • Neu

      Emmitt schrieb:

      Ich gehe davon aus das das gar nicht vor einen Richter landet, einfach weils Aussage gegen Aussage ist und man nicht ermitteln kann was wirklich vorgefallen ist.
      Aber ich glaube trotzdem das solche Anzeigen nicht unnütz sind, denn wenn der sich öfter so verhält und dies dann auch zur Anzeige gebracht wird ist er irgendwann in Erklärungsnot und könnte dann auch mal vor dem Kadi landen.
      Ob dir der Aufwand das wert ist darfst du selbst entscheiden.
      Das ist möglich. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, wenn sie eine Verurteilung für überwiegend wahrscheinlich hält (und sie das Verfahren nicht aus anderen Gründen, etwa weil es wesentlich schwerwiegendere Vorwürfe gegen den Beschuldigten gibt, einstellt).


      huesla schrieb:

      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]
      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Wieso sollte Deine Freundin als Zeugin ausscheiden? Fraglich ist halt, ob man den Fahrer ermitteln kann und ob sich das Gericht eine Überzeugung zum Sachverhalt bilden kann.
      Ausscheiden nicht, aber hat sie hierbei nicht per se eine Art "Glaubwürdigkeitsproblem"?"Objektive Beweise" gibt es ja nicht - falls der Fahrer ermittelt werden kann und es zu einer Verhandlung käme, hängt also alles im Grunde davon ab, wem der Richter mehr glaubt?
      Wenn ich mal beispielsweise ein Strafverfahren zu Grunde lege, dann würde der Richter sich die Version des Angeklagten - wenn er etwas dazu sagen will - anhören, und dann würde er Euch als Zeugen vernehmen. Bei der Beweiswürdigung wird er natürlich berücksichtigen, dass sie Deine Freundin ist, dass Ihr Euch abgesprochen haben könntet etc. Es kann zu einem Freispruch kommen, denn verurteilen darf der Richter nur, wenn er sich sicher ist, dass die Tat begangen wurde. Andererseits gibt es auch Verfahren mit nur einem einzigen Zeugen, in dem es zur Verurteilung kommt. Das ist sehr einzelfallabhängig.Ich will damit weder zu einer Anzeige raten noch von ihr abraten. Ich würde mir nur keine großen Sorgen machen, weil keine völlig neutralen Zeugen oder "objektive Beweise" verfügbar sind. Natürlich wäre die Beweislage dann besser. Aber auch ein Geschädigter kann als Zeuge durchaus glaubhaft sein - und ein Freispruch wäre - anders als im Zivilprozess - keine "Niederlage".
      Wie bewertet ein Richter so etwas?Traut man einem GTI Fahrer das eher zu als einem Toyota Corolla?
      Spielt das Alter des beschuldigen eine Rolle?
      In der Regel, steht bei solchen Fällen ja Aussage gegen Aussage +- einem Zeugen.
      "Aussage gegen Aussage" ist natürlich nicht einfach, aber beispielsweise bei Vergewaltigungsvorwürfen der Normalfall. Auch in "Aussage gegen Aussage"-Konstellationen steht es dem Richter/Gericht frei, einer Seite zu glauben. Es gilt der "Grundsatz der freien Beweiswürdigung", d. h. es steht dem (Tat-)Richter/Gericht fast völlig frei, wie man Beweise würdigt (= wem man glaubt, welche Schlussfolgerungen man aus Indizien zieht). Die Beweiswürdigung darf nur nicht widersprüchlich sein oder mit Regeln arbeiten, die es so nicht gibt. Gerade der Zeugenbeweis ist natürlich fehleranfällig. Es gibt ganze Listen von "Wahrheitssignalen" und "Lügensignalen". (Der "Klassiker" zu diesem Thema ist das ursprünglich zweibändige Werk von Rolf Bender und Armin Nack: "Tatsachenfeststellung vor Gericht".) Es ist gar nicht so leicht, "gut zu lügen". Schwieriger ist es, unbewusste Falschaussagen zu identifizieren, weil der Aussagende subjektiv die Wahrheit sagt.

      Ein typisches Wahrheitssignal besteht darin, dass alle Angaben zu den übrigen (insbesondere: objektiven) Beweismitteln passen. (Deswegen sind die "besten Lügen" auch diejenigen, die hierzu ebenfalls möglichst gut passen. Nur weiß der Angeklagte/Zeuge häufig nicht so genau, was das Gericht weiß.) Hier liegt genau das Problem der reinen Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen, weil dieses Wahrheitssignal wegfällt. Bei zwei Zeugenaussagen ist das schon nicht mehr der Fall. Natürlich sollte nicht der Eindruck entstehen, die Aussagen seien abgesprochen - das merkt man normalerweise relativ leicht.

      Am konkreten Fall: Der Richter wird sich beispielsweise fragen, warum A gegenüber dem wildfremden B Anzeige erstattet. Würde A das tun, wenn nichts vorgefallen wäre? Ist es nicht gerade glaubhaft, wenn A nicht einmal die Person, sondern nur das Fahrzeug mit Kennzeichen benennen kann? Wie passen die Aussagen von A und seiner Freundin F zusammen? Welchen Inhalt haben die Aussagen? Sind sie in sich plausibel? Beinhalten sie isoliert betrachtet Wahrheits- oder Lügensignale? Sind sie inhaltlich identisch? Wirken sie abgesprochen?

      Auch die Einlassung des Beschuldigten, sofern er sich dazu entschließt, spielt eine Rolle. Denkbar sind viele Varianten ("An diesem Tag ist niemand mit dem Auto gefahren"; "Ich bin nicht gefahren, aber ob jemand anderes gefahren ist und ggf. wer, weiß ich nicht/sage ich nicht"; "ich war zu dieser Zeit nicht an diesem Ort"; "Ich war zwar dort, aber der Ablauf war ganz anders, nämlich ..." etc.). Wenn seine Geschichte nicht auszuschließen ist, mag ihn das retten. Andererseits kann er sich dabei leicht auch selbst ins Knie schießen, wenn man ihn bei einer Lüge ertappt.

      Letztlich ist der Grundsatz der freien Beweiswürdigung einer der Gründe für den berühmten Satz: "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand."

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Chief ()

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      Emmitt schrieb:

      Ich gehe davon aus das das gar nicht vor einen Richter landet, einfach weils Aussage gegen Aussage ist und man nicht ermitteln kann was wirklich vorgefallen ist.
      Aber ich glaube trotzdem das solche Anzeigen nicht unnütz sind, denn wenn der sich öfter so verhält und dies dann auch zur Anzeige gebracht wird ist er irgendwann in Erklärungsnot und könnte dann auch mal vor dem Kadi landen.
      Ob dir der Aufwand das wert ist darfst du selbst entscheiden.
      Oder aber er überlegt sich so ein Manöver bei der nächsten Gelegenheit zweimal und kommt zu dem Entschluss, dass es den möglichen Ärger (Vorladung, Aussage, schwebendes Verfahren) nicht wert ist.
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      Die Anzeige kostet nix. Geht mittlerweile auch einfach online in den meisten Bundesländern.

      Hatte einen Fall vor 1 Jahr. Ich bin auf dem Gehweg als Läufer unterwegs und will eine Seitenstraße überqueren als ein Auto mir die Vorfahrt nimmt und ich nur den Zusammenstoß verhindern kann in dem ich hinten auf das Auto greife. Danach hab ich noch gerufen , das ich vorfahrt hätte und bin weiter gelaufen. Das Auto hat gedreht und ist 50 m weiter neben mir stehen geblieben und die Frau hinter dem Steuer hat das Fenster heruntergelassen und hat mich auf übelste beleidigt.
      Meine Frau und ich waren so geschockt , das wir noch nicht mal etwas erwidern konnten. Aber wir hatten uns das Kennzeichen gemerkt und haben das zur Anzeige gebracht.
      Was ist daraus geworden? Natürlich nix, wurde eingestellt und auf den Privatklageweg verwiesen.

      Die Anzeige hat mich aber auch nur 5 min Zeit gekostet und hat mir zumindest kurzzeitig geholfen meinen Ärger zu mindern.
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      Bilbo schrieb:

      Die Anzeige kostet nix. Geht mittlerweile auch einfach online in den meisten Bundesländern.
      ... wurde eingestellt und auf den Privatklageweg verwiesen.

      Die Anzeige hat mich aber auch nur 5 min Zeit gekostet und hat mir zumindest kurzzeitig geholfen meinen Ärger zu mindern.
      Richtig, die strafrechtliche Anzeige kostet nichts (außer Zeit und Nerven ;) ). Die Staatsanwaltschaft ermittelt von Amts wegen zu (möglichen) Straftaten, von denen sie Kenntnis erlangt und bei denen ein sog. Anfangsverdacht besteht. Die Anzeige ist letztlich nur eine Möglichkeit dafür, dass die Staatsanwaltschaft Kenntnis erlangt.

      Kleinere Beleidigungen sind typische Fälle, in denen die Staatsanwaltschaft den Geschädigten auf den sog. Privatklageweg verweisen darf. Das ist nicht mit einem Zivilrechtsstreit zu verwechseln, sondern ist eine etwas merkwürdige Form des privat durchgeführten Strafverfahrens. Wenn da Kosten anfallen - etwa für einen Rechtsanwalt -, muss man sie natürlich erst einmal selbst tragen - und selbst wenn es zu einer Verurteilung kommt, stellt sich die Frage, ob der Verurteilte Geld hat, so dass man seine Auslagen ersetzt bekommt. Dieses Risiko würde ich ohne "neutrale Zeugen" o. ä. sicher nicht eingehen.

      Trotzdem schaden solche Anzeigen nicht. Die Strafverfolgungsbehörden haben "hausinterne" Datenbanken, in denen auch Verfahren aufgelistet werden, in denen es nicht zu einer Verurteilung oder auch nur zu einer Anklage gekommen ist. Wenn sich "Kleinkram" häuft, wird die Staatsanwaltschaft irgendwann eigenständig zur Tat schreiten.

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    • Neu

      Chief schrieb:

      Emmitt schrieb:

      Ich gehe davon aus das das gar nicht vor einen Richter landet, einfach weils Aussage gegen Aussage ist und man nicht ermitteln kann was wirklich vorgefallen ist.
      Aber ich glaube trotzdem das solche Anzeigen nicht unnütz sind, denn wenn der sich öfter so verhält und dies dann auch zur Anzeige gebracht wird ist er irgendwann in Erklärungsnot und könnte dann auch mal vor dem Kadi landen.
      Ob dir der Aufwand das wert ist darfst du selbst entscheiden.
      Das ist möglich. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, wenn sie eine Verurteilung für überwiegend wahrscheinlich hält (und sie das Verfahren nicht aus anderen Gründen, etwa weil es wesentlich schwerwiegendere Vorwürfe gegen den Beschuldigten gibt, einstellt).

      huesla schrieb:

      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Chief schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Der Lenker von PKW A hätte nicht übel Lust, den Lenker von PKW C wegen Nötigung anzuzeigen.
      Keine Ahnung, ob ne Anzeige was bringt [...]
      Ob eine Anzeige was bringen würde? Keine Ahnung, wie viel Augenzeugen "wert sind". Meine Freundin scheidet wahrscheinlich aus? Und die Fahrerin von PKW B...naja, sie sah nicht so aus, als hätte sie irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt, als wir wieder an ihr vorbeigefahren sind :marge Weiteres Problem: Ich habe den Fahrer nie gesehen, ging viel zu schnell, dazu natürlich hinten verdunkelte Scheiben...
      Wieso sollte Deine Freundin als Zeugin ausscheiden? Fraglich ist halt, ob man den Fahrer ermitteln kann und ob sich das Gericht eine Überzeugung zum Sachverhalt bilden kann.
      Ausscheiden nicht, aber hat sie hierbei nicht per se eine Art "Glaubwürdigkeitsproblem"?"Objektive Beweise" gibt es ja nicht - falls der Fahrer ermittelt werden kann und es zu einer Verhandlung käme, hängt also alles im Grunde davon ab, wem der Richter mehr glaubt?
      Wenn ich mal beispielsweise ein Strafverfahren zu Grunde lege, dann würde der Richter sich die Version des Angeklagten - wenn er etwas dazu sagen will - anhören, und dann würde er Euch als Zeugen vernehmen. Bei der Beweiswürdigung wird er natürlich berücksichtigen, dass sie Deine Freundin ist, dass Ihr Euch abgesprochen haben könntet etc. Es kann zu einem Freispruch kommen, denn verurteilen darf der Richter nur, wenn er sich sicher ist, dass die Tat begangen wurde. Andererseits gibt es auch Verfahren mit nur einem einzigen Zeugen, in dem es zur Verurteilung kommt. Das ist sehr einzelfallabhängig.Ich will damit weder zu einer Anzeige raten noch von ihr abraten. Ich würde mir nur keine großen Sorgen machen, weil keine völlig neutralen Zeugen oder "objektive Beweise" verfügbar sind. Natürlich wäre die Beweislage dann besser. Aber auch ein Geschädigter kann als Zeuge durchaus glaubhaft sein - und ein Freispruch wäre - anders als im Zivilprozess - keine "Niederlage".
      Wie bewertet ein Richter so etwas?Traut man einem GTI Fahrer das eher zu als einem Toyota Corolla?Spielt das Alter des beschuldigen eine Rolle?
      In der Regel, steht bei solchen Fällen ja Aussage gegen Aussage +- einem Zeugen.
      "Aussage gegen Aussage" ist natürlich nicht einfach, aber beispielsweise bei Vergewaltigungsvorwürfen der Normalfall. Auch in "Aussage gegen Aussage"-Konstellationen steht es dem Richter/Gericht frei, einer Seite zu glauben. Es gilt der "Grundsatz der freien Beweiswürdigung", d. h. es steht dem (Tat-)Richter/Gericht fast völlig frei, wie man Beweise würdigt (= wem man glaubt, welche Schlussfolgerungen man aus Indizien zieht). Die Beweiswürdigung darf nur nicht widersprüchlich sein oder mit Regeln arbeiten, die es so nicht gibt. Gerade der Zeugenbeweis ist natürlich fehleranfällig. Es gibt ganze Listen von "Wahrheitssignalen" und "Lügensignalen". (Der "Klassiker" zu diesem Thema ist das ursprünglich zweibändige Werk von Rolf Bender und Armin Nack: "Tatsachenfeststellung vor Gericht".) Es ist gar nicht so leicht, "gut zu lügen". Schwieriger ist es, unbewusste Falschaussagen zu identifizieren, weil der Aussagende subjektiv die Wahrheit sagt.
      Ein typisches Wahrheitssignal besteht darin, dass alle Angaben zu den übrigen (insbesondere: objektiven) Beweismitteln passen. (Deswegen sind die "besten Lügen" auch diejenigen, die hierzu ebenfalls möglichst gut passen. Nur weiß der Angeklagte/Zeuge häufig nicht so genau, was das Gericht weiß.) Hier liegt genau das Problem der reinen Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen, weil dieses Wahrheitssignal wegfällt. Bei zwei Zeugenaussagen ist das schon nicht mehr der Fall. Natürlich sollte nicht der Eindruck entstehen, die Aussagen seien abgesprochen - das merkt man normalerweise relativ leicht.

      Am konkreten Fall: Der Richter wird sich beispielsweise fragen, warum A gegenüber dem wildfremden B Anzeige erstattet. Würde A das tun, wenn nichts vorgefallen wäre? Ist es nicht gerade glaubhaft, wenn A nicht einmal die Person, sondern nur das Fahrzeug mit Kennzeichen benennen kann? Wie passen die Aussagen von A und seiner Freundin F zusammen? Welchen Inhalt haben die Aussagen? Sind sie in sich plausibel? Beinhalten sie isoliert betrachtet Wahrheits- oder Lügensignale? Sind sie inhaltlich identisch? Wirken sie abgesprochen?

      Auch die Einlassung des Beschuldigten, sofern er sich dazu entschließt, spielt eine Rolle. Denkbar sind viele Varianten ("An diesem Tag ist niemand mit dem Auto gefahren"; "Ich bin nicht gefahren, aber ob jemand anderes gefahren ist und ggf. wer, weiß ich nicht/sage ich nicht"; "ich war zu dieser Zeit nicht an diesem Ort"; "Ich war zwar dort, aber der Ablauf war ganz anders, nämlich ..." etc.). Wenn seine Geschichte nicht auszuschließen ist, mag ihn das retten. Andererseits kann er sich dabei leicht auch selbst ins Knie schießen, wenn man ihn bei einer Lüge ertappt.

      Letztlich ist der Grundsatz der freien Beweiswürdigung einer der Gründe für den berühmten Satz: "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand."

      Ok, danke für die ausführliche Erläuterung.
      ... am Anfang war es nur ein Gedanke...
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      Eine Frage hätte ich doch noch: Welche Daten erhält der Angezeigte von dem Anzeigenden? Ich überlege nämlich gerade, ob ich in einem Fall wie dem von Johnny beschriebenen wirklich wollen würde, dass dieser Mensch, der sich durch sein Verhalten bereits als gestörtes Arschloch entlarvt hat, weiß, dass ich ihn angezeigt habe und wo ich wohne.
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      Silversurger schrieb:

      Eine Frage hätte ich doch noch: Welche Daten erhält der Angezeigte von dem Anzeigenden? Ich überlege nämlich gerade, ob ich in einem Fall wie dem von Johnny beschriebenen wirklich wollen würde, dass dieser Mensch, der sich durch sein Verhalten bereits als gestörtes Arschloch entlarvt hat, weiß, dass ich ihn angezeigt habe und wo ich wohne.
      Wenn Du tatsächlich an jemanden gerätst, der es hartnäckig auf Dich abgesehen hat, hast Du ein Problem. Natürlich wird ihm kein Polizist, Staatsanwalt oder Richter direkt Deine Adresse mitteilen. Auf eine direkte dahingehende Frage würden die genannten Personen vermutlich sogar sehr allergisch reagieren. Akteneinsicht kriegt auch nicht der Beschuldigte, sondern nur sein Rechtsanwalt (Verteidiger). Auch der sollte die Adresse eigentlich nicht weiterreichen - und wird es seriöser Weise auch nicht (bewusst) tun.

      Allerdings: Man findet auch Rechtsanwälte, die Handys oder Drogen in Justizvollzugsanstalten schmuggeln. Das sind sicher wenige, und natürlich sind es die schwarzen Schafe, aber die gibt es überall. Man findet ja auch Ärzte, die einen krank schreiben, obwohl man gesund ist, etc. Wenn man es also wirklich hartnäckig darauf anlegt, wird man auch einen Rechtsanwalt finden, der einem die Adresse sagt. Viel naheliegender ist, dass der Anwalt Akteneinsicht erhält, er die Akte mit dem Mandanten durchspricht und der Mandant dabei einen Blick auf die Anzeige o. ä. erhält, zumal es durchaus erlaubt ist, dass der Anwalt den Mandanten in die Akte schauen läßt. Mit anderen Worten: Eigentlich soll der Angezeigte die Adresse des Anzeigenden nicht erhalten, aber rein praktisch kann dabei so viel schief gehen, dass ich mich darauf nicht verlassen würde.

      Ich persönlich glaube allerdings, dass das Risiko, an jemanden zu geraten, der den Anzeigeerstatter gezielt verfolgen/schädigen will, eher gering ist. Nach meiner Einschätzung sind das eher Einzelfälle, z. B. im Bereich der organisierten Kriminalität oder in Beziehungssituationen. Generell kann man m. E. sagen, dass sich der Anzeigeerstatter und der Angezeigte häufig schon vorher mehr oder weniger gut kennen.

      Aber natürlich kann man Pech haben. Auszuschließen ist das nicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chief ()

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