Eurovision Song Contest

    • FINNLAND
      52. ESC-Teilnahme (1961-1969, 1971-1994, 96, 98, 2000, 2002, 2004-2018), 44x Finale /Streak: 3x Finale verpasst
      Bester Platz: 1/1x (2006)



      Song: Monsters (Monster)
      Interpret: Saara Aalto
      Sprache: Englisch
      Genre: Dance-Pop



      Nach drei Enttäuschungen in Folge greift Finnland tief in die ESC-Rettungskiste: Man vertraut auf siegreiche Schweden. In Form von Linnea und Joy Deb, die bereits bei Mans Zelmerlöw's Siegertitel 'Heroes' die Feder führten. Monsters ist dementsprechend auch genau aus dieser Schublade: Eingänge Hook, treibende Rhythmen, abgemixt mit euphorischem Sound und dazu noch ein (simulierter?) Kinderchor. Alles Zutaten die zusammengerührt einen soliden Song ergeben, passend für die ESC Bühne. Aber der Song wird sich kaum von anderen abheben und wenn Heroes nicht die großartige Untermalung mit den Strichmännchen gehabt hätte... und genau da muss 'Monsters' wohl ebenfalls irgendwie punkten, soll es mit dem Finaleinzug zum ersten Mal seit 4 Jahren klappen, zumal man im überladenen 1. Semi gelandet ist. Was auf jeden Fall hilft - Saara hat eine gute, kräftige Live-Stimme:



      Wertung: (Maximal 100): 77
      UCLA - where Chip happens!

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    • FRANKREICH
      61. ESC-Teilnahme (1956-1973, 1975-1981, 1982-2018), 60x Finale (Big 5)
      Bester Platz: 1/5x (1958, 1960, 1962, 1969)



      Song: Mercy (Danke)
      Interpret: Madame Monsieur
      Sprache: Französisch
      Genre: French Pop / Electropop



      Frankreich hat sich still und heimlich als Bestes der original Big 4 Länder in den letzten beiden Jahren herauskristallisiert. Gut, dass ist jetzt eher so Einäugiger unter den Blinden, aber immerhin landete man 2016 und 2017 in der oberen Hälfte des Tableaus, das gelang weder Deutschland (haha), Spanien oder dem Vereinigten Königreich. Mit 'Mercy' versucht man das Niveau beizubehalten und bietet eine eher langsam gehaltene Electropop-Nummer an, die aber sehr eingängig ist. Die Lyrics sind auch hochaktuell - handelt es sich um ein Mädchen namens 'Mercy' welches auf einem Flüchtlingsboot geboren wurde. Dazu die gefühlvolle Stimme der Sängerin Émilie Satt und das Ganze könnte erneut in Richtung Top Ten gehen. Très bien!



      Wertung (Maximal 100): 78
      UCLA - where Chip happens!

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    • GEORGIEN
      11. ESC-Teilnahme (2007, 2008, 2010-2018), 7x Finale /Streak: letztes Jahr Finale verpasst
      Bester Platz: 9/2x (2010 & 2011)



      Song: Sheni gulistvis (Für Dich)
      Interpret: Iriao
      Sprache: Georgisch
      Genre: Ethno-Folk



      Ganz anders als in den Vorjahren (man denke da u.a. an Midnight Gold von vor zwei Jahren) versucht man es diesesmal in Georgien - traditionelle Klänge in eigener Sprache hat es von diesem Land beim ESC so noch nicht gegeben. Ohne Frage wird der Song auffallen, aber ob das dazu langt ins Finale einzuziehen? Für mich ist so eine Nummer wieder äußerst schwer zu analysieren, weil bei mir diese Form von Musik so überhaupt nicht verfängt. Es klingt auf alle Fälle fremd und ungewohnt.


      Wertung (Maximal 100): 55
      UCLA - where Chip happens!

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    • DEUTSCHLAND
      62. ESC-Teilnahme (1956-1995, 1997-2018), 61x Finale (Big 5)
      Bester Platz: 1/2x (1982, 2010)



      Song: You Let Me Walk Alone (Du lässt mich alleine gehen)
      Interpret: Michael Schulte
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop



      Und damit wären wir dann bei unserem Beitrag für den Contest. Kurz gesagt kann man die Beiträge Deutschlands der letzten 10 Jahre in zwei Kategorien einteilen: Diejenigen, die von Stefan Raab unterstützt bzw. produziert wurden (schlechtester Platz 10) und die anderen (bester Platz 18!). Dieses Jahr haben wir aus bekannten Gründen wieder einen aus der zweiten Kategorie zu ertragen. Michael Schulte heißt der Leidtragene, der für diesen Job ausgesucht wurde. Sein Song - eine Mischung aus einem halbgaren Lukas Graham, schlecht vorgetragenen Ed Sheeran Lied und ein bisschen OneRepublic ist auch drin - nur eben ohne deren Kapazitäten, kurz: Nichts besonderes. Immerhin kommt er wohl bei den Frauen nicht ganz so schlecht an, so dass es vielleicht ein paar Pünktchen via Votes geben wird. Könnte bedeuten, dass man den letzten Platz knapp verfehlen wird - aber mehr als Platz 20 kann ich beim besten Willen nicht sehen.




      Wertung: (maximal 100): 59
      UCLA - where Chip happens!

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    • GRIECHENLAND
      39. ESC-Teilnahme (1974, 1976-1981, 83, 85, 87-98, 2001-2018), 37x Finale /Streak: letztes Jahr Finale erreicht
      Bester Platz: 1/1x (2005)



      Song: Oneiro mou (Mein Traum)
      Interpret: Yianna Terzi
      Sprache: Griechisch
      Genre: Pop, Folk



      Nur einmal hat Griechenland bis jetzt das Finale verpasst (2016 mit Utopian Land - wahrlich kein guter Song), das soll dieses Mal auf alle Fälle verhindert werden. Dazu besinnt man sich seiner Wurzeln und sendet mit Yianna Terzi eine Griechin, die in der Landessprache seit 2006 Musik macht. Der Song 'Oneiro Mou' ist dann auch sehr traditionell: Griechische Lyrics, heimische Instrumente, Panflöte inklusive, Pathos und Drama - dann aber doch mit einem Touch Elektronik. Keine ganz schlechte Mischung, zumal Terzi dem Song Kraft und gleichzeitig Sehnsucht verleiht. Von Zypern dürfte es sicher wieder 12 Punkte geben, aber das Erreichen des Finales wird nicht einfach werden, zumal man im berüchtigten ersten Semi gelandet ist.

      Wertung (maximal 100): 67
      UCLA - where Chip happens!
    • UNGARN
      16. ESC-Teilnahme (1994, 95, 97, 98, 2005, 2007-2009, 2011-2018), 13x Finale /Streak: 7x Finale in Folge erreicht
      Bester Platz: 4/1x (1994)



      Song: Viszlát nyár (Auf Wiedersehen Sommer)
      Interpret: AWS
      Sprache: Ungarisch
      Genre: Metalcore, Post-Hardcore



      Der ohne Zweifel härteste Song der Competition dieses Jahr kommt aus Ungarn, vielleicht sogar der härteste Song der ESC-Geschichte (dagegen war Hard Rock Hallelujah ein nettes Kirchenlied). Aber der Song hat nicht nur ein angry Shouting zu bieten, sondern ist durchaus in der Lage melodiöse Aspekte mit einzubringen. Aber ohne Frage macht den Großteil die rauhe laute Stimme des Sängers und seine Shouts aus. Der Song wird ohne Frage sehr polarisieren und die Frage wird sein, ob es genug Metal-Fans gibt, um den Beitrag ins Finale und in die höheren Regionen zu pushen. Im zweiten Semi dürfte man auf alle Fälle sehr stark herausstechen und da dies auch nicht so stark besetzt ist, werden wir wohl am 12. Mai zum ersten Mal Metalcore im ESC Finale zu hören bekommen. :rockon:

      Live klingt das übrigens so:


      Wertung (maximal 100): 76
      UCLA - where Chip happens!
    • ISLAND
      31. ESC-Teilnahme (1986-1997, 1999-2001, 2003-2018), 24x Finale /Streak: 3x Finale in Folge verpasst
      Bester Platz: 2/2x (1999, 2009)



      Song: Our Choice (Unsere Wahl)
      Interpret: Ari Ólafsson
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop-Ballade



      Nach dem harten, lauten Ungarn haben wir heute wieder ein sehr typisches ESC-Lied. Eine einfache Pop-Ballade bietet uns Island dieses Jahr auf, nachdem man in den letzten 3 Jahren am Finale relativ deutlich vorbeigeschrammt ist. Und nach dem ich das Lied heute zum ersten Mal gehört habe, muss ich sagen, dass dies wohl auch im 4. Jahr in Folge so bleiben wird. Gut, Ari Ólafsson hat eine gute Stimme und auch gute Range, aber der Song ist einfach zu fade um da groß was reißen zu können. Es wirkt, als habe Island die Evolution des Contests in den letzten Jahren einfach verschlafen. 'Our Choice' ist jedenfalls nicht meine Wahl.

      Wertung (Maximal 100): 59
      UCLA - where Chip happens!

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    • IRLAND
      52. ESC-Teilnahme (1965-1982, 1984-2001, 2003-2018), 51x Finale /Streak: 4x Finale in Folge verpasst
      Bester Platz: 1/7x (1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994, 1996




      Song: Together (Zusammen)
      Interpret: Ryan O'Shaughnessy
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop-Ballade



      Apropos verschlafene Evolution: Damit sind wir dann beim Sorgenkind des ESCs der letzten Jahre. Der Dominator in den 90er Jahren ist irgendwo in der Zeitschleife stecken geblieben und findet nun keinen Ausweg mehr. Auch dieses Jahr bietet der Rekordsieger eine sehr seichte Pop-Ballade an, von einem Sänger, der ohne Frage zu Westlife oder einer ähnlichen Kombo gepasst hätte. Dem Song fehlt leider alles, was eine gute Pop-Nummer ausmacht und wenn er dann kurz vor Ende wenigstens ein wenig an Fahrt gewinnt, ist er auch schon vorbei. Mit der unglücklichen Auslosung (erstes Semi) und dieser Kombination aus 90er Boygroup Sänger und austauschbarem Pop-Liedchen wird es wohl auch dieses Jahr nichts mit dem ersten Einzug ins Finale seit 2013.

      Wertung (Maximal 100): 56
      UCLA - where Chip happens!
    • ISRAEL
      41. ESC-Teilnahme (1973-1979, 1981-1983, 1985-1993, 1995, 1998-2018), 34x Finale /Streak: 3x Finale in Folge erreicht
      Bester Platz: 1/3x (1978, 1979 & 1998)




      Song: Toy (Spielzeug)
      Interpret: Netta
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop



      Und damit sind wir beim großen Favoriten des 63sten Eurovision Song Contest angekommen, zumindest wenn es nach den Wettanbietern geht: "Toy" ist ein äußerst eingängiger Song, bereits nach einmal Hören setzt sich das Bucka-buck-bucka... für immer in die Gehörgänge fest und lässt sich wahrscheinlich nur mit einer einstündigen Dosis von 'Vislát nár' wieder einigermaßen entfernen. Das Lied passt natürlich perfekt in die Zeit von #MeToo und der erneut aufgeflammten Sexismus-Debatte und schlägt auch deswegen sofort positiv zu Buche, zumal mit der Zeile 'Wonder Woman don't you ever forget' der Radschlag zu einer weiteren israelitischen Ikone (Gal Gadot - Wonder Woman Hauptdarstellerin) gelingt. Und auch der Anfang in Acapella ist durchaus gelungen. Allerdings hat der Song auch einen hohen Nervfaktor und kann so ziemlich schnell polarisieren. Gerade dieses Hühnergegackere kann auch negativ konnotiert werden. Der Song fällt auf alle Fälle auf - positiv wie negativ. Ob es zum ganz großen Wurf reichen wird? Zuletzt lagen die Buchmacher doch eher daneben (Occidentali's Karma landete nur auf Platz 6), aber ausgeschlossen ist ein Triumph eben wegen des hochaktuellen Themas nicht.


      Wertung (Maximal 100): 77

      Edit Live-Auftritt:
      UCLA - where Chip happens!

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    • aikman schrieb:

      Und damit sind wir beim großen Favoriten des 63sten Eurovision Song Contest angekommen
      Netta ist toll. Ich habe mir einige Auftritte von ihr angeschut, die mich begeistert haben. Aber das waren andere Songs. Toy ist für mich nicht der ganz große Wurf. Sicherlich, die Nummer fällt auf und ihre Bühnenpräsenz wird Netta weit nach vorne bringen, aber für mich ist sie nicht so klar favorisiert, wie es die Wettquoten ausdrücken.
    • ITALIEN
      44. ESC-Teilnahme (1956-1980, 1983-1985, 1987-1993, 1997, 2011-2017), 43x Finale (Big 5 Country)
      Bester Platz: 1/2x (1964 & 1990)



      Song: Non mi avete fatto niente (Du hast mir nichts gemacht)
      Interpret: Ermal Meta & Fabrizio Moro
      Sprache: Italienisch
      Genre: Pop / Alternative-Pop



      Seit der Rückkehr auf die ESC-Bühne 2011 hat Italien 5 von 7x eine Top Ten Platzierung erreicht, aber der große Triumph blieb ihnen verwehrt. Mit dem Sieger des San Remo Festivals 2018 versucht man nun erneut den Contest zurück nach Rom zu bekommen: 'Non mi avete fatto niente' ist ein sehr aktuelles Lied, geht es um den Terror, den der sogenannte islamische Staat verursacht hat. Da werden die Anschläge in Kairo, La Rambla, im Bataclan in Frankreich (In Francia c'è un concerto, la gente si diverte Qualcuno canta forte, qualcuno grida "A morte" - In Frankreich ist ein Konzert, die Leute haben Spaß, Jemand singt mit kräftiger Stimme, jemand schreit 'zu Tode') London und Nizza thematisiert - gleichzeitig aber wird auch die Brücke zwischen den Menschen geschlagen. Es ist fast Schade, dass nur wenige Leute den Text verstehen und ich kann deshalb jedem nur anraten die Lyrics und Übersetzung durchzulesen. Musikalisch ist der Song in einer Art erzwungener Euphorie ja Trotz ziemlich schnell gehalten, bekommt aber durch die dominante Violine eine klagende Note. Die Stimmen von Meta & Moro sind rauh und passen sehr gut zu dem Musikstück. Der Nachteil des Songs: Er hakt sich nicht sofort ein, braucht Zeit, zwei- drei- vier Wiederholungen bis man ihn 'hat'. Die Zeit hat man beim ESC allerdings nicht, deswegen bezweifle ich, dass damit der große Wurf gelingt. Aber zusammen mit Frankreich sollte man erneut um die beste Position der Big-5-Länder streiten können, die Top Ten sind drin.

      Live klingt der Song so:


      Wertung (Maximal 100): 75
      UCLA - where Chip happens!

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    • LETTLAND
      19. ESC-Teilnahme (2000-2018), 10x Finale, zuletzt 2017 Finale verpasst.
      Bester Platz: 1/1x (2002)



      Song: Funny Girl (Lustiges Mädchen)
      Interpret: Laura Rizzotto
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop-Ballad



      Nach Australien ist nun auch Süd-Amerika im Contest vertreten. Zumindest in Form der Sängerin Laura de Carvalho Rizzotto, die in Brasilien geboren wurde, ehe sie in die USA umzog. Für Lettland startet sie u.a. deshalb, weil ihr Vater von dort stammt. Der Song 'Funny Girl' ist aus der Sicht einer Freundin geschrieben, die mitansehen muss, wie ihr platonischer Freund sich in eine andere verliebt und sie nur als das 'Funny Girl' dasteht, das komische Mädchen, mit dem man Pferde stehlen kann. Quasi das Gegenstück zur aktuellen #1 in Deutschland 'Friends' - hier ist die Frau in der "Friendzone". Instrumental verzichtet man auf Experimente, das ist bei der Stimme von Rizzotto auch nicht nötig, sie füllt das gut aus. Die Musik würde ich 'Bond-like' nennen - kurze Takte, mit dramatischen Trommelschlägen als Akzente. Gar nicht mal so schlecht und aufgrund der live-Performance auch mit Chancen fürs Finale, zumal man im zweiten Semi eine gute Position gezogen hat:



      Wertung (Maximal 100): 72
      UCLA - where Chip happens!
    • LITAUEN
      19. ESC-Teilnahme (1994, 1999, 2001 & 02, 2004-2018), 12x Finale, zuletzt 2017 Finale verpasst.
      Bester Platz: 1/1x (2002)



      Song: When We're Old (Wenn wir alt sind)
      Interpret: Ieva Zasimauskaité
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop-Ballad



      Und auch das zweite Baltikum-L-Land setzt auf eine Pop-Ballade, aber deutlich langsamer und ruhiger als ihr Nachbar. When We're Old setzt auf Klavier und Gitarren-Untermalung und die sehr einfühlsame Stimme von Ieva Zasimauskaité. Der Song kann gegen Ende etwas zulegen und vermeidet so langweilig zu sein. Bei der Auslosung wurde man direkt zwischen zwei Favoriten gesetzt: Vor Ieva kommt der peppige, rappende Mikolas Josef, nach ihr die quirlige Netta. Die Gefahr da unterzugehen ist gegeben. Es wird auf alle Fälle sehr schwer das Finale zu erreichen. Ich persönlich habe so eine kleine Ecke, die solche ganz gefühlgeladenen Balladen mag. Live kann sie übrigens auch:



      Wertung (Maximal 100): 70
      UCLA - where Chip happens!
    • MAZEDONIEN
      18. ESC-Teilnahme (1998, 2000, 2002, 2004-2018), 8x Finale, 5x Finale in Folge verpasst
      Bester Platz: 12/1x (2006)



      Song: Lost And Found (Verloren und gefunden)
      Interpret: Eye Cue
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop / Dance-Pop



      Mazedonien hat zuletzt das Finale im Jahr 2012 erreicht und versucht mit einer Pop-Nummer in diesem Jahr den Sprung zurück in die Top 26. Ob das gelingt, ist allerdings sehr fraglich, da man unter den Top-Favoriten Israel, Bulgarien, Tschechien, Estland im vollbeladenen ersten Semi gelandet ist. Zum Song selber: Ein Pop-Song, der durchaus etwas hat, aber so ein bisschen zwischen Pop und Dance-Pop im Mittelding bleibt. Ein paar Reggae-Einflüsse sind auch zu hören. Wie gesagt, nichts außergewöhnliches, aber auch ein 'Oh-Gott!-Ist-das-schlimm'-Song. Nur - wahrscheinlich zu wenig fürs Finale.

      Einen Live-Auftritt haben wir auch:


      Wertung (Maximal 100): 68
      UCLA - where Chip happens!

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    • Neu

      MALTA
      31. ESC-Teilnahme (1971, 72, 75, 1991-2018), 24x Finale, 2017 Finale verpasst
      Bester Platz: 2/2x (2002, 2005)



      Song: Taboo (Tabu)
      Interpret: Christabelle Borg
      Sprache: Englisch
      Genre: Dance-Pop



      Weiter geht's mit dem Inselstaat, der in den letzten Jahren äußert wechselhaft beim Contest abschnitt. Malta setzt dieses Jahr auf die Karte 'Dance Pop' Made in Sweden und das hört man den Song auch sofort heraus. Der Chorus geht ins Ohr, aber insgesamt wirkt der Song irgendwie unrund. Es fehlt nach dem Chorus das Element, welches den Titel auf ein zusätzliches Niveau hebt (wir kommen in ein paar Tagen auf ein Beispiel, wo das der Fall ist). So bleibt ein leicht fader Beigeschmack zurück, der auch nicht durch eine mit Breakbeats angereicherte Bridge nicht wirklich aufgehoben werden kann. Es passt irgendwas nicht zusammen und auch Christabelle kann die Schwächen des Songs letztendlich mit ihrer Performance nicht kaschieren. Dummerweise ist man in der Auslosung auch noch direkt hinter einem weiteren Dance-Pop Song gelandet, der all diese Elemente besser vereint (jap, Polen - später mehr). Ist das Finale trotzdem drin? Ja, weil das zweite Semi komplett offen ist.

      Live Performance:


      Wertung (Maximal 100): 63
      UCLA - where Chip happens!
    • Neu

      REPUBLIK MOLDAU
      14. ESC-Teilnahme (2005-2018), 9x Finale, 2017 Finale erreicht
      Bester Platz: 3/1x (2017)



      Song: My Lucky Day (Mein Glückstag)
      Interpret: DoReDos
      Sprache: Englisch
      Genre: Ethno-Pop



      Wir haben endlich mal wieder eine Ethno-Pop Nummer - Die Republik Moldau hat nach seinem Vorjahreserfolg (Platz 3) dank EPIC SAX GUY! dieses Jahr in die Mottenkiste gegriffen und präsentiert einen Song, der auch so auf einem moldawischen Volksfest Platz hätte. Dem Song fehlt es irgendwie an allem, was ihn wenigstens halbwegs up-to-date machen würde (und damit meine ich nicht unbedingt EPIC SAX GUY - obwohl er ganz bestimmt nicht schaden könnte). Zwar tritt Moldau im zweiten Semi an und das ist bekanntlich nicht so stark besetzt, aber selbst da wird es alles andere als einfach das Finale zu erreichen. Zumal das auch live irgendwie gewollt, aber nicht gekonnt klingt...



      Wertung (Maximal 100): 43
      UCLA - where Chip happens!

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    • Neu

      MONTENEGRO
      10. ESC-Teilnahme (2007-2009, 2012-2018), 2x Finale, zuletzt 2x in Folge Finale verpasst
      Bester Platz: 13/1x (2015)



      Song: Inje (Raureif)
      Interpret: Vanja Radovanic
      Sprache: Montenegrinisch
      Genre: Folk Ballade



      Nur 2x hat es für Montenegro bis jetzt für das Finale gereicht, beides Mal war der Song in montenegrinisch - genau dahin kehrt das kleine Land im Balkan nun auch wieder zurück: Mit 'Inje' versucht man eine ähnliche Nummer, die Knez 2015 zur besten Platzierung verholfen hat - eine langsame, gefühlvolle Ballade mit Balkan-Flair. Der Song nimmt gegen Ende etwas an Volumen zu und wird somit nicht belanglos oder langweilig. Der Sänger gibt mit seiner Stimme einen Touch Verletzlichkeit und kann auch gegen Ende dem Crescendo folgen. Handwerklich gibt es da wenig auszusetzen, ist halt Geschmacksache und die Frage wird sein, wie das Publikum die fremdländischen Akzente empfängt.

      Live:


      Wertung (Maximal 100): 68
      UCLA - where Chip happens!
    • Neu

      NIEDERLANDE
      59. ESC-Teilnahme (1956-1984, 1986-90, 1992-94, 1996-2001, 2003-2018), 49x Finale, zuletzt 2x in Folge Finale erreicht
      Bester Platz: 1/4x (1957, 1959, 1969, 1975)



      Song: Outlaw In 'Em (Bandit in sich)
      Interpret: Waylon
      Sprache: Englisch
      Genre: Country Rock



      Früher, als ich noch ein Kind war, da brachte mir Truck Stop bei, dass der Wilde Westen gleich hinter Hamburg anfängt. Doch der geneigte ESC-Fan hat mittlerweile mehr den Eindruck, dass das wirkliche Gebiet der Cowboys tatsächlich um Amsterdam herum zu finden ist: 2014 gelang unseren flachländischen Nachbarn mit 'Calm after the Storm' der bis jetzt größte Erfolg seit fast 40 Jahren (nur die bärtige Österreicherin verhinderte damals den großen Triumph) und auch 2018 greift man zurück auf Cowboyhut, Westerngitarre und Stiefel. Interpret Waylon war eben an jenem Abend in Kopenhagen mit seiner Kollegin Ilse De Lange auf der Bühne; nun versucht er es als Solo-Interpret. Mit "Outlaw in 'em" bringt er einen griffigen, rockigen Country-Song im Gepäck mit, der auch zu Blake Shelton oder Brantley Gilbert gepasst hätte. Problematisch könnte sein, dass der Song im Ursprung etwas zu lang war und deshalb auf die 3-Minuten, die beim Contest erlaubt sind, zurechtgestutzt werden musste.


      Über die Live-Künste von Waylon gibt es keine Zweifel:



      Wertung (Maximal 100): 72
      UCLA - where Chip happens!
    • Neu

      NORWEGEN
      57. ESC-Teilnahme (1960-69, 1971-2001, 1992-94, 1996-2001, 2003-2018), 53x Finale, zuletzt 2017 Finale erreicht
      Bester Platz: 1/3x (1985, 1995, 2009)



      Song: That's How You Write A Song (So schreibt man ein Lied)
      Interpret: Alexander Rybak
      Sprache: Englisch
      Genre: Pop, Scat



      Lena, Niamh Kavenagh, Dana International, Charlotte Pirelli, Johnny Logan und nun Alexander Rybak - Sieger zieht es immer wieder zurück auf die ESC-Bühne, aber erfolgreich war nur Logan zweimal. Rybak versucht nun das Kunststück nach seinem Triumph 2009 zu wiederholen und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er sich hierbei bei Mende & Zelmerlöw bedient hat - immerhin war er dort ebenfalls anwesend. Der Song hat gewiss etwas Charme, das kann man ihm nicht absprechen und er wird sich gut von der Konkurrenz abheben. Er ist auch kein zweites Fairytale, die Violine ist nicht so prominent zu hören. Es fehlt allerdings die Hook oder der Chorus, der sich sofort einbrennt. Positiv - im zweiten Halbfinale ist er der Opener, so dass er gleich seine Duftmarke setzen kann. Der Finaleinzug sollte deswegen nicht gefährdet sein. Für mehr scheint mir der Song nicht gut genug, so dass Logan's Thron ungefährdet sein dürfte.

      Live klingt das so:


      Wertung (Maximal 100): 74
      UCLA - where Chip happens!
    • Neu

      POLEN
      21. ESC-Teilnahme (1994-1999, 2001, 2003-2011, 2014-2018), 14x Finale, zuletzt 4x in Folge Finale erreicht
      Bester Platz: 2/1x (1994)



      Song: Light Me Up (Erleuchte Mich)
      Interpret: Gromee (ft. Lukas Meijer)
      Sprache: Englisch
      Genre: EDM, Deep/Tropical House



      Seit ihrem zweijährigen Break ist Polen im ESC wiedererstarkt aufgetreten: 4 Finaleinzüge in Folge stehen seit 2014 zu Buche und auch dieses Jahr strebt man erneut einen Platz unter den Top 26 an. Dazu bietet man einen der landesweit besten DJs mit Gromee (bürgerlich Andrzej Gromala) auf, der in seinem Heimatland bereits seit 2010 auflegt und schon mehrfach hoch in den inländischen Charts zu finden war (u.a. in 2016 Platz 1). Das wäre also so, wie wenn Robin Schulz für Deutschland zum ESC fahren würde. Neben Gromee sorgt der schwedische Sänger Lukas Meijer für die Vocals. Der Song ist eine typische Deep/Tropical House Nummer, mit einem guten Beat, eingängiger Hook und einem gutgelungenen Drop, also alles was man braucht. Lediglich die Sangeskünste von Meijer sind ausbaufähig. Dennoch - die Nummer sollte das Finale sicher haben und damit den Contest auch in Zukunft für DJs und Konsorten weiter öffnen.

      live:


      Wertung (Maximal 100): 76
      UCLA - where Chip happens!

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    • Neu

      PORTUGAL
      50. ESC-Teilnahme (1964-1969, 1971-1999, 2001, 2003-2012, 2014-15, 2017-18), 41x Finale, zuletzt 2017 Finale erreicht und Contest-Sieger
      Bester Platz: 1/1x (2017)



      Song: O Jardim (Der Garten)
      Interpret: Cláudia Pascoal
      Sprache: Portugiesisch
      Genre: Pop-Ballade



      Der Sensations-Sieger von 2017 bleibt sich seiner treu und tritt auch bei seinem Heimdebüt mit einer gefühlvollen, portugiesischen Ballade an. Ich meine allerdings, dass ich die Melodie schon mal irgendwann so oder so ähnlich gehört habe - sie wirkt jedenfalls sehr austauschbar. Die Stimme und das Herz sind bei Cláudia Pascoal auf alle Fälle vorhanden und so kommt die Intention des Songes auch beim nicht-portugiesisch verstehenden Publikum rüber: Im Text geht es um einen Garten, der als Metapher für das Leben und seine Vergänglichkeit steht. Die Komponistin Isaura zog die Inspiration aus ihrer verstorbenen Großmutter, die ihren Garten über alles liebte und der jetzt von ihr als Erinnerung gepflegt wird. Für eine Titelverteidigung wird es wohl dieses Jahr nicht reichen, aber ein Platz in der ersten Hälfte ist wieder möglich.

      Wertung (Maximal 100): 65
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