Dallas Cowboys Preview 2014

    • Dallas Cowboys Preview 2014

      DALLAS 2014
      (c)aikman

      Auch die dritte Saison in Folge endete für die von Head-Coach Jason Garett betreuten Cowboys mit der mittlerweile befürchteten Bilanz von 8-8 und dem erneut Verpassen der Playoffs. Und wieder fehlte lediglich ein Sieg am letzten Spieltag um die seit 4 Jahren anhaltende Flaute zu beenden. Dieses Mal allerdings konnte man die Schuld nicht an den ewigen Sündenbock Tony Romo weitergeben, denn im letzten Spiel war er bereits außer Gefecht. Und so war es an Kyle Orton die spielentscheidende Interception zu werfen.

      Doch die hauptsächlichen Gründe für die wiederholte 'Hätte-Wäre-Wenn'-Saison lagen an anderer Stelle: Gegen Green Bay und Detroit schaffte man es durch Strafen, unverständlichem Playcalling und einer Menge Unvermögen zwei sichergeglaubte Siege noch aus der Hand zu geben. Dazu gab die Defense pro Spiel 415 Yards ab und belegte zurecht den letzten Platz. Zwar erzwang man auch 28 Turnover und konnte somit zumindest hier die erwartete Verbesserung zu erzielen, dennoch war die Verteidigung einfach zu schlecht und so wurde Defensive Coordinator Monte Kiffin nach nur einem Jahr aus seinem Amt 'weggelobt' und Defensive Line Coach Rod Marinelli als sein Nachfolger erchoren. Kiffin darf ihm nun aber immerhin noch assistieren.

      Die Offense dagegen fand sich in den Top 5 wieder, erzielte über 27 Punkte pro Spiel, aber wenn man dazu 27 Punkte pro Spiel wieder abgibt, dann kommt eben überraschenderweise keine positive Bilanz dabei heraus. Ein weiteres Problem: Die Cowboys gaben den Ball pro Spiel nur 21mal an den Running Back weiter. Das ist der zweitschlechteste Wert aller NFL-Teams (nur Atlanta hatte noch weniger Vertrauen in sein Laufspiel). Man könnte das ja verstehen, wenn das Running Game keinen Erfolg eingebracht hätte, aber davon kann keine Rede sein: 4,5 Yards pro Laufversuch bedeuten Platz 7(!) in der Endabrechnung. Das Spiel gegen Green Bay ist hier das krasseste Beispiel. Bei einer Führung von 29:17 kurz vor Ende des dritten Viertels bekam Murray (Schnitt von über 4 Yards pro Lauf) im nächsten Drive den Ball überhaupt nicht, im folgenden Drive 2x (wovon eins durch Holding negiert wurde), und beim Stande von immer noch 36:31 für die Cowboys mit gut 4 Minuten zu spielen bei 4 Pässen nur 1x (bei 4 Yards Raumgewinn im ersten Versuch). Endergebnis: 37-36 für Green Bay.

      Wer dieses Jahr für das Playcalling zuständig ist, kann man gar nicht so genau sagen. Neu im Coaching Staff ist jedenfalls Scott Linehan, der als Titel 'Passing Game Coordinator' trägt. Die ersten Veränderungen konnte man in der Pre-Season bereits beobachten. So scheinen die Cowboys nun öfters erfolgreich auf Screen-Pässe zu setzen, ein Mittel, welches in den letzten Jahren nur sehr selten zum Einsatz kam. Bill Callahan trägt im Namen immer noch den 'Offense Coordinator', doch schon letztes Jahr gab es Gerüchte, dass Jason Garrett weiter für die Plays zuständig ist, sofern Romo sie nicht an der Line of Scrimmage wieder umändert. Kurz: Nichts genaues weiß man nicht.

      Garretts Vertrag läuft übrigens am Ende der Saison aus. Wobei man mittlerweile wirklich nicht mehr prophezeien kann, ob eine weitere 8-8 Saison ihm nicht eine Verlängerung einbringt. Zu oft haben Medien bereits auf seine Absetzung getippt und wurden immer wieder von Jerry Jones überrascht, der eisern an dem Rotschopf festhält. Im Umfeld hört man Stimmen, dass Garrett mit dem aktuellen Kader allerdings zum Scheitern verurteilt ist, was ein wenig an Dave Campo Anfang der Jahrtausendwende erinnert. Große Sprünge konnten die Cowboys aufgrund der angespannten Salary-Cap-Lage wieder nicht machen und auch das kommt einem aus dieser Zeit nicht unbekannt vor.


      OFFENSE

      Wenn die Dallas Cowboys dieses Jahr über die 8-8 Hürde klettern möchten, dann muss der Grundstein hierfür vor allem hier gelegt werden. Letztes Jahr stellte man den fünftbesten Angriff der Liga obwohl man durchaus Optimierungs-Potential besitzt. Aber: Cowboys 2014 das ist auch ein Team, welches mit sovielen Fragezeichen bestückt ist, dass Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews daraus einen ganzen Satz Visitenkarten für ihr Detektivbüro drucken könnten. Die wichtigsten in der Offense sind wie folgt:

      ? ROMOS RÜCKEN:

      In der Offseason musste sich Tony einer Rücken-OP unterziehen und es gab schon Stimmen, die das Karriere-Ende nach diesem schweren Eingriff prophezeiten. Zwar stand Tony in der Pre-Season nun doch wieder auf dem Feld, doch einige Zweifel bleiben bestehen. Beobachter wollen gesehen haben, dass Romo im Camp vor allem bei tiefen Bällen Probleme hatte und auch das Zusammenspiel mit den Receivern klappt nicht, wie erhofft. Dabei ist klar, dass die Cowboys ohne ihre Nummer 9 auf dem Feld wohl kaum eine Chance haben dürften. Auf einen Veteran als Back-up können die Boys nicht mehr hoffen: Kyle Orton drohte lieber mit Rücktritt, ehe man ihn entließ, nur um dann in Buffalo anzuheuern. Ein Spieler der Buffalo Dallas vorzieht - auch eine nette Pointe.

      ? MURRAYS MUSKELN:

      Das Laufspiel steht und fällt mit dem ehemaligen Oklahoma Sooner. Zwar bot dieser regelmäßig gute Leistungen und Entlastung in der Offense, wenn er auf dem Feld stand (und auch den Ball bekam), doch das mit dem 'stehen' war in den letzten Jahren immer wieder ein Problem: Zu oft fiel der Nr.1 Running Back der Cowboys aus - letztes Jahr zwar nur 2 Spiele, aber ganz 100%ig war er eben danach auch nicht immer. Immerhin gibt es einen Aufwärtstrend zu beobachten - war es in seinem Rookie-Jahr nur 7 Spiele, die er von Anfang an bestritt, waren es 2012 10 und nun 2013 schon 14 Spiele. Vielleicht schafft er es ja tatsächlich mal eine ganze Saison ohne Verletzung - es wäre ein Novum und zugleich ein Segen für die Cowboys. Vor allem wenn er den Durchschnitt von 5 Yards pro Spiel halten kann.

      Neben Murray setzen die Boys auf Lance Dunbar als 'Change-of-Pace' RB. Dunbar ist flink, agil & wendig und für Screen Pässe und Läufe über Außen besonders geeignet. Allerdings muss Dunbar auch zeigen, dass er als eher schmächtiger RB in der NFL den ein oder anderen Hit einstecken kann, ohne dass er die nächsten Wochen ausfällt. Das ist die große Sorge und das ganz große Fragezeichen. Letztes Jahr war nach dem 13. Spieltag Schluss (wobei er bereits zuvor hin und wieder pausieren musste), das soll dieses Jahr anders werden. Oder müssen.

      ? FREE FALLING:

      Wenn man das Roster der Cowboys betrachtet, dann findet man die vermeintliche Stärke wohl in der Offense Line. In den letzten 4 Jahren gingen 3 First-Round Picks in diese Unit: LT Tyron Smith wird mittlerweile als einer der Besten auf seiner Position angesehen und wurde für die nächsten 10 Jahre verpflichtet. C Travis Frederick galt letztes Jahr bei den Experten als Reach, doch hat er diese bereits in seiner ersten Saison meist eines Besseren belehrt und die Drehtür in der Mitte auf Line verschlossen. Und dieses Jahr holte man im Draft Offensive Tackle/Guard Zack Martin in der ersten Runde. Er soll bei den Cowboys auf RG spielen und hier eine weitere Schwachstelle beheben. Bleibt bei gutem Verlauf das größte Fragezeichen RT: 2012 bot Doug Free hier eine indiskutable Leistung, worauf man ihm das Gehalt kürzte und sogar mit Entlassung drohte. Letztes Jahr konnte er sich wieder etwas steigern, doch in der Pre-Sesaon wirkte er wieder äußerst anfällig. Wenn er in das Leistungsloch von vor zwei Jahren zurückrutscht, dann ist die Hoffnung auf eine stabile Line hinfällig. Zumal auch Martin gegen die Dolphins nicht sattelfest wirkte, was man wohl von einem Rookie auch nicht auf Anhieb erwarten kann.


      Die Positionen im Einzelnen:


      QB: Tony Romo (9), Brandon Weeden (3), Dustin Vaughan (10)
      Romos neuer Back-up heißt nun Brandon Weeden. Der einstige Cleveland Brown First-Rounder konnte bis jetzt nicht beweisen, dass er NFL-Starter-Material ist und versucht sich nun in Dallas aufs Neue. Problem bei ihm ist das Alter: Mit 30 Jahren kann er kaum als Zukunft gesehen werden, zumal er erst zwei Jahre NFL-Erfahrung aufweisen kann. Sollte Tonys RÜcken nicht halten oder eine weitere Verletzung auftreten, sieht es jedenfalls ziemlich mau aus. Überraschend war die Aufnahme von Dustin Vaughan ins 53-Mann Roster. Der Rookie-UDFA aus dem Texas West A&M-College hat wohl die Verantwortlichen im Camp mit seinen Ansätzen überzeugen können, dürfte aber lediglich als Projekt gelten, der noch einige Zeit braucht. Kurzfristig dürfte er keine Hilfe sein.

      RB: DeMarco Murray (29), Lance Dunbar (25), Joseph Randle (21), Tyler Clutts (44 - FB)
      Die Cowboys haben wieder einen Full Back: Zwar ist Clutts kein Moose Johnston, doch für die Short-Yardage und Goal-Line Situationen wollte man ihn unbedingt auf dem Roster haben und gab ihm den Vorzug vor Ryan Williams, der in der Pre-Season einen guten Eindruck hinterließ. Letzterer findet sich nun in der Practise Squad wieder. Neben Murray und Dunbar hat es auch Randle erneut ins Roster geschafft. Der letztjährige 5-Runden Pick ist Versicherung, falls Murray mal wieder nicht ohne Blessuren durch die Saison kommt. Vom Typ sind sie durchaus vergleichbar, wobei Murray leistungstechnisch (und in Vollbesitz seiner Kräfte) weiter die Nase vorn hat.

      WR: Dez Bryant (88), Terrance Williams (83), Cole Beasley (11), Devin Street (15), Dwayne Harris (17)
      Der beste Spieler auf dem Cowboy-Roster 2014 heißt wohl Dez Bryant. Letztes Jahr gelang dem WR endgültig der Durchbruch und mittlerweile dürfte er eines der 5 besten WR der gesamten Liga gelten. Seine Athletik, seine Statur, sein Willen und vor allem seine langen Arme, die seiner Statur noch mehr Imposanz verleihen, machen ihn zu einem der dominantesten Spieler auf seiner Position. Es ist zu erwarten, dass Bryant 2014 eine Menge Double-Teams von gegnerischer Seite vorgesetzt bekommt und deshalb ist es wichtig, dass die WR hinter ihm ebenfalls Leistung bringen: Williams zeigte letztes Jahr nach anfänglichen Schwierigkeiten bereits gute Ansätze und wird nach dem Abgang von Miles Austin nun endgültig zum Nebenmann von Bryant. Beasley ist der typische Slot-Receiver - Typ Welker/Edelman, wobei er in der Pre-Season überraschende Schwächen beim Fang zeigte. Das muss besser werden. Street ist ein Schlaks - über 1,90m aber eben auch nur 90 Kg. Er hat exzellente Hände, muss aber kräftiger werden um sich an der Line gegen Press-Coverage durchzusetzen. Und ihm fehlt die Top-Speed um Verteidigern zu entkommen. Und Dwayne Harris wurde vor allem wegen seiner Stärke bei den Returns auf Roster genommen.

      Insgesamt ist diese Unit wohl die am Besten und Tiefsten besetzte des Rosters. Talente wie LaRon Byrd und Jamar Newsome mussten sich der hohen Konkurrenz beugen. Byrd fand in Cleveland immerhin eine neue Heimat und es würde nicht überraschen, wenn er dort auf sich aufmerksam macht.

      TE: Jason Witten (82), Gavin Escobar (89), James Hanna (84)
      Auch dieses Jahr setzten die Cowboys wieder auf 3 Tight-Ends und zwar die Gleichen wie im Vorjahr. Wobei man sich von Escobar eine Steigerung im Vergleich zum Rookie-Jahr erhofft. Es fehlt weiterhin der Blocking-Spezialist auf dem Roster, wobei man dies durch den zusätzlichen FB Tyler Clutts versucht ein wenig auszugleichen. Die Cowboys werden zumeist mit 12-Personal spielen (1 RB, 2 TE) und dafür sind Jason Witten und Escobar als Starter vorgesehen. Über Witten braucht man wohl kaum mehr was zu sagen - wenn es einen Hall of Fame Kandidaten im aktuellen Cowboys Roster gibt, dann ihn. Auch wenn er letztes Jahr was Yards und Catches anbelangt, sein schlechtestes Jahr seit 2006 aufwies, dafür war er in der Endzone mit 8 TDs nur 2010 (9) besser.

      O-LINE: Tyron Smith (77 - LT), Mackenzy Bernadeau (73 - LG), Travis Frederick (72 - C), Zack Martin (70 - RG), Doug Free (68 - RT), Jermey Parnell (78 - OT), Ronald Leary (65 - OG), Darrion Weems (75 OT), Donald Hawkins (62 OT/G)
      Smith, Frederick und Martin bilden das junge Gerüst für eine O-Line, die zur großen Stärke der nächsten Jahre werden soll. Erstaunlich: Obwohl Smith bereits vor 4 Jahren gedraftet wurde, ist er tatsächlich der jüngste Spieler der Unit, auch wenn Martin und Frederick ebenfalls 1991 geboren wurden. Auf LG wird Bernadeau wohl den Vorzug vor Leary erhalten und auf RT hofft man auf ein ähnliches Jahr von Free wie 2013. Dahinter gibt es wenig Erfahrung - Hawkins wurde ex Waivers von den Eagles geholt um wenigstens einen Ersatz auf der Guard Position aufweisen zu können. Als Ersatz Center ist Bernadeau für den Fall der Fälle vorgesehen.

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    • DEFENSE:

      Und damit kommen wir zu der Unit, die den Cowboy-Fans seit einiger Zeit das größte Kopfzerbrechen bereitet. Obwohl man letztes Jahr die schlechteste Defense aller 32 Teams aufwies, gibt es keine Verbesserungen im Kader zu erkennen. Nein - viel schlimmer noch: In der Off- und Pre-Season wurde die Verteidigung weiter gebeutelt, zunächst mit der Schock-Nachricht als das zentrale Stück der D Sean Lee nach Verletzung bereits vorzeitig auf IR landete. Es folgten der Pass-Rusher Nr.1 und schließlich auch noch der letztes Jahr beste CB, die zumindest in den ersten Spielen nicht zur Verfügung standen. Wo also soll man auch als größter Optimist die Hoffnung anknüpfen? Vielleicht dass Marinelli, der neue Defensive Coordinator, zu Magic-nelli mutiert und die Defense wie Phoenix aus der Asche empor steigt? Nur ... es fehlt der Glaube und wie in der Offense lässt sich der auch mit mehreren Fragezeichen begründen:

      ? JAHR EINS NACH WARE:

      Zum ersten Mal seit 2005 werden die Dallas Cowboys ohne ihren langjährigen Pass-Rusher Nr.1 auskommen müssen. DeMarcus Ware sorgte 9 Jahre für Angstschweiß auf der Stirn des gegnerischen QBs - oder sagen wir besser 8 einhalb. Denn im letzten Jahr merkte man Ware deutlich die immerwährenden Verletzungssorgen an und so bot er seine bisher schwächste Leistung, auch ein Grund für die äußerst schwache Gesamtperformance der D. Wer aber soll nun für den Druck auf den Passer sorgen, nachdem auch Jason Hatcher nach Washington abwanderte? Das ist das ganz große Fragezeichen, zumal sich der dafür auserchorene 2nd Round Pick und Ware Namensvetter DeMarcus Lawrence im Camp so schwer verletzte, dass er auf der Injury Reserve Liste mit Wiederkehr landete. So muss man zumindest die erste Saisonhälfte auf ihn verzichten. Die Hoffnung liegt nun auf Anthony Spencer, der 2012 seinen Durchbruch feierte, sich aber danach einer Knie-OP unterzog und letztes Jahr nicht spielen konnte und zeitweise gar das Karriere-Ende drohte. Er soll im Laufe der ersten Saisonphase wieder zu Einsätzen kommen, wenn auch nichAnt im Opener, zumindest hofft man dies.

      Zuletzt gab es die Nachricht, dass man Pass-Rush Spezialist Michael Sam ins Practise Squad holen möchte. Es kann auf keinen Fall schaden, wenn sich der Eindruck aus der Pre-Season bekräftigt, als Dallas nur selten beim Pass-Rush in die Nähe des gegnerischen QBs kam.

      ? DEVASTATING-LEE

      Es war der große Schock noch bevor die neue Saison überhaupt begann: Das Herz stück der Defense MLB Sean Lee zog sich in einem der ersten Trainings-Einheiten bei einer unglücklichen Aktion einen Kreuzbandriss und teilweisen Meniskusriss zu und fällt für die gesamte Saison aus. Das reißt in die ohnehin suspekte Defense ein Loch, das man kaum beschreiben kann. Die Panik war so groß, dass man den mit 24-Jahren bereits zweimal zurückgetretenen und auch mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Rolando McClain aus Baltimore ertradete, um irgendwie einen Ersatz zu finden. Bis zu letzt bleibt völlig unklar, wer nun in der Mitte der Linebacker-Crew starten wird - in der Pre-Season experimentierte man mit Rookie LB Hitchens (normalerweise auf Weakside als Ersatz eingeplant), dem erfahrensten der Truppe Justin Durant (Strongside) und eben McClain. Eine eingespielte Unit wird man jedenfalls am ersten Spieltag kaum vorfinden und in wie weit McClain konditionell auf der Höhe ist, bleibt ein weiteres offenes Fragezeichen.

      ? HOLY MOLLY:

      Das Letzte was die Cowboys bei den angesprochenen Problemen noch gebraucht hätten, wäre der Ausfall eines der wenigen Leistungsträger des Vorjahres. Und prompt kam die Nachricht, dass CB Orlando Scandrick wegen der Party-Droge 'Molly' die ersten 4 Spiele fehlen wird. Gleich hinterher wurde auch noch Back-up Safety Jakar Hamilton ebenfalls für 4 Spiele gesperrt. Der Ausfall von Scandrick ist durchaus heftig, zumal er letztes Jahr einem bis jetzt enttäuschenden Claiborne den Platz in der Starter-Formation streitig machte und als Slot-CB in der Nickel eine äußerst wichtige Position einnimmt. Nun liegt es an Carr und Claiborne sich gegenüber dem Vorjahr deutlich zu steigern. Voraussichtlich rückt nun Sterling Moore als dritter CB auf, solange Scandrick seine Verfehlung absetzen muss. Eine weitere Schwächung für eine ohnehin alles andere starke Verteidigung.

      Die Positionen im Einzelnen:

      D-LINE: George Selvie (99 - LDE), Nick Hayden (96 - DT), Henry Melton (69 - DT), Jeremy Mincey (92 - RDE), Tyrone Crawford (98), Davon Coleman (60), Terrell McClain (97), Ken Bishop (66), Lavar Edwards (79), Jack Crawford (XX), Anthony Spencer (93), DeMarcus Lawrence (90 - Short Term IR)
      Selvie (LDE) und Melton (DT) sind sichere Starter, der Rest ist offen. Melton kam von Chicago Bears, wo er bereits unter Defensive Coordinator Rod Marinelli spielte, doch fiel er 2013 das ganze Jahr aus und hat auch 2014 kein Pre-Season-Spiel absolvieren können. Die ganze Line bleibt eine große Wundertüte, bei der jetzt noch nicht abzusehen ist, wer sich tatsächlich als mögliche Leistungsträger herauskristallisiert. Edwards wurde kurz vor der Roster-Bekanntgabe von den Titans ertradet, er gilt als DE der hauptsächlich gegen den Run seine Stärken hat. Das war auch ein Problem, welches die Cowboys in einer Pre-Season ohne Sieg offenbarten. Ein bisschen darf der Optimist auf Anthony Spencer hoffen, der den Cowboys zumindest ein wenig Pass-Rush beschaffen könnte.

      LB: Kyle Wilber (51), Rolando McClain (55), Bruce Carter (54), Justin Durant (52), Anthony Hitchens (59), Cameron Lawrence (53), Korey Toomer (56)
      Mit dem Ausfall von Lee ist hier das große Tohuwabohu ausgebrochen: Wer spielt wo heißt das lustige Bäumchen-Wechsel-Spiel, welches in der Pre-Season reiflich getestet wurde: Sollte McClain in der Mitte starten, wird Durant auf der Strongside und Bruce Carter auf der Weakside beginnen. Dann könnte Kyle Wilber sogar als zusätzlicher Pass-Rusher in der D-Line fungieren. Vertraut man McClain nicht und Durant rückt in die Mitte, dann wird die Formation zu Beginn wohl Wilber (SLB), Durant (MLB) und Carter (WLB) lauten. Jedenfalls dürfte zu Beginn der Saison heftig rotiert werden, bis sich eine Unit hoffentlich dann langsam bildet und für Kontinuität sorgen kann. Der letzte Neuzugang Korey Toomer war zuletzt bei den Seahakws und wurde von deren Waiver geclaimt.

      CB: Brandon Carr (39), Morris Claiborne (24), Sterling Moore (26), Tyler Patmon (35), Orlando Scandrick (32 - 4 Spiele Sperre)
      Der große Gewinner in der Offseason war ohne Frage Tyler Patman, der sich einen der begehrten Roster-Plätze durch ein sensationelles Spiel gegen Miami sicherte (1 FF, 2 Interceptions + 1 Return-TD). Er scheint eine exzellente Nase für das Big Play zu haben und passt daher sehr gut in die Defense von Marinelli, die zwar Yards abgibt, aber dann auch immer wieder für ein Turnover gut ist. Carr und Claiborne werden zu Beginn der Saison auf alle Fälle starten, für Claiborne ist es langsam aber sicher die letzte Chance das Label 'Bust' abzuwerfen. Und auch Carr wirkte letztes Jahr nicht immer auf der Höhe des Geschehens. Es ist auf alle Fälle von beiden Akteuren eine Steigerung dringend von Nöten.

      S: Barry Church (42), J.J. Wilcox (27), Jeff Heath (38), C.J. Spillman (37), Jakar Hamilton (23 - 4 Spiele Sperre)
      Auf Safety werden die Starter wohl Church und Wilcox heißen. Letzterer zeigte letzes jahr seine große Stärke im Verteilen von Hits, genauso wie seine Schwächen, als er teilweise out of position zu finden und so das eine oder andere Big Play zu viel zuließ. Church scheint eine der Problem-Positionen auf Free Safety zumindest mit soliden Leistungen langsam zu schließen. Dahinter hoffte man auf Hamilton, der eine große Reichweite auf der Position aufweist, aber nun ebenfalls für die ersten 4 Spiele nicht in Frage kommt. Spillman kam von den 49ers und gilt eher als Special Teamer. Heath hat es auch in seinem zweiten Camp nicht abschütteln lassen und sicherte sich als UDFA erneut auf dem Roster.



      SPECIAL TEAMS

      Ähnlich wie letztes Jahr waren die Coverage Teams in der Pre-Season nicht immer sattelfest, doch wirkte sich das bis jetzt in der tatsächlichen Spielzeit nicht weiter aus. Rich Bisaccia geht in seine zweite Saison als Special-Teams-Coordinator und kann auf den Stamm des Vorjahrs vertrauen. Wobei vor allem Returner und Kicker zur Liga-Elite gehören.

      Die Positionen im Einzelnen:

      K: Dan Bailey (5)
      Auch in seinem dritten Jahr zeigte der ehemalige Oklahoma State Cowboy seine Genauigkeit. Nur 2 von 30 Kicks fanden nicht ihr Ziel, dabei steigerte er seine Bestleistung auf 53 Yards. Und auch beim Kickoff fanden 52 seiner Kicks die Endzone und wurden nicht returniert. In der Pre-Season machte 'The Man' dann genau da weiter und blieb ohne Fehlschuss, obwohl 3 seiner 4 Kicks aus 50 Yards und weiter erfolgten. Es scheint, dass auf Bailey auch 2014 weiter Verlass sein wird.

      P: Chris Jones (6)

      Jones erwies sich nicht als die befürchtet große Schwäche und landete in sämtlichen Kategorien wie Avg und Net Avg im NFL-Mittelfeld. Viel wichtiger: Keiner seiner Punts wurde zum TD returniert oder geblockt. Er ist sicherlich kein Kandidat für einen Pro-Bowl aber mit einem Schnitt von 45 Yds pro Punt und knapp 40 Yds Net bei 30 Punts innerhalb der 20er Yard-Line kann man wohl mit Leben. Den Cowboys wäre es natürlich lieber, wenn er möglichst selten zum Einsatz kommt.

      LS: L.P. Ladouceur (91)
      Auch 2014 setzt man auf den etablierten Long-Snapper, der seit Jahren so unauffällig wie kaum ein anderer Spieler seine Arbeit erledigt. Unauffällig steht hier für: Er macht keine Fehler.

      KR/PR: Dwayne Harris
      Harris sorgte nicht nur mit seinen Returns ständig für Gefahr (gegen die Redskins gelang ihm ein Punt-Return TD und ein Kick-Return von 90 Yards), mittlerweile ist er auch der Gunner in den Coverage Teams und hatte 2013 12 Tackles (intern Platz 2) und das, obwohl er die letzten 3 Spiele verletzungsbedingt aussetzen musste. Letztes Jahr wurde er gleich zweimal zum NFC Special Teamer of the Week gewählt und sein Schnitt von 30.6 Yards pro Kick-Return brachte ihn unter den regelmäßigen Returner auf Platz 3 der NFL.



      SPIELPLAN

      Dieses Jahr geht es gegen die nicht ganz so stark einzuschätzende AFC South und die äußerst brutale NFC West. Zudem besucht man wie schon im Vorjahr im Dezember das Soldier Field und empfängt zu Hause in der ersten Saisonphase die Saints. Mit all den beschriebenen Problemen und Unklarheiten droht ein Fehlstart, zumal die favorisierten Niners am ersten Spieltag nach Dallas kommen (auch wenn an die ihre eigenen Probleme haben), eher dann zwei Auswärtsspiele bei den Titans und Rams folgen. Bei mehr als zwei Niederlagen dürfte ganz schnell das Dach bei der RÜckkehr in den 'Jerry-Dome' brennen. Die wichtigen Duelle in der eigenen Division beginnen dann erst am 7. Spieltag und die Eagles sieht man gar erst am 13. Spieltag zum ersten Mal zu Thanksgiving. Bis dahin könnte die Division bei ungünstigem Verlauf bereits entschieden sein.

      Die Bye-Week liegt dieses Jahr noch später als im Vorjahr: Woche 11 dürfen die Cowboys ihre (befürchtet) Wunden lecken.


      AUSSICHT

      Dieses Jahr stehen die Cowboys bei den Favoriten eher 'unter ferner Liefen' und das vollkommen zu Recht. Es ist zu befürchten, dass dem 4. jüngsten Kader der NFL die Klasse fehlt um ein weiteres Jahr zumindest um die Playoffs mitzuspielen. Zu viele Fragezeichen ziehen sich durch das ganze Roster, angefangen bei Tony Romo, der mit 34 Lenzen auch der Älteste des gesamten Rosters ist und nach seiner Rücken-Operation die Zweifler erst mal ruhig stellen muss. Und dann sind da die großen Sorgen in der Defense, vor allem in der Front Seven. Letzes Jahr bereits die schlechteste Defense ist man auf dem Papier 2014 zumindest nicht wirklich verbessert. Experten sehen die Cowboys deswegen auch wieder am Ende der NFL in sämtlichen Kategorien der Lauf- und Passverteidigung.

      Der Optimist setzt auf die Offense, die ohne Frage das Potential hat, eine der Besten der Liga zu werden, vor allem, wenn man die Qualitäten endlich ausspielen kann. Und vor allem die Balance findet, die zeitweise regelmäßig in der Saison verloren ging. Selbst Andy Reid war letztes Jahr der Meinung, dass die Cowboys zu wenig liefen. Ach übrigens: Es ist das erste Jahr seit 1999, dass man nicht auf ein von Reid gecoachtes Team trifft ... es sei denn Chiefs und Cowboys stehen sich im SuperBowl gegenüber. Aber das verhofft nicht mal der größte Optimist zu träumen.

      Die Erwartungshaltung liegt wohl eher im Bereich 5-7 Siege. Schon allein eine weitere ausgeglichene Saison dürfte Jason Garrett sich als Erfolg ans Revers heften.
    • Auch hier eine sehr gute Preview.
      Ich mag euch trotzdem nicht :aetsch

      Spass beiseite. Ich glaub das wird ne harte Saison. Auch wenn es gegen die AFC South einige Siege geben sollte, halte ich es für schwierig vor den Eagles zu landen. Und aufgrund der starken NFC kann euch nach meiner Ansicht nur der Divisontitel in die Playoffs führen.


      +++NFL-Talk Pickem 2014 Champion+++
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      +++ NFL-Talk-WM-Tippspiel 2014 Champion+++
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