Big Ten 2016

    • Nebraska (9-2) @ Iowa (7-4): Schlüsselspieler und Schlüsselduelle

      1. Huskers QB:
      Es ist immer noch nicht entschieden, wer für die Huskers auflaufen wird. Tommy Armstrong (Hamstring) konnte die Woche nur leicht und sporadisch trainieren. Sein Backup Ryker Fyfe (broken wrist) hatte unter der Woche die OP an der non-throwing hand, keiner weiß, wie sehr der Cast ihn einschränken wird. Im Notfall bleibt nur Zack Darlington, ein dual-threat QB mit einer schweren Gehirnerschütterung in seinem senior year in der Highschool, der lange mit den Nachwirkungen zu kämpfen hatte und mittlerweile eh zum WR umgeschult wurde. Fr. Patrick O’Brien wird sein Redshirt behalten.
      Welcher QB aufläuft und wie eingeschränkt er sein wird, dürfte die Dynamik des Spiels enorm beeinflussen. Ich würde auf Armstrong wetten, aber er wird wohl eher einbeinig unterwegs sein. Inwieweit dies sein eh sehr uínkonstantes Footwork beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

      2. Hawkeyes RBs Akrum Wadley und LeShun Daniels vs. Huskers Front 7
      Iowa verfügt über ein klassisches Thunder & Lightning Backfield: Wadley ist ein schneller wendiger Typ Slasher und nebenbei ein richtig guter Receiver, hierauf gilt es insbesondere zu achten. Daniels ist ein klassischer Big Back: downhill north south, sehr physisch, ansonsten aber ein wenig limitiert. Beide RBs hatten in den vergangenen zwei Jahren immer mal wieder mit leichter Fumblitis zu kämpfen. Die Line der Hawkeyes um LeShuns Bruder James Daniels und Sean Welsh agierte diese Saison ungewohnt instabil, hatte aber auch mit diversen Verletzungsproblemen und entsprechenden Wechseln zu kämpfen. Die letzten Spiele war ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar.
      Iowa ist ähnlich wie Wiscy und Minnesota ein klassisches laufdominiertes B1G-Team. QB CJ Beathard spielt eine etwas schwächere Senior Season, als ich vermutete, und ist momentan nicht mehr als ein reiner Verwalter.
      Die Huskers D-Line hat gegen den Lauf mit Ausnahme des Buckeyes-Spiels eine starke zweite Saisonhälfte gespielt. Über Key Player DT Kevin Maurice habe ich ja bereits mehrfach geschrieben, aber auch die jungen Nebenleute (insb. Fr DT Carlos Davis) zeigten sich zuletzt stark verbessert. Aufgrund der Laufdominanz werden wir bei den LB wohl öfter die 'physischste' Aufstellung Newby – Banderas – Rose-Ivey sehen. MLB Banderas spielt den stärksten Football seiner Karriere, hat offenbar stark an seiner großen Schwäche (konstantes Tackling) gearbeitet. Von Newby und Rose-Ivey erwarte ich einige Run Blitzes.
      Bei einem zu erwartenden low scoring game, wie es Iowa liebt, wird in diesem Duell der Schlüssel liegen.

      3. Huskers WR Jordan Westerkamp vs. Hawkeyes CB Desmond King
      Ein echter Leckerbissen. Westerkamp ist (siehe die Ausführungen in den Postings zuvor) einer der besseren Slot WR des Landes. Ich vermute, dass die Hawkeyes ihren Star-CB und letztjährigen Thorpe-Award Winner Desmond King nach innen ziehen (so wie es die Buckeyes mit Gareon Conley gemacht haben). King ist etwas undersized (was gegen Westy nicht so ins Gewicht fallen sollte), aber ein ultraaggressiver „in-your-face“ Corner mit hervorragenden Ball Skills.
      Aufgrund der Verletzungssorgen der Outside WR (sowohl Reilly als auch Moore und Morgan waren in den letzten Wochen wegen unterschiedlicher Problemchen limitiert) erwarte ich mehr Pässe inside auf Westerkamp und TE Cethan Carter, dazu wohl die Swing Passes (ebenfalls bevorzugt auf Westy), mit denen die Huskers in den letzten Wochen recht viel Erfolg hatten.

      4. Huskers Running Game?
      Ein Schlüssel, der lediglich in Klammern steht: Trotz hervorragender Form von RB Terrell Newby wurde gerade in den ersten Hälften viel zu wenig versucht, das Laufspiel zu etablieren. Nach zweidrei unerfolgreichen Versuchen wurde schnell davon abgerückt, selbst wenn Backup QB Fyfe auf dem Feld stand. Bei den Verletzungsproblemen der QBs wäre es durchaus angeraten, wenn sich die Huskers ein auf die Iowa-Philosophie einlassen würden, ein field position game daraus machen und Turnover vermeiden. Leider kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass OC Langsdorf von seiner Passlastigkeit abrücken wird. Die Wildcard des Huskers Running Game könnte true frosh RB Tre Bryant werden, der in den letzten Wochen wieder mehr Spielzeit erhielt.
      Fraglich wird eh sein, wie undersized C Dylan Utter mit DT Jaleel Johnson zurechtkommen wird, der eine Klassesaison spielt. Hat noch einmal einige Pfunde draufgepackt (nun über 300), aber sehr wenig von seiner Quickness verloren. Taugt auch gut als interior passrusher. Ansonsten gehen der Hawkeyes Front 7 traditionell die großen Namen ein wenig ab (auf DE Parker Hesse und Tacklemaschine MLB Josey Jewell ist dennoch zu achten), aber in den letzten Wochen nach der Niederlage gegen Penn State ließen sie erneut wenig zu. Ein typisches Kirk-Ferentz- oder B1G-Team: Laufspiel, harte Defense, diszipliniert, tough, kein Schnickschnack.
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    • Seufz. Was für ein in jeder Hinsicht gebrauchter Abend.

      Was ist noch schlimmer als eine Klatsche? Eine Klatsche gegen ein Team, das den Football spielt, welchen mindestens 80% der Husker-Fans gerne sehen würden. Dominantes Running Game mit zwei verschiedenen Typen RB, Ball control Offense und harte, disziplinierte Defense. Hat Iowa mehr Talent als Nebraska? Wohl eher nicht.
      Ich schrieb es gestern schon im Livethread: Wenn man sich diese Philosophie konsequent zu eigen machen würde, wäre so wahnsinnig viel möglich. Nebraska zieht als Name im Recruiting immer noch ne Ecke mehr als Iowa und selbst als Wisconsin. Aber bei uns träumt man eher von flashy Cali Kids (nichts gegen unsere Recruits, die machen größtenteils einen ziemlich sympathischen Eindruck), die ein spektakuläreres Kurzpass-Spiel in der B1G etablieren.

      Und was war mit Abstand das allerschlimmste? Iowas DT Faith Ekatitie gab nach dem Spiel zu Protokoll, dass er von einem Nebraska Liner rassistisch beleidigt worden sei. Namen nannte er (leider?) nicht. Wer auch immer das war, darf sich von mir aus gerne schnellstmöglich verpissen. Disgusting. Hoffentlich ergreift Riley da - wenigstens intern - die richtigen Maßnahmen.
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    • Steelersfreak schrieb:

      What a statement für die Big Ten Conference dieses Ohio State - Michigan Spiel. :bier:
      Bin absolut hin und weg. In Zeiten von Videospielzahlen ein solch ausgewogenes physisches Spiel, in denen die Defenses eben nicht nur deswegen gut sind, weil auf der anderen Seite ne anämische Offense steht.

      Eines der besten "The Game" überhaupt. Das letzte ähnlich dramatische, bei dem für beide Teams auch ähnlich viel auf dem Spiel stand (im Gegensatz zu etwa 2013), war das #1 gegen #2 Spiel mit Troy Smith und Chad Henne - welches aber deutlich offensivlastiger war.
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    • 12to83 schrieb:

      Badger State schrieb:

      Gibt es eigentlich irgendein Szenario das es Wisconsin doch noch schaffen könnte?
      Die größte Chance bestünde wohl, wenn Penn State nun gegen MSU verliert, dadurch Ohio State ins CG einzieht und dort von den Badgers deutlich geschlagen wird.
      Du bist hier der Collageguru schlechthin. Dein Wort in Gottes Ohr :dafue
      MY NEIGHBOURS LISTEN METAL MUSIC.....IF THEY LIKE IT OR NOT!!! :3ddevil:
    • Badger State schrieb:

      12to83 schrieb:

      Badger State schrieb:

      Gibt es eigentlich irgendein Szenario das es Wisconsin doch noch schaffen könnte?
      Die größte Chance bestünde wohl, wenn Penn State nun gegen MSU verliert, dadurch Ohio State ins CG einzieht und dort von den Badgers deutlich geschlagen wird.
      Du bist hier der Collageguru schlechthin. Dein Wort in Gottes Ohr
      Tss ;)

      Außerhalb der Big Ten wären dazu Niederlagen von Clemson heute oder im ACC CG und/oder von Washington im Pac12 CG von Vorteil (letzteres aber lieber gegen USC als gegen Colorado - die könnten auch noch gefährlich werden mit zwei überzeugenden Siegen heute gegen Utah und dann eben gegen Washington).
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    • 12to83 schrieb:

      Steelersfreak schrieb:

      What a statement für die Big Ten Conference dieses Ohio State - Michigan Spiel. :bier:
      Bin absolut hin und weg. In Zeiten von Videospielzahlen ein solch ausgewogenes physisches Spiel, in denen die Defenses eben nicht nur deswegen gut sind, weil auf der anderen Seite ne anämische Offense steht.
      Eines der besten "The Game" überhaupt. Das letzte ähnlich dramatische, bei dem für beide Teams auch ähnlich viel auf dem Spiel stand (im Gegensatz zu etwa 2013), war das #1 gegen #2 Spiel mit Troy Smith und Chad Henne - welches aber deutlich offensivlastiger war.
      Kann ich nur unterschreiben. Das war ein absolut geniales Football Game, welches mich sehr gut unterhalten hat. Genau solche Games liebe ich. :)
      Excuses are for losers!
    • ekat schrieb:

      leprechaun schrieb:

      1 Stimme Wisconsin
      0 Stimmen Penn State

      Soviel zu den Votes
      und wir regen uns über RanNfl auf :ja:
      Naja, Tipps haben in der Regel ja recht wenig mit Expertentum, Sachkenntnis o.ä. zu tun.

      Schätze sogar, ich würde in einer Liga, in der ich mich null auskenne (MLB, NBA, NHL), besser tippen als im CFB oder in der NFL ;)
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    • Recaps Music City Bowl, Pinstripe Bowl & Orange Bowl

      Ein paar Eindrücke von der Niederlage der Huskers gegen die Vols im Music City Bowl (24-38):

      Ich hatte im Live-Thread einige potenzielle Schlüsselduelle aufgelistet. Das wohl entscheidende Duell war das zwischen All-American DE Derek Barnett und LT Nick Gates. Barnett dominierte Gates (oder bei gelegentlichen Seitenwechseln RT Cole Conrad) nach Belieben und legte die Huskers-O in der ersten HZ fast im Alleingang komplett lahm. Ich habe diese Saison selten einen so dominierenden Liner gesehen, und seine Stats (6 Tackles, 1 Sack) drücken dies nicht einmal ansatzweise aus. Barnett war jeden Spielzug im Backfield, zeigte alles, was man von einem future 1st rounder erwarten kann: Fast get off (man muss sich nur anschauen, wie weit außen sich Gates später aufstellte), speed rush around the corner, violent hands, inside counter etc. Barnett wird sonst ein ruhiges Temperament nachgesagt, in diesem Spiel war er fiery, andauernd am trashtalken und spielte jeden Spielzug, als wäre es sein letzter. Seine Präsenz ermöglichte anderen Vols Rushern (Corey Vereen, Jonathan Kongbo) Big Plays. Am Ende gelang ihm dann doch noch der Sack, mit dem er den School Record von Reggie White toppte. Dass Barnett ein blue chipper ist, war nichts Neues. Mit dieser Performance muss er sich aber nicht vor Myles Garrett und Co. verstecken. Warum OC Langsdorf Gates selten Hilfe durch einen chippenden RB oder TE gab, darf dennoch hinterfragt werden. Warum nicht mehr mit misdirections, counter plays, Screens o.ä. agiert wurde, um Barnett den freien Weg zu QB Fyfe zu erschweren, ebenso...

      Auf der anderen Seite des Balles war es ebenfalls eines der aufgelisteten Duelle, das sich als entscheidend erweisen sollte: QB Josh Dobbs gegen die Huskers LB. Dobbs machte allgemein ein extrem gutes Spiel (und seine Passing Stats wären noch besser gewesen ohne den einen oder anderen Drop der Vols WR), aber der Killer waren seine andauernden Scrambles und designed Runs, insbesondere bei 3rd downs. Insgesamt erlief er 118 Yards bei einem über 10er Average und 3 TDs. Das Tackling war grandios schlecht, die Angles noch mieser (Dedrick Young tat sich da mehrfach besonders negativ hervor). Dobbs war die Saison über immer wieder inkonstant, teilweise wohl auch zurückzuführen auf sein zeitintensiveres Studium: Aerospace Engineer sind dann doch die wenigsten CFB-Player ;) Aber wenn er on ist, dann sieht das verdammt lecker aus.
      Die Huskers D-Line mit schon traditionell wenig Pressure, immerhin hielt sie Alvin Kamara einigermaßen in Schach, hatte aber größere Probleme mit seinem Backup John Kelly, der sehr hart lief.

      Aber auch im Backfield zeigten sich grobe Schwächen, insb. Speedster Josh Malone bekam man nie in den Griff. Malone ist auch aufgrund seiner Größe und Physis ein interessanter Typ WR. Bin mal gespannt, ob er den Sprung in die NFL wagt, könnte sich in einer momentan nicht übermäßig tiefen WR Draftclass auszahlen.
      EDIT: Hat mittlerweile declart. Wahrscheinlich eine gute Entscheidung...

      Positiv hervorheben auf Huskers-Seite kann man letztlich Ryker Fyfe, der im Rahmen seiner Möglichkeiten spielte und die Huskers mit mehreren tiefen Pässen auf insb. Brandon Reilly ins Spiel zurückbrachte. Reilly zeigte ohne Verletzungsprobleme endlich mal wieder sein wahres Potenzial mit schönen highpoint catches, ebenso wie RB Ozigbo, der in der zweiten HZ einige physische Läufe hatte. TE Cethan Carter in seinem letzten Spiel mit einigen guten Blocks, dürfte sicher ein Move-TE-Kandidat mit unterschätzten Blocking Skills für die Pros sein. Ansonsten brauchts dringend Upgrade in den Trenches und eventuell auch im Coaching (bzw. der Philosophie), das haben die letzten Spiele nur zu deutlich gezeigt.


      Und noch ein paar Worte zu anderen ausgewählten B1G-Bowls:

      Pinstripe Bowl: Northwestern - Pitt 31-24

      Wer hätte es gedacht? Die Wildcats gewinnen nicht durch ein Passfeuerwerk gegen Pitts überforderte Secondary, sondern dank Justin Jacksons Career Day mit 224 Rush Yards und 3 TDs. Jackson ist ja schon lange ein kleiner Liebling von mir, daher freut mich seine Leistung gegen eine durchaus nicht schlechte Panthers Rush Defense besonders. Decisive, with authority, gute Vision, aber ausnahmsweise mal gar nicht so unspektakulär wie üblich. Schrieb es ja bereits im Live Thread, wenn er ein weiteres Jahr bleibt, würde ich es begrüßen, aber seinen NFL-Chancen tut das sicherlich nicht gut. Aber viermal in Folge 1000 Yards in der Big Ten wäre natürlich auch eine Riesenleistung – weiß gerade nicht, ob das jemand nach Ron Dayne geschafft hat.

      Die Passing Offense war – gemessen am Gegner – gar nicht so spektakulär, mein anderer NW-Liebling Slot WR Austin Carr wurde nicht wie üblicherweise eingebunden. Aber oft, wenn es drauf ankam, fand Thorson einen seiner WR oder Superback Dickerson.

      In der D profitierten die Wildcats natürlich enorm von den Ausfällen von RB James Conner und QB Nathan Peterman in ihren jeweils letzten Spielen für Pitt. Dem Panthers Running Game fehlte danach die Konstanz, obwohl APB Quadree Henderson immer für ein Big Play gut ist. Die starke Seite der Panthers Line mit Adam Biswonaty und Dorian Johnson konnte die DL um den besten Passrusher Ifeadi Odenigbo komplett kontrollieren, aber Pitt wurden letztlich die Turnover zum Verhängnis. Zunächst der Stop von James Conner bei 4th and goal durch Anthony Walkers diving Tackle, am Ende des Spiels dann zwei INTs von Backup QB DiNucci – eine davon an der GL, nachdem TE Orndorff zuvor einen leichten TD-Pass nicht unter Kontrolle bringen konnte, der den Ausgleich bedeutet hätte. Insgesamt gelangen den starken Safetys der Wildcats drei INTs. Gerade Godwin Igwebuike krönte seine starke Saison mit erneut starkem Run Support und einer weiteren INT in der eigenen Hälfte.

      Jr. MLB Anthony Walker verkündete nach dem Spiel, in die NFL wechseln zu wollen. Fand ihn dieses Jahr längst nicht so dominant wie 2015. Er spielte mit deutlich mehr Gewicht, was aber seine Sideline-to-Sideline-Präsenz und seine Coverage doch ein wenig einschränkte. Dennoch ist „The Franchise“ ein extrem interessanter Spieler, der auch in diesem Spiel zwei Big Plays produzierte: den erwähnten 4th down stop an der GL und einen forced fumble von Henderson tief in Pitts Hälfte.


      Orange Bowl: Michigan - Florida State 32-33

      Ein hochspektakuläres Spiel mit einem wilden 4th quarter, in dem erst Michigan einen 12-Punkte-Rückstand kurz vor Schluss aufholte, dann aber FSU dank eines langen KO-Returns mit unter einer Minute erneut in Führung ging, dann zwar noch eine Defense 2-point-Conversion zuließ, aber den Sieg mit einer INT von QB Speight entütete.

      Michigans Offense kam drei Viertel lang überhaupt nicht in Schwung und schaffte selbst bei einem Drive Start an der gegnerischen 1 (durch einen Muff von WR/PR Nyqwan Murray) nur ein FG. Insbesondere die Noles-Line um Derrick Nnadi und einen absolut fantastischen DeMarcus Walker terrorisierte die O-Line und gab Speight kaum einmal Zeit, seine Feet vernünftig zu setzen. Im Gegensatz zu den Reportern fand ich dessen Leistung gar nicht sooo unterirdisch, da er sich immer wieder stärkstem Druck ausgesetzt sah und mit improvisierten Würfen einige Drives zumindest etwas länger am Leben hielt oder in FG-Reichweite brachte. Die Verletzung von Jake Butt half natürlich auch nicht unbedingt, ein solches Security Blanket wäre sinnvoll gewesen, insb. da Speight es nicht konstant schaffte, den besten WR Amarah Darboh ins Spiel zu integrieren. Das Running Game mit De'Veon Smith kam dank Line und Tackling Machine LB Matthew Thomas überhaupt nicht in Gang, Smith wirkte aber auch weniger decisive als gewohnt. Mit Slasher Chris Evans klappte es später besser.
      Noch ein Wort zu DeMarcus Walker: Eine solche Leistung dürfte die Scouts noch einmal mehr aufmerksam werden lassen. Sowohl als DE als auch inside mit starker Pressure und auch sehr guter Run Defense (4 TFL). Kaum zu stoppender Motor. Als LDE, der in passing situations inside rückt, sicherlich für einige 4-3 Teams eine verlockende Alternative.

      Walker war aber nicht der einzige Star-Liner auf dem Feld. Michigans eigentlich starke Line mit Wormley, Hurst und Glasgow zeigte sicherlich nicht ihre beste Leistung, aber Taco Charlton ragte erneut heraus. Hab den in der zweiten Saisonhälfte etwas intensiver beobachtet und bin extrem begeistert. Prototypische NFL-DE-Size, sehr aktive Hände, anständiger Speed Rush, beweglich für seine Größe, extrem guter Pursuit, kann sich gegen double teams durchsetzen. Der hochgelobte Noles LT Roderick Johnson (der mir nicht besonders gefiel, wirkte sehr plodding) konnte ihn nie kontrollieren, so dass Deondre Francois einige ganz harte Hits einstecken musste. Francois war nicht immer im Rhythmus, einige Würfe ungewohnt off, teilweise aber auch durch starken Druck hervorgerufen, aber bewies Nervenstärke mit dem letztlich entscheidenden TD auf Nyqwan Murray und auch einige Key Runs zuvor.

      Der Ausfall von Jabrill Peppers erwies sich für die Wolverines D als (wohl) entscheidend. Öfter kam es zu entscheidenden Missverständnissen in den Coverage Assignments, die u.a. in Nyqwan Murrays langem TD mündeten (als CB Jourdan Lewis Zone spielte, aber hinter ihm kein Safety die Go-Route übernahm). Außerdem konnte durch Peppers‘ Fehlen RB Dalvin Cook aus dem Backfield immer wieder in Mismatches gegen einen LB gestellt werden (oft Ben Gedeon). A propos Cook: Die Wolverines D hielt ihn nach dem ersten Drive eigentlich zumindest halbwegs unter Kontrolle und sorgte für eine negative Läufe. Aber diese Acceleration auf den ersten Metern ist einfach so unfassbar gut (und smooth), dass er auch in diesem Spiel kleine Lücken sofort für Big Plays ausnutzen konnte. Der 70+ Run bei 3rd and 22, als Michigan gerade durch ein Pick6 wieder auf 5 Punkte heranrückte und das Momentum für FSU verloren war, dürfte (trotz des späteren Comebacks der Wolverines) der Spielzug des Spiels gewesen sein. Wurde die erste Verteidigungslinie durchbrochen, war es kaum möglich, ihn zu stoppen. Fand es nach den Diskussionen um McCaffrey und Fournette ganz stark, dass er sich dem Bowl (und damit auch dieser Defense!) gestellt hat. Ist natürlich ein wenig abhängig davon, ob es noch medizinische Fragezeichen bei seiner Schulter gibt, aber für mich der #1 RB dieser Class.

      Habe bestimmt noch einiges vergessen, was ich gestern unbedingt erwähnen wollte – wenig überraschend bei einem so ereignisreichen Spiel. Aber das solls fürs Erste gewesen sein, alles weitere nach den nächsten Bowl Games :)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 12to83 ()

    • 12to83 schrieb:

      Seitdem @maruso mich nach Banderas fragte, spielt dieser groß auf und ist im Vergleich zum Beginn der Saison nicht wiederzuerkennen. Aktiv zum Hole, nimmt den RB auf, meist sicheres Tackling (seine große Schwäche zuvor)
      Ich sollte wohl keine Spiele von den Huskers allgemein bzw. Banderas im speziellen gucken (OK, letzteres hat sich ohnehin erledigt)... :tongue2: Im Music City Bowl ist mir Banderas erneut ausnahmslos durch schlechtes Tackling (Angles - was ist das?!?) aufgefallen. :madness

      Aber da sieht man mal wieder wie wichtig eine gewisse Sample Size beim "Scouten" ist. Würde ich nur nach den von mir gesehen Spielen gehen, könnte man meinen er sei die Oberwurst schlechthin. Wenn ich deine Eindrücke dann aber lese, und diese Meinung hin und wieder in Game Recap Artikeln wiederfinde, dann ist er insgesamt wohl doch nicht sooo mies wie es für mich dank der (nicht einmal) Handvoll Spielen die ich von ihm gesehen habe scheint.
      .... Suck again 2017.... :help
    • Ui, überraschende Entwicklungen in Lincoln: Der als extrem loyal geltende Mike Riley hat nach der Entlassung des ST-Coaches Bruce Read am Ende der Saison nun seinen laaangjährigen DC Mark Banker (mit dem er - von einem Jahr abgesehen - seit 1996 zusammenarbeitete) entlassen, dazu DB-Coach Brian Stewart und Ryan Gunderson (director of player personnel).

      Sind für mich durchaus nachvollziehbare Entscheidungen (insb. Banker war ein wenig überfordert, und es mangelte doch oft an in-game adjustments), aber damit hätte ich nach nur zwei Jahren niemals gerechnet bei Rileys Background. Mal schauen, ob er sich nun einen Hochkaräter ins Boot holt - etwas, was eigentlich bei seinem Antritt 2015 erwartet worden war. Nimmt er den gestiegenen Druck wahr? Who knows...
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    • cmunicorn schrieb:

      was maacht ein Director of Player Personel im College Football?
      Beantworte das mal mit einem Direktzitat von der HP:

      Huskers.com schrieb:

      Gunderson is in charge of roster management and overseeing the recruiting and evaluation process, including maintaining a recruiting database, developing communication plans with prospective student-athletes, managing social media and assisting coaches with recruiting efforts for the football program.
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    • Nebraska besetzt die freigewordene DC-Stelle neu mit Ex-Irish-DC und Ex-UConn-HC Bob Diaco. Auch nach ausgiebigerer Recherche kann ich mich nicht so ganz mit der Personalie anfreunden, lasse mich aber gerne positiv überraschen. Diaco wird wohl eine 3-4 installieren - und so gerne ich diese Defense aus der Zeit mochte, als nur noch die Bills und die Steelers sie liefen, aber zu Nebraska gehört gefühlt einfach eine 4-Mann-Front (gut, das sage ich jetzt aus meiner Historie, wäre ich in den 80ern Fan geworden, hätte ich ja noch die 5-2 kennengelernt ;) ).
      Verändert fürs Roster und im Recruiting natürlich einiges. Hätte mir diese zusätzlichen Probleme an Stelle von Riley wohl eher nicht ins Boot geholt, aber warten wirs ab...


      Und ein ganz spätes Edit: Tyjon Lindsey :bounce: (auch wenn ich immer noch von Joseph Lewis träume)
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