Cleveland Browns Preview 2016

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    • Cleveland Browns Preview 2016

      Season-Preview 16-17 Cleveland Browns

      Rückblick auf 2015

      Aus Sicht der Browns-Fans würde man diese Saison gern ganz schnell vergessen. Um das Desaster in Zahlen auszudrücken:

      Offensive-Stats:
      • 3-13 Record, davon 1-5 in der eigenen Division
      • 17,4 Points per Game – Platz 30 in der NFL
      • Turnover-Ratio -9 – Platz 28
      • Passing-Offense Platz 20
      • Rushing-Offense Platz 21
      Defense-Stats:
      • 379 Yard per Game zugelassen (Platz 27)
      • 27 Points per Game zugelassen (Platz 29)
      • 29 Sacks in der gesamten Saison (Platz 28)
      • 128,4 Rushing Yards zugelassen (Platz 30)
      • 250.8 Yards Passing zugelassen (Platz 22)
      Kurz gesagt – eine einzige Katastrophe, gekrönt von den Eskapaden des Erstrundenpicks von 2014 – Johnny Manziel. Keine Frage – so durfte es nicht weiter gehen…

      Der Umbruch à la Moneyball

      Die logische Konsequenz nach der Katastrophensaison – Head Coach Mike Pettine wird nach zwei Jahren und einem 10-22 Record entlassen. Zudem muss auch GM Ray Farmer seinen Posten räumen – wenig überraschend nach den desaströsen Draft-Entscheidungen um Johnny Manziel, Justin Gilbert (#8 overall) oder dem Signing von WR Dwayne Bowe, der letztlich für 5 Catches und 53 Yards stolze 12,5Mio. Gehalt kassierte.

      Der Umbruch war beschlossen – die neue Ausrichtung kann mit einem Wort (sehr überspitzt) zusammengefasst werden: MONEYBALL. Im Januar verpflichtete man den Analytics-Experten Paul dePodesta von den New York Mets (ja nicht die Jets – sondern das Baseball-Team) als Chief Strategy Officer. Die Mission ist klar – weg von verblendeten Draft Picks wie Johnny Football hin zu statistikbasierten, opportunistischen Entscheidungen. Zusammen mit dem neuen GM Sashi Brown soll ein neues Roster langfristig aufgebaut werden. Diese neue Strategie wurde beim Draft deutlich sichtbar.

      Der Draft – oder auch „Give me some Picks“

      Dank des 3-13 durfte man an Nr.2 wählen – bei zwei vielversprechenden College-QB´s nach guter alter Browns-Tradition eigentlich keine Frage, dass man davon den zukünftigen Franchise-QB wählt (und vermutlich davon genau den einen Draft-Bust erwischt) – doch falsch gedacht. Man verpflichtete bereits vor dem Draft den aus Washington entlassenen Robert Griffin III für vergleichsweise kleines Geld. Ein Risiko, doch mit Josh McCown hat man einen erfahrenen Game-Manager in der Hinterhand – und RG3 hat zweifellos jede Menge Upside, wenn er an seine phänomenale Rookie-Saison von 2012 auch nur ansatzweise anknüpfen kann. Nachdem die Titans den Nr.1-Pick an die Rams verkauften, entschied man sich den Nr.2-Pick an die Eagles zu verkaufen – und bekam dafür wertvolle zukünftige Picks (1st in 2017, 2nd-Rounder in 2018). Doch damit nicht genug – während des Drafts tradeten die Browns noch weitere Male und sicherten sich so auch noch einen zusätzlichen 2nd-Rounder der Titans in 2017 und weitere Picks im diesjährigen Draft. Durch diese Taktik erhielten die Browns insgesamt 14 (!) neue Rookies.

      • WR Corey Coleman(first round, 15th overall)
      • DE Emanuel Ogbah (second round, 32th overall)
      • DE Carl Nassib (third round, 65th overall)
      • OT Shon Coleman(third round, 76th overall)
      • QB Cody Kessler(third round, 93rd overall)
      • OLB Joe Schoebert (fourth round, 99th overall)
      • WR Ricardo Louis(fourth round, 114th overall)
      • S Derrick Kindred(fourth round, 129th overall)
      • TE Seth de Valve (fourth round, 138th overall)
      • WR Jordan Payton(fifth round, 154th overall)
      • OT Spencer Drango(fifth round, 168th overall)
      • WR Rashad Higgins (fifth round, 172nd overall)
      • CB Trey Caldwell (fifth round, 172rd overall
      • LB Scooby Wright III(seventh round, 250th overall)



      Die Verjüngungskur wurde bereits vorab eingeleitet. Die namhaften Abgänge waren entweder Ü30, passten nicht in die neue Ausrichtung, oder wollten schlicht weg von der Franchise. Von den Abgängen sind insgesamt 6 Starter zu ersetzen, davon der Pro-Bowl-Center Alex Mack, zudem einen der am besten bewerteten RT mit Schwartz, sowie den Top-WR-Receiver der letzten Saison (Benjamin). Die namhaftesten Abgänge waren:

      • C Alex Mack (30) @ Atlanta Falcons
      • OT Mitchell Schwartz (27) @ Kansas City Chiefs
      • S Donte Whitner (31) unsigned FA
      • DL Randy Starks (32) unsigned FA
      • LB Craig Robertson (28) @ New Orleans Saints
      • QB Johnny Manziel (23) unsigned FA
      • S Tashaun Gipson (26) @ Jacksonville Jaguars
      • LB Karlos Dansby (34) @ Cincinnati Bengals
      • WR Travis Benjamin (26) @ San Diego Chargers
      • WR Dwayne Bowe (31) unsigned FA


      Dafür begrüßen wir unter anderem folgende neue Spieler:

      • QB Robert Griffin III (26, Washington Redskins)
      • LB Demario Davis (27, New York Jets)
      • S Rahim Moore (26, Houston Texans)
      • LB Justin Tuggle (26, Houston Texans)
      • OLB Jackson Jeffcoat (24, Washington Redskins)
      • OT Alvin Bailey (24, Seattle Seahawks)
      • CB Eric Patterson (23, St.Louis Rams)
      • CB Jamar Taylor (25, Miami Dolphins)
      Was ist auffällig? Man verpflichtete keine großen Namen für großes Geld, sondern mehrheitlich „gescheiterte Spieler“. Egal ob RG3, Jamar Taylor, Alvin Bailey oder Rahim Moore – es fällt auf, dass sich fast alle Neuverpflichtungen beim vorherigen Klub nicht durchsetzen konnten, beziehungsweise nicht komplett überzeugen konnten. Die Neuausrichtung geht also eindeutig über den Draft und weniger über Free-Agent-Verpflichtungen (zumindest in dieser Off-Season).
      In Hue we believe.

      Der vielleicht größte Hoffnungsträger des Umbruchs ist der neue Head-Coach. Hue Jackson (50) soll es richten. Es ist erst sein zweiter Job als Head-Coach – bei den Oakland Raiders wurde er nach nur einer Saison entlassen, obwohl sein Record mit 8-8 keinesfalls komplett enttäuschte. Bekannt dürfte er auch dafür sein, dass er QB´s aufbauen kann – etwas das er bei den Browns zweifellos auch schaffen muss. Seine Vita liest sich vielversprechend mit dem Aufbau von Joe Flacco (2008, Ravens) und Andy Dalton (2012-2015, Bengals) zu mehr als passablen QB´s. Seine positive Energie ist sein Markenzeichen – ein Coach der leidenschaftlich trainiert und selbiges von den Athleten erwartet. Einen größeren Gegensatz zum vorherigen Coach Mike Pettine könnte es kaum geben. Ihm assistieren unter anderem ein altbekannter Defensivcoach mit Ray Horton, der schon 2013 die Defense koordinierte, sowie Pep Hamilton (Offensive Coordinator, vorher Indianapolis Colts).
      Training Camp – feeling the Energy…

      Seit Day 1 ist klar – hier weht ein neuer Wind (und das nicht nur wegen des miesen Wetters der ersten Tage). Aus dem Camp sind größtenteils positive Schlagzeilen zu hören. Die wichtigsten Erkenntnisse sind folgend zusammengefasst:

      • RGIII mit Auf und Ab: Von Anfang an ist klar, dass Hue Jackson auf Griffin setzt. Zusammen mit dem QB-Coach werden die Basics neu eintrainiert. Es gilt Sicherheit zu gewinnen – und Fortschritte sind klar erkennbar. Noch vor dem ersten Preseason-Game wird er zum Starter ernannt.
      • Hue Jackson betont die Bedeutung des Running-Games: Die noch unsichere QB-Situation macht das auch notwendig. Die RB´s Crowell und Duke Johnson sind gefordert – und hinterlassen positive Eindrücke. Der große schwarze Fleck: Crowells Social Media Aussetzer um die Polizistenmorde in Dallas. (Link zum Vorfall)
      • Die WR machen richtig Spaß: 1st-Round-Pick Coleman besitzt Superstar-Potential und wird der klare WR1 (zumindest bis Josh Gordon zurückkehrt), Terrelle Pryor scheint die Transition vom QB endgültig geschafft zu haben und ist die größte positive Überraschung des Camps. Auch die anderen Rookies wie „Hollywood Higgins“ deuten Potential an, mit dem sich arbeiten lässt.
      • Defensiv-Sorgen: Ohne Pads hat die Defense naturgemäß Probleme. Dennoch wird schnell klar, dass sowohl der Pass-Rush, als auch die Cornerback-Situation problematisch werden könnte. Justin Gilbert (1st Rounder von 2014) überzeugt immer noch nicht. Nach der schweren Verletzung von D.Bryant müssen die Rookies schon früh in Starter-Rollen und für Druck sorgen.
      • Keine feste O-Line: Joe Thomas (LT), Bitonio (LG), Cam Erving (C), und John Greco (RG) haben ihre Plätze sicher. Die RT-Position dagegen ist hart umkämpft und zweifellos der Schwachpunkt. Alvin Bailey (von den Seahawks), Austin Pasztor, sowie die Rookies Shon Coleman und Spencer Drango liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das wohl erst in den Preseason-Games entschieden wird.
      • Flexibility: Unter Hue Jackson und RGIII wird klar – es wird deutlich kreativer und spektakulärer, was die Spielzüge angeht. Trick-Plays, Read-Options, Screens etc. beleben das Offensiv-Spiel und machen die Offense unberechenbarer.


      Der Blick in die Glaskugel: Den Browns gehört die Zukunft – aber nicht die Gegenwart…

      Eine Franchise am Anfang des Wandels – da kann nicht alles rosarot sein. Laut den Experten-Prognosen schneiden die Browns fast in allen Kategorien auf den letzten Plätzen ab: QB, Defense, Offensive Triplets…die Buchmacher aus Las-Vegas geben den Browns 4 Siege in dieser Saison. Was sollten daher realistische Erwartungen an ein Team sein, dass voraussichtlich auf den Skill-Positions QB, WR, DE und S generalüberholt ist?

      Hue Jackson wird klar sein, dass dies Zeit braucht – dennoch soll die Siegermentalität schnell her. Schon bei Dienstantritt im Januar sagte der Headcoach:

      'We're chasing greatness; we want to go to the Super Bowl -- and win'

      Jedem realistischen Browns-Fan ist jedoch klar: Schon eine 7-9 oder 6-10 Saison alles andere als schlecht wäre. Die Ziele sind abseits von der reinen Bilanz zu suchen:
      • ENDLICH Konstanz auf der QB-Position
      • Jimmy Haslam sei Geduld geschenkt
      • Fortschritte in der Defense: Vor allem gegen den Run gilt es die katastrophalen Leistungen zu verbessern
      • Die Skill-Positionen entwickeln: Auch wenn das in der Feststellung endet, dass im aktuellen Roster auf diesen Positionen kein ausreichendes Potential besteht (zum Beispiel bei den Cornerbacks). Dafür sind zukünftige Drafts dank der vielen Picks ein probates Mittel. Es gilt daher auch frühzeitig diese Schwachstellen zu finden und durch exzellentes Scouting in den nächsten Drafts zu eliminieren.


      Was lässt der Schedule zu?

      WeekGameWinning ChanceOptimistische Prognose
      1@ Eagles50 %1-0
      2vs. Ravens55 %2-0
      3@ Dolphins40 %2-1
      4@ Washington35 %2-2
      5vs. Patriots20 %2-3
      6@ Titans50 %3-3
      7@Bengals30 %3-4
      8vs. Jets40 %4-4
      9vs. Cowboys45 %5-4
      10@ Ravens40 %5-5
      11vs. Steelers40 %5-6
      12vs. Giants40 %5-7
      13BYE--
      14vs. Bengals50 %6-7
      15@ Bills45 %6-8
      16vs. Chargers60 %7-8
      17@ Steelers30 %7-9


      Die Bewertungen sind natürlich subjektiv und auch nur ansatzweise realistisch, wenn RGIII überzeugt (und unverletzt bleibt), das junge WR/RB-Corps für Furore sorgt und die Defense das Team zumindest im Spiel hält. Dazu müssten die Browns auch alle Spiele gewinnen, die ich persönlich als 50-50 ansehe. Speziell der Start ist recht optimistisch. Hier darf gern diskutiert werden, wie ihr die Chancen der Browns einschätzt.

      Abschließend folgt eine zusammenfassende Analyse der Stärken und Schwächen der Cleveland Browns:

      Stärken

      • Der Receiving-Corps: In der letzten Saison noch undenkbar – sind die Receiver diese Saison wohl der spannendste und aussichtsreichste Teil. Corey Coleman deutet ein riesiges Potential an, Josh Gordon arbeitet auf ein Comeback, Terrelle Pryor kann mit seiner Größe und Athletik eine Waffe sein. Mit Barnidge hat man dazu einen TE, der bereits letzte Saison trotz katastrophaler QB-Situation fast 1000Yards produzierte. Nicht zu vergessen ist Duke Johnson, der RB ist mit starken Händen eine zusätzliche Anspielstation.
      • The Coaches: Es sagt einiges aus, wenn die Coaches hier genannt werden (müssen) – aber ein Großteil der Hoffnung beruht auf Hue Jackson und Co. Mit Al Sanders hat man einen der besten WR-Coaches. Ray Horton gehört zu den besseren Defensive-Coaches, dem schon Head-Coach-Potential nachgesagt wird
      • Die O-Line: Vor einem Jahr hatte man mit Alex Mack und Mitchell Schwartz noch eine Top-5-Offensive-Line, zumindest was das Renommee angeht. Cam Erving muss als Center liefern. Die RT-Position macht Sorgen. Ansonsten ist dank Joe Thomas und Co. die O-Line einer der stärkeren Mannschaftsteile. Das ist auch wichtig, um RG3 vor zu viel Pressure zu bewahren und dem Running-Game eine Chance zu geben.
      • Running-Game: Das Duo Crowell/Johnson ist zweifellos kein Top-Duo, dennoch ist das Running-Game eher eine Stärke als Schwäche. Hinter einer starken O-Line sollten sich Räume bilden. Beide Backs zeigten schon letzte Saison gute Ansätze, sollte die Entwicklung so weitergehen kann man hier einiges erwarten.


      Die offensichtlichsten Schwächen:

      • Defensive Backs: Joe Haden noch verletzt (grad frisch aktiviert von der PUP), Justin Gilbert aktuell eher ein Cut-Kandidat, T.Williams nach einer Katastrophen-Saison und über 30 dennoch wahrscheinlich ein Starter. Es sieht nicht gut aus. Die starken Leistungen der WR im Camp sind letztlich auch nur durch die mäßigen Leistungen der Defense möglich. Gegen den Pass wird es ganz schwer – zumal Top-Passing Teams wie die Steelers, Patrionts, Redskins, Giants oder Chargers auf der Schedule häufiger auftauchen.
      • Pass-Rush: Wieder die Defense – und diese beiden Probleme hängen zusammen. Ray Horton (DC) antwortete nach den ersten Tagen im Camp auf die Frage von Reportern, wo der Pass-Rush herkommen soll: „Honestly, I don´t know.“ Es wird nach der Verletzung von D.Bryant neben einem Paul Kruger nur über die jungen Wilden gehen können. Ogbah, Nassib, Orchard oder Cooper geben Hoffnung – aber nicht mehr. Extrem viel QB-Pressure ist von den Browns nicht zu erwarten – leider.
      • QB: Ich schreibe das ungern, aber aktuell muss man diese Position noch als Schwachpunkt nennen. RG3 muss liefern. Die Berichte vom Camp zeigen, dass die Accuracy längst noch nicht ideal ist. Dazu kommt die Verletzungsanfälligkeit. Zumindest hat man mit McCown einen erfahrenen QB in der Hinterhand, Rookie Cody Kessler scheint dagegen zwar sehr gut in der Accuracy zu sein – dafür fehlt ihm jedoch noch deutlich die Awareness.
      • Run-Stoppage: Die Defense bleibt das größte Sorgenkind. Die Statistiken zeigten, dass man das gegnerische Running-Game kaum stoppen konnte. Ob das in dieser Saison besser wird ist zu hoffen – Zweifel bestehen jedoch weiter. Die Hoffnungen ruhen daher auf DC Ray Horton, sowie den Neuzugängen um Demario Davis, sowie auf schlichten Weiterentwicklungen der jungen Defensivspieler.
      Das Fazit: It´s about becoming great – not being great right now.

      Die Browns können kaum schlechter als die Erwartungen der Experten sein. Es gilt den Umbruch weiter zu gestalten – und dafür braucht es Konstanz um das Front-Office und das Coaching-Team. Man hat jede Menge junge, talentierte Spieler im Roster, die obwohl sie noch sehr roh sind, schon dieses Jahr reichlich Erfahrung sammeln werden. In den nächsten Jahren hat man jede Menge starker Draft-Picks – und spätestens 2018 sollte der Umbruch Früchte tragen. Geduld ist eine Tugend als Browns-Fan bei diesem spannenden Projekt.


      Ich würde mich freuen, wenn ihr fleißig diskutiert, Fehler anmerkt (ich bin noch nicht sooo lang Football-Fan und lerne immer gern dazu) und eure Einschätzungen äußert. Also - wie sieht ihr die Entwicklung der Browns in 2016? Da ich vieles noch vor dem ersten Preseason-Game geschrieben habe, gilt es zudem Updates nach den Erkenntnissen der Spiele einfließen zu lassen.

      Beste Grüße,
      Mike

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    • Hier noch die genauern Betrachtungen zu den einzelnen Mannschaftsteilen:


      Das Team

      Quarterbacks
      Robert Griffin III ist seit dem 8.August offiziell der Starter für die neue Saison. Fraglos ein QB mit extremer Upside, aber auch ein Risiko. In Washington überzeugte er nur in seiner Rookie-Saison. Nach seiner Knieverletzung konnte er bislang nicht an alte Leistungen anknüpfen. Das Knie ist laut mehreren Aussagen wieder bestens. Fragen bestehen besonders bezüglich seiner Awareness und Entscheidungen unter Druck. Die Basics werden daher neu trainiert - unter anderem mit kuriosen Einheiten (siehe Link.)
      Als Backups dienen Josh McCown (37) und der Rookie Cody Kessler (23). Mit McCown hat man einen souveränen QB, der im vergangenen Jahr zumindest noch zahlenmäßig überzeugte (2109 Yards, 12TD´s bei 4 INT´s). Die kurzzeitigen Trade-Gerüchte nach Dallas sind scheinbar zunächst vom Tisch. Das ist auch besser so – denn für Cody Kessler scheint es noch zu früh. Der Rookie von der USC, der überraschend in der 3. Runde gedraftet wurde, gilt als der persönliche Wunsch von Hue Jackson. Kessler bringt eine starke Accuracy mit (in allen 3 Jahren im College über 65% Completion und nie mehr als 7 INT´s pro Saison). Sein Arm ist jedoch nicht der Stärkste. Problematischer ist seine Awareness – im Training Camp hätte es reichlich Sacks gegeben, die Kessler nicht kommen sah. Ansonsten hinterlässt Kessler mit seinem enormen Lernwillen einen positiven Eindruck und sollte das Team als Nr.3 packen. Austin Davis (27) kämpft mit Kessler um den dritten QB-Spot im Roster – allerdings eher mit Außenseiterchancen.

      Running Backs
      Die Browns gehen mit dem Duo des Vorjahres in die neue Saison. Keine Überraschung sagte Hue Jackson über das die beiden: "Those two are as good as I've seen in a while." Starke Worte nachdem er im letzten Jahr noch Jeremy Hill und Giovani Bernard in seiner Offense hatte. Isaiah Crowell hat den gewaltigen Shitstorm nach seinem Social Media-Fauxpas hinter sich lassen können und wird mit seiner Physis primär für die ersten Downs eingesetzt werden. Das Big-Play-Potential bringt meiner Meinung nach eher Duke Johnson mit. In der Rookie-Saison hatte er als RB tatsächlich die zweitmeisten Touches aller Rookies nach Amari Cooper. Duke stellt für den QB eine weitere wichtige Anspielstation dar. Auf das Duo kann man gespannt sein – Crowell kann man nach zwei Seasons mit je ca.700Yards mehr zutrauen, während Duke für Screen, Tosses und Outside-Runs eine echte Waffe darstellt. Dahinter bildet sich zwischen Raheem Mostert und Terelle Watson ein Duell um wenige weitere Snaps.

      Wide Receiver
      4 (!) Rookies wurden im Draft für diese Position gepicked – und das war auch notwendig, nachdem man im vergangenen Jahr die vielleicht schlechteste WR-Truppe der Liga stellte. Nachdem von dieser ohnehin schon dünnen Truppe auch noch der vermeintliche Top-Receiver nach San Diego ging, musste etwas passieren. Und das Resultat ist durchaus beeindruckend. Corey Coleman begeistert alle im Camp und wird von seiner Art bereits mit Steve Smith verglichen. Ende Juni dann eine Nachricht, mit der man nicht unbedingt rechnen konnte – Josh Gordon darf wieder für die Browns spielen nach seiner unrühmlichen Drogen-Suspendierung, die ihn fast 3 Jahre seiner Karriere kostete. Gordon bringt zweifellos riesiges Potential mit und könnte mit RG3 und Coleman ein spektakuläres Baylor-Triplet bildet – WENN er denn clean bleibt UND zu alter Form findet. Mit 26 ist er im besten Alter, eine Verletzung hält ihn bis heute aber noch vom Training Camp fern. Bis Week 5 ist Gordon ohnehin noch gesperrt – bis dahin wird das WR-Duo wahrscheinlich aus C.Coleman und T.Pryor bestehen. Genau – jener Pryor der als QB in die NFL kam und seit zwei Jahren zum WR umlernt, scheint tatsächlich auf dem Weg zum Starter zu sein. Pryor bringt eine enorme Athletik (Sprungkraft) und Schnelligkeit bei richtig guter Körpergröße (1,93) mit, die ihn in der Red-Zone zu einer Waffe machen. Die Rolle des Slot-Receiver scheint zunächst auf Routiner Andrew Hawkins (30) zu fallen, den viele noch als möglichen Cut-Kandidaten gesehen haben. Von den anderen Rookies scheint „Hollywood“ Higgins am nächsten an den Startern zu sein.

      Tight Ends
      Gary Barnidge war der Go-To-Guy des vergangenen Jahres: 1043 Yards und 9 TD´s bedeuteten die stärkste Saison für den 30-jährigen. Auch dieses Jahr dürfte er reichlich Yards sammeln – spannend wird es zu sehen, ob er die phänomenale Saison trotz verletzungsgeplagter Off-Season wiederholen kann. Gary ist unumstritten TE-Nr.1 Dahinter ist ein interessanter Kampf um die Nr.2 entfacht. Connor Hamlett, unsigned Free Agent noch vor einem Jahr, sorgt für mächtig Furore und ist mit 2,00m und gigantischen Händen ein klarer Red-Zone-Kandidat. Mit ihm konkurrieren E.J.Bibbs und Randall Telfer um den zweiten TE.

      Offensive-Line
      Die O-Line verlor mit Alex Mack einen Pro-Bowl-Center und Mitchell Schwartz einen der notentechnisch besseren NFL-Tackle. Cam Erving wird der neue Starting Center in seiner zweiten Saison – und muss sich nach schwacher Rookie-Saison als Guard steigern. Die Rückkehr auf die Center-Position sollte ihm besser liegen, jedoch ist Erving zweifellos ein Downgrade zu Alex Mack und könnte zu einem echten Problem werden. Die Position des Right Tackle ist noch völlig offen – kein gutes Zeichen. Sowohl Bailey (von den Seahawks), Pasztor, als auch die Rookies Shon Coleman und Spencer Drango durften mehrere Einheiten mit dem First Team absolvieren. Eine Entscheidung ist erst durch die Preseason-Games absehbar. Fest steht jedoch – das einstige Prunkstück O-Line ist brüchiger geworden, auch wenn mit Joe Thomas, Bitonio und Greco noch jede Menge Qualität vorhanden ist. Speziell Joe Thomas muss man an dieser Stelle huldigen – im Training Camp verbringt er jede Menge Zeit mit den Rookies und Neulingen – absolut vorbildlich. Chapeau.

      Defense

      “We’ve got a long runway,” Horton said on Thursday. “It’s not like we’ve got to get off the ground right now.”
      “And I want us to have guys that are interchangeable … somebody said, ‘Well you’re a 3-4, would you be a 4-3?’ Sure, I would if I can win. So we’re going to be an ever-changing defense until we find out what we do best and put the players in that position.”

      Diese beiden Aussagen vom DC Ray Horton zeigen bereits, was man erwarten kann von der Browns-Defense. Keine Frage – die Browns werden aller Voraussicht nach keine Top-15-Defense stellen. Zu groß sind die Probleme aus der Vergangenheit, zu viele wichtige Positionen sind noch große Fragezeichen und letztlich gibt es in der Defense kein echtes Aushängeschild, keinen klaren Leader, an dem sich das junge Defense-Team orientieren kann. Nun erfolgt ein Blick auf die Einzelpositionen

      Defensive Line
      Die Starting-Position des Nose-Tackles sollte eigentlich Danny Shelton (22) innehaben. Der Nr.12-Pick von 2015 startete in 15 von 16 Spielen, produzierte aber nur 36 Tackles (davon 17 Assisted) und keinen Sack. Überzeugend ist anders – jedoch hat Shelton in der Offseason satte 30 Pfund abgespeckt und sollte so wieder athletischer agieren können. Größter Konkurrent ist Jamie Meder (25), der durch seine Leistungen im Training Camp und ersten Preseason-Game Druck auf Shelton macht. Meder kam bereits im letzten Jahr auf 33 Tackles und somit auf eine ähnliche Production wie Shelton bei weniger Snaps. Ob Shelton in seiner zweiten Saison zum 3-Down-Starter wird bleibt abzuwarten – aktuell scheint es eher auf eine ähnliche Rotation wie im letzten Jahr hinaus.
      Die Rollen bei den Defensive-Ends wurden durch die schwere Brustmuskel-Verletzung von Desmond Bryant deutlich offener. Der Leader in Sacks (mit 6,5) fällt wohl die gesamte Saison aus. Wer bleibt? John Hughes III (27) gilt als Starter, auch wenn er aktuell aus persönlichen Gründen nicht beim Team ist. Ein klarer Run-Stopper, seine sonstige Production ist mit 5,5 Sacks in 53 Spielen nicht prickelnd. Spannender ist da Xavier Cooper (24), der in seiner zweiten Saison den Durchbruch schaffen will. Sein Potential deutete er im letzten Teil der Saison an – sein größtes Problem ist das Spiel gegen den Run (klassisch Browns eben). Carl Nassib (Rookie, 23) kann den lang ersehnten Pass-Rush eventuell beleben. Seine Production im College ist beeindruckend (15,5 Sacks letzte Saison + 19,5 Tackles for Loss) – sollte er den Sprung in die NFL schnell schaffen kann man hier tatsächlich auf deutlich mehr QB-Pressure hoffen. Aber als Rookie muss man natürlich die Erwartungen nicht zu hoch halten.
      Emanuel Ogbah (Rookie,22) ist je nach System auch noch zu den Defensive-Ends zu zählen und ebenfalls ein Hoffnungsträger für den Pass-Rush. Der Mann von der Oklahoma-State kam als Nr.3-Pass-Rusher des diesjährigen Drafts, während er gegen den Run nur durchschnittlich agierte. Ray Horton lies bisher offen, ob Ogbah primär als DE oder doch als Outside-Linebacker eingesetzt werden soll.

      Linebackers
      Die weiteren Kandidaten für die zwei Position des Outside Linebacker sind Paul Kruger, Nate Orchard, Barkevious Mingo, Joe Schobert und Cam Johnson. Kruger (30) scheint dabei als Starter gesetzt, der Veteran muss jedoch eine deutliche Steigerung zeigen, wenn er über diese Saison hinaus noch ein Brown bleiben will. Mit nur 2,5 Sacks zeigte er die schwächste Karriereleistung – nimmt jedoch eine wichtige Führungsrolle für die jungen Kollegen ein. Die große Hoffnung liegt daher auf einen Turnaround mit Leistungen wie in 2014 (11 Sacks). Mingo (25) schafft diesen Turnaround vielleicht nie. Die 5th-year-option zogen die Browns im Mai nicht, was bedeuted, dass dies wohl seine letzte Chance in Cleveland ist. Mit 25 Pfund weniger auf den Hüften ist er eventuell schneller und athletischer – ein Starting-Job ist aktuell nicht in Aussicht. Es scheint daher nicht ausgeschlossen, dass man das Kapitel Mingo (Nr.6 overall in 2013) spätestens nächste Offseason endgültig abschließt. Nate Orchard (23) gilt mit Ogbah als Favorit auf den zweiten Starter Job neben Kruger. Im Dezember zeigte Orchard erste gute Plays (Interception, 3 Sacks). Vermutlich wird sich Orchard viele Snaps mit Ogbah teilen. Schobert wurde von vielen eher innen vermutet, im Training Camp erhielt der Rookie jedoch viele Trainingseinheiten als OLB.

      Inside Linebacker: Beide Starter der Vorsaison sind weg: Veteran Karlos Dansby geht zu Bengals und Craig Robertson zu den Saints – dafür kommt Demario Davis von den Jets. Das große Problem die gegnerischen Running Backs zu stoppen – es liegt auch an dieser Position. Mit D.Davis kommt ein ausgewiesener Run-Stopper von den Jets. Neben ihm wird Christian Kirksey starten, der bereits in den letzten zwei Jahren Spielzeit sammeln konnte und nun mehr in den Fokus rückt als Full-Time-Starter. Zwei weitere ILB wird es geben – die Frage wird spannend, ob die Coaches hierbei auf die Erfahrung von Justin Tuggle und Tank Carder setzen, oder den jungen Wilden Scooby Wright III und Domenique Alexander eine Chance geben, von denen man im Camp überwiegend Gutes hört.

      Defensive Backs
      Der Blick auf Cornerbacks macht Sorgen. Die Passing-Defense war im vergangenen Jahr für Browns-Verhältnisse nicht mal soooo schlecht (Nr.22) – jedoch bestehen auch hier viele Fragezeichen. Starter dürften Joe Haden (27) und Tramon Williams sein (33). Haden wird zwar wie ein Shutdown-Corner bezahlt (67,5 Mio. über 5 Jahre), ist den Beweis jedoch noch schuldig geblieben. Nach nur 5 (eher desolaten) Spielen und 2 Gehirnerschütterungen war seine Saison beendet. Nach einer Knöchel-Operation verpasste er alle bisherigen Trainingseinheiten in den OTA´s und dem Camp. Seine Entwicklung ist ein riesiges Fragezeichen und wie bei vielen gilt: Potential ja, aber ob er das auf den Platz bringt ist fraglich. T.Williams war vergangene Saison für einige Niederlagen (Chargers, Broncos) durch seine Fehler (mit-)verantwortlich – hier besteht eher die Frage, wie schnell es den jüngeren Backs gelingen kann einem maximal durchschnittlichen Corner die Starter-Rolle abzunehmen. Und da sieht es leider nicht prickelnd aus – speziell die Hoffnungen auf den 1st-Round-Pick von 2014 Justin Gilbert scheinen begraben. Im Camp hatte speziell McCown ihn als Schwachpunkt identifiziert und permanent in seine Richtung geworfen – und die Receiver ließen ihn ein ums andere Mal schlecht aussehen. Als Nickel-Cornerback scheint K´Waun Williams (25) der Favorit, seine Leistung war im vergangenen Jahr absolut solide. Um die Backup-Jobs duellieren sich neben Gilbert auch Jamar Taylor (von Miami, 25). Der ehemalige 2nd-Round-Pick überzeugt dabei bisher im Camp – es scheint, als ob ihm der Neuanfang in Cleveland gut tut. Sein Roster-Spot hängt wohl am Duell mit Gilbert, nachdem Paul Desir (25) zum Safety umschult. Der Backup für Nickelcorner wird aller Voraussicht nach Rookie Trey Caldwell, sollte er Charles Gaines nicht komplett an ihm vorbeiziehen.
      Safety: Auch auf den beiden Safety-Positionen ist der Wandel zu spüren. Die Safeties hatten vergangene Saison große Probleme. Gipson verließ die Browns etwas überraschend Richtung Jacksonville – sein Nachfolger als Starter wird wohl Jordan Poyer (25). Als harter Tackler bekannt, schaffte er in seinen 4 Starts letzte Saison jeweils eine Interception – das macht Hoffnung. Mit Raheem Moore (26) holte man aus Denver einen Konkurrenten, für den es wahrscheinlich erneut nicht reicht zum Starter reicht. Nachdem Pierre Desir zum Safety umschult, könnte es sogar für seinen Roster-Spot eng werden. Als Strong Safety ist Ibraheim Campbell (24) wohl gesetzt und damit Nachfolger von Donte Whitner (31). In seinem einzigen Start in Week 9 überzeugte Campbell – und auch im Camp reichen seine Leistungen, um gesetzt zu sein. Hinter ihm wird Rookie Derrick Kindred als Backup fungieren und im Special-Team zum Einsatz kommen. Insgesamt kann man die Leistungen der Safeties kaum prognostizieren - auf beiden Positionen wird mit einem Minimum an Erfahrung gearbeitet.

      Special Teams:

      Normalerweise gibt es hier wenig Spannendes zu berichten – jedoch gibt es dieses Jahr doch ein paar spannende Entwicklungen. Travis Coones (24) ist drauf und dran seinen Job an Patrick Murray (25) zu verlieren. Während Coons über kurze Distanzen eine Bank ist – alles über 40 Yards ist bei ihm sehr kritisch. Murray überzeugt im Camp mit starken Kicks über 50 Yards.
      Mit Andy Lee (34) hat man einen der besten Punter in der NFL im Team – eine nicht zu unterschätzende Position, gilt es doch der jungen Defense eine möglichst gute Ausgangsposition zu verschaffen.
      Bei den Returner könnte es zur ungewöhnlichen Konstellation kommen, dass First-Round-Pick und Hoffnungsträger Corey Coleman ran darf – ein Risiko, wenn man bedenkt wie hoch das Verletzungsrisiko ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mike09 ()

    • Toll gemacht, Mike. Mein Kompliment !

      Ein Sieg in Philadelphia. Im season-opener. Away.

      =




      Was die D angeht könnte man noch Armonty Bryant erwähnen. Wenigstens ein LB , welcher ab und an den Weg zum QB findet. Kleines Probblem , welches uns ja nicht gänzlich unbekannt ist : A.Bryant of the Cleveland Browns has been suspended without pay for the first four games of the 2016 regular season for violating the NFL policy on performance enhancing substances. Bryant is eligible to participate in all offseason and preseason practices and games.



      Insgesamt super Arbeit, die da abgeliefert hast ! Nochmals Danke schön für die Mühe. :bier:
      -Joe Banner: “Since Mike Lombardi and I are Moe and Larry, we set out to find Curly."
      (J.Banner at the press conference regarding the endless coach search)

      -Funny, so many Browns fans still clamor for the "safe pick" ignoring that all we've done for 15 years is the "safe pick".

      - “I’d like to be somewhere near Lawrence Taylor so I can keep an eye on that sucker”
      Bill Parcells Hall of fame induction
    • drew11 schrieb:

      Toll gemacht, Mike. Mein Kompliment !

      Ein Sieg in Philadelphia. Im season-opener. Away.

      =




      Was die D angeht könnte man noch Armonty Bryant erwähnen. Wenigstens ein LB , welcher ab und an den Weg zum QB findet. Kleines Probblem , welches uns ja nicht gänzlich unbekannt ist : A.Bryant of the Cleveland Browns has been suspended without pay for the first four games of the 2016 regular season for violating the NFL policy on performance enhancing substances. Bryant is eligible to participate in all offseason and preseason practices and games.



      Insgesamt super Arbeit, die da abgeliefert hast ! Nochmals Danke schön für die Mühe. :bier:
      Danke für die Ergänzung, der ist mir glatt durchgerutscht ;)

      Ja die Prognosen sind wirklich eher Bold-Predicitions. Klar ist man da objektiv Außenseiter, aber ich bin dennoch optimistisch was den Opener angeht. Die Eagles haben auch reichlich neue Leute an Bord, nachdem man sich von Chip Kelly getrennt hat...ich wittere da einen Upset. Für mich ein Team mit starker Defense und eher unterdurchschnittlicher Offense (speziell die WR) und damit ein Gegner der uns besser liegen sollte als offensivstarke Teams (z.B. Giants oder Steelers).
    • Sehr gelungene, umfangreiche Darstellung --> "Chapeau"!
      "Kritik ohne Mitgefühl ist Gewalt" (nakagawa roshi)
      -.-.-.-
      "Die Würde des Menschen ist kein Konjunktiv"
      -.-.-.-
      Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war,
      stets kannst du im Heute von neuem beginnen.
    • Als Anmerkung zu den Spielern, die ihr von den Texans geholt habt: Tuggle ist ein solider Rotation-ILB. Nix besonderes, aber da gibt es weitaus schlechtere in der Liga. Moore hingegen ist zu gar nix zu gebrauchen. Es hat schon seinen Grund, dass die Texans Defense Leistung letztes Jahr soviel besser wurde, nachdem Moore gebencht wurde. Die letzten 8 oder 9 Spiele war er am Spieltag nicht mal mehr aktiv.

      Ach ja, seid froh, dass ihr diesen QB Verschnitt los seid. Schade um den Pick, aber Johnny M. war nie und wird nie ein erfolgreicher NFL-QB. Wenn ich daran zurueck denke wieviele Leute ihn damals als Nr.1 Overall zu den Texans hohlen wollten, kann ich heute noch nur mit dem Kopf schuetteln. Immerhin wurde er jetzt zum besten SEC Player aller Zeiten gewaehlt :bengal
      -- Die zweite Heirat ist der Triumph der Hoffnung über die Erfahrung --
    • Nachdem ich mich im allgemeinen Übersicht Thread bereits über die fehlenden Diskussionen "beschwert" habe, fass ich mich mal an der eigenen Nase und grätsche hier mal rein:

      Mike09 schrieb:

      Der Receiving-Corps: In der letzten Saison noch undenkbar – sind die Receiver diese Saison wohl der spannendste und aussichtsreichste Teil. Corey Coleman deutet ein riesiges Potential an, Josh Gordon arbeitet auf ein Comeback, Terrelle Pryor kann mit seiner Größe und Athletik eine Waffe sein. Mit Barnidge hat man dazu einen TE, der bereits letzte Saison trotz katastrophaler QB-Situation fast 1000Yards produzierte. Nicht zu vergessen ist Duke Johnson, der RB ist mit starken Händen eine zusätzliche Anspielstation.
      Du erwähnst das Receiving Corps als eine der Stärken des Teams und zählst später folgendes auf:

      Mike09 schrieb:

      Wide Receiver
      4 (!) Rookies wurden im Draft für diese Position gepicked – und das war auch notwendig, nachdem man im vergangenen Jahr die vielleicht schlechteste WR-Truppe der Liga stellte. Nachdem von dieser ohnehin schon dünnen Truppe auch noch der vermeintliche Top-Receiver nach San Diego ging, musste etwas passieren. Und das Resultat ist durchaus beeindruckend. Corey Coleman begeistert alle im Camp und wird von seiner Art bereits mit Steve Smith verglichen. Ende Juni dann eine Nachricht, mit der man nicht unbedingt rechnen konnte – Josh Gordon darf wieder für die Browns spielen nach seiner unrühmlichen Drogen-Suspendierung, die ihn fast 3 Jahre seiner Karriere kostete. Gordon bringt zweifellos riesiges Potential mit und könnte mit RG3 und Coleman ein spektakuläres Baylor-Triplet bildet – WENN er denn clean bleibt UND zu alter Form findet. Mit 26 ist er im besten Alter, eine Verletzung hält ihn bis heute aber noch vom Training Camp fern. Bis Week 5 ist Gordon ohnehin noch gesperrt – bis dahin wird das WR-Duo wahrscheinlich aus C.Coleman und T.Pryor bestehen. Genau – jener Pryor der als QB in die NFL kam und seit zwei Jahren zum WR umlernt, scheint tatsächlich auf dem Weg zum Starter zu sein. Pryor bringt eine enorme Athletik (Sprungkraft) und Schnelligkeit bei richtig guter Körpergröße (1,93) mit, die ihn in der Red-Zone zu einer Waffe machen. Die Rolle des Slot-Receiver scheint zunächst auf Routiner Andrew Hawkins (30) zu fallen, den viele noch als möglichen Cut-Kandidaten gesehen haben. Von den anderen Rookies scheint „Hollywood“ Higgins am nächsten an den Startern zu sein.
      Also kurz zusammengefasst:
      • Die schlechteste WR Truppe der Liga des letzten Jahres
      • Minus dem Top Receiver
      • Plus einem Receiver, dessen letzter TD mittlerweile fast 3 Jahre her ist, der noch dazu 4 Saisonspiele fehlt und seinen Trainingsrückstand aufgrund einer Verletzung auch nur langsam nachholen kann
      • Plus einem Receiver, der in seiner vierten Saison genau 2 (wörtlich: zwei!!!) Catches in der NFL auf der Haben Seite hat
      • Plus einem vor der Off-Season als Cut Kandidat gehandelten 30 Jährigen
      • Plus 1-2 Rookies
      Also sorry, aber nach Stärke des Teams klingen deine Ausführungen nicht undbedingt. Mir ist schon klar, dass ich hier gerade besonders negatives cherry-picking betrieben habe, aber ich denke in der NFL wirst du vergleichsweise wenige Teams mit ähnlich vielen Fragezeichen auf der WR Position finden.

      Edit: Sorry falls das hier zu sehr wie reines Bashing wirkt, deshalb mag ich folgendes noch erwähnen: Ansonsten klasse Preview über ein Team, für das, wenn es nach mir ginge der Weg aus dem NFL-Keller längst überfällig ist. Ihr habt auch einen der besten, informativsten und aktivsten Team Threads hier an Board.
      :bier:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von maruso ()

    • maruso schrieb:

      Nachdem ich mich im allgemeinen Übersicht Thread bereits über die fehlenden Diskussionen "beschwert" habe, fass ich mich mal an der eigenen Nase und grätsche hier mal rein:

      Mike09 schrieb:

      Der Receiving-Corps: In der letzten Saison noch undenkbar – sind die Receiver diese Saison wohl der spannendste und aussichtsreichste Teil. Corey Coleman deutet ein riesiges Potential an, Josh Gordon arbeitet auf ein Comeback, Terrelle Pryor kann mit seiner Größe und Athletik eine Waffe sein. Mit Barnidge hat man dazu einen TE, der bereits letzte Saison trotz katastrophaler QB-Situation fast 1000Yards produzierte. Nicht zu vergessen ist Duke Johnson, der RB ist mit starken Händen eine zusätzliche Anspielstation.
      Du erwähnst das Receiving Corps als eine der Stärken des Teams und zählst später folgendes auf:

      Mike09 schrieb:

      Wide Receiver
      4 (!) Rookies wurden im Draft für diese Position gepicked – und das war auch notwendig, nachdem man im vergangenen Jahr die vielleicht schlechteste WR-Truppe der Liga stellte. Nachdem von dieser ohnehin schon dünnen Truppe auch noch der vermeintliche Top-Receiver nach San Diego ging, musste etwas passieren. Und das Resultat ist durchaus beeindruckend. Corey Coleman begeistert alle im Camp und wird von seiner Art bereits mit Steve Smith verglichen. Ende Juni dann eine Nachricht, mit der man nicht unbedingt rechnen konnte – Josh Gordon darf wieder für die Browns spielen nach seiner unrühmlichen Drogen-Suspendierung, die ihn fast 3 Jahre seiner Karriere kostete. Gordon bringt zweifellos riesiges Potential mit und könnte mit RG3 und Coleman ein spektakuläres Baylor-Triplet bildet – WENN er denn clean bleibt UND zu alter Form findet. Mit 26 ist er im besten Alter, eine Verletzung hält ihn bis heute aber noch vom Training Camp fern. Bis Week 5 ist Gordon ohnehin noch gesperrt – bis dahin wird das WR-Duo wahrscheinlich aus C.Coleman und T.Pryor bestehen. Genau – jener Pryor der als QB in die NFL kam und seit zwei Jahren zum WR umlernt, scheint tatsächlich auf dem Weg zum Starter zu sein. Pryor bringt eine enorme Athletik (Sprungkraft) und Schnelligkeit bei richtig guter Körpergröße (1,93) mit, die ihn in der Red-Zone zu einer Waffe machen. Die Rolle des Slot-Receiver scheint zunächst auf Routiner Andrew Hawkins (30) zu fallen, den viele noch als möglichen Cut-Kandidaten gesehen haben. Von den anderen Rookies scheint „Hollywood“ Higgins am nächsten an den Startern zu sein.
      Also kurz zusammengefasst:
      • Die schlechteste WR Truppe der Liga des letzten Jahres
      • Minus dem Top Receiver
      • Plus einem Receiver, dessen letzter TD mittlerweile fast 3 Jahre her ist, der noch dazu 4 Saisonspiele fehlt und seinen Trainingsrückstand aufgrund einer Verletzung auch nur langsam nachholen kann
      • Plus einem Receiver, der in seiner vierten Saison genau 2 (wörtlich: zwei!!!) Catches in der NFL auf der Haben Seite hat
      • Plus einem vor der Off-Season als Cut Kandidat gehandelten 30 Jährigen
      • Plus 1-2 Rookies
      Also sorry, aber nach Stärke des Teams klingen deine Ausführungen nicht undbedingt. Mir ist schon klar, dass ich hier gerade besonders negatives cherry-picking betrieben habe, aber ich denke in der NFL wirst du vergleichsweise wenige Teams mit ähnlich vielen Fragezeichen auf der WR Position finden.

      Edit: Sorry falls das hier zu sehr wie reines Bashing wirkt, deshalb mag ich folgendes noch erwähnen: Ansonsten klasse Preview über ein Team, für das, wenn es nach mir ginge der Weg aus dem NFL-Keller längst überfällig ist. Ihr habt auch einen der besten, informativsten und aktivsten Team Threads hier an Board.
      :bier:
      Die Verwunderung kann ich erstmal verstehen - deshalb hier noch einmal eine Erläuterung:

      WR-Truppe 2015:
      • Travis Benjamin: souveräner Receiver, wenn auch kein WR1 aus meiner Sicht
      • Andrew Hawkins: guter Slot-Reveiver mit extremen Verletzungsproblemen und schon Ü30
      • Taylor Gabriel: (unter-)durchschnittlicher kleiner Receiver, dem vor allem die Physis für einen Top-WR abgeht
      • Brian Hartline: anständiger Veteran-Receiver, der mit 29 scheinbar auch über seinem Zenit ist (zwei 500Yard-Seasons nach zwei Ü-1000-Yarder)
      • Dwayne Bowe: Ohne Worte - klare Fehlverpflichtung
      Fazit: Das schwächste WR-Truppe der Liga - einzig Gary Barnidge (TE) und Duke Johnson (RB) machten das Passspiel weniger katastrophal.

      WR-Truppe 2016:
      • Corey Coleman: 1st-Rounder aus Baylor, der im Camp einen irre guten Eindruck macht. Und ja er ist Rookie- daher muss man die Erwartungen dämpfen. Aber Coleman und RG3 haben im Camp eine gute Chemie gezeigt. Das Potential ist groß und Coleman wird viele Snaps sehen.
      • Terrelle Pryor: Hier verstehe ich die Skepsis, ein konvertierter QB soll plötzlich Hoffnungsträger sein? Aber er hat die Transition scheinbar endgültig geschafft. Pryor kommt mit einer wahnsinnigen Physis (Schnelligkeit, Körpergröße, große Hände), die ihm gegen viele Cornerbacks einen körperlichen Vorteil verschafft. Die Preseason-Games bestätigen die starken Camp-Leistungen. Wie er einen der Top-CB der Liga (Trufant) ganz alt aussehen lässt war beeindruckend (siehe Video). Daher auch hier: Potential ist richtig groß.
      • Josh Gordon: Wenn Gordon clean und gesund bleibt, besteht kaum Zweifel an seinem Potential. Der Junge ist groß, richtig schnell und kann spektakulär fangen. Klar ist: Gordon muss liefern nach dem ganzen Mist. Die ersten Eindrücke aus dem Camp sind aber richtig gut. Wieviel Rost nach drei Jahren da ist, wird sich zeigen.
      • Die Rookies: Das Gute ist - die weiteren Rookies sind durch Pryor, Coleman und Gordon nicht mehr so extrem im Fokus und können sich entwickeln. Higgins ist eine vielversprechender Receiver und kann schon dieses Jahr öfters das Feld sehen. Payton und Louis sind für mich eher längerfristige, recht rohe Prospects.
      Fazit: Das POTENTIAL ist der entscheidende Unterschied. Während man in 2015 noch 3 der 5 Receiver mit den meisten Catches nahe oder Ü30 waren, ist die Truppe dieses Jahr blutjung und unerfahren. Die gesamte WR-Truppe hatte 2015 lächerliche 2299 Yards. Die Truppe dieses Jahr ist wesentlich breiter und wesentlich athletischer. Deshalb habe ich auch bewusst nicht geschrieben, dass ich die WR-Truppe als Top-15 sehe oder erwarte, sondern lediglich sehr spannend und aussichtsreich.

      Über die Bezeichnung als Stärke kann man streiten. Aber hier muss man traurigerweise auch sagen, dass mir die WR-Truppe (beziehungsweise die Receiver) trotz all der Ungewissheiten dennoch als Stärke erscheint (erscheinen will) - denn sonst sucht man bei den Browns lange nach echten Stärken. Also ist diese Bezeichnung schon etwas aus der Not geboren. Denn ob die junge und sehr unerfahrene Truppe das Potential auch auf das Feld bringen kann, wird man erst sehen müssen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mike09 ()

    • +1 , Mike - so sieht es (fast) aus,mMn.
      "fast" wegen folgendem : Travis Benjamin: souveräner Receiver, wenn auch kein WR1 aus meiner Sicht


      Benjamin wollte WR 2 Money , ich würde ihm eher WR 3 Money zahlen, wenn nicht sogar "nur" einen Betrag für einen Tweener (Punt returner , deep-threat WR in 3/4-WR-sets ). Und genau so ist das momentane Browns-FO diese Personalie auch angegangen. Ich bin wirklich gespannt, ob er in SD die WR 2-Position einnehmen wird und wie sich das entwickelt. Körperlich ist er alles andere als robust , drop-Probleme , schwach bei CIT. Das Benji der beste Browns-WR 2015 war sagt eigentlich alles aus über diese unit. Erbärmlich !
      -Joe Banner: “Since Mike Lombardi and I are Moe and Larry, we set out to find Curly."
      (J.Banner at the press conference regarding the endless coach search)

      -Funny, so many Browns fans still clamor for the "safe pick" ignoring that all we've done for 15 years is the "safe pick".

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      Bill Parcells Hall of fame induction
    • Mike09 schrieb:

      Über die Bezeichnung als Stärke kann man streiten. Aber hier muss man traurigerweise auch sagen, dass mir die WR-Truppe (beziehungsweise die Receiver) trotz all der Ungewissheiten dennoch als Stärke erscheint (erscheinen will) - denn sonst sucht man bei den Browns lange nach echten Stärken. Also ist diese Bezeichnung schon etwas aus der Not geboren. Denn ob die junge und sehr unerfahrene Truppe das Potential auch auf das Feld bringen kann, wird man erst sehen müssen.
      Der Teil trifft's glaub ich ganz gut. Wirkt für mich auch etwas gezwungen die Receiver noch als Stärke zu bezeichnen, aber sei's drum. Das Potential sehe ich in dieser Unit ebenfalls und würde mir für euch wünschen, dass ihr die PS dann auch auf die Straße bringt.
      Ah ja: und auf ein gutes (und verletzungsfreies) Preseason Spiel am Freitag. :bier: