Bundestagswahl 2017

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Doylebeule schrieb:

      grandiosen Idee zur Bürgerversicherung.
      diese grandiose Idee ist allemal besser als die Zweiklassenmedizin die wir momentan haben.
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Ausbeener schrieb:

      diese grandiose Idee ist allemal besser als die Zweiklassenmedizin die wir momentan haben.
      Das ist jetzt ne ernste Frage.

      Ich bin selber ganz normal Kassen versichert, aber in wie weit wirst du- jetzt mal von den Kränzchen mit dem Chefarzt und besseren essen im KH - schlechter behandelt als ein Privatpatient?
      Ok letzter kriegt nen schnelleren Termin beim Facharzt . I got it(da kann man drüber streiten wie man das ändern sollte) aber wenn du mal den Termin hast, behandelt der dich schlechter ? also der kriegt bessere Medikament, eine bessere Diagnose als du.

      Kommt der mit seinem Beinbruch in der Notaufnahme schneller dran als Du der gerade verblutet..

      Das würde ich dann doch stark in Zweifel sehen. von daher gibt es mit Sicherheit Ungerechtigkeiten im System, aber von einer Zweiklassen Medizin sind wir weit entfernt.

      Ich hab auch nix gegen eine Bürgerversicherung, aber mich überzeugen die Argumente nicht. Klar nimmt man dann mehr ein man muss aber auch mehr ausgeben.
      Am Ende wird es auch hier laufen, dass die Leute mit mehr Geld - was ja auch in der GKV so läuft- sich diverse Zusatzversicherungen kaufen..

      Doylebeule schrieb:

      Die "Grütze" bezog sich übrigens auf die völlig realitätsfremde Idee zum beschleunigten Zusammenwachsen der E
      Ich hätte ihm gerne damit im Wahlkampf gesehen. Das hätte die Idee der Demokraten bei einer Anti Establishment Stimmung Clinton aufzustellen blass erscheinen lassen...
      „Nazism taught you nothing. Instead of learning that evil must be fought, you learned that fighting is evil.“
    • Mile High 81 schrieb:

      Ok letzter kriegt nen schnelleren Termin beim Facharzt .
      Das hört man immer wieder, aber erlebt habe ich es noch nie. Ich bin bisher kein einziges Mal bei der Terminvereinbarung mit einem für mich neuen Arzt gefragt worden, wie ich versichert bin. Und wenn ich meine Privatversicherung mal von mir aus erwähnt habe, hat noch nie jemand darauf gesagt "ach so, dann kommen sie doch gleich nächste Woche". Habe ich bislang das Pech gehabt, ausschließlich an sozialistische Mediziner zu geraten oder ist die Sache mit dem schnellern Termin vielleicht doch nur ein Mythos?
    • Doylebeule schrieb:

      Die "Grütze" bezog sich übrigens auf die völlig realitätsfremde Idee zum beschleunigten Zusammenwachsen der EU
      Ich finde die Idee nicht realitätsfremder als diese komische EU, die wir gerade haben, wo der Normalbürger nicht weiß, was der Unterschied zwischen Parlament und Kommision ist, wer wann worüber entscheidet und wie so manch seltsame Entscheidung zustande kommt. Und wenn ich dann ein parlament gewählt habe, wieso entscheiden dann am Ende doch die einzelnen Regierungschefs? Und überhaupt, wieso gilt der Euro nur in der halben EU und was ist eigentlich aus dem Ecu geworden?

      Im übrigen sind die Vereinigten Staaten von Europa eine alte CSU-Forderung zur Friendenssicherung.
    • Mile High 81 schrieb:

      Ausbeener schrieb:

      diese grandiose Idee ist allemal besser als die Zweiklassenmedizin die wir momentan haben.
      Das ist jetzt ne ernste Frage.
      Ich bin selber ganz normal Kassen versichert, aber in wie weit wirst du- jetzt mal von den Kränzchen mit dem Chefarzt und besseren essen im KH - schlechter behandelt als ein Privatpatient?
      Ok letzter kriegt nen schnelleren Termin beim Facharzt . I got it(da kann man drüber streiten wie man das ändern sollte) aber wenn du mal den Termin hast, behandelt der dich schlechter ? also der kriegt bessere Medikament, eine bessere Diagnose als du.

      Kommt der mit seinem Beinbruch in der Notaufnahme schneller dran als Du der gerade verblutet..

      Das würde ich dann doch stark in Zweifel sehen. von daher gibt es mit Sicherheit Ungerechtigkeiten im System, aber von einer Zweiklassen Medizin sind wir weit entfernt.
      Ein paar "kleine" Ungerichtigkeiten hast du hier schon aufgelistet. Ich habe da noch einen Fall für dich (inwieweit der repräsentativ ist, kann ich nicht einschätzen):

      Meine Schwägerin war bis sie 25 war privat versichert. Sie hat schon lange Probleme mit den Knien und hat sehr regelmäßig verschiedenste Therapien verschrieben bekommen (welche ihr geholfen haben!) Aber nach einiger Zeit war eben eine Wiederholung notwendig. Nachdem die Familienversicherung ausgelaufen war, ist sie in die gesetzliche Krankenversicherung gewechselt und war wieder bei Ihrem Arzt, er hat gesagt: "Oh, da ist ja wieder mal die Therapie dran." Hat sich an seinen PC gesetzt um das Rezept auszustellen und sagte dann wortwörtlich: "Sie sind ja gar nicht mehr privat versichert. Dann gibt es diese Therapie jetzt auch nicht mehr!"

      Und die von dir angesprochenen Ungerichtigkeiten sind auch nicht von der Hand zu weisen. Und das ist dann eben eine Zweiklassen Medizin. Die zwei Klassen sind vielleicht nicht weit voneinander entfernt aber Unterschiede sind eben erkennbar.
    • Mile High 81 schrieb:

      Ok letzter kriegt nen schnelleren Termin beim Facharzt . I got it(da kann man drüber streiten wie man das ändern sollte
      Meine Frau hat früher im Krankenhaus gearbeitet. Es gibt neben besseren Essen ( was mir auch egal wäre ) eine bessere weil intensivere Betreuung, bessere Unterbringung ( kein drei oder vier Bett zimmer ) etc. Und das Thema Facharzt wird man nicht ändern, weil der Facharzt am Privatpatient schlichtweg mehr verdient. Ich sehe es einfach als Gleichbehandlung, weil ich nicht einsehe warum das Gehalt ein Kriterium für die Gesundheit ist
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Silversurger schrieb:

      Habe ich bislang das Pech gehabt, ausschließlich an sozialistische Mediziner zu geraten oder ist die Sache mit dem schnellern Termin vielleicht doch nur ein Mythos?
      Das ist eine gute Frage. wahrscheinlich ist es eher so das man als Privatpatient- so man 5 Wochen warten muss- dann fallen lässt das man einer ist :paelzer:

      Pinni schrieb:

      hwägerin war bis sie 25 war privat versichert. Sie hat schon lange Probleme mit den Knien und hat sehr regelmäßig verschiedenste Therapien verschrieben bekommen (welche ihr geholfen haben!) Aber nach einiger Zeit war eben eine Wiederholung notwendig. Nachdem die Familienversicherung ausgelaufen war, ist sie in die gesetzliche Krankenversicherung gewechselt und war wieder bei Ihrem Arzt, er hat gesagt: "Oh, da ist ja wieder mal die Therapie dran." Hat sich an seinen PC gesetzt um das Rezept auszustellen und sagte dann wortwörtlich: "Sie sind ja gar nicht mehr privat versichert. Dann gibt es diese Therapie jetzt auch nicht mehr!"
      Danke für das Beispiel.In dem konkreten Beispiel könnte ich mir vorstellen, dass die Therapie von den gesetzlichen Kassen schlicht nicht als medizinische wirksam erkannt ist. Da gibt es ja auch zwischen verschieden Kassen in der GVK Unterschiede was den Leistungskatalog angeht, gerade so es Therapien sind die noch nicht eindeutig geklärt sind...

      Pinni schrieb:

      Und die von dir angesprochenen Ungerichtigkeiten sind auch nicht von der Hand zu weisen. Und das ist dann eben eine Zweiklassen Medizin. Die zwei Klassen sind vielleicht nicht weit voneinander entfernt aber Unterschiede sind eben erkennbar.
      Die entscheidende Frage ist ja ob diese Ungerechtigkeiten durch eine Bürgerversicherung aufgehoben werden.Sprich hat dann der Chefarzt wirklich für alle mehr Zeit, oder wir das dann halt durch Nebenversicherungen geregelt.

      Ich bin was das Thema angeht wirklich entspannt. Weder schreie ich bei einer Bürgerversicherung reflexartig Sozialismus, noch ist das jetzige System für mich Ausdruck eines zwei Klassen Systems (zwei Klassen in der Medizin wäre wenn für mich auf den Sport bezogen, wenn die einen Fans der Browns sind und die anderen der Pats, nicht wenn wir hier von Pats und Steelers sprechen... ).

      Ergo möchte ich wissen, was bei einem Systemwechsel rum kommt. Es zahlen mehr Leute rein, es bekommen auch mehr Leute raus. Sind durch die Mehreinnahmen die steigenden kosten gedeckt, oder wird es hier eh Einschnitte im Katalog geben usw.



      Ausbeener schrieb:

      bessere Unterbringung ( kein drei oder vier Bett zimmer ) e

      Ausbeener schrieb:

      Es gibt neben besseren Essen
      Das sind aber beides m.E. keine Punkte die zu einer medizinischen Grundversorgung gehören.
      Ja natürlich wird ein EZ und besseres Essen im psychischen Sinne sicher irgendwo auch beim Genesungsprozesses helfen. Aber das wir alle in einer Bürgerversicherung dann im EZ und mit dem Essen von Lafer sitzen (überspitzt gesprochen) glauben ich nicht. Ergo wird es-so wie es ja jetzt bereits der Fall ist- auch für GKV Versicherte - Zusatzleistungen geben, worüber man sich diesen Komfor leistet... Der beinbruch wird bei beiden gleich operiert.


      Ausbeener schrieb:

      Mile High 81 schrieb:

      Ok letzter kriegt nen schnelleren Termin beim Facharzt . I got it(da kann man drüber streiten wie man das ändern sollte
      Meine Frau hat früher im Krankenhaus gearbeitet. Es gibt neben besseren Essen ( was mir auch egal wäre ) eine bessere weil intensivere Betreuung, bessere Unterbringung ( kein drei oder vier Bett zimmer ) etc. Und das Thema Facharzt wird man nicht ändern, weil der Facharzt am Privatpatient schlichtweg mehr verdient. Ich sehe es einfach als Gleichbehandlung, weil ich nicht einsehe warum das Gehalt ein Kriterium für die Gesundheit ist
      Auch das wirst via Bürgerversicherung nicht per se ändern.
      Es wird auch hier Zusatzversicherungen geben, die das Portfolio ergänzen.
      „Nazism taught you nothing. Instead of learning that evil must be fought, you learned that fighting is evil.“
    • Nicht falsch verstehen, ich bin bei dem Thema auch einigermaßen entspannt. Es wird mit Sicherheit Zusatzversicherungen geben, aber dann kann das jeder für sich entscheiden, ob er das kann oder will. Momentan gibt es Menschen die aufgrund einer bestimmten Berufswahl oder Einkommensgruppe besser gestellt sind. Das halte ich für problematisch. Ich glaube auch nicht das mehr Geld im System ist, das ist aber von meinem Verständnis her auch nicht der Sinn einer Bürgerversicherung.
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Erzwolf schrieb:

      Mile High 81 schrieb:

      Der beinbruch wird bei beiden gleich operiert.
      Aber nicht unbedingt vom gleichen Arzt. Ob man vom Chefarzt oder von einem Assistenzarzt behandelt wird kann einen großen Unterschied machen. Nicht das der Chefarzt zwangsläufig besser sein muss.
      Ja, aber auch hier gilt das selbe was ich oben gesagt habe. Wenn du auf Chefarztbehandlung (auch bei der OP) bestehst wird es dann in einer Bürgerversicherung extra bezahlen müssen. Und der Chefarzt - wie jetzt auch- nur bei Notfällen oder komplizierten Dingen zu dir kommen. Den 08/15 Beinbruch wird auch bei einer Bürgerversicherung kein Chefarzt ohne $$ operieren..
      „Nazism taught you nothing. Instead of learning that evil must be fought, you learned that fighting is evil.“
    • Mile High 81 schrieb:

      Ja, aber auch hier gilt das selbe was ich oben gesagt habe. Wenn du auf Chefarztbehandlung (auch bei der OP) bestehst wird es dann in einer Bürgerversicherung extra bezahlen müssen. Und der Chefarzt - wie jetzt auch- nur bei Notfällen oder komplizierten Dingen zu dir kommen. Den 08/15 Beinbruch wird auch bei einer Bürgerversicherung kein Chefarzt ohne $$ operieren..
      Aber wäre es nicht sinnvoller, wenn der Chefarzt die anspruchsvolleren Fälle behandelt und nicht die, die am meisten Geld einbringen? Warum soll der einen 08/15 Beinbruch behandeln, nur weil der Patient sich eine Zusatzversicherung leisten kann/will? Das ist doch eine Verschwendung von Ressourcen.
    • Ich bin selten beim Arzt, aber ich weiß aus zahlreichen Äußerungen aus dem Bekanntenkreis, dass man als Privatpatient bei vielen Fachärzten als Privatpatient schneller einen Termin kriegt. Wie schon geschrieben wurde: Es gibt eine Mehrklassen-Medizin, auch wenn die beiden "Hauptklassen" (gesetzlich und privat Versicherte) relativ nahe beieinander liegen.

      Nur: Es liegt in der Natur der Sache, dass Leute, die mehr zahlen, auch mehr bekommen. Das ist überall so, warum soll es ausgerechnet hier anders sein? Im Gegenteil: Unser Solidarsystem sorgt gerade dafür, dass die Unterschiede viel geringer sind, als sie normalerweise wären. Sollten wir uns nicht darüber freuen statt zu lamentieren?

      Was wäre denn die Alternative? Wenn wir eine einheitliche Grundsicherung für alle einführen, werden sich Unterschiede durch Zusatzversicherungen ergeben. Wenn wir Zusatzversicherungen verbieten, gehen die Leute ins Ausland. Eine einheitliche Maximalabsicherung ist weder finanzier- und leistbar.

      Ich war selbst schon sowohl privat als auch gesetzlich versichert. Ich habe mich noch nie schlecht krankenversichert gefühlt.

      Nebenbei: Meine Prognose ist, dass sich in diesem Bereich sowieso nicht viel ändern wird. Da hängen die Interessen von viel zu vielen Lobbygruppen drin. Wenn Du es Dir mit denen verscherzt, hast Du bei keiner Wahl mehr eine Chance.
    • Erzwolf schrieb:

      Aber wäre es nicht sinnvoller, wenn der Chefarzt die anspruchsvolleren Fälle behandelt und nicht die, die am meisten Geld einbringen?
      Zweifellos, aber das Problem löst du dann nicht durch per se durch die Bürgerversicherung, sondern du müsstest gesetzlich unterbinden das man sich eine Chefarztbehandlung via Privatversicherung, Zusatzversicherung etc. kaufen kann.. Das geht aber auch ohne BV.
      „Nazism taught you nothing. Instead of learning that evil must be fought, you learned that fighting is evil.“
    • Erzwolf schrieb:

      Mile High 81 schrieb:

      Ja, aber auch hier gilt das selbe was ich oben gesagt habe. Wenn du auf Chefarztbehandlung (auch bei der OP) bestehst wird es dann in einer Bürgerversicherung extra bezahlen müssen. Und der Chefarzt - wie jetzt auch- nur bei Notfällen oder komplizierten Dingen zu dir kommen. Den 08/15 Beinbruch wird auch bei einer Bürgerversicherung kein Chefarzt ohne $$ operieren..
      Aber wäre es nicht sinnvoller, wenn der Chefarzt die anspruchsvolleren Fälle behandelt und nicht die, die am meisten Geld einbringen? Warum soll der einen 08/15 Beinbruch behandeln, nur weil der Patient sich eine Zusatzversicherung leisten kann/will? Das ist doch eine Verschwendung von Ressourcen.
      Das hat etwas für sich, aber wie willst Du das konzeptionell erreichen? Da mußt Du die gesamte Ärzteschaft mehr oder minder zwangsweise zu Beamten machen. Das wäre wohl kaum zulässig - und selbst wenn es zulässig wäre, hätte ich Zweifel, ob das System am Ende besser wäre.

      In der Regel wird der Chefarzt in unserem System schon die komplizierten Fälle operieren oder jedenfalls überwachen. Und wenn jemand es sich leisten kann und wert darauf legt, dass ihm der Chefarzt auch bei seiner eingebildeten Erkrankung täglich die Hand schüttelt und persönlich drei Globuli überreicht, dann soll er es halt haben. Wir leisten uns viel Unfug im Leben, weil wir es können. Warum sollte es ausgerechnet hier anders sein?
    • Ohne jetzt in eine Zitatorgie zu verfallen, einfach mal die Themen:
      Wir haben keine Zweiklassenmedizin. Die einen haben eine "bessere" Medizin, weil sie schlussendlich mehr bezahlen. Und diesen Mechanismus sollte man auch nicht einfach abschaffen, weil er Innovationskraft beschränken würde und eine fehlende Konkurrenz keine Verbesserungsmotivation mehr bereitstellt. Man würde vielen Ärzten an ihre Gewinnmargen gehen und vielen Gutverdienern ihre geldwerte medizinische Versorgung zusammenstreichen. Wenn man der Meinung ist, das sozialisierte Gesundheitssystem ist in der momentanen Form nicht mehr finanzierbar, dann muss man da über die individuellen Steuern gegenarbeiten. Die vermeintliche Verbesserung, die man erreicht wenn man die Oberklasse in die Allgemeinklasse zwängt, die gibt es nur monetär-theoretisch. Praktisch wäre der Wegfall von kapitalistischen Prinzipien ein Weg in die Verschlechterung des Gesundheitssystems.

      zu den Vereinigten Staaten von Europa:
      man kann an der Idee der SPD ganz gut beobachten das "Globalismuskritik" eine leere Worthülse ist, in der einfach jeder das packt was ihm gerade opportun ist. Für die "Wutbürger" ist es die gefühlte Entfernung der politischen Kaste vom Souverän und für viele Linke ist es ausschließlich ein Konstrukt von international agierenden Firmen, die weltweit Arbeitnehmer und Steuereintreiber gegeneinander ausspielen. Im markenkernrelevanten Internationalismus der Linken wird sowas aber nie vermutet, der ist ausschließlich gut und richtig. Strukturell gehört er aber genauso zum Globalisierungsproblem wie der Kapitalismus und in der EU kann man ihn genauso gut beobachten wie in den Kongresskammern der USA. Weitreichende demokratische Strukturen haben den theoretischen Vorteil möglichst viele Interessen gerecht gegeneinander abzuwägen und den ganz praktischen Nachteil der personellen Entfernung zum einzelnen Wähler. Nun kann jeder die Frage beantworten wie es denn in der EU momentan aussieht: schaffen die es hervorrangend möglichst gerecht verschiedene Interessen zu vertreten, oder wird da durch das allgemeine Desinteresse eine Umgebung geschaffen, die besonders geeignet ist für Einflüsterungen von Lobbyisten?

      Ich bin grundsätzlich eher skeptisch was die EU angeht, wegen eben dieser Entfernung, die bei meiner politischen Sozialisation als merklich zu groß empfunden wird. Da brauch es dann eben kein "mit Anlauf rein", sondern ein bischen petting vorher. Die sollen erstmal irgendwas ordentlich hinbekommen, bevor ich bereit bin ihnen mehr Aufgaben zu geben. Schutz der EU-Außengrenzen mit finanzieller Unterstützung der Binnenländer?`slam dunk Thema, interessiert sich kein Schwein für in der EU. Ein ordentliches Zusammenarbeiten der Justizbehörden zur Bekämpfung von EU-weiter Kriminalität? Wird stiefmütterlich behandelt, dafür brauch es erstmal gewählte Politiker mit ganz viel Macht in der EU. Sorum wird das alles nichts.
      -------------
      Team Goff
      I think you're always going to have tension in the Middle East when there's people who want to kill the Jews and Jews who don't want to be killed and neither side is willing to compromise.
    • Chief schrieb:

      Das hat etwas für sich, aber wie willst Du das konzeptionell erreichen? Da mußt Du die gesamte Ärzteschaft mehr oder minder zwangsweise zu Beamten machen. Das wäre wohl kaum zulässig - und selbst wenn es zulässig wäre, hätte ich Zweifel, ob das System am Ende besser wäre.

      In der Regel wird der Chefarzt in unserem System schon die komplizierten Fälle operieren oder jedenfalls überwachen. Und wenn jemand es sich leisten kann und wert darauf legt, dass ihm der Chefarzt auch bei seiner eingebildeten Erkrankung täglich die Hand schüttelt und persönlich drei Globuli überreicht, dann soll er es halt haben. Wir leisten uns viel Unfug im Leben, weil wir es können. Warum sollte es ausgerechnet hier anders sein?
      Ich finde die Gesundheit ist viel zu wichtig, um sie den Regeln des Kapitalismus unterzuordnen. Es ist ja nunmal so, dass Ärzte in der Regel viel zu wenig Zeit für ihre Patienten haben. Warum soll diese wenige Zeit auch noch ungleich zugunsten der zahlungskräftigen Kundschaft verschoben werden. Wird natürlich so bleiben, alleine schon, weil auf Anbieterseite durch die Privatisierung der Krankenhäuser finanzielle Aspekte im Vordergrund stehen. Blödsinn ist das aktuelle System trotzdem.
    • Erzwolf schrieb:

      Chief schrieb:

      Das hat etwas für sich, aber wie willst Du das konzeptionell erreichen? Da mußt Du die gesamte Ärzteschaft mehr oder minder zwangsweise zu Beamten machen. Das wäre wohl kaum zulässig - und selbst wenn es zulässig wäre, hätte ich Zweifel, ob das System am Ende besser wäre.

      In der Regel wird der Chefarzt in unserem System schon die komplizierten Fälle operieren oder jedenfalls überwachen. Und wenn jemand es sich leisten kann und wert darauf legt, dass ihm der Chefarzt auch bei seiner eingebildeten Erkrankung täglich die Hand schüttelt und persönlich drei Globuli überreicht, dann soll er es halt haben. Wir leisten uns viel Unfug im Leben, weil wir es können. Warum sollte es ausgerechnet hier anders sein?
      Ich finde die Gesundheit ist viel zu wichtig, um sie den Regeln des Kapitalismus unterzuordnen. Es ist ja nunmal so, dass Ärzte in der Regel viel zu wenig Zeit für ihre Patienten haben. Warum soll diese wenige Zeit auch noch ungleich zugunsten der zahlungskräftigen Kundschaft verschoben werden. Wird natürlich so bleiben, alleine schon, weil auf Anbieterseite durch die Privatisierung der Krankenhäuser finanzielle Aspekte im Vordergrund stehen. Blödsinn ist das aktuelle System trotzdem.
      Ich vermute, dass Du Wettbewerbs-/Marktwirtschaft meinst, wenn Du von Kapitalismus schreibst. Kapitalismus spielt zwar im Gesundheitssystem auch eine Rolle, aber wohl eher nicht bei der Frage, welcher Arzt welche Operation durchführt.

      Daher lautet - Deine Formulierung aufgreifend - meine Antwort : Ich halte die Gesundheit für viel zu wichtig, als dass man sie den Regeln der Wettbewerbs-/Marktwirtschaft entziehen sollte. Diese Anreize sorgen dafür, dass von einem allgemein niedrigen Niveau aus Verbesserungen herbeigeführt werden, von denen zunächst die einen, aber mit Verzögerung auch die anderen profitieren. Das ist mir - wie auch in anderen Lebensbereichen - viel lieber als absolute Gleichheit auf niedrigem Niveau.
    • Chief schrieb:

      Daher lautet - Deine Formulierung aufgreifend - meine Antwort : Ich halte die Gesundheit für viel zu wichtig, als dass man sie den Regeln der Wettbewerbs-/Marktwirtschaft entziehen sollte. Diese Anreize sorgen dafür, dass von einem allgemein niedrigen Niveau aus Verbesserungen herbeigeführt werden, von denen zunächst die einen, aber mit Verzögerung auch die anderen profitieren. Das ist mir - wie auch in anderen Lebensbereichen - viel lieber als absolute Gleichheit auf niedrigem Niveau.
      Wenn man sich die Pflege in Krankenhäusern anguckt kann man wohl kaum von Verbesserungen sprechen.
    • Erzwolf schrieb:

      Chief schrieb:

      Daher lautet - Deine Formulierung aufgreifend - meine Antwort : Ich halte die Gesundheit für viel zu wichtig, als dass man sie den Regeln der Wettbewerbs-/Marktwirtschaft entziehen sollte. Diese Anreize sorgen dafür, dass von einem allgemein niedrigen Niveau aus Verbesserungen herbeigeführt werden, von denen zunächst die einen, aber mit Verzögerung auch die anderen profitieren. Das ist mir - wie auch in anderen Lebensbereichen - viel lieber als absolute Gleichheit auf niedrigem Niveau.
      Wenn man sich die Pflege in Krankenhäusern anguckt kann man wohl kaum von Verbesserungen sprechen.
      aber wenn mehr Leute in diesen Topf reinkommen, dann verbessert sich doch daran nichts. Die Personalkosten werden (grob zusammengefasst) mit allen Einzahlern verhandelt, die Pflegekräfte verdienen nur soviel wie die Beitragszahler bereit sind zu zahlen. Die Politik tut sich relativ schwer faire Löhne zu schaffen, weil der gemeine Wähler zwar regelmäßig applaudiert wenns heisst "total ungerecht wenn Profifussballer das 100fache verdienen", aber irgendwie auch keinen Bock hat 10€ im Monat mehr zu bezahlen um gute Löhne zu finanzieren. Da kann man vielleicht kurzfristig etwas machen wenn man finanzkräftigere Kundschaft mit in den Pott holt, aber die nächsten Gebührenerhöhungen können dann auch nicht immer wieder auf dem Rücken von Gutverdienern ausgetragen werden, weil die a) garnicht in der gewünschten Anzahl vorhanden sind und b) irgendwann auch garkeinen Bock mehr haben immer mehr zu zahlen für eine objektiv schlechtere Leistung.

      Es ist hauptsächlich der sozialisierte Teil des Gesundheitssystems der die schlechte Pflege in den Krankenhäusern ausmacht. Die wohlhabendere Kundschaft entzieht dem System ja keine Mittel, ganz im Gegenteil. Am Ende landets eh alles wieder im gleichen Topf. Die bessere Pflege die die einen bekommen, die ist ja geldwert bezahlt. Eine Subventionierung findet praktisch schon statt, zum Gewinn der Ärzte. Unter einer Einbeziehung in den sozialisierten Teil würden zuerst die Ärzte und das Pflegepersonal leiden, genauso wie die ehemaligen Privatpatienten. Der Gewinn für die Kassenpatienten wäre temporär pekuniär.
      -------------
      Team Goff
      I think you're always going to have tension in the Middle East when there's people who want to kill the Jews and Jews who don't want to be killed and neither side is willing to compromise.
    • Doylebeule schrieb:

      Erzwolf schrieb:

      Chief schrieb:

      Daher lautet - Deine Formulierung aufgreifend - meine Antwort : Ich halte die Gesundheit für viel zu wichtig, als dass man sie den Regeln der Wettbewerbs-/Marktwirtschaft entziehen sollte. Diese Anreize sorgen dafür, dass von einem allgemein niedrigen Niveau aus Verbesserungen herbeigeführt werden, von denen zunächst die einen, aber mit Verzögerung auch die anderen profitieren. Das ist mir - wie auch in anderen Lebensbereichen - viel lieber als absolute Gleichheit auf niedrigem Niveau.
      Wenn man sich die Pflege in Krankenhäusern anguckt kann man wohl kaum von Verbesserungen sprechen.
      aber wenn mehr Leute in diesen Topf reinkommen, dann verbessert sich doch daran nichts. Die Personalkosten werden (grob zusammengefasst) mit allen Einzahlern verhandelt, die Pflegekräfte verdienen nur soviel wie die Beitragszahler bereit sind zu zahlen. Die Politik tut sich relativ schwer faire Löhne zu schaffen, weil der gemeine Wähler zwar regelmäßig applaudiert wenns heisst "total ungerecht wenn Profifussballer das 100fache verdienen", aber irgendwie auch keinen Bock hat 10€ im Monat mehr zu bezahlen um gute Löhne zu finanzieren. Da kann man vielleicht kurzfristig etwas machen wenn man finanzkräftigere Kundschaft mit in den Pott holt, aber die nächsten Gebührenerhöhungen können dann auch nicht immer wieder auf dem Rücken von Gutverdienern ausgetragen werden, weil die a) garnicht in der gewünschten Anzahl vorhanden sind und b) irgendwann auch garkeinen Bock mehr haben immer mehr zu zahlen für eine objektiv schlechtere Leistung.
      Es ist hauptsächlich der sozialisierte Teil des Gesundheitssystems der die schlechte Pflege in den Krankenhäusern ausmacht. Die wohlhabendere Kundschaft entzieht dem System ja keine Mittel, ganz im Gegenteil. Am Ende landets eh alles wieder im gleichen Topf. Die bessere Pflege die die einen bekommen, die ist ja geldwert bezahlt. Eine Subventionierung findet praktisch schon statt, zum Gewinn der Ärzte. Unter einer Einbeziehung in den sozialisierten Teil würden zuerst die Ärzte und das Pflegepersonal leiden, genauso wie die ehemaligen Privatpatienten. Der Gewinn für die Kassenpatienten wäre temporär pekuniär.
      ist es nicht so, dass Privatpatienten bis zum Tod die Krankenversicherung bezahlen und gesetzliche ab dem RentenEintritt nicht mehr?
      ... am Anfang war es nur ein Gedanke...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von huesla ()

    • huesla schrieb:

      huesla schrieb:

      Bilbo schrieb:

      Ich geh mal davon aus das du mit dem 2. private gesetzlich Versicherten meinst. Die bezahlen natürlich auch bis zum Tod.
      prozentual genauso viel wie vor der Rente?
      nichtsdestotrotz zahlen private im Alter mehr als gesetzliche, oder täusche ich mich da?
      Ist das nicht naheliegend? Privatpatienten zahlen normalerweise den 2,3-fachen Satz an die Ärzte (und finanzieren damit mittelbar das Gesundheitssystem, da viele Ärzte an Kassenpatienten nichts mehr verdienen). Irgendwo muss das Geld herkommen, zumal die Krankenversicherungen auch Gewinne erzielen sollen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chief ()

    • Chief schrieb:

      Ist das nicht naheliegend?
      Nicht wirklich. Die Beiträge von älteren Versicherten in der PKV ist auch quersubventioniert durch Beiträge im jüngeren Alter, weil die Gesundheitskosten von älteren Menschen einfach um ein vielfaches höher liegen. Wenn man 1:1 das aktuelle Risiko durch Beiträge absichern wollte wären die Beiträge im hohen Alter astronomisch.
    • Erzwolf schrieb:

      Chief schrieb:

      Ist das nicht naheliegend?
      Nicht wirklich. Die Beiträge von älteren Versicherten in der PKV ist auch quersubventioniert durch Beiträge im jüngeren Alter, weil die Gesundheitskosten von älteren Menschen einfach um ein vielfaches höher liegen. Wenn man 1:1 das aktuelle Risiko durch Beiträge absichern wollte wären die Beiträge im hohen Alter astronomisch.
      Es stimmt, dass innerhalb der PKV eine altersmäßige Quersubventionierung erfolgt. Das steht aber nicht im Widerspruch zu meiner Aussage. Innerhalb der GKV erfolgt eine ähnliche - vermutlich noch stärkere - Quersubventionierung, da die Kassenbeiträge nicht an das Alter gekoppelt sind. Selbst wenn man berücksichtigt, dass Gehälter steigen, sind die Raten der Beitragssteigerung der PKV wohl prozentual höher. Zudem gibt es bei der GKV die Deckelung durch die Beitragsbemessungsgrenze.

      Die Beiträge in der PKV müssen im Mittel höher sein, weil die PKV höhere Zahlungen (als die GKV) vornehmen und zudem (im Regelfall) Gewinne erwirtschaften muss. Gerade in jungen Jahren ist die PKV aber trotz dieser Quersubventionierung oft beitragsmäßig günstiger als die GKV. Das ist ja gerade einer der Faktoren, mit denen die PKV ihre Versicherungen verkaufen.

      Also ist es für ältere Versicherungsnehmer entsprechend trotz der Quersubventionierung immer noch überdurchschnittlich teuer.