Indianapolis Colts 2017

    • rumpel schrieb:

      Bei den Ausfällen unserer Defense wäre ein Sieg die ultimative Blamage für Denver. Die taten sich schon immer schwerer als vermutet gegen uns.
      Es hat gereicht. :D

      Aber mit Trevor hätte es bestimmt nicht gerreicht...


      rumpel schrieb:

      Und wie viele Sacks schafft Von Miller? 3? 5? Übertrifft er Derrick Thomas?
      Komischerweise ist von in solchen Spielen irgendwie nie der 4-5 Sack Guy... :paelzer:

      Ich hoffe eurem verletzten Spieler geht es wieder besser.
      Der Dämon in Gedanken ist erbarmungslos
    • Eine frustrierende Saison nähert sich zum Glück dem Ende. Zu einzelnen Spielen möchte ich nichts mehr schreiben, da sich die gleiche Leier quasi jeden Spieltag wiederholt hatte. Ich beginne dann mal so langsam aber sicher mit meinem Saisonfazit und fange auch an mich intensiver mit der Draft zu beschäftigen.

      Ich habe für mich 3 Hauptgründe für die recht bescheidene Saison ausgemacht:

      1. Verletzungspech:
      In Indi ist es nun schon seit Jahren ein Problem, dass überdurchschnittlich viele Spieler auf IR gehen oder einfach nicht fit genug für eine lange Saison sind. Dieses Jahr ist es allerdings besonders schlimm. Nimmt man die PreSeason mit dazu, hat man bereits 19 (!) Spieler auf IR. Damit ist man ganz oben mit dabei.
      Das größte Problem dabei ist, dass es hier auch noch mit die besten Spieler getroffen hat. Mal eine kleine Auswahl:
      • A. Luck: zweifellos der beste Spieler der Franchise
      • P. Desir, R. Melvin und eigentlich auch V. Davis (er wäre auch ohne Cut zu 99% auf IR gelandet) die Top3 CB
      • J. Mewhort und R. Kelly die beiden besten OL. Beide waren aufgrund von Verletzungen vor der Saison nie wirklich fit. Mit D. Bond und K. Kalis die ersten Back-up OL und D. Good (eigentlich auch Starter in der OL) war ursprünglich auch auf IR
      • E. Jackson (meiner Meinung nach unser bester ILB), J. Simon (starting OLB), J. Bostic (starting ILB) und H. Anderson (starting DE). Letztere mit einem gebrochenen Kehlkopf, wo die Verletzung scheinbar lebensgefährlich war...
      • M. Hooker ging nach einem vielversprechenden Debut auch recht schnell auf IR und unser SS C. Geathers kam erst gegen Ende der Saison langsam von einer schweren Verletzung aus dem Vorjahr zurück.
      • etc.
      Ich hatte schon öfters geschrieben, dass man sich in Indi ernsthaft Gedanken machen sollte, was der Hauptgrund für diese langanhaltende Misere ist und endlich mal gegensteuert. Gemäß diverser Foreneinträge und Berichte kommen immer wieder die Themen schlechte medizinische und Athletik-Abteilungen sowie der zu harte Turf im LucasOil auf.
      Für mich auf jeden Fall das Hauptproblem. Insbesondere die Luck-Situation lief mehr als unglücklich und sein Verlust wiegt natürlich am Schwersten.

      2. Fehlende Mentalität
      Hier sehe ich für die Zukunft ein großes Problem, falls man nicht gegensteuert. Man hat sehr viele Spiele erst im letzten Viertel hergeschenkt. Oftmals hatte man sogar eine zweistellige Führung nach der Halbzeit und trotzdem regelmäßig verkackt. Sowohl in der Offense, als auch in der Defense. Viele Berichte aus Medien um Indi die ich gelesen habe, haben hier auch den Finger in die Wunde gelegt. Oft wurde hier auch das WR-Corps angegriffen. Scheinbar hat sich die locker room Atmosphäre stark verschlechtert. Eine solche Situation kenne ich in Indi nicht. Meist war es eher so, dass wir die engen Spiele über Jahre gewonnen haben (gut in den POs nicht unbedingt :madfan: ). Manning und Co. haben immer dafür gesorgt, dass jeder fokussiert war und auch in den ersten Jahren unter Pagano war das noch so. Ohne die richtige Mentalität gewinnst du keinen Blumentopf, da nützen dir auch die tollsten Draftpicks nix. Zur Not muss man Spieler gehen lassen, die schlechten Einfluss haben. Auch wenn sie vielleicht eher zu den Besseren gehören und die Entscheidung vielleicht etwas unpopulär ist.

      3. Coaching:
      Ich habe überlegt, ob ich Punkt 2 und 3 nicht zusammenfassen soll. Aber ich glaube nicht, dass man Pagano die Mentalität absprechen kann. Jemand der den Krebs besiegt und insbesondere in seinen ersten 4 Saisons viele Spiele erst kurz vor Schluss entschieden hat, der hat meiner Meinung nach die richtige Einstellung. Es ist glaube ich eher so, dass sich Pagano bei den Colts abgenutzt hat. Offensichtlich erreicht er die Spieler nicht mehr wie früher. Vielleicht fehlen ihm auch einfach die Spieler der alten Garde wie Wayne, Mathis oder Reitz?
      Das er nicht immer die glücklichsten Entscheidungen trifft waren wir auch aus seinen ersten Saisons gewohnt, aber mittlerweile ist die Frequenz dieser falschen Entscheidungen zu hoch. Des Weiteren sieht er gegen die richtig guten Coaches meist immer sehr schlecht aus und lässt sich regelmäßig ausmanövrieren. Zu gute halten muss man ihm, Rumpel hatte das schon mal geschrieben, dass er sich in seiner Spielvorbereitung deutlich gesteigert hatte. Lief man die letzten Jahre meist einem Rückstand hinterher, so war es dieses Jahr gerade umgekehrt.
      Unsere Koordinatoren habe ich sowieso gefressen. Chud hatte es nie geschafft eine variable Offense zu etablieren. Die O-Line hatte Ende letzten Jahres gute Ansätze gezeigt, durch eine aus meiner Sicht unnötige Rotation zu Beginn der Saison und fehlender Entwicklung endete man mal wieder als das Team, das die meisten Sacks zugelassen hat. Playcalling, insbesondere bei 3rd downs, war meist der Horror und wird aktuell bei stampedeblue in mehreren Berichten komplett zerpflückt. Zu oft hat mann alle WR auf zu komplizierte Routen geschickt, die zu viel Zeit zur Entwicklung benötigen.
      In der Defense sieht es nicht anders aus, obwohl Monachino das beste Material seit langem zur Verfügung hat (eine bessere D-Line habe ich persönlich in Indi noch nie gesehen), war das oftmals zum Haare raufen. Insbesondere wenn er auf seine kuriosen 2 oder 3 man pressure Formationen gewechselt hat. Zu oft hat man sich auch hier aushebeln lassen und ist von bis dahin funktionierenden Systemen unerklärlicherweise abgewichen. Resultat waren dann in Summe viel zu viele Big plays.
      Hier erwarte ich auf jeden Fall Veränderungen. Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr ein komplett neues Coaching haben werden.

      Für mich sind das die 3 großen Übel, welche unbedingt abgestellt werden müssen, will man wieder an die alten Zeiten anknüpfen.
      So das reicht dann auch erstmal. In den nächsten Tagen oder Wochen kommen dann noch mehr (weinerliche) Beiträge zu anderen Themen.
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