Was ist los in Österreich (Teil 2)

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    • Chicago schrieb:

      Ein interessanter Kommentar aus der Welt zu Kurz und Österreich.

      welt.de/debatte/kommentare/art…in-neues-Oesterreich.html
      Sehr verallgemeinert, aber vielleicht ein guter Diskussionansatz.


      Silversurger schrieb:

      Chief schrieb:

      Im Frühjahr war die FPÖ nach meiner Erinnerung in Umfragen noch bei 33 % - und im Zweifel dürfte die FPÖ in Umfragen sicher nicht übergewichtet sein.
      Da wäre ich nicht so sicher. Es gibt zwar den Effekt, dass die Wähler solcher Parteien bei Umfragen seltener teilnehmen und/oder ihre tatsächliche Wahlabsicht verschweigen. Es gibt aber auch den Effekt, dass mit etwas Abstand zur Wahl meist mehr Leute mit einer Protestwahl liebäugeln als wenn die Wahl wirklich bevorsteht. Im Fall der FPÖ kommt hinzu, dass die in Österreich mittlerweile so etabliert und enttabuisiert ist, dass auch die Hemmschwelle, sich bei einer Umfrage zu ihr zu bekennen, mit der Zeit gesunken sein dürfte. All diese Überlegungen stellen auch die Unfrageinstitute an und lassen entsprechende Korrekturfaktoren einfließen. Da diese angesichts der unklaren Gemengelage sehr unsicher sind, liegen die Umfragen in Zeiten wie unseren, in denen die Parteienlandschaft sich im Umbruch befindet, häufiger daneben als man es lange gewohnt war - und Aussagen wie "Partei X dürfte sicher nicht übergewichtet sein" kann man getrost vergessen.
      Dazu bin ich zuwenig im Thema drin, aber dass vor 1-2 Jahren als sich SPÖVP nur noch gegenseitig ans Bein gepisst haben, mehr Leute für die Protestpartei waren, ist kein Geheimnis.
      Und dass Kurz und die ÖVP im Bereich der potentiellen FPÖ Wähler gewildert haben, kann man meiner Meinung nach nicht in Frage stellen. Teilweise wurde FP Programm fast kopiert.

      Wie Honka schon schrieb war (ohne jetzt auf Umfagewerte viel zu geben) zu erkennen dass die Menschen Kurz die Flüchtlingsthematik mindestens genauso abkaufen als die der FPÖ und das war ein wichtiger Grund (neben dem "alles wird neu"- Thema) warum die ÖVP so gut abgeschnitten hat.
      Dazu auch nicht uninteressant: Die Wählerstromanalyse: zeit.de/politik/ausland/2017-1…erung-waehlerstromanalyse
      GO Irish!
    • Silversurger schrieb:

      Chief schrieb:

      Im Frühjahr war die FPÖ nach meiner Erinnerung in Umfragen noch bei 33 % - und im Zweifel dürfte die FPÖ in Umfragen sicher nicht übergewichtet sein.
      Da wäre ich nicht so sicher. Es gibt zwar den Effekt, dass die Wähler solcher Parteien bei Umfragen seltener teilnehmen und/oder ihre tatsächliche Wahlabsicht verschweigen. Es gibt aber auch den Effekt, dass mit etwas Abstand zur Wahl meist mehr Leute mit einer Protestwahl liebäugeln als wenn die Wahl wirklich bevorsteht. Im Fall der FPÖ kommt hinzu, dass die in Österreich mittlerweile so etabliert und enttabuisiert ist, dass auch die Hemmschwelle, sich bei einer Umfrage zu ihr zu bekennen, mit der Zeit gesunken sein dürfte. All diese Überlegungen stellen auch die Unfrageinstitute an und lassen entsprechende Korrekturfaktoren einfließen. Da diese angesichts der unklaren Gemengelage sehr unsicher sind, liegen die Umfragen in Zeiten wie unseren, in denen die Parteienlandschaft sich im Umbruch befindet, häufiger daneben als man es lange gewohnt war - und Aussagen wie "Partei X dürfte sicher nicht übergewichtet sein" kann man getrost vergessen.
      Da bist Du der Fachmann ;) Ich habe hauptsächlich an die erstgenannten Effekte gedacht. Ich habe z. B. den subjektiven Eindruck, dass auch die AfD in Umfragen/Prognosen immer etwas schlechter abschneidet als in der Realität. Aber das ist nur ein persönlicher Eindruck, keine wissenschaftlich fundierte Untersuchung.
    • Chicago schrieb:

      Ein interessanter Kommentar aus der Welt zu Kurz und Österreich.

      welt.de/debatte/kommentare/art…in-neues-Oesterreich.html
      Ein interessanter Gedankengang, der aber m. E. auf halbem Weg stehen bleibt. Denn auch der (nicht nur) dort verwendete Begriff "populistisch" ist ebenso richtig wie nichtssagend. Das hat der (linke) Kabarettist Volker Pispers vor ein paar Jahren schon im Hinblick auf Lafontaine schön herausgearbeitet: Es liegt - wenn auch nicht begriffsnotwendig - fast schon in der Natur eines Politikers, populistisch zu sein, weil er möglichst viele Wählerstimmen benötigt. Schulz, Merkel, Seehofer & Co. sind auch alle "populistisch" - das ist ihr Job. M. E. sollte man daher - gerade auch seitens der Presse - solche nichtssagenden Begriffe weglassen und sich auf die Argumente in der Sache konzentrieren.
    • Chief schrieb:

      Chicago schrieb:

      Ein interessanter Kommentar aus der Welt zu Kurz und Österreich.

      welt.de/debatte/kommentare/art…in-neues-Oesterreich.html
      ...das ist ihr Job. M. E. sollte man daher - gerade auch seitens der Presse - solche nichtssagenden Begriffe weglassen und sich auf die Argumente in der Sache konzentrieren.
      Da bin ich total bei dir, aber wie hier im Thread schon das Beispiel des Journalisten Herrn Misik zeigt, ist dass zu selten der Fall. Fast immer gibt der Herausgeber oder die Orientierung der Redaktion den politischen Tenor vor.
      GO Irish!
    • Der Punkt den ich bei Österreich noch nie verstanden habe ist der das dort schon immer das Ausländerthema so einen riesigen Stellenwert eingenommen hat.
      Man hat es zwar geschafft sich vom Mythos des Opfervolkes der Nazis zu verabschieden, aber diese unglaublich präsenten rechten Tendenzen seit Ewigkeiten sind schon erstaunlich.
      erstmals einen Beitrag wegzensiert bekommen. Bin ein Rebell :hinterha: