FAZ: "Tage des Dauerdonners - das Ende der Football-Begeisterung"

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    • @gonzales:
      du bist ja diese saison auch eingestiegen ins journalistische geschäft. vielleicht dauert's noch ein paar jährchen, bis du von dem hehren ansatz weg kommst, berichte würden in der erwartung verfasst, dass sich etwas ändert. ;) [/QUOTE]

      ich schreib auch schon ein paar jährchen, und habe mir trotzdem den "hehren ansatz", dass sich etwas bewegen lässt, erhalten. kopf hoch gonzales :mrgreen:
      ...and the Home of the C H I E F S
    • @Derek Brown
      Finde deine Ausführungen echt klasse. Deckt sich auch weitgehend mit meiner Meinung.
      Auch grade was du im letzten Post geschrieben hast. Viele meckern über das Niveau in der NFLE. Dabei ist das vom Playcalling in der NFL doch nichts anderes. Football ist heutzutage (früher eigentlich auch schon) nun mal defenseorientiert. In erster Linie gilt es Turnovers zu vermeiden. Punt-Festivals gibt es in der NFL genauso viele wie in der NFLE.

      Wendigo schrieb:

      Nö, kann man nicht. Von vielleicht 20 NFLE-Gängern in meinem weiteren Bekanntenkreis trifft das auf genau einen zu. Der Rest hat auch nach 10 Jahren vom Football wenig bis gar keine Ahnung.
      Ist `ne Definitionssache. Die Grundregeln kennen bei der Galaxy glaub ich schon recht viele mittlerweile. Das sind bestimmt über 50 %. Wenn das jemand anders sieht, akzeptier ich das, weil ich ihm nicht das Gegenteil beweisen kann. Ist nur eine Einschätzung von mir.

      Wendigo schrieb:

      Ist ja auch so ne schöne und einfache Rechnung: Am Anfang kommen sie wegen dem Spektakel und später dann wegen dem Spiel. Bloß: So funktioniert's nicht. Wie die Zuschauerzahlen eindrucksvoll belegen.
      Da muss ich dir aber mal heftig wiedersprechen. Siehe Zuschauerzahlen in Frankfurt und Düsseldorf. Die sind nach über 10 Jahren immer noch hoch und das obwohl ein Großteil der Leute von dem Partykrams schon gesättigt ist. Das zeigt eindeutig, dass eine Menge Leute auch den Sport mag. Der Anteil der Gelegenheitsbesucher nimmt von Jahr zu Jahr ab. Der Anteil der Footballfans nimmt von Jahr zu Jahr zu. Und das ist in allen Stadien so, auch in Amsterdam, Berlin, Köln, Hamburg. In Hamburg hat man ja Football auch schon seit 10 Jahren durch die Blue Devils, weswegen der prozentuale Anteil der wirklichen Footballfans bei den Sea Devils ungefähr auf dem Stand der Galaxy und Rhein Fire sein sollte.

      @Paelzer
      Das mit dem Worldbowl-Champion Rhein Fire hab ich nur ironisch geschrieben, weil die Bookies von betandwin damals die Quote von Rhein Fire als Worldbowl-Sieger schon nach dem dritten Spieltag rausgenommen hatten. Darüber hab ich mich dann etwas geärgert.
      Und falls du es nicht so siehst, dass 90 % der Galaxy-Zuschauer Eventies sind, dann sag was anderes. Ich dachte du hättest sowas mal im DEL-Thread erwähnt, weswegen ich das nur aufgegriffen hab. Wenn du was anderes denkst, kannst mich ja korrigieren.
    • okoye schrieb:

      ich schreib auch schon ein paar jährchen, und habe mir trotzdem den "hehren ansatz", dass sich etwas bewegen lässt, erhalten. kopf hoch gonzales :mrgreen:


      Das kommt aber ganz gewaltig auf Medium und Ressort an. Ich habe beide Seiten des Jobs kennengelernt - zum einen die fast gänzliche Freiheit über jedes Thema, dass halbwegs interessierte, schreiben zu dürfen, zum anderen Themen bedienen zu "müssen", weil sich die ganze Sache ja auch verkaufen muss.
    • Ist nicht der Spektakelcharakter für eine europäische Sportlige kontraproduktiv? In Europa - gerade in Deutschland - findest du ein sehr sportkundiges und -interessiertes Publikum, das auch mit unpopulären Sportarten wenig Berührungsängste hat. Hierzulande sind selbst die Weltmeisterschaften im Dressurreiten und Rollhockey exzellent besucht.


      Der Erfolg der NFLE ist m.E. dann gegeben, wenn sie es schafft, eine emotionale Brücke zu den Fans oder den Besuchern zu bauen, so wie es z.b. der Galaxy gelungen ist. Dann sind alle anderen Themen wie sportliche Leistungen zweitrangig. Mann muss sich nur einmal die Bundesliga ansehen. Es gibt in Deutschland nur einen einzigen Verein, der professionell geführt wird, d.h. der sportliche und wirtschaftliche Kompetenz aufweisen kann, dann haben wir noch ein paar "Möchte-Gerns", die gelegentlich etwas zustande bringen und der Rest ist mehr oder weniger austauschbar. Warum hat sind die Stadien dann trotzdem gut besucht - wahrscheinlich sind es mehr emotinale Gründe, die die Fans an die einzelnen Mannschaften bindet.
    • Vom mir aus können die die " World League " ruhig wieder einstellen. Ich für meinen Teil habe mich seit Ende der 90ziger Jahre von der NFLE abgewannt. Mich erinnerten die Spiele in Düsseldorf und Frankfurt mehr an eine Kirmis, als an ein Footballspiel. Ich erlaube mir mal das zu sagen, da ich schon bei diversen NFL-Games Live dabei war. Da erinnert man sich gerne an den Worldbowl in Berlin. 93 spielten dort die Vikings@Bills. Dort war eine Stimmung ,wie ich sie in der NFLE noch nie erlebt habe. Ich kann mich mit keinem " Team " identifizieren, in dem jeden Jahr ein komplett neuer Kader vorhanden ist. Den Artikel würde ich so sofort unterschreiben. Der Mann hat ganz einfach nur recht.
    • Disastermaster schrieb:

      Seltsamer Worldbowl 93 in Berlin :D bei dem ich selbst war und die Stimmung nicht gerade als berauschend fand. Richtig Stimmung gab es dort nur, als das viertel Stadion Galaxy gerufen hat.

      Die Geschmäcker sind halt verschieden. Für mich war das damals ein Highlight.
      War doch ganz nett mit dem 4 maligen AFC Champion........
    • SamK54 schrieb:

      Das kommt aber ganz gewaltig auf Medium und Ressort an. Ich habe beide Seiten des Jobs kennengelernt - zum einen die fast gänzliche Freiheit über jedes Thema, dass halbwegs interessierte, schreiben zu dürfen, zum anderen Themen bedienen zu "müssen", weil sich die ganze Sache ja auch verkaufen muss.

      stimmt. bei bravo oder praline beispielsweise kann man als journalist noch was ändern - sexuelle vorlieben der geiernden leserschaft beispielsweise. :jeck: ansonsten wird der missionarische eifer des journalistischen nachwuchses bei seriösen medien sehr schnell unsanft von der realität und der desillusion über die eigenen einwirkmöglichkeiten eingeholt. aber dorthin kommen unsere jungspunde auch noch, lehnen sich dann genauso lethargisch wie wir am schreibtisch zurück und erledigen einfach nur - einigermaßen professionell - den job. :mrgreen:

      @patmann:
      du kannst derek noch so sehr um den bart streichen, aber den kern triffst du im gegensatz zu ihm nicht. es geht nämlich nicht darum, ob es punt-festivals gibt oder nicht, sondern darum, was man in der liga verändern könnte, um die zuschauer für die nfle zu begeistern.
      zu den 90 prozent, die du mir und vielen journalisten so nonchalant untergeschoben hast: es ist wie so oft - du glaubst etwas zu wissen und erhebst es einfach mal zum allgemeingültigen postulat; ungeachtet dessen, ob es richtig ist oder nicht. das macht konstruktive, gerne auch kontroverse diskussionen mit dir so schwer. du hättest nämlich einfach mal nachschauen können, ob ich das (speziell im zusammenhang mit den galaxy-fans) tatsächlich gesagt habe, bevor du das hier behauptest. und, überraschung, du hättest gemerkt, dass ich das nie gesagt habe. aber hauptsache, du hast getutet.

      edith: du magst jetzt behaupten, dass deine fire-prognose ironisch gemeint war. täte ich wahrscheinlich auch, um mich zu retten. leider gab dein damaliges statement nicht den geringsten hinweis darauf, dass du es nicht ernst gemeint haben könntest. und so hat es auch keiner der mitdiskutanten verstanden. deshalb nimmst du es mir nicht übel, wenn ich dieser neuen mär nun nicht glaube.
    • xxl-kalle schrieb:

      Ich kann mich mit keinem " Team " identifizieren, in dem jeden Jahr ein komplett neuer Kader vorhanden ist. .


      das ist doch schon seit beginn der WLAF 1991 so nur erst in den letzten jahren wird dieses argument immer mehr dazu benutzt die sinkeneden zuschauerzahelen zu erklären.
      in welcher sportart kann man sich denn noch wirlklich mit einem team identifizieren, überall spielen mehr ausländer als deutsche und die meisten haben kurzfristige verträge und wechseln alle jahre die teams.
    • paelzer schrieb:

      stimmt. bei bravo oder praline beispielsweise kann man als journalist noch was ändern - sexuelle vorlieben der geiernden leserschaft beispielsweise. :jeck:


      Bei beiden genannten Publikationen bekommt das Schlagwort vom aufklärerischen Journalismus doch mal eine ganz andere Bedeutung... :mrgreen:
    • Also erstmal noch kurz zum Artikel von Frank Neumann.
      Ich hab nichts dagegen, dass er die NFLE mal kritisiert. Sowas kann ja auch hilfreich sein. In diesem Fall ist die Kritik aber völlig überzogen und zu einem großen Teil auch unsachlich. Hinzu kommt, dass die FAZ nur ganz selten mal über die NFLE berichtet und wenn sie es tut, kommt ja irgendwie meist nur was Negatives raus. Dass nicht alles negativ an der NFLE ist, sondern auch eine ganze Menge gut ankommt, darüber dürften wir uns einig sein.
      Außerdem stört mich, dass von Neumann so viel kritisiert wird, er jedoch kaum bis wenig Begründungen findet. Er schmeißt mit Kritik um sich, ohne sie zu erörtern.

      Es wird zum Beispiel kritisiert, dass die Spieler für wenig Geld ihre Knochen hinhalten. Da frag ich mich doch wie er es lieber hätte. Dass den Spielern hier noch das Geld in den Allerwertesten geblasen wird oder wie? Wenn die wenig verdienen, find ich das jedenfalls einen unschlagbaren Vorteil gegenüber zum Beispiel der Fußball-Bundesliga, wo die hohen Gehälter und Ablösesummen von den Vereinen teilweise direkt an die Fans über die hohen Ticketpreise weitergegeben werden.

      Dann wird kritisiert, dass die Spieler hier keiner kennt. Da sollte er sich mal selbst an die Nase fassen. Warum schreibt er denn nicht mal einen Artikel, wo er den Leuten die Spieler vorstellt. Würde man Eishockeyspieler in Deutschland kennen, wenn über sie nirgendwo berichtet würde? Selbst Michael Ballack würde man nicht kennen, wenn niemand über ihn was schreiben würde.

      Nun aber zu den Ansätzen von Paelzer.

      paelzer schrieb:

      - wir haben nach meiner einschätzung (patmann, genau hinschauen, hier siehst du nämlich tatsächlich mal eine zahl von mir) ein verhältnis von 60:40, vielleicht sogar 70:30 zwischen event-publikum und eingefleischten football-fans.
      Also ich glaub, dass es mittlerweile mindestens 50:50 ist. Zumindest dann, wenn man alle Zuschauer als Footballfans bezeichnet, die die wesentlichen Regeln kennen, die schon mehrmals da waren und die hauptsächlich wegen des Spiels zum Stadion kommen.
      Herausfinden kann man das ziemlich gut anhand der Dauerkarten. Bei Dauerkarten-Kunden geh ich einfach mal davon aus, dass diese zu den eingefleischten Fans gezählt werden. In Frankfurt verkauft man über 8.000 Dauerkarten. Zuschauerdurchschnitt war dieses Jahr ca. 28.000. Von den restlichen 20.000 sind meiner Meinung nach locker nochmal 6.000 richtige Footballfans, die sich ihre Tickets halt nur über den Einzelkauf sichern. Somit wäre die Marke von 50 % erreicht. Auf Dauer werden es bestimmt noch mehr.

      - hmm. schwer zu beantworten. die zuschauerzahlen und die entwicklung über die saison, aber auch die beiträge in diversen foren deuten darauf hin, dass sich die zufriedenheit in engen grenzen hält.
      Forumsbeiträge sollte man in meinen Augen niemals für sowas heranziehen. Erstmal treiben sich vielleicht höchstens 2 bis 3 % der Zuschauer überhaupt in den Foren rum. Zweitens sind diese auf keinen Fall repräsentativ.
      Die Zuschauerzahlen waren dieses Jahr nicht viel schlechter als in der Vergangenheit, insofern kein Anhaltspunkt für eine Abnahme der Begeisterung.
      Was man schon eher als Anhaltspunkt nehmen könnte, ist die Stimmung in den Stadien. Sieht man zufriedene Gesichter? Unterstützen die Fans ihr Team? Ist Begeisterung zu spüren? Sind die Fans gut drauf? Feiern sie?
      Mein persönliche Eindruck (ich war dieses Jahr in Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf) war in dieser Hinsicht recht positiv. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten Zuschauer sehr zufrieden waren.

      - auch hier nur eine (angesichts der laufenden saison zumindest ein wenig fundierte) vermutung: er reicht, über die verschiedenen standorte gesehen, insgesamt nur schwerlich für stabilität. für wirkliches wachstum allerdings ganz sicher nicht.
      Für Stabilität reicht es sicher meiner Meinung nach. Sieht man zum Beispiel an Hamburg. Team spielt eine Grottensaison. Werbung wurde zum Ende hin fast eingestellt. Trotzdem beim letzten Spiel noch echte 10.000 bis 12.000 Zuschauer. Das kann sich wirklich sehen lassen. Da stimmt die Basis einfach. Das Team ist in der Stadt angekommen.
      Für Wachstum reicht es momentan noch nicht. Der Hauptgrund dafür ist, dass die NFLE-Teams in ihren Städten, aber auch überregional, von den Medien noch zu sehr gemieden werden. Damit in allen Stadien dauerhafte Zuschauerzahlen von 30.000 möglich werden, braucht man eine gute überregionale Berichterstattung. Und zwar auf einer ähnlichen hohen Qualität und Quantität wie im Eishockey oder Handball. Darin liegt der Schlüssel.

      Ich finds gut, dass du mal formuliert hast wie du dir eine ideale NFLE vorstellst. Wenn man kritisiert, sollte man am besten auch Vorschläge zur Verbesserung machen.

      So bahnbrechend sind deine Überlegungen dann, vorsichtig formuliert, allerdings doch nicht.
      Das mit den 2 Dimensionen a 4 Teams ist ok. Wird ja auch angedacht.
      50 % aus anderen Ländern finde ich nicht gut. Man sollte sich auf einen Markt konzentrieren (Deutschland). Das schafft Synergien. Zum Beispiel die Medienberichterstattung.

      - die teams haben die möglichkeit, sich um ein viertel ihrer us-spieler selbst zu kümmern, um so inklusive der nationals ein identifikationsmarke durch wiederkehr zu schaffen
      Würde ich befürworten. Das Problem der fehlenden Identifikationsmöglichkeit ist ohne Zweifel ein sehr großes Manko. Da muss was passieren.

      - man verpflichtet trainer ohne arroganz gegenüber den "dummen europäern", mit einem faible für eine ausgewogene offensive und dem mut zum langen ball.
      Warum sollte man sowas einschränken und vorgeben? Ich finde das sollte den Trainern selbst überlassen werden wie sie spielen. Und Mut zum langen Ball...? Da hat jeder Coach halt seine eigene Philosophie. Wichtig ist, dass die Coaches erfolgsorientiert spielen. Oftmals stehen lange Pässe im Widerspruch mit Erfolg. Manchmal geht das aber auch gut, wenn das Personal und andere Dinge stimmen.

      nenn mich konservativ, aber die frisbee-fangenden köter vor einigen jahren waren so schlecht nicht.
      Ah ja ;)

      - die fanbetreuung wird intensiviert.
      Erörter mal. Was könnte man da zum Beispiel machen?
    • paelzer schrieb:

      aber, und das versuche ich gerade im dialog und mit thesen, man kann sich über einzelne punkte/fragen/thesen zu einer gesamtanalyse hinarbeiten und dadurch vielleicht ein machbares szenario für eine attraktive nfle 2015 entwickeln.


      Und weil das ein sinnvoller Ansatz ist, steige ich ja auch darauf ein. ;) Nur unterstelle ich das dem Autor des Artikels eben nicht. Bei dem vermute ich wie bei der FAZ generell ein ganz anderes Motiv. Die FAZ konnte mit dem Entertainment-Aspekt der Galaxy nie etwas anfangen. Zu sagen, dass ihr das suspekt war, wäre IMHO eine ganz schöne Untertreibung. Was hatte dieser ganze Schnickschnack mit dem eigentlichen Sport zu tun? Die kommen IMHO mit der Modernisierung nicht klar wie es die DFBler, die vor 10 Jahren noch gegen Cheerleader wetterten und sie heute doch haben, auch nicht konnten. Und jetzt hat man endlich die Gelegenheit der Galaxy vor`s Schienbein zu treten und zu sagen: „Wir haben doch immer Recht gehabt!“ (BTW, da passt ein Satz wie „Aber was in Europa gut ankommt, darüber hat man sich in Amerika ja zuletzt immer weniger Gedanken gemacht" geradezu bilderbuchmäßig, denn „Anti-Amerikanismus erlaubt es den Europäern die Pathologien der Moderne zu externalisieren“ – J.C. Behrends ;) )

      Ich habe mir keine tiefgehenden Gedanken gemacht und hab` auch keine „DB-Vision“, aber ich würde erstmal aufhören, über das vermeintliche Unwissen des Eventpublikums herzuziehen. Ja, Football ist ein komplexerer Sport als Fußball aber auch in den Bundesligastadien treibt sich genug „Eventpublikum“ rum und die eingefleischten Fans haben IMHO auch nicht allzu viel Fachwissen. Ich weiß ja nicht, in welche Stadien ihr so geht, aber wenn meine Mannschaft Mist spielt, wird nicht über die Laufrouten in den Halbräumen diskutiert. Da heißt es einfach „Die sind zu blöd, das Tor zu treffen“ und „Die sollen erstmal Laufen lernen. Ab in den Odenwald. Die Berge rauf und runter!“. Und dass dies kein hessisches Problem ist, scheint mir jede Krombacher Runde zu belegen.

      Ein Problem der NFLE scheint mir die Expansion der NFL zu sein. Als die NFLE wiederkam, gab es 4 NFL-Teams weniger. Diese 4 Teams saugen Talent ab, das sich ansonsten auf die bestehenden Teams verteilt und so andere Spieler raus und in die NFLE gedrängt hätte. Und dabei geht es nicht nur um die 220 Spieler in den Endkadern, sondern darum, dass ja gerade im Frühjahr die Kader im Hinblick auf die Camps noch viel größer sind. Daran lässt sich nichts ändern, nur würde die Sache nicht besser werden, wenn die NFL weiter expandieren sollte.

      Die NFLE hat ein QB-Problem. Das ist zwar nicht so simpel gestrickt, wie manche (Journalisten ;)) glauben, denn wie die Galaxy mal wieder beweist, ist der beste QB nicht der einst am höchsten gehandelte, aber trotzdem. Nur wen kann das überraschen? Die NFL hat docj ein QB-Problem. Es mangelt an guten Spielmachern und da kann es sich kaum ein NFL-Klub erlauben, viel versprechende Leute abzustellen. Das hat weniger mit Respektlosigkeit gegenüber der NFLE als viel mehr mit blanker Not zu tun.
      Da könnte man aber was machen. Ich wäre für eine „third year rule“, nämlich dass jedes NFLE-Team pro Saison einen QB bekommen muss, der zwei Jahre in einem NFL-Kader stand. Packers-Coach McCarthy sagt ja gerne, dass die Leute erst dann genug gelernt haben und ich stimme voll zu. Das müsste man vorausplanen 2007 sind die Saints dran, einen für die Galaxy abzustellen, ’08 die Falcons…in den beiden Vorbereitungsjahren könnte man das gut mit einer Regel kombinieren, dass der „designated NFLE-QB“ nicht gegen das Roster-Limit zählt. Bei einer Expansion auf 8 Teams könnte man Teams auch an NFL-Divisionen binden…

      Wiederkehrende Spieler, die den Teams mehr Gesicht geben, sind sicherlich eine gute Sache, nur muss man es da IMHO nicht übertreiben, zumindest nicht was die Zahlen angeht. Ob ein Guard wiederkommt, juckt doch nicht nur das „Eventpublikum“ wenig. Das müssen Spieler auf „playmaking positions“ sein, die man auch mit Spielern besetzen kann, die es nicht in der NFL schaffen werden. Der #2 WR, #2 TE oder #2 CB wären solche Positionen. Die Namen der Leute würden im Spiel fallen und der #1-Posten wäre mit potenziellen NFL-Spielern besetzt, so dass auch die NFL-Teams etwas davon hätten. Das müsste man auch den Spielern schmackhaft machen und in die Richtung scheint ja die Entwicklung zu gehen, denn die beiden Spieler, die die Galaxy im Herbst zurückholen will, sollen ja Sprachkurse bekommen und hier richtig arbeiten. Diese Zusatzqualifikationen wären ja vielleicht sogar was für etwas erfahrenere Spieler, die nach Ablauf einer mittelprächtigen NFL-Karriere den Absprung in einen anderen Job suchen und das wird von der NFL bereits jetzt gefördert. (Dilemma: Genau das sind aber Eingriffe ins Spielgeschehen).

      Was die Show angeht…IMHO gibt’s da kaum einen vernünftigen Mittelweg, denn die NFLE ist nicht die NFL und kann sich nicht Stars wie die Stones leisten, auf die sich notfalls alle einigen können. Wer Spiele gerne bei Kerzenschein und mit Schweigegelübde sehen will, soll halt 5 nach 7 kommen. Niemand zwingt die Leute, sich das Showprogramm anzuschauen. S’ist schon merkwürdig – die Leute kommen nicht wegen der Show kritisieren sie aber lautstark…ach ja, ich wäre für einen dressierten Hund, der das Kicking Tee vom Platz holt. Das kostet wenig und die Fans im Superdome haben „Blue“ geliebt. Aber vermutlich würde die FAZ dann schreiben, dass Tiere und Babys immer ziehen und dass man darauf bei einer Sportveranstaltung setzen würde, zeige, wie verzweifelt die NFLE-Macher doch wären. :hinterha:
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • dann gebe ich auch mal meine senf dazu. ich hoffe ich senke das niveau der diskussion hier nicht zu sehr ;)

      was den artikel betrifft, bin ich der meinung, dass einige der kritikpunkte absolut zutreffend sind. allerdings nehme ich ihn schon alleine aufgrund dieses satzes

      "Aber was in Europa gut ankommt, darüber hat man sich in Amerika ja zuletzt immer weniger Gedanken gemacht."

      maximal als kommentar wahr.

      die von patmann genannte 50:50 quote ist sehr unrealistisch. das argument
      mit den dauerkartenbesitzern zieht imo auch nicht. ich sitze seit jahren mittendrin (habe seit 97 kein spiel mehr verpasst) und behaupte jetzt mal frech dass, vielleicht 10 prozent wirklich verstehen was da unten abgeht. klar, die grundregeln können einige mehr, aber sobald es an "feinheiten" wie onsidekick, kneeldowns,spikes oder timemanagement geht hört es dann kollektiv auf.
      allerdings die aussage, dass die grenzen zwischen sport und party immer mehr zugunsten des entertainments verschwimmen halte ich auch für falsch. ich denke das war vor einigen jahren noch deutlich mehr. früher gab es bands in der halbzeitpause, jetzt rennen leute über den platz die sich nicht mal die einfachsten spielregeln merken können bzw. wollen. auch vor dem spiel war früher einiges mehr geboten. vieles geht allerdings auch durch den stadionumbau nicht mehr (kein helikopter, fallschirmspringer). auch die "abseilaktion" am sonntag war insofern nicht neues, wenn ich an den todessprung vor einigen jahren denke.
      ich finde das alles aber auch nicht schlimm. wie schon derek brown schrieb ist ja keiner gezwungen sich das ganze anzuschauen und wenn es mehr zuschauer bringen sollte (was ich mir beim aktuellen niveau des rahmenprogramms bei bestem willen nicht vorstellen kann), dann ist das doch auch in ordung.
      mir hat das rahmenprogramm früher eingentlich immer gut gefallen, aber mitterweile kann ich mich für kaum etwas mehr wirklich begeistern. das einzige was mir heuer positiv in erinnerung bleiben wird, ist die wall of fame aktion.
      ich denke, dass das entertainment eher zurückgefahren wird (wenn vielleicht auch unfreiwillig) kann man auch anhand der deutlich "kleineren" powerparty belegen.
      lustig finde ich auch, dass herr neumann das BAP konzert positiv heraushebt, denn das dürfte letzten sonntag mit am wenigstens gut angekommen sein. wäre die mannschaftsverabschiedung nicht anschließend noch gefolgt hätte sich das stadion während dem konzert noch deutlich mehr geleert.

      ich denke, dass es auf jedenfall sinnvoll wäre einige spieler länger an die jeweilige mannschaft zu binden, aber das widerspricht letzlich dem sinn der liga. klar fehlt momentan ein mario bailey oder ein ralf kleinmann (wobei ich das überhaupt nicht verstehen kann), aber soetwas zu erzwingen ist imo sehr schwierig.
      ich würde eine aufstockung der liga zwar begrüßen, allerdings glaube ich nicht, dass dies momentan sinnvoll wäre. kürzlich hat bei mir übrigens irgendein umfrageinstitut angerufen, die unter den dauerkarten besitzern gerade zu diesem thema ein umfrage durchgeführt haben.
      ich denke man muss die liga als das wahrnehmen, was sie ist und genau dies vermitteln und möglichst attraktiv verkaufen.
    • paelzer schrieb:


      @gonzales:
      du bist ja diese saison auch eingestiegen ins journalistische geschäft. vielleicht dauert's noch ein paar jährchen, bis du von dem hehren ansatz weg kommst, berichte würden in der erwartung verfasst, dass sich etwas ändert. ;) noch ein tipp: wenn du glaubst, berichterstattung in einem allgemeinen medium nur für eine ganz bestimmte klientel machen zu können oder wollen, von der diese klientel dann auch noch etwas hat (in deinem sinne: nicht die sportart niedermachen, sondern unterstützen), dann wirst du - hoffentlich - sehr schnell desillusioniert werden und auf einen pr-job wechseln. denn der deutsche journalismus krankt in teilen sehr an hofberichterstattung. du bist - das ist nicht böse gemeint - noch zu sehr fan, der glaubt, es müsse etwas für die liga getan werden, wenn man in der entsprechenden position sitzt; das aber ist nicht die aufgabe des journalisten.

      und: warum muss eine analyse wie die von neumann der liga gleich ein rezept mitliefern, wie es möglicherweise besser werden wird? es ist gang und gäbe in der berichterstattung (und das beileibe nicht nur im sport), dass eine problemlage geschildert wird, der finger in die wunde gelegt wird, ohne dass der journalist sich zum allwissenden aufspielt, der das problem im handumdrehen lösen könnte.

      die argumente über die verbesserungen ziehen leider nicht. dass jetzt ein paar nationals in der nfl mittrainieren dürfen, hat wenig auswirkungen auf den sportlichen wert der liga an sich. ist allerdings schön für die nationals. zudem geschieht das nicht aus purer europafreundlichkeit, sondern weil die nfl merkt, dass ihr in konkurrenz um die zahlenmäßig immer geringere jugend ein ganz klein wenig die puste ausgeht (beispielsweise im vergleich zum fußball), sie also versuchen muss, international spieler zu entwickeln. hinzu kommt: die nfl würde ihren sport ja gerne weiter internationalisieren und mit ausländischen spielern (siehe yao ming im bb) neue märkte zu erschließen.
      der 5-jahres-vertrag liest sich zwar im ersten moment sehr schön, ist aber nichts wert. denn wenn die liga strauchelt, schützt auch der 5-jahres-vertrag nicht vor dem fax aus new york, das 1992 von jetzt auf nachher die liga stillgelegt hat.
      zu diskutieren gäbe es einiges auf der basis von neumanns artikel und darüber hinaus. beispielsweise über sinn und machbarkeit einer richtigen kernmannschaft pro team. oder über vermarktungsstrategien (da gehört auch die form des entertainments dazu). oder über standorte, über liga-größe, über fähige und unfähige front offices. raum und ansatzpunkte wären da genug. aber solange hier nur die empörte "haltet den bösen nestbeschmutzer"-masche gefahren wird, bringt auch das nicht weiter.


      Du schreibts einerseits es ist nicht die Aufgabe des journalisten Lösungsansätze vorzuschlagen oder etwas positiv darzustellen. Mag ja sein. Es ist aber auch nicht Aufgabe des journalisten sich die Fakten so zurechtzuschieben das es nicht positiv erscheint nur weil das gerade seiner ganz eigenen Stimmung oder Meinung entspricht.

      Was ich mich frage ist warum wurde dieser Artikel gedruckt? Wieso wurde er verfasst? Nur weil Herr Neumann was schreiben musste damit er sein Geld bekommt? Weil er den Finger in die (vielleicht sich schliessende?) Wunde legen wollte wie du es sagst? Was sollen dann so Sätze wie die Spieler halten für wenig Geld ihre Knochen hin? Was soll ich denn da denken wenn ich Donnerstag für mein Football Team beim Saison-Eröffnungsspiel die Knochen hin halte? Ich zahle sogar noch dafür :eek: Und wer spricht denn da wieder mal so ausführlich die Party an. Ja wohl der Autor und nicht die Fans. :madness

      Also mein eigenes empfinden ist das die liga sich langsam entwickelt und in letzter Zeit einen Schritt in die richtige Richtung macht. Natürlich hat es Auswirkungen wenn die Nationals sich verbessern. Sie entwickeln sich nämlich zu Leistungsträgern und werden so von den Fans die ja händerringend nach Identifikations Figuren suchen wahrgenommen. Ein Phillipe Gardent ist in Köln TopTackler und das als National. Richard Yancy ist in Düsseldorf eine Stütze im Team gewesen bis zu seiner Verletzung. Christian Mohr ist immerhin ein solider Stammspieler. Da entstehen langsam Gesichter und Identifikationsfiguren. Dazu das Programm mit den Amerikanischen Spielern die das team präsentieren sollen. Es wächst etwas heran. Mann kann halt schlecht von heute auf morgen alles ändern.

      Und in meinen Augen ist das grösste Problem der NFLE die Ignoranz der Medien. Entweder wird gar nicht berichtet oder der World Bowl nach Mitternacht eine Stunde zusammengefasst. Und wenn mal was in der Zeitung steht dann was schlechtes. Hab kaum gesehen das mal ein Journalist erwähnt hat das es in Europa ein so hohes Niveau im Football nirgendswo anders zu sehen gibt. Das ist für mich nämlich das Hauptargment ins Stadion zu gehen. Ich will Football Live auf Spitzenniveau erleben anstatt wie z.B. in der GFL (OK da bin ich zwar auch) 22 Spieler aber das Team mit den besten Amis gewinnt.

      Ein gutes Beispiel gegen das Party Publikum ist doch das Spiel gestern in Düsseldorf. Richtig mieses Wetter und auf der Power Party soweit sie stattfinden konnte nichts los. Aber 28.000 Zuschauer im Stadion. Die Power Party ist ein Mehrwert für die Leute die ihn haben wollen. Es gibt aber auch genug Leute die 20 Minuten vor Spielbeginn kommen und sich nur das Spiel angucken wollen.

      Du schreibst ich sehe die Sache zu sehr als Fan. Ja kann sein. Ich bin halt Fan und ich hoffe das es auch in ein paar Jahren noch so ist und ich nicht desillusioniert worden bin.
      Ich versuche sowohl als Fan als auch als Privatperson soviele Leute wie möglich mit den Virus Football zu infizieren. Kann gut sein das ich mich hier in einer Missionarsrolle sehe.
      Ich muss weder im journalistischen Geschäft Fuss fassen noch ist das meine Intention bei dem was ich tue. Für mich ist es eine weitere Facette mein liebstes Hobby auszuleben. Ich möchte lediglich qualitativ gute und faire Berichterstattung machen und ja ich gebe zu wenn ich durch meine Arbeit in dem Bereich ein paar mehr Leute für den Sport begeistern kann dann bin ich glücklich und zufrieden.
    • Gonzales schrieb:

      Ein gutes Beispiel gegen das Party Publikum ist doch das Spiel gestern in Düsseldorf. Richtig mieses Wetter und auf der Power Party soweit sie stattfinden konnte nichts los. Aber 28.000 Zuschauer im Stadion. Die Power Party ist ein Mehrwert für die Leute die ihn haben wollen. Es gibt aber auch genug Leute die 20 Minuten vor Spielbeginn kommen und sich nur das Spiel angucken wollen.


      Die Leute können dann aber normal doch keine Entertainment-Junkies sein, oder? :paelzer:

      das muss doch "der harte kern" sein, der sich halbwegs im football auskennt... oder liege ich da total falsch?!

      ich denke auch, dass das größte problem der entwicklung die fehlende medienpräsenz ist, vor allem da jetzt fast alle teams in deutschland sind. verglichen mit der situation vor 5 jahren oder so, als man noch jeden samstag um 19.00 ein spiel auf DSF in voller länge sehen konnte, ist die entwicklung in den medien als erbärmlich zu betrachten.
    • Wendigo schrieb:

      Damit machst du es dir aber ein bisschen zu einfach, mein Lieber. Die Medien bedienen lediglich eine Nachfrage - wenn die nicht groß genug ist, um einen Sendeplatz zu rechtfertigen, ist's Essig mit der Berichterstattung. Bestimmt gibt's auch irgendwo ein Forum, indem sich eingefleischte Synchronschwimmer ganz bitterlich über die Ignoranz der Medien beklagen ;)
      Das mit der Nachfrage ist schon weitgehend richtig. Man sollte aber auch bedenken, dass sich die Katze hier in den Schwanz beißt. Ohne Medienpräsenz keine Nachfrage. Wenn man also keine Medienpräsenz hat, wird man schlecht welche bekommen, weil man ja dafür Nachfrage benötigt, die man nicht hat, weil man keine Medienpräsenz hat.
      Außerdem ist halt nicht nur die Nachfrage entscheidend. Es müssen auch andere Kriterien ausschlaggebend sein. Mir hat zum Beispiel immer noch keiner beweisen können, dass es in Deutschland eine größere Nachfrage nach der DEL gibt als nach der NFLE, trotzdem hat die DEL immer eine permanente Berichterstattung, die NFLE nur ganz ausnahmsweise mit Sonderberichten (siehe FAZ-Artikel). Da muss man sich fragen warum das so ist. Viele Punkte davon sind ja im DEL-Thread schon behandelt. Ein großes Problem ist unter anderen, dass die DEL immer als etwas verkauft wird, was in Deutschland von Deutschen entstanden ist und sich über "Jahrhunderte" mit ganz viel Tradition entwickelt hat. Bei der NFLE ist das Gegenteil der Fall. Es ist von Amerikanern, also von Ausländern, gebildet worden. Von daher steht da schon mal gleich eine große Barriere.

      Außerdem steht fest, dass nicht alle Medien selbst entscheiden über was sie berichten. Bestimmte Medien berichten über diverse Teams oder Sportligen halt mehr, wenn sie Leistungen dafür erhalten (u.a. auch Geld). Die NFLE macht das ja zum Beispiel auch so mit der Bildzeitung. Wenn die nicht ordentlich dafür abdrücken würde, wären Sonderbeilagen und Spielberichte nicht in der BILD veröffentlicht worden. Und eins ist sicher. Handballteams und Eishockeyteams verfahren genauso!

      Wendigo schrieb:

      Außerdem halte ich die "Spitzenniveau"-These für zumindest diskutabel. Ich gehe zwar nicht ins Stadion, bleibe aber gelegentlich bei der Galaxy-Coverage von Rhein-Main TV hängen und was ich dort sehe ist selten Spitzenniveau. Im nationalen Vergleich vielleicht, okay, aber Geld würde ich für die vierte oder fünfte NFL-Garde nicht unbedingt ausgeben.
      Für so eine Sichtweise hab ich wenig Verständnis, weil sie nichts mit Realismus zu tun hat. Was genau erwartest du? Dass die NFLE-Teams demnächst in die College-Draft miteinbezogen werden oder wie? Ist doch klar, dass die Supertalente in der NFL spielen. Aber es ist doch schlichtweg unrealistisch in Deutschland annähernd NFL-Niveau zu fordern.
      Das sportliche Niveau der NFLE ist auf jeden Fall qualitativ so hochwertig, dass es mit dem anderen Sportligen von Fußball, Handball, Eishockey, Basketball, Volleyball locker mithalten kann.

      Wendigo schrieb:

      Veto. Düsseldorf und Frankfurt sind nicht unbedingt repräsentative Beispiele, sondern die Aushängeschilder der Liga in Sachen Fan-Interesse. Diesen beiden "guten" Beispielen stehen sieben mäßige bis schlechte gegenüber. Nicht unbedingt eine tolle Quote.
      Das seh ich aber anders. Wie erklärst du dir zum Beispiel, dass weit über 5.000 Admirals-Fans zum World Bowl fahren? Weil sie das Event so toll finden? Das kann es nicht sein, weil die wären alle nicht gekommen, wenn sich das Team nicht qualifizieren würde. Und auch Hamburg liegt in Sachen Football-Interesse nicht so weit hinter Frankfurt und Düsseldorf zurück. Zu den Blue Devils sind bei Finalspielen in der GFL oder im Eurobowl in den 90ern regelmäßig 20.000 bis 30.000 Zuschauer gekommen. Das Potenzial und die Nachfrage ist auf jeden Fall da.
    • Wendigo schrieb:

      Doch, eigentlich ist genau das seine Aufgabe. Die Doktrin der Objektivität um jeden Preis ist inzwischen ziemlich out. Ich kenne auch keine Zeitung (weder in Deutschland noch im Ausland), die das noch praktiziert bzw. ernsthaft für sich in Anspruch nehmen würde. Stichwort "Gonzo journalism":
      en.wikipedia.org/wiki/Gonzo_journalism
      Ist in seiner totalen Form sicher ein bisschen extrem (auch wenn P.J. O'Rourke trotz aller berechtigten Kritik an seiner Arbeit ein paar ganz exzellente Sachen geschrieben hat), kommt der momentanen Medien-Realität aber sehr viel näher als das gerade in Deutschland immer wieder zu beobachtende Missverständnis, Journalismus müsse objektiv sein.


      Das sich diese Art von Journalismus auch noch aus meinen Nick ableiten lässt hat mich im ersten Moment glauben lassen das mich hinter diesem Link etwas lustiges erwartet. :tongue2:
      Naja nur weil etwas angesagt ist muss man es ja nicht gut finden. Aber das die Presse leider nicht mehr objektiv berichtet sieht man ja auch an dem Artikel von daher muss ich dir recht geben bzw sind wir uns da ja anscheinend einig.



      Damit machst du es dir aber ein bisschen zu einfach, mein Lieber. Die Medien bedienen lediglich eine Nachfrage - wenn die nicht groß genug ist, um einen Sendeplatz zu rechtfertigen, ist's Essig mit der Berichterstattung. Bestimmt gibt's auch irgendwo ein Forum, indem sich eingefleischte Synchronschwimmer ganz bitterlich über die Ignoranz der Medien beklagen ;)


      Ist es nicht immer ein argument der Öffentlich rechtlichen die GEZ Gebühr sei wichtig weil man eben in diesen Programmen nicht immer auf die Quote gucken muss? Kann mich auch nicht wirklich an ein Beispiel erinnern wo man dem Sport eine ersnthafte Chance gegeben hätte sich zu präsentieren. Woher will man also wissen wie die Nachfrage ist. TV.nrw und co kann man ja schlecht ernsthaft als Messinstrument missbrauchen.


      Das ist schlicht falsch. Ich erinnere mich an haufenweise sehr wohlwollende Artikel zu Saisonbeginn, unter anderem bei Spiegel Online. Außer dem FAZ-Artikel ist mir dieses Jahr noch keine übermäßig kritische Berichterstattung aufgefallen, ganz im Gegenteil. Die "Die bösen Medien machen unseren Sport kaputt"-Verschwörungstheorie halte ich offen gestanden für eine ausgesprochen kindische Fabel ...


      Spiegel Online bringt generell meistens gute Artikel über Football auch zur NFL Season. Da scheint halt jemand den Sport zu mögen und zu verstehen. Das die Rasendiskussion wieder in den Medien auflebte ist noch nicht so lange her und hat auch zu Massenweise Fanproteste in diversen NFLE Foren geführt. Das sollte eigentlich aufgefallen sein.
      Naja "die bösen Medien machen unseren Sport kaputt" hört sich tatsächlich ziemlich kindisch an hat aber hier auch niemand ausser du so gesagt. Das aber wegen eines Artikels der Kategorie FAZ sich wohl keiner dazu berufen fühlt sich das ganze mal anzuschauen sondern eher Leute die es in nächster Zeit vorhatten abgeschreckt werden sollte klar sein.


      Korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber passiert nicht genau das in der NFLE?
      Außerdem halte ich die "Spitzenniveau"-These für zumindest diskutabel. Ich gehe zwar nicht ins Stadion, bleibe aber gelegentlich bei der Galaxy-Coverage von Rhein-Main TV hängen und was ich dort sehe ist selten Spitzenniveau. Im nationalen Vergleich vielleicht, okay, aber Geld würde ich für die vierte oder fünfte NFL-Garde nicht unbedingt ausgeben.


      Wenn man von besseren Amis ausgeht magst du recht haben denn ein NFLE Team besteht nunmal zum grossteil aus solchen. Ein GFL Team darf aber nur eine begrenzte Zahl aufstellen und eben diese dominieren ihr Team und das Spiel und sind allen anderen auf dem Feld spielerisch meilenweit vorraus.
      NFL Niveau gibt es zwar nicht zu sehen in der NFLE das sollte klar sein. Aber im Vergleich zum europäischen Amateurfootball sieht man halt einen 3 Klassen besseren und schnelleren Football halt den besten den man Live in Europa zu sehen bekommen kann.
      Klar ist es zusammengenommen die 4te Garde der NFL aber eine anhäufung von solchem Talent hat man ansonsten halt nicht mehr auf der Welt es ist sozusagen eine 2te Liga ein Talentpool das muss man akzeptieren und das würde auch nicht besser werden wenn man einen festen Stamm an Spielern im Team hätte oder glaubst du das wären dann die Backups oder 3rd Stringer aus der NFL?
      Nach deiner Argumentation da kein Geld für auszugeben dürfte auch niemand Zweit Liga Fussball gucken bzw sich DEL Eishockey angucken denn in der NHL wären die alle nur 4te Garde.



      Veto. Düsseldorf und Frankfurt sind nicht unbedingt repräsentative Beispiele, sondern die Aushängeschilder der Liga in Sachen Fan-Interesse. Diesen beiden "guten" Beispielen stehen sieben mäßige bis schlechte gegenüber. Nicht unbedingt eine tolle Quote.


      In dem Artikel der diese Diskussion auslöst geht es aber genau um das Beispiel Frankfurt Galaxy was schlecht geredet wird.


      Offenbar gibt's die eben nicht. Jedenfalls nicht in Köln, Hamburg, Berlin, London, Barcelona, Glasgow ... Ein paar, ja. Genug? Sieht nicht so aus.


      Also gerade das Kölner Publikum würde ich als eher überhaupt nicht Power-Party fixiert bezeichnen. Leider, denn so ist halt immer nur der Kern im Stadion der sich wirklich für den Sport interresiert und auch damals zu Glanzzeiten bei den Crocos war. Mit der Power Party lassen sich in Köln zumindest nicht viele Neuankömmlinge locken was mitunter auch daran liegen kann das die meisten Kölner garnicht wissen das sie existiert. Zumindest hört man immer wieder solche Kommentare in den Foren wenn dann doch mal jemand "neues" auf die Party gelockt worden ist.
    • Patmann schrieb:

      Das mit der Nachfrage ist schon weitgehend richtig. Man sollte aber auch bedenken, dass sich die Katze hier in den Schwanz beißt. Ohne Medienpräsenz keine Nachfrage. Wenn man also keine Medienpräsenz hat, wird man schlecht welche bekommen, weil man ja dafür Nachfrage benötigt, die man nicht hat, weil man keine Medienpräsenz hat.
      Außerdem ist halt nicht nur die Nachfrage entscheidend. Es müssen auch andere Kriterien ausschlaggebend sein. Mir hat zum Beispiel immer noch keiner beweisen können, dass es in Deutschland eine größere Nachfrage nach der DEL gibt als nach der NFLE, trotzdem hat die DEL immer eine permanente Berichterstattung, die NFLE nur ganz ausnahmsweise mit Sonderberichten (siehe FAZ-Artikel).


      Um das Thema Zahlen mal kurz aufzugreifen. Manchmal hat es durchaus Vorteile für Internetseiten journalistisch tätig zu sein, hier kann man nämlich die Zahlen für die einzelnen Sportarten ablesen. Konkrete Zahlen kann ich dir verständlicherweise nicht nennen, aber sei versichert, dass Eishockey nach Fußball und Formel 1 an dritter Stelle vor Tennis kommt, was das Interesse der User angeht. Die NFL Europe befindet sich dagegen ganz unten.

      Edith meint noch: Zumindest als Online-Journalist kann man ohne großen Aufwand (Platz in der Publikation usw.) einen NFL-E Artikel verfassen und dies geschieht auch - aber gerade die dann folgenden Zahlen machen es einem relativ einfach sich bei der nächsten bietenden Gelegenheit einfach einem mehr "lohnendem" Thema zu widmen.
    • Wendigo schrieb:

      Doch, eigentlich ist genau das seine Aufgabe. Die Doktrin der Objektivität um jeden Preis ist inzwischen ziemlich out. Ich kenne auch keine Zeitung (weder in Deutschland noch im Ausland), die das noch praktiziert bzw. ernsthaft für sich in Anspruch nehmen würde. Stichwort "Gonzo journalism":
      en.wikipedia.org/wiki/Gonzo_journalism
      Ist in seiner totalen Form sicher ein bisschen extrem (auch wenn P.J. O'Rourke trotz aller berechtigten Kritik an seiner Arbeit ein paar ganz exzellente Sachen geschrieben hat), kommt der momentanen Medien-Realität aber sehr viel näher als das gerade in Deutschland immer wieder zu beobachtende Missverständnis, Journalismus müsse objektiv sein.


      Da betreibst du doch gerade Gonzo-Journalismus, oder? ;)

      Ich stimme dir ja sofort zu, dass der (deutsche) Journalismus de facto nicht objektiv berichtet (wann sollte er das auch jemals getan haben?). Um mal auf alte Debatten zurückzugreifen: Bei einer Untersuchung der Berichterstattung während des Irak-Kriegs durch Medien Tenor kam raus, dass z.B. RTL und FOX die gleichen Werte was meinungsgefärbte Berichterstattung hatten (nur eben in andere Richtungen).
      Die Öffentlich-Rechtlichen waren neutraler, BBC sogar völlig ausgeglichen (auch wenn das natürlich keine Zeitungen sind). Das war kein Zufall, denn die nehmen für sich in Anspruch, möglichst objektiv zu berichten. Und im Zeitungsbereich macht das doch - womit wir beim Artikel wären - die FAZ auch. FAZ-Herausgeber kritisieren doch nur allzu gerne bei anderen Medien und Konkurrenten, dass dort Fakten und Meinung vermischt werden und schreiben es sich selbst mit riesigen Lettern auf die Fahnen, dass die Fakten in die Artikel, die Meinung aber in den Kommentar gehört. Dazwischen muss ein Graben sein, in dem die Titanic locker verschwinden könnte. Der Kommentar darf Andersdenkende auf die Palme treiben, aber der Artikel muss so neutral sein, dass ihn auch ein TAZ-Leser problemlos unterschreiben könnte.

      Gemessen an diesem Anspruch scheint mit Neumanns Artikel nicht besonders gut abzuschneiden, aber er passt wunderbar in eine FAZ-NFLE-Berichterstattungstradition. Da war in diesem Jahr die NFLE noch vor dem ersten gespielten Down in erster Linie eine "Datensammelstelle für statistikwütige Klubs aus Amerika". Ist das objektiv und neutral und ein Beleg dafür, dass es hier keine voreingenommene Bericherstattung gibt oder nicht ein Beleg für das genaue Gegenteil?
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • Wendigo schrieb:

      Wann hat sie das denn je getan? Zeitungen und -schriften waren schon immer subjektiv gefärbte Medien, die alles andere als objektiv berichtet haben. Wollte man ein solches, also halbwegs objektives Bild, musste man auch vor zehn oder fünfzig Jahren mehrere Publikationen lesen und die einzelnen Moasaiksteine zusammenfügen. Heute ist es nicht anders.


      Volle Zustimmung.
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • zum thema liga-struktur komme ich später; jetzt das thema, das mich mehr berührt. ;)

      Gonzales schrieb:

      Du schreibts einerseits es ist nicht die Aufgabe des journalisten Lösungsansätze vorzuschlagen oder etwas positiv darzustellen. Mag ja sein. Es ist aber auch nicht Aufgabe des journalisten sich die Fakten so zurechtzuschieben das es nicht positiv erscheint nur weil das gerade seiner ganz eigenen Stimmung oder Meinung entspricht.

      erstens schiebt er sich die fakten nicht zurecht, sondern sie sind ganz einfach fakten. zweitens, und das ist wichtig, ist es nicht nur kür, sondern geradezu seine pflicht als journalist, position zu beziehen. das hat er getan - auch wenn es dir nicht gefällt. aber so ist das nun einmal in einer demokratie: der eine darf eine meinung haben, der andere muss sie nicht teilen.

      Gonzales schrieb:

      Was ich mich frage ist warum wurde dieser Artikel gedruckt? Wieso wurde er verfasst? Nur weil Herr Neumann was schreiben musste damit er sein Geld bekommt? Weil er den Finger in die (vielleicht sich schliessende?) Wunde legen wollte wie du es sagst? Was sollen dann so Sätze wie die Spieler halten für wenig Geld ihre Knochen hin? Was soll ich denn da denken wenn ich Donnerstag für mein Football Team beim Saison-Eröffnungsspiel die Knochen hin halte? Ich zahle sogar noch dafür :eek: Und wer spricht denn da wieder mal so ausführlich die Party an. Ja wohl der Autor und nicht die Fans. :madness

      warum hätte er nicht gedruckt werden sollen? nur weil er dir und einigen anderen enthusiasten nicht gefällt? sorry. dann haben wir künftig ne leere zeitung, weil nahezu jeder artikel irgendjemandem nicht gefällt. das ist ein merkwürdiger ansatz zum thema pressefreiheit...
      natürlich halten die nfl-spieler für wenig geld ihre knochen hin - ist doch nicht falsch, wenn du dir überlegst, was sie bekommen. dass dies erwähnung findet, hat schon seine berechtigung. denn im gegensatz zu deinem hobbyteam (sorry, wenn ich das jetzt möglicherweise zu niedrig ansetze) handelt es sich hierbei um profis und es geht insgesamt in dieser liga um eine menge geld. das ist schon ein kleiner unterschied.

      Gonzales schrieb:

      Also mein eigenes empfinden ist das die liga sich langsam entwickelt und in letzter Zeit einen Schritt in die richtige Richtung macht. Natürlich hat es Auswirkungen wenn die Nationals sich verbessern. Sie entwickeln sich nämlich zu Leistungsträgern und werden so von den Fans die ja händerringend nach Identifikations Figuren suchen wahrgenommen. Ein Phillipe Gardent ist in Köln TopTackler und das als National. Richard Yancy ist in Düsseldorf eine Stütze im Team gewesen bis zu seiner Verletzung. Christian Mohr ist immerhin ein solider Stammspieler. Da entstehen langsam Gesichter und Identifikationsfiguren. Dazu das Programm mit den Amerikanischen Spielern die das team präsentieren sollen. Es wächst etwas heran. Mann kann halt schlecht von heute auf morgen alles ändern.

      was hat das mit dem aktuellen sportlichen wert der liga zu tun, der vom autor in frage gestellt wird und dem du die nationals als gegenbeispiel entgegengesetzt hast?

      Gonzales schrieb:

      Und in meinen Augen ist das grösste Problem der NFLE die Ignoranz der Medien. Entweder wird gar nicht berichtet oder der World Bowl nach Mitternacht eine Stunde zusammengefasst. Und wenn mal was in der Zeitung steht dann was schlechtes. Hab kaum gesehen das mal ein Journalist erwähnt hat das es in Europa ein so hohes Niveau im Football nirgendswo anders zu sehen gibt. Das ist für mich nämlich das Hauptargment ins Stadion zu gehen. Ich will Football Live auf Spitzenniveau erleben anstatt wie z.B. in der GFL (OK da bin ich zwar auch) 22 Spieler aber das Team mit den besten Amis gewinnt.

      die "ignoranz der medien" ist nichts anderes als das wissen um das interesse der leserschaft respektive der zuschauer. auch das mag dir als fan nicht gefallen (mir wäre es anders auch lieber), aber es ist halt so.

      Gonzales schrieb:

      Du schreibst ich sehe die Sache zu sehr als Fan. Ja kann sein. Ich bin halt Fan und ich hoffe das es auch in ein paar Jahren noch so ist und ich nicht desillusioniert worden bin.
      Ich versuche sowohl als Fan als auch als Privatperson soviele Leute wie möglich mit den Virus Football zu infizieren. Kann gut sein das ich mich hier in einer Missionarsrolle sehe.
      Ich muss weder im journalistischen Geschäft Fuss fassen noch ist das meine Intention bei dem was ich tue. Für mich ist es eine weitere Facette mein liebstes Hobby auszuleben. Ich möchte lediglich qualitativ gute und faire Berichterstattung machen und ja ich gebe zu wenn ich durch meine Arbeit in dem Bereich ein paar mehr Leute für den Sport begeistern kann dann bin ich glücklich und zufrieden.

      und was "qualitativ gute und faire berichterstattung" über football ausmacht, das entscheidest du, oder verstehe ich das falsch? "gute und faire berichterstattung" bedeutet also: positiv berichten und bloß nichts kritisieren, damit es dem sport nicht schadet - alles andere ist schrott und vor allem unfair. das wünschen sich und sehen die parteien, die wirtschaft, die kleintierzüchter und die tippkick-spieler übrigens genauso - für ihr metier. ob das irgendjemand, der nicht dieser klientel angehört, genauso möchte, interessiert niemanden. bye-bye, unabhängige berichterstattung, wenn jene, die's betrifft, darüber befinden dürfen, was gut und was schlecht ist.
      ja, du bist fan. nicht mehr und nicht weniger. doch wenn du journalistisch für ein unabhängiges medium arbeitest - egal ob haupt- oder nebenberuflich - musst du das beiseite schieben. ansonsten bist du fehl am platz. missionieren kannst du abseits der redaktion - das tue ich auch. aber nicht im job.

      Gonzales schrieb:

      Naja nur weil etwas angesagt ist muss man es ja nicht gut finden. Aber das die Presse leider nicht mehr objektiv berichtet sieht man ja auch an dem Artikel von daher muss ich dir recht geben bzw sind wir uns da ja anscheinend einig.

      nach "fair" ist "objektiv" das beliebteste wort, um mit dem mäntelchen des hehren anspruchs unliebsame berichterstattung unterdrücken zu wollen. und es wird, genau wie "fair", von individuum zu individuum anders definiert; halt genau so, wie es einem am besten in den kram passt.

      Gonzales schrieb:

      Ist es nicht immer ein argument der Öffentlich rechtlichen die GEZ Gebühr sei wichtig weil man eben in diesen Programmen nicht immer auf die Quote gucken muss? Kann mich auch nicht wirklich an ein Beispiel erinnern wo man dem Sport eine ersnthafte Chance gegeben hätte sich zu präsentieren. Woher will man also wissen wie die Nachfrage ist. TV.nrw und co kann man ja schlecht ernsthaft als Messinstrument missbrauchen.

      dann machen wir künftig auf ard und zdf ein reines zielgruppen-programm, scheiß auf die quote. wir fangen morgens mit dem kreuzstich für fortgeschrittene an, gehen dann über zum kanalbau in papua-neuguinea, schieben zwischendurch ne zweistündige übertragung vom regionalfinale im hallenhalma ein, beschließen den nachmittag mit drei lese-stunden aus dem parteiprogramm der bibeltreuen christen und widmen uns abends dem neuesten kurzfilm aus der mongolei. denn all diesen themen hat das ö-r fernsehen bislang auch noch keine "ernsthafte chance" gegeben und auch noch nie "ernsthaft" die nachfrage geprüft.
      nur: was machen wir dann mit jenen 99 prozent gebührenzahlern, die der ganze schmonzes einen feuchten kehricht interessiert und die darauf pochen, dass sie für ihr geld zumindest ein bisschen was kommt, was mehr als nur 2 oder 3 prozent der zuschauer interessiert? und was sagen wir jenen fans des mongolischen kurzfilms, wenn der fragt, warum sein faible nicht bedient wird, sehr wohl aber das der football-fans?

      Gonzales schrieb:

      Spiegel Online bringt generell meistens gute Artikel über Football auch zur NFL Season. Da scheint halt jemand den Sport zu mögen und zu verstehen. Das die Rasendiskussion wieder in den Medien auflebte ist noch nicht so lange her und hat auch zu Massenweise Fanproteste in diversen NFLE Foren geführt. Das sollte eigentlich aufgefallen sein.
      Naja "die bösen Medien machen unseren Sport kaputt" hört sich tatsächlich ziemlich kindisch an hat aber hier auch niemand ausser du so gesagt. Das aber wegen eines Artikels der Kategorie FAZ sich wohl keiner dazu berufen fühlt sich das ganze mal anzuschauen sondern eher Leute die es in nächster Zeit vorhatten abgeschreckt werden sollte klar sein.

      genau dieses "die bösen medien" kam aber rüber bei den kritikern des artikels.
      die rasendiskussion war, nicht zuletzt wegen ihrer fußball-relevanz, ein thema - also gehörte es auch in die medien. ich weiß: auch das gefällt nicht, aber es ist nun einmal so.
      im übrigen wusste ich nicht, dass es aufgabe der faz (oder eines anderen unabhängigen mediums) ist, dafür zu sorgen, dass die leute zu einem footballspiel gehen. steht die faz bei der nfl im sold und hat einen entspechenden vertrag unterschrieben?

      Gonzales schrieb:

      Klar ist es zusammengenommen die 4te Garde der NFL aber eine anhäufung von solchem Talent hat man ansonsten halt nicht mehr auf der Welt es ist sozusagen eine 2te Liga ein Talentpool das muss man akzeptieren und das würde auch nicht besser werden wenn man einen festen Stamm an Spielern im Team hätte oder glaubst du das wären dann die Backups oder 3rd Stringer aus der NFL?
      Nach deiner Argumentation da kein Geld für auszugeben dürfte auch niemand Zweit Liga Fussball gucken bzw sich DEL Eishockey angucken denn in der NHL wären die alle nur 4te Garde.

      das ist unsinn, denn diese argumentation lässt sich gerade auf die beiden von dir genannten ligen nicht übertragen. zur erinnerung: football ist in deutschland eine sportart ohne große fangemeinde und ohne tradition. ich bin mir sicher, dass zweitligisten wie 1860 und der ksc oder, jetzt, köln und der fck ( :marge ) jeder für sich alleine mehr fans und interessierte hat als der gesamte football in deutschland zusammen. abgesehen davon, dass sich für fußball per se mehr leute interessieren.
      ob hier nun die dritte, vierte oder 11. garde der footballspieler am werk ist, ist völlig unerheblich, weil es am grundproblem nichts ändert: football ist schlichtweg ne ganz kleine nummer in der sportbeliebtheit der deutschen (auch im gegensatz zu eishockey). auch das mag uns allen nicht gefallen, ist aber halt leider so.
    • Derek Brown schrieb:

      Gemessen an diesem Anspruch scheint mit Neumanns Artikel nicht besonders gut abzuschneiden, aber er passt wunderbar in eine FAZ-NFLE-Berichterstattungstradition. Da war in diesem Jahr die NFLE noch vor dem ersten gespielten Down in erster Linie eine "Datensammelstelle für statistikwütige Klubs aus Amerika". Ist das objektiv und neutral und ein Beleg dafür, dass es hier keine voreingenommene Bericherstattung gibt oder nicht ein Beleg für das genaue Gegenteil?

      oh, derek, du machst das doch schon lange und intensiv genug, um zu wissen, dass kultur- und sportberichterstattung noch nie die strikte trennung von nachricht und kommentar verfolgt haben; bei allen medien. beide sind per se analytisch und kommentierend, soweit es sich nicht um kurzmeldungen handelt ("hat stattgefunden", "hat 1:0 gewonnen").
    • erstens schiebt er sich die fakten nicht zurecht, sondern sie sind ganz einfach fakten. zweitens, und das ist wichtig, ist es nicht nur kür, sondern geradezu seine pflicht als journalist, position zu beziehen.


      Das ist ein bisschen sehr einfach, um nicht zu sagen platt. Allein durch die Auswahl der Fakten (bzw. Außerachtlassen von Fakten, Zerschneiden von Zusammenhängen) kann man die spätere Beurteilung entscheidend beeinflussen, abgesehen davon das die Darstellung und Art der Beschreibung ebenfalls den Blickwinkel einschränkt.

      Was ich aber gelernt habe, dass Sokrates nie Journalist geworden wäre. Er wußte zumindest, dass er nichts weiss und hätte wohl nie Position beziehen können - im Gegensatz zu seinen Gesprächspartnern.

      Im übrigem habe zumindest ich mir noch nie eine Zeitung wegen den Kommentaren gekauft oder abonniert, mich hat lediglich eine (aus meiner Sicht) abgewogene Darstellung interssiert - die persönliche Meinung des Reporters interessiert mich im Prinzip überhaupt nicht, möglicherweise sieht das die Mehrheit der Zeitungsleser anders.
    • ich glaube nicht, dass neumann eine doktorarbeit schreiben wollte. er hatte ein thema und eine position, zu der hat er die fakten hinzu geholt. klar, das gefällt nicht, aber die fakten bleiben fakten.
      du liest also keine kommentare? schade drum, denn sie helfen bei der meinungsbildung. man kann sich nämlich einer solchen meinung anschließen oder ihr widersprechen. in beiden fällen hilft's, weil man sich mit der gedankenführung des journalisten auseinander setzt und damit das thema für sich vertieft.
      aber sicher hältst du auch das für "platt". ;)
      im übrigen hat auch sokrates nicht nur fragen gestellt, sondern auch position bezogen - das beweist allein schon das zitat, das du dankenswerterweise angeführt hast. :)
    • Dann musst du aufhören, Zeitung zu lesen. Etwas anderes bekommst du da nämlich nicht geliefert. Bei keiner Zeitung.


      Ach so, die FAZ hat dies m.E. auf vielen Gebieten geschafft, obwohl der eine oder andere Journalist hier seine "Hobbies" hatte. Aber im großen und ganzen fand ich die Trennung von Nachricht und Kommentar ausgewogen.

      Kleine Seitenbemerkung am Rande: Für jemanden, der nichts weiß, hat der gute Sokrates verdammt oft Position bezogen


      Ich denke, das war Platon. Er hat Sokarates in seinen Werken ein Denkmal gesetzt.
    • Tullius schrieb:

      Ach so, die FAZ hat dies m.E. auf vielen Gebieten geschafft, obwohl der eine oder andere Journalist hier seine "Hobbies" hatte. Aber im großen und ganzen fand ich die Trennung von Nachricht und Kommentar ausgewogen.

      in politik und wirtschaft sicher. aber genauso sicher nicht in sport und kultur.

      Tullius schrieb:

      Ich denke, das war Platon. Er hat Sokarates in seinen Werken ein Denkmal gesetzt.

      hey, da sokrates selbst nichts hinterlassen hat und das nämliche zitat auch von platon übermittelt wird, solltest du entweder alles gelten lassen oder nichts anführen. das wäre fair und objektiv. :D
    • denn sie helfen bei der meinungsbildung. man kann sich nämlich einer solchen meinung anschließen oder ihr widersprechen.


      Da widerspreche ich nicht - nur erwarte ich eine Trennung zwischen Nachricht und Kommentar, auch wenn dies natürlich nicht vollständig möglich ist und wie ich oben sagte, bei der FAZ klappt das öfters. Aber Kommentar und Nachricht ineinander vermischt, ergibt nur Propaganda (als Ossi ist man hier vorbelastet und reagiert da sensibel).

      Zu Neummanns Artikel. Die FAZ druckt ihn, das ist ihr gutes Recht. Ich denke jedoch, dass man das Thema besser behandeln könnte und mich stört vor allem der spöttische Unterton.