FAZ: "Tage des Dauerdonners - das Ende der Football-Begeisterung"

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    • FAZ: "Tage des Dauerdonners - das Ende der Football-Begeisterung"

      Tage des Dauerdonners - das Ende der Football-Begeisterung

      Hat in anderen Footballforen schon hohe Wellen geschlagen. Der Vollständigkeit halber hier auch mal der "nette" FAZ-Artikel, der (wieder einmal) den Untergang der NFLE prophezeit, da die amerikanischen Chefs der Liga angeblich nicht das machen, was alle Deutschen wollen. Denn sie spielen immer noch weiterhin merkwürdigerweise mit einem nichtrunden Ball und vor dem Spiel gibt es immer noch eine Party usw. ;)

      Meine Meinung ist schon als Leserkommentar unter dem Artikel zu sehen, wobei ich mich mit nur 1.500 zur Verfügung stehenden Zeichen stark einschränken musste.
    • Wirklich selten soviel Schrott gelesen. Da hatte wohl einer einen schlechten Tag. Frage mich wirklich immer noch was die Aussage dieses Artikels sein soll, oder worauf er sich setzt. Hat das gleiche Niveau wie hier jeder länger Forenpost. Es ist nur eine Meinung, keine Inhaltliche Darstellung.
      R.I.P J.Johnson
    • Unglaunliche Peinlichkeit für die FAZ. Das ist ein Artikel auf dem Niveau des Kölner Stadtanzeigers.
      Ich frage mich langsam ob es in Journalistenkreisen irgendeine absprache gibt Football mit allen mitteln notorisch schlecht zu reden. Erst die Rasenkampagne von Ahnungslosen Sportschau kommentatoren und Vollspasten wie Funkel und co und jetzt sowas und das auch noch in der FAZ. Wenn man sich da nicht einloggen müsste um so eine Unverschämtheit zu kommentieren würde ich es ja glatt machen.
    • Tja, wenn zum Football zwangsabgestellte Journalisten ihrem Unmut endlich mal Luft machen können, kommt wohl sowas raus.
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • warum die aufregung? in den meisten punkten hat er doch recht. vielleicht in einigen passagen sehr provokant formuliert, aber nicht falsch.
      im übrigen ist frank neumann kein zum football "zwangsabgestellter journalist", sondern seit jahren ziemlich regelmäßig bei der galaxy. solltest du eigentlich wissen, derek. nächstes jahr zeige ich ihn dir. ;)
    • warum die aufregung? in den meisten punkten hat er doch recht. vielleicht in einigen passagen sehr provokant formuliert, aber nicht falsch.


      Die Aufregung ist doch ganz normal, wenn ein Journalist einige Vorfälle einer Sache zusammenstellt und sie so schreibt um es in einem möglichst schlechtem Licht erscheinen zu lassen. Man könnte mit quasi denselben Fakten einen Bericht schreiben, der die NFL Europe in einem sehr guten Licht erscheinen läßt.
      Dies ist halt meistens so, es kommt halt immer darauf an wie man etwas schreibt.

      Das die Leute hier lieber den Bericht in der netten Variante gehabt hätten ist doch vollkommen normal.

      Und mal ganz ehrlich: Es liest sich doch nun wirklich eher wie eine Kolumne oder Kommentar.
    • d'accord. sicher hätte man es netter schreiben können. aber: das leben ist kein wunschkonzert. er legt den finger in eine wunde, die jedem bekannt ist, der sich seit jahren mit der liga intensiver befasst. die fakten sind korrekt, die schlussfolgerung liegt ebenfalls auf der hand. da muss man dem football nicht einmal böse wollen, um das zu schreiben.
      sicher: man muss diese schlussfolgerung nicht mögen. aber deshalb mit worten wie "ignorant" oder "peinlichkeit" um sich zu werfen und zu tun, als seien hier alle journalistischen grundprinzipien über bord gekippt und der weltuntergang eingeläutet worden, ist fehl am platze.
      statt zu kübeln, hielte ich es für interessanter über die von ihm geäußerte und begründete kritik zu diskutieren. :)
    • Ich verstehe die Empörung auch nicht so ganz oder fehlt mir da die Nähe zur Liga. Weder Power Party noch Luftkissenboote oder Motorräder im Stadion finde ich besonders spannend (und solche Sachen finden, zumindest dort wo ich war, in den USA nicht wirklich statt). Und wie paelzer schon sagte, der gute Mann mag es überspitzt formuliert haben, aber die Aufregung verstehe ich nicht und er hat in vielen Dingen (sportliche Fragwürdigkeit, fehlende Identifikation) doch recht?!
    • Finde das die Punkte die er in seinem Artikel anspricht richtig dargestellt sind.Stimme ich zu.

      Auf mich wirkt das aber so als hätte der Autor nur darauf gewartet das "Gott sei Dank" endlich die Zuschauerzahlen rückläufig sind um dann endlich seinen negativen Bericht los zulassen.
    • Die Erregung in den anderen Foren ist mir eigentlich nicht verständlich, da in dem Artikel einige grundsätzlich und schon oft diskutierte Problem der NFLE angesprochen werden. Allerdings muss man nicht unbedingt die gleichen Schlussfolgerungen, die hier auch unterschwellig anklingen, ziehen, die von dem Verfasser gezogen werden. Ich würde seine Meinung auch nicht überbewerten. Er hinterläßt zumindest nicht den Eindruck, dass er selbst die damit verbundenen Probleme wirklich versteht - er ist "eben" nur ein Journalist. Das soll nicht abwertend sein, aber zwischen einem Experten und einem Journalisten gibt nun mal erhebliche Unterschiede (die üblichen Ausnahmen ausgenommen) und es ist nun mal die Tragik vieler Zeitungsbeiträge, dass die Verfasser nicht nur Fragen stellen wollen, sondern auch glauben die Antworten zu haben.
    • @Paelzer
      Ich hab’ doch gewusst, dass ich dich definitiv in den Thread kriege, wenn ich das so schreibe, denn schließlich gilt`s nen Kollegen zu verteidigen und wir alle wissen ja, wie das mit Krähen und Augen ist ;)

      Aber erst will ich mal der These widersprechen, dass der in „allen Dingen recht“ hätte. Wie war die Beziehung zwischen Sport und Entertainment denn z.B. zu World-League-Zeiten? Da genügte es, im Herbst 2 Spieler aus den Staaten einzufliegen, eine Power Party zu veranstalten und schon kamen Fans und zahlten Eintritt. Ob das heute noch ginge? Ich glaube nicht. Ich kann mich an so viele Entertainment-Geschichten erinnern, die früher gemacht wurden und heute nicht mehr vorkommen (ich erinnere nur an den Lambada(?)-Weltrekord „Links, links, Hüfte, Hüfte, Arsch, Arsch!“ ), dass ich mich frage, wie man ernsthaft behaupten kann, dass sich die Angelegenheit in Richtung Entertainment verschoben hätte.

      Fakten auf den Tisch, die Neumanns These belegen! Mir scheint, hier wird eher an der Geschichte „Mieses Produkt wird mit viel Mist verzuckert – typisch Amerika!“ gestrickt.

      Und der Ton! Man muss sich nur die Wortwahl anschauen, um zu sehen, wie hier nicht argumentiert, sondern (vor-)verurteilt wird. Und was ist da der Gradmesser? Neumanns Geschmack. Er (ich weiß ja nicht wer es ist) kommt mir vor wie ein Alt-68er: BAP gut, Puschel-schwingende Girls böse – denn wo ist die geistig-moralische Botschaft? Auf der PK wurde das „Niveau“ des Unterhaltungsprogramms dementsprechend auch in Frage gestellt. Monster Trucks? Was soll der „Kirmes“! Nun ist Kirmes nicht meine Sache und Monster Trucks sinds auch nicht. Aber da waren 30.000 Zuschauer im Stadion und die wollen unterhalten werden. Da muss für jeden was dabei sein und wie ich an jedem subvetionierten Theater und jedem überbordenden Dorffest sehen kann, gibt`s für Kirmes eine Publikum, bei „Frankfurter Barden“ würden die Zuschauer wohl revoltieren. Hier scheint mir Neumans Kritik mehr von einem versnobbten Kulturverständnis denn von einem echten Problem zu sprechen.

      Und um was geht es bei der „sportlichen Fragwürdigkeit“. Worin genau besteht die denn? Dass die NFLE nicht wie der typische Bundesligaverein daher kommt? Oder dass in der NFLE jeder Verein ziemlich gleiche Chancen hat, während man in der Bundesliga keine allzu großen Unterschiede zwischen Abschlusstabelle und Ausgabentabelle entdeckt? Auch da sollte der mal definieren, von was er redet, bevor er ein Urteil fällt.

      Natürlich hat die NFLE Probleme. Die Indentifikation mit den Spielern ist so eins. Aber anstatt erstmal bei den simpelsten Erklärungen für den gesunkenen Zuschauerschnitt zu bleiben, nämlich dass wenn es drei Tage vor einem Heimspiel (bei einer "Frühsommersportart") schneit, das Publikum nicht in Massen strömt, nachdem es im Vorjahr mehr Niederlagen als Siege gab, muss gleich das große Rad gedreht werden: Das Publikum hat die Nase voll und Schuld sind die Amerikaner, die sich mal wieder nicht um uns Europäer kümmern. Muss wohl an Bush liegen. :hinterha:
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • Provokativ hin oder her, die Argumente die er nennt decken sich mit den Gründen wieso ich seit einigen Jahren der NFLE den Rücken gekehrt habe...
      Sicherlich Ansichtssache, aber ganz falsch liegt er in meinen Augen nicht.
    • Ich sehe es wie Derek Brown. Wieso sollte es sportlich fragwürdig sein wenn die NFL Teams die Spieler die zwischen Practice und aktivem Roster stehen hierher schicken um ihnen die Chance zu geben sich zu beweisen? Es geht hier für alle um viel und alle geben sicher ihr bestes, was ist daran fragwürdig?
      Zumal ich es nicht gut finde wie er über die Spieler schreibt die hier sind, denn immerhin kommen auch ein David Akers, Adam Vinatieri und Kurt Warner aus der NFLE und die sind ja nun nicht irgendwer.
    • Derek Brown schrieb:


      Natürlich hat die NFLE Probleme. Die Indentifikation mit den Spielern ist so eins. Aber anstatt erstmal bei den simpelsten Erklärungen für den gesunkenen Zuschauerschnitt zu bleiben, nämlich dass wenn es drei Tage vor einem Heimspiel (bei einer "Frühsommersportart") schneit, das Publikum nicht in Massen strömt, nachdem es im Vorjahr mehr Niederlagen als Siege gab, muss gleich das große Rad gedreht werden: Das Publikum hat die Nase voll und Schuld sind die Amerikaner, die sich mal wieder nicht um uns Europäer kümmern. Muss wohl an Bush liegen. :hinterha:


      Vor allem die Sache anstatt positiv drüber zu schreiben das nun endlich was dagegen unternommen wird haut er drauf. Was hat er denn jahrelang bei der Galaxy gemacht? Den Sport scheint er ja anscheinend nicht zu lieben sonst würde er nicht von "sportlich fragwürdig" reden. OK es geht den Spielern vielleicht nicht so sehr um den Club für den sie spielen trotz allem ist es ein Wettbewerb in dem junge Talente um ihren Traumjob kämpfen und sportlich sicherlich immer ihr bestes geben.

      Also zu Zeiten wo die NFL Europe nicht wie vorher 2jährig sondern 5 jährig verlängert worden ist und zur besseren Identifikation nun auch amerikanische Spieler ausser den Nationals länger im Team bleiben und die Liga wahrscheinlich um 1-2 Teams erweitert wird so einen Artikel rauszuhauen ist in meinen Augen böswillig und bewirkt überhaupt gar nichts anderes als den ahnungslosen mit aller Macht ein schlechtes Bild von der NFLE zu vermitteln.
    • Der Artikel ist eine nette Statusbeschreibung der NFL Europe mit seine Problemen, vielleicht hier oder da etwas provokativ geschrieben, aber im Grunde kann man nichts gegen die Hauptargumente wie fehlende Identifikationmöglichkeiten für Fans der Teams, zweit- bzw. drittklassige Spieler und sinkende Zuschauerzahlen sagen. Die Aufregung hier kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
      Zwar kann man sich fragen, warum jemand so einen Artikel schreibt, weil der Newscharakter des Artikels nicht gerade überwältigent ist, aber okay die FAZ wird ja schon wissen, warum sie einen NFL Europe Artikel in die Zeitung nimmt.

      Btw, einige Dinge, die in diesem Artikel angesprochen werden, kann man ja auch im deutschen Fußball oder Basketball beobachten - es spielen da oft zweit- bzw. drittklassige Ausländer oder es fehlen die Identifikationsspieler in den Vereinen.
    • Derek Brown schrieb:

      @Paelzer
      Ich hab’ doch gewusst, dass ich dich definitiv in den Thread kriege, wenn ich das so schreibe, denn schließlich gilt`s nen Kollegen zu verteidigen und wir alle wissen ja, wie das mit Krähen und Augen ist ;)

      hey, db, du kennst mich: ich verteidige nur dann, wenn ich wirklich was zu verteidigen sehe. gibt hier schon einbige threads, in denen es um journalisten oder artikel ging und in denen ich nicht stellung für die medien bezogen habe.
      wäre ich ein böser mensch, könnte ich deinen krähen/augen-vergleich als indiz dafür anführen, dass hier neidvoll auf einen festangestellten draufgehauen wird... ;)

      Derek Brown schrieb:

      Aber erst will ich mal der These widersprechen, dass der in „allen Dingen recht“ hätte. Wie war die Beziehung zwischen Sport und Entertainment denn z.B. zu World-League-Zeiten? Da genügte es, im Herbst 2 Spieler aus den Staaten einzufliegen, eine Power Party zu veranstalten und schon kamen Fans und zahlten Eintritt. Ob das heute noch ginge? Ich glaube nicht. Ich kann mich an so viele Entertainment-Geschichten erinnern, die früher gemacht wurden und heute nicht mehr vorkommen (ich erinnere nur an den Lambada(?)-Weltrekord „Links, links, Hüfte, Hüfte, Arsch, Arsch!“ ), dass ich mich frage, wie man ernsthaft behaupten kann, dass sich die Angelegenheit in Richtung Entertainment verschoben hätte.


      nun ja, das magst du so sehen. ich bin aber seit 1995 jahr für jahr wieder überrascht, auf welche absurden ideen (um nicht peinlichkeiten zu sagen) man im zuge des rahmenprogramms und des tam-tams kommt, das in meinen augen tatsächlich immer weiter aufgeblasen wird.

      Derek Brown schrieb:

      Fakten auf den Tisch, die Neumanns These belegen! Mir scheint, hier wird eher an der Geschichte „Mieses Produkt wird mit viel Mist verzuckert – typisch Amerika!“ gestrickt.

      mehr als eine meinungsäußerung deinerseits ist das aber auch nicht, oder?

      Derek Brown schrieb:

      Und der Ton! Man muss sich nur die Wortwahl anschauen, um zu sehen, wie hier nicht argumentiert, sondern (vor-)verurteilt wird. Und was ist da der Gradmesser? Neumanns Geschmack. Er (ich weiß ja nicht wer es ist) kommt mir vor wie ein Alt-68er: BAP gut, Puschel-schwingende Girls böse – denn wo ist die geistig-moralische Botschaft? Auf der PK wurde das „Niveau“ des Unterhaltungsprogramms dementsprechend auch in Frage gestellt. Monster Trucks? Was soll der „Kirmes“! Nun ist Kirmes nicht meine Sache und Monster Trucks sinds auch nicht. Aber da waren 30.000 Zuschauer im Stadion und die wollen unterhalten werden. Da muss für jeden was dabei sein und wie ich an jedem subvetionierten Theater und jedem überbordenden Dorffest sehen kann, gibt`s für Kirmes eine Publikum, bei „Frankfurter Barden“ würden die Zuschauer wohl revoltieren. Hier scheint mir Neumans Kritik mehr von einem versnobbten Kulturverständnis denn von einem echten Problem zu sprechen.

      dann haben die nfl-talker, die beispielsweise die "show" vor zwei (?) wochen recht derb kritisiert haben, offenbar auch einen versnobten geschmack...

      Derek Brown schrieb:

      Und um was geht es bei der „sportlichen Fragwürdigkeit“. Worin genau besteht die denn? Dass die NFLE nicht wie der typische Bundesligaverein daher kommt? Oder dass in der NFLE jeder Verein ziemlich gleiche Chancen hat, während man in der Bundesliga keine allzu großen Unterschiede zwischen Abschlusstabelle und Ausgabentabelle entdeckt? Auch da sollte der mal definieren, von was er redet, bevor er ein Urteil fällt.

      die sportliche fragwürdigkeit fängt bei mir bereits an dem punkt an, an dem per liga-anweisung der trainer verpflichtet wird, koste es, was es wolle, einen zweiten und dritten quarterback spielen zu lassen.

      Derek Brown schrieb:

      Natürlich hat die NFLE Probleme. Die Indentifikation mit den Spielern ist so eins. Aber anstatt erstmal bei den simpelsten Erklärungen für den gesunkenen Zuschauerschnitt zu bleiben, nämlich dass wenn es drei Tage vor einem Heimspiel (bei einer "Frühsommersportart") schneit, das Publikum nicht in Massen strömt, nachdem es im Vorjahr mehr Niederlagen als Siege gab, muss gleich das große Rad gedreht werden: Das Publikum hat die Nase voll und Schuld sind die Amerikaner, die sich mal wieder nicht um uns Europäer kümmern. Muss wohl an Bush liegen. :hinterha:

      nun, hätte er einen solchen schluss nach dem ersten spieltag gezogen, wäre es tatsächlich fragwürdig gewesen. er hat ihn aber nach dem letzten heimspiel gezogen, das trotz staraufgebots, vergleichsweise gutem wetter, ohne fußball-konkurrenz und mit der entscheidung über den world-bowl-einzug der beiden führenden teams gerade einmal 32.000 zuschauer angelockt hat. zur erinnerung: vor dem umbau des waldstadions lag der schnitt bei rund 35.000.

      @gonzales:
      ich habe im lauf der vielen jahre schon so viele (positive) ankündigungen der liga gehört und gelesen, die dann heimlich, still und leise beerdigt wurden - warum soll man sich dann jetzt auf deren erfüllung verlassen und deshalb alle kritik mal schön unter den teppich kehren? im gegenteil: ich halte es jetzt für genau den richtigen zeitpunkt, um zumindest in sachen galaxy bilanz zu ziehen. und dass dies nicht lohnschreiber der liga tun, sondern unabhängige journalisten. letztere sind nicht zum schönschreiben da - gott sei dank.

      wie gesagt: ich hielte es für konstruktiver, die einzelnen kritikpunkte zu diskutieren statt eine "dieser böse faz-schmierer"-kampagne zu fahren.
    • @ paelzer
      Naja sind wir doch mal ehrlich. Wo ist das konstruktive an diesem Artikel? Und selbst wenn es was konstruktives gäbe dann würde dieser Artikel in der FAZ wohl herzlich wenig bewirken denn er wird weder eine Pressekampagne auslösen die der NFLE so "unter Druck" setzt endlich auf uns "Europäer" zu hören noch irgendwelche Fanproteste die beim World Bowl Plakate hochhalten lässt ala: "Gibran Hamden +x +y bitte noch 10 Jahre in Amsterdam" oder ähnliches. Nein im Gegenteil ein FAZ Leser der sich noch nie mit der Materie Football (NFLE) befasst hat wird es jetzt erst recht nicht mehr tun. Alle anderen Ärgern sich das ihr Sport nach der ganzen miesen "rasen Kaputtmach" Presse Kampagne nun erneut und sogar in seriösen blättern nieder gemacht wird.

      Über welche Punkte des Artikels möchtest du denn hier diskutieren? Wird Leipzig nur ganz verbilligte Stadionmiete bekommen? Oder soll man Football nur noch ohne events verkaufen damit es nicht mehr Familien mit Kindern als Konzept anspricht sondern besoffene Fussballfans?
      Oder vielleicht warum die NFL uns hier nicht einfach ne Liga subventioniert die sich für keinen der 32 Owner wirklich lohnt?

      Es mag ja sein das schon immer viele Ideen auch wieder verworfen worden sind aber warum schreibt dann ein Journalist der ja anscheinend Ahnung hat so etwas:

      Quellcode

      1. Aber was in Europa gut ankommt, darüber hat man sich in Amerika ja zuletzt immer weniger Gedanken gemacht.


      Denke schon das sich einiges auch schon verändert hat wie zum Beispiel der längere Bewährungs-Zeitraum der Liga oder das NFLE National Förderprogramm das unter anderem solche Spieler wie Christian Mohr oder Peter Heyer enorm helfen kann.
      Ok alles noch nicht so wie die „ganz persönliche Frank-Neumann-Vision“ der NFLE aber man kann ja wohl nur schwer behaupten das man sich immer weniger Gedanken gemacht hat. Sorry. Entweder ist er immer nur wegen dem Presse Catering zu der Galaxy gekommen oder er hat überhaupt nichts mitbekommen.
    • paelzer schrieb:

      nun ja, das magst du so sehen. ich bin aber seit 1995 jahr für jahr wieder überrascht, auf welche absurden ideen (um nicht peinlichkeiten zu sagen) man im zuge des rahmenprogramms und des tam-tams kommt, das in meinen augen tatsächlich immer weiter aufgeblasen wird.


      Mag sein, mag sein. Mein Geschmack wird ja auch eher selten getroffen, aber woran machst du fest, dass heute mehr Entertainment geboten wird, das Sportliche zurückgedrängt wird? Um's mal überspitzt zu formulieren: Selbst die aktuelle Halbzeitgeschichte mit dem "Ausrüstungswettlauf" hat mehr mit Sport zu tun als wenn wie vor Jahren dickbäuchige Familienväter mit orangenen Perücken ins Stadion einmarschieren und einen auf Cheerleader machen, oder? Und sogar die Fans veranstalten weniger "unsportliches" Tam-Tam als noch vor Jahren. Wo sind die Konfettischlachten? Wo die Zuschauer, die mit Alk-Kanistern ins Stadion einzogen, die jeden Suchtexperten schockiert hätten?

      paelzer schrieb:


      mehr als eine meinungsäußerung deinerseits ist das aber auch nicht, oder?


      Na es ist zumindest die Aufforderung Fakten zu präsentieren und wo bitte sollen die sein? Dass Neumanns oder dein Geschmack nicht getroffen wird, reicht nicht ganz aus. Wie gesagt, wenn Lambada(?)-Moderatoren das Publikum auffordern, sich an den Arsch zu fassen, greife ich mir höchstens ans Hirn, aber zigtausend Leute haben mitgemacht und nicht etwa das Stadion fluchartig verlassen. Nimm doch nur das Feuerwerk - wo ist es hin? Früher wars ein fester Entertainementbestandteil und jetzt? Je mehr ich über Neumanns These nachdenke, desto absurder kommt mir sie vor.

      paelzer schrieb:


      dann haben die nfl-talker, die beispielsweise die "show" vor zwei (?) wochen recht derb kritisiert haben, offenbar auch einen versnobten geschmack...


      Ach, Shows werden doch immer kritisiert und natürlich gibt's auch schlechte. Wenn Diana Ross beim Super Bowl auftritt, bin ich auch froh, wenn die vom Bildschirm runter ist. Und zum Thema (Super-Bowl-) Shows liessen die Simpsons-Macher Bart auch schon mal "Ist da kein Heckenschütze im Publikum?" fragen ;). Aber wo ist da der Trend, wo die Verschlechterung, wo die Zurückdrängung des Sportlichen?

      paelzer schrieb:


      die sportliche fragwürdigkeit fängt bei mir bereits an dem punkt an, an dem per liga-anweisung der trainer verpflichtet wird, koste es, was es wolle, einen zweiten und dritten quarterback spielen zu lassen.


      Klar ist das eine Kröte, nur ist das eben eine Farm-Liga und im Vergleich zur Bundesliga, wo Geld zu einem guten Teil über sportlichen Erfolg entscheidet, IMHO eine kleine. Nur wer käme auf die Idee, der Bundesliga den sportlichen Wert abzusprechen? Oder der zweiten Liga vorzuwerfen, dass da im Vergleich zur Champions League auch nur drittklassige Spieler spielen? IMHO sind das Scheinargumente, die man in einem anderen Zusammenhang nie bringen würde, die nur dazu dienen, die persönliche Befindlichkeit des Autoren wacklig zu untermauern.

      paelzer schrieb:


      nun, hätte er einen solchen schluss nach dem ersten spieltag gezogen, wäre es tatsächlich fragwürdig gewesen. er hat ihn aber nach dem letzten heimspiel gezogen, das trotz staraufgebots, vergleichsweise gutem wetter, ohne fußball-konkurrenz und mit der entscheidung über den world-bowl-einzug der beiden führenden teams gerade einmal 32.000 zuschauer angelockt hat. zur erinnerung: vor dem umbau des waldstadions lag der schnitt bei rund 35.000.


      Aber geht's hier nicht zu einem guten Stück um einen Schneeballeffekt? Und ist der Schneeball nicht erst durch den Umbau und dann durch den frühen Starttermin von vornherein kleiner geworden, so dass er als er ins Rollen kam einfach weniger Leute mitreißen konnte?

      Aber klar, natürlich werden nächste Saison nicht wieder 35.000 Zuschauer kommen, bloss weil die NFLE später anfängt und der Umbau noch weiter zurückliegt. Der Hype der ersten Jahre ist vorbei, die Spielerfluktuation ist ein Problem - und die Leute sind natürlich auch sportlich anspruchsvoller geworden. Die gehen nicht mehr einfach zufrieden nach Hause, wenn es am Ende ein Feuerwerk gab. Die Leute wollen sich natürlich identifizieren und wenns früher kein Spieler war, gab's immer noch Reinke (noch so ein Entertainment-Faktor der fehlt. Der Mann moderierte das Spiel wie ein Autoscooter-Besitzer, dagegen ist ein Popp ja fast schon BBC-mäßig steif ;) ). Daran muss die Liga arbeiten, nur brauchts dazu eben keine übermäßig guten Spieler oder hat Bailey in der NFL auch nur ansatzweise was gerissen?

      paelzer schrieb:


      ich halte es jetzt für genau den richtigen zeitpunkt, um zumindest in sachen galaxy bilanz zu ziehen. und dass dies nicht lohnschreiber der liga tun, sondern unabhängige journalisten. letztere sind nicht zum schönschreiben da - gott sei dank.


      Das klingt toller als es ist, denn "unabhängig" heißt nicht neutral, schon gar nicht kompetent. Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie bei der unabhängigen FAZ Verschwörungsgeschichten erdichtet wurden, weil Ted White am Tag, als Tagliabue im Stadion war, aus Versehen einen langen aber unterworfenen Pass anbrachte, woraus die FAZ messerscharf schloss, dass White entweder sich ohne besondere Beobachtung nicht anstrengen würde oder dass Tagliabue etwas vorgegaukelt werden sollte... :hinterha:
      Und vielleicht liege ich ja falsch, aber mir kommt es so vor, dass Journalisten gerne auch mal in Artikeln in Mütchen kühlen, wenn sie sich "ungerecht" behandelt fühlen. Da genügt eine Sonnenbrille auf der Pressekonferenz oder nichtssagende Floskeln ;) und schon schlägt sich das in der Berichterstattung nieder. Nicht etwa indem der Umgang mit der Presse kritisiert würde (was wohl richtig, aber auch herzlich uninteressant wäre), sondern indem die "Kritik" unter dem Deckmäntelchen der Sportberichterstattung geübt wird.
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • Kommen wir mal zu den Inhalten, die Form des Artikels wurde nun ja bereits ausgiebig bewertet.
      Mir ist es zu blöd nur der Party Willen zu einem Spiel anzureisen. Ich möchte schon qualitativ guten Football geboten bekommen, was bei Thunder in der Vergangenheit sogar der Fall war. Mittlerweile gibt es aber nur noch Magerkost, keine Spieler, die der Liga ihren Stempel aufdrücken und keine Warner-Typen weit und breit, die in der NFL groß rauskommen werden.
      Ich kann als Außenstehender nur wenig sagen, weil ich die NFLE in diesem Jahr so gut wie nicht verfolgt habe. Das hat aber seinen Grund und ich bin vermutlich nicht allein mit dieser Einstellung - es gibt null Identifizierung mit den Teams. Ich würde grob schätzen, dass man 90 % des Kaders nicht kennt und auch nicht kennen kann. Da werden street FAs von den NFL-Teams eingekauft, nur um das Soll an abzustellenden Spielern für die NFLE zu liefern. Kein Mensch sieht sie je wieder, keinen interessiert was sie für eine Leistung abliefern, es sei denn, es geschehen Wunderdinge. Die einzige Position die den NFL-Teams einen ernsthaften Test wert ist, ist die des QBs. Und so kommt es, dass diverse QBs zum Einsatz kommen müssen, ohne dass man als Footballkenner eigentlich einen taktischen oder spielerischen Sinn in der Wechselei erkennen kann. Mit Football hat das für mich wenig zu tun und es vergiftet auch den Wettbewerbscharakter, weil man dem Zwang untersteht, Spieler X, Y gewisse Spielzeit geben zu müssen, um die Interessen der NFL-Teams zu befriedigen.
      Aber zurück zum Spielerbrei, aus dem sich nur wenige empfehlen können. Wenn ich mir so die Reaktionen zu den Spielen hier im Board und auch allgemein durchlese, dann muss man festhalten, dass das Niveau sehr schwach sein muss. Das Playcalling ist mehr als simpel gestrickt, was natürlich bedingt durch eine kurze Vorbereitungszeit mit zig neuen Spielern auch nicht verwunderlich ist. Spektakuläres wird nicht geboten, es sei denn man rechnet unverständliche calls der zweitklassigen Coaches mit ein.
      Das ist mein Eindruck und so lange es keinen festen Spielerstamm für die einzelnen NFLE-Teams gibt, wird auch das Niveau entsprechend niedrig bleiben und die Zuschauerzahlen in dessen Folge sinken.
    • Gonzales schrieb:

      Entweder ist er immer nur wegen dem Presse Catering zu der Galaxy gekommen oder er hat überhaupt nichts mitbekommen.


      Das ist mittlerweile überhaupt kein Grund mehr, um zur Galaxy zu gehen, glaub mir. Früher sollten die Journalisten mit gutem Essen noch "bestochen" werden, wie mir ein ehemaliger Pressesprecher erzählte, aber die Zeiten sind vorbei...hmm, vielleicht gibt es da doch einen Zusammenhang zwischen Buffet und Berichterstattung? :hinterha: ;)
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • Derek Brown schrieb:

      Mag sein, mag sein. Mein Geschmack wird ja auch eher selten getroffen, aber woran machst du fest, dass heute mehr Entertainment geboten wird, das Sportliche zurückgedrängt wird? Um's mal überspitzt zu formulieren: Selbst die aktuelle Halbzeitgeschichte mit dem "Ausrüstungswettlauf" hat mehr mit Sport zu tun als wenn wie vor Jahren dickbäuchige Familienväter mit orangenen Perücken ins Stadion einmarschieren und einen auf Cheerleader machen, oder? Und sogar die Fans veranstalten weniger "unsportliches" Tam-Tam als noch vor Jahren. Wo sind die Konfettischlachten? Wo die Zuschauer, die mit Alk-Kanistern ins Stadion einzogen, die jeden Suchtexperten schockiert hätten?

      die fans veranstalten weniger "unsportliches" tam-tam, weil der schwung früherer jahre weg ist.
      der ausrüstungswettlauf in der halbzeit hat relativ wenig mit dem spiel und dessen sportlichem wert zu tun.
      die konfettischlachten (ich nehme an, du meinst die auf den rängen) wurden verboten, die menge an konfetti, die du mitnehmen darfst, deutlich limitiert. zudem waren das keine offiziell organisierten aktionen.
      ob schnurrbart- oder fliegenklatschen-aktionen niveauvoller sind?

      Derek Brown schrieb:

      Na es ist zumindest die Aufforderung Fakten zu präsentieren und wo bitte sollen die sein? Dass Neumanns oder dein Geschmack nicht getroffen wird, reicht nicht ganz aus. Wie gesagt, wenn Lambada(?)-Moderatoren das Publikum auffordern, sich an den Arsch zu fassen, greife ich mir höchstens ans Hirn, aber zigtausend Leute haben mitgemacht und nicht etwa das Stadion fluchartig verlassen. Nimm doch nur das Feuerwerk - wo ist es hin? Früher wars ein fester Entertainementbestandteil und jetzt? Je mehr ich über Neumanns These nachdenke, desto absurder kommt mir sie vor.

      da gehen die meinungen halt auseinander. vielleicht sollten wir beide uns mal zusammensetzen und ne liste der "events" pro spiel erstellen. dann können wir das ganze quantifizieren.


      Derek Brown schrieb:

      Ach, Shows werden doch immer kritisiert und natürlich gibt's auch schlechte. Wenn Diana Ross beim Super Bowl auftritt, bin ich auch froh, wenn die vom Bildschirm runter ist. Und zum Thema (Super-Bowl-) Shows liessen die Simpsons-Macher Bart auch schon mal "Ist da kein Heckenschütze im Publikum?" fragen ;). Aber wo ist da der Trend, wo die Verschlechterung, wo die Zurückdrängung des Sportlichen?

      in sachen nfle? siehe oben. mich jedenfalls beschlecht dieser verdacht ebenfalls.
      in sachen super bowl? dessen sportlicher wert ist, im gegensatz zur nfle, nicht umstritten; zu dem müssen die zuschauer nicht mit einem rahmenprogramm gelockt werden.

      Derek Brown schrieb:

      Klar ist das eine Kröte, nur ist das eben eine Farm-Liga und im Vergleich zur Bundesliga, wo Geld zu einem guten Teil über sportlichen Erfolg entscheidet, IMHO eine kleine. Nur wer käme auf die Idee, der Bundesliga den sportlichen Wert abzusprechen? Oder der zweiten Liga vorzuwerfen, dass da im Vergleich zur Champions League auch nur drittklassige Spieler spielen? IMHO sind das Scheinargumente, die man in einem anderen Zusammenhang nie bringen würde, die nur dazu dienen, die persönliche Befindlichkeit des Autoren wacklig zu untermauern.

      nett formuliert, aber leider unsinn. denn in der buli (im vergleich zur cl) oder in der 2. liga (im vergleich zur buli) gibt es keine anweisung, auf bestimmten spielerpositionen zwangsweise während des spiels einen wechsel vorzunehmen und damit in nicht wenigen fällen das team bewusst zu schwächen. dort wird die stärkste jeweils zur verfügung stehende mannschaft aufgeboten.


      Derek Brown schrieb:

      Aber geht's hier nicht zu einem guten Stück um einen Schneeballeffekt? Und ist der Schneeball nicht erst durch den Umbau und dann durch den frühen Starttermin von vornherein kleiner geworden, so dass er als er ins Rollen kam einfach weniger Leute mitreißen konnte?

      auch nicht ganz richtig. denn zumindest in frankfurt hat der frühere beginn in den ersten spielen (offiziell) gar keine so großen lücken im vergleich zum vorjahr gerissen. die startmasse deiner lawine war in den ersten beiden spielen nicht geringer als die im vorjahr - nur ist die lawine tatsächlich nicht ins rollen gekommen, trotz des sportlichen erfolgs.
      übrigens: es geht das gerücht, dass der diesjährige starttermin künftig bleiben soll - damit die spieler nach ihrer rückkehr zeit haben, sich fürs trainingscamp bei ihren nfl-teams ein wenig zu regenerieren. ergo: die vorbereitung der zusammengestoppelten teams der nfle würde weiterhin so kurz bleiben. fällt unzureichende vorbereitung in einer solch koordinationsabhängigen sportart eigentlich auch in die kategorie "fragwürdiger sportlicher wert"?

      Derek Brown schrieb:

      Aber klar, natürlich werden nächste Saison nicht wieder 35.000 Zuschauer kommen, bloss weil die NFLE später anfängt und der Umbau noch weiter zurückliegt. Der Hype der ersten Jahre ist vorbei, die Spielerfluktuation ist ein Problem - und die Leute sind natürlich auch sportlich anspruchsvoller geworden. Die gehen nicht mehr einfach zufrieden nach Hause, wenn es am Ende ein Feuerwerk gab. Die Leute wollen sich natürlich identifizieren und wenns früher kein Spieler war, gab's immer noch Reinke (noch so ein Entertainment-Faktor der fehlt. Der Mann moderierte das Spiel wie ein Autoscooter-Besitzer, dagegen ist ein Popp ja fast schon BBC-mäßig steif ;) ). Daran muss die Liga arbeiten, nur brauchts dazu eben keine übermäßig guten Spieler oder hat Bailey in der NFL auch nur ansatzweise was gerissen?

      danke, dass du mit diesem absatz (natürlich netter formuliert) wesentliche punkte aus neumanns analyse für dich selbst aufgegriffen und vertreten hast. ;)

      Derek Brown schrieb:

      Das klingt toller als es ist, denn "unabhängig" heißt nicht neutral, schon gar nicht kompetent. Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie bei der unabhängigen FAZ Verschwörungsgeschichten erdichtet wurden, weil Ted White am Tag, als Tagliabue im Stadion war, aus Versehen einen langen aber unterworfenen Pass anbrachte, woraus die FAZ messerscharf schloss, dass White entweder sich ohne besondere Beobachtung nicht anstrengen würde oder dass Tagliabue etwas vorgegaukelt werden sollte... :hinterha:

      leider kenne ich den artikel nicht, kann also schlecht etwas dazu sagen. aber ich habe den (achtung, ironie) stets hoch motivierten ted white aus nächster nähe erlebt. vielleicht war's ja wirklich so. ;)

      Derek Brown schrieb:

      Und vielleicht liege ich ja falsch, aber mir kommt es so vor, dass Journalisten gerne auch mal in Artikeln in Mütchen kühlen, wenn sie sich "ungerecht" behandelt fühlen. Da genügt eine Sonnenbrille auf der Pressekonferenz oder nichtssagende Floskeln ;) und schon schlägt sich das in der Berichterstattung nieder. Nicht etwa indem der Umgang mit der Presse kritisiert würde (was wohl richtig, aber auch herzlich uninteressant wäre), sondern indem die "Kritik" unter dem Deckmäntelchen der Sportberichterstattung geübt wird.

      ach herrje, das ist doch quatsch. da gefällt mir meine theorie schon besser, das du als "freier" neidisch auf die satten, gut situierten festen bist und nun hier mal wieder ne möglichkeit siehst, dein mütchen zu kühlen. :tongue2: :jeck:

      in einem hast du allerdings recht: das essen ist sicherlich kein grund mehr, zur galaxy zu kommen. aber es war schon schlechter. erinnere dich an vor drei jahren, als die tollen subway-sandwiches (in zudem viel zu geringer zahl) gereicht wurden. dann müsste damals ja eine ganze welle negativer berichte über die galaxy das land überschwemmt haben... :mrgreen:

      @gonzales:
      du bist ja diese saison auch eingestiegen ins journalistische geschäft. vielleicht dauert's noch ein paar jährchen, bis du von dem hehren ansatz weg kommst, berichte würden in der erwartung verfasst, dass sich etwas ändert. ;) noch ein tipp: wenn du glaubst, berichterstattung in einem allgemeinen medium nur für eine ganz bestimmte klientel machen zu können oder wollen, von der diese klientel dann auch noch etwas hat (in deinem sinne: nicht die sportart niedermachen, sondern unterstützen), dann wirst du - hoffentlich - sehr schnell desillusioniert werden und auf einen pr-job wechseln. denn der deutsche journalismus krankt in teilen sehr an hofberichterstattung. du bist - das ist nicht böse gemeint - noch zu sehr fan, der glaubt, es müsse etwas für die liga getan werden, wenn man in der entsprechenden position sitzt; das aber ist nicht die aufgabe des journalisten.

      und: warum muss eine analyse wie die von neumann der liga gleich ein rezept mitliefern, wie es möglicherweise besser werden wird? es ist gang und gäbe in der berichterstattung (und das beileibe nicht nur im sport), dass eine problemlage geschildert wird, der finger in die wunde gelegt wird, ohne dass der journalist sich zum allwissenden aufspielt, der das problem im handumdrehen lösen könnte.

      die argumente über die verbesserungen ziehen leider nicht. dass jetzt ein paar nationals in der nfl mittrainieren dürfen, hat wenig auswirkungen auf den sportlichen wert der liga an sich. ist allerdings schön für die nationals. zudem geschieht das nicht aus purer europafreundlichkeit, sondern weil die nfl merkt, dass ihr in konkurrenz um die zahlenmäßig immer geringere jugend ein ganz klein wenig die puste ausgeht (beispielsweise im vergleich zum fußball), sie also versuchen muss, international spieler zu entwickeln. hinzu kommt: die nfl würde ihren sport ja gerne weiter internationalisieren und mit ausländischen spielern (siehe yao ming im bb) neue märkte zu erschließen.
      der 5-jahres-vertrag liest sich zwar im ersten moment sehr schön, ist aber nichts wert. denn wenn die liga strauchelt, schützt auch der 5-jahres-vertrag nicht vor dem fax aus new york, das 1992 von jetzt auf nachher die liga stillgelegt hat.
      zu diskutieren gäbe es einiges auf der basis von neumanns artikel und darüber hinaus. beispielsweise über sinn und machbarkeit einer richtigen kernmannschaft pro team. oder über vermarktungsstrategien (da gehört auch die form des entertainments dazu). oder über standorte, über liga-größe, über fähige und unfähige front offices. raum und ansatzpunkte wären da genug. aber solange hier nur die empörte "haltet den bösen nestbeschmutzer"-masche gefahren wird, bringt auch das nicht weiter.
    • nach einem längeren gespräch über dieses thema mit jemandem, der sich sehr intensiv mit der liga befasst, füge ich der liste diskussionswürdiger punkte noch einen an:
      - kann eine liga, die sehr stark auf spektakel als zuschaueranreiz setzt, es sich leisten, trainer wie jones zu engagieren, für die das laufspiel das nonplusultra ist? nehmen nicht 30, 35 läufe pro spiel dem event-publikum einen großteil des reizes? ist die laufspiel-philosophie - so erfolgreich sie sein mag - für eine liga wie die nfle nicht kontraproduktiv?
      ich erinnere mich noch an die zeiten unter dick curl (die traurige ted-white-episode, die das image nachhaltig beschädigt hat und aus der die ligabosse bis heute offenbar nichts gelernt haben, klammere ich mal aus): selbst wenn die galaxy verloren hatte, ging man mit dem gefühl aus dem stadion, etwas geboten bekommen zu haben, weil das ei flog und flog und flog... unter graber, noch mehr unter jones ist dieses gefühl meiner meinung nach mehr und mehr verloren gegangen.
    • Wendigo schrieb:

      Dementsprechend gerät man mit der NFLE aber in ziemliche Schwierigkeiten, wenn das "Event-Publikum" ausbleibt, weil's auf Dauer langweilig wird, die Events scheiße sind oder es ein bisschen nieselt. Was man dann wunderbar sieht, ist, dass der Teil der sportkundigen Fans ernüchternd gering ist.
      Falsche Rechnung, denn du siehst das ganze zu statisch.
      Jemand der meinetwegen 1995 zum ersten Mal zur Galaxy gegangen ist (angelockt durch das Event), hat sich in 10 Jahren doch auch selbst entwickelt. Man kann davon ausgehen, dass er in den 10 Jahren die Regeln weitgehend verstanden hat und sein Hauptgrund sich das Ticket zu verkaufen mittlerweile an dem Spiel liegt. Genau das ist der springende Punkt. Viele Journalisten (unter anderem auch Paelzer) denken, dass 90 % der Fans im Stadion ausschließlich wegen der Party und dem Spektakel zum Spiel kommen. Das war früher vielleicht noch so. Aber mittlerweile ist es nicht mehr so. Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Leute, die sich vornehmlich für den Sport interessieren.
      Bei den Sea Devils wurden im letzten Spiel wieder Umfragebögen verteilt, wo auch gefragt wurde auf welchen Teil der Veranstaltung man am meisten Wert legt. Wahrscheinlich wird das Ergebnis nicht veröffentlicht werden, aber ich bin mir sicher, dass sich einige ziemlich wundern würden, wenn sie sehen, dass der Anteil der Leute relativ groß sein wird, die das Spiel in den Vordergrund stellen.
    • Patmann schrieb:

      Falsche Rechnung, denn du siehst das ganze zu statisch.
      Jemand der meinetwegen 1995 zum ersten Mal zur Galaxy gegangen ist (angelockt durch das Event), hat sich in 10 Jahren doch auch selbst entwickelt. Man kann davon ausgehen, dass er in den 10 Jahren die Regeln weitgehend verstanden hat und sein Hauptgrund sich das Ticket zu verkaufen mittlerweile an dem Spiel liegt. Genau das ist der springende Punkt. Viele Journalisten (unter anderem auch Paelzer) denken, dass 90 % der Fans im Stadion ausschließlich wegen der Party und dem Spektakel zum Spiel kommen. Das war früher vielleicht noch so. Aber mittlerweile ist es nicht mehr so. Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Leute, die sich vornehmlich für den Sport interessieren.


      In der Theorie vielleicht richtig, in der Praxis falsch. Die Leute mit denen ich zur Galaxy gehe, habe außerhalb der NFLE mit Footbal nix am Hut, schauen ansonsten den Superbowl an und haben auch nach 15 Jahren Galaxy fast keine Ahnung davon was auf dem Rasen eigentlich so richtig passiert.

      Wenn man sich mal die Fan Foren der Galaxy, Fire etc ansieht, dann ist es footballerische Niveau dort größtenteils um Klassen schlechter als das was in dieser Liga auf den Rasen gebracht wird.

      Das NFLE Publikum ist zum überwiegenden Teil leider ein Event Publikum.
      [SIZE="4"]In Peyton we trust!! [/SIZE]
    • Disastermaster schrieb:

      Das NFLE Publikum ist zum überwiegenden Teil leider ein Event Publikum.


      wenn dieses Publikum die Zuschauerzahl so hoch hält, dass die NFL-Bosse denken, dass sich die Liga lohnt, dann soll mir das recht sein, denn ohne diese Leute hätte man wohl mittlerweile nicht mehr die Gelegenheit Football auf einem derart hohen Niveau(höher als GFL) live zu erleben. Letztendlich ist Football (vllt noch...) eine Randsportart und da kann man froh sein, dass diese Eventfans die NFL-Leute in NY zufriedenstellen, damit die richtigen Footballfans überhaupt die Chance haben ins Stadion zu gehen bzw, damit überhaupt eine breitere Bevölkerungsschicht in den Bann der Sportart gezogen werden kann. Ohne die NFLE wäre ich zB glaube ich bis jetzt noch nicht zum Football bekehrt worden, was ich rückblickend sehr schade finden würde.

      FAZ schrieb:

      Das können sie auch gar nicht, solange die Footballfiliale in Europa für die NFL nur eine Restpostenliga für zweit- und drittklassige Footballspieler aus den Vereinigten Staaten ist, die hier für wenig Geld ihre Knochen hinhalten...


      vllt mag einiges an argumenten zu überzeugen wissen, aber dieser Satz ist wohl sehr überzogen. Wenn es wirklich so wäre, würden die Spieler wohl nicht soo gern in Europa ihr Spiel verbessern wollen und ausserdem würde ich wetten, dass niemand, der Football "praktiziert" bestätigen würde, dass er nur die Knochen hinhält.
    • FAZ schrieb:

      „Wenn es nichts wird aus meiner Profikarriere, dann gehe ich noch mal zur Universität und werde Lehrer.“ Das ist doch mal ein Wort.


      dies ist ein Zitat aus einem weiteren Neumann-Artikel. Selbst wenn er erschreckend klar die negativen Aspekte rund um die NFLE offenlegt, so stört mich am meisten der Unterton. Man kann über Probleme aggressiv berichten, aber bei Neumann kommt doch mehr die Schiene "ins lächerliche ziehen" zum tragen. An den Fakten störe ich mich nicht. Ich sehe auch, dass die Footballfans in Deutschland in den letzten Jahren nicht sprunghaft mehr geworden sind, wodurch ich jedes mal froh bin, wenn die NFLE aus NY eine weitere "Gnadenfrist" bekommt, aber deshalb muss man ja nicht die Sense rausholen und sagen, dass die NFLE nutzlos ist und die ganzen Deppen aus Übersee sich lieber nach nem "ordentlichen" Job umsehen sollen.

      edit: Link zum FAZ-artikel: hier
    • Patmann schrieb:

      Viele Journalisten (unter anderem auch Paelzer) denken, dass 90 % der Fans im Stadion ausschließlich wegen der Party und dem Spektakel zum Spiel kommen.

      ich frage mich, auf welcher basis du dir anmaßt, beurteilen zu wollen, was viele journalisten (unter anderem auch der paelzer) denken.
      oh, entschuldige, ich hatte vergessen: du wusstest ja auch schon nach dem dritten spieltag, dass rhein fire als world-bowl-champion 2006 ein selbstläufer ist und alle anderen teams in dieser saison ohne chance sind. und wer zu solch meisterlicher frühanalyse in der lage ist, der weiß natürlich auch, was ich denke.

      Wendigo schrieb:

      Dieser Ansatz, fürchte ich, zäumt das Pferd von der falschen Seite auf. Ich würde mich viel eher fragen: Ist nicht der Spektakelcharakter für eine europäische Sportlige kontraproduktiv? In Europa - gerade in Deutschland - findest du ein sehr sportkundiges und -interessiertes Publikum, das auch mit unpopulären Sportarten wenig Berührungsängste hat. Hierzulande sind selbst die Weltmeisterschaften im Dressurreiten und Rollhockey exzellent besucht. Ich wage allerdings die Behauptung, dass du mit der Spektakelinszenierung letztlich genau den Teil des europäischen Publikums anlockst, den du nicht willst: Nämlich die eigentlich sportunkundigen und -uninteressieren. Natürlich nicht ausschließlich, aber eben zu einem nicht unerheblichen Teil. Wäre nicht vielleicht der umgekehrte Weg besser, nämlich eine Vermarktung des Sports als das, was er ist, eine taktische Sportart, in die man sich einfinden und auch einarbeiten muss. Mittel- und langfristig traue ich es dem europäischen und insbesondere deutschem Sportpublikum nämlich durchaus zu, den Sport auf diese Weise besser anzunehmen als mit der bisherigen Taktik.

      es war ne these von mir, die ich zur diskussion gestellt habe und für die es zumindest ein paar indizien gibt.
      man kann aber natürlich auch an der von dir beschriebenen stelle ansetzen. nur äußere ich zweifel daran, dass die liga unter dem bestehenden wirtschaftlichen druck der nfl die zeit hat, eine solche mittel- und langfristige image-veränderung zu schaffen und dass dann tatsächlich ein ausreichend großes fanpotenzial in die stadien geht. rollhockey- oder dressur-wm sind singuläre ereignisse (mit zumindest beim rollhockey deutlich niedrigeren zuschauerzahlen) und scharen daher alles, was sich damit irgendwie identifiziert, in den wenigen tagen der wm zusammen. die nfle hingegen bietet alljährlich 25 (26 mit wb) aktivitäten in deutschland. da wird's schon schwieriger, das kundige, aber limitierte publikum stets aufs neue zu motivieren.
      und: die nfle wird einen imagewechsel auch nicht schaffen, wenn sie weiterhin trainer hier rüber schickt, die glauben, deutsche fans und journalisten seien zu blöd für football. beispiele (aktuelle und frühere) gibt's dafür genug.
    • paelzer schrieb:

      nach einem längeren gespräch über dieses thema mit jemandem, der sich sehr intensiv mit der liga befasst, füge ich der liste diskussionswürdiger punkte noch einen an:
      - kann eine liga, die sehr stark auf spektakel als zuschaueranreiz setzt, es sich leisten, trainer wie jones zu engagieren, für die das laufspiel das nonplusultra ist? nehmen nicht 30, 35 läufe pro spiel dem event-publikum einen großteil des reizes? ist die laufspiel-philosophie - so erfolgreich sie sein mag - für eine liga wie die nfle nicht kontraproduktiv?
      ich erinnere mich noch an die zeiten unter dick curl (die traurige ted-white-episode, die das image nachhaltig beschädigt hat und aus der die ligabosse bis heute offenbar nichts gelernt haben, klammere ich mal aus): selbst wenn die galaxy verloren hatte, ging man mit dem gefühl aus dem stadion, etwas geboten bekommen zu haben, weil das ei flog und flog und flog... unter graber, noch mehr unter jones ist dieses gefühl meiner meinung nach mehr und mehr verloren gegangen.


      Das würde ich fast sofort unterschreiben, nur sehe ich das Problem nicht im Laufspiel. Man kann ja schlechterdings nicht behaupten, dass Roger Robinson der verhassteste Mann in Frankfurt wäre, weil der mit seinen Läufen das Publikum langweilt. Das Gegenteil ist doch der Fall. Wo ich aber voll zustimmen würde, wäre, wenn man das auf das Passspiel ausdehnt, denn dieser Sicherheitskram mit dem Kurzpassspiel auf TEs und WRs finde ich persönlich auch nicht besonders attraktiv.

      Nur kann man nicht beides haben, sich über das angeblich niedrige spielerische Niveau beschweren und die Attraktivität beklagen, denn genau dieses Kurzpass-Sicherheitsspiel ist "state of the art" in der NFL. Unter Curl wurde Hinterwäldler-Football gespielt und darin liegt ein Dilemma. Man kann nicht so einfach attraktiven Firlefanz spielen und gleichzeitig Coaches/Spieler für die NFL ausbilden, wenn die was lernen, was in der Mutterliga so nicht gebraucht wird.

      Und ich würde auch die Sache mit dem Eventpublikum nicht einfach so stehen lassen. Ich gestehe sofort zu, dass die Fans mehr Spektakel und den Ball öfters fliegen sehen wollen. Nur wo ist das anders? Paul Attner hat schon vor ein paar Jahren mit Blick auf den Super-Bowl-Sieg der Pats und die NFL allgemein geschrieben:

      "Fans may love the fun created by the Rams--even the Patriots admit they enjoyed watching St. Louis play--but they have won only one Super Bowl in the three years of their prime. And that's not good enough. [...] "this is a defense-dominated league, no question about it," grumbles Cowboys consultant Ernie Zampese, Who has coached offense in the NFL for four decades--and will quickly decide that the most efficient, safest offensive solution is to teach the short-passing, high-percentage approach of the Patriots or, even more so, the West Coast scheme. That's right--the brilliant creation of Bill Walsh is helping to dumb down offense in the NFL.

      Unlike the vertical (read: downfield for more than 15 yards) passing approach of St. Louis, the newest generation of short-passing, West Coast teams has taken Walsh's scheme and turned it into a yawner that produces endless quick completions, limited points, few risks and way too many punts.

      [...]

      How many games did you see this past season where teams were inside the 20, yet either didn't throw one pass into the end zone or tried one of those overused fade patterns with no chance of success? Ah, but they didn't waste a chance to kick that beloved field goal.

      [...]

      Here is a typical scenario that we witness every week in the NFL. It is third-and-7, and the defense overloads one side with a bunch of blitzers. The quarterback reads what is coming and does what he is taught, which is to find the hot receiver. He doesn't have the inclination, or time, to look for his second or third read, which may produce a big play. Instead, he goes for the quick dump-off, which is what the defense wants, because that dump-off typically is good for 2 or 3 yards. No first down. Bring on the punting team.

      "This is the NFL today, a punt-fest," says Brian Baldinger, a Sporting News Radio analyst and former NFL lineman. "It is a ridiculous horizontal passing game. It's boring. Fans hate it; you can hear the booing from the home fans. Teams are so afraid of making mistakes that they would rather punt than take what they consider a risk."

      Kommt uns das irgendwie bekannt vor? Mir schon. Und sogar das Erfolgsrezept der letzten Comeback-Victories der Galaxy scheint man sich von den Pats abgeschaut haben: Kein Risiko, wenig Passing Yards und erst beim letzten Drive ist`s anders? So haben die Pats die Rams geschlagen. Das ist moderner Football und Jones spielt ihn. Die deutschen Fans mögen das nicht, aber die amerikanischen Fans eben auch nicht. (Und die deutschen Fans mögen das im Fußball ebenso wenig. Warum mag jeder Bremen und selbst Bayern-Fans nicht den Müncher-Sicherheitsstil? Warum war das WM-Endspiel zwischen Italien und Brasilien damals ein tatktisches Meisterwerk während die Fans weltweit gähnten?)

      Das Problem ist also komplexer und lässt sich nicht einfach mit "Jones raus" oder "Galaxy-Fans wollen nur das Ei fliegen sehen" beantworten.
      "I guess football has always been a barometer of the times: the takeover of Manchester United was a perfect manifestation of the unacceptable face of modern capitalism." - Jarvis Cocker.
    • Derek Brown schrieb:

      Ich gestehe sofort zu, dass die Fans mehr Spektakel und den Ball öfters fliegen sehen wollen.


      Derek Brown schrieb:

      Das Problem ist also komplexer und lässt sich nicht einfach mit (...) "Galaxy-Fans wollen nur das Ei fliegen sehen" beantworten.

      nett. :smile2:

      nun aber zurück zum ernsthaften teil: du hast in vielem recht. vor allem in der feststellung, dass sich die probleme der liga nicht auf einen oder zwei punkte reduzieren lassen. aber, und das versuche ich gerade im dialog und mit thesen, man kann sich über einzelne punkte/fragen/thesen zu einer gesamtanalyse hinarbeiten und dadurch vielleicht ein machbares szenario für eine attraktive nfle 2015 entwickeln. oder auch nicht. ich versuch's mal zu strukturieren.

      thema grundprinzip: die liga soll spieler ausbilden und zugleich wirtschaftlich erfolgreich sein.
      frage: lassen sich diese beiden ziele überhaupt miteinander vereinbaren?
      antwort: ???
      these: an ziel und methodik der spielerausbildung lässt sich wenig rütteln; folglich kann nur bei der anderen vorgabe in größerem maße verändert werden - so dies als notwendig betrachtet wird.

      ich greife aus letzterem mal das thema publikum heraus, weil bei ausbleibenden zuschauern auch die anderen wirtschaftsfaktoren wie sponsorengewinnung oder tv-attraktivität leiden:
      fragen:
      - welche art von publikum haben wir im moment in den stadien?
      - wie zufrieden sind die zuschauer mit der nfle?
      - reicht der grad der zufriedenheit zumindest für stabilität, am besten sogar für wachstum?
      - welche optionen der positionierung beim zuschauer hat die nfle, welche sind erstrebenswert, realistisch und erfolgversprechend?

      antworten:
      - wir haben nach meiner einschätzung (patmann, genau hinschauen, hier siehst du nämlich tatsächlich mal eine zahl von mir) ein verhältnis von 60:40, vielleicht sogar 70:30 zwischen event-publikum und eingefleischten football-fans.
      - hmm. schwer zu beantworten. die zuschauerzahlen und die entwicklung über die saison, aber auch die beiträge in diversen foren deuten darauf hin, dass sich die zufriedenheit in engen grenzen hält.
      - auch hier nur eine (angesichts der laufenden saison zumindest ein wenig fundierte) vermutung: er reicht, über die verschiedenen standorte gesehen, insgesamt nur schwerlich für stabilität. für wirkliches wachstum allerdings ganz sicher nicht.
      - im groben: die liga kann abzielen vor allem auf das reine football-publikum (das aber wohl zu gering sein dürfte für wirtschaftlichen erfolg), sie kann sich noch stärker auf das event-publikum konzentrieren (mehr potenzial, aber auch deutlich mehr unsicherheit) oder sie kann einen zwischenkurs fahren.

      ich greif mal letztere option heraus, weil die in meinen augen die erfolgversprechendste ist und skizziere dir mal "meine" idee für rahmenbedingungen einer idealen nfle; trotz des wissens, dass einiges davon unrealistisch ist.
      - wir spielen unter beibehaltung der 11-wochen-saison mit zwei divisionen a 4-6 teams, davon (wegen der exotik) mindestens die hälfte aus anderen ländern.
      - die teams haben die möglichkeit, sich um ein viertel ihrer us-spieler selbst zu kümmern, um so inklusive der nationals ein identifikationsmarke durch wiederkehr zu schaffen
      - man verpflichtet trainer ohne arroganz gegenüber den "dummen europäern", mit einem faible für eine ausgewogene offensive und dem mut zum langen ball.
      - das rahmenprogramm wird erheblich überarbeitet; weg von diesem konzept (überspitzt) 5 bands a 2 lieder und dem anspruch, etwas ganz ausgefallenes, aber damit oft auch gekünsteltes (siehe die klassik-kiste dieses jahr oder die, hmmm, seltsame pregame-show beim wb 2005) auf die beine zu stellen. nenn mich konservativ, aber die frisbee-fangenden köter vor einigen jahren waren so schlecht nicht.
      - die fanbetreuung wird intensiviert.

      so, derek, nun leg mal los. lass uns ein skelett bauen und nach und nach mit fleisch anreichern. ;)