Green Bay Packers Preview 2008

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    • Green Bay Packers Preview 2008

      Green Bay Packers 2008





      Season Review 2007

      Wenig deutete nach einer 8-8 Season 2006 darauf hin, was sich 2007 in Green Bay abspielen sollte. Die Erwartungen der Anhänger der Packers waren nicht gerade hoch, hatte General Manager Ted Thompson seinem ungeliebten Kosenamen Tightwad Ted doch wieder alle Ehre gemacht und mit Frank Walker nur einen Ergänzugsspieler über die Free Agency verpflichtet. Doch je tiefer die Sonne über dem Lake Michigan stand, desto höher war das Vertrauen der Fans in ihr Team. Als der September vorüber war, standen die Packers bei 4-0 und konnten nicht mal von den hoch favorisierten Eagles und Chargers bezwungen werden. Dafür war aber eine Pass-Happy Offense gefordert, denn mit Laufspiel gewannen die Packers zu Saisonbeginn keinen Blumentopf. Brett Favre erlebte den zweiten Frühling und so war auch der kleine Strauchler gegen die Bears in Woche 5 kein Problem, denn danach waren die Packers wieder back-on-Track und gewannen die folgenden 6 Spiele. Und so kam es in Woche 13 zum Showdown, der die Vorentscheidung um die Home Field Advantage bringen sollte. Doch just in diesem Moment verlor Brett Favre völlig den Faden und wurde zweimal intercepted, ehe er mit einer Ellenbogenverletzung das Spielfeld verlassen musste. So war die Zeit für Aaron Rodgers gekommen, eine erste deutlich wahrnehmbare Duftmarke in der NFL zu setzen. Das Spiel konnte er nicht mehr gewinnen, aber der Welt zeigen, dass er in der Lage ist, die Nachfolge von Brett Favre anzutreten. och auch diese Niederlage konnte die auf einer Euphoriewelle schwimmenden Packers nicht vom Weg abbringen, erst sicherte man sich die NFC North und in Woche 15 folgte durch den Sieg gegen die St. Louis Rams das spielfreie Wochenende in den Wildcard Games.

      Das Divisional Playoff-Spiel gegen die Seattle Seahawks wurde das Spiel von Ryan Grant – From Zero to Hero. Im Schneetreiben von Lambeau Field verlor er in der ersten Spielminute zweimal den Ball, was die Gäste schnell mit 14-0 in Führung brachte. Doch mit der Rolle des Sündenbocks wollte und konnte sich Grant nicht abfinden und so lief er danach für 201 yds und steuerte 3 Touchdowns zum letztendlich ungefährdeten 42-20 Sieg bei.

      Im NFC Championship Game aber platzten dann die Träume der Packers von Glendale, Arizona. Im Eisschrank Lambeau Field dominierten die New York Giants den Gastgeber in allen Belangen, vergaben aber alle Möglichkeiten das Spiel in der regulären Spielzeit zu entscheiden. In der Overtime beendete Brett Favre mit einer Interception seine Karriere als Packer und Lawrence Tynes setzte mit seinem Field Goal den Todesstoß.



      Offseason:

      Eigentlich müsste man dieses Kapitel „The Favre Saga“ nennen, denn das Thema #4 beherrschte die Offseason. Im März beendete er unter Tränen seine Karriere. "I know I can play but I don't think I want to," so Favre auf seiner Pressekonferenz. Doch als er merkte, dass Traktorfahren in Kiln, Miississippi für einen 38-jährigen wohl doch nicht die Erfüllung ist, fand er diesen Willen schnell wieder und klopfte im Juli bei den Packers an. Man kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass ihn die Packers herzlich willkommen geheißen haben, sowohl McCarthy als auch Ted Thompson machten schnell deutlich, dass der Mann, der beim Season Opener under Center steht, die Nummer 12 trägt. Favre, merklich angefressen, bat daraufhin um seine Entlassung, wo er bei Ted Thompson natürlich auf Granit biss. Der Mann, der für einen Draftpick vielleicht nicht seine Oma verkaufen würde, aber doch so einiges auf sich nimmt, hätte im Leben nicht daran gedacht, Favre ohne Compensation gehen zu lassen. Und so fand man mit dem Trade zu den Jets nach wochenlangem Hickhack eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung. Favre kann spielen und das für ein Team außerhalb der Conference und Thompson hat seinen conditional Pick (4th to 1st).





      Draft:

      Same Procedure as every year in der Radio City Music Hall in New York. Ted “The Godfather of Downtrade” ging mit 7 Picks in die Draft und holte damit 9 Spieler und einen 6th Rounder 2009.


      The Green Bay Packers Class of 2008:

      Runde 2:


      #37: Jordy Nelson, WR, Kansas State University

      Nach dem Downtrade aus der 1st Round griff Ted Thompson abermals tief in die Überraschungskiste und verstärkte weiter das Receiving-Corps. Nelson fing 2007 122 Pässe für die Wildcats und überzeugte bei zugegeben nur einer handvoll Punt-Returns mit einer Average von sage und schreibe 52,9 yds



      #56: Brian Brohm, QB, University of Louisville

      Verzweifelt suchte Thompson einen Uptrade-Partner, um Brohm zu picken. Erfolglos, aber zu seinem Glück fiel ihm der All-Time Big East Passing-Leader (10775 yds) an 56 in die Hände. Diesen Pick hatte man von den Cleveland Browns für DT Corey Williams bekommen.



      #60: Patrick Lee, CB, University of Auburn

      Endlich der von vielen schon in Runde 1 erhoffte Cornerback. Lee startete zwar nur in seinem Senior Year für die Tigers, aber HC Mike McCarthy war angetan von seiner Physis und seinem Bump’n’Run-Play. Im College spielte Lee schon größtenteils Press-Man-Coverage, für MMM ein „perfect Fit“ für das System der Packers.


      Runde 3:


      #91: Jermichael Finley, TE, University of Texas

      Seine Athletik gab den Ausschlag, dass sich der ehemalige Longhorn nun das Jersey der Green Bay Packers überstreifen darf. Finley ist ein sicherer Fänger mit Deep-Threat Potential, aber nach nur 2 Seasons College Football braucht er noch Zeit, um eine echte Verstärkung zu sein.


      Runde 4:


      #102: Jeremy Thompson, DE, University of Wake Forest

      Wunder gibt es immer wieder …. In seiner 9. Draft als GM in der NFL war das der erste Uptrade von Ted Thompson. Mit diesem holte er Jeremy zu seinem Bruder Orrin nach Green Bay. Thompson hat viel Erfahrung als Starter und ist eher der Passing Down-DE, guter Pass-Rush, kann sich aber auch in die Coverage zurückfallen lassen.



      #135: Josh Sitton, OG/OT, University of Central Florida

      Hätte man auf die Position wetten müssen, es wäre leicht verdientes Geld gewesen. Wie immer in den Runden 4-5 nahm Thompson einen Tweener für die Offensive Line. Sitton war wie Daryn Colledge ein College-Tackle, der in der interior Line als Guard aufgebaut werden soll, um später auf Tackle zu switchen.


      Runde 5:


      #150: Breno Giacomini, OT, University of Louisville

      Und der nächste Lineman gleich hinterher. Giancomini erinnert jedoch eher an Tony Moll, der ebenfalls ein zum Tackle konvertierter Tight End war. Er kämpft um den Back-Up Spot für RT Mark Tauscher.


      Runde 7:


      #209: Matt Flynn, QB, Louisiana State University

      2 gepickte Quarterbacks in einer Draft für ein Team dürften so häufig vorkommen wie Übertragungen mit John Madden ohne Huldigungen für Brett Favre. Doch die Packers machten mangels Alternativen auf der QB-Position aus der Not eine Tugend und holten mit Matt Flynn einen Mann, dessen Draft Stock wohl deutlich höher gewesen wäre, wenn ihm nicht JaMarcus Russell vor der Nase gesessen hätte und er nicht nur auf ein Jahr Starting Experience käme. Im BSC Championship Game führte Flynn die Tigers zum Titel gegen Ohio State und durfte sich nach dem Spiel mit 4 TDs MVP nennen.



      #217: Brett Swain, WR, San Diego State University

      Mit dem letzten (selbst genutzten) Pick 2008 holte Thompson mit Brett Swain einen WR, der Competition im Camp verursachen und auch im Return-Game ausprobiert werden sollte. Eine
      Offenbarung war er allerdings nicht -> gecuttet.





      Free Agency:

      Signed:
      LB Brandon Chillar (St. Louis Rams), 2 yrs, $5,2 M

      Re-Signed:
      RB Ryan Grant, 4 yrs, $30 M
      S Atary Bigby, 1 yr, $0,5 M Base
      WR Ruvell Martin, 1 yr, $0,4 M
      FB John Kuhn, 1 yr, Undisclosed
      TE Tory Humphrey, 1 yr, Undisclosed

      Lost:
      TE Bubba Franks -> New York Jets
      CB Frank Walker -> Baltimore Ravens

      Trades:
      QB Brett Favre -> New York Jets (Conditional Draft Pick 2009)
      DT Corey Williams -> Cleveland Browns (2nd Round Draft Choice 2008 (56 ovr.))


      Die Free Agency hatte für die Packers-Fans mal wieder den Unterhaltungswert einer Rafting-Tour auf dem Mississippi River. Die Packers beschränkten sich wie 2007 auf das Re-Signing der eigenen Free Agents und wilderten nur einmal in fremden Gefilden. Mit Linebacker Brandon Chillar wurde Depth bzw. Competition für die Strong Side geholt. Den größten Vertrag bekam Ryan Grant, der für die oben angegebenen 30 Millionen aber schon Leistungen erbringen müsste, die ihm nebenher noch ein paar Freiflüge nach Hawaii bescheren würden.
      Vamos, vamos Chilenos
      esta noche tenemos que ganar
    • Quarterbacks:


      #12 Aaron Rodgers, #11 Brian Brohm, #10 Matt Flynn

      Der König ist tot, lang lebe der König. Nach 16 Jahren ist die Ära Brett Favre zu Ende, so ist es Zeit für seinen designierten Nachfolger Aaron Rodgers (im übrigen der allererste Draft Pick von TT als GM der Packers) zu zeigen, ob er in den 4 Jahren hinter seinem Mentor zu einem würdigen NFL Quarterback gereift ist. Gute Ansätze waren schon zu sehen, nicht nur in der letzten Saison in Dallas, auch im Camp hatte er lichte Momente. 2 Dinge dürften von entscheidender Bedeutung sein, ob sich letztendlich die Montana/Young-Fraktion auf die Schulter klopft oder aber ob die Marino/Fiedler- bzw. die Elway/Griese-Fraktion sagt, sie hätte es ja schon immer gewusst. Erstens: Kann sich Rodgers an den Speed in der NFL gewöhnen? Übersicht hat er, aber im Gegensatz zu Favre fehlt ihm ein quick Release. Ein Sack bei jedem siebten Pass Attempt seiner Karriere, so lautet die erschreckende Bilanz. Zweitens: Bleibt er gesund? Bis jetzt war seine Karriere durch häufigere Besuche im Lazarett als auf dem Spielfeld geprägt.

      Sollte der Mann, dem Thompson und McCarthy ihr vollstes Vertrauen aussprechen, ausfallen, streiten sich 2 Rookies um den Platz under Center. Dabei ist 2nd Round Pick Brian Brohm aber bei weitem nicht so weit vorne, wie es der Unterschied von 5 Draftrunden den Anschein machen mag. Im Gegenteil. Während 7th Rounder Matt Flynn in der Preseason mit einem 3-stelligen Rating glänzte, erinnerte von Brohms Auftritten wenig an ein gutes QB-Play. Flynn kontrollierte das Spiel, Brohm war mehr damit beschäftigt sich selbst zu kontrollieren. Im botanischen Vergleich könnte man sagen Edelweiß gegenüber Distel. Wenn Flynn an den Gamedays nicht das Clipboard halten darf, wäre das doch verwunderlich.

      Mit insgesamt 59 NFL Passing Attempts (!!) der 3 QBs in die Saison zu gehen, ist mehr als mutig. Allerdings wäre ein Veteran-QB auch keine unumstritten weise Entscheidung, denn vom Draftstatus her kann man Brohm nicht cutten und Flynn wäre längst von einem anderen Team gesigned, bevor die Packers „Practice Squad“ rufen könnten.

      Aufgrund der Unerfahrenheit, aber mit viel Potential nach oben:

      Grade: C



      Runningbacks:


      HB: #25 Ryan Grant, #32 Brandon Jackson, #28 Kregg Lumpkin
      FB: #35 Korey Hall, #30 John Kuhn

      Wie die Jungfrau zum Kinde kamen die Packers 2007 zu ihrem Laufspiel. Der Name des Kindes? Brian!? Nein, nicht Brian, Ryan …. Ryan Grant, den TT vor der Saison für einen 6th Rounder von den Giants abgeworben hatte. Ein bislang hervorragend investierter Pick, denn waren die Packers im ersten Saisondrittel noch abgeschlagen Letzter im Running Game der NFL, mutierte Grant ligaweit zum zweitbesten Rusher in der zweiten Saisonhälfte. Er fand nicht nur das Loch, sondern bewies auch den nötigen Speed im freien Feld und den Punch. Leider verpasste Grant durch seinen Holdout und eine Oberschenkelverletzung praktisch die komplette Vorbereitung, bleibt für die Packers zu hoffen, dass er zum MNF-Auftakt in guter Form auf dem Feld zurück ist. Nicht nur um seinem neuen Hand-off-Partner das Leben zu erleichtern, sondern auch um den eigenen Geldbeutel ordentlich zu füllen.

      Derweil merkt man seinem Back-up Brandon Jackson ein Jahr Arbeit im Zone Blocking Scheme gewaltig an. Er findet die Lücken jetzt wesentlich besser und mit Grant dürfte seine Leistung noch steigen, denn er ist nicht der Typ RB, der den Bulk-Load an Carries übernehmen kann, da ist es hilfreich, wenn er Snaps teilen kann. Probleme hat er aber weiterhin im Pass-Blocking, wo er schon letzte Saison der Spielball der gegnerischen Front-7 war. Den dritten Spot sicherte sich für Außenstehende überraschend Kregg Lumpkin, der eine sehr ordentliche Preseason spielte.

      Den Starting Job bei den Fullbacks hat der konvertierte Linebacker Korey Hall wieder sicher, aber auch John Kuhn wird seine Reps bekommen. Beide sind ziemlich ähnliche Spielertypen, sehr solide Blocker, nicht die großen Threats im Passing Game, aber Special Team Studs.

      Grade: B


      Wide Receivers:


      #80 Donald Driver, #85 Greg Jennings, #89 James Jones, #83 Ruvell Martin, #87 Jordy Nelson

      Alle Jahre wieder
      schallt die’ frohe Kund’,
      pickt Ted Wide Receiver
      in einer frühen Rund’

      Trotz der Vorfreude auf dieses Corps – vergleichbar mit der eines Kindes auf Weihnachten – ist nun Schluß mit der adventlichen Sangesstunde, kommen wir zur Einschätzung. Junge Wide Receiver scheinen das „Lieblingsspielzeug von Ted Thompson zu sein, alljährlich kramt er wieder einen zukunftsträchtigen Ballfänger aus der tiefen Schatulle der Rookie-Class. Allein #1 Receiver Donald Driver schlug seine Zelte vor Ted Thompson in Green Bay auf. Double-D ist der Mann für die harten Yards, er scheut auch den Weg über die Mitte nicht und war 2007 mit Abstand beliebtestes Target von Favre. Heraus kam seine 4. 1000+ Season in Folge. Ihm gegenüber steht mit Greg Jennings der Big Play-Guy, der viele seiner yds auch nach dem Catch macht und so sowohl in Punkto TDs als auch 40+ Yardern unter den Top-4 der NFL landete.

      Ein Jahr, nachdem Thompson mit Jennings die Perle eines im Moment schwachen Jahrgangs fand, holte er letzte Saison James Jones nach Green Bay, der auf Anhieb als Rookie zweitbester #3 Receiver der NFL nach Yards wurde. Seine anfänglichen Probleme in der Ball Protection bekam Jones Gott sei Dank in den Griff, aber leider wird ihn eine Verletzung bis auf weiteres vom Active Roster fernhalten. Noch mehr ins Licht der Öffentlichkeit dürfte dieses Jahr Ruvell Martin rücken, dem man die Harmonie mit Rodgers nach 2 Jahren 2nd Team Training richtig anmerkt. Mit 6’4 ist er für Rodgers ein Red Zone Target, worauf auch seine 25% TD-Catches 2007 hindeuten. Rookie Jordy Nelson könnte die Chance von Jones’ Verletzung nutzen und sich abseits des Return Games auch als WR ins Rampenlicht zu spielen.

      Eigentlich fehlt nur der Ausnahme-WR zum Receiving Corps, das sich ein HC wünscht:

      Grade: A-





      Tight Ends:


      #86 Donald Lee, #84 Tory Humphrey, #88 Jermichael Finley

      Die Tight-End-Tristesse gehört endlich wieder der Vergangenheit an. Donald Lee nutzte seine Chance und entwickelte sich zu einem überdurchschnittlichen Receiving-TE, seine 48 Catches bedeuteten Rang 3 im Team-Ranking. 2008 könnte Lee eine wichtige Anspielstation für Rodgers auf kurzen Routen werden, wenn die Pocket frühzeitig den Geist aufgibt. Hinter Lee steht mit Tory Humphrey ein Mann, der bisher meist in den Special Teams zum Einsatz kam. Drittrundenpick Jermichael Finley könnte man als Rohdiamanten bezeichnen, der noch ordentlich Schliff benötigt, denn nach schon nach seinem Sophomore Year meldete er sich für die Draft. Großer Speed und gute Hände sind seine Stärken.

      Finley dürfte diese Saison kaum in Erscheinung treten, aber darüber war man sich schon bei der Draft im Klaren. Das dicke Minus bei diesem Trio ist das fehlende Blocking, Lee ist da stark verbesserungswürdig und Finley ein absoluter Non-Factor. Der Einäugige unter den Blinden dürfte Humphrey sein, der sich womöglich genau deshalb gegen die 2 starken Rookies Haynos und Moore durchsetzte.

      Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und Ein Receiving-TE noch kein gutes TE-Trio:

      Grade: C



      Offensive Line:


      #76 LT Chad Clifton, #73 LG Daryn Colledge, #63 C Scott Wells, #72 RG Jason Spitz, #65 RT Mark Tauscher
      #78 G Allen Barbre, #71 G/T Josh Sitton, #68 T Breno Giancomini, #75 T Tony Moll

      Wo wir beim Blocking bleiben. Vorallem in der Passprotection sah das letzte Saison hervorragend aus, mit nur 19 zugelassenen Sacks rangierte die Packers-Line auf Rang 3 in der NFL, aber damals stand auch noch Brett Favre under Center, der in der Rodgers-Zeit (2005-2007) 4 mal soviel Pass-Attempts spielen konnte wie sein Nachfolger, bis er den Boden küsste. Beim Run-Block zeigten sich Verbesserungen, aber man muss sehen, inwieweit man diese eher Ryan Grant zugute halten muss.

      Die beiden Veteran Tackles Chad Clifton und Mark Tauscher sind – so sie verletzungsfrei bleiben – gesetzt. Clifton auf der Blind Side, Tauscher auf rechts. Innen (+ im Verletzungsfall außen) dagegen werden Erinnerungen an die Kombinatorik-Experimente an der Uni wach. Man lege alle Packers Offensive Linemen in eine Urne und ziehe 3 (4) ohne Zurücklegen. Kein Wunder bei TTs Vorliebe O-Line-Tweener, speziell G/T zu picken. Im Normalfall sollte Scott Wells als Center auflaufen, aber Jason Spitz hat in dessen verletzungsbedingten Abwesenheit eine ordentliche Figur gemacht und wäre die logische Alternative. Dann wäre der Weg frei für Josh Sitton als Starting RG, der aber auch Tauscher auf RT ersetzen könnte. Links kämpfen Colledge (LT-Ersatz für Clifton) und Allen Barbre um den Posten als LG.

      Abegesehen von der Verwirrung um die Positionsvergabe bleiben 2 Dinge, an denen man arbeiten muss: Getreu nach dem Motto „Man wächst mit seinen Aufgaben“ muss die Pocket länger stehen. Aaron Rodgers zu schützen ist leider deutlich schwieriger als es bei Brett Favre der Fall war. Gelingt das nicht, könnte es für die Packers die sprichwörtlich „laaaange“ Saison werden, für Aaron Rodgers dagegen eine sehr kurze. Zweitens wäre eine Verbesserung bei 3rd and inches/1/2 – von je her ein Problem des Zone Blocking Schemes – wo man letzte Saison in den Bottom-3 der NFL rangierte, wünschenswert. Abhilfe könnten hier 2-FB-Sets schaffen, die passenden Leute hat man ja.

      Grade: B-
      Vamos, vamos Chilenos
      esta noche tenemos que ganar
    • Defensive Line:


      DE: #74 Aaron Kampman, #77 Cullen Jenkins, #94 Kabeer Gbaja-Biamila, #96 Michael Montgomery, #99 Jeremy Thompson, #57 Jason Hunter
      DT: #79 Ryan Pickett, #97 Johnny Jolly, #90 Colin Cole

      Hier könnten die Packers mit dem Trade von Corey Williams nach Cleveland ein klassisches Eigentor geschossen haben. Mit Ryan Pickett steht in der Mitte zwar ein grundsolider DT, der seine Stärken aber hauptsächlich in der Run-D, im Pass-Rush aber doch Defizite hat. Neben ihm entsteht dann das (möglicherweise) große Loch. Johnny Jolly, aufgrund seiner Leistung letzte Saison der designierte Nachfolger von Williams, war die Droge Football leider nicht genug und so darf er sich Mitte September mit dem Gericht rumschlagen. 200 g Codein dürften ihm als Ersttäter zwar keinen Rosterspot bei Coach Scarboroughs Team im Film „The longest Yard“ verschaffen, aber eine Sperre durch Commisioner Rodger Goddell liegt im Bereich des Möglichen. Das könnte seine Saison genauso schnell zunichte machen wie die von seinem Ersatzmann Justin Harrell, dessen bewusstseinserweiternde Hilfsmittel aber eher die Krankenschwestern in Green Bay sind. Mit heikler Verletzung an 16 ovr 2007 gedraftet hatte Harrell 2007 kaum Impact und auch 2008 ist er aufgrund einer Rückenverletzung dem Hospital wieder näher als dem Spielfeld. Zumindest die ersten 6 Spiele werden ohne ihn stattfinden, die Packers haben ihn auf die PUP-List gesetzt. Mit Colin Cole als Back-up macht das ganze 3 DTs im Kader, viel zu dünn mit dem Hintergrundwissen, dass Jolly Mitte September vor Gericht erscheinen muss und Pickett ohne Vorbereitung in die Saison geht

      Der Blick nach außen lässt die Mundwinkel der Packersfans dagegen kräftig in die Höhe schnellen. Aaron Kampman ist imo der beste DE der NFC, seine 27,5 Sacks in den vergangenen beiden Seasons sind Topwert in der Conference und auch sonst hatte er etliche QB-Pressures und war auch Run-Support bärenstark. Gegenüber steht mit Cullen Jenkins ein starker Run-Stopper mit ausgezeichneten Pass-Rush-Qualitäten, der bei Passing-Downs in die Mitte geht und Platz für den sovjetischen Geheimdienstspezialisten macht. (K)abeer (G)baja-(B)iamila war statistisch gesehen der beste Pass-Rusher der Packers 2007. 9,5 Sacks bei nur 48% gespielter Downs sind wohl das, was man sich von ihm erwünscht hatte. Den Weg nach innen wird Jenkins aufgrund der fehlenden Tiefe in der interior Line wohl öfter antreten müssen, was Michael Montgomery vermehrt Spielanteile bringen wird, da er in der Run Coverage wesentlich effizienter ist als KGB. Aber auch Rookie Jeremy Thompson und Jason Hunter werden über eine vernachlässigende Ersatzrolle hinauskommen.

      Große Schwachstelle der Line ist die Durability, da bis auf Kampman alle Impact Linemen 2007 bzw. in der Vorbereitung Einsatzzeit verpassten. Die Ends hätten sicher einen höheren Grade verdient, aber durch die fehlende Tiefe auf Tackle:

      Grade: C+




      Linebacker:


      #51 Brady Poppinga, #56 Nick Barnett, #50 AJ Hawk
      #54 Brandon Chillar, #55 Desmond Bishop, #52 Abdul Hodge, #59 Tracy White

      Nach einem Jahr Pause hat MLB Nick Barnett seinen Titel als “Leading Tackler” in Green and Gold zurück. Nicht nur das, der ehemalige First-Round-Pick rangierte mit 131 Tackles auch in der Top5 der NFL. Barnett ist überall auf dem Feld zu finden, tacklet sicher und hat als einziger Linebacker 2007 mit 3,5 Sacks und 2 Interceptions Big-Play ability aufblitzen lassen. Apropos Blitzen, eine gute Überleitung, denn der arg konservative Game Plan bei den Linebackern hatte keinen geringen Anteil am Niedergang der Production der Defensive Line gegen Ende der Saison, die im Pass Rush praktisch keine Unterstützung hatte. Dies soll zur neuen Saison anders werden, Defensive Coordinator Bob Sanders wird sein Playbook etwas weiter öffnen und aggressiver zu Werke gehen. Das wiederum dürfte AJ Hawk gefallen, von dem die Fans mehr Big Plays sehen wollen. Diese hat der 5th ovr aus dem Jahr 2006 nämlich bisher vermissen lassen, was sich ändern könnte, wenn mehr Blitz Packages gecallt werden. Dafür könnte er dann in der Coverage fehlen, denn dort hatte er von der Starting Crew den größten Impact.

      Zumindest den Impact, den Starting SLB Brady Poppinga nicht hatte, gab er doch den gegnerischen Tight Ends am Gameday oft das Gefühl, als fiele Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Vorallem Gates, Cooley und Gonzales waren mit insgesamt 30 Catches quasi unstopable, ehe man auf Seiten der Packers reagierte und Hawk öfter in die Coverage schickte. So war es nicht verwunderlich, dass man Poppinga in der Offseason Konkurrenz um den Starting Job ins Boot holte. Doch mit seinem Kampfgeist und Durchsetzungswillen zeigte er Neuzugang Brandon Chilar gleich, wo der Bartl den Most holt und wer auf Green Bays Strong Side die Hosen an hat. Durch sein mit Abstand bestes Camp (McCarthy) der Karriere sicherte sich Poppinga frühzeitig den Starter-Job. Chillar dagegen könnte zu Saisonbeginn für den verletzungsbedingt flügellosen Hawk auf der Weak Side starten, aber die Konkurrenz ist groß. Desmond Bishop hat sich durch eine hervorragende Preseason ins Rampenlicht gespielt, gegen die Titans im letzten Vorbereitungsspiel war er gegen die First-String Offense überall da, wo die Musik spielte. Seine Variabilität auch auf OLB zu switchen ist sein Vorteil gegenüber Abdul Hodge, der eigentlich auf die Mitte fixiert ist. Nichtsdestotrotz ist auch Hodge nach 2 verletzungsbedingt verkorksten Seasons „ready“ für die NFL. Tracy Whity wird als Linebacker nicht in Erscheinung treten, aber als wohl bester Special-Teamer der Packers hat er seinen Spot sicher.

      Grade: B+



      Defensive Backs:


      CB: #21 Charles Woodson, #31 Al Harris, #38 Tramon Williams, #27 Will Blackmon, #22 Patrick Lee, #24 Jarrett Bush
      S: #20 Atari Bigby, #36 Nick Collins, #37 Aaron Rouse, #26 Charlie Preprah

      Der Zahn der Zeit nagt am Starting-CB Duo der Packers und im Hintergrund kann sich keener so recht als Nachfolger empfehlen. Sowohl Harris als auch Woodson spielen auch jenseits der 30 noch auf Top-Level, aber ewig wird das nicht so weitergehen, es muss Ersatz gefunden werden. Trotzdem sind Harris/Woodson immer noch ein Duo, bei dem sich die halbe NFL die Finger abschlecken würde. Dahinter hat Tramon Williams seinen Posten als Nickelback zementiert, denn sowohl der verletzungsanfällige Will Blackmon als auch Rookie Pat Lee sind noch weit entfernt, in die Fußstapfen von Harris/Woodson treten zu können. Dass Jarrett Bush noch im Kader ist, kann nur 2 Gründe haben. Zum einen sein gutes Special Team Play und zum anderen die Option ihn auch auf Safety zu stellen. Denn mit den gezeigten Leistungen als Cornerback gehört er eher in den Bergbau …. Unterirdisch.

      Atari Bigby ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er auch diese Saison als Strong Safety gesetzt ist. Wohl zum Leidwesen seiner Gegner, denn wenn Bigby einschlägt, dann kracht es richtig im Karton. Doch nicht nur Hard-Hitting liegt Bigby, mit insgesamt 8 forcierten Turnovers war er 2007 bester Packer. Der Posten des Free Safety ist da schon deutlich umkämpfter, denn Nick Collins Leistungskurve zeigt seit seiner Rookie-Season von Jahr zu Jahr tiefer nach unten. Die Chance für 2nd year Safety Aaron Rouse, ein guter Tackler mit Gespür für den Ball, früher oder später in der Starting Lineup zu stehen. Charlie Preprah bekam für den letzten Spot etwas überraschend den Vorzug vor Tyrone Culver.

      Grade: B-


      Special Teams:



      Kicker Mason Crosby spielte 2007 eine gute Rookie-Campaign und war der beste Punktesammler der gesamten Liga. Punter Jon Ryan stellte vor letzter Saison seine Technik auf 2-step um und verbesserte seine NET average um 2 yards. Viele Alternativen hat man im Return-Game. Zwar sind Will Blackmon (KR) und Tramon Williams (PR) erstmal gesetzt, aber Jordy Nelson ließ gegen die Niners mit 2 50+ Returns seine Explosivität aufblitzen. Auch er wird öfter die Möglichkeit bekommen, sein Können zu zeigen.

      Grade: B






      Schedule:

      Week 1: Minnesota @ Green Bay
      Week 2: Green Bay @ Detroit
      Week 3: Dallas @ Green Bay
      Week 4: Green Bay @ Tampa Bay
      Week 5: Atlanta @ Green Bay
      Week 6: Green Bay @ Seattle
      Week 7: Indianapolis @ Green Bay
      Week 8: BYE
      Week 9: Green Bay @ Tennessee
      Week 10: Green Bay @ Minnesota
      Week 11: Chicago @ Green Bay
      Week 12: Green Bay @ New Orleans
      Week 13: Carolina @ Green Bay
      Week 14: Houston @ Green Bay
      Week 15: Green Bay @ Jacksonville
      Week 16: Green Bay @ Chicago
      Week 17: Detroit @ Green Bay


      Mit der AFC South und NFC South hätte es schwerer, aber auch deutlich einfacher kommen können. Vor der Bye Week stehen 3 ganz schwere Heimspiele gegen Vikings, Cowboys und Colts auf dem Programm, doch auch die Auswärtsspiele in Tampa Bay und Seattle werden keine Selbstläufer. Die Bye Week in Week 8 kommt sehr gelegen, denn gleich danach warten 2 Away Games in Tennessee und Minnesota. Steht man nach Woche 10 mit positiver Bilanz da, ist alles möglich, denn zum Saisonende hin wird die Schedule doch merkbar leichter.


      Fazit:

      Ob die 2008er Saison genauso lang dauert wie die aus dem Vorjahr, dürfte fraglich sein. Schwer genug wird es, die NFC North Krone gegen starke Vikings zu verteidigen, denen eigentlich nur ein QB zum Super Bowl Contender fehlt. Wenn Aaron Rodgers gesund bleibt, sind 9 bis 10 Siege und damit eine mögliche Playoff-Teilnahme realistisch. Alles darüber hinaus ist eine gern genommene Zugabe in Wisconsin.


      Pictures Copyright: NFL.com
      Vamos, vamos Chilenos
      esta noche tenemos que ganar
    • sehr geiles teil :bier:

      wünsche arod alles erdenklich gute um den kasper vergessen zu machen,

      receiver kommen mir etwas zu gut weg, d-line dagegen unterbewertet, man wird sich wohl mit minnesota um die division kabbeln, kommt arod schnell zurecht sind sicher zehn siege und die po drin, um nfc-champion zu werden muß aber alles (und mehr) passen ...
    • Die fehlende Depth auf DT könnte den Packers das Genick brechen, oder könnte einer der DEs notfalls ausweichen?

      Der Schedule bis zur Bye Week hat es richtig in sich, da sehe ich ehrlich gesagt nur Atlanta als sicheren Sieg. Rodgers wird Richtig Druck kriegen, wenn die Cheeseheads dann mit 1-6 oder 2-5 dastehen (was ich nicht für unrealistisch halte)
    • schöne preview! Die neue Saison wird spannend...und sicher erstmal ungewohnt. Doch obwohl wir keine #4 mehr im Kader haben, zaubert mir der Trade von Williams deutlich mehr Sorgenfalten auf meine Stirn. Die außerdem fehlende Tiefe im DT Bereich macht die Sache nicht angenehmer.

      Ich denke niemand wird davon ausgehen, das die Packers eine ähnliche Saison wie 2007 hinlegen. Für ARod in seinem ersten Jahr als Starter würde mich eine 9:7 (oder besser) Saison mit Teilnahme an den Wildcards freuen. Nur eine solche würde sicher auch die Diskussionen um Favre endgültig beenden können.

      Also, lasst die Saison endlich beginnen :bounce: :bounce: :bounce:
      “Every year it’s just one goal: Win the Super Bowl. If you don’t win the Super Bowl it’s not a good year,” - Bruce Arians
    • Takeshi schrieb:

      Die fehlende Depth auf DT könnte den Packers das Genick brechen, oder könnte einer der DEs notfalls ausweichen?


      Wie bereits beschrieben könnte und wird wohl auch Jenkins häufiger die Mitte besuchen, ich meine das auch Montgomery ab und zu mal in der Mitte gespielt hat, aber eine Optimallösung ist das alles nicht. Mit nur 9 D-Linern, davon muss man bei einem noch mit einer Sperre rechnen ist die Tiefe sehr gering. Letztes Jahr war man meiner Meinung nach auch deshalb so erfolgreich, weil man bei den DT immer sehr viel rotiert hat und die Spieler dementsprechend frisch waren. Daraus wird jedenfalls nichts. :(

      Den Schedule in der ersten Hälfte ist zwar schwer, aber nicht unmöglich. Wenn man den Anspruch hat in die Playoffs zu kommen sollten zumindest 3 Siege vor der Bye Week Pflicht sein und ich wüßte nicht warum in den Partien zu Hause gegen Atlanta und Minnesota sowie in Detroit und Tampa nicht 3 Siege rausspringen sollten.

      Ich wäre mit einem Playoff Platz auf jeden Fall sehr zufrieden. :bier:
    • Danke für die schöne Arbeit, Gilbert. :smile2: Ist das nicht toll? Kaum hat man die finale Version veröffentlicht, schon heißt der Punter anders. ;)

      Nettes Layout, löblich der Copyright-Hinweis für die Bilder.

      Ich hoffe, dass das Team nicht zusammenklappt, wenn man zur Bye week 2-5 stehen sollte. Ein guter (sprich, mit positiver Bilanz) Start erscheint sehr schwierig.
    • Sehr informative Zusammenstellung dieser Franchise. Insbesondere die Pointierung bezogen am TT gefällt mir. Die Bewertung des LB-corps mit B+ fällt mir einen Tacken zu hoch aus, da dort die Tiefe vielleicht etwas fehlt.

      Nachdem ja nun auch No.12 in seinem ersten Start recht überzeugend gespielt hat, sehe ich für die Packers nach dem Abgang von No4 nicht mehr ganz so düster, wie ich es zunächst annahm. Ob es aber in die POs reichen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob das Team von Verletzungen wichtiger Leistungsträger verschont bleibt.

      WS
      "Kritik ohne Mitgefühl ist Gewalt" (nakagawa roshi)
      -.-.-.-
      "Die Würde des Menschen ist kein Konjunktiv"
      -.-.-.-
      Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war,
      stets kannst du im Heute von neuem beginnen.
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