Eurovision Song Contest

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    • RUMÄNIEN
      20. ESC-Teilnahme (1994, 1998, 2000, 2002-2015, 2017-19), 18x Finale, 2018 zum ersten Mal Finale seit Einführung der Semis verpasst.
      Bester Platz: 3/2x (2005, 2010)

      Song: On A Sunday (An einem Sonntag)
      Interpret: Ester Peony
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Der Song ist beim ersten Anhören fast spurlos an mir vorbei gegangen, die Melodie versucht zwar verschiedene Genres mit einzubauen, scheitert aber darin eingängig zu sein. Erst nach mehrfachem Hören entwickelt sich so etwas wie eine Hook, wobei diese auch schnell nervig sein kann, weil sie zu eintönig erscheint. Kein Song, der für ein einmaliges Hören geeignet ist, wie eben beim ESC. 7

      Lyrics: Im Text geht es um eine verflossene Liebe, an der die Protagonistin vergeblich versucht festzuhalten - ob es sich da um einen Lebenspartner handelt, der noch lebt oder um einen Familienangehörigen, der bereits verstorben ist, bleibt komplett offen. Auf jeden Fall zieht dieser Verlust die Person im Text in einen tiefen Strudel der Depression und immer wieder wird die Zeile wiederholt: "Loving you is a hard price to pay". Ein Text ähnlich düster wie das Gesamtwerk 10

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Der Mix von verschiedenen Stil-Richtungen wie RnB, Contemporary, Ballade mit leichten Trance-Einflüssen macht den Song zwar nicht langweilig, aber wie zu oft verwässert der Versuch soviele Richtungen einzubauen den Titel und zieht den gewollten Effekt eher ins Negative. So bleibt dann als Gesamteindruck doch eher: Ballade - aber keine nennenswerte übrig. 9

      Stimme / Live: Sängerin Ester Peony ist noch mit das Stärkste am Song. Ihre Stimme ist sowohl kräftig, als auch sehnsüchtig, einfühlsam, womit sie das Gefühl dieses Songs einer Person, die nach etwas unwiederbringlichem festzuhalten sehr gut verkörpert. 14

      Instrumente: Auffallen sind die Gitarrenklänge zu Beginn des Titels, die dann nach und nach in den Hintergrund rücken, wenn mehr und mehr computergenerierte Töne die Oberhand gewinnen, um den Song Dynamik zu verleihen. Allerdings verliert sich dadurch die Seele des Titels. 9

      Nervfaktor: Kurz zusammengefasst: "ay-ay-ay" ... Die Komposition ist ohnehin eher schwächlich und dann dieses ständig wiederholende ay-ay-ay in der Pre-Chorus-Zeile geht einem ganz schnell auf den Zeiger. Auch ansonsten sind die verschiedenen Elementen nur sehr unausgegoren gemixt und bringen den Hörer schnell an die Grenze des Erträglichen. -12


      Gesamt: 37


      Fazit: Eine der enttäuschendsten Vorstellungen aus Rumänien seit längerem. Letztes Jahr verpasste man knapp (4 Punkte fehlten als 11.) zum ersten Mal seit der Einführung der Semis den Einzug ins Finale, obwohl der Song deutlich besser war. Dieses Jahr nun versucht man es mit einem Titel, der so in die Kategorie: "gut gewollt ist nicht halb gewonnen" passt. Dazu die Ausgangsposition in einem stark besetzten zweiten Halbfinale und damit droht auch dieses Jahr nur der Tribünenplatz für Samstag. Und diesesmal wäre es gerecht.

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      Favoriten aus Rumänien bis dahin:
      Voltaj: All Over Again (ESC 2015)
      Paula Seling & Ovi: Playing With Fire (ESC 2010)
      Taxi: The Moon (ESC 2000)


      gleich geht es weiter mit: Russland
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • RUSSLAND
      22. ESC-Teilnahme (1994-1995, 1997, 2000-2016, 2018, 2019), 20x Finale erreicht, 2018 zum ersten Mal seit Semi-Final Einführung Finale verpasst
      Bester Platz: 1/1x (2008)

      Song: Scream (Schrei)
      Interpret: Sergej Lazarev
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live: (ab 3:45)


      Melodie: Russland bietet dieses Mal eine klassische ESC Ballade an, mit all dem Pomp und der Dramatik, wie man das so kennt. Dieser Song funktioniert, weil er sehr eingängig ist, der Chorus mit dem Schlüsselwort 'Scream' ist sofort im Ohr und auch der Übergang von Chorus zu Bridge zum Einbau der Bridge im letzten Chorus ist nahezu perfekt gelungen. Der Song bietet eine richtige Mischung aus Vertrautheit und Steigerung um zum einen nicht langweilig zu werden, zum anderen immer eingängig zu bleiben. 18

      Lyrics: Mit 'Scream' geht der Songschreiber und Protagonist in die Welt der Ängste und Gefühle, vor allem in der Zeit des Lebens, wenn diese am prägendsten sind: Als Kind. Und der Schrei muss nichts unbedingt akkustisches sein, manchmal festigt sich diese Angst auch in anderen deutlich erkennbaren Ausdrücken wieder: " Maybe they can’t be heard or seen / But tears aren’t quiet things / They scream". Der Text ist voller solcher Symbole für Furcht, Angst und Trauer und gibt die Dramatik der Musik damit wieder. 15

      Ausgefallenheit/Besonderheit: In einer Zeit, in der mehr und mehr Computer generierte Sounds die Oberhand haben, ist 'Scream' ein Relikt des alten ESCs - man hört ein regelrechtes Orchester im Hintergrund mit allem pi-pa-po. Zwar fehlt 'Scream' das ansonstige a-ha Erlebnis, welches die Ballade wie z.B. 'Arcade' dieses Jahr aufs nächste Level hebt, es bleibt aber dennoch ein Song, der sich im Teilnehmerfeld durchaus positiv hervortut. 12

      Stimme/Live: Lazarev, der 2016 mit einem sehr poppigen Song seine ESC-Vorstellung gab, zeigt hier seine stimmliche Klasse und verleiht dem Song besonderen Ausdruck. Wie im Live-Video zu sehen, sind kaum extreme Abweichungen zu erwarten, dazu hat er bereits die Bühnen-Erfahrung und sollte daher in der Lage sein am Tag x abzuliefen. 17

      Instrumente: Wie schon erwähnt - der Song wird mit allem Pomp begleitet und von einem ganzen Orchester unterstützt, was der Dramatik noch mal ins nächste Level verhilft. Vor allem die Streicher geben durch ihre kurzen staccato-artigen Zupfer dieses Gefühl an die Zuschauer weiter. 16

      Nervfaktor: Balladen-Fans werden sich hier den Balladen-Gegner gegenüberstehen. Für letztere ist der Song wahrscheinlich nahezu unerträglich, vor allem weil aus der Kiste wirklich jedes Werkzeug ausgepackt wird. Ansonsten bietet der Song keine Ansätze zur Kritik. -5


      Gesamt: 73


      Fazit: Nach zwei verlorenen Jahren greift Russland dieses Jahr wieder mit starker Hand nach der ESC Krone. Lazarev scheiterte 2016 an Jamala aus der Ukraine und der Stimmgewalt von Dami Im, dieses Jahr ist die Ukraine nicht dabei und Australien dürfte auch kein Hindernis sein. Dafür steht eine weitere Ballade und ein paar sehr moderne Songs im Weg. Aber man muss ihn und die russische Delegation dieses Jahr definitiv auf der Rechnung haben. Der Einzug ins Finale sollte sicher sein und danach ist wirklich alles drin. Ein Platz unter den Top 5 ist aber ein Muss.

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      Favoriten aus Russland bis dahin:
      t.A.T.u. : Ne ver', ne boysia (ESC 2003)
      Youddiph: Vechni strannik (ESC 1994)
      Dina Garipova: What If (ESC 2013)

      ebenfalls erwähnt: ESC 2015 & ESC 2000

      morgen: San Marino & Schweden
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

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    • SAN MARINO
      10. ESC-Teilnahme (2008, 2011-2018), 1x Finale erreicht, zuletzt 4x in Folge Finale verpasst
      Bester Platz: 24/1x (2014)

      Song: Say Na Na Na (Sag Na Na Na)
      Interpret: Serhat
      Sprache: Englisch (Türkisch - drei Worte)

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: San Marino setzt bei seinem erneuten Versuch zum zweiten Mal in der ESC-Geschichte das Semi-Finale zu erreichen, auf einen recht einfach strukturierten Song mit einer sehr eingängigen Melodie (und Text). Aus sämtliche Schnörkel und Variationen wird verzichtet. Der Song hat ein angenehmes Tempo. 11

      Lyrics: Der Text ist ähnlich einfach strukturiert wie die Melodie - es geht im ganzen Song darum, dass man unangenehme Momente, schlechte Tage oder sonstige negative Ereignisse wegsingen soll. So ein bisschen ist das 'Don't Worry, Be Happy' in vereinfachter Form. "Don't forget my number / Call me anytime / I will always tell you life is beautiful and fine (Na na na)" = "Here I give you my phone number / When you worry call me, I make you happy". 7

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Auffällig ist an diesem Song wirklich nur, wie simpel er gestrickt ist. Und wie oft das 'na na na' drin vorkommt. Ansonsten sehe ich hier nichts innovatives oder einzigartiges. 2

      Stimme / Live: Ach ja, Serhat. Auch für ihn ist es bereits seine zweite ESC-Teilnahme, aber im Gegensatz zu Lazarev sind seine Stimmqualitäten doch eher sehr beschränkt. Seine heisere Telly-Savales-Gedächtnis-Stimme hat selbst mit diesem einfachen Song live so seine Schwierigkeiten und das verbreitet nicht gerade Zuversicht für seinen Auftritt im Semi-Finale. 5

      Instrumente: San Marino setzt auf Synthis und Drumcomputer, letzterer gibt von Anfang an den Beat vor und ist auch das dominante Instrument im gesamten Song und Chorus. 8

      Nervfaktor: Zwei Dinge nerven selbst den positiv gestimmten Zuhörer: Das viel zo oft eingesetzte na-na-na und die Stimme von Serhat. Insgesamt ein Song, bei dem man 3 Minuten überstehen kann und dann hoffnungsfroh ist, dass man ihn so schnell nicht wieder ertragen muss. -10


      Gesamt: 23


      Fazit: Es müsste schon ein ESC-Wunder geschehen, damit San Marino das (immerhin leichtere) erste Semi-Finale überstehen kann. Aber wie Serhat uns dieses Jahr lehrt, kann man mit Enttäuschung am besten umgehen, in dem man einfach oft und wiederholt 'na na na' singt.


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      Favoriten aus San Marino bis dahin:
      Jessika ft. Jenifer Brening: Who We Are (ESC 2018)
      Valentina Moletta: Crisalide (Vola) (ESC 2013)


      gleich weiter mit: Schweden
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • SCHWEDEN
      59. ESC-Teilnahme (1958-63, 1965-69, 1971-75, 1977-2019), 57x Finale, zuletzt 8x Finale in Folge, 5x Top 10 in Folge
      Bester Platz: 1/5x (1974, 1984, 1991, 1999, 2012, 2015)


      Song: Too Late For Love (Zu spät für Liebe)
      Interpret: John Lundvik
      Sprache: Englisch


      Offizielles Video (Live):


      Studio-Version:



      Melodie: Schließt die Augen und stellt euch eine harmonische Melodie aus der schwedischen Hitfabrik vor und ihr habt ungefähr die Melodie für den Beitrag des erfolgsverwöhnten, skandinavischen Landes 2019. Die Melodie ist eingängig, setzt im Chorus die Akzente und bleibt über 3 Minuten interessant ohne zu experimentell zu sein. Gekonnt halt. 18

      Lyrics: Textlich ist der Song von John Lundvik ein Liebeslied an entweder eine nicht erwiderte Liebe oder eine bereits in die Brüche gegangene Ex-Beziehung. Kein sonderlich anspruchvoller Song, aber auch einer ohne ständige Wiederholungen, sondern eben ein solider, verständlicher Text. 10

      Ausgefallenheit / Besonderheit: John Lundvik tritt (sofern er das Semi übersteht, wovon auszugehen ist) im Finale unter anderem gegen sich selber an: Der Beitrag aus dem Vereinigten Königreich wurde von ihm selber geschrieben und war ebenfalls ein möglicher Kandidat für die Vorentscheidung, ehe Lundvik sich für den etwas dynamischeren Titel entschied. Ansonsten setzt Schweden bei Thema und Musik auf Bewährtes und das kann man ihnen als eine der erfolgreichsten Nationen des Wettbewerbes auch kaum zum Vorwurf machen. 10

      Stimme / Live: Lundvik schafft es durch seine Stimme und vor allem die Fähigkeit seine Gefühle besonders Ausdruck zu verleihen der insgesamt guten Komposition noch einmal einen Kick zu geben. Mir persönlich gefällt die Live-Version daher noch besser als die Studio-Version. Er gibt dem Song noch ein mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit. 19

      Instrumente: Die Instrumente sind in diesem Song zwar durchaus an der ein oder anderen Stelle zu vernehmen, vor allem das leise Klavier und auch Gitarrenklänge, aber Lundviks starkes Organ und die Background-Sänger setzen deutlich die Akzente. Besonders auffällig ist die Atempause, kurz nach dem zweiten Chorus, wenn Lundvik nach einer Sekunde der Stille allein zu hören ist. Klingt komisch aber in dem Fall ist weniger wirklich mehr. 14

      Nervfaktor: Ich habe bei diesem Song wirklich wenig auszusetzen - es ist jetzt nicht der anspruchsvollste Song, aber man hat bei der Komposition weder Langeweile, noch wird der Titel an irgendeiner Stelle nervig oder setzt auf Akzente, die man hätte weglassen können. 0


      Gesamt: 71


      Fazit: Auch 2019 ist mit dem ESC-Land schlechthin wieder zu rechnen. Zwar hat Schweden eine unangenehme Ausgangsposition (in einem vollgepackten zweiten Halbfinale startet man gegen Ende der ersten Hälfte), aber die Komposition und der Sänger sind so stark, als dass man ein vorzeitiges Scheitern komplett ausschließen kann. Und im Finale gehört Schweden auch dieses Jahr wieder zu den Mitfavoriten. Seit 2014 hat man einen Top Ten Platz nicht mehr verlassen, dabei 4x die Top 5 erreicht. 2019 wird da kein großer Ausrutscher werden.

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      Favoriten aus Schweden bis dahin:
      Sanna Nielsen: Undo (ESC 2014)
      Loreen: Euphoria (ESC 2012)
      ABBA: Waterloo (ESC 1974) duh

      Erwähnung verdienen ebenfalls: ESC 1996, ESC 1999, ESC 2016


      morgen: Schweiz & Serbien
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

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    • SCHWEIZ
      60. ESC-Teilnahme (1956-94, 1996-98, 2000, 2002, 2004-2019), 48x Finale, zuletzt 4x Finale in Folge verpasst
      Bester Platz: 1/2x (1956, 1988)

      Song: She Got Me (Sie hat mich)
      Interpret: Luca Hänni
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Dieses Jahr nimmt die Schweiz mit einem deutlich mainstream-tauglicheren Song Anlauf, eine 4 Jahre anhaltende Durststrecke zu überwinden. 'She Got Me' nimmt ohne Frage Anleihen von einem der erfolgreichsten Hits aller Zeiten, schafft es aber dennoch nicht zu sehr abzukupfern. Der Chorus ist auf jeden Fall ähnlich eingängig, wie das große Vorbild von Luis Fonsi und sorgt schon nach den ersten Takten für eine volle Tanzfläche - kurz das Ding geht einfach sofort in die Beine. 18

      Lyrics: Im Text geht es darum, dass der Protagonist eine Frau auf der Tanzfläche erblickt, welche die Masse in ihren Händen hat und die auch auf den Sänger einen bleibenden Eindruck macht. Es is kein sonderlich anspruchsvoller Text, sondern eben einer, der zu einem Song passt, bei dem es darum geht, die Leute zum Tanzen zu bewegen. Und die Geschichte ist einfach und für jeden nachvollziehbar. 12

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Spätestens seit 'Fuego' ist Latin Dance Pop auch beim ESC angekommen, so dass man hier nicht von einem innovativen Song sprechen kann. Wirklich besonderes findet man weder in der Musik, noch im Text. 10

      Stimme / Live: Manche werden Luca Hänni noch von seinen Auftritten bei 'Deutschland sucht den Superstar' kennen, wo der Schweizer die neunte Staffel für sich entscheiden konnte. Seine Live-Stimme ist also durchaus vorhanden, wenn auch die Tanzeinlagen schon dafür sorgen, dass es an der ein oder anderen Stimme etwas wackelig wird. Dazu kommen einige Stellen, an denen der Background Chor übernehmen muss und da gab es schon einige Songs, die daran gescheitert sind. 12

      Instrumente: Wie es sich für contemporary Latin Dance Pop gehört, wird der Refrain durch Future Bass auf- (oder für manche abgewertet), also diese Verzerrung von Tönen, entweder der Stimmen oder hier der Instrumente. Ansonsten sind die typischen Klänge zu hören, imitierte Bläser, genauso wie stampfende Beats. 14

      Nervfaktor: Future Bass ist und bleibt etwas, was die einen total cool finden und die anderen genervt die Augen verdrehen. Dazu kommt, dass der Song eben doch den ein oder anderen an den Dauerbrenner aus 2017 erinnern wird (ihr wißt schon, den mit dem 'sube sube sube...') und auch ein wenig 'Fuego' ist nicht zu verleugnen. Wie gesagt - wenn man diese Form von Musik mag, kommt man hier auf die Kosten. Wenn nicht ... -10


      Gesamt: 56


      Fazit: Bei den Buchmachern steht dieser Song mittlerweile in den Top 3 (nur die beiden Balladen aus den Niederlanden und Russland sind höher gerankt), so dass das Rezept des Despa-Fuego-Mixes aufgehen könnte und die Schweiz endlich mal wieder ins Finale bringen sollte. Auch wenn man im zweiten Semi eben unter anderem mit Arcade und Lazarev steht, sollte es dieses Mal aufgrund des sehr modernen und ohne Frage sehr eingängigen Songs reichen. Und im Finale ist bei einer guten Ausgangslage dann wirklich alles drin.

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      Meine Favoriten aus der Schweiz bis dahin:
      Time To Shine - Melanie Rene (ESC 2015)
      Cool Vibes - Vanilla Ninja (ESC 2005)
      Stones - ZiBBZ (ESC 2018)

      Ebenfalls erwähnt verdienen: ESC 1988 (eine gewisse Celine Dion trat damals für die Schweiz an), ESC 1991, ESC 2008, ESC 2013 und ESC 2014

      gleich weiter mit Serbien
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

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    • SERBIEN
      12. ESC-Teilnahme (2007-2013, 2015-2019), 8x Finale erreicht, zuletzt 2018 im Finale
      Bester Platz: 1/1x (2007)

      Song: Kruna (Krone)
      Interpret: Nevena Bozovic
      Sprache: Serbisch (zwei Zeilen englisch)

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Serbien versucht es dieses Jahr mit einer Ballade und einer alten Bekannten als Interpretin. Der Song beginnt sehr bedächtig, nimmt dann an Fahrt auf, wird dann wieder gemächlich und gibt gegen Ende nochmal alles. Der Chorus ist raumfüllend und gibt Nevena die Möglichkeit ihrer stimmliches Können auszuspielen. Kein Song, der beim ersten Mal ins Ohr geht, dafür einer, der allmählich seine Schönheit entfaltet. 14

      Lyrics: Der Text dreht sich um die große Liebe der Sängerin, die den Song selber geschrieben hat: Kruna beschreibt die Krone, die dieser jemand in ihrem Leben ist und der für sie ihr Lebensinhalt bedeutet - das versteht man auch im einzigen englischen Teil: "Everything for you / I give myself to you". Geradezu eine bedingungslose Unterwerfung der Protagonisten ist hier zu hören. 14

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Die Power-Ballade setzt auf die typischen Akzenten und besticht vor allem durch ihre Komposition in Pre- und Chorus. Große Besonderheiten sind nicht festzumachen. 7


      Stimme / Live: Nevena hat bereits 2007 beim Junior ESC den 3. Platz belegt und war Teil der Gruppe Moje 3 auf der großen ESC-Bühne, verpasste allerdings dort das Finale. Die stimmlichen Qualitäten der Serbin kann man in der Ballade sehr deutlich vernehmen und live kommt sie noch besser zur Geltung. 18

      Instrumente: Geige und Gitarrenklänge sind das erste was zu vernehmen ist, ehe es dann nach dem ersten Chorus ein Stück weit härter wird, mit Trommeln und elektronischen Gitarren-Riffs. Das bleibt aber außerhalb des letzten Chorus wiederum die Ausnahme. Die Power gegen Ende des Songs ist dann aber ein willkommener Abschluss. 14

      Nervfaktor: Der Song beginnt zwar behäbig, etwas langatmig aber aufgrund der Steigerung in der Intensität kurz nach dem ersten Chorus und beim Finale wird einem beim Hören kaum langweilig. Die Stimme von Nevana ist ausdrucksstark - nervig wird der Song gar nicht, am Schluss ist er fast ein wenig zu kurz. -3


      Gesamt: 64


      Fazit: Mit der Ballade hat Serbien solide Chancen das erste Halbfinale zu überstehen, da dies ohnehin nicht sonderlich üppig besetzt ist. Nevenas Stimme sollte auf alle Fälle genug Eindruck hinterlassen, wenn auch der Song erst beim mehrfachen Hören so richtig verfängt. Ein Siegestitel ist es daher nicht.


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      meine Favoriten aus Serbien bis dahin:
      Rock Me - Riva (ESC 1989 als Jugoslawien)
      Goodbye (Shelter) - ZAA Sanja Vucic (ESC 2016)
      In Too Deep - Tijana Bogicevic (ESC 2017)


      morgen: Slowenien und Spanien
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

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    • SLOWENIEN
      25. ESC-Teilnahme (1993, 1995-1999, 2001-2018), 14x Finale erreicht, zuletzt 2018 im Finale
      Bester Platz: 7/2x (1995, 2001)


      Song: Sebi (Du selbst)
      Interpret: Zala Kralj & Gasper Santl
      Sprache: Slowenisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Der slowenische Song versucht zwei Gegensätze zu einem harmonischen Song zu verarbeiten und das gelingt überraschend gut: Die Melodie wirkt als erstes etwas spärlich, karg, aber auch kalt, ehe sie im Chorus durch ein paar höhere Töne zumindest kurzzeitig etwas wie Sanftheit offenbart, welche die Gefühlskälte ein wenig aufweicht. Dazu kommt der Gesang von Zala Kralj, die eher unsicher, zart und dadurch gefühlsbetont wirkt. Und dieses Zusammenspiel gibt dem Titel Leben. 16

      Lyrics: Sebi ist in aller erster Linie eine Liebeserklärung von Zala Kralj, wohl an den mit ihr auf der Bühne stehenden Gasper Santl. Der Text ist aber kein Gefühlstralala oder Kitsch, sondern durchaus ernste Lyrik. In den Übersetzungen heißt es im Refrain: " Man kann nicht immer die Sterne sehen / Bleib dir selbst treu / Sag nicht, vergib mir / Du musst dich nicht beweisen, / Uns verbinden dieselben Tränen und dieselbe Angst" - das ist ein sehr ernster, reifer Text. 19

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Den Charme des Songs findet man aktuell eher selten auf der ESC-Bühne und man fühlt sich zwangsläufig an die Worte von Portugals Sieger Salvador Sobral erinnert: 'Musik ist kein Feuerwerk - es ist Gefühl'. Dieses Gefühl zusammen mit spärlicher elektronischer Musik ohne viel 'tam-tam' macht den Song zu einem seltenen ESC Erlebnis. 18

      Stimme / Live: Der Song bietet keine Höchstschwierigkeiten auf und die Stimme von Zala ist auch keine, die durch großes Volumen auffällt. Aber Zala brilliert darin dem Song durch Gefühl, Unsicherheit und Zerbrechlichkeit genau das zu geben, was der Text und die Musik verlangt. Und es wird auf jeglichen Background-Chor oder ähnliches verzichtet, so dass sie einzig und allein im Mittelpunkt steht. Und das nimmt den Zuschauer auf eine sehr emotionale Weise mit. 14

      Instrumente: Die einzige Begleitung von Zala während des gesamten Songs sind leise Klänge aus dem Synthi, die zu keiner Zeit die Sängerin übertönen oder die Dominanz an sich reißen. 12

      Nervfaktor: Obwohl der Song Längen vermeidet, kommt er doch am Ende ein wenig in Gefahr langweilig zu werden. Es bleibt an enigen Stellen durchaus etwas monoton, aber wenn man sich auf das Gefühl der Sängerin einlässt (und hier wird das Staging mitentscheidend sein - im National Final sah Zala ständig zu Gasper und konnte so diese Emotion exzellent vermitteln), dann kann man das vernachlässigen -7


      Gesamt: 72


      Fazit: Wenn man noch den Vorjahres-Beitrag in den Ohren hat, dann ist das ein Wandel um 180 Grad. Vom lauten 'Hvala ne' zu einer sehr sanften, zarten Liebeserklärung, die einfach sehr charmant rüberkommt. Im ersten Semi-Finale direkt hinter dem eher lauten Polen hat man die Chance seine Akzente zu setzen und damit den erneuten Einzug ins Finale zu schaffen.


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      Meine Favoriten aus Slowenien:
      Rebeka Dremelj: Vrag naj vzame (ESC 2008)
      Tinkara Kovac: Round and Round (ESC 2014)
      Maraaya: Here For You (ESC 2015)


      gleich weiter mit Spanien
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • SPANIEN
      59. ESC-Teilnahme (1961-2019), 58x Finale (Big 5)
      Bester Platz: 1/2x (1968, 1969)

      Song: La Venda (Die Augenbinde)
      Interpret: Miki
      Sprache: Spanisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Als ich zum ersten Mal die Ausschnitte von den diversen Songs auf Youtube sah, war 'La vende' so ziemlich der einzige Song, der sofort hängenblieb. Die Komposition ist laut, direkt, eingängig, mitreißend und sorgt sofort für Party-Stimmung. Man kommt ja fast nicht drum herum, das Wort 'Fiesta' zu nennen, denn genau so kommt einem das Lied vor. Und die Live-Version verstärkt dies ja nur noch. 18

      Lyrics: Der Text offenbart sich dann überraschend tiefsinnig - es geht um das Entfernen der Augenbinde, um Vorteile, Fremdenhass, Homophobie und ähnliches abzuwerfen, die einen vor einem befreiten Leben hindern. Im Refrain heißt es in der Übersetzung: "Die Augenbinde ist schon gefallen, und andere Tage kommen / Die Augenbinde ist schon gefallen und belebt Phantasien / Die Augenbinde ist schon gefallen, und du wirst so sein, wie du sein willst" 15

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Das besondere an dem Song ist wohl die Klischeehaftigkeit, die der spanische Beitrag aufnimmt und doch gleichzeitig ein ernstes Thema vermag geschickt einzusetzen. Das ist ungeführ, als ob Deutschland eine Blasmusikkapelle schickt, die sich gegen Fremdenhass stark macht. Es ist eine gewisse Ironie unverkennbar und gleichzeitig zieht der Song einen zur Party. 14

      Stimme / Live: Miki könnte auch als Animateur auf einer der Ferieninsel arbeiten - seine Energie und seine Ausstrahlung packt die Zuschauer, seine Stimme ist kräftig und positiv - genau passend zu diesem Song. Live wirkt der Song dadurch noch einmal so gut. 18

      Instrumente: Die Instrumente sind so, wie man sie sich auf einer Straßen-Fete vorstellt - Bläser, Akkordeon, Gitarre und Trommel. Elektronik braucht es hier nicht, wär auch nicht passend. 12


      Nervfaktor: Der Song ist fast ein wenig penetrant, vor allem im letzten Drittel wenn ein Satz ständig wiederholt wird: "Lo que eres, lo que eres, eres, eh" - "was du bist, was du bist...". Ansonsten sollte man nicht zu depressiv gestimmt sein, wenn man den Song vernimmt. -10


      Gesamt: 67


      Fazit: Spanien und Deutschland wechselten sich in den letzten Jahren regelmäßig mit den hinteren Plätzen ab, doch dieses Jahr könnte es den Iberern endlich mal wieder gelingen, zumindest in die Nähe der Top Ten zu kommen. Der Song bringt genug Euphorie und gute Laune mit und Mikis Ausstrahlung ist dort ebenfalls eine große Stärke. Es wird wohl nicht zu den ganz vorderen Plätzen langen, aber wenn man nach 21, 22, 26 und 23 mal wieder eine zweistellige Platzzahl mit einer 1 vorne hat, dann kann man dies schon als Erfolg werten. Ein Rang zwischen 12 und 18 ist realistsich.


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      Meine Favoriten aus Spanien:
      Mikel Herzog: ¿Qué voy a hacer sin ti? (ESC 1998)
      Lucia Pérez: Que me quiten lo bailao (ESC 2011)
      Ruth Lorenzo: Dancing In The Rain (ESC 2014)

      morgen: Tschechien und Ungarn
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

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    • TSCHECHIEN
      8. ESC-Teilnahme (2007-2009, 2015-2019), 2x Finale /Streak: letztes Jahr Finale erreicht
      Bester Platz: 6 (2018)


      Song: Friend Of A Friend (Freund eines Freundes)
      Interpret: Lake Malawi
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Nach dem größten Erfolg der noch kurzen tscheschischen ESC-Geschichte letztes Jahr, versucht man es dieses Mal mit einer beschwingten Alternative Pop Hymne, bei der im Chorus vorallem das Uplifting Keyboard-Element auffällt und hängenbleibt. Der Refrain ist ansonsten nicht sehr eingängig, hat aber doch ein paar lichte Momente. 12

      Lyrics: Im Text erzählt der Protagonist seiner/seinem Liebsten, dass er die Nachbarin zwar kennt, aber sie nur 'ein Freund eines Freundes eines Freundes' ist - das kommt ein bisschen wie eine Entschuldigung rüber, wobei die untermalende Musik dem Song doch eher eine fröhliche Kontur gibt. Irgendwie kann man in dem ganzen Text dann doch erahnen, dass der Sänger gerne mehr mit dieser Freundin hätte. Und seine Entschuldigung 'ich kenn ja nicht mal mehr ihren Namen' ist auch ein bisschen unglaubwürdig. 12

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Irgendetwas hat dieser Song, auch wenn es sich nicht beim ersten Mal entfaltet. DIe sehr fröhliche Musik mit dem durchaus seltsam anmutenden Text gibt ihm auf jeden Fall eine besondere Note. Das Thema ist jedenfalls nicht ESC-alltäglich. 14

      Stimme / Live: Für mich ist die Live-Version sogar ein Stück weit besser, weil der Sänger die Töne nicht ganz so hoch hinauspresst, in der Studio-Version ist das nahe am Unerträglichen. Ansonsten wird auf irgendwelche wiederholte Stimm-Effekte oder ähnliches verzichtet und lediglich die Frauenstimme mit ihrem 'I'm only a friend' ist von einer anderen Quelle. 16

      Instrumente: Schlüsselinstrument des Songs ist hier das Keyboard (get it? Schlüssel), welches vor allem im Refrain die Dominanz übernimmt und dem Song diesen fröhlichen, uplifting Hintergrund gibt. Glücklicherweise verzichtet der Titel ansonsten auf z.b. Verzerrung der Töne oder ähnliche Stilmittel. 15

      Nervfaktor: Schon angesprochen - die Stimme des Sängers ist manchmal im Bereich, bei dem man schon ein bisschen schon das Zähneknirschen beginnt. Wenn er das ähnlich wie in der Live-Version ein wenig in den Griff bekommt, dann würde das dem ganzen Auftreten auf alle Fälle besser tun. Ansonsten ist die Komposition nicht sonderlich komplex und hat schon ein bisschen was wiederholendes in sich, wobei das noch so gerade im Verträglichen ist. -8


      Gesamt: 61



      Fazit: Lake Malawi findet sich im machbaren ersten Halbfinale wieder, direkt hinter der gefühlvollen Nummer von Slowenien. Das ist eine sehr solide Ausgangslage und daher ist ein Einzug ins Finale auf alle Fälle möglich. Dort wird es dann allerdings wohl eher bei den hinteren Rängen bleiben.

      ====================
      meine Favoriten aus Tschechien:
      Josef Mikolas: Lie To Me (ESC 2018)
      Gabriela Guncikova: I Stand (ESC 2016)

      gleich weiter mit: Ungarn
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

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    • UNGARN
      17. ESC-Teilnahme (1994, 95, 97, 98, 2005, 2007-2009, 2011-2019), 14x Finale /Streak: 8x Finale in Folge erreicht
      Bester Platz: 4/1x (1994)


      Song: Az én apám (Mein Vater)
      Interpret: Joci Pápai
      Sprache: Ungarisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Nachdem es letzten Jahr etwas härter zu Gang ging, vertraut Ungarn dieses Jahr wieder auf eine Mid-Tempo Nummer mit folkloristischen Einlagen: Die Melodie des Chorus wird dabei vorwiegend von lautmalerischen Tönen begleitet, so dass auch des ungarischen-nicht-mächtige Zuhörer hier mitsingen und -summen können. Dieses Element passt aber zum Thema des Songs und wirkt daher nicht konstruiert oder ideenlos. 14

      Lyrics: Der Song von Pápai ist sehr persönlich - es geht um seinen (wohl früh verstorbenen) Vater, an den sich Joci hier zurückerinnert. Dabei vermischt er Kindheitserinnerungen mit Erkenntnissen, dass er ihm mehr und mehr gleicht. Wunderschön hier vor allem die Textzeile, in der er beschreibt, wie er im Spiegel seine Falten in seinem Gesicht erkennt, gemeint, dass er je älter er wird, desto mehr das Aussehen von seinem Vater annimmt. Hier lohnt es sich wirklich den Text zu lesen und zu übersetzen. 19

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Pápai tritt bereits zum zweiten Mal beim ESC an, 2016 belegte er einen guten 8. Platz, die drittbeste Platzierung für Ungarn überhaupt. Mit seinem sehr persönlichen Song, bei dem er sich erneut ungarischer Folklore bedient, sorgt er für einen willkommen Farbtupfer im Contest. 16

      Stimme / Live: Joci Pápai hat eine sehr angenehme Live-Stimme, die auch das Gefühl des Songs gut transportieren kann, ohne dabei zu gefühlsduselig zu wirken. Seine Erfahrung auf der ESC-Bühne sollte sich ebenfalls vorteilhaft für ihn auswirken. Background oder andere Stimmen gibt es in diesem Beitrag nicht, daher auch keine Stolperfallen. 14

      Instrumente: Die Begleitinstrumente sind allesamt akkustisch - die gezupften Gitarrenseiten genau so wie die gefühlvollen Streicher, die dem Song etwas heimisches, vertrautes geben. Dazu wird gepfiffen und geträllert, was dieses Gefühl von Heimat noch verstärkt. 13

      Nervfaktor: Wenn man sich auf den Song einlässt und die fremde Sprache als etwas willkommenes begreift, gibt es lediglich ein paar na-na-nas zu viel gegen Ende zu bemängeln, die aber im Kontext durchaus zu verstehen sind. -6


      Gesamt: 70


      Fazit: Ungarn hat eine der längsten Serien der Nicht-Big-5 Länder was die Finalteilnahmen anbelangt: Nach einer Pause 2010 hat man seit der Rückkehr 2011 8 Jahre in Folge die Endrunde erreicht und dabei 3 Top Ten Plätze belegen können. Das scheint mir dieses Jahr ein wenig hochgegriffen. Allerdings hat man im ersten Semi-Finale die vermeintlich einfachere Konkurrenz, so dass die Serie durchaus weitergehen dürfte.

      ====================
      meine Favoriten aus Ungarn:
      AWS: Viszlát Nyár (ESC 2018)
      Andras Kallay-Saunders: Running (ESC 2014)
      ByeAlex: Kedvesem (Zoohacker Remix) (ESC 2013)

      morgen: Vereinigtes Königreich & Weißrussland
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • VEREINIGTES KÖNIGREICH
      62. ESC-Teilnahme (1957, 1959-2019), 61x Finale (Big 5)
      Bester Platz: 1/5x (1967, 1969, 1976, 1981, 1997)


      Song: Bigger Than Us (Größer wie wir)
      Interpret: Michael Rice
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Nach einer jahrelangen Verweigerungshaltung hat sich das Königreich dieses Jahr mal wieder entschlossen, einen brauchbaren Song an den Start zu bringen. Dabei hat man sich beim ESC-Krösus Schweden bedient: Ursprünglich wollte John Lundvik (der diesjährige Vertreter für Schweden) mit diesem selbst-mitgeschriebenen Song an den Start zu gehen, aber entschied sich dann doch für das etwas schnellere 'Too Late For Love'. Michael Rice nahm den Reject dankend an und gewann damit den Vorentscheid auf der Insel. 'Bigger Than Us' ist eine typische ESC-Hymne mit obligatorischem Tonartwechsel und einem sehr eingängigen Chorus. Made in Sweden halt. 16

      Lyrics: Im Song von Rice/Lundvik geht es mal wieder um die Liebe. Aber diese Liebe, die nicht näher beschrieben wird, ist größer als eine Verbindung zwischen zwei Personen. So zumindest wird es in die Welt hinausgetragen: "'Cause I can feel the universe / When I'm feeling you breathe / It's bigger than us / And it's bigger than you and me" schön mit viel Innbrust vorgetragen, ja geradez vorgebetet. 12

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Nö - ausgefallen ist da nichts. Das ist ein typische ESC-Ballade, wie man sie so oder so ähnlich schon zahllos vernommen hat. Das ändert nichts daran, dass sie handwerklich gut gemacht und eben sehr eingängig ist. Aber besonders ist es halt nicht. 5

      Stimme / Live: Rice hat eine gute Live-Stimme und gibt dem Song mit seinem Organ den nötigen Umfang, vor allem in den lauten Tönen hat er seine Stärken. Ein wenig schwächelt er am Anfang bei den leisen Momenten. Aber die sind eh die Ausnahmen in diesem Titel. Was für ein bisschen Probleme sorgen könnte, sind die Background-Begleitungen. Die müssen sitzen. 12

      Instrumente: Wie es sich für eine richtige ESC Ballade gehört, werden die Akzente durch Klavier, Streicher und Schlagzeug gesetzt. Dazu übernimmt der Background-Chor eine sehr integralen Bestandteil. 15

      Nervfaktor: Der Song ist fast zu sehr nach Schema A geschrieben - inklusive dem Tonartwechsel. Dazu wird das 'bigger' etwas arg überhöht und wiederholt. Die Simme dagegen ist in einem angenehmen Bereich. -6


      Gesamt: 54


      Fazit: Seit der Öffnung der Sprachenregelung (bis einschließlich 1998 mussten alle Songs in einer Landessprache sein - seit 1999 wurde dies geändert) haben die Briten genau 2x die Top Ten erreicht, zuletzt 2009 (Zum Vergleich Deutschland war in dieser Zeit 8x unter den ersten 10). Dieses Jahr nun darf man wieder hoffen. Der Song hat alles, was einen erfolgreicher ESC Song ausmacht inklusive eines charismatischen Sängers. Neben Italien hat man die besten Aussichten als Big 5 Land. Für den ersten Triumph seit 22 Jahren dürfte es allerdings auch dieses Mal nicht langen.

      =================
      meine Favoriten aus dem Königreich:
      Katrina and the Waves: Loves Shine A Light (ESC 1997)
      Imaani: Where Are You (ESC 1998)
      Jade Ewen: It's My Time (ESC 2009)

      ebenfalls eine Nennung verdient haben: ESC 1967, ESC 1976, ESC 1981, ESC 1991 und ESC 1996

      gleich weiter mit: Weißrussland
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • WEIßRUSSLAND
      16. ESC-Teilnahme (2004-2019), 5x Finale /Streak: letztes Jahr Finale verpasst
      Bester Platz: 6 (2007)

      Song: Like It (Mag ich)
      Interpret: Zena
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Der Uptempo-Song aus Weißrussland hat eine penetrante Melodie, die hautpsächlich aus Wiederholung besteht. Dabei ist sich nicht besonders originell und auch keines Falls eingängig. Das Ganze ist schon nach der ersten Minute nahezu unerträglich. 6

      Lyrics: Der Song ist wohl eine Art Liebeserklärung, dabei setzt er vor allem auf möglichst hippe (sagt man heute noch hip?) Begriffe wie 'Hashtag', 'Sneakers' und eh 'give me fly' ... da bin ich wirklich überfragt, was für eine Fliege man der Sängerin da geben soll. Und ansonsten wird alles geliked. Und zwar zigtausenmal. Also ungefähr. 8

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Die Idee mag auf dem Reißbrett (oder wahrscheinlich eher auf dem Ipad) gut ausgesehen haben - ein möglichst up-to-date verfasster Song, aber dabei herausgekommen ist einer der schlimmsten Beiträge des diesjährigen Wettbewerb. In sofern ist es etwas besonderes. Besonders schlecht genau genommen. 5

      Stimme / Live: Jo, auch live klingt das nicht viel besser. Zena singt alle Worte zwar irgendwie ohne größere Fehler, aber es fehlt eine innere Überzeugung, oder ein Gefühl, was sie dem Hörer vermitteln kann. Kurz - auch sie kann diesen Beitrag nicht retten. 8

      Instrumente: Noch mit das harmloseste an diesem Beitrag sind die gewählten Instrumente, wobei auch hier wieder alle Töne aus dem Computer kommen dürften. Das Problem ist allerdings wie diese Instrumente und Töne aneinandergereiht wurden. 11

      Nervfaktor: Für solche Songs wurde diese Kategorie eingeführt - das unglaublich nervige, nicht endende 'Like It' macht einen regelrecht aggressiv. Ich habe es nicht geschafft den Song ein drittes Mal zu hören, ohne nach 2 Minuten abzuschalten, ansonsten hätte ich in die Tastatur gebissen. Dislike. -20


      Gesamt: 18


      Fazit: Ein Song zum abgewöhnen, bei dem ich den Glauben verliere, wenn dieser sich im ersten Semi-Finale gegenüber wesentlich besseren (oder zumindest interessanteren) Beiträgen durchsetzt. Kurz: Nope - don't like it.


      ====================
      Meine Favoriten aus Weißrussland bis dato:
      Uzari & Maimuna: Time (ESC 2015)
      3+2 ft. Robert Wells - Butterfly (ESC 2010) - so kitschig, dass es wieder gut ist.
      Naviband: Story of my life (Historyja majho žyccia) (ESC 2017)

      morgen: Zypern und ein Gesamt-Ausblick
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • ZYPERN
      36. ESC-Teilnahme (1981-1987, 1989-2000, 2002-2013, 2015-2019) 29x Finale / Streak: 4x in Folge im Finale
      Bester Platz: 2/1x (2018)

      Song: Replay (Wiederholung)
      Interpret: Tamta
      Sprache: Englisch

      Offizielles Video:


      Live:


      Melodie: Nanu. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor? Und tatsächlich - der Großteil des Producer/Songschreiber-Quintetts zeigte sich schon für den letztjährigen Beitrag des Inselstaates verantwortlich. Und ähnlich wie 'Fuego' setzt auch 'Replay' auf die gleichen Rezepte: Ein bisschen Trap, ein bisschen House, ein bisschen Dance-Pop und der Fokus auf den Drop. Problem: Selbst die beste Wiederholung ist nie so gut wie das Original. 11

      Lyrics: Im Text geht es anscheinend um eine Liebesbeziehung, die sich fast suchtartig entwickelt hat. Dabei scheint die Protagonistin davon auszugehen, dass sie unwiderstehlich ist und den anderen Teil daher wie eine Wiederholung sich ständig im Kopf des Lovers abspielt. Aber sie selber hat es wohl auch erwischt, wenn man der Zeile 'My heart beats like an 808' (808 = Drumcomputer aus den 80ern) entnehmen kann. Kein recht anspruchsvoller Text, passend zum musikalischen Korsett. 11

      Ausgefallenheit / Besonderheit: Letztes Jahr war 'Fuego' noch etwas besonderes, die Art von Song, die man beim ESC nicht so oft vernahm. Aber wie das eben so ist mit erfolgreichen Titeln - sie werden schnell kopiert. Malta und auch die Schweiz haben Elemente übernommen und eben auch 'Replay' - wobei der Song noch am nächsten an seinem Vorgänger dran ist. 8

      Stimme / Live: 'Fuego' funktionierte vor allem auch deswegen, weil Eleni Foureira den spritzigen Charakter exzellent auf die Bühne übernehmen konnte. Tamta fehlt im Vergleich zu Eleni sowohl das stimmliche Vermögen, als auch ihr Charisma. Der Song wirkt im Rehearsal irgendwie bieder und bleibt den 'aha-Effekt' schuldig. 11

      Instrumente: Das auffälligste am Song sind natürlich die (imitierten?) Bläser beim Drop nach dem Pre-Chorus. Die geben dem Song den richtigen Energieschub. 14

      Nervfaktor: Wenn ein Song 'replay' heißt, muss natürlich auch oft wiederholt werden und so besteht der Chorus fast nur aus einem Wort, das zum Erbrechen rezitiert wird. Überraschenderweise passt das aber ins Songkonstrukt und ist daher gar nicht mal so nervig. Ansonsten - wer Fuego nicht mochte, wird auch die Wiederholung nicht lieben. -10


      Gesamt: 45


      Fazit: Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn man versucht auf der Erfolgsspur weiter zu fahren, aber wenn man die Kopie des Vorjahres dann auch noch 'Wiederholung' nennt... Dennoch wird es mit einer ähnlichen Platzierung wie im Vorjahr dieses Mal nicht klappen. Zwar sollte ein Ausscheiden im Semi-Finale vermieden werden können, aber so wirklich in die vorderen Ränge wird es im Finale nicht gehen. Die letzten drei Plätze vor 'Fuego' waren 22, 21 und 22. Und so in dem Bereich wird man wohl wieder landen.


      ================
      Meine Favoriten aus Zypern:
      Ivi Adamou: La La Love (ESC 2012)
      Giannis Karagiannis: One Thing I Should Have Done (ESC 2015)
      Minus One: Alter Ego (ESC 2016)
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      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
    • Zusammenfassung ESC 2019 - Ausblick, Favoriten und Außenseiter

      Nach Auswertung aller Songs bleibt bei mir der Eindruck hängen, dass 2018 das interessantere Teilnahmerfeld hatte. Da gab es Metalcore aus Ungarn, Rock aus Albanien und eine Rock-Ballade aus Rumänien, genauso wie Dance-Floor Kracher aus Polen oder Zypern. Der 'Fuego'-Effekt ist unbestritten - mehrere Songs haben sich dort Anleihen genommen und zielen auf ein jüngeres Publikum. Gleichzeitig scheint es auf der anderen Seite eine sehr schwere Balladen-Ecke zu geben - Russland und die Niederlande gehören da nicht grundlos zu den ganz großen Favoriten.

      Wie im Vorjahr scheint es wieder ein herauragendes Halbfinale zu geben - letztes Jahr war es das 1. Semi, welches am Ende die Gesamt Top 3 stellte und 5 der ersten 8 (mit zwei Big Five Songs). Dieses Jahr könnte es ähnlich aussehen, allerdings mit den Songs aus dem zweiten Halbfinale auf den Top-Positionen: Schweden, Russland, Niederlande, Norwegen und die Schweiz sind hier zu nennen, ebenso wie die Dark-Horses aus Aserbaidschan und Malta. Beide Länder haben seit den ersten Rehearsals einen mächtigen Rise hingelegt.

      Ansonsten waren die ersten Rehearsals eher so ein mixed bag. Die Niederlande setzten auf den Mann am Klavier - keine Ahnung, ob das wirklich so eine gute Idee ist. Lazarev hat sich selbst vervielfältigt - wie schon bei seinem ersten Auftritt setzt er auf graphische Elemente im Hintergrund. Und Schweden hat die Melodifestivalen Performance nur unwesentlich aufpoliert. Einer der großen Gewinner neben den bereits angesprochenen Malta (farbenfroh) und Aserbaidschan (elegant) war auch Australien. Hier will man die Illusion erzeugen, dass Kate Miller-Heidke durch das All fliegt. Auf jeden Fall ein Upgrade gegenüber dem Vorentscheid. Und Slowenien setzt tatsächlich auf den Augenkontakt des Paares auf der Bühne. Einer der großen Verlierer ist Portugal, die auf die seltsamen Utensilen aus dem Vorentscheid verzichten und das ganze deutlich düsterer präsentieren. Was immerhin zur Modefarbe des Jahres passt: Schwarz scheint dieses Jahr total im Trend.






      Tipps: (je weiter vorne das Land steht, desto besser die Chancen)

      Semi-Finale 1:
      sicher im Finale: Australien (der Song mag crap sein aber das Staging ist ... wow.)
      eher im Finale: Griechenland, Zypern, Island, Slowenien, Estland, Tschechei, Serbien, Belgien, Ungarn
      eher draußen: Portugal, Finnland, Georgien, Polen, Weißrussland
      sicher raus: Montenegro, San Marino

      Semi-Finale 2:
      sicher im Finale: Schweden, Russland, Niederlande (wohl die Top-Favoriten)
      eher im Finale: Aserbaidschan, Malta, Schweiz, Norwegen, Armenien, Nord-Mazedonien, Dänemark (uh ... mehr Hoffnung als Glaube)
      eher draußen: Albanien, Rumänien, Litauen, Moldau, Lettland, Irland, Österreich, Kroatien
      sicher raus: --

      Big 5 + Israel im Finale:
      Sicher Top Ten: Italien
      eher erste Hälfte: Frankreich
      eher zweite Hälfte: Vereinigtes Königreich, Deutschland
      sicher hintere Plätze: Israel
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      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von aikman ()

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      Geht heute los :bounce: :bounce: :bounce: :bounce:

      Danke @aikmanfür deine ausführliche Vorschau. Meine 12 Punkte gehen dieses Jahr an Island :rockon: Mein Geld setzen würde ich auf Russland und den Barbara Dex Award möchte Kroatien wohl haben. Aber da habe ich noch nicht alles gesehen.
    • Neu

      Mein Tipp dieses Jahr ist Schweden (mal wieder)

      Meine 12 Punkte gehen an Norwegen.

      Wer Interesse an meinem persönlichen Ranking hat:


      Ansonsten viel Spaß! :)
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      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
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      Ich:

      aikman schrieb:


      Fazit: Nach zwei verlorenen Jahren greift Russland dieses Jahr wieder mit starker Hand nach der ESC Krone. Lazarev scheiterte 2016 an Jamala aus der Ukraine und der Stimmgewalt von Dami Im, dieses Jahr ist die Ukraine nicht dabei und Australien dürfte auch kein Hindernis sein.

      Kate: hi-hi-hi....

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      Semi-Finale 1:
      sicher im Finale: Australien (der Song mag crap sein aber das Staging ist ... wow.)
      :thup:

      eher im Finale: Griechenland, Zypern, Island, Slowenien, Estland, Tschechei, Serbien, Belgien, Ungarn
      8 von 10.

      eher draußen: Portugal, Finnland, Georgien, Polen, Weißrussland
      Weißrussland.... <X

      sicher raus: Montenegro, San Marino
      :jeck: say na-na-na....
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      Schöne Show, hat mich gut unterhalten. Was Australien da auf die Bühne gezaubert hat ist natürlich eine ähnliche Benchmark wie bei Heroes von Mans Zelmerlöw. Ob das mit dem Song dann auch für den Sieg reicht, lass ich mal dahingestellt. Für mich schwer verständlich, dass in der doch recht schwachen Konkurenz Ungarn und Polen durchgefallen sind. Da ist wesentlich schwächeres weitergekommen. Serhat hat als Wiederholungstäter natürlich einen Sympathiebonus, aber Slovenien mit einer völlig langweiligen Nummer und einer Sängerin, die kaum Ausdruck in ihre Stimme bekommt. Oder die Dame aus der weissrussischen Dorfdisco? Ich bewundere ja Georgien, dass sie immer wieder Beiträge ins Rennen schicken, bei denen abzusehen ist, dass sie nichts für den Massengeschmack sind. Heute hätte man sie gerne dafür belohnen dürfen. In der Summe für mich Island und Australien weit über dem restlichen Feld. Der Abend hat Lust auf die nächsten beiden Shows gemacht. Schön flott durchgezogen, keine dämlichen Witzeinlagen, nette Postcards und der Nostalgieblock pfiffig zusammen geschnitten.
    • Neu

      Erzwolf schrieb:

      Schöne Show, hat mich gut unterhalten. Was Australien da auf die Bühne gezaubert hat ist natürlich eine ähnliche Benchmark wie bei Heroes von Mans Zelmerlöw. Ob das mit dem Song dann auch für den Sieg reicht, lass ich mal dahingestellt.
      Das ist wirklich völlig offen, vor allem da die wirkliche Qualität des Contests erst im zweiten SF eingreifen wird. Das erste Semi war mehr so das Kuriositäten-Kabinett des ESCs.

      Erzwolf schrieb:

      Für mich schwer verständlich, dass in der doch recht schwachen Konkurenz Ungarn und Polen durchgefallen sind.
      Da muss ich ehrlich sagen, dass ich Polen ähnlich wie Weißrussland nie in der Nähe des Finals gesehen habe. Da gab es mit Portugal, Ungarn und auch Belgien für mich andere Kandidaten. Polen war für mich dann doch eher so Geschrei auf nem Dorffest, als ein ESC-würdiger Kandidat. :D

      Erzwolf schrieb:

      Serhat hat als Wiederholungstäter natürlich einen Sympathiebonus
      jo, aber singen sollte man wenigstens ansatzweise können. Aber als einziger türkischer Vertreter hat sein Weiterkommen natürlich doch etwas, was ich nicht beachtet habe. Ein Türke tritt für San Marino an und erreicht in Israel das Finale - mehr Unity geht nicht. :D

      Erzwolf schrieb:

      aber Slovenien mit einer völlig langweiligen Nummer und einer Sängerin, die kaum Ausdruck in ihre Stimme bekommt.
      Tja, die einen findes es langweilig, die anderen besonders gefühlvoll. Ich hatte den Song hoch in meinem Ranking und war wohl nicht der Einzige. Der Song stach auch deshalb ein bisschen heraus, weil im ersten HF wirklich alles an optischen Spektralfarben aufgefahren wurde. Im zweiten wäre es vielleicht knapper gewesen. So hat die Reizüberflutung der anderen Kandidaten sicher dazu geholfen. Mir gefällt's :)

      Erzwolf schrieb:

      Oder die Dame aus der weissrussischen Dorfdisco?
      Jo, das bleibt für mich auch ein Rätsel, aber das ist ne andere Generation offensichtlich. Wenn man sich die Kommentare unter meinem Video anguckt, dann findet man dort erstaunlicher Weise auch hier sehr große Fans von. Wie gesagt die Jugend von heute ... :D

      Erzwolf schrieb:

      Der Abend hat Lust auf die nächsten beiden Shows gemacht. Schön flott durchgezogen, keine dämlichen Witzeinlagen, nette Postcards und der Nostalgieblock pfiffig zusammen geschnitten.
      Jo, nur Peter Urban fällt leider weiter negativ auf. Ansonsten war das alles angenehm produziert (ob man da jetzt 4 Moderatoren braucht, sei mal dahingestellt - irgendwann haben sie mehr Moderatoren als Teilnehmer, wenn das so weiter geht). Zwar sind Zelmerlöw und Mede immernoch das Mass aller Dinge, aber die sind ja nächstes Jahr eh wieder dran. :thumbsup:
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      aikman schrieb:

      Jo, nur Peter Urban fällt leider weiter negativ auf. Ansonsten war das alles angenehm produziert (ob man da jetzt 4 Moderatoren braucht, sei mal dahingestellt - irgendwann haben sie mehr Moderatoren als Teilnehmer, wenn das so weiter geht). Zwar sind Zelmerlöw und Mede immernoch das Mass aller Dinge, aber die sind ja nächstes Jahr eh wieder dran.
      Ich hab gestern erstmals den internationalen Stream ohne Kommentator auf Youtube geschaut. Lief technisch einwandfrei und es war doch sehr entspannend ohne Peter Urban. Wird so beibehalten.

      Zwischen Platz 10 und 11 lagen gestern nur 2 Punkte. Da ist es am Ende vielleicht auch einfach nur, wenn da von den Big 5 gerade Frankrecih abstimmt, obwohl man in Deutschland besser angekommen wäre. In den Top Ten sehe ich aus dem ersten Semi eh nur Australien und Island, die anderen 8 müssen sich noch vorstellen. Und jetzt sind auch ein paar mehr Acts im Finale, die die Sisters hinter sich lassen können. Vielleicht ist ja doch ein Platz unter den besten 20 drin.
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      Der deutsche Beitrag hat nun ein offizielles Video, was in meinen Augen richtig gut geworden ist.
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      sicher im Finale: Schweden, Russland, Niederlande (wohl die Top-Favoriten)
      war klar.


      eher im Finale: Aserbaidschan, Malta, Schweiz, Norwegen, Armenien, Nord-Mazedonien, Dänemark (uh ... mehr Hoffnung als Glaube)
      9 von 10 und Dänemark durch :jump2:


      eher draußen: Albanien, Rumänien, Litauen, Moldau, Lettland, Irland, Österreich, Kroatien
      Albanien ist keine so große Überraschung. Armenien raus ist Schade, aber bei dem Semi gab es wirklich keinen großen Ausrutscher nach unten. Außer Kroatien.
      "If Football doesn't work out behind the center, he is gonna be one heck of a football coach.
      And I wouldn't want to play against his team!"
      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von aikman ()

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      Im wesentlichen geht das Ergebnis in Ordnung. Ich hätte gerne noch Rumänien im Finale gehabt, dafür hätte ich auf Dänemark und Nord-Macedonien verzichten können. Was ich nicht verstanden habe, wieso der Niederländer bei den Buchmachern so hoch gehandelt wird. Ich seh den noch nicht mal in den Top 10. Der letzte der den Contest vom Klavier aus gewonnen hat war Udo Jürgens. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das heutzutage nochmal funktionieren soll.

      Beim Bühnenbild von Malta war doch bestimmt Photoshop-Phillip am Werk, oder? Optisch fand ich Russland ähnlich beeindruckend wie Australien im ersten Halbfinale, wobei Russland den besseren Song für so einen Wettbewerb hat. Sergey bleibt mein Tipp. Kate Miller_heidke könnte es tatsächlich auf Platz 2 schaffen. Dahinter ist viel möglich, Schweiz, Schweden (mir viel zu mainstreamig), Island (wenn Klemens sich gesanglich steigert), Albanien, Italien (nach dem Einspieler heute hab ich aber Zweifel), Norwegen.

      Ich bin weiterhin sehr angetan von dem, was das israelische Fernsehen da auf die Bühne bringt. Am Samstag freue ich mich ja auf den Songtausch. So einen internationalen Superstargast braucht es meiner Meinung nach nicht unbedingt.
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      Die Favoriten Niederlande, Russland und Schweden landen allesamt in der ersten Hälfte des Finals und Kate kommt aus dem Kichern gar nicht mehr raus. Australien ist jetzt ernsthafter Anwärter auf den Titel.

      Derweil hat San Marino Deutschland in den Odds überholt ... :mrgreen:

      img.jpg

      :jump2:
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      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
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      This is the running order for Saturday's Grand Final:1. Malta2. Albania3. Czech Republic4. Germany5. Russia6. Denmark7. San Marino8. North Macedonia9. Sweden10. Slovenia11. Cyprus12. Netherlands13. Greece14. Israel15. Norway16. United Kingdom17. Iceland18. Estonia19. Belarus20. Azerbaijan21. France22. Italy23. Serbia24. Switzerland25. Australia26. Spain
      So früh musste Deutschland zuletzt 2008 ran, da landete man auf Platz 23 ... punktgleich mit dem Letzten. Russland muss ebenfalls sehr früh ran. Niederlande hat von den Favoriten in der ersten Hälfte mit die beste Position. Australien aber in einer glänzenden Ausgangslage. Auch die Schweiz gewinnt seit gestern deutlich an Boden. Es wird wohl richtig spannend.
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      Jon Gruden on Kellen Moore - QB Camp 2012
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      aikman schrieb:

      Es wird wohl richtig spannend.
      Das glaube ich auch. Ich kann einfach nicht den Buchmacherfavoriten Niederlande vorne sehen. Ich weiß nicht ob die Wetter alle von Duncans nacktem Poppes aus dem Video geblendet sind, oder was da abgeht. Sehr offensichtlich ist der Aufwärtstrend Australiens. Das erinnert ein wenig an den Aufstieg Sobrals vor zwei Jahren, wo der Vorab-Favorit Italien am Ende deutlich geschlagen war. Aber jetzt müssen die Teilnehmer erstmal ihren Song noch zweimal auf die Bühne bringen. Da kann sich noch gut was verschieben.

      Im verlinkten Tweet noch ein Video, wie die Bühne für den australischen Auftritt bereit gemacht wird: twitter.com/robholley/status/1128390304506220544
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