Flüchtlinge & Europa

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    • Daher wird sie, die AfD, wenn sie sich vorher eben nicht selbst zerlegt, mittel- bis langfristig auch nie über den Status einer Oppositionspartei hinauskommen, geschweige denn regionale Regierungsverantwortung übernehmen (müssen), auch wenn CDU-Kretschmer in Sachsen schon ganz aufgeregt ist.

      Für mich war, ist und bleibt diese Gruppierung vor allen Dingen eine Protestpartei und ihre Wähler daher überwiegend auch Protest-Bekundler. Ablesbar an den Wanderungsbewegungen zur Bundestagswahl ...







      Sind denn hunderttausende ehemalige SPD- und Linken! Wähler urplötzlich zu Nazis und Faschisten mutiert? Kann ich mir nicht vorstellen. Für mich ist das daher eher eben diese Proteststimmung, die sich in diesem Wahlverhalten äußert. Natürlich kann man dann den berechtigten Einwand anführen, warum diese Wählerschaft ihren Protestgedanken nicht durch ein Kreuz bei Grünen, Linken oder auch noch vermehrt der FDP geäußert hat ... auch für mich ein Phänomen, da ja vor allem die Linke von den jetzigen Bedingungen auch in ihrem Wählerzuspruch massiv profitieren müßte.

      Für mich nur so erklärbar, dass die inneren Grabenkämpfe + eine immer noch latent vorhandene Abneigung gegen linke Politik (inklusive utopische Realitätsferne+verstaubter SED/Kommunismus-Verdacht) die Leute abschrecken, dazu bleiben die Grünen scheinbar weiterhin eine Öko-Klientelpartei ohne großflächigen Durchbruch ... ebenso die FDP, die immer noch im Unternehmer/Marktwirtschaft-Grundsatz mit gelegentlichen Streubomben (Digitalisierung) agiert ... eine SPD im Niedergang + eine CDU/CSU-Koalition, der man die Lösung nicht mehr einheitlich zutraut ...

      neben der Flüchtlingsproblematik sind eben diese parteiinternen Krisenherde weitere Brandbeschleuniger (no pun intended) für den AfD-Zuspruch.

      Vielleicht hätte sich die Partei sogar tasächlich als eine ernsthafte Alternative zum etablierten Parteienspektrum entwickeln können ... aber eben nur dann, wenn der originäre Lucke-Kurs bzw. von mir aus auch noch die gemäßigte Petry-Linie gehalten worden wäre. Der Rechtsruck innerhalb der Organisation + der parallele Aufstieg von Protagonisten wie Gauland, Höcke oder Poggenburg hat das aber aus meiner Sicht langfristig unmöglich gemacht und es wird tatsächlich zu beobachten sein, wie sich die Partei in den vier Jahren als Oppositionsführer geriert bzw. das Auftreten und die Handlungsweise im alltäglichen Parlamentsbetrieb gestaltet wird.

      Dazu werden die Landtagswahlen in Bayern und Sachsen weitere Hinweise auf die Entwicklung und Akzeptanz der AfD geben ... auch wenn man teilweise den Eindruck hat, dass es die Sachsen-CDU und vor allem die CSU mit Seehofer schon etwas mit der Hysterie hinsichtlich dieser Wahlen übertreiben ... aber da sind sie ja nicht die Ersten oder Einzigen, die in Sachen medialem Umgang mit der AfD von einem ins andere Fettnäpfchen tapsen und so ziemlich jedes Stöckchen überspringen, was ihnen vorgehalten wird.
    • DarthRaven schrieb:

      Für mich war, ist und bleibt diese Gruppierung vor allen Dingen eine Protestpartei und ihre Wähler daher überwiegend auch Protest-Bekundler. Ablesbar an den Wanderungsbewegungen zur Bundestagswahl ...
      Irgendwie sehe ich hier keine Protestpartei. Ich weiß nicht genau wo ich die Grenze ziehen kann, aber ich würde die AfD als destruktive Wut- und Frustbürgerpartei sehen. Die Grünen waren in ihren Anfängen eine Protestpartei. Nicht immer konstruktiv, jedoch eine Partei die etwas positives erreichen wollte. Auch die Linken waren bzw. sind deutlich eher eine Protestpartei. Ich denke da gibt es schon Unterschiede.
      #Social distancing - 2m können Leben retten!
    • DarthRaven schrieb:

      Daher wird sie, die AfD, wenn sie sich vorher eben nicht selbst zerlegt, mittel- bis langfristig auch nie über den Status einer Oppositionspartei hinauskommen, geschweige denn regionale Regierungsverantwortung übernehmen (müssen), auch wenn CDU-Kretschmer in Sachsen schon ganz aufgeregt ist.

      Über den Status wird die Partei solange nicht hinauskommen, bis sie die Stammwähler einer Großpartei ansprechen.
      Das hat man hierzulange in Österrei:ch gesehen, über die letzten Jahrzehnte ist sind große Teile der Arbeiter, DIE Stammwähler der Sozialdemokraten, zu der FPÖ übergewandert.
      Die Ziellosigkeit der SP und aktuell praktisch nicht vorhandene Grüne (andere Linkskräfte haben wir nicht) hatten dem letztendlich wenig entgegenzusetzen, dass ist natürlich nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar, dazu kenne ich mich zuwenig in der deutschen Innenpolitik aus.
      Aber der BND weiß ja sicher sowieso alles über unsere innenpolitischen Details. :paelzer: :P
      GO Irish!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rupi#57 ()

    • @DarthRaven: interessanter Beitrag. Nur zwei Anmerkungen : Man sollte bzgl. Der Linkspartei speziell die Wählerwanderung in Ostdeutschland anschauen. Hier könnte es eindeutiger werden, dass sich das Klientel in seiner Einstellung ähnelt. Ich habe dazu vor einer Weile eine sehr interessante Wähleranalyse aller Parteien gelesen, in der das c festgestellt worden ist. Leider habe ich sie nicht mehr zur Hand.
    • El_hombre schrieb:

      Irgendwie sehe ich hier keine Protestpartei. Ich weiß nicht genau wo ich die Grenze ziehen kann, aber ich würde die AfD als destruktive Wut- und Frustbürgerpartei sehen. Die Grünen waren in ihren Anfängen eine Protestpartei. Nicht immer konstruktiv, jedoch eine Partei die etwas positives erreichen wollte. Auch die Linken waren bzw. sind deutlich eher eine Protestpartei. Ich denke da gibt es schon Unterschiede.

      Ja, das mit den Unterschieden stimmt schon. Protest vielleicht nur in dem Sinne, um die Flüchtlingsproblematik als Aufhänger und Ventil für den angesprochenen Wut und Frust zu kanalisieren. Bei der AfD kommt dann eben ganz entscheidend dazu, dass sie eben eine Protest/Wut/Frust-Bewegung vom mittlerweile rechtsgerichteten Rand der (konservativen) Mitte zu sein scheint. Nach vereinzelten Strohfeuern von DVU/NPD/Republikanern die erste rechtspopulistisch ausgerichtete Partei, die flächenübergreifend in den Landtagen sitzt und nun sogar Oppositionsführer im Bundestag ist. Das ist was neues ... und wie damit (und ihren Wählern) medial, öffentlich und gesellschaftlich umgegangen werden soll eben weiterhin ein ungelöstes Problem ... was einen Keil in die Gesellschaft treibt.

      Hier die AfD-Wählerschaft in einer teilweise (selbst)inszenierten und gern auch angenommenen Opferrolle - dort die Gegnerschaft, die nicht so richtig weiß, wie man sich nun mit denen auseinandersetzen soll ... reden, nicht reden, verdammen, bekämpfen, Hintertür offenlassen, um Unentschlossene nicht dorthin abwandern zu lassen?

      Ein vorhandenes Problem ... was eben trotz dennoch immer noch überschaubarer 15% dieser Partei nicht so schnell verschwinden wird.


      Scipio schrieb:

      @DarthRaven: interessanter Beitrag. Nur zwei Anmerkungen : Man sollte bzgl. Der Linkspartei speziell die Wählerwanderung in Ostdeutschland anschauen. Hier könnte es eindeutiger werden, dass sich das Klientel in seiner Einstellung ähnelt. Ich habe dazu vor einer Weile eine sehr interessante Wähleranalyse aller Parteien gelesen, in der das c festgestellt worden ist. Leider habe ich sie nicht mehr zur Hand.

      Leider hab ich keine Statistik nach Bundesländern gefunden ... aber im Osten wurde und wird die Linkspartei immer noch überwiegend von einer älteren Klientel gewählt, wo ich mir auch schwerlich vorstellen kann, dass diese nur aufgrund einer immer noch gemäßigten Rhetorik von Frau Wagenknecht plötzlich zur AfD umschwenken.

      Für mich ist da eher die massive Identitätskrise der Partei (ähnlich bei der SPD) mitsamt den unsäglichen Personalrochaden dafür maßgeblich verantwortlich, dass deren Wähler so massiv abwandern. Warum dann gleich zur AfD? Wo wir dann wieder beim Thema Protest wären.
    • DarthRaven schrieb:

      Rein allgemein ist für mich eine komplette 180-Grad Wende bei einer politischen Wahlentscheidung aus reinen Protestmotiven ... nun ja, sagen wir mal ... faszinierend.
      Geht mir auch so, aber ich habe mir das bisher immer so erklärt, dass die Linkspartei im Osten von vielen nicht primär wegen ihrer "linken" Inhalte gewählt wird, sondern weil sie als regionale Volkspartei gilt, die sich mehr als andere für ostdeutsche Belange einsetzt – so ähnlich wie die CSU in Bayern, die wahrscheinlich auch einen guten Anteil ihrer Stimmen daher zieht, dass die Wähler (vermutlich mit Recht) glauben, eine starke CSU stärke Bayerns Rolle auf Bundesebene. Wenn man aber eine Partei nur wegen der regionalen Belange wählt und nicht wegen der weltanschaulichen Inhalte, dann ist die Schwelle weitaus niedriger, irgendwann eine inhaltlich komplett anders ausgerichtete Partei zu wählen, wenn man sich von deren Themen gerade angesprochen fühlt.
    • Logisch erscheint einem das wirklich nicht, aber das Wort Nationalsozialismus ist ja auch irgendwie entstanden.
      Persönlich glaube ich, dass viele Leute im Osten immer noch vielfach enttäuscht sind über den Status Quo. Vielfach sind es ja auch die "zurück gebliebenen",die sich nicht in den Westen aufgemacht haben. Ich denke, da ist der "Protest" (egal wie) schon eine Hauptmotivation. An den paar Ausländern kann es definitiv nicht liegen.

      Wobei das eigentlich schade ist. War neulich noch in Thüringen und war total begeistert, wie schön das dort tatsächlich ist. So eine Infrastruktur, Sauberkeit würde ich mit im Ruhrgebiet mal wünschen
      Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!
    • Zu der Links/Rechts-Diskussion fällt mir da immer Sebastian Haffner ein, der in seinen "Anmerkungen zu Hitler" von 1978 hierzu sehr interessante Ausführungen gemacht hat:

      Sebastian Haffner (in "Anmerkungen zu Hitler", 1978) schrieb:

      Hitler ist keineswegs so leicht als extrem rechts im politischen Spektrum einzuordnen, wie es viele Leute heute zu tun gewohnt sind. Er war natürlich kein Demokrat, aber er war ein Populist: ein Mann, der seine Macht auf Massen stützte, nicht auf Eliten; in gewissem Sinne ein zu absoluter Macht gelangter Volkstribun.

      Sein wichtigstes Herrschaftsmittel war Demagogie, und sein Herrschaftsinstrument war keine gegliederte Hierarchie, sondern ein chaotisches Bündel unkoordinierter, nur durch seine Person an der Spitze zusammengehaltener Massenorganisationen. Alles eher »linke« als »rechte« Züge. Offensichtlich steht Hitler in der Reihe der Diktatoren des zwanzigsten Jahrhunderts irgendwo zwischen Mussolini und Stalin - und zwar, bei genauerem Hinsehen, näher bei Stalin als bei Mussolini.

      Nichts ist irreführender, als Hitler einen Faschisten zu nennen. Faschismus ist Oberklassenherrschaft, abgestützt durch künstlich erzeugte Massenbegeisterung. Hitler hat wohl Massen begeistert, aber nie, um dadurch eine Oberklasse abzustützen. Er war kein Klassenpolitiker, und sein Nationalsozialismus war alles andere als ein Faschismus.

      Wir haben bereits im vorigen Kapitel gesehen, daß seine »Sozialisierung der Menschen« genaue Entsprechungen in sozialistischen Staaten wie etwa der heutigen Sowjetunion und DDR hat - Entsprechungen, die in faschistischen Staaten höchstens kümmerlich entwickelt sind und mitunter ganz fehlen. Von Stalins »Sozialismus in einem Lande« unterschied sich Hitlers »Nationalsozialismus« (man beachte die terminologische Identität!) freilich durch das weiterbestehende Privateigentum an Produktionsmitteln, für Marxisten ein gravierender Unterschied.

      Ob er in einem totalitären Befehlsstaat wie dem Hitlerschen wirklich so gravierend ist, bleibe dahingestellt. Aber die Unterschiede zum klassischen Faschismus Mussolinis sind jedenfalls noch gravierender: keine Monarchie, daher keine Absetzbarkeit und Auswechselbarkeit des Diktators, keine feste Hierarchie in Partei oder Staat, keine Verfassung (auch keine faschistische!), kein wirkliches Bündnis mit den traditionellen Oberklassen, am wenigsten irgendwelche Hilfsdienste für sie. Eine Äußerlichkeit ist symbolisch für vieles Wesentliche: Mussolini trug ebenso oft Frack wie Parteiuniform. Hitler trug Frack nur gelegentlich in der Übergangszeit 1933 / 34, solange Hindenburg noch Reichspräsident war und Hitler sein Scheinbündnis mit Papen noch aufrechterhalten mußte; danach immer nur Uniform – wie Stalin.
      Minnesota Vikings 'Bromance' in 2018:

      #19 WR Adam Thielen: 113 rec. / 1373 yards / 9 TDs
      #14 WR Stefon Diggs: _102 rec. / 1021 yards / 9 TDs
    • Johnny No89 schrieb:

      Zu der Links/Rechts-Diskussion fällt mir da immer Sebastian Haffner ein, der in seinen "Anmerkungen zu Hitler" von 1978 hierzu sehr interessante Ausführungen gemacht hat:
      Toller Artikel, danke schön
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Ausbeener schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Zu der Links/Rechts-Diskussion fällt mir da immer Sebastian Haffner ein, der in seinen "Anmerkungen zu Hitler" von 1978 hierzu sehr interessante Ausführungen gemacht hat:
      Toller Artikel, danke schön
      Das ist ein Buch :)

      Gibt's z.B. auch von ihm selbst gelesen bei Audible, da macht es zusätzlich auch noch Spaß zuzuhören (finde ich ;) ). Ich fand es faszinierend, wie er einfach, klar und dabei dennoch stringent und nachvollziehbar argumentiert. Das soll nicht heißen, dass man jedem seiner Argumente unbedingt folgen muss, aber er hat bei mir durchaus Denkanstöße gesetzt, einiges kritischer zu betrachten, was auch heute noch allgemeiner Konsens in der Hitlerforschung zu sein scheint.
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    • Johnny No89 schrieb:

      Ausbeener schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Zu der Links/Rechts-Diskussion fällt mir da immer Sebastian Haffner ein, der in seinen "Anmerkungen zu Hitler" von 1978 hierzu sehr interessante Ausführungen gemacht hat:
      Toller Artikel, danke schön
      Das ist ein Buch :)
      Gibt's z.B. auch von ihm selbst gelesen bei Audible, da macht es zusätzlich auch noch Spaß zuzuhören (finde ich ;) ). Ich fand es faszinierend, wie er einfach, klar und dabei dennoch stringent und nachvollziehbar argumentiert. Das soll nicht heißen, dass man jedem seiner Argumente unbedingt folgen muss, aber er hat bei mir durchaus Denkanstöße gesetzt, einiges kritischer zu betrachten, was auch heute noch allgemeiner Konsens in der Hitlerforschung zu sein scheint.
      Ich finde das Thema grundsätzlich interessant, aber man wird ja wirklich zugeballert, sei es mit Büchern oder endlosen Berichten von Guido Knopp und Konsorten ;) . Aber dieser Ansatz war mir relativ neu. Werde ich mal auf dem Schirm behalten :)
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Ausbeener schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Ausbeener schrieb:

      Johnny No89 schrieb:

      Zu der Links/Rechts-Diskussion fällt mir da immer Sebastian Haffner ein, der in seinen "Anmerkungen zu Hitler" von 1978 hierzu sehr interessante Ausführungen gemacht hat:
      Toller Artikel, danke schön
      Das ist ein Buch :) Gibt's z.B. auch von ihm selbst gelesen bei Audible, da macht es zusätzlich auch noch Spaß zuzuhören (finde ich ;) ). Ich fand es faszinierend, wie er einfach, klar und dabei dennoch stringent und nachvollziehbar argumentiert. Das soll nicht heißen, dass man jedem seiner Argumente unbedingt folgen muss, aber er hat bei mir durchaus Denkanstöße gesetzt, einiges kritischer zu betrachten, was auch heute noch allgemeiner Konsens in der Hitlerforschung zu sein scheint.
      Ich finde das Thema grundsätzlich interessant, aber man wird ja wirklich zugeballert, sei es mit Büchern oder endlosen Berichten von Guido Knopp und Konsorten ;) . Aber dieser Ansatz war mir relativ neu. Werde ich mal auf dem Schirm behalten :)
      Dabei ist der Guido schon seit fünf Jahren im Ruhestand :tongue2:
      Minnesota Vikings 'Bromance' in 2018:

      #19 WR Adam Thielen: 113 rec. / 1373 yards / 9 TDs
      #14 WR Stefon Diggs: _102 rec. / 1021 yards / 9 TDs
    • Also die Aussagen sind in der Geschichtswissenschaft hoch umstritten. Zum einen die Struktur der NSDAP, oder ob es ein Konglomerat an verschiedenen starken Persönlichkeiten war oder Hitler dominierte, ob die wirtschaftliche Aussichtung der NSDAP nicht eher als merkantilistisch gesehen gab (Wenn es überhaupt eine gab, ich sage nur Strassner, etc.). Hochinteressantes Themengebiet.
    • Silversurger schrieb:

      DarthRaven schrieb:

      Rein allgemein ist für mich eine komplette 180-Grad Wende bei einer politischen Wahlentscheidung aus reinen Protestmotiven ... nun ja, sagen wir mal ... faszinierend.
      Geht mir auch so, aber ich habe mir das bisher immer so erklärt, dass die Linkspartei im Osten von vielen nicht primär wegen ihrer "linken" Inhalte gewählt wird, sondern weil sie als regionale Volkspartei gilt, die sich mehr als andere für ostdeutsche Belange einsetzt – so ähnlich wie die CSU in Bayern, die wahrscheinlich auch einen guten Anteil ihrer Stimmen daher zieht, dass die Wähler (vermutlich mit Recht) glauben, eine starke CSU stärke Bayerns Rolle auf Bundesebene. Wenn man aber eine Partei nur wegen der regionalen Belange wählt und nicht wegen der weltanschaulichen Inhalte, dann ist die Schwelle weitaus niedriger, irgendwann eine inhaltlich komplett anders ausgerichtete Partei zu wählen, wenn man sich von deren Themen gerade angesprochen fühlt.
      Das ist sicher richtig, aber ich denke es kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Die "die da oben", "Systempresse" usw. Attitüde die AFD verbreitet , fand sich in anderen Slogans auch immer bei der Linken wieder. Und auch wenn der Flügel um Wagenknecht und Lafo beim Parteitag einen Dämpfer bekommen hat, so gibt’s diese Strömungen in der Linken auch nicht erst seit gestern. Lafo hat das Wort Fremdarbeiter bereits 2005 (!) verwendet um sich entsprechendes Wählerpotenzial zu sichern.
      In Deutschland gehen Die Toten Hosen als »Punk«, heute-show als »Humor« und Homöopathie als »Medizin« durch.
      Tobias. B.
    • Scipio schrieb:

      Also die Aussagen sind in der Geschichtswissenschaft hoch umstritten. Zum einen die Struktur der NSDAP, oder ob es ein Konglomerat an verschiedenen starken Persönlichkeiten war oder Hitler dominierte, ob die wirtschaftliche Aussichtung der NSDAP nicht eher als merkantilistisch gesehen gab (Wenn es überhaupt eine gab, ich sage nur Strassner, etc.). Hochinteressantes Themengebiet.
      Ich hab' ja nun mein Geschichtsstudium nur beendet und nicht abgeschlossen :tongue2: , aber gibt es tatsächlich noch Zweifel daran, dass Hitler derjenige war, der alles zusammenhielt? Der seinen Untergebenen immer nur gerade so viel Macht gab, dass sie nicht "überschnappten" und dass er mit seiner Vergabe von konkurrierenden Kompetenzen stets dafür sorgte, dass sich seine Gefolgsleute hauptsächlich miteinander stritten und quasi alles dafür gaben, in seiner Gunst am höchsten zu stehen und ihre Nebenbuhler auszutstechen?

      Natürlich hatte Hitler auch "schwache" Momente (vor dem "Anschluss" Österreichs z.B., als Göring der treibende Faktor war), aber das waren einige wenige Ausnahmen.



      Sorry, wird ziemlich OT jetzt...halte mich zurück :saint:
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      #19 WR Adam Thielen: 113 rec. / 1373 yards / 9 TDs
      #14 WR Stefon Diggs: _102 rec. / 1021 yards / 9 TDs
    • Buccaneer schrieb:

      Logisch erscheint einem das wirklich nicht, aber das Wort Nationalsozialismus ist ja auch irgendwie entstanden.
      Persönlich glaube ich, dass viele Leute im Osten immer noch vielfach enttäuscht sind über den Status Quo. Vielfach sind es ja auch die "zurück gebliebenen",die sich nicht in den Westen aufgemacht haben. Ich denke, da ist der "Protest" (egal wie) schon eine Hauptmotivation. An den paar Ausländern kann es definitiv nicht liegen.

      Wobei das eigentlich schade ist. War neulich noch in Thüringen und war total begeistert, wie schön das dort tatsächlich ist. So eine Infrastruktur, Sauberkeit würde ich mit im Ruhrgebiet mal wünschen
      Thüringen ist schön, keine Frage und die Menschen auch nett, hilfsbereit etc. Man müsste dann nur das klitzekleine Problem „Bernd“ lösen.
    • Johnny No89 schrieb:

      Scipio schrieb:

      Also die Aussagen sind in der Geschichtswissenschaft hoch umstritten. Zum einen die Struktur der NSDAP, oder ob es ein Konglomerat an verschiedenen starken Persönlichkeiten war oder Hitler dominierte, ob die wirtschaftliche Aussichtung der NSDAP nicht eher als merkantilistisch gesehen gab (Wenn es überhaupt eine gab, ich sage nur Strassner, etc.). Hochinteressantes Themengebiet.
      Ich hab' ja nun mein Geschichtsstudium nur beendet und nicht abgeschlossen :tongue2: , aber gibt es tatsächlich noch Zweifel daran, dass Hitler derjenige war, der alles zusammenhielt? Der seinen Untergebenen immer nur gerade so viel Macht gab, dass sie nicht "überschnappten" und dass er mit seiner Vergabe von konkurrierenden Kompetenzen stets dafür sorgte, dass sich seine Gefolgsleute hauptsächlich miteinander stritten und quasi alles dafür gaben, in seiner Gunst am höchsten zu stehen und ihre Nebenbuhler auszutstechen?
      Natürlich hatte Hitler auch "schwache" Momente (vor dem "Anschluss" Österreichs z.B., als Göring der treibende Faktor war), aber das waren einige wenige Ausnahmen.



      Sorry, wird ziemlich OT jetzt...halte mich zurück :saint:


      1. War mir nicht bekannt, dass du Geschichte studiert hast.

      2. War es das, was ich in einigen Beiträgen gelesen habe. Ich bin kein studierte Historiker, daher kann es gut sein, dass du Recht hast - ich weiß es schlichtweg nicht.
    • Silversurger schrieb:

      DarthRaven schrieb:

      Rein allgemein ist für mich eine komplette 180-Grad Wende bei einer politischen Wahlentscheidung aus reinen Protestmotiven ... nun ja, sagen wir mal ... faszinierend.
      Geht mir auch so, aber ich habe mir das bisher immer so erklärt, dass die Linkspartei im Osten von vielen nicht primär wegen ihrer "linken" Inhalte gewählt wird, sondern weil sie als regionale Volkspartei gilt, die sich mehr als andere für ostdeutsche Belange einsetzt – so ähnlich wie die CSU in Bayern, die wahrscheinlich auch einen guten Anteil ihrer Stimmen daher zieht, dass die Wähler (vermutlich mit Recht) glauben, eine starke CSU stärke Bayerns Rolle auf Bundesebene. Wenn man aber eine Partei nur wegen der regionalen Belange wählt und nicht wegen der weltanschaulichen Inhalte, dann ist die Schwelle weitaus niedriger, irgendwann eine inhaltlich komplett anders ausgerichtete Partei zu wählen, wenn man sich von deren Themen gerade angesprochen fühlt.

      Ein guter Gedanke, der die Wanderungsbewegung erklären könnte.

      Was gleichzeitig natürlich auch ein Makel bzw. Hinderungsgrund für die Linke sein könnte, den endgültigen Durchbruch auf Bundesebene zu schaffen. Eben diese Rezeption in der Öffentlichkeit als weiterhin ostdeutsche Regionalpartei oder zumindest ostdeutsch dominierte Gruppierung, die einen gewissen DDR-Schleier nicht ablegen kann.

      Was nun aber bei genauerer Betrachtung eigentlich auch nicht sein dürfte, da a) 1989 nun ja doch schon ein gewaltiges Stück entfernt ist und b) spätestens der Zusammenschluß mit der WASG zu einer gesamtdeutschen Wahrnehmung als eine linke Bewegung hätte führen müssen.

      Dies ist jedoch überraschenderweise nie so richtig passiert ... und solange diese Emanzipation der LP selbst nicht gelingt, wird sie, garniert von den parteiinternen Machtspielchen zwischen Kipping, Wagenknecht und sonstigen, auch nicht vom linken Wählerpotential profitieren, was aus meiner Sicht, gerade in dieser Zeit, unzweifelhaft vorhanden ist.

      Beitrag von Banane ()

      Dieser Beitrag wurde von Mile High 81 gelöscht ().
    • DarthRaven schrieb:

      auch nicht vom linken Wählerpotential profitieren, was aus meiner Sicht, gerade in dieser Zeit, unzweifelhaft vorhanden ist.
      Denke man müsste erstmal klar defenieren was linkes Wähperpotenzial den faktisch bedeutet. Das linke Wähperpotenzial des Prenzlauerbergs ist ein anderes als das aus Eisenhüttenstatt oder Bottrop.

      Ich würde sogar behaupten- dass die Interessenslagen dieser beiden Wählergruppen -obwohl man sie beide als Linke Zielgruppen bezeichnen würde- diametral gegeneinanderlaufen.

      ----
      Zurück zum Thema
      Macron sagt Merkel Hilfe im Asylstreit zu
      spiegel.de/politik/ausland/emm…lstreit-zu-a-1213843.html

      Ich find die Überschrift ja putzig, genau wie die Berichte - die man heute auf WDR 5 oder DLF hören konnte, wo so getan wird als sei Macron da inhaltlich ein verbündeter von Merkel ...

      Inhaltlich geht Macron weit über Seehofer hinaus.Bzw. praktiziert Seehofer schon...
      spiegel.de/politik/ausland/fra…cron-lager-a-1194709.html
      In Deutschland gehen Die Toten Hosen als »Punk«, heute-show als »Humor« und Homöopathie als »Medizin« durch.
      Tobias. B.
    • Mile High 81 schrieb:

      DarthRaven schrieb:

      auch nicht vom linken Wählerpotential profitieren, was aus meiner Sicht, gerade in dieser Zeit, unzweifelhaft vorhanden ist.
      Denke man müsste erstmal klar defenieren was linkes Wähperpotenzial den faktisch bedeutet. Das linke Wähperpotenzial des Prenzlauerbergs ist ein anderes als das aus Eisenhüttenstatt oder Bottrop.
      Ich würde sogar behaupten- dass die Interessenslagen dieser beiden Wählergruppen -obwohl man sie beide als Linke Zielgruppen bezeichnen würde- diametral gegeneinanderlaufen.

      ----
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      Macron sagt Merkel Hilfe im Asylstreit zu
      spiegel.de/politik/ausland/emm…lstreit-zu-a-1213843.html

      Ich find die Überschrift ja putzig, genau wie die Berichte - die man heute auf WDR 5 oder DLF hören konnte, wo so getan wird als sei Macron da inhaltlich ein verbündeter von Merkel ...

      Inhaltlich geht Macron weit über Seehofer hinaus.Bzw. praktiziert Seehofer schon...
      spiegel.de/politik/ausland/fra…cron-lager-a-1194709.html
      Man kann nur ernsthaft hoffen, dass da nicht wieder so ein "großartiger" Kompromiss dabei rauskommt, dass die anderen Länder sich dazu verpflichten, Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen... *allerdings nur Akademiker mit Fremsprachenkenntnissen, die nachweislich aus Bürgerkriegen kommen und ihre Familie schon dabei haben
      Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!
    • 68 Mio Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Armut etc. So viel wie seit dem 2. WK nicht mehr. Europa (bzw. diverse Kräfte hier) will dicht machen, TrUSAmp trennt Eltern von ihren Kindern. Die Welt ist so was von beschissen mitleidslos geworden. Es kotzt mich nur noch an :marge :abge

      Look deep in the mirror, look deep into its eye
      Your face is replaced, as creature you despise
      But I know what you're made of, it ain't much I'm afraid
      I know you'll be lying until your dying day

      (MEGADETH - Liar)
    • Nenne es Zynismus, aber wirklich "bessere" Zeiten gab es nicht. Es ist immer die Frage, wie man es definiert.

      Mile High 81 schrieb:

      DarthRaven schrieb:

      auch nicht vom linken Wählerpotential profitieren, was aus meiner Sicht, gerade in dieser Zeit, unzweifelhaft vorhanden ist.
      Denke man müsste erstmal klar defenieren was linkes Wähperpotenzial den faktisch bedeutet. Das linke Wähperpotenzial des Prenzlauerbergs ist ein anderes als das aus Eisenhüttenstatt oder Bottrop.
      Ich würde sogar behaupten- dass die Interessenslagen dieser beiden Wählergruppen -obwohl man sie beide als Linke Zielgruppen bezeichnen würde- diametral gegeneinanderlaufen.



      Vollkommen richtig. Links ist nicht gleich links. Es gibt nicht ohne Grund linke Parteien in anderen Ländern, die jeweils dieses unterschiedliche Wählerklientel bedienen. Als grobe Einteilung finde ich die Aufgliederung in "gesellschaftlich" liberal und autoritär als auch "wirtschaftlich" links und rechts am sinnvollsten.
    • Mile High 81 schrieb:

      Denke man müsste erstmal klar defenieren was linkes Wähperpotenzial den faktisch bedeutet. Das linke Wähperpotenzial des Prenzlauerbergs ist ein anderes als das aus Eisenhüttenstatt oder Bottrop.

      Ich würde sogar behaupten- dass die Interessenslagen dieser beiden Wählergruppen -obwohl man sie beide als Linke Zielgruppen bezeichnen würde- diametral gegeneinanderlaufen.

      Da haste natürlich recht, dass sich die Motive linksorientierter Wählergruppen regional durchaus unterscheiden können, aber ist das denn bei anderen "Nischenparteien" wie Grüne oder FDP anders?

      Allgemein würde ich schon denken, dass übergeordnete und gemeinsame Leitmotive eine gerechtere Solidargemeinschaft, Bestärkung des Sozialstaates und Betonung der Friedensabsicht (Abbau der Streitkräfte/Überdenkung ausländischer Militäreinsätze) sein könnten ... inwieweit das dann wirklich mit der Realität bzw. den politischen und vor allem finanziellen Rahmenbedingungen vereinbar ist, steht dann natürlich auf einem anderen Blatt.

      (Absichtlich realitätsferne Intentionen wie nicht immer gewaltloser Widerstand oder gar ein Systemumsturz von radikalen Splittergruppen wie der Kommunistischen Plattform oder Antifa sind zwar auch in diesem Spektrum zu finden, gelten aber wohl sicher nicht als mehrheitsfähig)
    • olibo66 schrieb:

      68 Mio Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Armut etc. So viel wie seit dem 2. WK nicht mehr. Europa (bzw. diverse Kräfte hier) will dicht machen, TrUSAmp trennt Eltern von ihren Kindern. Die Welt ist so was von beschissen mitleidslos geworden. Es kotzt mich nur noch an :marge :abge
      Die Welt war schon immer so. Kann mich noch an die 80er Jahre erinnern, als es in Afrika diverse Hungerkatastrophen gab, die in Europa auch wenig Leute interessiert haben. Karl Heinz Böhm hat das ja damals als Gesicht bekannt gemacht. Man nimmt es heute nur mehr wahr, weil die Bilder um die Welt gehen.
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • DarthRaven schrieb:

      Da haste natürlich recht, dass sich die Motive linksorientierter Wählergruppen regional durchaus unterscheiden können, aber ist das denn bei anderen "Nischenparteien" wie Grüne oder FDP anders?
      Ne anders ist das nicht. aber ums mal etwas salopp auszudrücken, der grüne Wähler aus Prenzlau der "die Welt" besser machen möchte hat mit den Auswirkungen der m.E.- völlig vergurkten Energiewende keinerlei Probleme, da er sich den Mehrpreis auf den Strom locker leisten kann. Bei der klassischen typischen SPD Klientel sieht das anders aus.



      olibo66 schrieb:

      68 Mio Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Armut etc. So viel wie seit dem 2. WK nicht mehr. Europa (bzw. diverse Kräfte hier) will dicht machen, TrUSAmp trennt Eltern von ihren Kindern. Die Welt ist so was von beschissen mitleidslos geworden. Es kotzt mich nur noch an
      Ich kann die Wut über diesen Mangel an Empathie durchaus verstehen, aber man sollte trotzdem nüchtern - soweit das möglich ist- versuchen zu diskutieren, was den jetzt die Folgen daraus sind.

      Ich nehme jetzt nur mal die zwei Fluchtbewegungen die "uns" seit 2015 (in Wirklichkeit schon vorher.) treffen. Nämlich die aus dem Nahen Osten (Syrien) und die aus Afrika.

      zu 1) Dem Treiben des islamischen Staat und dem Bürgerkrieg in Syrien haben in Europa und in den USA mehr oder minder alle beteiligten weitestgehend planlos zugeschaut. beim Völkermord an den Jesiden hat man sich erst als es fast zu spät war entschlossen die Kurden zu unterstützen (und selbst dieses wurde dann vom pazifistischen Teil der Linken noch als Spirale der Gewalt angesehen) (und als Dank dafür den Kurden natürlich den klassischen westlichen Arschtritt verpasst). Vom überschreiten diverses Rote Linien fange ich erst gar nicht an.
      Es ist - das will ich gar nicht verhehlen- auch nicht so einfach, dass eine wie auch immer gerate Intervention hier wesentlichen Erfolg gehabt hat, nur ich finde es genauso zynisch auf der eine Seite das entstehen von Flucht und Vertreibung mit einem überspitzt formuliert "Wir müssen mit beiden Seiten reden" oder es entsteht ein Flächenbrand (obwohl bereits lichterloh brennt) zu goutieren um dann im Schritt 2 zu sagen wir müssen diesen Menschen helfen alles andere ist unmenschlich, nachdem man sie vorher genauso hat im regen stehen lassen)

      zu 2) Was die Fluchtbewegungen aus Afrika angeht würde es m.E. dringend geboten gehören sich in dieser Debatte ehrlich zu machen.

      Deutschland/Europa wird die Probleme die dieser Kontinent hat nicht lösen können.
      Wenn man den Hybridindex des Economist zu Grunde legt, dann gibt’s bis auf die südlichen Afrikanischen Staaten +Tunesien und 1-2 andere afrikanische Staaten keinerlei funktionierende demokratische Strukturen. Im bestenfalls sind es noch hybride Mischformen m schlechtesten Fall autoritäre Regime.
      Man wird die Demokratie dort nicht hinwerfen / oder hinkaufen können( ich verweise da mal nur auf den von Disa im WM Thread anhand Nigerias aufgezeigten Problem was die verschiedenen ehtnischen Gruppen angeht um zu zeigen wie kompliziert das ist).

      Und der mangel an eben diesen Strukturen ist und bleibt das Hauptproblem dieses Kontinents.


      Jetzt gibt verschiedene Methoden wie man damit umgehen kann.

      Ein in wesentlichen Staaten immer wieder favorisiertes Modell ist de Entwicklungshilfe.

      Das hört sich gut an ist aber- m.e. ein äußerste ineffektives Modell und gehört dringend reformiert.

      Um das nur mal Beispielhaft zu verdeutlichen

      DW schrieb:


      Durch einen schmalen Kanal strömt Wasser auf ein sorgfältig bepflanztes Beet. Tomaten wachsen hier neben Reihen mit Blumenkohl, Spinat, Karotten und Gewürzen.
      "Jeder Farmer bewirtschaftet ein gleich großes Stück Land. Und alle pflanzen Gemüse. Das bringt mehr Geld als Getreide, und der Lebensstandard hier ist im Vergleich zu anderen Dörfern der beste."
      Der Mikrodamm, der das möglich gemacht hat, wurde von der EU finanziert. In Zusammenarbeit mit der Regierung. Eritrea akzeptiert schon lange keine andere Form der Hilfe aus dem Ausland mehr, vor allem keine Nahrungsmittelhilfe. Yemane Gebreab, der Berater des Präsidenten:
      "Wir halten nicht viel davon, einfach, weil solche Almosen Abhängigkeit schaffen."
      Hilfe ja, aber nur zur Selbsthilfe - nach den Entwicklungsplänen der Regierung. Dieser Standpunkt hat viele Hilfsorganisationen aus dem Land getrieben, die sich nichts vorschreiben lassen wollten. Die EU ist geblieben – auch nach heftiger Kritik, dass Europa damit ein Unrechtsregime unterstützt:
      "Wir sind der Ansicht, dass Zusammenarbeit, kritisches Engagement uns weiterbringen kann in dem Bereich. Sich zurückziehen aus Eritrea ist unserer Ansicht nach nicht zuträglich, um die Menschenrechtssituation zu verbessern", so Christian Manahl, der EU-Botschafter in Asmara.

      Weiter da haben "Linke" Gruppen völlig recht, gehört der Handel dringend reformiert.

      aus dem selben Artikel

      DW schrieb:


      Eine Zusammenarbeit, die eine höhere Produktivität in Afrika
      ermöglicht, damit Afrikaner sich zum Beispiel Produkte aus Europa
      leisten können. Dafür muss allerdings die europäische Handelspolitik
      geändert werden, die Afrikanern den Zugang zu den Märkten der EU schwer
      macht."
      Wichtig ist auch, dass Hilfe nicht mehr über die bürokratischen und oft korrupten Regierungen Afrikas fließt, sondern dass Unterstützung an der Basis ankommt. Das heißt, Kapital und Chancen für Jungunternehmer und junge Leute auf der Suche nach einem Job. Aly-Khan Satchu:
      "Wir müssen Chancen schaffen für Afrikaner in Afrika. Das ist die Lösung."

      Weitere Tipps zu diesem Artikel.

      faz.net/aktuell/wirtschaft/ent…n-geld-geben-1437005.html


      arte.tv/sites/de/das-arte-maga…z-afrika-wird-armregiert/
      In Deutschland gehen Die Toten Hosen als »Punk«, heute-show als »Humor« und Homöopathie als »Medizin« durch.
      Tobias. B.