BREXIT- Wars das für Europa?

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    • -snoopy- schrieb:

      daß es einem wenig bis moderat interessierten Bürger unglaublich schwer fällt eine Entscheidung mit derart komplexen und undurchsichtigen Folgen zu treffen
      Ganz genau. Deshalb Volksvertreter, die sich beruflich damit auseinandersetzen und auskennen ( sollen ).
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Überraschung


      Le Pen fordert Referendum für Frankreich
      Nach ihrem Vize meldet sich auch die Chefin der rechtsextremen französischen Front National, Marine Le Pen, zu Wort. Und fordert - Überraschung - ein EU-Austrittsreferendum für Frankreich.
      I can, I will
    • Europa ist mehr als die Regelung von Bananen oder Beleuchtungsmitteln.

      Alle Regierungen tragen eine Mitschuld. Unbeliebte Entscheidungen wurden auf die EU abgewälzt, damit sämtliche nationalen Politiker sich profilieren konnten.

      Wenn man dann Fr. Giffey (Neuköllns Bezirksbürgermeisterin) vor fünf Wochen die fiktive Frage stellt ob sie lieber Bundeskanzlerin oder Präsidentin des Europäischen Parlaments werden will und sie ersteres mit der Begründung "Ich will mehr für Deutschland machen" erörtert bestätigt mich das im vorherigen Absatz.

      Wir sollten aufpassen uns nicht schon wieder Rechtspopulisten zu ergeben. Ja, Politk ist nicht einfach oder "mal so nebenbei" zu verstehen. Wer einfache Antworten will gibt sich mit der AfD, dem FN, Geert Wilders u.ä. zufrieden.

      Ich denke, die Briten haben sich keinen Gefallen getan. Wenn man dann noch die Wahlergebnisse genauer betrachtet (Nord-Irland, Schottland) wird es das UK noch schlimmer treffen.

      Dennoch habe ich Hoffnung. Hoffnung darin, dass die Mehrheit der U50er gegen den Brexit gestimmt hat. Hoffnung darin, dass die Mehrheit der "gebildeten" Wähler gegen den Brexit gestimmt hat. Hoffnung darin, dass dies die Mehrheit der jungen Europäer auch so sehen.

      Eins noch zum Schluss:
      Ich wünsche mir, dass jeder verstanden hat warum Volksbefragungen schlecht sind. Sie öffnen Populisten die Tore mit falschen Aussagen (Stichwort "Die EU kostet uns £350m/Woche") zu gewinnen, wodurch der oben erwähnte Average Joe, der Jedermann, der sich nicht mit Komplexitäten von Politik beschäftigen will, beeinflussen lässt.
      Ferner wünsche ich mir dass Politik die wichtigen Schlüsse zieht. Erklärt Politik richtig. Erklärt die EU richtig. Seid ehrlich. Debattiert richtig und hört mit Populismus über Parteigrenzen hinweg auf.
      Nehmt der jungen Generation nicht das sichere und friedliche Europa.
    • Na. Was gibts zu sagen. Cameron ist auf der einen seite selbst schuld. Ist halt nicht gerade glaubwuerdig,wenn man jahrelang gegen die eu hetzt und dann aufeinmal auf pro eu tut. Zum anderen ist die EU selbst dafuer verantwortlich, es bei einigen buergern verkracht zu haben, mit teilweise richtig schwachsinnigen verordnungen und Aktionen.

      Trotzallem bin ich auch gegen solcher art Volksabstimmungen,weil einfach ein großteil wirklich kaum ahnung hat ueber die eu und co (man siehts ja hierzulande. Speziell zur Griechenland-krise wurde ja viel "lustiges" rausgehauen). Die auswirkungen sind den 52 % nicht bewusst,sind aber, wie hier schon geschrieben wurde, die, die in paar jahren am lautesten sind,wie scheisse jetzt doch alles ist, aber dabei vergessen,dass sie ja selbst dafuer abgestimmt haben.
      Volksabstimmungen darueber,in einem bezirk, ob da ein vom land/stadt gefordertes stadium,Museum oder andere bauprojekte gebaut werden sollen, geht in Ordnung (haet ich mir oefters mal im saarland gewünscht,wenn ich seh,wie oft da unglaublicher mist gebaut wurde und zum teil jetzt wieder geschlossen ist).
    • Mile High 81 schrieb:

      Kevin Faulk #33 schrieb:

      Mile High 81 schrieb:

      Kevin Faulk #33 schrieb:

      Ein Referendum zur EU Mitgliedschaft wenn Anti-Establishment gerade im Trend liegt, war wohl nicht gerade Camerons beste Idee.
      Cameron hatte dieses Referendum vor seiner Wiederwahl versprochen . Ohne dies wäre sein Sieg schon damals geringer ausgefallen. Und das wahlversorechen gehalten werden ist ja erstmal gut
      Eben, er hat seine eigene politische Karriere und Parteipolitik über das Wohl des Landes gestellt. Er hält ja den Brexit persönlich für eine mittlere Katastrophe.
      Das Referendums Versprechen gabs in der Annahme dass es maximal wieder für eine Koalition mit den Liberal Democrats reichen würde (unser Koalitonspartner ... unsere Hände sind gebunden) oder dass man es im Fall der Fälle dann locker gewinnt.

      Er hatte nicht mit der Anti-Establishment Welle und dem neu aufkommenden Nationalismus gerechnet. Zumindest nicht in dem Maße.
      dann müsste er konsequenter Weise zurücktreten .


      Cameron hat soeben seine Rücktritt angekündigt.
      Say not, 'I have found the truth,' but rather, 'I have found a truth.'

      (Khalil Gibrani)
    • Für alle die sagen die Briten kommen dabei gut weg, kann mir das mal jemand erklären? Ich bin jetzt nicht gerade das wirtschaftliche Ass aber was haben die Engländer denn noch? Banken? Da kann man davon aus gehen dass die sich schnell nen neuen Standort innerhalb der EU suchen. Industrie? Was da noch übrig ist gehört doch eh BMW oder VW.
      Ich will da jetzt gar nix bzgl Volksentscheid in Frage stellen oder ob die EU jetzt alles richtig macht oder nicht, aber was soll denn da positives dabei raus kommen?
    • Mal meinen Senf dazu.

      1. GB wird massive wirtschaftliche Probleme bekommen, wenn es kein Freihandelsabkommen o.ä. mit der EU (ala Schweiz oder Norwegen) geben wird.

      2. Wenn es hart kommt, zerfällt GB und Nordirland und Schottland spalten sich ab um in der EU zu bleiben

      3. Ohne GB wird es der EU leichter fallen Position gegen die USA zu beziehen, wenn es nötig wird.

      4. Man sollte nicht jede Entscheidung vom einfachen Volke treffen lassen, vor allem wenn es um globale Themen geht, wo der kleine Mann einfach nicht den Überblick hat. (siehe auch Aristoteles Politie - Demokratie)

      5. Ich glaube gehört zu haben, dass das Votum für das Parlament nicht bindend ist.
      Platzhalter
    • Derek Brown schrieb:

      Ich versuche, da das Positive zu sehen. Die Leute, die schon immer mit "dann sollen sie doch gehen" auf
      britische Vorschläge in der EU reagiert haben, kriegen jetzt, was sie wollten. Außerdem kriegen wir
      jetzt mal vorgeführt, was wirklich passiert, wenn ein Land austritt. Ich halte das zwar für falsch, aber
      es ist wichtig zu sehen, ob all die Argumente, die vorher für einen Verbleib oder für mehr Integration
      angeführt wurden, sich jetzt auch in der Realität bewähren.

      Das sehe ich sehr ähnlich. Wir werden jetzt erstmals zu sehen bekommen welche Konsequenzen diese Entscheidung für GB und die EU hat. Letztlich wird sich dadurch zeigen ob die EU ein zukunftfähiges Modell sein kann, sich in ein zukunftfähiges Modell transformieren lässt oder ob sie zum scheitern verurteilt ist. Da wird es sowohl für GB als auch die Gemeinschaft viele Fragen zu beantworten geben.

      Ausbeener schrieb:

      Für mich ist das vor allem mal ein Beispiel dafür, warum ich keine Volksabstimmungen möchte. Da sind momentane Themen sosehr im Focus, das man kein objektives Urteil fällt.

      Volksabstimmungen sind grundsätzlich ein Mittel welches in einer Demokratie genutzt werden sollte. Allerdings muss man bei den Themen über die man das Volk abstimmen lässt ggf. Einschränkungen machen. Gerade der Brexit ist eine sehr populistische Entscheidung. Eine Entscheidung dieses Umfanges ist viel zu komplex, um diese innerhalb einer Volksabstimmung zu treffen. Kann durchaus sein das sich die Briten in ein paar Jahren die Frage stellen: "Was haben wir nur getan?" Ich will damit nicht behaupten, dass die Politiker zwangsläufig die bessere Entscheidung treffen würden.

      Nun gut. Jetzt haben die Briten einen Entscheidung getroffen und damit werden sich viele neue Fragen ergeben und viele neue Entscheidungen anstehen. Eine davon, welche ich besonders spannend finde ist ob die Separatisten in Schottland nun einen weiteren Anlauf nehmen werden?
    • QuarterMaG schrieb:

      Kann ja auch nicht mehr lange dauern, bis die AfD aus den Löchern gekrochen kommt und ihre Polemik raushaut ...
      Lucke war schneller....


      B. Lucke schrieb:

      Ich fordere den Rücktritt von Jean-Claude Juncker und seiner EU-Kommission. Er trägt die Hauptverantwortung für den Austritt der Briten aus der EU. Denn er hat halsstarrig an einer funktionsunfähigen Währung festgehalten, er hat eine Transferunion in Europa aufgebaut, die die Briten nicht wollten, und er hat versucht, den europäischen Staaten eine falsche Flüchtlingspolitik aufzuzwingen mit der Zwangszuteilung von Flüchtlingen.

      Das alles hat dazu beigetragen, dass die Briten sich von der EU abgewandt haben. Damit hat Juncker die Europäische Union in ihre tiefste Krise geführt. Er sollte umgehend mit seiner gesamten Kommission zurücktreten und sich aus der Politik zurückziehen.
      In Deutschland wählte der Patriotismus die aggressive Form.
      Die Liebe zum Heimischen kleidete sich in den Haß gegen Fremdes.

      Walter Rathenau
      (1867 -1922)
    • Nein, ich denke (und hoffe) nicht, dass das das Ende von Europa bedeutet. Wahrscheinlicher ist es das Ende des Vereinigten Königreichs. Nordirland und Schottland sollen raus und die Engländer und Waliser ihr Ding machen lassen. Die werden dann schon sehen was sie davon haben.

      Klar wird zumindest kurzfristig auch unsere Wirtschaft darunter leiden. Immerhin haben wir gute Handelsbeziehungen auf die Insel. Aber auf lange Sicht, denke ich, dass die Briten angewiesener auf uns sind als umgekehrt. Die Britische Industrie ist ca. 25% weniger produktiv als die Deutsche oder Französische. Was F&E angeht sind sie eines der Schlusslichter der Industrienationen. Die oftzitierte Autoindustrie ist auch größtenteils in ausländischer Hand und über 80% der Autos werden exportiert. Was bleibt? Bier (SABMiller), Vodafone und Pharma. Und eben die Finanzindustrie in London. Diese große Abhängigkeit von der City ist mehr als gefährlich.

      Winston Churchill wird das Zitat zugeschrieben: "Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.". Irgendwie erscheint mir das hier passend...
    • [TheDude] schrieb:

      "Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.".
      Schönes Zitat.

      Zu deinem Kompletten Posting.: es wird schon in verschiedenen Medien angemerkt, das man die Verhandlungen mit GB sehr straff führen wird. Die Zeit der britischen Rosinenpickerei ist ( angeblich ) vorbei
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • Ausbeener schrieb:

      [TheDude] schrieb:

      "Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.".
      es wird schon in verschiedenen Medien angemerkt, das man die Verhandlungen mit GB sehr straff führen wird. Die Zeit der britischen Rosinenpickerei ist ( angeblich ) vorbei
      Auf diese Verhandlungen bin ich in mehrerlei Hinsicht gespannt.
      a) wird diese "harte Linie" wohl mächtig aufgeweicht werden von den jeweiligen Lobbyisten, die weniger ein Interesse an einem funktionierenden Europa haben, als daran ihr Zeug schnellstmöglich wieder einfach auf der Insel verkaufen zu können.
      b) es wird eine wahre Freude sein den UKIP-Spinnern dabei zuzugucken wie sie sich in Opfer verwandeln wenn die Verhandlungen nicht so richtig gut für GB laufen. Dann sind es wieder die rachsüchtigen Bürokraten, anstatt einzusehen das es bei Verhandlungen immer 2 Parteien gibt und GB sicher nicht der stärkere Verhandler ist.
      -------------
      Team Goff #FreePulisic
      I think you're always going to have tension in the Middle East when there's people who want to kill the Jews and Jews who don't want to be killed and neither side is willing to compromise.
    • Bitter ist vor allem auch die folgende Tabelle. Da haben die Rentner ihren Nachkommen ja einen tollen Dienst erwiesen bei einem Entscheid der vor allem langfristige Auswirkungen hat
      Dateien
      RAIDER NATION - the team’s roots might be in Oakland, but this is California’s NFL team.
    • [TheDude] schrieb:

      Wahrscheinlicher ist es das Ende des Vereinigten Königreichs. Nordirland und Schottland sollen raus und die Engländer und Waliser ihr Ding machen lassen. Die werden dann schon sehen was sie davon haben.
      Einen Austritt Schottlands halte ich für durchaus realistisch, der Brexit bringt da ganz neue Dimensionen ins Spiel die es bei der Volksabstimmung vor 2 Jahren nicht gab. Die Mehrheit der Bürger wollte ja im europäischen GB bleiben, was seit heute nicht mehr gegeben ist.
      Nordirland ist ein eigenes Thema. Die sind Innenpolitisch und gesellschaftlich immer noch sehr gespalten.
      Wie muss man sich das nun eigentlich vorstellen, wird es nun eine "richtige" Außengrenze zwischen Irland und Nordirland geben? Das klingt mehr als nur absurd..
    • Doylebeule schrieb:

      Auf diese Verhandlungen bin ich in mehrerlei Hinsicht gespannt.
      Ich auch. Man sollte natürlich bedenken, das wenn man den Briten den roten Teppich hinrollt ( aufgrund von Lobbies ) das man dann ruckzuck andere Austrittskandidaten auf der Matte hat
      „Das offizielle Bewerbungspapier für die WM, das Bid-Buch an die Fifa, umfasste 1212 Seiten. Ich kann Ihnen sagen: Ich habe keine einzige davon gelesen. Ich habe das nur getragen, das war schwer genug.“

      Franz Beckenbauer im „Sky“-Interview über die Bewerbung für die WM 2006. (dpa)
    • ayjay schrieb:

      [TheDude] schrieb:

      Wahrscheinlicher ist es das Ende des Vereinigten Königreichs. Nordirland und Schottland sollen raus und die Engländer und Waliser ihr Ding machen lassen. Die werden dann schon sehen was sie davon haben.
      Wie muss man sich das nun eigentlich vorstellen, wird es nun eine "richtige" Außengrenze zwischen Irland und Nordirland geben? Das klingt mehr als nur absurd..
      So wie bisher auch. Da ändert sich ja nix. GB hat ja sowieso nicht an Schengen teilgenommen.
    • Ausbeener schrieb:

      [TheDude] schrieb:

      "Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.".
      Schönes Zitat.
      Zu deinem Kompletten Posting.: es wird schon in verschiedenen Medien angemerkt, das man die Verhandlungen mit GB sehr straff führen wird. Die Zeit der britischen Rosinenpickerei ist ( angeblich ) vorbei
      mir ist auch schleierhaft, was die briten nun als leverage bringen wollen. sicher hat die EU weiterhin ein interesse am britischen absatzmarkt, aber das war's im wesentlichen auch schon - und die briten können schlecht damit drohen, alle handelsabkommen aufzukündigen. das pfund, mit dem die briten bisher wuchern konnten, war ja dass eine endgültige entscheidung pro ausstieg eben verhindert werden sollte, das ist nun weg. zumal wenn ich das richtig verstanden haben sollte, die verhandlungen auch nicht einfach scheitern können, nach dem motto "okay, wenn wir uns nicht einigen, dann bleibt halt alles so, wie es ist".

      geradezu triefend vor ironie wäre es ja zudem, wenn ausgerechnet die reaktionäre rechte gerade das politische gebilde "UK" zerschossen hätte und nordirland und schottland geradezu in die unabhängigkeit getrieben hätte. well done, kann ich da nur sagen, well done!
    • Nun ja ... wir kritisieren einen Volksentscheid in solchen Dimensionen, würden uns aber einen hämischen Ast abfreuen, wenn Volksentscheide in ähnlichen Dimensionen für Austritte Schottlands und Nordirlands sorgen würden?
      Ok, klingt irgendwie menschlich. 8)
      schaun mer mal
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