Aktuelle Bundespolitik

  • Buccaneer

    Machen wir das ganze doch einmal konkret. Dafür habe ich ja schon Beispiele genannt:

    Sind Dinge, die ich tue obwohl ich es nicht tun muss, Arbeitszeit? Schulfest, Schulkonzert, Theateraufführung, Sponsorenlauf (außerhalb der der Schulzeit), Berufsmesse, Exkursionen, …

    Das sind alles Dinge, die ich nicht machen müsste, die aber zu meinem Selbstverständnis als Lehrer gehören.

    Das muss der Gesetzgeber festlegen, was du davon dann als Arbeitszeit geltend machen kannst. Vllt MUSST du dann sogar daran teilnehmen, wenn deine wöchentliche Arbeitszeit noch nicht ausreichend war. Wenn wir auf der Immobilienmesse sind, "müssen" wir auch nicht am Abendprogramm teilnehmen. Macht man aber trotzdem, weil da viel wichtigere Gespräche geführt werden, als auf der Messe selbst.

    Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!

  • Sind Dinge, die ich tue obwohl ich es nicht tun muss, Arbeitszeit? Schulfest, Schulkonzert, Theateraufführung, Sponsorenlauf (außerhalb der der Schulzeit), Berufsmesse, Exkursionen, …

    Wenn dein Arbeitgeber dir Anwesenheitspflicht auferlegt ja (dann hast du evtl. auch Aufsichtspflicht), sonst nicht :madness .

    Das ist wie in (fast) jedem anderen Job auch so (Firmenfeier, Kundenevent, Teamausflug).

    Gruß trosty

  • Meine (natürlich ebenfalls weitgehend anekdotische) Evidenz

    Apropos anekdotische Evidenz: Vor Jahren war ich mal beruflich in der Situation, beinahe(!) tatsächlich belastbare Evidenz zu dem Thema zu gewinnen, in dem Fall im Hochschulbereich. Die Forschungsministerien haben allerdings sehr schnell sehr deutlich gemacht, dass offizielle Erkenntnisse über die tatsächlichen Arbeitszeiten von akademischem Personal auf gar keinen Fall gewünscht sind.

    Gruß Silversurger

  • Ok aber wo ist jetzt dein Standpunkt?

    Würdest du die Arbeitszeiterfassung einführen oder nicht?

    Nein, in entsprechenden Jobs (wie auch Lehre) ist das Quatsch.

    Aber ich schreibe da auch aus dem Elfenbeinturm. Ich kann mir durchaus vorstellen dass es sich einige Arbeitnehmende wünschen würden, da ist das Problem aber nicht das System sondern die Firmenphilosophie bzw. der Chef/Vorgesetzte.

    Gruß trosty

  • Der EuGH hat übrigens letztes Jahr schon entschieden das Vertrauensarbeitszeit nicht vor der Dokumentation schützt.

    Die Bundesregierung muss das noch in nationales Recht überführen. So ist zumindest mein Kenntnisstand

  • Wenn dein Arbeitgeber dir Anwesenheitspflicht auferlegt ja (dann hast du evtl. auch Aufsichtspflicht), sonst nicht :madness .

    Das ist wie in (fast) jedem anderen Job auch so (Firmenfeier, Kundenevent, Teamausflug).

    Ok, das kann man zumindest relativ klar definieren und messen.
    Das führt aber letztendlich zum nächsten Argument gegen die Arbeitszeiterfassung denn damit würden die meisten von mir aufgezählten abgewertet weil sie keine Arbeitszeit darstellen könnten.
    Darunter würde das Bildungswesen wieder massiv leiden.

    Firmenfeier ist in diesem Zusammenhang leider auch ein schiefer Vergleich, da man dort zu 95%(?) nicht seiner Arbeit nachgeht. Wenn meine Arbeit als Lehrer aber pädagogische Arbeit ist, dann ist es die Teilnahme an den von mir genannten Dingen schon.

    Das ist ja der Punkt auf den ich damit hinaus wollte: Es ist für Lehrkräfte nicht so einfach zu definieren, was letztendlich zu deren Job gehört und was nicht.

  • Nein, in entsprechenden Jobs (wie auch Lehre) ist das Quatsch.

    Aber ich schreibe da auch aus dem Elfenbeinturm. Ich kann mir durchaus vorstellen dass es sich einige Arbeitnehmende wünschen würden, da ist das Problem aber nicht das System sondern die Firmenphilosophie bzw. der Chef/Vorgesetzte.

    Ok. Dann sind wir uns da einig.

  • Erstmal vielen Dank für die Ausführung, das trägt bei mir sehr zum Verständnis bei. Meine (natürlich ebenfalls weitgehend anekdotische) Evidenz ist, dass viele Lehrkräfte in Teilzeit gehen und bleiben, um auf ein Pensum zu kommen, das in Jobs mit Zeiterfassung einer Vollzeitstelle entspräche. In dem Fall kommt erschwerend hinzu, dass zwar die Unterrichtsstunden an die gewählte Teilzeitquote angepasst werden, man aber bei weitem nicht äquivalent von Konferenzen, Klassenfahrten und sonstigen Veranstaltungen entlastet wird. Es gibt dazu zwar Anweisungen, dass dieses Missverhältnis durch anderweitige Entlastungen ausgeglichen werden "soll", aber die gibt es in der Regel nicht und es fordert sie auch niemand aktiv ein, weil man dabei ein schlechtes Gewissen hätte, die ebenfalls belasteten Kolleg*innen oder die SuS hängen zu lassen.

    Die Teilzeitproblematik ist ohne Zweifel gegeben und ich habe da auch Kolleg*innen, die genau das gleiche berichten.

    Vielleicht rede ich da in 5-10 Jahren auch ganz anders daher. Ich stehe ja noch relativ am Anfang meiner Karriere.

    Aktuell kann ich für mich sagen, dass ich eine Vollzeitstelle habe und mit allem drum und dran (also auch die Ferien die über den die Standard 30 Tage Urlaub liegen) irgendwas zwischen 35-40 Wochenstunden im Schnitt.
    Da sind mehrere Wochen mit 50+ Stunden drin. Da sind auch viele Verletzungen der Arbeitstage in Folge mit drin. Da sind aber eben auch Wochen drin, in denen ich mal was kürzer treten kann.

    Für mich fühlt sich das gerade eigentlich ziemlich fair an.

  • Der EuGH hat übrigens letztes Jahr schon entschieden das Vertrauensarbeitszeit nicht vor der Dokumentation schützt.

    Dokumentation ist aber nicht gleich dieser jetzt geforderten elektronischen Zeiterfassung.

    When I die and go to hell, hell will be a Brett Favre
    game, announced by the ESPN Sunday night crew,
    for all eternity. Paul Zimmerman

  • Der EuGH hat übrigens letztes Jahr schon entschieden das Vertrauensarbeitszeit nicht vor der Dokumentation schützt.

    Aber Dokumentation bedeutet ja nicht klassisch "stempeln".

    Weiteres Thema in vielen Berufen ist ja, dass flexible Arbeitszeiten durchaus sinnvoll und auch von Arbeitnehmenden gewünscht sind, aber leider nicht abbildbar bzw. erlaubt. Mit kleinen Kids bin ich gerne um 16Uhr zuhause, kann aber ab 20Uhr wenn sie im Bett sind noch bisschen remote arbeiten (und bin zwischendurch sogar am Handy erreichbar, was aber gar nicht sein müsste weil ich auch in nem Termin sein könnte). Wenn das Projekt mal ne 60-Stunden-Woche oder Wochenend-Einsatz erfordert, dann hab ich da kein Problem damit (wenn dafür auch gewisse Freiheiten bestehen wenn gerade nicht so viel los ist). Das bilden die Vorgaben leider aber nicht ab und das ist einfach fernab der Realität.

    Gruß trosty

  • Der EuGH hat übrigens letztes Jahr schon entschieden das Vertrauensarbeitszeit nicht vor der Dokumentation schützt.

    Die Bundesregierung muss das noch in nationales Recht überführen. So ist zumindest mein Kenntnisstand

    Aber eher zum Mitarbeiterschutz

    Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!

  • Aktuell kann ich für mich sagen, dass ich eine Vollzeitstelle habe und mit allem drum und dran (also auch die Ferien die über den die Standard 30 Tage Urlaub liegen) irgendwas zwischen 35-40 Wochenstunden im Schnitt.
    Da sind mehrere Wochen mit 50+ Stunden drin. Da sind auch viele Verletzungen der Arbeitstage in Folge mit drin. Da sind aber eben auch Wochen drin, in denen ich mal was kürzer treten kann.

    Für mich fühlt sich das gerade eigentlich ziemlich fair an.

    Bei mir ist es auch ähnlich wie bei dir und trosty. Aber man muss auch sagen, dass das nur solange funktioniert, wie es sich für beide Seiten fair anfühlt und auch möglich ist.

    Spätestens, wenn es vom Arbeitgeber zur Erwartungshaltung wird und man es dann nicht mehr schafft (aus welchen Gründen auch immer) wünscht man sich evenuell eine entsprechende gesetzliche Regelung.

    Zum Thema "Was ist Arbeitszeit und was ist": in akademischen berufen wird das auch nicht klar trennbar sein. Z.B. bei mir in der IT ist der Übergang auch teilweise fließend. Als ich noch keine Familie und Kinder hatte, habe ich privat auch ein paar Projekte gemacht. Und davon hatte einiges auch einen Teilbezug zur Arbeit (z.B. andere Anwendungsgebieten ausprobieren), weil mich das Thema einfach interessiert hat. Als Arbeitszeit würde ich das dennoch nicht bezeichnen, da ich dazu nicht "gezwungen" wurde und es aus eigener Befriedigung geschah.

    Nicht falsch verstehen: ich finde es schön, dass du zu solchen Veranstaltungen gehst und dir auch außerhalb der Schule Gedanken zu deinen Schülern machst, aber exklusiv für den Beruf würde ich das nicht annehmen.

  • Es gibt in IT, Ingenieur, Vertriebsberufen auch fließende Übergänge… da kommen auch Ideen in der Freizeit um ein programmierproblem zu lösen… oder ist das Abendessen mit deinen Geschäftspartnern/Kunden nun Arbeitszeit oder nicht? Wenn ich mit Kollegen was privates bespreche, Stempel ich dann kurz aus?

    Das ist, glaube ich, kein Lehrer exklusives Problem … Es ist halt neu für die Lehrer - aber gerade diese Fragen haben sich die anderen Berufsgruppen auch gestellt als es dort eingeführt wurde. Und inzwischen läuft es doch größtenteils- Grenzfälle / Sondersituationen gibt es und wird es immer geben…

    Alles Gelingen
    hat sein Geheimnis,
    alles Misslingen
    seine Gründe.

  • Ich finde es eigentlich ziemlich gut KEINE Vertrauensarbeitszeit zu haben.

    Habe ne 40-Stunden-Woche mit Arbeitszeiterfassung. Komme aber üblicherweise meistens so auf 42 Stunden und kann mir damit einige Urlaubstage im Jahr zusätzlich erwirtschaften.

    schaun mer mal

  • Zentrum für Politische Schönheit auf Instagram: "BREAKING: Das beste Sommerinterview, das die ARD je mit Faschisten geführt hat. Ausgerechnet in dem Land, in dem der politische Rechtsextremismus für die schlimmsten Katastrophen in der…
    4,271 likes, 336 comments - political_beauty am July 20, 2025: "BREAKING: Das beste Sommerinterview, das die ARD je mit Faschisten geführt hat. Ausgerechnet in…
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    Schöne Musik wenn nicht das gebrabbel wäre.

  • Ich finde es eigentlich ziemlich gut KEINE Vertrauensarbeitszeit zu haben.

    Habe ne 40-Stunden-Woche mit Arbeitszeiterfassung. Komme aber üblicherweise meistens so auf 42 Stunden und kann mir damit einige Urlaubstage im Jahr zusätzlich erwirtschaften.

    Das hättest du in der Vertrauensarbeitszeit aber auch.

    ... am Anfang war es nur ein Gedanke...

  • Also es hängt meiner Meinung nach ganz von der Branche ab. Meine Frau und ich hoffen für sie, die medizinischen Sektor tätig ist, auf die Arbeitszeiterfassung in ihrer Klinik, um so die Überstunden besser dokumentieren zu können, die dort als selbstverständlich hingenommen werden. Ebenso wie die Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen in ihrem Bereich, die eine deutliche Erleichterung wären. Für mich persönlich ist für mich die Vertrauensarbeit ebenfalls keine Alternative.

  • Es gibt in IT, Ingenieur, Vertriebsberufen auch fließende Übergänge… da kommen auch Ideen in der Freizeit um ein programmierproblem zu lösen… oder ist das Abendessen mit deinen Geschäftspartnern/Kunden nun Arbeitszeit oder nicht? Wenn ich mit Kollegen was privates bespreche, Stempel ich dann kurz aus?

    Das ist, glaube ich, kein Lehrer exklusives Problem … Es ist halt neu für die Lehrer - aber gerade diese Fragen haben sich die anderen Berufsgruppen auch gestellt als es dort eingeführt wurde. Und inzwischen läuft es doch größtenteils- Grenzfälle / Sondersituationen gibt es und wird es immer geben…

    Okay, es mag sein, dass ich den Punkt kritischer sehe als er letztendlich ablaufen würde und möglicherweise wäre das ein lösbares Problem.

    Das Problem, welches wahrscheinlich bleibt, ist ein erhöhter Aufwand zur Erfassung der Stunden und da wird das Geschrei so mancher meiner speziellen Kolleg*innen sicher genau so groß sein.

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    Letztendlich ist das für mich auch nur ein Problem aber wie auch schon gesagt nicht mein Hauptproblem mit der Arbeitszeiterfassung. Das liegt für mich nach wie vor in der drohenden Einschränkung der Flexibilität, was eigentlich einer der größten (und gleichzeitig unterschätzten) Benefits des Lehrerberufs ist.

  • Zu meiner Schande muss ich gestehen mir ein kurzes, maliziöses Grinsen nicht verkneifen zu können.

    CDU-Abgeordnete: Plagiatsvorwürfe gegen Saskia Ludwig erhoben
    Mehrere Wissenschaftler haben nicht belegte Textübernahmen in der Dissertation der CDU-Bundestagsabgeordneten festgestellt. Bei der zuständigen Universität…
    www.faz.net
    Zitat

    Zenthöfer verweist darauf, an der Aufarbeitung der Angelegenheit bestehe ein öffentliches Interesse. Frau Ludwig äußere sich selbst dezidiert zu Plagiatsvorwürfen. So schrieb sie auf X über die Potsdamer Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf: „Solange die Plagiatsvorwürfe gegen die Professorin aus Potsdam nicht restlos ausgeräumt sind, muß sie ihr Amt am Lehrstuhl für öffentliches Recht der Uni Potsdam ruhen lassen! Präsident Prof. Günther sollte sofort handeln.“

    Grundsätzlich gehen mir diese Plagiatsjäger aber einigermaßen auf den Wecker.

    Same old Dolphins (until they prove otherwise).

  • Bei Arbeiten an den philosophischen Fakultäten ist es recht einfach in so eine Abschreibfalle hinein zu geraten, beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Da man sich immer auf andere Quellen beziehen muss und dauernd am zitieren oder belegen ist.


    Da hat man es den Steam-Fächern einfacher.

    "Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt ... Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen." - Arthur Schopenhauer

  • Zusammenfassung des Textes:

    Der Streit zwischen Union und SPD über die Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin ist mehr als ein parteipolitisches Geplänkel – er betrifft grundlegende Fragen demokratischer Kultur und Verfahren. Die Forderung nach ihrem Rückzug wäre ein fauler Kompromiss, der Argumente ignoriert und politische Verantwortung verschleiert. Stattdessen sollte offen und fair diskutiert werden, was eine geeignete Verfassungsrichterin ausmacht, wie demokratische Prozesse funktionieren sollten und was „Gewissensentscheidungen“ tatsächlich bedeuten.

    Die Kandidatin zeigt in der öffentlichen Debatte Dialogfähigkeit, Sachlichkeit und Prinzipientreue – Eigenschaften, die das Gericht stärken würden. Jens Spahn und Teile der CDU-Fraktion hingegen verletzten durch ihr überraschendes Veto die demokratischen Spielregeln. Ihr Widerstand – angeblich wegen Brosius-Gersdorfs Haltung zur Abtreibung – lässt sich auch als taktisches Manöver im Schatten rechtspopulistischer Spaltungsstrategien deuten.

    Dabei sind religiöse und weltanschauliche Überzeugungen in einer pluralistischen Gesellschaft legitim, dürfen aber keine Ausschlüsse in demokratischen Entscheidungsprozessen rechtfertigen. Die Berufung auf das „Naturrecht“ als moralische Letztinstanz überzeugt philosophisch längst nicht mehr. Gewissen verlangt argumentativen Austausch, nicht dogmatische Abschottung.

    Kurz: Der Konflikt muss intellektuell sauber und auf Basis tragfähiger Argumente gelöst werden. Nur so kann die Demokratie gestärkt und ein beschädigtes Vertrauen in Verfahren und Institutionen wiederhergestellt werden. Jens Spahn hätte jetzt die Gelegenheit, Führungsstärke zu zeigen – durch Einsicht, nicht durch Rückzugsgefechte.


    von ChatGPT

    Same old Dolphins (until they prove otherwise).

  • Jens Spahn hätte jetzt die Gelegenheit, Führungsstärke zu zeigen – durch Einsicht, nicht durch Rückzugsgefechte.

    Öhm.... ja, Frau Christiansen wird den Konservativen hier zwar den Schaum vor den Mund treiben, aber lesenswert ist es trotzem (wenn auch stellenweise schon etwas plakativ):

  • Ich muss jetzt mal vorsichtig fragen: Wer ist denn Frau Christiansen?

    Inhaltlich finde ich das Stück aber zutreffend.

    Was die Union da derzeit aufführt ist wirklich schwer zu ertragen. Einerseits wird weiter konsequent der Schutzschirm für Jens Spahn aufgespannt:

    (S+) Jens Spahns Milliardenkäufe: Bundestagspräsidentin Klöckner kippt Masken-Sondersitzung
    Wegen der Maskengeschäfte in der Coronakrise wollen Grüne und Linke Sonderermittlerin Sudhof weiter befragen. Doch die schwarz-rote Koalition weiß das zu…
    www.spiegel.de
    Zitat

    Zweimal hatte Sudhof den Abgeordneten bisher Rede und Antwort gestanden...

    ...Danach glaubte die Union offenbar, genug gehört zu haben; wohl auch, weil Sudhof dem damaligen Gesundheitsminister und heutigen Unionsfraktionschef Jens Spahn massive Fehler bei den milliardenschweren Maskenkäufen zu Beginn der Coronazeit bescheinigt hatte.

    Ich frage mich wirklich warum. Was macht Jens Spahn so unverzichtbar für die Union? Wie kann es sein, das dieser Typ so unangreifbar scheint?

    Gleichzeitig wird weiter an der Normalisierung der AfD gearbeitet, sh. z.B. den Kommentar von Carsten Linnemann zum Sommerinterview mit Alice Weidel:

    Liveticker Bundespolitik: CDU und SPD uneins über Pläne zu Abtreibungen im Koalitionsvertrag | FAZ
    Wegge will Legalisierung und Kostenübernahme, Winkelmeier-Becker widerspricht +++ Regierungsflieger muss in Leipzig notlanden +++ Dobrindt fordert „Return…
    www.faz.net

    Meldung von Gestern 11:01

    Zitat

    Der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat kein Verständnis für die Störung des ARD-Sommerinterviews mit AfD-Chefin Alice Weidel durch lauten Protest gegen die Partei. „Wenn man die AfD stark machen will, soll man ruhig solche Interviews stören“, sagte Carsten Linnemann in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“.

    Hat es eigentlich die Grünen gestärkt, als sog. "Bauernproteste" einen Landesparteitag der Grünen verhindert haben? War das damals ein Problem, das die Union umtrieb? Als Habeck seinerzeit auf dieser Fähre von u.a. Personen aus dem rechtsextremen Milleu angegriffen werden sollte, hat da irgendeiner aus der Union die eigenen Anhänger aufgefordert diese Proteste zu unterlassen, weil man dadurch die Grünen stärkt?

    Zitat

    Man könne den Wähler nicht ignorieren und „kaputtschreien“, sondern müsse die AfD inhaltlich bekämpfen.

    Ja Carsten, diese Platte spielt ihr jetzt seit einem Jahrzehnt. Eure Version von "inhaltlich bekämpfen", funktioniert aber ganz offensichtlich nicht. Was auch nicht wirklich überrascht, schließlich sagt die Wissenschaft recht eindeutig, dass man Rechtspopulistische Parteien nicht durch das übernehmen von Rechtspopulistischen Forderungen marginalisieren kann.

    Last time I checked kennen die Umfragewerte und Wahlergebnisse der AfD seitdem Smithers und Burns bei der CDU das Sagen haben im wesentlichen nur eine Richtung: die Falsche. Was für eine Unverfrorenheit, das dieser Quatsch trotzdem einfach weiter behauptet wird!

    Außerdem verkennt Herr Linnemann, das sich der Protest vorliegend vor allen Dingen gegen den ÖRR richtet, der dadurch das er die AfD genauso behandelt wie die demokratischen Parteien im Bundestag die AfD normalisiert. Die ist aber nicht normal! So sieht der Fraktionsvorsitzende der AfD im Brandenburgischen Landtag den Protest als "Aufforderung zum Bürgerkrieg".

    Nach Weidel-Interview: AfD-Fraktionschef spricht von "Aufforderung zum Bürgerkrieg"
    Nach der Störaktion beim Interview mit Alice Weidel in der ARD üben viele AfD-Politiker Kritik. Der Brandenburger Fraktionschef Berndt eskaliert und spricht…
    www.t-online.de

    Überhaupt, das mit dem Bürgerkrieg:

    Zitat

    Auf einige Kommentare auf X geht Berndt ein und erwidert mit einer Zitatkachel des CDU-Mitglieds Andreas Rödder. Der hatte am Donnerstag im Gespräch mit "Euronews" gewarnt: "Ein Verbotsverfahren, das zum Wegfall sämtlicher Stimmen für die AfD und somit flächendeckend zu rot-rot-grünen Parlamentsmehrheiten führt, wäre aber der sichere Weg in den Bürgerkrieg."

    Wir müssen also befürchten, das die AfD Anhänger einen Bürgerkrieg vom Zaun brechen, wenn sie nicht bekommen was sie wollen, oder wie muss ich das verstehen?

    Was passiert denn, wenn sie bekommen was sie wollen? Droht dann letztlich nicht auch ein Bürgerkrieg, nur das die AfD dann die Mittel der Staatsgewalt auf ihrer Seite hätte, um diesen zu führen? Kann es ein stärkeres Argument dafür geben, das die AfD zu verbieten ist?

    Same old Dolphins (until they prove otherwise).

  • Ich frage mich wirklich warum. Was macht Jens Spahn so unverzichtbar für die Union? Wie kann es sein, das dieser Typ so unangreifbar scheint?

    Das hast du mit dem Post davor dir schon selbst beantwortet.

    "Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt ... Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen." - Arthur Schopenhauer

  • Natürlich versteckt die WELT das Interview schnellsten hinter der Paywall:

    (https://archive.ph/H8nQp#selection-3043.0-3053.373)

    "Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt ... Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen." - Arthur Schopenhauer