Kansas City Chiefs Preview 2018

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    • Kansas City Chiefs Preview 2018

      Rückblick:

      Nach langen Jahren der Tristesse begann die aktuelle, erfolgreiche Phase der Chiefs 2013 mit der Verpflichtung von President Mark Donovan, GM John Dorsey und HC Andy Reid. Inzwischen konnten die Chiefs fünf winning seasons in Folge erreichen: 2013 (11-5), 2014 (9-7), 2015 (11-5), 2016 (12-4) und –nach einem überraschenden Wechsel von Dorsey zu Brett Veach auf der Position des GM – trotz erheblicher Probleme auch im vergangenen Jahr:


      2017
      #1 @ New England 42-27
      #2 PHILADELPHIA27-20
      #3 @ LA Chargers 24-10
      #4 WASHINGTON 29-20
      #5 @ Houston 42-34
      #6 PITTSBURGH 13-19
      #7 @ Oakland 30-31
      #8 DENVER 29-19
      #9 @ Dallas 17-28
      #10 bye
      #11 @ NY Giants9-12 OT
      #12 BUFFALO 10-16
      #13 @ NY Jets 31-38
      #14OAKLAND 26-15
      #15 LA CHARGERS 30-13
      #16 MIAMI 29-13
      #17@ Denver 27-24

      WC TENNESSEE 21-22


      Anders als in 2016 erwischten die Chiefs einen grandiosen Saisonstart mit 5 Siegen, darunter einem sensationellen Auftakterfolg bei den Patriots. Trotzdem gab es schon am ersten Spieltag eine extrem schlechte Nachricht, als sich S Eric Berry nach einem seiner besten Spiele – Gronkowski war praktisch völlig abgemeldet – im vierten Quarter die Achilles-Sehne riss und die weitere Saison von der Seitenlinie aus betrachte musste. Dennoch lief es zunächst weiterhin sehr gut, u. a. mit einem Erfolg gegen den späteren SB-Champion. QB Alex Smith glänzte mit blendenden Statistiken.
      Wie schon in den Vorjahren brachte die Offense dann gegen Pittsburgh kein Bein auf den Boden, so dass man – wenn auch nur knapp – den Kürzeren zog. Zu diesem Zeitpunkt hätte man allerdings noch nicht erwartet, dass die Chiefs in der Folge bis einschließlich Woche 13 – unterbrochen durch einen Erfolg gegen Denver und die bye-Week – nahezu völlig von der Rolle waren. Besondere „lowlights“ waren die Last-Minute-Niederlage in Oakland in einem Spiel, das man trotzmäßiger Leistung „gefühlt beherrscht“ hatte und bei dem später keiner so richtig wußte, wie die Chiefs verlieren konnten, und die OT-Niederlage bei den unfassbar schwachen Giants. Mal lag es (Raiders, Cowboys, Jets) an der Defense, mal (Steelers, Giants,Bills) an der Offense – es war einfach der Wurm drin. Aber dank eines „Schlussspurts“ mit Siegen gegen Raiders, Chargers und Dolphins sowie bei den Broncos – mithin erneut einer hervorragenden Bilanz innerhalb der Division (5-1) – erzielte man schließlich doch mit mehr Schwankungen als gedacht eine insgesamt nicht überraschende 10-6-Bilanz, womit der Playoff-Einzug verbunden war.
      Im Wild Card Game gegen die Titans spielte sich dann eines der wohlbekannten Playoff-Dramen ab: Nach einem überragenden ersten und einem soliden zweiten Quarter führte man mit 21-3 und die Titans schienen locker beherrscht zu werden. Aber nach dem Ausfall von TE Travis Kelce bekam die Chiefs-Offense kein Bein mehr auf den Boden,so dass die Titans mit 19 „unanswered Points“ - davon 12 im letzten Quarter – das Spiel drehen und den Sieg mit nach Tennessee nehmen konnten.

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    • Offseason:

      Draft:
      Wie schon im Vorjahr wählten die Chiefs letztlich nur sechs Spieler in der Draft.Insbesondere fehlte es an einem Erstrundenpick, den man im Vorjahr verwendet hatte, um an #10 hochzutraden und QB Pat Mahomes von Texas Tech auszuwählen.

      # 46 (Runde 2): LB Breeland Speaks (Mississippi) – vielseitiger Spieler, der prinzipiell als DE, OLB oder ILB in Betracht kommt. Über seine Aussichten in der NFL gehen die Meinungen der Experten weit auseinander – immerhin hat sich Mike Mayock recht positiv geäußert.Bei den Chiefs ist er als OLB vorgesehen. Man sieht in ihm einen Typ wie Tamba Hali, was gewiss nicht schlecht wäre. Damit haben die Chiefs zum zweiten Mal in Folge (2017: Tanoh Kpassagnon) einen Zweitrundenpick in einen potentiellen Pass-Rusher investiert.
      #75 (3): DT Derrick Nnadi (Florida State) – interior defensive lineman, der als einer der besten Run-Defender im College galt – pass rush ist von ihm praktisch keiner zu erwarten. Bei den Chiefs ist er als NT eingeplant. Da die Chiefs in der D-Line viel rotieren,wird er schon früh Einsatzzeit bekommen.
      # 100 (3) LB Dorian O‘Daniel (Clemson) – als ILB gelistet, aber leichtgewichtig wie ein Safety. Er hat in den Special Teams eine besondere Stärke. Zudem ist er ein Highschool-Kumpel von CB Kendall Fuller.
      # 124 (4) S Armani Watts (Texas A&M) – seine Defizite sind die geringe Körpergröße und ein mäßiges Tackling, wobei sich naturgemäß höchstens letzteres ändern läßt. Gelobt werden seine„football instincts“ und sein Spiel gegen den Ball. Vom Typ her soll er Ron Parker ähneln.
      # 196 (6) CB Tremon Smith (Central Arkansas) – kommt von einer kleinen Uni, was den Sprung in die NFL besonders groß macht. Für einen CB eher großer Spieler mit Stärke in der Manndeckung.
      # 198 (6) OG Kahlil McKenzie (Tennessee) – war Defensive Lineman am College, ist aber bei den Chiefs als Guard eingeplant. Die nötige körperliche Statur hat er – ob er sich zeitnah die nötige Technik aneignen kann, bleibt abzuwarten.


      Kurzzusammenfassung: Die Draft war – angesichts der noch zu besprechenden Zusammenstellung der Offense und der Schwächen der Defense in der Vorsaison wenig verwunderlich – sehr verteidigungslastig. Alle sechs Picks haben es in den Kader geschafft, aber als Starter ist bislang keiner vorgesehen.

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    • Coaching Staff/Front Office
      Nach dem etwas überraschenden Wechsel auf der GM-Position von John Dorsey zu Brett Veach im Vorjahr gab es dieses Mal auf den Schlüsselpositionen im Front Office keine Veränderungen.
      Ass. HC Brad Childress verabschiedete sich in den wohlverdienten Ruhestand. OC/QB Matt Nagy wurde neuer Headcoach der Bears und hinterläßt bei den Chiefs eine große Lücke, aber Andy Reid ist es gewohnt, dass seine Assistenten andernorts zu Headcoaches ernannt werden. Schließlich trennten sich die Chiefs von ihrem langjährigen LB-Coach Gary Gibbs, der nun als defensive analyst für Oklahoma State tätig ist.
      Diese Abgänge wurden durchweg mittels interner Beförderungen neu besetzt:
      Die Rolle als Ass. HC übernimmt ST-Coordinator Dave Toub, der zusätzlich in seiner bisherigen Rolle verbleibt.
      Die Jobs von Nagy wurden aufgeteilt: Neuer QB-Coach ist Mike Kafka.Zum OC wurde der bisherige RB-Coach Eric Bieniemy befördert. Seine bisherige Rolle übernimmt Deland McCullough.
      Auch der Job von Gibbs wurde aufgeteilt: Neuer ILB-Coach ist Mark Deleone, neuer OLB-Coach Mike Smith.
      Jedenfalls bei Fans und Presse geriet in der letzten Saison DC Bob Sutton schwer unter Beschuss, nachdem die Defense insgesamt die Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte. Da sieht man einmal wieder,wie lange die Begeisterung über vergangene Erfolge anhält: Selbst unter Einbeziehung der schwachen 2017er-Saison sind die Chiefs-Verteidigungen in der Amtszeit von Sutton immer noch im Schnitt unter den besten 20-25 % der NFL, und nach den vorangegangenen Jahren galt er jeweils aufgrund der Erfolge als Kandidat für den einen oder anderen vakanten HC-Posten. Wenig überraschend hat man bei den Chiefs nicht die Nerven verloren und Sutton behalten.
      ST-Coordinator Dave Toub ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und galt in der Offseason als HC-Kandidat. Da kann man aus Chiefs-Sicht nur froh sein, dass der mutmaßlich beste ST-Coach der NFL weiterhin in Missouri seinen Dienst verrichtet.
      Hinsichtlich der beförderten Nachwuchskräfte muss man natürlich erst einmal abwarten, aber angesichts der zahllosen erfolgreichen Assistenten, die Andy Reid bislang hervorgebracht hat, muss man sich als Chiefs-Fan wohl keine großen Sorgen machen – zumal der Headcoach selbst gerade auf die Offense mehr als ein Auge hat.


      Die wichtigsten Personen (Neubesetzungen fett):

      FrontOffice:
      Chairman/CEO Clark Hunt
      President Mark Donovan
      GM Brett Veach

      Coaching Staff:
      HC Andy Reid
      OC Eric Bieniemy
      QB Mike Kafka
      RB Deland McCullough
      TE Tom Melvin
      WR Greg Lewis
      OL Andy Heck
      DC Bob Sutton
      DL BrittReid
      ILB Mark Deleone
      OLB Mike Smith
      DB Emmitt Thomas
      DB Al Harris
      ST/Ass.HC Dave Toub

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    • Spieler (wichtige Verträge, Trades und Entlassungen)
      Neuverpflichtungen
      WR Sammy Watkins (48 Mio./3 Jahre,Bills/Rams)
      LB Anthony Hitchens (45 Mio./ 5 Jahre, Cowboys)
      QB Chad Henne (6,7 Mio./2 Jahre, Jaguars)
      DT Xavier Williams (5,05 Mio./2 Jahre, Cardinals)
      RB Damien Williams (1,2 Mio./1 Jahr, Dolphins)
      TE Alex Ellis
      CB Orlando Scandrick (1,4 Mio./1 Jahr, Redskins)
      OG Ike Boettger (Bills)
      C Austin Reiter (Browns)


      Rookie Free Agents (undraftet)
      RB Darrel Williams
      LB Ben Niemann

      Trades
      CB Kendall Fuller (von Redskins) + Drittrundenpick gegen QB Alex Smith
      Viert- (2018) und Zweitrundenpick (2019) gegen CB Marcus Peters + Sechstrundenpick (2018) (Rams)
      CB Charvarius Ward (von Cowboys) gegen OG Parker Ehinger
      S Jordan Lucas (Dolphins) gegen Draftpick


      Vertragsverlängerungen
      RB/WR/KR De‘Anthony Thomas (880.000 $/1J)
      LB Terrance Smith
      P Dustin Colquitt (7,5 Mio./3 Jahre)
      FB Anthony Sherman (6,3 Mio./3 Jahre)
      OL Jordan Devey (880.000/1 J)

      Entlassung/keine Vertragsverlängerung
      WR Albert Wilson (Dolphins)
      NT Bennie Logan (Titans)
      LB Ramik Wilson (Rams)
      OL Zach Fulton (Texans)
      CB Kenneth Acker (Jaguars)
      CB Phillip Gaines (Bills)
      CB Terrance Mitchell (Browns)
      CB Darelle Revis (Karriereende)
      OLB Tamba Hali (wohl Karriereende)
      ILB Derrick Johnson (Raiders)
      LB Dadi Nicolas (Redskins)
      RB Akeem Hunt (vertragslos)
      RB Charcandrick West (Jets)
      WR Jehu Chesson (Redskins practice Squad)
      ILB Ukeme Eligwe (Giants practice Squad)
      OLB Frank Zombo (vertragslos)
      OL Bryan Witzman (vertragslos)


      S Ron Parker wurde entlassen, von den Falcons verpflichtet, dort entlassen und wieder von den Chiefs verpflichtet.

      Zu Beginn der Offseason waren die Chiefs eines der Teams mit den größten Salary-Cap-Problemen. Erhebliche Einsparungen ergaben sich durch den Trade von Alex Smith und die Entlassungen/Nichtverlängerungen von Albert Wilson, Tamba Hali und Ron Parker, wobei letztgenannter kürzlich zu einem deutlich niedrigeren Gehalt (0,9 Mio.) wieder verpflichtet werden konnte.
      Man hat trotz der Salary-Cap-Probleme viel Geld in Spieler wie WR Watkins und ILB Hitchens investriert. Insbesondere Watkins muss viel liefern, um sein Gehalt zu rechtfertigen.

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    • Kader (voraussichtliche Starter in Fettdruck)

      Offense

      QB (#15 Pat Mahomes,#4 Chad Henne)
      „Game Manager“ Alex Smith ist in KC Geschichte, obwohl er im Vorjahr seine zumindest statistisch mit Abstand beste Saison spielte.Viele hatten erwartet, dass er noch sein letztes Vertragsjahr bei den Chiefs ausspielen würde, um seinem designierten Nachfolger Pat(rick) Mahomes noch etwas Zeit zum Lernen zu geben. Aber offenbar war den Verantwortlichen eine Mischung aus der finanziellen Ersparnis, dem Trade Value von Smith und der Entwicklung von Mahomes Anlass genug,schon im März den Wechsel vorzunehmen.
      Mahomes geht als Starter in die 2018er Saison und soll eine neue Ära der Chiefs begründen. Dass er der große Hoffnungsträger sein soll,wurde schon in der 2017er Draft klar, als die Chiefs u. a. zwei Erstrundenpicks investierten, um ihn an #10 picken zu können. Zuvor hatte er bei den Texas Tech Red Raiders beeindruckende Statistiken erzielt und den Sammy Baugh Award für den besten College Passer gewonnen. Allerdings war er aufgrund seines riskanten Spielstil strotz dieser beeindruckenden Zahlen nicht unumstritten.
      Aufgrund seines spektakulären Wurfarms und seines großen Potentials wird er gerne mit Brett Favre verglichen. Allerdings sollte man bedenken, dass es außer Favre noch eine ganze Reihe von Spielern des gleichen Typs gab, von denen die anderen mehr oder weniger kläglich gescheitert sind. Vor diesem Hintergrund stehen hinter Mahomes derzeit noch viele Fragezeichen, die er jedenfalls durch seine Leistungen in der Preseason noch nicht zu beseitigen vermochte. Für ihn spricht neben seinem Talent der Umstand, dass Andy Reid ein gutes Händchen für QBs und zudem in grauer Vorzeit selbst einen gewissen Brett Favre bei den Packers trainiert hat.
      Als Backup fungiert der von Jacksonville verpflichtete Chad Henne, ein 2008er Zweitrundenpick der Miami Dolphins. Seine Leistungen bei Dolphins und Jaguars waren wechselhaft. Für einen Backup erscheint er gleichwohl solide.
      Auffällig ist, dass Andy Reid erstmals in seiner Karriere mit lediglich zwei QBs in die Saison zu gehen scheint. Der als #3 erwartete Matt McGloin wurde gecuttet, nachdem der ungedraftete Rookie Chase Litton (Marshall) den Weg durch die Waivers auf die Practice Squad geschafft hatte.
      Insgesamt dominiert damit auf dieser wichtigsten Position im American Football bei den Chiefs das Prinzip Hoffnung – wenn auch keine völlig unberechtigte. Die Spannbreite der möglichen Leistungen der Protagonisten ist breit. Es wird in jedem Fall spektakulärer als in den Vorjahren. Mehr INTs dürften garantiert sein. Es bleibt abzuwarten, ob Mahomes das durch mehr TD-Pässe wettmachen kann.


      RB (#27 Kareem Hunt, #32Spencer Ware, #26 Damien Williams, #31 Derrel Williams)FB #42 Anthony Sherman)
      Nach einem Kreuzbandriss des designierten Starters Spencer Ware in der Preseason 2017 stand Rookie-RB Kareem Hunt im Vorjahr von Anfang an im Focus. Obwohl er seine NFL-Karriere (völlig atypisch für ihn) mit einem Fumble begann, vermochte er von Beginn an als Ballträger und -fänger zu überzeugen. Auch wenn die Leistungen – für einen Rookie durchaus normal - gegen Saisonende etwas nachließen, hat er insgesamt überzeugt. Nun bleibt abzuwarten, ob er diese Leistungen –im Idealfall mit höherer Konstanz – wiederholen kann.
      Spencer Ware ist nun wieder gesund und die Nummer 2. Bei ihm bleibt abzuwarten, ob er nach einer tollen 2015er Saison (5,6 yards/Lauf),einer mäßigen 2016er Saison (4,3 yards/Lauf) und seinem verletzungsbedingten Ausfall im Vorjahr seine Karriere wiederbeleben kann. Damien Williams war als ungedrafteter Spieler in den letzten vier Jahren bei den Dolphins aktiv und im Vorjahr sogar viermal der Starter, ohne beeindruckende Zahlen hinzulegen – die 3,9 yards/Lauf aus dem Vorjahr waren seine Bestmarke. Sein Namensvetter Derrel ist ein ungedrafteter Rookie von LSU.

      Daneben sind die Chiefs eines der wenigen Teams, das sich einen hauptamtlichen Fullback leistet. Mit Anthony Sherman hat man vielleicht den besten Vorblocker der Liga am Werk, wobei er auch ein solider Passempfänger (und Special Teamer) ist.

      Fazit: Wenn Hunt, Ware und Sherman an ihre bisherigen Leistungen anknüpfen können, dürften die Chiefs überdurchschnittlich besetzt sein.


      WR (#10 Tyreek Hill, #14 Sammy Watkins#17 Chris Conley, #11 Demarcus Robinson #13 De'Anthony Thomas, #19 Markus Kemp) – TE (#87 Travis Kelce, #82 Alex Ellis [realistisch: #84 Demetrius Harris,suspended reserve])

      Nachdem Jeremy Maclin vor der 2017er Saison entlassen wurde,war Tyreek Hill bereits im Vorjahr der #1-Receiver der Chiefs. Er hat zwar noch Potential beim Lauf der Passrouten, ist aber möglicherweise der schnellste Spieler der NFL und ein „homerun threat“, der aus jeder Berührung des Balles einen TD machen kann. Von ihm ist auch in dieser Saison wieder viel zu erwarten.
      Cris Conley hatte sich im Vorjahr zur klaren #2 entwickelt, erlitt dann aber gegen die Texans einen Achillessehnenriss und fiel für die restliche Saison aus. Nun ist er war wieder mit an Bord, aber wohl eher als #3, da die Chiefs viel Geld in Sammy Watkins als weitere Anspielstation investiert haben.
      Watkins war 2014 der 4th overall Pick der Bills. Nach einer guten Rookie-Saison lief es im zweiten Jahr sogar sportlich noch etwas besser, aber er beförderte sich mit unangemessenen Äußerungen ins Abseits. Nachdem er 2016 infolge einer Fußverletzung längere Zeit ausfiel, entschlossen sich die Bills, nicht länger auf ihn zu setzen. Sie tradeten ihn zu den Rams, bei denen er im Vorjahr zwar 15 Spiele (14 Starts) absolvierte, aber mit 593 yards in 39 Catches nicht gerade neue Rekorde aufstellte. Die Chiefs müssen in ihm deutlich mehr Potential sehen, denn 48 Mio. für 3 Jahre sind rational sonst kaum zu erklären. Man darf gespannt sein.
      Neben dem soliden Demarcus Robinson haben auch etwas überraschend De‘Anthony Thomas und Markus Kemp den Sprung in den Kader geschafft. Thomas ist flexibel einsetzbar und hat seine Stärken in den Special Teams. Kemp war als ungedrafteter Rookie im Vorjahr überwiegend in der Practice Squad, hat aber nun renommiertere Kontrahenten ausgestochen.


      Auf TE sind die Chiefs nach wie vor exzellent besetzt. Travis Kelce ist einer der besten TEs der Liga, ein riesiges Matchup-Problem für jeden Gegner und obendrein ein bärenstarker Blocker. Wie wichtig er ist, wurde gerade nach seinem Ausfall im Playoffspiel gegen die Titans deutlich, als plötzlich nichts mehr lief.
      Sein eigentlicher Backup ist Demetrius Harris, der im ersten Spiel wegen Besitzes von Marihuana (Frühjahr 2017) gesperrt ist. Da die Chiefs häufig mit 2 TEs auflaufen, wird Harris erhebliche Einsatzzeiten bekommen. Der ehemalige Basketballspieler hat erhebliches Potential, zeigt aber bislang zu wenig Konstanz. Beispielsweise vermag er sich bei Passspielzügen oft gut freizulaufen, läßt aber immer wieder einfachste Pässe fallen.
      Für das erste Spiel fungiert Alex Ellis als Backup. Er stand 2016/17 bei Titans, Jaguars und Saints unter Vertrag, allerdings nur auf der Practice Squad.


      Fazit: Wenn Watkins die Erwartungen erfüllt, verfügt Mahomes über ein Receiving Corps, das den gegnerischen DCs einige schlaflose Nächte bereiten sollte.

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    • OL (#72 LT Eric Fisher, #77 LG Andrew Wylie, C #61 CMitch Morse, #76 RG Laurent Duvernay-Tardif, #71 RT MitchellSchwartz, #85 Cam Erving, #65 Jordan Devey, #66 Kahlil McKenzie (R), OGIke Boettger, #62 CAustin Reiter


      Im Vorjahr zeigte die OL leicht wechselhafte, aber insgesamt etwas überdurchschnittliche Leistungen. In der Startformation gibt es lediglich eine Veränderung auf der 2017 ohnehin am schwächsen besetzten Position (LG), so dass von einer weitgehend eingespielten Einheit im Prinzip zumindest solide Leistungen zu erwarten wären. Allerdings haben die Chiefs mit Zach Fulton ihren „Universal-Backup“verloren, der angesichts diverser Verletzungen faktisch Starter war und nun in Houston auch Starter-Money bekommt. Daher ist die Tiefe hinter den Startern fraglich.
      LT Eric Fisher hat die Erwartungen,die man in ihn als #1-overall-Pick gesetzt hatte, nie erfüllt, ist aber ein mindestens ordentlicher LT, der seine Stärken tendenziell im Passblock hat, aber immer mal wieder gegen einzelne Gegenspieler nicht gut aussieht und relativ strafenanfällig ist.
      Ihm gegenüber bringt RT Mitchell Schwarz im Pass- und Laufspiel jeweils überdurchschnittliche Leistungen und ist gesetzt.
      Gleiches gilt für RG Laurent Duvernay-Tardif, der zwar (für einen Spieler seiner Position) nicht die ganz große physische Stärke mitbringt, das aber durch exzellente Technik wettmacht. Nachdem er „ganz nebenbei“ seine Ausbildung zum Arzt abgeschlossen hat, kann er sich voll und ganz auf Football konzentrieren.
      Die Entwicklung des immer noch recht jungen C Mitch Morse ist etwas ins Stocken geraten, zumal er relativ verletzungsanfällig ist, aber wenn er fit ist, steht auch sein Job als Starter außer Frage.
      Überraschend hat sich der Kampf um den einzig offenen Starter-Posten auf LG entwickelt: Ursprünglich ging man davon aus, dass der letztjährige Starter Bryan Witzmann sich mit Parker Ehinger duellieren würde, der 2016 als Rookie einen tollen Beginn hatte, aber dann verletzungsbedingt ausfiel und im Vorjahr noch nicht wieder der Alte war. Dann kam auch Cameron Erving – ehemaliger Erstrundenpick der Browns – mit in die Verlosung. Und gewonnen hat (nach derzeitigem Stand) … der weitgehend unbekannte Andrew Wylie,der in der zweiten Hälfte der Vorsaison auf der Practice Squad auftauchte und im Training zu überzeugen vermochte.
      Ehinger hätte wohl nicht einmal das Roster geschafft, wurde kurz vor Saisonbeginn nach Dallas getradet, hat sich dort verletzt und ist auf IR. Überraschend wurde auch Bryan Witzmann gecuttet.
      Dagegen hat man mit Cameron Erving – ebenfalls wenige Tage vor Saisonbeginn – sogar zu deutlich verbesserten Konditionen um zwei Jahre verlängert. Erving hat zwar in seiner Karriere bislang weder bei den Browns noch bei den Chiefs Bäume ausgerissen, ist aber extrem flexibel einsetzbar – er hat schon alle (!) OL-Positionen gespielt – und soll die Rolle des Top-Backups übernehmen, wohl hauptsächlich als „Swing Tackle“. Wenn man ihm so viel Geld bezahlt, scheint man bei den Chiefs mit ihm zufrieden zu sein, obwohl er formell wohl kein Starter ist. Das läßt m. E. mittelbare Rückschlüsse darauf zu, dass Wylie die Coaches offenbar sehr überzeugt hat und keine Notlösung ist.
      Jordan Devey ist ein Wackel- und Cutkandidat, wenn ein Rosterspot (z. B. bei Rückkehr von TE Harris) benötigt wird. Kahlil McKenzie hat es als Rookie zunächst einmal ins Roster geschafft und fällt unter „Project“ - er muss als bisheriger DLer vermutlich erst einmal umlernen. OG Ike Boettger und C Austin Reiter wurden von ihren bisherigen Teams gewaived und von den Chiefs gerade erst verpflichtet. Die Entlassung von Boettger hatte bei den Bills einige überrascht, weil er gute Leistungen gezeigt hatte. Reiter hatte 2012-2014 36 Starts bei South Florida, kam aber in der NFL (auch verletzungsbedingt) bislang nur auf einen Start. In diesem einen Start zeigte er eine beeindruckende Leistung – bis noch im gleichen Spiel das Kreuzband riss.

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    • Defense
      Die Chiefs spielen als Base Defense eine 3-4-Verteidigung.

      D-Line (# 95 Chris Jones, # 98 Xavier Williams, # 97 Allen Bailey, # 94 Jarvis Jenkins, # 91Derrick Nnadi, # 74Justin Hamilton
      DE Chris Jones ist nach einhelliger Ansicht ein „rising star“, der in seine dritte Saison geht.
      Ihm gegenüber startet weiter DE Allen Bailey, der zwar wohl kein Star mehr wird, aber ein leicht überdurchschnittlicher, wenngleich sehr unauffälliger und daher oft unterschätzter Spieler ist.
      Auf der NT-Position hat man nun nach Dontari Poe (bis 2016) und Bennie Logan (2017) mit Xavier William den dritten Spieler in drei Jahren, der die kurzfristige Lösung darstellen soll, um insbesondere die Schwächen der Chiefs gegen den Lauf zu verringern. Williams kommt von den Cardinals, wurde aber in Kansas City geboren und könnte leicht der local hero werden.
      Die mittel- und langfristige Lösung könnte sein Backup, der bereits erwähnte Rookie Derrick Nnadi werden. Jarvis Jenkins war schon im Vorjahr in der Rotation, wohin gegen Justin Hamilton – ein Spieler, der seit 2015 in diversen Teams – zuletzt bei den Eagles – meist auf der Practice Squad beheimatet war –, überraschend den Sprung in den Kader geschafft hat.

      Fazit: Die D-Line sollte leicht überdurchschnittliche Leistungen bringen.


      OLB (# 50 Justin Houston, #5 Dee Ford, #92 Tanoh Kpassagnon, #57 Breeland Speaks (R)
      ILB (# 90 Reggie Ragland, # 53Anthony Hitchens,#56 Ben Nieman, #44 Dorian O‘Daniel (R), #48 Terrance Smith)
      Einige Umwälzungen gab es – wie nicht anders zu erwarten – bei den LB. OLB Tamba Hali wurde, nachdem er in den letzten Jahren verletzungsbedingt entweder nicht einsatzfähig oder nicht in gewohnter Form war, schließlich entlassen. Derzeit sieht es auch nicht so aus, als würde er andersorts noch einmal zum Einsatz kommen, womit er – am Ende nicht ganz freiwillig – seine gesamte Karriere bei den Chiefs verbracht hätte. Ein ähnliches Schicksal traf ILB Derrick Johnson, der aber bei den Raiders angeheuert hat, so dass ihn die Chiefs-Fans wohl doch noch einmal zu sehen bekommen, wenn auch auf der „falschen“ Seite.
      Auf OLB ist Justin Houston – wenn gesund – eine Bank und einer der produktivsten OLB in der NFL. Er ist ein exzellenter Pass-Rusher,hat große Spielübersicht, hält seine Position, erkennt Screens häufig im Ansatz und fungiert notfalls auch als halber DB. Im Vorjahr war man als Außenstehender lediglich verwundert, dass er so selten auf Jagd nach dem gegnerischen QB geschickt wurde (trotzdem immerhin 9,5 Sacks), was bei laienhafter Betrachtung seine Hauptaufgabe sein sollte. Es bleibt abzuwarten, mit welchen Aufgaben Bob Sutton seinen Top-Star in der kommenden Saison betraut.
      Ihm gegenüber hat OLB Dee Ford seinen Job behalten, obwohl man mit seiner Entwicklung weiterhin nicht zufrieden sein kann. Er ist relativ leicht und hat seine Stärken, wenn er bei Laufspielzügen auf die andere Seite den RB von hinten erwischt oder er gelegentlich Druck auf den gegnerischen QB ausüben kann. Letzteres gelingt aber –gerade unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die gegnerische OL sich auf Houston konzentriert – nur viel zu selten. Zudem hat Ford aufgrund seiner beschränkten Physis seine Schwächen, wenn Laufspielzüge über seine Seite durchgeführt werden. Die Hoffnung der Chiefs dürfte darin liegen, dass er nun in seinem „Contract year“ zeigen muss, ob er mehr kann als bisher gezeigt.
      Zwei weitere Hoffnungsträger sind der letztjährige Zweirundenpick Tanoh Kpassagnon, der in seiner Rookie-Saison noch keine Bäume ausreißen konnte, und der diesjährige Zweitrundenpick Breeland Speaks. Diesbezüglich bleibt abzuwarten, ob einem von ihnen der Durchbruch gelingt. Immerhin haben die Chiefs Frank Zombo gecuttet,der in den letzten Jahren ein zuverlässiger, wenngleich unspektakulärer Backup war.
      Auf ILB sollte die letztlich unvermeidliche Verjüngungskur abgeschlossen sein. Mit Reggie Ragland hat man m. E. kurz vor der letzten Saison ein echtes Schnäppchen gemacht, als man ihn günstig von den Bills ertraden konnte. Der ehemalige Zweitrundenpick aus Alabama – bekannt für sehr gute Arbeitseinstellung und harte Hits - hatte jedenfalls eine gute erste Saison bei den Chiefs und ist als Starter gesetzt. Gleiches gilt für Neuzugang Anthony Hitchens (bislang Cowboys), der gerade seinen Rookie-Vertrag hinter sich hat.Im Idealfall sind die Chiefs damit auf Jahre hinaus gut besetzt. Dahinter hat man mit Terrance Smith, der sich 2016 als ungedrafteter Rookie einen Platz im Team erkämpft hatte, einen Backup behalten. Neu hinzugekommen ist überraschend der diesjährige Rookie-Free-Agent Ben Niemann, für den nach seinen Leistungen in der Preseason einige Teams Trade-Interesse bekundet hatten, den die Chiefs aber lieber behalten wollten. Auch Rookie Dorian O‘Daniel hat den Sprung in den Kader geschafft.
      Fazit: Auch von den LBs sind – zumindest von dreien – überdurchschnittliche bis sehr gute Leistungen zu erwarten. Wenn zumindest einer der drei Kandidaten (Ford, Kpassagnon oder Speaks) gegenüber von Houston den Durchbruch schafft, könnte das leicht eine Top-Unit werden.

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    • DB (# 23 CB Kendall Fuller, # 20 CB Steve Nelson, #22 CB Orlando Scandrick, #39 CB Tremon Smith (R), # 35 CB Charvarius Ward, # 20 SS Eric Berry, # 38 Ron Parker, #21 Eric Murray, # 25 Armani Watts (R), #24 Jordan Lucas, [IR: Daniel Sorenson])
      Auch wenn man es aufgrund der Abgänge bei den LB kaum glauben mag,liegen die größten Umwälzungen im Defensive Backfield. Schwer wiegt der Verlust des – rein sportlich betrachtet – exzellenten CB Marcus Peters, der zwar einen risikoreichen Spielstil hat und im Vorjahr – beispielsweise im Rahmen diverser PI-Strafen - durchaus nicht immer sattelfest ausgesehen hat, der aber gleichwohl zu den besten jungen CBs der Liga mit echten Shutdown-Qualitäten zählt. Entscheidend dürften wohl weniger sportliche Gründe, sondern eher sein schwieriger Charakter gewesen sein, zumal er im Vorjahr sogar für ein Spiel intern gesperrt wurden, nachdem er sich nicht nur mit den Schiedsrichtern, sondern Gerüchten zufolge auch mit den Coaches angelegt hatte.
      Kein einziger CB aus dem Anfangskader des Vorjahres – Steve Nelson war verletzt – ist noch im Aufgebot.
      Größter Hoffnungsträger ist der junge Kendall Fuller, der als einer der besten Slot-CBs der Liga gilt, noch sehr jung ist und Potential hat. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass er bei den Redskins letztlich nur die #3 war und nun bei den Chiefs Marcus Peters als #1 ersetzen soll.
      Dahinter ist Steve Nelson nach überstandener Verletzung wieder die #2. Ihn würde ich als noch solide einstufen.
      Dritter im Bunde sollte eigentlich der von den Raiders verpflichtete Davis Amerson sein, aber nach schwachen Leistungen in der Vorbereitung hat man bereits die Reißleine gezogen.
      Orlando Scandrick ist erfahren und hat praktisch seine Profikarriere seit 2008 bei den Cowboys zugebracht. Dort bekam er keinen neuen Vertrag und wurde im August von den Redskins entlassen, was schon verdeutlicht, dass von ihm keine Wunder zu erwarten sind. Trotzdem könnte er der geschwächten Passverteidigung wenigstens ein Minimuman an Stabilität und Tiefe verleihen. Smith ist ein Rookie und Ward ebenfalls wenig bekannt. Insgesamt stellen die CBs für die Chiefs eine große Baustelle dar.
      Bei den Safeties sieht es nur geringfügig weniger chaotisch aus:
      Eric Berry ist zwar ein herausragend starker Safety, aber nur, wenn er gesund auf dem Platz steht. Das war in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen nur sehr beschränkt der Fall – und auch jetzt ist er zu Saisonbeginn zumindest angeschlagen und sein Einsatz im ersten Spiel mehr als fraglich (doubtful).
      Daniel Sorenson zeigte im Vorjahr ordentliche Leistungen, weswegen man sich (wohl auch aus Kostengründen) von FS Ron Parker trennte. Prompt verletzte sich Sorensen und wurde nun auf IR gesetzt – durchaus mit Aussicht, im Saisonverlauf noch zum Einsatz zu kommen. Nachdem Parker von den Falcons verpflichtet, aber auch wieder entlassen wurde, steht er nun kurz vor Saisonbeginn als Ersatz für Sorenson wieder im Kader der Chiefs.Sein Vorteil ist, dass er das System der Chiefs kennt.
      Watts ist ein Rookie, Murray ein verbliebener Backup, Jordan Lucas war im Vorjahr ein Sechstrundenpick der Dolphins und bislang an der Grenze zwischen deren Practice Squad und dem regulären Kader.
      Fazit: Das Defensive Backfield der Chiefs ist die größte Baustellein der Defense und vermutlich im gesamten Team.

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    • Special Teams
      #2 P Dustin Colquitt, #7 Harrison Butker #41 LS James Winchester, PR Tyreek Hill, KR De'Anthony Thomas
      Die Chiefs verfügen insgesamt über relativ gute Special Teams und konnten in den letzten Jahren in allen Bereichen gute Leistungen bringen.
      Colquitt ist ein deutlich überdurchschnittlicher Punter –besonders wenn es darum geht, die Bälle innerhalb der gegnerischen Red Zone abzulegen.
      Obwohl Hill der #1-Receiver ist, soll er nach den letzten Aussagen auch weiterhin als Punt Returner eingesetzt werden. Das ist ein zweischneidiges Schwert, weil er einerseits hier ganz hervorragend seine Fähigkeiten ausspielen kann, man sich andererseits auch schnell einmal verletzt.
      Wie schnell es manchmal gehen kann, zeigte die Vorsaison, als K Cairo Santos – eigentlich jung und gut – sich verletzte. Die Chiefs verpflichteten den ungedrafteten Rookie Harrison Butker(„Buttkicker“) von der Practice Squad der Panthers und landeten mit ihm einen Volltreffer (38/42 FGs, 28/28 XP), so dass er kaum nochwegzudenken ist.
      Angesichts des hervorragenden ST-Coaches Toub rechne ich insgesamt auch weiterhin mit überdurchschnittlichen Leistungen der Chiefs in den special teams.Das ist ein erheblicher Pluspunkt, wobei die Bedeutung der Special Teams leicht unterschätzt wird.

      Schedule:
      #1 @ Los Angeles Chargers
      #2 @ Pittsburgh
      #3 SAN FRANCISCO
      #4 @ Denver
      #5 JACKSONVILLE
      #6 @ New England
      #7 CINCINNATI
      #8 DENVER
      #9 @ Cleveland
      #10 ARIZONA
      #11 @ Los Angeles Rams
      #12 bye
      #13 @ Oakland
      #14 BALTIMORE
      #15 LOS ANGELES CHARGERS
      #16 @ Seattle
      #17 OAKLAND


      Prognose
      Die Prognosen hinsichtlich der 2018er Chiefs gehen weit auseinander. Kürzlich habe ich die Bemerkung gelesen, dass die Chiefs das „boom or bust“-Team des Jahres seien, was die Lage möglicherweise ganz gut beschreibt.Zumeist werden ihnen 6-10 Siege zugetraut.
      Wenn man es (abgesehen von Verletzungen) grob skizziert, dann lautet das Negativszenario: Mahomes wirft mehr INTs als TDs, Hunt kann nicht an seine Rookie-Saison anknüpfen und Watkins ist sein Geld nicht ansatzweise wert. In der Defense bricht die Passverteidigung völligzusammen. Umgekehrt lautet das Positivszenario: Mahomes spielt – unterstützt durch zahlreiche kaum zu bremsende Spieler auf den übrigen offensive skill positions – eine gute Saison, die Chiefs haben eine nicht zu stoppende Offense, eine gute Front 7 und eine solide Passverteidigung.
      Die Ergebnisse der Preseason sind mir völlig gleichgültig, aber die Leistungen der Starter in Offense und Defense haben mich bislang noch nicht überzeugt. Das sollte man gleichwohl nicht überbewerten.
      Da ich großes Vertrauen in Andy Reid und seine Coaching Staff habe, bleibe ich trotz der widrigen Umstände und des gewiss nicht einfachen Schedules optimistisch. Die Offense hat – wenn man das vorhandene Talent umsetzen kann – das Potential, in jedem Spielüber 30 Punkte zu scoren. Die Defense hat gelitten, aber mit Jones,Houston und Berry immer noch absolute Top-Spieler und daneben eine ganze Reihe guter Leute.
      Wichtig bleiben die Spiele innerhalb der Division, bei denen die Chiefs in den letzten Jahren immer sehr gut abgeschnitten haben. Die Raiders sollten nicht so stark sein, die Broncos bleiben gefährlich – wenn auch nicht furchteinflößend -, aber die Chargers werden mit ihrem sehr talentierten Kader hoch gewettet.
      Damit wird das erste Spiel gleiche eine wichtige Standortbestimmung.Überhaupt bieten die ersten sechs Spiele ein geradezu mörderisches Schedule. Wenn man davon wenigstens drei Siege holt, sehe ich gute Playoffchancen. Aber auch bei einem schlechteren Saisonstart sollte man nicht zu früh die Hoffnungen fahren lassen.

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    • p. s.: Die Preview mußte ich nun leider etwas im Hau-Ruck-Verfahren online stellen. Leider sind bei Copy & Paste eine Vielzahl von Leerzeichen nicht übernommen worden. Ich werde die Optik noch etwas überarbeiten, will mir aber nun doch erstmal das erste Spiel ansehen ...
    • Sehr gutes Preview, Chief. Danke dafür. :thup:

      Und...viele deiner, sehr detaillierten, Analysen haben sich schon im ersten Spiel schon bestätigt. Gute ST, high-octane Offense und Probleme in der Secondary. Die Chiefs 2018 sind wohl `ne Wundertüte. Klickt die Offense, gibt es eine Menge punktereicher Spiele. Geht im Angriff nichts, kann es auch einige Klatschen mit 20 - 30 Punkten Abstand geben.

      Die Chiefs haben einige Verluste zu verzeichnen (Smith, Hali, Johnson, Peters) und die draft brachte jetzt vom Namen her auch nicht unbedingt den großen Heilsbringer in der Defense. Zwei Gründe warum man das Niveau des Teams nur schwer voraussagen kann. Zudem noch ein "Rookie-QB", der ins kalte Wasser geschmissen wird. Viel wird davon abhängen wie sich Mahomes schlägt. Viele Unwägbarkeiten. Aber auch Chancen - WENN alles ineinandergreift.

      Trotzdem. Da jedes Team in der AFC West irgendwo Probleme im Roster hat, geht man sicher nicht ohne Chancen in die Saison. Von Platz 1 bis 4 ist in der Division alles möglich. Playoffs? - Denkbar.
      College Champion 1984: Brigham Young Cougars – Unbeaten & Untied.