Buffalo Bills Season Preview 2019

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    • Buffalo Bills Season Preview 2019

      Hallo zusammen,

      ich bin eigentlich Patriots-Fan, hatte mich aber im Zuge der Season Preview Reihe auf spox.com dazu bereit erklärt eine Preview über die Bills zu verfassen, da sich dort kein anderer gefunden hatte. Auf Spox werden jedes Jahr "Von Usern für User" Previews über jedes Team geschrieben. Der ein oder andere von euch ist vllt sogar bei Spox angemeldet und kennt das ganze schon. Ich würde die Preview ja einfach hier verlinken, aber ohne das okay "von Oben" möchte ich das lieber nicht machen. Da ich die Preview ja selber geschrieben habe, werde ich sie hier einfach in vollem Umfang posten. Bei der Arbeit anderer Autoren würde ich das ohne Rücksprache natürlich nicht tun.

      Kleinere Fehler bitte ich zu entschuldigen. Ich habe mich nach bestem Wissen und Gewissen mit den Bills auseinander gesetzt und hoffe hier alles korrekt dargestellt zu haben. Bei anderen Teams als dem eigenen ist das immer etwas schwieriger. :saint:
      :supz: LETS GOOO!

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    • - Recap -

      Die Bills beendeten die Saison 2017 mit der ersten Playoffteilnahme seit 1999. Tausende Buffalo Wings wurden daraufhin nach Cincinnati verschickt und die Billsmafia spendete über 300.000 Dollar an die Andy Dalton Stiftung, ganz Buffalo war außer sich vor Freude. Nach dem uninspirierten Aus in der ersten Runde der Playoffs gegen die Jaguars landete man aber schneller als erhofft wieder auf dem Boden der Tatsachen.

      Zum Start der Free Agency tradete man QB Tyrod Taylor gegen den Third-Round-Pick (#65) der Browns und somit war klar, dass die Bills sich im Draft nach einem neuen QB umschauen würden. Diesen fanden Sie dann letztendlich in Josh Allen, den die Bills an Position 7 zogen. Das Experiment Nathan Peterman schien somit endgültig beendet. Auch der langjährige Starting-LT Cordy Glenn wurde am gleichen Tag nach Cincinnati getradet. Für Glenn erhielt man den 12th Overall sowie den 187th Overall Pick im 2018er Draft. Man sammelte also Draft-Kapital für die Zukunft.

      Die Saison 2018 begann dann mit Niederlagen in den ersten beiden Spielen, doch an Week 3 setzte man eine erste beeindruckende Duftmarke, als man die Vikings in Minnesota mit 27:6 schlagen konnte. Es folgte eine Niederlage in Green Bay und ein Sieg gegen die Titans. Nach Week 5 konnte man also einen 2:3 Record vorweisen. Nun sollten vier, zum Großteil sehr deutliche, Niederlagen folgen, ehe man die Jets unmittelbar vor der Bye Week besiegen konnte. In den restlichen Partien sollte es nur zu einem 3:3 Record reichen, so dass man die Saison mit 6-10 beendete. In Anbetracht der Tatsache, dass die Bills aber vor der Saison als Anwärter auf den 1st Overall angesehen wurden und die meisten Experten dem Team maximal 3-4 Siege zugetraut hatten, war das insgesamt eine positive Überraschung.
      Hauptgrund für das bessere Abschneiden war die Defense der Bills. Footballoutsiders rankte die Bills-D am Ende der Saison an #2 (weighted DVOA). Die Defense der Bills stand im Schnitt 28:10 Minuten pro Spiel auf dem Feld (#13) und sorgte immer wieder für Ballgewinne. Der Motor der Defense war insbesondere DE Jerry Hughes sowie Safety Micah Hyde. Leider konnte die Offense (#29 nach weighted DVOA) daraus zu wenig Kapital schlagen.

      Rookie QB Josh Allen musste bereits in Week 1 spielen und bewies über die gesamte Saison zumindest als Runner eine beachtliche Qualität (81 rushes, 638 Yards, 8 TD). Im Passing Game zeigte er aber die erwarteten Schwierigkeiten und landete im FO-Ranking an #33 von 34 QBs mit mindestens 200 Passversuchen (350 Pass att., 1.840 Yards, 10 TD, 11 INT, 53% Compl. %). Man muss Allen allerdings zu Gute halten, dass er von seinen Kollegen aus der Offense auch keinerlei Hilfe bekam.

      Der eigentliche #1 Receiver Kelvin Benjamin war eine einzige Enttäuschung und auch LeSean McCoy hatte eine Saison zum vergessen. Chris Ivory konnte ebenfalls nicht wirklich helfen, so dass Josh Allen der Beste RB seines Teams war. Auch auf der WR Position war abseits von Benjamin wenig Hilfe vorhanden, Zay Jones war hier mit 652 Yards und 7 TDs der erfolgreichste Spieler, an seiner Catch-Rate muss er allerdings noch arbeiten (102 Targets, 56 Receptions).

      Hoffnungsvoll nahm man in Buffalo den Aufstieg von UDFA WR Robert Foster wahr. Im Laufe der Saison konnte er seine Einsatzzeit kontinuierlich steigern (2/7 in den ersten 9 Wochen 25/37 in den Wochen 10-17) und kam am Ende auf 541 Yards und 3 TDs (511 Yards und alle 3 TD davon in der zweiten Saisonhälfte).
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    • - Free Agency -

      Der Roster der Bills hatte viele Schwachstellen, GM Brandon Beane hatte in der Offseason alle Hände voll zu tun.

      Wichtigste Zugänge:
      - C Mitch Morse / 4 Jahre / 44.5 Mio / 26.175 Mio. garantiert
      - WR Cole Beasley / 4 Jahre / 29 Mio / 14.4 Mio garantiert
      - WR John Brown / 3 Jahre / 27 Mio / 11.7 Mio garantiert
      - TE Tyler Kroft / 3 Jahre / 18.75 Mio / 9.05 Mio garantiert
      - OT Ty Nsekhe / 2 Jahre / 14.5 Mio / 7.7 Mio garantiert
      - CB Kevin Johnson / 1 Jahr / 3 Mio / 400k garantiert
      - OG/C Spencer Long / 3 Jahre / 12.6 Mio / 1.2 Mio garantiert
      - RB Frank Gore / 1 Jahr / 2 Mio / 500k garantiert
      - WR/Returner Andre Roberts / 1 Jahr / 3 Mio / 2 Mio garantiert

      Wichtigste Abgänge:
      - G John Miller / 3 Jahre / 16.5 Mio zu den Bengals
      - OT Jordan Mills / 1 Jahr / 3 Mio zu den Dolphins
      - TE Charles Clay / 1 Jahr / 2 Mio zu den Cardinals
      - TE Logan Thomas / 1 Jahr / 895k zu den Lions

      Neben den o.g. Zugängen ergänzten die Bills gerade ihre Offense noch mit weiteren Spielern (insgesamt 21 Free Agents lotste man nach Buffalo, 17 davon für die Offense). Das Front Office scheint begriffen zu haben, dass man seinem QB auch Waffen / Unterstützung zur Verfügung stellen muss.

      Erste Grundlage dafür ist eine gute Offensive Line. Die Line der Bills rangierte nach DVOA 2018 auf Rang 30. Ganze 41 Sacks mussten die Bills QBs über sich ergehen lassen. Einige davon gingen zwar auch auf Allen, der den Ball nicht schnell genug los wurde, der Großteil resultierte aber aus schlechtem O-Line-Play. Sowohl in der Spitze als auch in der Breite fehlte es hier. Mit insgesamt sieben FA Signings für die Line adressierte man diese Baustelle früh. Die Neuzugänge sollten hier schnell weiterhelfen können.

      Auch die offensiven Skillpositionen ging man entsprechend an. Vier WR, drei TEs und drei RBs holte man in der FA. Die Bills Passing-Offense ist extrem Deep-Ball-Lastig (ca. 20% aller Pässe sind 15y und weiter). John Brown passt hier auf dem Papier perfekt in die Offense. Er lief den 40-yard-dash in 4,34 Sekunden und er sollte Allen schnell eine Hilfe sein. Cole Beasley ist hauptsächlich im Slot zuhause und soll Allen eine sichere Option fürs Kurzpassspiel geben. Allen muss aber noch an seiner Präzision arbeiten, er hatte 2018 erhebliche Schwächen bei Pässen auf kurze Distanz.

      Frank Gore soll Rookie Devin Singletary unterstützen und Tyler Kroft die Matchup-Waffe über die Mitte bilden. Kroft brach sich allerdings Mitte Mai den Fuß, unterzog sich einer Operation und befand sich lange Zeit im Aufbautraining. Ob er rechtzeitig zum Saisonstart wieder bei 100% sein wird, ist noch unklar, zudem konnte er durch die Verletzung nur wenige Trainingseinheiten mit Allen und der Starting Offense absolvieren.

      Für die Defensive holte man lediglich vier Spieler für die Tiefe, namhaftester Zugang ist hier CB Kevin Johnson. Johnson konnte die Erwartungen an ihn (die Texans zogen ihn 2015 an #16 overall) nie erfüllen, bringt aber Erfahrung in den jungen Bills CB Room und wird versuchen sich den #2 CB Spot neben TreDavious White zu sichern.

      - Draft -

      Runde 1 / Pick 9 / DT Ed Oliver
      Runde 2 / Pick 38 (uptrade) / T Cody Ford
      Runde 3 / Pick 74 / RB Devin Singletary
      Runde 3 / Pick 96 / TE Dawson Knox
      Runde 5 / Pick 147 / LB Vosean Joseph
      Runde 6 / Pick 181 / S Jaquan Johnson
      Runde 7 / Pick 225 / DE Darryl Johnson
      Runde 7 / Pick 228 / TE Tommy Sweeney

      In Runde eins fiel den Bills Ed Oliver in die Hände. Oliver bringt die nötige Qualität mit, die die Line nach dem Retirement von DT Kyle Williams so dringend braucht. Oliver besitzt nicht die Paradegröße, hat aber einen extrem schnellen Antritt und einen exzellenten Bullrush. Er sollte in der Bills D-Line vorrangig als 3-Tech eingesetzt werden.
      An #38 sicherte man sich mit Cody Ford per Uptrade ein großes Talent. Ford war von vielen Experten in der ersten Runde gesehen worden und war während seiner Zeit in Oklahoma ein äußerst zuverlässiger RT. Ob er am Ende auch in der NFL auf Tackle oder doch auf Guard spielen wird, wird sich erst noch zeigen. Die Bills sind hier in der komfortablen Situation nun genug Tiefe im Roster zu haben, dass Ford nicht zwingend in Week 1 starten muss, sofern man sich noch nicht sicher ist wo man ihn am besten einsetzen möchte.
      In Runde drei zog man mit Devin Singletary recht früh einen RB. Singletary spielte bei Florida Atlantic nicht auf allerhöchstem College-Level, legte trotzdem beeindruckende Zahlen in seiner dreijährigen Karriere auf. Er kam auf insgesamt 714 rushes, 4.287 Yards und 66 TDs. Singletary ist ein harter Runner, ein absolutes workhorse und ein three-down-back mit außergewöhnlichen Improvisationsskills. Nach der Entlassung von LeSean McCoy ist Singletary direkt die #1, ob er seinen hohen Pick rechtfertigen kann steht aktuell noch in den Sternen.
      TE Dawson Knox ist noch sehr roh und wird einiges an Zeit benötigen, Vosean Joseph fühlt sich in Open Field Situationen oder nah an der LOS am wohlsten, musste während des Training Camps hart um seinen Kaderplatz kämpfen und schaffte es am Ende doch nicht in den Roster. Eine Schulterverletzung sorgte dafür, dass er auf IR landete. Außer Joseph (vorerst) haben es alle gedrafteten Rookies in den Roster geschafft, von den UDFA konnte allerdings niemand überzeugen.

      - Trainerstab -

      Im Trainerstab der Bills gab es nur drei kleinere Änderungen. HC Sean McDermott steht nicht zur Debatte, ebenso seine beiden Koordinatoren Brian Daboll und Leslie Frazier. Ausgetauscht wurde zuerst Offensive Line Coach Juan Castillo, mit dessen Leistungen man zuletzt nicht mehr zufrieden war. Für ihn übernimmt Bobby Johnson, der 2018 Assistant O-Line Coach der Colts war. Ebenso entlassen wurden WR Coach Terry Robiskie und Special Teams Coordinator Danny Crossman.

      Die Wide Receiver übernimmt zukünftig Chad Hall, ehemals Offensive Assistant von Sean McDermott. Um die Special Teams kümmert sich fortan Heath Farwell, der zuvor bereits bei den Seahawks und Panthers Coaching Erfahrung bei den Special Teams sammeln konnte und als Spieler bei den Seahawks auch Special Teams Captain war. Von den neuen Coaches erhofft man sich deutliche Verbesserungen zum Vorjahr, was angesichts der deutlich verbesserten Positionsgruppen durchaus erreichbar sein sollte.
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    • - Offense -

      Die Bills spielten 2018 zu 70,3% in 11 Personnel Formations und lagen damit etwas über dem Liga-Average (64,2%). An dieser Zahl sollte sich auch 2019 nicht viel ändern, seit der Übernahme von Brian Daboll als OC stieg dieser Wert von 55,5% in 2017 auf eben diese 70,3% in 2018. Durch die Verpflichtungen in Free Agency und Draft sollten die Bills bei gleichen Formationen deutlich mehr Qualität aufs Feld bringen und aus 11 Personnel heraus ihre Offense aufziehen. Ich könnte mir allerdings auch einen leichten Anstieg von 21 Personnel vorstellen. Aber alles steht und fällt mit der Entwicklung von Josh Allen. Womit wir bei den Positionsgruppen angekommen sind.

      Quarterbacks:
      Josh Allen ist der klare Starter. Wie bereits weiter oben erwähnt war Allen als Rusher durchaus erfolgreich und gefährlich, als Passer war er aber phasenweise desaströs. Hier wird essentiell sein inwieweit er sich im Passing Game steigern kann. Mit verbesserter Offensive Line und deutlich stärkerem Waffenarsenal sollte hier ein Sprung möglich sein, dafür muss Allen aber besonders an seinen Mechanics und der Präzision arbeiten. Wenn die Offense kontinuierlich Punkte aufs Board bringen will, muss Allen gerade in Intermediate Distanzen konstanter werden uns seine Mitspieler besser einsetzen. Die Deep-Ball-lastige Offense erfordert aber natürlich auch bei langen Bällen eine deutliche Steigerung.

      Allens Backup wird Matt Barkley werden. Barkley ist seit 2018 bei den Bills und führte das Team in Week 10 zum 41:10 Sieg über die Jets (15/25, 232Y, 2 TD). Josh-Allen-Klon und UDFA Tyree Jackson durfte sich lange Zeit Hoffnungen machen es in den finalen Roster zu schaffen, wurde dann aber doch gecutted.

      Running Backs:
      Die Bills gehen mit vier Running Backs in die Saison (FB Patrick DiMarco mit eingerechnet). LeSean McCoy wurde kurz vor der Deadline gecuttet (seine Entlassung vor Week 1 macht 6 Mio Capspace frei). Damit ist Rookie Thirdround-Pick Devin Singletary die neue #1 in Buffalo. Frank Gore und T.J. Yeldon bilden den Rest des RB-Corps der Bills und dürften sich in einer konstanten Rotation beweisen müssen. Etwas überraschend wurde auch Christian Wade entlassen (er landete am Ende im PS), so dass neben den drei hauptamtlichen Running Backs nur noch Fullback Patrick DiMarco im finalen Roster steht.

      Wide Receiver:
      Auf der Position des WR erwartet Bills Fans 2019 die wohl größte Veränderung. John Brown, Cole Beasley, Robert Foster und Zay Jones sollten gesetzt sein. Dahinter stehen mit Isaiah McKenzie und Andre Roberts, der als Returner ebenfalls seinen Platz sicher hat, zwei Junge Alternativen bereit. Es war nicht ganz klar, ob die Bills mit sechs oder sieben WR in die Saison gehen, im Endeffekt entschied man sich für sechs, so dass die beiden UDFA WR Nick Easley und David Sills trotz guter Eindrücke im Camp keine Chance hatten. Nominell sieht das WR-Corps der Bills deutlich verbessert aus, Allen hat endlich ein paar Waffen zur Seite gestellt bekommen, mit denen er dann aber auch den nächsten Schritt machen sollte.

      Tight End:
      Da Tyler Kroft den Saisonstart eventuell verpasst, gehen die Bills mit vier Tight Ends in die Saison. Neben Kroft werden dies Lee Smith, Tommy Sweeney (der in Camp und Preseason bisher ordentlich Eindruck gemacht hat) und Rookie Dawson Knox sein. Lee Smith wird vorrangig als Blocker eingesetzt, bringt aber durchaus auch Pass-catching skills und eine gewisse Leadership mit, die im sonst so jungen Bills TE-Room fehlt. Knox wurde per Uptrade gepickt und sollte daher auch seinen Rosterspot sicher haben.

      In der Spitze wird es hinter Kroft eng, viel wird von seiner Gesundheit abhängen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass einer der anderen drei aus dem aktiven Roster gestrichen wird, sobald Kroft wieder bei 100% ist. Aber auch hier heißt es erst mal abwarten.

      Offensive Line:
      Grundvoraussetzung für eine konstante Offensive ist immer auch eine mindestens solide Offensive Line. Hier haperte es 2018 an vielerlei Stellen. PFF rankte die Line der Bills an #26 (lediglich eine halbwegs solide Pass Blocking Grade verhinderte eine schlechtere Bewertung), Footballoutsiders sieht sie nach weighted DVOA auf #29. Gerade mal 3,89 adjusted line yards konnten die Bills 2018 verzeichnen, hinzu kamen 41 zugelassene Sacks, 154 QB Pressures sowie 38 verursachte Penalties.

      Mit den Neuzugängen der Offseason sollte sich die Line der Bills definitiv steigern können, sowohl in der Breite als auch in der Spitze hat GM Brandon Beane eine verbesserte Positiongroup zusammengestellt. Unter der Leitung des neuen O-Line Coaches erhofft man sich in Buffalo eine Rückkehr ins Mittelmaß der Liga und mehr Zeit für QB Josh Allen. Speziell Mitch Morse soll Allen auch bei den Protection Calls mit seiner Erfahrung weiterhelfen, hier gab es 2018 ebenfalls einige Probleme und Fehler. Bei Cody Ford bestehen wie gesagt noch ein paar Fragezeichen, das Ceiling der Line ist aber grundsätzlich hoch.

      Potentielle Starting O-Line: Dion Dawkins / Quinton Spain / Mitch Morse / Ty Nsekhe / Cody Ford

      Mit Spencer Long, Jon Feliciano, Ryan Bates, Ike Boettger und Conor McDermott (nicht verwandt oder verschwägert mit Headcoach Sean) stehen dem Team vielseitige Backups zur Verfügung. Die Verbesserung zum Vorjahr ist auf dem Papier groß und eine Positionierung im Liga-Average erscheint durchaus realistisch.
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    • - Defense -

      Die Defense der Buffalo Bills war letzte Saison der Garant für den Erfolg der Bills und der Hauptgrund dafür, dass die Bills überhaupt sechs Spiele gewinnen konnten.

      Seit der Ankunft von HC Sean McDermott hat sich gerade schemeseitig vieles verändert. McDermott gilt als Schüler des legendären Eagles Defensive Coordinators Jim Johnson, der in Philadelphia eine 4-3 Base Defense spielen ließ und dafür bekannt war exotische Zone Blitzes auszupacken. McDermott lässt bei den Bills ebenfalls eine 4-3 (meistens Under) Defense spielen, ist aber weitaus seltener auf den Erfolg des Blitzings angewiesen. So baut McDermott an der D-Line auf nahezu reines one-gapping und gibt seinen Defensive Linemen die Freiheiten sich ins gegnerische Backfield durchzupflügen. Es kommt nur äußerst selten vor, dass ein Defensive Lineman der Bills sich mit zwei Gaps beschäftigen muss.

      Run Plays sollen so schon gestoppt werden, bevor der Guard mit einem Pull-Block überhaupt ins second level gelangt und Pass Plays sollen durch extremen Druck deutlich erschwert werden. Wenn geblitzt wird, dann vornehmlich über Double-A-Gap-Blitzes (zwei Linebacker attackieren die Lücken zwischen Center und Guards) oder einen der kreativen Zone Blitzes nach Vorbild von Jim Johnson.

      Im Defensive Backfield setzt McDermott zum Großteil auf eine Cover 3 Zone Defense. Die Bills Passing Defense war 2018 die beste der Liga in Puncto zugelassene Yards (179,2) pro Spiel und 16 gefangene Interceptions reichen in dieser Kategorie für Rang 7. Seine beiden Safeties Micah Hyde und Jordan Poyer stellt McDermott gerne tief auf (double high safety), nur um einen der beiden dann doch wieder in Coverage fallen zu lassen, Poyer fing u.a. auf diesem Wege vier Interceptions. Gegen den gegnerischen #2 WR sah man 2018 relativ schlecht aus (DVOA Rang 24), gegen Slot-WR, TE (jeweils Rang 2) und den #1 WR (Rang 7) schlugen sich die Bills aber hervorragend. Mit einer hoffentlich verbesserten Offense und weniger Time on field sollten ähnliche (oder gar bessere?) Zahlen auch 2019 im Bereich des Möglichen liegen.

      Defensive Line:
      Eine konstant Druck erzeugende D-Line ist für das Gesamtbild der Bills-Defense von elementarer Bedeutung. Auch die beste Secondary kann eine Coverage nicht ewig aufrechterhalten und ist daher auf Unterstützung der D-Line angewiesen. Auf DE werden die Veteranen Jerry Hughes und Trent Murphy auf QB-Jagd gehen. Für die Rotation stehen der ehemalige First-Round-Pick Shaq Lawson und Rookie Darryl Johnson (die Coaches halten große Stücke auf den diesjährigen Siebtrundenpick) bereit. Auf Defensive Tackle sorgen, nach dem Retirement von Kyle Williams, Rookie Ed Oliver, Star Lotulei, Harrison und Jordan Philipps für die nötige Tiefe im Roster.

      Trent Murphy hatte eine etwas enttäuschende Debütsaison in Buffalo und möchte seine Zahlen aus dem Vorjahr (4 Sacks, 14 Solo Tackles, 9 QB hits, 2 Tackles for loss) sicher steigern. Zum ersten Mal seit 2016 geht er ohne jegliche Verletzungssorgen in die Saison. Shaq Lawson geht in sein letztes Vertragsjahr, die Bills hatten die fifth-year option verstreichen lassen, und sollte hochmotiviert sein, sich in den Vordergrund zu spielen.

      Mit der Front Four aus Trent Murphy, Ed Oliver, Star Lotulei und Jerry Hughes sollten die Bills die Zahlen aus dem Vorjahr wiederholen können (72,8% Four-Man-Rush, 33,8% pressure rate, 15,1% DVOA, Rang 2).

      Linebacker:
      Das Linebacker Corps der Bills ist eine ausgewogene Truppe aus vornehmlich Veteranen, sowohl im Run-Stop als auch in Coverage ist hier keine große Schwachstelle zu finden.

      Auf Weakside Linebacker wird Lorenzo Alexander, mittlerweile 36 Jahre alt, der scheinbar in den Jungbrunnen gefallen ist und 2018 eine seiner besten Saisons der gesamten Karriere ablieferte (PFF Grade 85,6), starten.
      In der Mitte startet Tremaine Edmunds, First-Round-Pick 2018, in sein zweites NFL-Jahr. In der ersten Saisonhälfte waren ihm die Anpassungsschwierigkeiten an die NFL deutlich anzumerken (PFF Grade 47,1), im Laufe der Saison steigerte er sich aber deutlich (70,1 ab week 9) und man hofft, dass er daran anknüpfen und sich weiter verbessern wird. Komplettiert wird das Trio durch Matt Milano (PFF Grade 76,3) auf Strongside Linebacker. Die drei sorgten 2018 für 9,5 Sacks und sieben Interceptions.

      Neben den drei klaren Startern schafften Corey Thompson, Maurice Alexander und Julian Stanford ebenfalls den Sprung in den finalen Roster. Maurice Alexander wird primär im Special Team zu Hause sein, alle drei werden aber trotzdem regelmäßig in der Rotation auftauchen. Das größte Fragezeichen blieb lange Zeit hinter Rookie Fifth-Round-Pick Vosean Joseph, er konnte im Training und der Preseason nur teilweise überzeugen (die Tendenz ging aber nach oben).

      Langfristig plante man ihn hinter Matt Milano behutsam aufzubauen, durch eine Schulterverletzung im letzten Preseason Spiel gegen die Vikings landete er aber vorerst auf Injured Reserve. Eine Rückkehr während der Saison ist ausgeschlossen.

      Safeties:
      Mit Micah Hyde (SS) und Jordan Poyer (FS) verfügen die Bills über ein starkes Safety-Duo. Hyde war in den letzten Jahren einer der besten Safeties der NFL und auch Poyer spielt seine Position above average. Dean Marlowe kam bisher in drei Jahren erst sieben Mal zum Einsatz, schaffte aber dennoch den Sprung in den finalen Roster. Komplettiert wird die Safety-Group durch Rookie Jaquan Johnson. Der diesjährige Sechstrundenpick wurde von PFF zu einem der Top Performer der Preseason gewählt.

      Cornerbacks:
      TreDavious White ist der klare Nr.1-Cornerback, er beackert hauptsächlich die linke Defensivseite und folgt dem gegnerischen #1 Receiver nicht übers gesamte Feld. Er konnte seine gute Rookiesaison (2017 erlaubte er eine 50% Completion Percentage, fing vier Interceptions und wurde von PFF mit einer 88,5 bewertet) nicht vollständig wiederholen.

      Seine Seite wurde zwar seltener angeworfen, er erlaubte aber mehr Receptions und wurde insgesamt auch schlechter bewertet (61,0). CB#2 ist Levi Wallace, der sich gegen Kevin Johnson und EJ Gaines (bereits entlassen) durchsetzen konnte. Taron Johnson ist der starting Nickel Cornerback, Siran Neal, der im Roster zwar offiziell als Safety geführt wird, machte hier im Camp jedoch ordentlich auf sich aufmerksam und wird Johnson den Platz sicher streitig machen wollen.

      Insgesamt ist das Defensive Backfield gut aufgestellt. Es fehlt auf der CB-Position evtl. etwas die Tiefe, sollte sich einer der drei Starting CB verletzen, entsteht direkt eine Schwachstelle. Vorausgesetzt die D-Line hält was sie verspricht, sollte es für die DBs aber insgesamt etwas einfacher werden. Auch 2019 verspricht die Bills Secondary einige Interceptions und/oder Turnover allgemein.
      :supz: LETS GOOO!
    • - Special Teams -

      Kommen wir nun zum schlechtesten Mannschaftsteil der abgelaufenen Saison. Trotz der schwachen offensiven Performance geht dieser Titel an das Bills Special Team. 2017 noch ligaweit auf Rang 10 gelistet, fielen die Bills 2018 in ein Loch und schlossen das Jahr mit Abstand als schlechtestes ST der Liga ab (beides gem. PFF ST Ranking).

      Stephen Hauschka wird auch 2019 wieder die Field Goals schießen. Im letzten Jahr verwandelte er lediglich 22/28 Field Goal Versuchen (2017: 29/33). Bei Entfernungen bis 39 Yards verwandelte er 100%, ganze 17 Mal musste er allerdings aus 40+ zum FG antreten. Aus 40-49 Yards verwandelte er immerhin noch 7/10, aus 50+ 4/7. Die Offense hatte ihn einfach oft nicht nah genug an die Goalposts herangebracht. Zusätzlich plagte er sich im letzten Drittel der Saison mit einigen kleinen Verletzungen herum, was seiner Genauigkeit nicht zuträglich war. Um seinen Job dauerhaft zu behalten, wird er wieder an alte Leistungen anknüpfen müssen.

      Den Part des Punters übernimmt Corey Borjorquez, der seinen Job letztes Jahr solide erledigt hat, mehr aber auch nicht. 45,1 Yards flogen seine Punts im Durchschnitt und 22 Mal konnte der gegnerische Returner innerhalb der eigenen 20-Yard Linie gestoppt werden.

      Die Bills ließen zwar keinen einzigen Return-TD zu, erzielten aber selber auch keinen. Hier soll Andre Roberts Abhilfe schaffen und gegnerische Punts oder Kicks in bessere Fieldposition ummünzen als das im letzten Jahr der Fall war. Roberts und seine Blocker erzielten 2018 für die NY Jets (Special Teams Ranking #1) 26,9 Yards / Kickoff return und 13 Yards / Punt return. Die Jets starteten durchschnittlich an der eigenen 28,1 Yard Linie. Alle drei Werte Ligaspitze (teilweise mit Abstand). Die Hoffnungen in Buffalo liegen nun auf Neu-ST-Coach Heath Farwell, einer konstanteren Kicking-Leistung von Hauschka und Andre Roberts Fähigkeiten als Returner.

      Eine deutliche Steigerung sollte machbar sein, was auf Basis der 2018er Werte aber auch nicht schwer ist.


      - Ausblick & Schedule -

      GM Brandon Beane hat mMn einen starken Job gemacht. Der Kader wurde in der Free Agency ordentlich verstärkt, Schwachstellen wurden angegangen, man hat dabei aber vernünftige Verträge ausgehandelt und nicht überbezahlt (der Vertrag für M. Morse bildet hier eine kleine Ausnahme, sofern er aber die erhoffte Verstärkung ist, ist das verschmerzbar). Zusätzlich dazu wählte man im Draft vielversprechende Prospects und die Tatsache, dass alle beim Team bleiben, ist für mich ein Zeichen von guter Spielerauswahl (wenn auch die (nicht) vorhandene Qualität es den Rookies an einigen Stellen sicher leichter gemacht hat).

      Die verstärkte Offensive Line sowie neue Waffen sollten Josh Allen helfen den nächsten Schritt zu gehen und konstanter zu punkten, was wiederum der Defense helfen wird, da es deren Zeit auf dem Feld reduziert. Ich rechne auch 2019 wieder mit einer starken Bills Defense, allerdings würde mich eine leichte Regression nicht wundern. Offensiv dagegen erwarte ich eine deutliche Steigerung, was im Gesamtkontext zu einem besseren Record führen sollte.

      Die Bills haben 2019 einen leichteren Spielplan als im Vorjahr, gemäß Strength of Schedule liegen sie auf dem 24. Platz.

      Realistisch und vorsichtig geschätzt würde ich auf 7-9 tippen, wenn es gut läuft ist evtl. auch ein 8-8 möglich.

      Der Grundstein wurde gelegt, die Bills werden für viele Gegner unangenehm zu bespielen sein, bis es zu einem erneuten positiven Record reicht, braucht es aber womöglich noch eine weitere starke Offseason 2020 von Brandon Beane und Sean McDermott.

      Schedule:
      Week 1: @Jets
      Week 2: @Giants
      Week 3: vs Bengals
      Week 4: vs Patriots
      Week 5: @'Tennessee
      Week 6: Bye
      Week 7: vs Dolphins
      Week 8: vs Eagles
      Week 9: vs Redskins
      Week 10: @Browns
      Week 11: @Dolphins
      Week 12: vs Broncos
      Week 13: @Cowboys
      Week 14: vs Ravens
      Week 15: @steelers
      Week 16: @patriots
      Week 17: vs Jets
      :supz: LETS GOOO!
    • Respekt...!
      Erstes Talk .net Bills Preview seit Jahren glaube ich und dann so ein detailliertes mit Advanced Metrics etc.
      Kann mich der Analyse nur anschließen. FO hat einen gute Job gemacht sowohl in der FA als auch in der Draft. FA nach Buffalo zu locken ist immer ein wenig schwierig (die Gründe sind vielfältig) aber mit Morse, Brown und Beasley wurde da ein guter Job gemacht.
      Die Prediction 7-9 ,8-8 ist denke ich absolut realistisch und ist leider auch die Prediction die man gefühlt seit Jahren machen kann (abgesehen vielleicht von letzter Saison, die ja doch als absolutes rebuild Jahr eingeplant war). Die Saison steht und fällt mit Allen, wenn er es schafft sich zu steigern bzw Konstant zu werden was seine Accuracy etc betrifft, dann ist imo auch ein Playoff Run möglich. Wenn er aber weiterhin hero ball spielt und die Highlight plays sich mit den bonehead plays die Waage halten. Wird man in Buffalo im April vermutlich zum zehnten mal in den letzten 20 Jahren einen neuen Franchise QB suchen.
      Wie steht es so schön im von dir erwähnten Football Outsiders Preview 2019: "Josh Allen is going to prove a lot of people wrong, on one side or the other".
      Da ich denke das Allen nicht derjenige welche ist
      ,hoffe ich das ich eines besseren belehrt werde. In diesem Sinne GO BILLS!
    • Danke für euer Feedback. Wenn ich schon was schreibe, dann auch vernünftig :D einfach was hinrotzen gibts bei mir nicht. Wobei ich nicht geplant hatte, dass es am Ende SO ausführlich wird. Das kam von alleine während der Recherchen und des Ausformulierens. Freut mich wenn es euch gefällt :saint:
      :supz: LETS GOOO!
    • Petzie87 schrieb:

      Realistisch und vorsichtig geschätzt würde ich auf 7-9 tippen, wenn es gut läuft ist evtl. auch ein 8-8 möglich.

      Thurman34 schrieb:

      Die Prediction 7-9 ,8-8 ist denke ich absolut realistisch
      Euch soll es recht sein mit den Playoffs.

      Ich sehe Watson gerne, doch BOB, den Alleinherrscher nicht so.
      Sympathie liegt beim Underdog Bills.
      Allen, die alte Schrotflinte, gönne ich den Durchbruch mit Präzision.

      :football: "You don´t always need a plan bro.
      Sometimes you just need balls." :king :football: