Draft (Prospect) -Analyse(n)

  • Natürlich kann alles passieren. Es kann passieren, dass Morgen ein Komet einschlägt, dass der Coronavirus die halbe Menschheit auslöscht, dass der Wendler plötzlich auf eine 82-jährige Greisin abfährt, dass England den Brexit rückgängig macht, dass Schweine fliegen lernen oder Kühe beim Melken Bier anstatt Milch geben.
    Solche bonheaded Deals wie du schreibst,, hat es in der Vergangenheit schon gegeben, klar. Aber ist das mit der heurigen Ausgangsposition realistisch? MMn ganz klar nein. Denn:


    Wie schon im Lions-thread gesagt: ich schließe gerne board-wetten ab, dass der #2 overall nicht getraded wird, auf Grund der oben dargestellten Gründe. Traut euch ruhig!

    Ah. Da ist sie wieder, die geliebte NFL-Talk-Quali: so viel blanker Zynismus und so wenig gescheiter Inhalt.
    Wette nehme ich gerne an. Ich würde zwar meine Hand nicht für ins Feuer legen (bin ein sehr vorsichtiger Mensch), aber dieses Szenario halte ich für sehr wahrscheinlich.
    Denn aktuell würde ich davon ausgehen, dass an 1 und 2 Burrow und Tua gepickt werden. Selbst, dass an 3 der nächste QB gepickt wird, würde ich an dieser Stelle in Erwägung ziehen.


    Dass es aber hierdurch zwingend zu einem Trade an 2 kommen muss, sehe ich noch nicht. Für mich ist es gar nicht so abwegig, dass die Skins sich in Tua verlieben und Haskins nach einem Jahr direkt wieder aufgeben.

  • Dass es aber hierdurch zwingend zu einem Trade an 2 kommen muss, sehe ich noch nicht. Für mich ist es gar nicht so abwegig, dass die Skins sich in Tua verlieben und Haskins nach einem Jahr direkt wieder aufgeben.

    Absolut realistische und nicht so abwegige Option - siehe Kyler / Rosen Situation in Arizona letztes Jahr.
    Denke mit Rivera hat man auch den richtigen Steuermann, der dem problematischen Skins-Ownership hier auch den Ton angeben kann.
    Zu Haskins wurden ja in den letzten Monaten zunehmend Stimmen laut, dass der Junge Football IQ-mässig Mühe hat. Denke Riverboat Ron wird hier keine halben Sachen machen mit der Zukunft des Teams.


    @Defsoul hat man da ähnliche Verletzungen von QBs angesprochen wie die von Tua und wie dies dann sich entwickelt hat? Also Präzedenzfälle quasi, obwohl natürlich jeder Körper anders beschaffen ist.

    Laviska Shenault Fanclub

  • Absolut realistische und nicht so abwegige Option - siehe Kyler / Rosen Situation in Arizona letztes Jahr.
    Denke mit Rivera hat man auch den richtigen Steuermann, der dem problematischen Skins-Ownership hier auch den Ton angeben kann.
    Zu Haskins wurden ja in den letzten Monaten zunehmend Stimmen laut, dass der Junge Football IQ-mässig Mühe hat. Denke Riverboat Ron wird hier keine halben Sachen machen mit der Zukunft des Teams.

    Ich bin mir nicht so sicher, ob Rivera da so den großen Einfluß ausübt. Zumindest bei den Panthers kann ich mich an keinen gedrafteten Spieler erinnern, der als Wunschspieler Riveras bezeichnet wurde. Letztes jahr bei Burns wird er mit Sicherheit den gewünschten Spielertyp vorgegeben haben, aber von mehr habe ich nicht gehört. DJ Moore das Jahr davor war der Wunschspieler von OC Norv Turner. die Hogmollies unter Gettleman riechen auch nicht nach Rivera.

  • Ich bin mir nicht so sicher, ob Rivera da so den großen Einfluß ausübt. Zumindest bei den Panthers kann ich mich an keinen gedrafteten Spieler erinnern, der als Wunschspieler Riveras bezeichnet wurde. Letztes jahr bei Burns wird er mit Sicherheit den gewünschten Spielertyp vorgegeben haben, aber von mehr habe ich nicht gehört. DJ Moore das Jahr davor war der Wunschspieler von OC Norv Turner. die Hogmollies unter Gettleman riechen auch nicht nach Rivera.

    Fair enough - oder die Bedingung für seine Jobannahme war ein grösserer Spielraum bei Spielerauswahl (wissen wir natürlich nicht). Was natürlich immer noch nicht heisst, dass er heiss auf Tua ist. Meine mehr, dass er die Freiheit haben sollte, zu sagen, ob Haskins sein QB ist für 2020.

    Laviska Shenault Fanclub

  • Zu Haskins wurden ja in den letzten Monaten zunehmend Stimmen laut, dass der Junge Football IQ-mässig Mühe hat.

    "Zunehmend Stimmen"? Seriöse? Ich habe da ehrlich gesagt nicht so viel in diese Richtung mitbekommen und bin auch sehr skeptisch, ob man den (nach meiner Wahrnehmung nur vereinzelten) Stimmen trauen sollte. Habe ebenso "Stimmen" gelesen, die das vehement in Abrede stellen. Mich persönlich würde es sehr überraschen, wenn man sich von Haskins (den Owner Snyder wollte) verabschieden und Tua draften würde. Bin im Übrigen auch dagegen ;) .

  • @Defsoul hat man da ähnliche Verletzungen von QBs angesprochen wie die von Tua und wie dies dann sich entwickelt hat? Also Präzedenzfälle quasi, obwohl natürlich jeder Körper anders beschaffen ist.

    Cam Newton wurde im Podcast genannt als Beispiel für einen QB, dessen Mechanik durch eine Verletzung stark beeinträchtigt wurde. Aber das genaue Ausmaß ist hier ja auch noch nicht bekannt und ich müsste nur die Folge auch noch einmal anhören, inwieweit da wirklich Parallelen bestehen zwischen Tua und Cam.

  • Cam Newton wurde im Podcast genannt als Beispiel für einen QB, dessen Mechanik durch eine Verletzung stark beeinträchtigt wurde. Aber das genaue Ausmaß ist hier ja auch noch nicht bekannt und ich müsste nur die Folge auch noch einmal anhören, inwieweit da wirklich Parallelen bestehen zwischen Tua und Cam.

    Der Unterschied ist halt, dass der eine schon NFL-MVP war während der andere seine NFL-Tauglichkeit ohne Verletzung nicht zeigen konnte (weil zu Jung) und jetzt erst (post-injury) unter Beweis stellen muss - ein himmelschreiender Unterschied.

  • Der Unterschied ist halt, dass der eine schon NFL-MVP war während der andere seine NFL-Tauglichkeit ohne Verletzung nicht zeigen konnte (weil zu Jung) und jetzt erst (post-injury) unter Beweis stellen muss - ein himmelschreiender Unterschied.

    Was mit der Frage von Valeson aber überhaupt nichts zu tun hat. :madness

  • Ich bin mittlerweile (endlich!) mit den Quarterbacks durch und will euch zumindest ein paar meiner Eindrücke schildern. Ich gehe im Folgenden auf die Top-6 ein (auch in der Reihenfolge). EDIT: Heute nur Top-3.


    1. Joe Burrow: Ganz klare Nummer 1. Elite Pocket Presence, unglaublich präzise Pässe, kann wirklich JEDEN (!) und viel agiler, als ihm nachgesagt wird. Ich habe eigentlich wenig bis gar nichts zu kritisieren. Einzig die Tatsache, dass er nur die eine Bombensaison gespielt hat, lassen Zweifel da. Aber die sind sowas von klein. Ich bin mir sicher, dass er ein richtig guter NFL-Quarterback wird. Er muss in der NFL evtl. lernen, mal einen Ball früher wegzuwerfen und nicht zu viel in jedem Play wollen. Viel mehr kann und muss man zu diesen außergewöhnlichen Prospect nicht sagen.


    2. Tua Tagovailoa: Auch wenig überraschend, aber knapper als gedacht, ist Tua mein Nr. 2 ranked QB. Er hat eine unglaubliche Technik (Beinarbeit und Armarbeit) mit der er alles wirklich "smooth" aussehen lässt. Seine Accuracy ist auf sehr hohem Niveau und dabei spreche ich von short, middle und long Distance würfen. Vor allem aber die tiefen Bälle kommen in einer Präzision - was ein Genuss. Seine größte Schwäche ist meiner Meinung nach "die Angst". Eventuell bilde ich mir das ein, interpretiere zu viel hinein oder habe zu oft "Draft Day" gesehen, aber wenn er Druck bekommt oder ein Hit bevorsteht, dann wirkt er irgendwie panisch. Ein Beispiel ist sein Fumble gegen LSU: Er läuft, sieht, dass er keinen Ausweg mehr hat und seine Gedanken sind so sehr mit dem "Einschlag" beschäftigt, sodass er den Ball "vergisst". Es gibt mehrere solcher Plays, wenn auch nicht in der Extreme. Diese Plays haben alle VOR seiner Hüftverletzung stattgefunden und unabhängig vom medizinischen Ausgang spielt bei solchen Verletzungen der Kopf (die Angst) eine maximale Rolle. Es gibt in jeder Sportart Spieler, die nach einer Knieverletzung rasch wieder in Form finden. Andere hingegen brauchen Jahre, um dies zu erreichen, wenn sie es denn überhaupt schaffen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Angst einen derart hemmen kann und eben diese Befürchtung habe ich bei Tua Tagovailoa. Vor allem in der schnelllebigen NFL erhält er wahrscheinlich nicht all zu viel Zeit, um diese Angst - die er offensichtlich auch schon vor der Hüftverletzung hatte - zu "besiegen".


    3. Jake Fromm: die erste Überraschung! Bevor ich mir Fromms Tape angeschaut habe, war ich etwas voreingenommen in negativer Hinsicht. Ich erinnerte mich sehr gut an das Spiel gegen South Carolina, bei welchem Fromm nahezu katastrophal spielte. Doch je mehr ich mich mit ihm beschäftigte, desto mehr wurde er ein kleiner "Draft-Crush" von mir. Er besitzt halt eben viele Fähigkeiten, um es auch auf der nächsten Ebene zu schaffen. Eine gute (tiefe Würfe) bis sehr gute (kurze- und Mitteldistanzwürfe) Accuracy, eine stabile Pocket Präsenz und die passende Mechanik. Was ich aber so außergewöhnlich stark finde, ist seine Art, wie er seine Reads durchgeht, wie er Defenses liest und wie er darauf aufbauend Entscheidungen trifft. Ich war wirklich extrem überrascht, als ich mit seinem Tape fertig war. Zudem ist sein "Floor" relativ hoch, da ich ihn mindestens als soliden Starter einschätze. Wenn er es irgendwie schafft in das richtige System zu kommen, welches ihm gute WR bietet, dann bin ich auch auf sein Ceiling gespannt. Ich lehne mich jetzt sehr weit aus dem Fenster und sage er könnte eine Art "Mini-Brady" werden. Klar ist auch, dass er nicht der Typ ist, der wie Mahomes, Watson oder Murray vier Gegenspieler ins leere tacklen lässt und dann die Bombe 60 yds in die Endzone wirft. Seine größte Schwäche ist seine Armstärke, die er aber durch seine Antizipation und Genauigkeit oftmals sehr gut ausgleicht.


    So, das war es erstmal von mir. Zu den anderen Dreien werde ich in den kommenden Tagen etwas schreiben. Ich muss jetzt leider weiterarbeiten.


    Ps. mich würde es nicht wundern, wenn New England Fromm in Runde 2 drafted...

  • @Ohana2410


    Komme in Frieden :thumbup:


    Ich glaube ich habe selten eine evaluation eines Spielers (Fromm) so unterschiedlich gesehen wie deine. Ob es dein QB ranking ist oder das meiste deiner Beurteilung. Ich weiss ja nicht welche tapes du gesehen hast und wieviele, aber Fromm kommt viel zu gut weg. Ich habe mir letztes Jahr fast jedes Spiel der Bulldogs angeschaut, und ich kann da kaum was teilen was du an ihm siehst. Aber hey, jeder hat seine Sichtweise.


    Gruss Badger

    GO SPURS PACKERS BREWERS PENGUINS MOUNTAINEERS GO
    MY NEIGHBOURS LISTEN METAL MUSIC.....IF THEY LIKE IT OR NOT!!! :3ddevil:


  • Ist auch vollkommen in Ordnung. Ich müsste so ca. 7 Spiele in einer Snap-Zusammenfassung gesehen haben. Ich denke, du hast natürlich einen viel umfassenderen Eindruck gewinnen können, aber bevor ich jede Meinung lediglich kopiere, versuche ich mir ein eigenes Bild zu machen. Was genau (hört sich ja an, als wäre es fast alles :D ) hast du denn an Fromm zu beantstanden?

  • Wow ich habe die anderen 6 Spiele von Fromm gesehen ;)


    Nichts davon kann ich so zustimmen.
    Fromm wird vermutlich nie mehr als ein Backup in der NFL werden.
    Mein Nr. 7 QB
    1. Burrow
    2. Herbert
    3. Tua
    4. Love
    5. Hurts
    6. Eason

  • :D:D


    Ich habe beispielsweise J. Love nur auf der 6. Das könnte auch dafür sprechen, welche Quarterback-Typen ich bevorzuge. Love beispielsweise kann ich außer seinem Talent echt wenig abgewinnen. Es ist für mich unvorstellbar, dass er in Runde 1 gehandelt wird. Ja, er hat einige Wow-Momente, aber da sind mindestens genau so viele arghh-Momente.


    Ps. oder es spricht alles für meine Ahnungslosigkeit. :paelzer:

  • Krass, dass du den inkonstanten Herbert VOR Tua hast. Der verfehlt teilweise seine Checkdown Pässe deutlich, um dann später einen sehr guten Pass rauszuhauen. Im Endeffekt sind das aber zwei unterschiedliche Spieler, die du je nach Form bekommst.
    Tua hingegen hat "nur" das leichte Pressure Problem, da er bei Pressure halt nicht mehr ganz so roboterhaft agiert. Aus sauberer Pocket - und die hast du in der NFL häufiger - seziert er dir die gegnerische Defense und macht kaum Fehler. Oder hast du hier die Verletzungsakte als Red Flag?

  • Tua ist bei mir aufgrund der Verletzungen hinter Herbert.
    Herbert braucht noch ein wenig Zeit und Training, aber ich glaube wenn man in 5 Jahren zurück schaut, kann er der beste QB der Klasse sein. Hat für mich ne Menge Upside.
    Ähnlich wie Love.


    Fromm ist maximal ein Game Manager. Der bringt dir absolut nichts out of Scheme.
    Wird bestenfalls ein Andy Dalton.

  • @Ohana2410 bin mal gespannt wie deine "Exlusivmeinung" zu Fromm sich machen wird.
    Ich sehe in ihm auch eher einen soliden bis guten Backup in der NFL.
    Ihn an 3 zu haben ist schon brutal mutig. Er gibt dir sicherlich eine gewisse Baseline bezüglich Backup-Niveau, aber ein Herbert z.B. kann ein starker QB in der NFL sein, nicht muss, aber kann und ich sehe nicht wie Fromm das sein könnte, da sind in beide Richtungen bei ihm Grenzen gesetzt. Deshalb ist z.B. auch ein Love höher einzuordnen, der könnte zwar nichtmal das Niveau von Fromm erreichen, aber halt auch deutlich über ihn, klassischer Boom or Bust Kandidat, aber "Boom" ist halt möglich.
    Wenn ich einen Franchise-QB suche, dann wäre Fromm der letzte den ich aus den Top 6-8 Prospects ziehen würde. Geht es darum mindestens einen soliden Backup zu haben, dann dürfte er in der Range zwischen 3 und 8 vll. der sicherste Kandidat sein, wobei auch in dieser Kategorie ein Herbert vor ihm wäre, denn bei Herbert sehe ich im schlimmsten Fall einen guten Backup, dafür bringt er zuviel mit und hat ein zu gutes Skillset.

  • Ich bin mittlerweile (endlich!) mit den Quarterbacks durch und will euch zumindest ein paar meiner Eindrücke schildern. Ich gehe im Folgenden auf die Top-6 ein (auch in der Reihenfolge). EDIT: Heute nur Top-3.

    So, ich mache dann mal weiter. Auch wenn ich wohl nicht die überwiegende Forumsmeinung treffe. Wie gesagt, ich habe sicherlich nicht so viel Erfahrung wie die meisten hier und habe jetzt auch nicht all zu viele Spiele live gesehen. Das heißt jetzt nicht, dass ich einfach blind irgendwelche Reihenfolgen erwüfel, aber ich kann es zumindest sehr gut nachvollziehen, wenn viele eine andere Meinung haben. Im Endeffekt bin ich auch nach 4 Jahren Football noch im Lernprozess und würde dies gerne weiterhin auch tun. Dafür bin ich über jeder andere Meinung, konstruktive Kritik oder Hinweise dankbar. Dennoch ist es selbstverständlich im Lernprozess - und auch sonst - unerlässlich sich eine eigene Meinung anzueignen und diese auch zu vertreten.


    4. Justin Herbert: Da ist wohl der Kandidat, den viele an Nummer 3 sehen. Ich finde insgesamt allerdings, dass Herbert und Fromm in der gleichen Range sind, sich allerdings vom Spielstil stark unterscheiden. Herbert hat einen bombenstarken Arm, ist viel athletischer und bringt die gewünschte NFL-QB-Size mit. Was mir allerdings gar nicht gefällt, ist sein Verhalten bei Druck, bei dem er sich dann ganz auf seinen Arm verlässt und wilde 50/50 Dinger schmeißt, anstatt den Ball wegzuwerfen. Zudem hat er manchmal echt Würfe bei, die aber sowas von haarsträubend sind. Ich würde ihn in der NFL mit Josh Allen vergleichen. Dabei hat Herbert nicht die Athletik, aber auch nicht ein ganz so wildes Passspiel wie Allen, als er aus dem College kam.


    Warum ist Fromm also vor Herbert? Es war ganz eng und im Endeffekt ein Bauchgefühl. Wenn ich als GM wählen könnte, würde ich immer den weniger flashy, aber sichereren Quarterback wählen. Das liegt wahrscheinlich an 5 Jahren Jameis...
    Wird Fromm vor Herbert gedrafted? Mitnichten! Das hat meiner Meinung aber sehr viel damit zutun, dass Herberts Defizite eher als coachable gelten. Ich denke NFL-Coaches sind - zumeist auch zurecht - davon überzeugt, aus einem Typen wie Herbert alles rausholen zu können. Er hat halt alles, was sich Coaches wünschen und hat demnach kaum ein Limit. So zumindest in der Theorie.


    5. Jacob Eason: Den letzten Satz aus der Herbert Bewertung könnte so auch auf Eason angewandt werden. Er lebt halt nochmal viel mehr von seinem Arm, der aber auch einfach nur stark ist. Ich würde einen Eason in der 2. Runde immer einen Herbert in der 1. Runde vorziehen. Warum? Ich habe teilweise auf dem Tape das Gefühl gehabt, dass die Receiver mit den Laserbällen nicht klar kamen und dies zu vielen Drops geführt hat. Gerne hätte ich Eason mal ein Spiel gesehen, bei dem er auf Jeudy, Ruggs und Weddle wirft. In der NFL wird er seine Bälle auf Ballfänger von ganz anderer Qualität werfen dürfen. Dies wird ihm Zugute kommen. Gleiches gilt für seine "zu hoch geworfenen" Bälle. Ich will damit nicht sagen, dass seine Accuracy "elite" war, aber ich will es halt insofern relativieren, dass seine Receiver echt nicht gut waren. Das Eason ein Projekt und auf keinem Fall ein First Day Starter ist, ist für mich klar. Dafür hat er einfach noch viel zu viele Fehler im Spiel. Die da wären bspw. sein Footwork, lesen von Defenses, teilweise katastrophale Pässe... Ich denke, dass der Forums-Mock-Draft das beste wäre, was einem Eason passieren könnte. Der könnte von M. Stafford so viel lernen, der ein ähnlicher Spielertyp ist, wie er selbst (natürlich in 100x besser).


    6. J. Love: Ich weiß ehrlich gesagt nicht mal, ob Love meine 6 ist, aber da er ja immer wieder "First Round Grades" erhält, möchte ich kurz meine Meinung zu ihm loswerden. Er hat einen tollen Release, bringt eine gute quickness mit und haut teilweise sensationelle Spielzüge raus. Das war aber auch alles Positive meiner Meinung nach. Ich habe selten oder noch nie einen Quarterback gesehen, bei dem ich Pre-Snap so klar erkennen konnte, wer seine Anspielstation wird. Er hatte dann auch nicht die Fähigkeit andere Anspielstationen einzubinden, wenn sein erster Read nicht frei war. Das endete dann oftmals in katastrophalen Plays. Ich sehe ehrlich gesagt nicht, warum bei Love von der ersten (oder zweiten) Runde gesprochen wird... wahrscheinlich, weil Mahomes und Watson so überzeugen ?!?!?!

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  • Wenn ich als GM wählen könnte, würde ich immer den weniger flashy, aber sichereren Quarterback wählen.

    Mit dieser Einstellung hättest du im Draft 2017 C.J. Beathard vor Mahomes und Watson gezogen und dich heute gefragt was falsch gelaufen ist.

  • Mit dieser Einstellung hättest du im Draft 2017 C.J. Beathard vor Mahomes und Watson gezogen und dich heute gefragt was falsch gelaufen ist. Ähnlich ordne ich Fromm über Herbert und Love ein (überspitzt natürlich, Fromm ist ein besseres Prospect als C.J. Beathard), wobei es, wie ich hier schonmal erwähnt habe, sein kann, dass Love flopt und an Fromm nicht rankommt.Es geht ja auch darum deinen Franchise-QB zu finden, Herbert gibt dir diese Hoffnung und Chance, ein Love im Bestenfall auch, ein Fromm halt nicht wirklich und da kommen wir halt zu deiner ursprünglichen Ansicht, sicher ist in diesem Fall, sicher Mittelmaß statt Boom or Bust (Love), Herbert ist für Mittelmaß sicher genug.

    Sehr interessant. Ich habe beim Schreiben meines Beitrages sogar darüber nachgedacht, dass ich wahrscheinlich die mögliche Perspektive zu wenig beachte.


    Dennoch bin ich der Meinung, dass bei einem Fromm die Möglichkeit besteht, dass er im richtigen Scheme die Gegner quasi sezieren kann.


    Um ehrlich zu sein - vllt. auch dadurch bedingt, dass man jetzt schon schlauer ist - finde ich das Tape von Mahomes und vor allem von Watson weitaus besser als von Love und Herbert.

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  • Ich persönlich glaube ja, dass der Lockdown Tua schaden wird. Interessierte GMs hätten den bestimmt nochmal gerne vor Ort erlebt. Deshalb vermute ich, dass Herbert vor Tua gepickt wird.

  • Ich persönlich glaube ja, dass der Lockdown Tua schaden wird. Interessierte GMs hätten den bestimmt nochmal gerne vor Ort erlebt. Deshalb vermute ich, dass Herbert vor Tua gepickt wird.

    Darüber habe ich tatsächlich auch schon nachgedacht. Inwiefern dürfen die eigenen Teamärzte Tua denn nochmal unter die Lupe nehmen?

  • :D:D
    Ich habe beispielsweise J. Love nur auf der 6. Das könnte auch dafür sprechen, welche Quarterback-Typen ich bevorzuge. Love beispielsweise kann ich außer seinem Talent echt wenig abgewinnen. Es ist für mich unvorstellbar, dass er in Runde 1 gehandelt wird. Ja, er hat einige Wow-Momente, aber da sind mindestens genau so viele arghh-Momente.


    Ps. oder es spricht alles für meine Ahnungslosigkeit. :paelzer:

    Stimme dir bei Love zu. Also diesem Jordan Love, gibt wohl noch einen anderen QB namens Love.
    Er wird leider auch mit den Colts in Verbindung gebracht. Für mich springt da die Spielweise von Deshone Kizer in den Sinn. War ganz erschrocken, als ich dessen Stats aus 2017 gesehen habe. 11TD und 22 Interceptions.


    http://www.nfl.com/player/deshonekizer/2557983/combine
    https://www.nfl.com/prospects/…13-0776-be4c-ce231b05c522




    Wie manche Love als "Mahomes-Klon" bezeichnen können, ist mir schleierhaft.

  • Kommen wir nun – analog zu meiner QB-Evaluierung – zur Bewertung der wohl besten Positionsklasse in diesem Draftjahr; den Wide-Receivern.
    Ich glaube durch die Qualität auch in der Tiefe werde ich dieses Jahr die Runningbacks „skippen“, da einfach die Zeit fehlt. Das sagt schon vieles aus.
    Das Tape schauen hat unglaublichen Spaß gemacht und ich bin mir -ähnlich wie die meisten Experten - sehr sicher, dass wir in ein paar Jahren mehrere Top-10 Receiver der NFL in dieser Klasse wiederfinden. Aufgrund meiner (noch) mangelnden Erfahrung habe ich parallel auch immer wieder College-Tape von gestandenen NFL-Receivern geschaut, um einfach das Gesehene einordnen zu können. Gerade das hat mich zum Staunen gebracht – die WR-Klasse 2019 ist einfach stark!
    Eine Sache noch, bevor ich dann zu meiner persönlichen Rangliste komme. Nach den ersten beiden Spielern, die ich als sogenannte „Blue-Chip-Player“ betiteln würde, folgt doch nochmal ein signifikanter Qualitätsverlust. Das hat weniger mit den folgenden Spielern zu tun, sondern einfach mit der herausragenden Qualität von Jeudy und Lamb (Ich glaube, das war kein Geheimnis).
    „Spieler 4“ und „Spieler 5“ hätte ich auch tauschen können, da ist mir eine Einordnung besonders schwergefallen. Ich habe mich dann für den Spieler entschieden, der mir einfach mehr Spaß gemacht hat.
    Nach Platz 7 gibt es m.M.n. auch nochmal einen gewaltigen „Drop-Off“. Dazu aber gleich mehr.




    1. Jerry Jeudy


    Wow, hat mir das Tape Spaß gemacht. Exzellentes Route-Running, unglaubliche Moves („Dead-leg“) nach dem Catch, sehr gute Schnelligkeit und fantastische Quickness. Ich musste hier nach Synonymen für exzellent googlen, weil J.J. einfach so viele herausragende Fähigkeiten hat. Er ist für mich – doch relativ klar- der NR. 1 –Receiver dieses Jahr. Ich bin absolut davon überzeugt, dass er auch in der NFL ein Topstar wird und quasi gegen jeden Cornerback Separation kreieren kann.


    Einziges Manko: er muss ab und an noch konzentrierter sein, da er schon den einen oder anderen Drop im Spiel hat.


    2. CeeDee Lamb


    Der Receiver mit den besten Händen dieses Jahr. Er scheint quasi alles zu fangen. Zusätzlich ist er nach dem Catch ein absolutes Tier und bringt auch die athletischen Fähigkeiten mit, wenn auch nicht auf dem Level wie einige andere Prospects dieses Jahr. Der Hopkins-Vergleich, den man in sämtlichen Medien immer öfter hört, passt wie die Faust aufs Auge.


    Im Gegensatz zu Jeudy kann Lamb allerdings nicht die Separation kreieren und ist nicht ganz so flexibel einsetzbar.


    3. Denzel Mims


    Erste kleine Überraschung?!?! Ich habe das Tape von Mims relativ spät geschaut und war eigentlich der Meinung, dass keiner mehr meine „Top-5“ durcheinanderwürfeln wird. Doch in Mims sehe ich wirklich das Potenzial, ein Elite-X-Receiver in der NFL zu sein. Er bringt einfach alle Anforderungen mit:


    Weltklasse Hände (die besten nach Lamb), die Prototyp-Size mit unglaublicher Physis, die Schnelligkeit und sogar die quickness, auch wenn er nicht allzu komplizierte Routes laufen musste. Dazu ist er ein sehr williger Blocker, gewinnt contested-Catches und hat trotz teilweise schlechtem QB-Play eine gute Production gehabt. Ich hätte ihn so gerne mal in einem Spiel gesehen, bei welchem ein Burrow, Tagovailoa oder Lawrence auf ihn wirft. Ich sehe in ihm einen Michael Thomas ähnlichen Receiver, zumindest aber einen besseren DK Metcalf.


    4. Jalen Reagor


    Ja, ich habe Jalen Reagor über Henry Ruggs III. Reagor ist ein absoluter Speedster, der unglaublich gute Routes läuft. Seine Cuts sind einfach eine Waffe. Zusätzlich hat er gute, wenn auch ausbaufähige Hände und ist taffer als ich es befürchtet hatte. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich Reagor und Ruggs immer wieder getauscht habe. Das bessere Route-Running hat im Endeffekt über die bloße Schnelligkeit gesiegt.


    5. Henry Ruggs III


    Ruggs ist in vielen Boards wohl mindestens WR Nr. 3 und auch ich glaube, er kann in der NFL eine Big-Play Maschine sein und das schon im ersten Jahr. Er ist einfach wahnsinnig schnell und entscheidet trotz seiner Statur sogar einige 50/50 Bälle für sich. Seine Hände sind in diesen Situationen wirklich gut.


    Was mir allerdings nicht so gefallen hat, war, dass er zunächst einmal nur wenig verschiedene Routes gelaufen ist (vor allem Slants und Goes). Diese ist er auch gut gelaufen, allerdings hat mir teilweise die quickness gefehlt – vor allem in Relation zu seiner Schnelligkeit. Deswegen steht Reagor über ihn. Auch nach dem Fang gewinnt er Duelle vor allem über seine Schnelligkeit und nicht durch spezielle Moves. Ich bin skeptisch, ob er sich nicht zu sehr auf seinen Speed verlässt.


    6. Tee Higgins


    Der ehemalige Clemson-Receiver bringt eigentlich auch alles mit, um ein gestandener X-Receiver zu werden. Er besticht durch seine Größe und seine Hände, die ihm dazu verhelfen viele Bälle, sei er auch noch so eng gedeckt, zu fangen. Was mir bei ihm ein wenig fehlt ist die Schnelligkeit und auch in seinem Route-Running fand ich ihn nicht überragend. Trotzdem – nur mal zur Einordnung – würde ich Higgins noch eine First-Round Grade geben.


    7. Justin Jefferson


    Wahrscheinlich gehen hier auch wieder einige von Euch nicht konform mit meiner Meinung, aber ich sehe in Jefferson keinen Spieler, den ich in Runde 1 draften würde. Er hat eine unglaubliche Produktion gehabt im letzten Jahr und ist vllt. Der beste (reine) Slot-Receiver, aber das alleine reicht mir nicht. Er fängt wirklich vieles und hat eine höhere Endgeschwindigkeit, als ich erwartet hatte. Allerdings braucht er ein wenig Zeit bis er auf „Touren“ kommt. Er ist halt kein Spieler, der sich sofort nach dem Snap Platz verschafft und die O-Line bzw. das Pocket-Verhalten von Burrow konnten JJ die notwendige Zeit verschaffen. Das täuscht über vieles hinweg und lässt ihn schnell auf etlichen Boards steigen, aber nicht auf meinem.



    8. KJ Hamler


    Wahnsinniger Drop-Off.
    Mit KJ Hamler haben wir den nächsten Slot-Receiver, wenn auch ein komplett anderer Typ als Jefferson. KJ Hamler ist ein recht zierlicher, flinker Slot-Receiver mit teilweise sehr guten Händen. Ich frage mich nur, ob seine Physis (Stärke, Größe) für eine größere Rolle in der NFL reicht. Zusätzlich fehlt die Elite-Endgeschwindigkeit.


    9. Laviska Shenault


    Ein Spielertyp mit dem ich mich irgendwie nicht anfreunden konnte. Vllt. Fehlt mir nur die Kreativität, wie man so einen bulligen Receiver in der NFL einsetzen will, vllt. War das katastrophale Quarterback-Play einfach ausschlaggebend für meine schlechte Bewertung. Ich weiß es wirklich nicht. Ich sehe einfach wohl nicht das in ihm, was so viele andere sehen. Er ist körperlich stark, ja – aber dann? Let me know.