Hochseesegeln

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    • Hochseesegeln: Morgen beginnt die Vendee Globe, die wohl härteste Einhandsegelregatta der Welt. Keine Ahnung, ob das hier noch jemanden außer mich interessiert.

      Worum geht es? Um eine Weltumsegelung, die nur alle 4 Jahre veranstaltet wird. Start und Ziel ist in Les Sables-d’Olonne im französischen Department Vendee. Von dort aus geht es zunächst quer überdie Biskaya, dann biegt man links in den Atlantik ab, segelt den runter, dann nochmal links und südlich von Afrika, Australien und Südamerika mit vorgegebenem Sicherheitsabstand einmal um die Antarktis, dann wieder den Atlantik rauf, rechts in die Biskaya und zurück nach Frankreich. Das sind dann etwa 24000 Seemeilen oder 45000 Kilometer.

      Was macht die Regatta so hart? Zunächst mal die reine Länge der Regatta, dann das Regelwerk, dass Zwischenstops verbietet, außerdem das Segeln im Southern Ocean, wo immer mit viel Wind/Sturm und hohen Wellen zu rechnen ist und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Segler allein auf dem Boot sind. Also nur eine Person pro Boot. Es gibt zwar Kontakt über Satelitentelefon, ansonsten sind die Segler aber auf sich allein gestellt. Mehrere Stunden am Stück schlafen ist also während der Regatta nicht drin. Im Schnitt scheidet knapp die Hälfte der Teilnehmer unterwegs aus, insgesamt haben nur 98 Segler jemals das Rennen beendet. Im All waren mehr Menschen.

      Wer segelt da? Insgesamt nehmen dieses Jahr 33 Hochseesegler an der Regatta teil, darunter 6 Frauen. Titelverteidiger Armel Le Cléac'h ist nicht am Start, Favoriten sind der Brite Alex Thompson auf der Hugo Boss und der Franzoso Jérémie Beyou auf der Charal. Überhaupt stellen französische Segler den Großteil Skipper, hat die Sportart dort doch einen ungleich höheren Stellenwert als in Deutschland. Deshalb hat es wohl auch bis dieses Jahr gedauert, bis erstmals ein Deutscher das Rennen in Angriff nimmt. Boris Herrmann (ja, der, der Greta Thunberg nach New York gebracht hat) ist auf der Seaexplorer am Start und erhofft sich einen Platz unter den Top 10.

      Die Boote? Es handelt sich um bis zu 20 Meter lange Rennyachten der Imoca-Klasse, die zwar viel technischen Krimskram, dafür aber kein Klo an Bord haben. Die moderneren Yachten sind mit Foils ausgestattet, die das Boot bei höheren Geschwindigkeiten aus dem Wasser heben können und dadruch noch mehr Speed erlauben.

      Von wann bis wann geht es? Der Start ist morgen um 13:00 Uhr. Bei der letzten Ausgabe war der Sieger nach 74 Tagen zurück, der letzte hat 50 Tage länger gebraucht. Zwischenstände, Berichte und Videos gibt es immer auf der offizeiellen Website der Regatta: vendeeglobe.org/en Dort gibt es auch eine Link zur virtuellen Ausgabe der Regatta, wo sich jeder mit den echten Teilnehmern und über einer Viertelmillion e-Seglern messen kann.
    • Erzwolf schrieb:

      Hochseesegeln: Morgen beginnt die Vendee Globe, die wohl härteste Einhandsegelregatta der Welt. Keine Ahnung, ob das hier noch jemanden außer mich interessiert.

      Worum geht es? Um eine Weltumsegelung, die nur alle 4 Jahre veranstaltet wird. Start und Ziel ist in Les Sables-d’Olonne im französischen Department Vendee. Von dort aus geht es zunächst quer überdie Biskaya, dann biegt man links in den Atlantik ab, segelt den runter, dann nochmal links und südlich von Afrika, Australien und Südamerika mit vorgegebenem Sicherheitsabstand einmal um die Antarktis, dann wieder den Atlantik rauf, rechts in die Biskaya und zurück nach Frankreich. Das sind dann etwa 24000 Seemeilen oder 45000 Kilometer.

      Was macht die Regatta so hart? Zunächst mal die reine Länge der Regatta, dann das Regelwerk, dass Zwischenstops verbietet, außerdem das Segeln im Southern Ocean, wo immer mit viel Wind/Sturm und hohen Wellen zu rechnen ist und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Segler allein auf dem Boot sind. Also nur eine Person pro Boot. Es gibt zwar Kontakt über Satelitentelefon, ansonsten sind die Segler aber auf sich allein gestellt. Mehrere Stunden am Stück schlafen ist also während der Regatta nicht drin. Im Schnitt scheidet knapp die Hälfte der Teilnehmer unterwegs aus, insgesamt haben nur 98 Segler jemals das Rennen beendet. Im All waren mehr Menschen.

      Wer segelt da? Insgesamt nehmen dieses Jahr 33 Hochseesegler an der Regatta teil, darunter 6 Frauen. Titelverteidiger Armel Le Cléac'h ist nicht am Start, Favoriten sind der Brite Alex Thompson auf der Hugo Boss und der Franzoso Jérémie Beyou auf der Charal. Überhaupt stellen französische Segler den Großteil Skipper, hat die Sportart dort doch einen ungleich höheren Stellenwert als in Deutschland. Deshalb hat es wohl auch bis dieses Jahr gedauert, bis erstmals ein Deutscher das Rennen in Angriff nimmt. Boris Herrmann (ja, der, der Greta Thunberg nach New York gebracht hat) ist auf der Seaexplorer am Start und erhofft sich einen Platz unter den Top 10.

      Die Boote? Es handelt sich um bis zu 20 Meter lange Rennyachten der Imoca-Klasse, die zwar viel technischen Krimskram, dafür aber kein Klo an Bord haben. Die moderneren Yachten sind mit Foils ausgestattet, die das Boot bei höheren Geschwindigkeiten aus dem Wasser heben können und dadruch noch mehr Speed erlauben.

      Von wann bis wann geht es? Der Start ist morgen um 13:00 Uhr. Bei der letzten Ausgabe war der Sieger nach 74 Tagen zurück, der letzte hat 50 Tage länger gebraucht. Zwischenstände, Berichte und Videos gibt es immer auf der offizeiellen Website der Regatta: vendeeglobe.org/en Dort gibt es auch eine Link zur virtuellen Ausgabe der Regatta, wo sich jeder mit den echten Teilnehmern und über einer Viertelmillion e-Seglern messen kann.
      Der Transport von Greta zählte ja auch zur Vorbereitung von Boris und soweit ich weiß, wäre die Malizia II ja auch ein zugelassenes Boot. Wobei man zugeben muss, dass die Vendee Globe eigentlich Wahnsinn ist. Gerade die Route um die Roaring forties und furius fifty’s schon Wahnsinn ist, aber eben auch diese Geschwindigkeiten mit ermöglichen.
      "So ladies, if the man in your life played even one down of high school football, he’s almost certainly courageous, competitive and a fine athlete.

      NFL games, however, are played by supermen." (Mick Mixon)
    • DonFranco schrieb:

      Der Transport von Greta zählte ja auch zur Vorbereitung von Boris und soweit ich weiß, wäre die Malizia II ja auch ein zugelassenes Boot.
      Das Boot ist immer noch dasselbe, mit dem Greta mitgefahren ist. Es hat nur über den Winter neue Foils und sponsorbedingt einen neuen Namen bekommen. Mit dem Wahnsinn hast du allerdings recht.
    • Erzwolf schrieb:

      DonFranco schrieb:

      Der Transport von Greta zählte ja auch zur Vorbereitung von Boris und soweit ich weiß, wäre die Malizia II ja auch ein zugelassenes Boot.
      Das Boot ist immer noch dasselbe, mit dem Greta mitgefahren ist. Es hat nur über den Winter neue Foils und sponsorbedingt einen neuen Namen bekommen. Mit dem Wahnsinn hast du allerdings recht.
      Find ich spannend. Verfolgst du das Rennen? Würdest du die Community auf dem Laufenden halten. Ich würde es gern etwas verfolgen indem ich die Highlights mitbekomme.
    • Erzwolf schrieb:

      Livestream vom Start hier:
      Ich will nochmal nachfragen, evtl. weißt du ja wie genau es in den Regeln gefasst ist. Wieviel Abstand zur Antarktis muss eigentlich eingehalten werden? Die Route auf der Karte geht ja eigentlich etwa entlang des 45° südlicher Breite und nur am Kap Horn geht es (zwangsweise) bis in die Screaming Sixties. Dürfte man, aus Geschwindigkeitsgründen(auch wenn es dort nochmal deutlich wahnsinniger ist) Seine Route durch die 50er statt der 40er Grade nehmen oder sind die 40er (bis auf das Kap Horn) Pflicht?
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    • DonFranco schrieb:

      Ich will nochmal nachfragen, evtl. weißt du ja wie genau es in den Regeln gefasst ist. Wieviel Abstand zur Antarktis muss eigentlich eingehalten werden? Die Route auf der Karte geht ja eigentlich etwa entlang des 45° südlicher Breite und nur am Kap Horn geht es (zwangsweise) bis in die Screaming Sixties. Dürfte man, aus Geschwindigkeitsgründen(auch wenn es dort nochmal deutlich wahnsinniger ist) Seine Route durch die 50er statt der 40er Grade nehmen oder sind die 40er (bis auf das Kap Horn) Pflicht?
      Da ist kein einheitlicher Breitengrad festgelegt, die südliche Streckenbegrenzung schwankt, vom Atlantik bis Ausstralien um 45°ab da dann um 55°bis zum maximum von 58° südlicher Breite am Kap Hoorn. Südlicher als die Begrenzung darf man nicht, hauptsächlich um einer Kollision mit Eisbergen vorzubeugen. Außerdem wäre es auch nicht fair, wenn einige noch südlicher segeln würden, wäre es doch quasi eine Abkürzung.
    • Erstes kleines Update zur Vendee Globe:

      Die ersten 24 Stunden sind rum und der Großteiol der Flotte hat die Biskaya durchquert und nimmt im Atlantik Kurs nach Süden. Die älteren Boote haben dabei den etwas direkteren Lurs auf die Nordwestspitze Spaniens zugenommen, weshalb momentan mit Damien Seguin auch ein Außenseiter führt. Das sollte sich aber bald begradigen. Außerdem ist ein Segler, Fabrice Amadeo schon wieder umgekehrt, weil er ein Problem mit einer Segelbefestigung hatte. Ich vermute mal, dass er dem Feld noch hinterherstarten darf, aber für die vorderen Plätze dürfte er so natürlich nicht mehr infrage kommen. Ansonsten ist noch nichts Entscheidendes passiert. Nun geht es erstmal mehr oder weniger nah an der Küste Portugals entlang und dann normalerweise an Kanaren und Kapverden vorbei Richtung Äquator, der in etwa einer Woche erreicht werden sollte. Wenn vorher nichts dramatisches passiert melde ich mich dann wieder.
    • Da muss ich mich doch schneller wieder melden als geplant.

      Die Windbedingungen sind so, dass die Segler viel weiter westlich unterwegs sind, als man das üblicherweise macht. Deshalb führt der weitere Kurs Richtung Äquator entlang der Azoren und nicht der Kanaren. EInfach weil damehr Wind ist und dieser aus günstigerer Richtung kommt. Vielleicht auch etwas viel WInd, letzte Nacht gab es bis zu 40 Knoten auf die Nase, was nicht ohne Folgen blieb:

      - Mitfavorit Armel Tripon auf der L'occitane en Provence hat ein Problem mit der Segelhalterung und steuert Richtung La Coruna, um das Problem in einer ruhigen Ankerbucht zu beheben.
      - Kevin Escoffier auf PBR gehört ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis und hat einen Wassereinbruch im Boot, wahrscheinlich verursacht durch ein defektes Ventil. Das kann er allerdings wohl unterwegs reparieren, wenn der Wind von der anderen Seite kommt.
      - Härter hat es Top-Favorit Jérémie Beyou getroffen. Er ist wohl letzte Nacht mit einem Ufo (unidendified floating objct) kollidiert und hat sich dabei die Ruderanlage beschädigt. Für ihn geht es zurück zur Startstelle nach Les Sables D'Olonne. Ob er von dort nochmal, wie der wieder in See gestochene Fabrice Amadeo, dem Feld hinterhersegeln kann ist unklar.

      Das Ranking ist noch nicht begradigt, da liegen immer noch die Skipper vorne, die den direkten Kurs nahe Cap Finisterre genommen haben. Aktuell führender ist Maxime Sorel. Allerdings muss diese Gruppe nun gegen den Wind auch weiter RIchtung Westen, während die Favoritengruppe mit mehr Wind mittlerweile schon direkten Kurs Richtung Süden genommen hat. Boris Herrmann liegt aktuell im Ranking auf Platz 18, befindet sich aber in der weiter westlich besser postierten Gruppe und sollte sich deshalb bald in den Top 10 befinden. Am besten liegen derzeit Thomas Ruyant und Charlie Dalin.

      Das scheint eine wirklich spannende Ausgabe zu werden. Top Favorit Jérémie Beyou raus bzw. weit zurückgeworfen, Co-Favorit Alex Thompson auch noch nicht in vorderster Linie aufgetaucht. Noch 23700 Seemeilen bis zum Ziel.

      Scheint auch recht gemütlich an Bord zu sein:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Erzwolf ()

    • Ich finde die ganze Geschichte schon auch echt spannend. Aber wie machen sie es, wenn sie mal schlafen müssen? Wird da das Segel ein Stück weit eingeholt, dass es nicht zu wild ist. Oder ist da inzwischen schon so viel automatisiert, dass der Boardcomputer da im Zweifel ein Stück weit helfend eingreifen kann?
    • The_Little schrieb:

      Ich finde die ganze Geschichte schon auch echt spannend. Aber wie machen sie es, wenn sie mal schlafen müssen? Wird da das Segel ein Stück weit eingeholt, dass es nicht zu wild ist. Oder ist da inzwischen schon so viel automatisiert, dass der Boardcomputer da im Zweifel ein Stück weit helfend eingreifen kann?
      Es gibt natürlich einen Autopiloten und auch Radarsysteme, die vor Hindernissen warnen. An 8 Stunden durchgehendem Nachtschlaf ist trotzdem nicht zu denken. Die Segler schlafen in Etappen von 20-60 Minuten Dauer, je nach Situation. Ist auch ein ganz wichtiges Thema für die Skipper da genügend Schalf zu bekommen, um die Aufmerksamkeit hochzuhalten.
    • Die Vendee Globe geht in die zweite Woche und mittlerweile hat sich das Feld sortiert und auch schon auf über 1000 Meilen auseinandergezogen. Während die Spitze gerade westlich der Kapverden segelt, sind die Nachzügler noch nordwestlich der Kanaren unterwegs. nachdem Ende letzter Woche noch ein Sturmtief umsegelt werden musste, finden die Segler jetzt optimale Bedingungen vor und sind mit hoher Geschwindigkeit (z.T. über 30 Knoten) auf direktem Kurs Richtung Äquator. Dort drohen normalerweise die Doldrums, eine Zone mit schwachen Winden, wo man schon mal länger in einer Flaute festsitzen kann. Die aktuellen Windmodelle sagen aber auch da stabile Winde voraus, was eine schnelle Äquatorpassage ermöglichen sollte und auch im Südatlantik warten gute Bedingungen.

      Heute vormittag meldete der bis dahin auf Platz 7 liegende Nicolas Troussel, dass der Mast seiner CORUM L'Epargne gebrochen ist. Troussel ist unverletzt, wird aber damit wohl die Regatta aufgeben müssen. Im Sturm vor ein paar Tagen hat sich der Japaner Korija Shiraishi das Hauptsegel gerissen, für ihn scheint es aber weiterzugehen.

      Auf Platz 1 liegt momentan der favorisierte Brite Alex Thompson auf der Hugo Boss, etwa 80 Meilen vor dem Überraschungszweiten Jean Le Cam auf der Yes We Cam !, einem der älteren und nicht mit Foils ausgestattetem Boote im Feld. Ganz starke Leistung des erfahrenen Franzosen bisher, der einen direkteren Kurs als die Favoriten mit den neuen Yachten gewählt hat. Es folgen Thomas Ruyant, Charlie Dalin und Kevin Escaffier. Der Hamburger Boris Herrmann liegt im Moment auf Rang 11 in guter Position, um die angestrebte Platzierung unter den ersten 10 zu erreichen.

      Noch 22000 bis 23300 Seemeilen bis zum Ziel.

      @Olymp Können wir für das Thema einen eigenen Thread bekommen?
    • Die Spitzengruppe hat die Südhalbkugel erreicht. Der Zwischenstand am Äquator:

      1 Alex Thomson HUGO BOSS, 18/11/ 1319h UTC 9d 23h 59m
      2 Thomas Ruyant LinkedOut 18/11/ 1908h UTC 10d 05h 48m +5hrs 49mins
      3 Charlie Dalin Apivia 18/11 2103h UTC 10d 07h 43m +7hrs 44 mins +1h 54m
      4 Jean Le Cam Yes We Cam! 18/11 2332h UTC 10d10h12m +10hrs 13mins +2h 29m
      5 Kevin Escoffier PRB 19/11 0321h UTC 10d14h01m +14hrs 02mins +3hrs 48m
      6 Louis Burton Bureau Vallée 2 19/11 0356h UTC 10d 14h36m +14hrs 37mins + 34mns
      7 Boris Herrmann Seaexplorer 19/11 0650hUTC 10d 17h 30m +17hrs 31mins +2h 54min
      8 Sam Davies Initatives Coeur 19/11 0727h UTC 10d 18hr 07m +18hrs 08mins + 37 mins
      9 Yannick Bestaven Maitre CoQ 19/11 0821h UTC 10d 19hr 01m +19hrs 02mins +54 mins
      10 Benjamin Dutreux OMIA Water Family 19/11 1003h UTC 10d 20hr 43 m +20hrs 44 mins +1H 41min
      11 Sebastian Simon ARKEA Paprec 19/11 1051h UTC 10d 21hr 31m +21hrs 32mins +48 mins

      Weiter geht es erstmal auf der südamerikanischen Seite des Atlantiks Richtung Süden. Spannend wird dann sein, wann die Skipper den Kurs RIchtung Osten ändern. Normal würde man ganz runter Richtung 40sten Breitengrad (grob Höhe Buenos Aires) nach Süden segeln, es gibt aber die Tage ein Fenster, mit dem man schon ab dem 20sten Breitengrad (etwa Höhe Rio de Janeiro) Richtung Südost steuern könnte. Gut vorstellbar, dass sich das Feld dort teilt.

      Außerdem ist am Dienstag der mit einem Ruderschaden nach Les Sables d'Olonne zurückgekehrte Topfavorit Jérémie Beyou dem Feld wieder hinterher gestartet. Mit den 9 Tagen Rückstand wird er zwar wohl nicht mehr um den Sieg mitkämpfen, aber wenn er jetzt keine Probleme mehr bekommt, könnte er noch den einen oder anderen aus der obigen Liste überholen.

      Noch 21000 bis 24000 Meilen bis zum Ziel.
    • Führungswechsel Thomas Ruyant hat die Spitze von Alex Thompson übernommen. Nicht weit dahinter Charlie Dalin. Die drei Skipper mit den Booten der neuesten Generation scheinen sich gerade ein wenig von den Verfolgern absetzen zu können.
    • Mal eine (zwei) bloede Frage(n) eines Unwissenden.

      1. Wie kann jemand dem Topfavoriten in 30h mehr als 6h abnehmen?
      2. A biegt Richtung Suedost ab, waehrend B weiter nach Sueden segelt ..... Haben die da keine Boyen zum umkurven wie bei Olympia? Wer stellt sicher, dass da nicht abgekuerzt/beschissen wird?

      Ernshafte Frage fuer einen, der Floaties den Segelboten und den Pool dem Meer vorzieht :)
      Vamos, vamos Chilenos
      esta noche tenemos que ganar
    • GilbertBrown schrieb:

      Mal eine (zwei) bloede Frage(n) eines Unwissenden.

      1. Wie kann jemand dem Topfavoriten in 30h mehr als 6h abnehmen?
      2. A biegt Richtung Suedost ab, waehrend B weiter nach Sueden segelt ..... Haben die da keine Boyen zum umkurven wie bei Olympia? Wer stellt sicher, dass da nicht abgekuerzt/beschissen wird?

      Ernshafte Frage fuer einen, der Floaties den Segelboten und den Pool dem Meer vorzieht :)
      Ich denke beides hat ein wenig mit Taktik und dem erwarteten Wetter zu tun. Soweit ich das sehe seegelt Thompson einen etwas westlicheren Kurs richtung Süden, die Hoffnung dabei ist früher in den Regionen mit starkem Wind zu sein und somit länger vom Wind zu profitieren, wohingegen diejenigen die etwas früher Richtung Osten gehen, erst später in die Windgebiete seegeln, zudem ist die Ost-West Strecke je weiter man nach Süden kommt, umso kürzen. Ziel ist hier aus meiner Sicht auch nicht die Konkrete Strecke, sondern die entsprechende Weltumseegelung. Aber das ist nur mein Laienverständnis, ich hoffe Erzwolf klärt noch konkreter auf.
      "So ladies, if the man in your life played even one down of high school football, he’s almost certainly courageous, competitive and a fine athlete.

      NFL games, however, are played by supermen." (Mick Mixon)
    • GilbertBrown schrieb:

      Mal eine (zwei) bloede Frage(n) eines Unwissenden.

      1. Wie kann jemand dem Topfavoriten in 30h mehr als 6h abnehmen?
      2. A biegt Richtung Suedost ab, waehrend B weiter nach Sueden segelt ..... Haben die da keine Boyen zum umkurven wie bei Olympia? Wer stellt sicher, dass da nicht abgekuerzt/beschissen wird?

      Ernshafte Frage fuer einen, der Floaties den Segelboten und den Pool dem Meer vorzieht

      DonFranco schrieb:

      GilbertBrown schrieb:

      Mal eine (zwei) bloede Frage(n) eines Unwissenden.

      1. Wie kann jemand dem Topfavoriten in 30h mehr als 6h abnehmen?
      2. A biegt Richtung Suedost ab, waehrend B weiter nach Sueden segelt ..... Haben die da keine Boyen zum umkurven wie bei Olympia? Wer stellt sicher, dass da nicht abgekuerzt/beschissen wird?

      Ernshafte Frage fuer einen, der Floaties den Segelboten und den Pool dem Meer vorzieht :)
      Ich denke beides hat ein wenig mit Taktik und dem erwarteten Wetter zu tun. Soweit ich das sehe seegelt Thompson einen etwas westlicheren Kurs richtung Süden, die Hoffnung dabei ist früher in den Regionen mit starkem Wind zu sein und somit länger vom Wind zu profitieren, wohingegen diejenigen die etwas früher Richtung Osten gehen, erst später in die Windgebiete seegeln, zudem ist die Ost-West Strecke je weiter man nach Süden kommt, umso kürzen. Ziel ist hier aus meiner Sicht auch nicht die Konkrete Strecke, sondern die entsprechende Weltumseegelung. Aber das ist nur mein Laienverständnis, ich hoffe Erzwolf klärt noch konkreter auf.
      Im wesentlichen hat @DonFranco das schon richtig erklärt. Ruyant hat in den letzten 24 Stunden nur 10 Meilen mehr gesegelt als Thompson, der Rest ist einfach dem direkteren Kurs in Richtung Kap der guten Hoffnung geschuldet. Man könnte auch vermuten, dass sich Thompson mit dem sehr westlichen Kurs ein wenig verzockt hat. Das Team von Boris Herrmann hat vor ein paar Tagen ein Video gepostet, indem die möglichen Routen durch den Südatlantik unter die Lupe genommen werden:



      Zu der zweiten Frage mit den Bojen. Ja, die gibt es. Genau 3: Kap der guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn. Da muss man südlich von vorbei(egal wie dicht) . Ansonsten gibt es noch die Sicherheitszone rund um die Antarktis und eine weitere vor der Nordwestspitze Spaniens, in die man nicht einfahren darf. Ansonsten sind die Segler komplett frei, welchen Kurs sie wählen.

      Edit: Den Zwischenstand am Äquator hatte ich auch mehr als 24 Stunden nachdem Thompson den überquert hatte, gepostet. Das waren also eher 60 als 30 Stunden, in denen sich das verschoben hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Erzwolf ()

    • Neu

      An der Hugo Boss gibt es "mögliche strukturelle Probleme" was auch immer das heißen mag. Zumindest hat Alex Thompson seit Stunden mächtig Fahrt heraus genommen, ist aber noch auf Kurs Richtung Kap der guten Hoffnung. Mal schauen, ob Thompson die Probleme repariert bekommt. Auf jeden Fall ein herber Rückschlag für den gestern noch führenden Waliser.
    • Neu

      ZeMontana49 schrieb:

      Sehr interessant. Vielen Dank für die stetigen Updates und Infos rund um das Rennen.
      Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe mit Segeln gar nichts am Hut aber finde die Berichterstattung wirklich interessant. Danke dafür.

      Nochmal eine Frage zu den drei Bojen. Sind dort wirklich welche im Wasser oder müssen Sie die Marker per GPS nur "umfahren"?
      Go Steelers 8)
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      hawk210984 schrieb:

      ZeMontana49 schrieb:

      Sehr interessant. Vielen Dank für die stetigen Updates und Infos rund um das Rennen.
      Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe mit Segeln gar nichts am Hut aber finde die Berichterstattung wirklich interessant. Danke dafür.
      Nochmal eine Frage zu den drei Bojen. Sind dort wirklich welche im Wasser oder müssen Sie die Marker per GPS nur "umfahren"?
      Ich glaube da geh es nur um die Route, dass man das Kap umsegeln muss und nicht durch den Panama- Kanal abkürzt ;)
      Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!
    • Neu

      hawk210984 schrieb:

      Nochmal eine Frage zu den drei Bojen. Sind dort wirklich welche im Wasser oder müssen Sie die Marker per GPS nur "umfahren"?
      Das mit den Bojen war im übertragenem Sinne gemeint. Die Kaps sind die Marken, an denen man vorbei muss. Dabei sind die Segler voraussichtlich soweit südlich unterwegs, dass weder Afrika noch Australien auch nur ansatzweise in Sichtweite kommen werden. Beim Kap Hoorn muss man halt südlich an der Isla Hornos vorbei. Aber das ist alles nicht so begrenzt oder eng, wie man es vielleicht vom Americas Cup oder den olympischen Regatten kennt, wo es ja wirklich darauf ankommt, jeden Meter zu sparen. In anderen Hochseeregatten werden aber wirklich Koordianten bestimmt, die man per GPS umfahren muss.
    • Neu

      Buccaneer schrieb:

      Ich glaube da geh es nur um die Route, dass man das Kap umsegeln muss und nicht durch den Panama- Kanal abkürzt
      Beim Panamakanal müsste man aber in der Schleuse anlegen und wäre laut Reglement damit raus. Die einzigen Alternativen wären Magellanstraße oder Nordost- und Nordwestpassage, wobei letztere um diese Jahreszeit vielleicht nicht so gut kommen.
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      Erzwolf schrieb:

      Buccaneer schrieb:

      Ich glaube da geh es nur um die Route, dass man das Kap umsegeln muss und nicht durch den Panama- Kanal abkürzt
      Beim Panamakanal müsste man aber in der Schleuse anlegen und wäre laut Reglement damit raus. Die einzigen Alternativen wären Magellanstraße oder Nordost- und Nordwestpassage, wobei letztere um diese Jahreszeit vielleicht nicht so gut kommen.
      Und ich glaube Windtechnisch unabhängig von der Jahreszeit geringere Geschwindigkeiten und damit ein langsameres Vorrankommen versprechen.
      "So ladies, if the man in your life played even one down of high school football, he’s almost certainly courageous, competitive and a fine athlete.

      NFL games, however, are played by supermen." (Mick Mixon)
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      Erzwolf schrieb:

      Buccaneer schrieb:

      Ich glaube da geh es nur um die Route, dass man das Kap umsegeln muss und nicht durch den Panama- Kanal abkürzt
      Beim Panamakanal müsste man aber in der Schleuse anlegen und wäre laut Reglement damit raus. Die einzigen Alternativen wären Magellanstraße oder Nordost- und Nordwestpassage, wobei letztere um diese Jahreszeit vielleicht nicht so gut kommen.
      Davon abgesehen, wäre es auch womöglich keine echte Abkürzung. Von der Südpitze Australiens bis an die französische Küste ist der Weg über den Panamakanal oder über die Südspitze Südamerikas nahezu gleichlang. Höchstens der erzwungene Mindestabstand zur Antarktis könnte den Südweg etwas länger machen. Aber auch das müsste sich sehr in Grenzen halten. Ich musste es aber auch erst selber nachgucken. Mercatorkarten sind für so etwas einfach suboptimal.