Kansas City Chiefs 2021

  • Mein erster Eindruck: Das war ein quality win gegen einen starken Kontrahenten. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Aber man konnte sehr viele gute Ansätze erkennen. Dass im ersten Spiel noch nicht alles funktioniert, liegt auf der Hand.


    QB: Mahomes hatte insgesamt einen guten Tag. Negativ ist mir in erster Linie ein zu kurz geratener Pass in Richtung von Demarcus Robinson in Erinnerung, der in der Endzone frei für einen TD gewesen wäre. Aber letztlich hat Magic Mahomes wieder die Kohlen aus dem Feuer geholt. 27/36 für 337 yards, 3 TD, 0 INT, nebenbei im 47. Spiel noch die NFL-Rekorde für Passing Yards und Passing TDs in den ersten 50 Spielen gebrochen. Man kann nicht wirklich meckern, zumal er auch weiterhin gut zu Fuß ist.


    RB: Edwards-Helaire hatte keinen sonderlich guten Tag. Noch ist schwer zu beurteilen, woran es konkret lag. Die Browns haben natürlich eine sehr gute Defense. Aber man hatte auch manchmal den Eindruck, dass aus den Läufen mehr herauszuholen gewesen wäre, wenn CEH anders (oder überhaupt) abgebogen wäre. Teilweise hat er geduldig hinter der O-Line auf Lücken gewartet, die sich nicht aufgetan haben.


    WR/TE: WR Hill (11 catches für 197 yards, TD) und TE Kelce (6 catches für 76 yards, 2 TD) waren wieder in All-Pro-Form. Leider hat man vom Rest nicht viel gesehen.


    OL: Hier gab es die (Zusatz-)Probleme, die bei 5 neuen Startern, davon 3 Frischlingen, einfach zu erwarten sind, nämlich Mängel in der Kommunikation/Koordination und punktuelle individuelle Fehler. Individuell etwas enttäuscht war ich von LT Brown, der wiederholt größere Probleme mit dem Passrush hatte, aber es gibt auch leichter zu kontrollierende Spieler als Myles Garrett. Ich bin aber weiterhin sehr optimistisch, dass die O-Line spätestens zur Saisonmitte hin gut sein wird. Schon die zweite Halbzeit war besser als die erste.


    DL: Jones hat seine ersten beiden Regular-Season-Sacks als DE eingefahren, wobei der zweite sehr wichtig war. Ansonsten kam noch etwas zu wenig Druck, und gegen den Lauf hatte man noch mehr Probleme als üblich. Aber da Frank Clark, der wohl spielen wollte, noch geschont wurde, und es das erste Spiel war, sehe ich keinen Grund zur Panik. Viel besseres Laufspiel als das der Browns werden wir wohl nicht sehen.


    LB: Natürlich haben auch die LB ihren Anteil am erfolgreichen Laufspiel der Browns. Aber in Anbetracht des Umstandes, dass Willie Gay verletzungsbedingt fehlt, lief es eigentlich recht gut. Rookie Bolton hatte einige gute Szenen, vor allem solide Tackles, und keine eklatanten Fehler. Hitchens war solide, hat die D-Line geordnet und den wichtigen Fumble hervorgerufen, den sich Niemann geschnappt hat.


    DB: Natürlich hat der Ausfall von Mathieu geschadet, wobei Andy Reid bestätigt hat, dass es eine von ihm getroffene Vorsichtsmaßnahme war. Aber hier war ich insgesamt sehr zufrieden. Sämtliche CBs und S Thornhill haben aus meiner Sicht einen guten Eindruck gemacht. Das mag verwundern, wenn man auf die Statistiken schaut, denn 19/25 für 298 yards (10,4 yards/pass) sind hervorragende Zahlen für Baker Mayfield. Aber Mayfield hatte aus meiner Sicht - mit Ausnahme der INT zum Abschluss des Spiels - einen exzellenten Tag. Die Chiefs-CBs waren fast durchweg eng an den Receivern dran, aber Mayfield hat die Pässe trotzdem angebracht. Hut ab, den perfekten Pass kann man - erst Recht, wenn die Receiver zuverlässig fangen - nicht verteidigen. Ein Sonderlob verdient CB Sneed, der sich in seiner eigentlichen Funktion so gelangweilt hat, dass er die Kollegen fleißig beim tackeln unterstützten konnte.


    ST: Butker hat alle PAT/FG getroffen. Ansonsten gab es ein geschenktes Big Play beim gegnerischen Punt, sonst nichts Spektakuläres.


    Sonstiges: Die Trickspielzüge haben zum Auftakt noch nicht sonderlich gut funktioniert.


    Fazit: Es war trotz des Ausfalls von DE Clark und S Mathieu ein wichtiger Sieg gegen einen starken Gegner. Letztlich haben die Big Plays (Fumble erobert; 75-yard-TD-Pass auf Hill; misslungener Puntversuch der Browns; INT zum Abschluss) das Spiel entschieden. Auch wenn erwartungsgemäß noch nicht alles rund lief, gibt es viel Grund für Optimismus.

  • Erst mal Danke an Chief für dein sehr informatives und ausfühtliches Preview. :thumbsup:


    Wahnsinnig spannendes Spiel und...ja...man hätte es auch verlieren können. Aber die Offense lieferte zum Ende des Spiels ab und die Defense machte die wichtigen plays, als sie notwendig waren. Cleveland war aber der erwartet schwere Gegner. Umso mehr wiegt der Sieg in diesem matchup.


    Die Teams, die vor der Saison als mögliche AFC CCG Aspiranten galten haben allesamt verloren. Buffalo, Tennesse, Indianapolis und auch (in Maßen) die Patriots...alle mit NL. Dazu hat man die Browns selbst geschlagen. Der tiebreaker gegen die Browns gehört schon mal den Chiefs.


    Nach dem fünften Spiel (zu Hause gegen die Bills) wird man sagen können wie sich die 2021-Ausgabe der Chiefs schlagen kann.

    College Champion 1984: Brigham Young Cougars – Unbeaten & Untied.

  • Andy Reid hat sich in der heutigen Zoom-Pressekonferenz positiv über die O-Line geäußert und Lucas Niang ein Sonderlob ausgesprochen ("I was pretty impressed. Lucas Niang had probably the toughest job of all of them — and he [bore] down and pushed through. These are young, young guys in there — and a veteran group of defensive linemen.") Unter anderem meinte Reid, dass man individuell die Run-Blocks ordentlich hinbekommen habe, aber noch die Koordination untereinander sowie mit dem RB gefehlt habe. Diese Synchronisation wird einfach etwas Zeit brauchen.


    Ein Statement von Mahomes spricht dafür, dass ein ähnliches Synchronisationsproblem zwischen ihm und der O-Line auch der Grund für manchen QB-Pressure gewesen sein könnte (“There were times where I drifted to the back just a bit too far, and they were kind of getting those guys around the 10-yard area, so I had to step up pretty quickly. But we’ll continue to work on that. They’re doing a great job of being firm in the front and kind of edging those guys so I can still be in the pocket. They did a great job today against — like you said — a really good defensive line.”)


    Weiteres Sonderlob vom Headcoach gab es für die "Chemie" zwischen Mahomes und Hill einerseits sowie die individuellen Fähigkeiten von Hill andererseits (zu letzteren: “He just has a unique feel for the ball. He would have been a great centerfielder. He’s able to track the ball. He’s uncanny with that. He’s so fast that when he gets going, you’re spending a lot of effort to keep up with him, and he can stop on a dime, and you end up flying by, and he’s in position to make the play. So, he’s a unique character that way.”)


    Schließlich war Reid mit Nick Bolton zufrieden, wenn man berücksichtigt, dass er ein Rookie ist: "I thought Nick did a pretty good job. He had a couple real secure tackles that were important for us. It looked like mentally he was able to digest everything they threw at him, and if he did make a mistake, he fixed it the second time around. On defense, if you’re a repeat offender that can be a tough deal on the defense, so he’s been good with that and he was good with that in the game, too.”

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    Die Chiefs sind weiterhin auf der Suche nach TE-Talenten. Neuestes Mitglied auf der Practice Squad ist Mark Vital jr. (6'5, 250 lbs). Er war ein 4-Star-Recruit und half Baylor, die National Championship zu gewinnen ... im Basketball. Er wurde nicht gedraftet, war im Sommerteam der Portland Trail Blazers, entschied sich dann aber für einen Versuch als Football-TE. Nach einer Woche auf der Practice Squad bei den Seahawks schauen ihn sich nun die Chiefs an. Noch wurde nicht mitgeteilt, wer entlassen wurde, um für ihn Platz zu machen. Um für ihn Platz zu machen, wurde WR Maurice Ffrench gecuttet.

    Einmal editiert, zuletzt von Chief ()

  • Im Frühjahr hatte C Austin Reiter noch ein Vertragsangebot der Chiefs abgelehnt, weil er sich bessere Angebote erhofft hatte. Diese Hoffnungen hatten sich bis zu Saisonbeginn nicht erfüllt. Nun wird er von den Saints für die Practice Squad verpflichtet, wobei erwartet wird, dass er bereits für das nächste Spiel aktiviert wird.


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    Auch auf der Practice Squad der Chiefs gibt es weitere Veränderungen: LB Omari Cobb wurde entlassen. Vermutlich benötigen die Chiefs den Platz für einen anderen Spieler. Am Dienstag hatten zwei Spieler ihre Workouts, nämlich WR Kelvin Harman und RB Brenden Knox.

  • Wie gut, dass ich heute Nacht nicht wach geblieben bin, um mir das Spiel anzuschauen. Das war - wie schon wiederholt im Vorjahr - so ein Spiel, in dem man gefühlt alles im Griff hat, aber den Sack nicht zumacht. Irgendwann geht es dann mal schief.


    QB Mahomes hatte trotz der etwas dämlichen INT wieder einen guten Tag. Die O-Line hat einen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn noch nicht alles rund läuft. C Humphrey hatte wieder einen miesen Snap dabei, der einen Drive zerstört hat, und vereinzelt missratene Blocks, aber mit derart jungen Spielern muss man Geduld haben. RB Edwards-Helaire hat mich wieder nicht überzeugt (nur 3,5 yards/carry, kein catch) und am Ende durch seinen Fumble auch noch das wahrscheinliche FG zum Sieg weggeworfen. WR Hill war fast dauernd in Doppeldeckung, aber Kelce war wieder stark und außerdem hat Mahomes dieses Mal auch zahlreiche andere Receiver erfolgreich anvisiert. Insgesamt lief der Passangriff gut.


    S Mathieu hatte einen tollen Tag (2 INTs, diverse gute Tackles). Es gab auch immer wieder einzelne gute Aktionen, z. B. von DE Clark, LB Bolton oder S Sorenson. Aber dann gab es auch immer wieder haarsträubende Fehler (z. B. schlechtes Tackling oder Missverständnisse in der Coverage), die dann alles wieder zunichte machten. Wenn man es positiv sieht: Das sind Fehler, die man im Saisonverlauf abstellen kann. Die Chiefs legen keinen großen Wert auf Laufverteidigung, aber insgesamt 481 yards für eine lauflastige Offense des Gegners sind einfach viel zu viel. Das gilt erst Recht, wenn die mit ihrem vierten RB antreten muss. Chris Jones schien bei seinem ersten Einsatz als DE gegen eine solche Offense doch einige Probleme zu haben. Passrush gab es generell relativ wenig. Furchtbar ist die schon im Vorjahr schwache Red Zone Defense: Die TD-Quote der Gegner liegt nach zwei Spielen bei 8/8.


    Das war zumindest in der Defense ein enttäuschendes Spiel, wobei immer noch ein Sieg möglich gewesen wäre, den man leichtfertig weggeworfen hat. Back zu work!

  • Man kann sich Chiefs Analyse an sich nur anschließen.


    In der Zusammenfassung gesehen war das natürlich ein herrliches Offensiv-Spektakel. Kansas City legt ja (fast schon traditionell) wenig Wert auf Defense und die Offense der Chiefs kann auch einer an sich guten Defense, wie der der Ravens, über 400 yards und 35 Punkte einschenken.


    Ich vermute mal du meintest 451 Total yards für die Ravens, davon 251 auf dem Boden. Die 251 Laufyards sind für sich aber natürlich auch viel zu viel. In Baltimore kann man natürlich auch mal verlieren, allerdings hätte die NL nicht sein müssen. Die neckbreaker waren zum einen die INT von Mahomes Ende des 3. Viertels. Dem Gegner den Ball an der Mittellinie zu geben ist immer verdammt gefährlich und - anders als im Spiel gegen die Browns - hielt die Defense diesmal nicht in den entscheidenden Momenten stand. Zum zweiten der fumble von Edwards-Helaire an der BAL 34-yard line. Die NL auf diese beiden Szenen zu kaprizieren ist natürlich zu kurz gesprungen. Da gab es (allerdings auf beiden Seiten) genügend Fehler im Rest des Spiels; aber hilfreich waren die beiden Szenen sicher nicht für die Chiefs.


    Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Ärgerlich, dass man eine NL gegen ein Team eingefahren hat, das (sofern beide Mannschaften im Kampf um einen play off Platz in der AFC mitspielen) nun den Vorteil des tiebreakers gegenüber den Chiefs hat.


    Bleiben in der AFC nach zwei Spieltagen also nur zwei unbesiegte Teams übrig die, mit den Broncos und Raiders, beide aus der West Division kommen. Hätte man vor der Saison SO auch nicht erwartet.


    Na gut...Mund abputzen...NL hinnehmen und sich auf das Divisions-Duell mit den Chargers konzentrieren.

    College Champion 1984: Brigham Young Cougars – Unbeaten & Untied.

  • Einen RB früh zu draften ist das dämlichste was du machen kannst. Der entscheidende Fumble ist nur die Kirsche auf diesem Pick.

    Die Chiefs wären mit irgendeinem der unzähligen anderen late Round oder undraftet RBs kein Stück schwächer.

    Ansonsten muss man sagen, dass die Defense richtig schlecht ist, Big Plays von Mathieu hin oder her.


    Ich bin ja was die Chiefs betrifft eigentlich grundsätzlich ziemlich optimistisch, aber in dieser Saison sehe ich es einfach nicht.

    Man wird hier und da sich noch steigern, aber ein weiterer SB-Run wird nicht kommen, viel zu viele Defizite, welche die dir dann auch mal vor dem SB das Genick brechen werden.


    Mahomes abgesehen von diesem einen unnötigen Pick, ziemlich stark, kann dich auch nur mit Kurzpassspiel zerpflücken.

  • Was bedeutet die Aussage "auf defense wird kein Wert gelegt"?


    Das ist natürlich Quatsch weil du ohne eine gute Defense keinen Erfolg haben wirst. Um den SB zu gewinnen reicht es nicht, sich nur auf die Magie von Mahomes zu verlassen.


    Zu Edwards- Helaire: Der Pick war sicher nicht dämlich. CEH war der 32th overall und klar als bester RB identifiziert. Gerade mit seinen Receiving Fähigkeiten ist er ein idealer Fit für die KC Offense.

    Wenn er natürlich keine Targets hat, dann kommen da natürlich auch keine Yards zusammen. Außerdem sollte erwähnt werden, dass man mit den Browns und den Ravens wahrscheinlcih bereits zwei der besseren Defenses hinter sich hat.


    Allerdings lässt sich nicht wegdiskutieren, dass bei KC etwas Sand im Getriebe ist. Meiner Meinung nach auf beiden Seiten des Balles.

  • Anders als Daywalker bin ich gerade in diesem Jahr sehr optimistisch. Natürlich kann (gerade im Hinblick auf Verletzungen) viel schief gehen, aber das kann man halt schlecht planen.


    Auf die Defense wird schon wert gelegt. Die Chiefs geben durchaus eine Menge Geld für ihre Defense aus. Spieler wie Clark, Jones, Reed, Hitchens, Mathieu und Reed sind alle nicht gerade billig. Leider stimmt die Leistung nicht bei allen. Aber ich gehe weiter davon aus, dass die Chiefs-Defense erhebliches Potential hat. Das Tackling ist beispielsweise zu Saisonbeginn immer furchtbar und wird dann besser. Bolton ist ein Rookie, Gay ist verletzt, Clark ist noch nicht voll einsatzfähig und Abstimmungsprobleme in der Coverage lassen sich beheben.


    Ich bin auch fast vom Stuhl gefallen, als die Chiefs in der ersten Runde 2020 einen RB gezogen haben. Aber "dämlich" halte ich für übertrieben. Es haben viele erwartet, dass er perfekt zu Andy Reid passen würde. Letztes Jahr war er vor der Saison der "Geheimtipp" für Fantasy-Footballer schlechthin. Die erste Saison war mittelmäßig, aber das konnte man noch gut begründen (fehlende Saisonvorbereitung, O-Line nicht auf Laufspiel ausgerichtet und verletzungsgeplagt). Aber dieses Jahr müsste er eigentlich liefern. Zwei Spiele sind noch zu wenig, um es abschließend zu beurteilen, aber bislang läuft es nicht gut (genug).

    Einmal editiert, zuletzt von Chief ()

  • Meinen Ausdruck "Kansas City legt wenig Wert auf Defense" sollte man nicht auf die Goldwaage legen. Ich hatte ihn etwas ironisch gemeint. Natürlich genießt die Defensearbeit auch in KC einen hohen Stellenwert, nur der output ist oft fragwürdig. Die Chiefs lassen in der Regel verhältnismäßig viele yards und Punkte des Gegners zu. Das kann man sich bei der Offense mit dem QB Mahomes allerdings auch leisten. Man gewinnt die Spiele halt nicht 17:10 sondern häufiger 38:31 (was für für mich, als Freund einer gepflegten Offenseleistung, keinen Nachteil darstellt). Das bedeutet, dass Chiefs-Spiele sehr oft hohen Unterhaltungswert haben. Zumindest wenn man gerne zwei guten Offense-Teams bei der Atbeit zusehen möchte.


    Das Prädikat "gute Defense" kann ich allerdings nun auch nicht an die Chiefs-Abwehr verteilen. Wenn man yards und Punkte der Gegner mal betrachtet ist sie bestenfalls mittelmäßig. Wie schon gesagt ist das aber auch nicht schlimm, solange die Offense abliefert.


    Man muss aber auch konstatieren, dass die Defense der Chiefs - je länger die Saison dauert - immer besser wird. Zumindest war das in den letzten Jahren so. Ich denke mal das wird auch in der Saison 21/22 so sein.


    Was den Ausblick auf die laufende Saison angeht, habe ich an sich ein recht gutes Gefühl. Die Offense klickt (35 Punkte in Baltimore zu erzielen ist ja kein Pappenstiel)- Nach (allerdings NUR) zwei Spieltagen schält sich in der AFC noch kein Team heraus, das "unschlagbar" erscheint und - Verletzungen mal aussen vor - die potente Offense sollte in der Lage sein, die Chiefs so ziemlich gegen jeden Gegner im Spiel zu halten. Ob das am Ende reicht, um es in das AFC-CCG zu schaffen oder gar in einen "SB-Run" mündet muss man abwarten.

    College Champion 1984: Brigham Young Cougars – Unbeaten & Untied.

  • Ich sehe tatsächlich auch in der Offense Schwachpunkte. Die Ravens liegen den Chiefs. Baltimore hat sogar ihre defensive Identität etwas über Bord geworfen gegen die Chiefs, wodurch Mahomes insbesondere im Kurzpassspiel dominierte.

    Allerdings sehe ich den fehlenden Nr.1 Outside-Receiver schon problematisch.

    Alles ausser Kelce und Hill ist nett, mehr aber nicht. Die beiden sind natürlich mit die größten Matchup und Missmatch-Waffen, aber es fehlt der sichere Outside-Receiver.

    Wenn dann auch noch das Laufspiel nicht wirklich existent ist, gibts Angriffspunkte, zumal die Oline erstmal zeigen muss, dass sie Mahomes konstant Zeit geben kann.


    Ich spreche hier natürlich von der obersten Etage. Dass die Chiefs eine starke Offense haben, ist klar und dass das gegen viele ausreicht, auch, aber bei einem Team im absoluten Win-Now-Modus mit dem besten QB des Planeten, geht es nicht um gut und Playoffs, sondern um den Titel und da sehe ich einige Baustellen bzw. Fragezeichen.

    Im 3. Jahr unter Spags mit den Ressourcen die reingesteckt wurden in die Defense, wäre es mal Zeit nicht wieder Richtung 0 anzufangen am Saisonbeginn. Die Defense wird trotz Steigerung immernoch nicht wirklich gut sein und wenn es um ganz oben geht, sind sie mehr Handicap. Die Offense wird bei Teams mit starkem 4-Men-Rush auch stottern.


    Die letzten beiden Jahre war ich optimistischer, dieses Jahr erwarte ich weniger, selbst die ganzen Division-Duelle sehe ich alle sehr eng. Könnte eine menge Abeit sein um überhaupt die Division zu gewinnen, wobei ich da am Ende aber eher an die fehlende Konstanz der anderen 3 glaube und weniger der Stärke der Chiefs.


  • Beziehst du das nur auf die Chiefs ( "Einen RB früh zu draften ist das dämlichste was du machen kannst. " ) oder ist diese Aussage allgemein gehalten ?


    Falls Punkt 2 zutrifft , also "allgemein gehalten " würde mich folgendes interessieren : Glaubst du , das die Cleveland Browns das gleiche Team ohne Nick Chubb ( 2.round / pick 35 ) wären oder das sie ( Browns ) schlechter gestellt wären ?

    -Joe Banner: “Since Mike Lombardi and I are Moe and Larry, we set out to find Curly."
    (J.Banner at the press conference regarding the endless coach search)


    -Funny, so many Browns fans still clamor for the "safe pick" ignoring that all we've done for 15 years is the "safe pick".


    "And when that turnaround happens, wherever I am, I will smile – more than a little bittersweetly – and say, to myself, “Go Browns!”
    Sashi Brown. A Cleveland Brown,bleeding brown an orange.

  • Beziehst du das nur auf die Chiefs ( "Einen RB früh zu draften ist das dämlichste was du machen kannst. " ) oder ist diese Aussage allgemein gehalten ?


    Falls Punkt 2 zutrifft , also "allgemein gehalten " würde mich folgendes interessieren : Glaubst du , das die Cleveland Browns das gleiche Team ohne Nick Chubb ( 2.round / pick 35 ) wären oder das sie ( Browns ) schlechter gestellt wären ?

    Ohne Daywalker vorgreifen zu wollen:


    1. Du weißt (positionsunabhängig) ex ante natürlich nie, wie genau sich ein Talent entwickeln wird. Es ist also nicht ganz fair, mit einem Beispiel-Spieler zu argumentieren, nachdem man weiß, wie gut er in der NFL eingeschlagen hat. Außerdem hat Daywalker nicht gesagt, dass Edwards-Helaire (oder allgemein ein früh gedrafteter RB) das Team nicht besser machen würde, sondern dass es nicht gut ("das dämlichste") sei, einen RB früh zu draften. Der Ökonom würde das als "Opportunitätskosten" bezeichnen, denn die Fragestellung lautet nicht "Nehmen wir den RB oder nicht?" sondern "Nehmen wir den RB oder einen anderen talentierten Spieler auf einer anderen Position?"

    2. Speziell bei RBs gibt es folgende Probleme:

    a) Ihre "Halbwertszeit" in der NFL ist im Durchschnitt relativ kurz. Entweder sie setzen sich nicht durch. Oder sie setzen sich durch, dann kriegen sie normalerweise oft den Ball und werden häufig getackelt (beides viel häufiger als z. B. ein vergleichbar guter WR), was dem Körper mittelfristig schwer zusetzt. Deswegen haben RBs im Durchschnitt nur sehr kurze Karrieren in der NFL. Du kriegst also für Deinen Draftpick weniger Qualität pro Zeiteinheit als auf anderen Positionen.

    b) Die Position des RBs hat in der heutigen (passfreundlichen/-lastigen) NFL einen deutlich geringeren Wert als früher. Du kriegst also auch weniger positional value als beim Draften von Spielern auf anderen Positionen.

    c) Prinzipiell ist RB nicht gerade die am schwierigsten zu erlernende Position. Deswegen (sowie wegen a) und b)) kriegst Du im Draft auch in späten Runden noch vergleichsweise aussichtsreiche Talente auf RB. Auch wenn es mal einen Tom Brady gab, kriegst Du in der 6. Runde viel eher einen guten RB als einen guten QB.


    Das alles spricht ganz generell heutzutage dagegen, früh einen RB zu draften.

  • Im 3. Jahr unter Spags mit den Ressourcen die reingesteckt wurden in die Defense, wäre es mal Zeit nicht wieder Richtung 0 anzufangen am Saisonbeginn.

    Da hätte auch ich mir schon zum Saisonbeginn mehr erwartet.


    Aber man muss auch berücksichtigen, dass die Chiefs generell ein sehr junges Team haben - nach einer aktuellen Analyse von Mike Sando wohl sogar die jüngsten Units der gesamten Liga. Dann schult noch einer der beiden Top-Verteidiger von DT auf DE um und man hatte mit Browns und Ravens vielleicht die beiden laufstärksten Teams gegen sich. Gerade die Ravens haben auch (dank ihres QBs) einen sehr atypischen Stil. Man sieht ja beispielsweise am College, wie schwer sich manchmal Top-Teams tun, wenn sie einmal im Jahr gegen eine völlig ungewohnte Triple Option Offense (o. ä.) spielen müssen.

  • Guter Beitrag.


    Ich möchte dennoch gern ein paar Argumente liefern, dass es durchaus Situationen gibt, die es erforderlich machen könnten, einen RB hoch zu draften. Die Chiefs sind an dieser Stelle ein sehr gutes Beispiel, wenngleich ich nicht die Stärke und Schwächen der Chiefs, insbesondere deren Offense kenne:

    Wenn du einen so wertvollen Spieler wie QB P. Mahomes hast, musst du diesen Spieler auf vielen Ebenen schützen. Das fängt natürlich bei einer sehr gut aufgestellten, vorbereiteten und eingespielten O-Line an, hört dort aber beileibe nicht auf. Es gibt weitere Mittel und Wege diesen Spieler zu schützen. zB schnelle Spielzüge durch kurze Pässe oder eben einen guten RB im Backfield, der es zB notwendig macht, mehr Defender in die Box zu ziehen, was QB P. Mahomes wiederum mehr Zeit bei Entscheidungen und tiefen Pässen gibt. Ein guter RB kann durch seine Unterstützung eine enorme Verantwortung und Druck vom QB nehmen, was ihm im Kopf und dem Coach an der Seitenlinie mehr Freiheiten gibt.

    Ein gutes Beispiel ist hierfür die Kombo RB M. "Beastmode" Lynch und QB R. Wilson. QB R. Wilson ist unbestritten ein sehr guter QB. Diese beiden haben es gemeinsam auf 2 Ringe geschafft (ja ja, nur einer, aber nur weil OC Bevell leiber passen lassen wollte, was bis heute keiner versteht), danach musste man personell ordentlich Federn lassen was, ich glaube aber auch, dass M. Lynch-Abgang beitrug, nicht mehr den SB erreichen zu können.

    Ein weiterer Grund, was ich auch mit einem Beispiel belegen möchte ist, dass wenn man ein gutes Laufspiel hat, Kontrolle über das Spiel hat, weil man die Kontrolle über die Spieluhr hat. Bei den Vikings war dies zu Peterson'schen Zeiten usus, dass bei einer 8-9 Punkte Führung der Sieg easy nach Hause gelaufen wurde. Die Defense bekam keinen Zugriff, konnten keine takeways produzieren und lies damit ihre Offense für lange Zeit an der Seitenlinie versauern. Ich habe sehr häufig in den mid 2010-ern mitbekommen, dass Vikingsspiele bei Sieg häufig die ersten 19:00Uhr Spiele waren die beendet waren, einfach, weil die Vikings-Offense die Spieluhr permanent am Laufen hielt. Ein Gegenbeispiel boten in diesem Zeitraum die Saints. Überragender QB, aber kein Laufspiel und eine schlechte Defense auf dem Roster. Die Folge: QB D. Brees brach einen Rekord nach dem anderen, konnte sich zeitweise dumm und dusselig werfen, doch es war für den Gegner immer genügend Zeit auf der Uhr dem hohen Raumverlust zu kontern und Spiele zu drehen.


    Man wird sich also in den Front offices schon durchaus Gedanken gemacht haben, warum es für das eigene Spiel und dem Wohle des Franchise-Quarterbacks sinnvoll ist einen hohen Draftpick in einen RB zu investieren, insbesondere dann, wenn man keine sehr großen Baustellen im Roster sieht oder auf dem Draftboard zum Zeitpunkt des Picks nichts wertvolleres findet.

  • Ich gehe nochmal weiter und frage ganz offen ob ein CMC oder ein Alvin Kamara das Run Game mit ihren REceiving skills nicht auch bei den Chiefs aufgewertet hätten?


    Falls ja ist auch der 1st Rounder gerechtfertigt, da CEH durchaus in diese Kategorie Predraft gescoutet wurde.


    Im Nachhinein ist man immer klüger, bzw würde ich bei CEH noch lange nicht den DAumen senken. Wir haben Week 3....

  • Ich gehe nochmal weiter und frage ganz offen ob ein CMC oder ein Alvin Kamara das Run Game mit ihren REceiving skills nicht auch bei den Chiefs aufgewertet hätten?


    Falls ja ist auch der 1st Rounder gerechtfertigt, da CEH durchaus in diese Kategorie Predraft gescoutet wurde.


    Im Nachhinein ist man immer klüger, bzw würde ich bei CEH noch lange nicht den DAumen senken. Wir haben Week 3....

    Ein guter Receiving Back als "Security Blanket" sollte erst mal jede Offense besser machen. Aber die sind halt auch rar gesät. CMC als puren Runner finde ich gar nicht mal so beeindruckend, aber die Unberechenbarkeit macht es halt aus. Solche Leute wie LT kommen halt nur alle 20 Jahre mal. Den Pick von CEH kann ich trotzdem nachvollziehen. Als SB Champ kannst du dir halt Luxispicks erlauben

    Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!

  • Ein guter Receiving Back als "Security Blanket" sollte erst mal jede Offense besser machen. Aber die sind halt auch rar gesät. CMC als puren Runner finde ich gar nicht mal so beeindruckend, aber die Unberechenbarkeit macht es halt aus. Solche Leute wie LT kommen halt nur alle 20 Jahre mal. Den Pick von CEH kann ich trotzdem nachvollziehen. Als SB Champ kannst du dir halt Luxispicks erlauben

    Viel wichtiger ist noch das Passblocking. Ein kompletter RB mit dem alles möglich ist, hilft immens.

  • Viel wichtiger ist noch das Passblocking. Ein kompletter RB mit dem alles möglich ist, hilft immens.

    In der Hinsicht hätte ich auch CEH hinterfragt. Das ist doch ein ziemliches "Hemd" oder irre ich mich da? :paelzer:

    Dann mach ich eben mein eigenes Forum auf...mit Blackjack und Nutten!

  • In der Hinsicht hätte ich auch CEH hinterfragt. Das ist doch ein ziemliches "Hemd" oder irre ich mich da? :paelzer:

    physische Stärke ist gar nicht sooo wichtig, Technik und vor allem wissen, wen er im jeweiligen Blocking Scheme zu blocken hat, ist viel entscheidender, es reicht ja häufig, wenn der RB den Einschlag verzögert um dem QB ne Chance zu geben

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    Hoffentlich nichts gravierendes! Gute Besserung!

    "Solche Kommentare diskreditieren sich selbst durch ihre eigene Bananigkeit"
    Mai Ti Nguyen-Kim (Wissenschaftsjournalistin)


    "Remember, remember - the 5th of November"

  • Das war erneut eine frustrierende Niederlage. Dabei haben sich die Chiefs durch grobe Fehler selbst geschlagen.


    Zur Offense:


    Die völlig neu zusammengestellte O-Line präsentiert weiterhin eine Mischung aus Fortschritten und "growing pains". Das Run-Blocking war sehr gut, was im sehr erfolgreichen Laufspiel der Chiefs zum Ausdruck kam. Dagegen hatte die O-Line im (für die Chiefs-Offense naturgemäß besonders wichtigen) Pass-Blocking einige Probleme. Insbesondere RT Lucas Niang hatte in seinem dritten NFL-Spiel mit DE Joey Bosa seine liebe Müh' und Not - aber wer mag es ihm verdenken?


    QB Mahomes konnte infolge des wackeligen Pass-Blockings selten einmal in Ruhe werfen. Auch seine Fußarbeit war dieses Mal nicht die beste, so dass er seinen Häschern nur selten wie gewohnt entkommen konnte, auch wenn er letztlich nur zwei Sacks kassierte. Seine Pässe ließen wiederholt die letzte Präzision vermissen. Zudem geht die letzte von formal zwei INTs auf seine Kappe, als er es schließlich erzwingen wollte und sein ungenauer Pass in den Händen des gegnerischen Safeties landete. Das ist freilich alles Kritik gemessen ab üblichen Mahomes-Niveau. Auch wenn es nicht sein bester Tag war, sind 27/44 für 260 yards und 3 TD-Pässe nicht so übel, zumal die Receiver noch ein paar catches liegen gelassen haben.


    Die RBs waren leider erneut im Passangriff nur wenig zu sehen (je 2 Catches von Edwards-Helaire und Williams). Aber das Laufspiel war eigentlich recht erfreulich. Beispielsweise kam CEH in 17 Versuchen auf 100 yards (Durchschnitt 5,9 yards/Carry), wobei er den Ertrag sogar relativ konstant zu erzielen vermochte (längster Lauf über 14 yards). Alles hätte gut sein können, hätte er nicht erneut gefumbled.


    Im Receiving Corps gab es Licht und Schatten. Auch wenn TE Travis Kelce dieses Mal keinen TD verbuchen konnte, war er mit 7 Catches für 104 yards am erfolgreichsten. Allerdings fanden auch vier Pässe in seine Richtung nicht ihr Ziel. Auch WR Tyreek Hill "erfreute" sich regelmäßiger Doppeldeckung und kam so nur auf 5 Catches über 56 yards (bei 7 Targets) und einen Lauf über 11 yards. Positiv ist, dass viele Receiver in den Angriff einbezogen wurden: Weiteren 8 Spielern gelangen weitere 15 Catches. Die TD-Pässe gingen auf TE Fortson (sein erster TD-Catch), RB Edwards-Helaire und WR Hardman. Leider gab es aber auch immer wieder Fehler. So verursachte WR Kemp beim einzigen in seine Richtung geworfenen Pass die erste INT, WR Hill hatte einen Fumble und - ebenso wie Byron Pringle -einen Drop im letzten Drive. Überhaupt war die Fangquote von Pringle (2 Catches bei 6 Targets) ausbaufähig.


    Insgesamt war die Chiefs-Offense kaum zu stoppen - und hat trotzdem das Spiel verloren. Die ersten beiden Drives liefen absolut flüssig - die Chargers kamen nicht einmal zu einem 3rd down. Aber erst fälschte WR Kemp einen nicht hundertprozentig präzisen, aber absolut fangbaren "No-look-Pass" von Mahomes so dämlich ab, dass er von Chargers-CB Asante Samuel jr. kurz vor seiner eigener Endzone abgefangen werden konnte (großartiger Catch von ihm!), und im zweiten Drive unterlief WR Hill ein Fumble. Im dritten Drive war es dann RB Edwards-Helaire, der mit seinem Fumble die Aussicht auf Punkte begrub. Im vierten Drive sah dann zur Abwechslung die O-Line nicht gut aus: Erst versemmelte man bei einem erfolgversprechend aussehenden Screen-Pass-Versuch einen Block, und dann ließ der eigentlich gut spielende Rookie-RG Trey Smith einen schnellen Sack von DE Joey Bosa zu. Im fünften Drive trug dann ein Fehlstart von LG Joe Thuney dazu bei, dass es (nur, aber immerhin) kurz vor der Pause nur ein FG gab. In den ersten drei Drives der zweiten Halbzeit konnten die Chargers die Chiefs-Offense nicht stoppen (3 TDs). Als es beim Spielstand von 24-24 mit 2:14 Minuten auf der Uhr so aussah, als könnte Mahomes den Sieg noch unter Dach und Fach bringen, endete der Drive in einer Interception, als er beim dritten Versuch einen Pass auf Kelce erzwingen wollte. Beim Stand von 24-30 mit 32 Sekunden auf der Uhr (und nur einer Auszeit) konnte man nur noch auf ein Wunder hoffen. Dieses hätte durchaus eine Chance gehabt, wenn nicht sowohl WR Hill als auch vor allem WR Pringle fangbare Pässe fallen gelassen hätten. Selbst beim abschließenden Hail Mary hätte man über PI (an Kelce) diskutieren können. Aber so blieb das Wunder aus.


    Zur Defense:


    Die Laufverteidigung war im Vergleich zu den ersten beiden Spielen deutlich verbessert. Auch wenn längst noch nicht alles funktioniert hat, konnte man die Chargers bei 22 Laufversuche auf 77 yards (durchschnittlich 3,5 yards pro Laufversuch) halten und 4 TFL einfahren.


    In der Passverteidigung gab es Licht und Schatten. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von CB Ward sah die Coverage meistens recht gut aus. CB Fenton fiel leider im 3. Quarter wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung aus, als er ein Knie gegen den Helm bekam. Der Pass Rush war weiterhin zu schwach (z. B. nur ein Sack von Mike Danna, der zudem ein Coverage-Sack war). Zudem gab es leider erneut wiederholte Missverständnisse unter den DBs, so dass den Chargers das eine oder andere relativ leichte Big Play gelang. Insoweit bin ich weiterhin optimistisch, dass sich derartige Abstimmungsprobleme im Saisonverlauf abstellen lassen. Das gilt hoffentlich auch für Strafen zur Unzeit wie beispielsweise ein PI-Call gegen CB Baker bei 4th & 9.


    Individuell wird erneut S Daniel Sorensen kritisiert und an seiner Stelle Juan Thornhill gefordert, aber wenn auch "Dirty Dan" nicht der beste in Coverage sein mag, ist er ein solider Tackler, so dass mir die Kritik völlig überzogen erscheint. Auch an LB Anthony Hitchens scheiden sich die Geister: Teilweise wird er hoch gelobt ("looked as good as he has in a Chiefs uniform"), was im Hinblick auf seine "sichtbaren" Leistungen (Tackles, Passverteidigung) auch gerechtfertigt sein mag. Aber andererseits liegt das defensive Playcalling und vor allem die Red Zone Defense in erheblichem Maße in seinen Händen - aktuell zwei Schwachpunkte der Chiefs. Insgesamt haben die Chiefs im Rahmen der Red Zone Defense gegen die Chargers 4 TDs und ein FG abgegeben, was nach drei Spielen auf insgesamt 12 TDs und ein FG in 13 gegnerischen Anläufen hinausläuft. Das ist offenkundig einfach verheerend, vor allem wenn man bedenkt, dass hier ein Schwerpunkt der Trainingsarbeit lag/liegt. Erfreulich: Rookie-LB Nick Bolton hat erneut ordentlich gespielt.


    Positiv ist, dass man die Chargers bei den 3rd downs relativ gut einbremsen konnte (4/11), wobei das letztlich in mindestens zwei Fällen (durch eine 4th down conversion und eine PI-Strafe) zunichte gemacht wurde.


    Trotz aller Kritikpunkte an der Defense war diese deutlich verbessert. Wenn die Offense mit 2:14 auf der Uhr einen halbwegs normalen Drive hingelegt hätte, hätte die Defense trotz aller Fehler und trotz fehlender Turnovers "nur" 24 Punkte zugelassen, was absolut im Rahmen gewesen wäre.


    Fazit:

    Die Chiefs haben mit insgesamt 437 yards (gegenüber 352 yards der Chargers) und 33 first downs (gegenüber 21 der Chagers) im großen und Ganzen ein Offensivfeuerwerk abgebrannt, das eigentlich für einen Sieg hätte reichen sollen. 186 yards bei 30 Laufversuchen sind für die an sich passlastige Chiefs-Offense hervorragend (6,2 yards/Lauf). Im Vergleich sehen 260 Passyards geradezu "mickrig" aus, wobei da noch mehr drin gewesen wäre. Aber letztlich gewinnt man eben bei einer Turnover-Bilanz von -4 nur selten ein Spiel. Bei 10 Drives (einschließlich des 32-Sekunden-Drives zum Spielende, also eigentlich 9 "echte" Drives) im gesamten Spiel ist das einfach zu kostspielig.


    ---


    Die schlechteste Nachricht gab es dann nach Spielende, als HC Andy Reid mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht wurde.


    Noch ist die genaue Ursache unklar. Während man es offiziell als eine reine Vorsichtsmaßnahme darstellt, weil er sich "krank gefühlt" habe, sprechen die Nutzung eines Krankenwagens sowie eine Aussage von Tyrann Mathieu ("I’m praying for my Head Coach & I’m hoping you can send up prayers with me!! One of the best men & teachers I’ve been around!!! GOD please show us your mercy!") schon für ernste Gründe.


    Am späteren Abend lautete die offizielle Mitteilung: "Head Coach Andy Reid felt ill at the conclusion of the game. He was evaluated by our medical staff in the locker room, and as a precaution, was transported to The University of Kansas Health System for further evaluation. Coach is doing well, currently resting and in stable condition."

    2 Mal editiert, zuletzt von Chief ()

  • Zuviele Fehler in der Offense. Vier TO sind kaum zu egalisieren. Die erste Hz. war eine einzige Katastrophe.


    1. drive: INT

    2. drive: Fumble -> TD Chargers

    3. drive: Fumble -> TD Chargers

    4, drive: Punt

    5. drive: FG (wenigstens das)


    Da konnte man noch zufrieden sein, dass man "NUR" 11 Punte zurücklag.


    2.Hz. war dann besser, allerdings am Ende wieder unbefriedigend mit der INT von Mahomes. Dazu noch die PI-Strafe, die die Chargers klar in FG-Range brachte.


    Anerkennen muss man allerdings auch den Mut und die opportunistische Offense-Spielweise der Chargers-Coaches... sieben Pässe (Passversuche) und nur ein Lauf im letzten drive...das war schon beeindruckend.


    Daywalker könnte mit seiner Einschätzung der Chiefs-Leistungen und den Aussichten auf die Saison doch recht haben.

    College Champion 1984: Brigham Young Cougars – Unbeaten & Untied.