• Magnus Carlson spielt eine Partie Freestyle-Schach gegen Anna Cramling mit Handicap: Er spielt blind.

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    Faszienierend.

  • Genauso wenn nicht sogar noch beeindruckender wie Leute die Videospiele auf Gitarren oder Dance Pads spielen. :eek:

    Hier ist ja nur der Freestyle Chess Ansatz beeindruckend, wie Carlsen ja selbst sagt. Wenn es ein normales Brett wäre, könnte er vermutlich minimum 10 Bretter gleichzeitig blind spielen.

    Gruß Bay

  • Bin ich gerade darauf gestoßen:

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    Partien anhand von Damesteinen auf dem Schachbrett zu identifizieren, finde ich deutlich krasser als blindfold spielen. Wobei ich hier nicht weiß, wie krass die Leistung für einen Großmeister wirklich ist.

    Gruß Bay

  • Magnus Carlson spielt eine Partie Freestyle-Schach gegen Anna Cramling mit Handicap: Er spielt blind.

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    Faszienierend.

    Dass Cramling und die Botez Schwestern die fünffachen Instagram Followerzahlen von Divya Deshmukh haben, zeigt auch wie wenig Schachfans die Frauenweltspitze wahrnehmen verglichen zu gutaussehenden Influencerinnen, die Content mit Carlsen kreieren. Deshmukh schließlich Inderin und Lieblingsschachspielerin von Staatschef Modi, was ja Push-Faktoren für Insta-Followerzahlen sind. Bei den anderen Spielerinnen, die bei ELO und Ranking noch vor Deshmukh stehen, sieht es ja noch viel schlechter ist bei Followerzahlen.

    Naja reiht sich natürlich auch darin ein, dass die weltbesten Schachspielerinnen von der Community ja seit Jahren oft misogynistisch ausgelacht werden, weil sie eigene Wettbewerbe und Weltmeistertitel für Frauen haben und schlechtere ELOs als Carlsen, Gukesh und Co.

  • Dass hast du aber in vielen Sportarten, dass einzelne Influenzer wesentlich mehr Follower haben als die Profis oder Weltbesten. Deren primärer Job ist es aber auch nicht sich über Social Media ihr Geld zu verdiehnen.

    GO Irish!

  • Auch chatGPT hat mal einen schlechten Tag...


    https://x.com/MagnusCarlsen/status/1943473946063474990

    Wobei Chatgpt und co auch gar nicht Schach spielen können… gibt da diverse Videos von gothamchess, wo er die verschiedenen Sprachmodelle gegeneinander Schach spielen lässt… wenn ich mich recht erinnere, hat es keine einzige KI geschafft eine Partie lang regelkonform zu spielen… da wurden nicht mögliche Züge gemacht, Figuren die schon längst geschlagen waren, tauchten später wieder irgendwo auf dem Brett auf…. Daran sieht man eigentlich, dass diese Sprachmodelle noch weit davon entfernt sind logisch zu denken…

    Alles Gelingen
    hat sein Geheimnis,
    alles Misslingen
    seine Gründe.

  • Wobei Chatgpt und co auch gar nicht Schach spielen können… gibt da diverse Videos von gothamchess, wo er die verschiedenen Sprachmodelle gegeneinander Schach spielen lässt… wenn ich mich recht erinnere, hat es keine einzige KI geschafft eine Partie lang regelkonform zu spielen… da wurden nicht mögliche Züge gemacht, Figuren die schon längst geschlagen waren, tauchten später wieder irgendwo auf dem Brett auf…. Daran sieht man eigentlich, dass diese Sprachmodelle noch weit davon entfernt sind logisch zu denken…

    Die aktuellen Modelle machen ja auch eher Mustererkennung als logisches Denken. Gibt dazu auch ein Paper von Apple (https://arxiv.org/pdf/2410.05229).

    Du kannst ja auch mal testweise fragen wie oft der Buchstabe 'e' in Erdbeere vorkommt und wie das Modell auf weitere Rückfragen reagiert, wahlweise beschreibst du Form und Farbe der Erdbeere.

  • Dass Cramling und die Botez Schwestern die fünffachen Instagram Followerzahlen von Divya Deshmukh haben, zeigt auch wie wenig Schachfans die Frauenweltspitze wahrnehmen verglichen zu gutaussehenden Influencerinnen, die Content mit Carlsen kreieren. Deshmukh schließlich Inderin und Lieblingsschachspielerin von Staatschef Modi, was ja Push-Faktoren für Insta-Followerzahlen sind. Bei den anderen Spielerinnen, die bei ELO und Ranking noch vor Deshmukh stehen, sieht es ja noch viel schlechter ist bei Followerzahlen.

    Naja reiht sich natürlich auch darin ein, dass die weltbesten Schachspielerinnen von der Community ja seit Jahren oft misogynistisch ausgelacht werden, weil sie eigene Wettbewerbe und Weltmeistertitel für Frauen haben und schlechtere ELOs als Carlsen, Gukesh und Co.

    Naja, der Content-Creation Part ist schon enorm wichtig, um die Follower zu boosten. Da korreliert die Spielstärke einfach nicht mit den Followerzahlen. Wenn du nix auf Instagram / Youtube machst, bekommst du nicht einfach die Follower.
    Guck dir Nepos Instagram - Account an und vergleiche den mit Gotham Chess.

    Gruß Bay

  • Wobei Chatgpt und co auch gar nicht Schach spielen können… gibt da diverse Videos von gothamchess, wo er die verschiedenen Sprachmodelle gegeneinander Schach spielen lässt… wenn ich mich recht erinnere, hat es keine einzige KI geschafft eine Partie lang regelkonform zu spielen… da wurden nicht mögliche Züge gemacht, Figuren die schon längst geschlagen waren, tauchten später wieder irgendwo auf dem Brett auf…. Daran sieht man eigentlich, dass diese Sprachmodelle noch weit davon entfernt sind logisch zu denken…

    Modelle können nicht "logisch denken". Deswegen ist der Begriff "KI" auch Unfug, weil reiner Marketing-Sprech.

    Modelle sind Spezialisten, die die eine Sache, wofür sie trainiert wurden, sehr gut können und alles andere gar nicht. Im Falle von LLM halt Sprache.

    Andersrum wird ein LeelaZero jeden Menschen im Schach gnadenlos wegklatschen, aber auf jede nichtschachliche Eingabe mit "invalid input" antworten.

  • Aktuell findet die Mannschafts-Europameisterschaft statt. Die Männer ("Open") im Team von Bundestrainer Jan Gustafsson gehen als Mitfavoriten ins Rennen und treten an in folgender Aufstellung an:

    1. Vincent Keymer (2755)

    2. Rasmus Svane (2614)

    3. Matthias Blübaum (2687)

    4. Dimitri Kollars (2642)

    5. Frederik Svane (2638)

    Im ersten Spiel (ohne Blühbaum) gegen Dänemark gab es eine überraschende 1,5:2,5-Niederlage, weil Kollars aufgrund eines taktischen Fehlers ausgangs der Eröffnung eine Figur verloren hat und die anderen drei ihre leicht vorteilhaften Stellungen nicht zum Gewinn verwerten konnten.

    In der zweiten Runde gab es (ohne Kollars) ein 3:1 gegen die Schweiz, mit hart erkämpften Siegen von Keymer und Blühbaum an den Weiß-Brettern und Remisen der beiden Svane-Brüder mit Schwarz.

    Heute spielt die Mannschaft gerade gegen Gastgeber Georgien.

    Die Frauen-Mannschaft tritt nach dem Nationalmannschafts-Rücktritt der langjährigen Spitzenspielern Elisabeth Pähtz unter der Leitung von Neu-Bundestrainer Zahar Efimenko mit

    1. IM Dinara Wagner (2410)

    2. WGM Hanna Marie Klek (2328)

    3. WGM Josefine Safarli (2276) [die kürzlich verheiratete Josefine Heinemann]

    4. FM Lara Schulze (2319)

    5. WGM Kateryna Dolzhykova (2300)

    an.

    Im Gegensatz zu den Männern hatten die Frauen mit einem 3:1 gegen Georgien III einen gelungenen Auftakt, obwohl Dinara Wagner am Spitzenbrett pausieren durfte (Siege von Safarli und Dolzhykova, Remispartien von Klek und Schulze). In der zweiten Runde gewannen sie zudem mit 2,5:1,5 gegen die Türkei. Matchwinnerin war Lara Schulze, während Wagner, Klek und Safarli jeweils Remis spielten.

    Heute spielen die Frauen gegen Georgien I und sind klare Außenseiter.

    Die Partien kann man generell beispielsweise auf lichess.org verfolgen, mit Focus auf die deutschen Partien und Kommentar auch bei SchachdeutschlandTV (Twitch).

    2 Mal editiert, zuletzt von Chief (7. Oktober 2025 um 16:17)

  • Josefine hat im Übrigen einen sehr interessanten YT-Account, wo sie Spiele im Einzelnen nachstellt und erklärt.

  • Josefine hat im Übrigen einen sehr interessanten YT-Account, wo sie Spiele im Einzelnen nachstellt und erklärt.

    Den Kanal kann ich nur empfehlen. Sie hat wirklich schach-didaktisches Talent.

    High-End-Analysen bekommt man, wenn Rasmus Svane auf seinem Kanal die eigenen Partien analysiert. Da kann selbst ein vermeintlich langweiliges und frühes Remis schon mal 30-45 Minuten lang mit interessanten Erläuterungen versehen sein. Für Gelegenheits-Schachspieler ist das aber zu hohes Niveau.

    2 Mal editiert, zuletzt von Chief (7. Oktober 2025 um 15:43)

  • Die Frauen schaffen die Sensation und gewinnen verdient 2,5:1,5 gegen Georgien I. Dinara Wagner und Josefine Safarli konnten zwischenzeitlich etwas bessere Stellungen leider nicht verwerten, wobei Wagner sogar in Verlustgefahr geriet. Bei Kateryna Dolzhykova schwankte die Stellungsbewertung wild hin und her, da hätte alles herauskommen können. Letztlich kamen alle drei zu einem Remis. Matchwinnerin war dieses Mal Hanna Marie Klek mit einem relativ souveränen Sieg nach 77 Zügen.

    Bei den Männern war der 3:1-Sieg - ebenfalls gegen Georgien I - weniger überraschend, da man als Favorit ins Rennen ging. Ungewöhnlich war hingegen, dass alle 4 Partien entschieden wurden. Rasmus Svane kam sehr gut aus der Eröffnung heraus, überspielte den Gegner (GM Levantan Pantsulaia) und profitierte in besserer Position von einem groben gegnerischen Fehler, welcher ihm in wenigen Zügen den Sieg einbrachte. Überraschend unterlag der eigentlich in Top-Form befindliche Matthias Blübaum, weil er nach vorteilhafter Eröffnung gegen GM Baadur Jobava irgendwie den Faden verlor und in einem Damenendspiel eine extrem passive Position nicht zu verteidigen vermochte. Aber zu diesem Zeitpunkt war glücklicherweise schon absehbar, dass Vincent Keymer seinen Gegner (Mikheil Mchedlishvili) langsam, aber unaufhaltsam überspielen konnte. Da Frederik Svane nie in Verlustgefahr war, hätte das für einen knappen Sieg gereicht, aber letztlich bestätigte der jüngere Svane-Bruder seinen Ruf als Endspiel-Grinder und errang einen weiteren Sieg (gegen GM Luka Paichadze).

  • Den Kanal kann ich nur empfehlen. Sie hat wirklich schach-didaktisches Talent.

    High-End-Analysen bekommt man, wenn Rasmus Svane auf seinem Kanal die eigenen Partien analysiert. Da kann selbst ein vermeintlich langweiliges und frühes Remis schon mal 30-45 Minuten lang mit interessanten Erläuterungen versehen sein. Für Gelegenheits-Schachspieler ist das aber zu hohes Niveau.

    Für Gelegenheitsspieler finde ich den Big Greek ideal.

    GO Irish!

  • Für Gelegenheitsspieler finde ich den Big Greek ideal.

    Dann versuche ich es mal mit einem Überblick über deutschsprachige Youtube-Kanäle (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

    The Big Greek (IM Georgios Souleidis) ist der bekannteste deutsche Schach-Youtuber. Er bringt seit Jahren jeden Tag ein Video in guter Qualität, ist unterhaltsam und informiert über die Schachwelt, vor allem - aber nicht nur - aus deutscher Perspektive. Ich denke, dass er die größte Bandbreite an Interessenten abdeckt und dennoch seriös ist. Manchmal ist er nicht ideal vorbereitet. Informativ und unterhaltsam ist auch der Schach-Podcast "Die Schachglatzen", den er gemeinsam mit IM Christof Sielecki bestreitet.

    GM Niclas Huschenbeth zählt zur erweiterten nationalen Spitze und war bereits zweimal Deutscher Meister. Er produziert viele Videos zur Unterhaltung ("Geschwätzblitz" u. ä.). Zwischendrin kommt immer mal wieder niveauvollerer Content. Gelegentlich analysiert er auch ausgiebig eigene Partien ziemlich intensiv, so dass auch die "Profis" (Vereinsspieler) auf ihre Kosten kommen. Ich glaube, ich trete ihm nicht zu nahe, wenn ich vermute, dass sein Kanal in erster Linie als Werbung für seine kostenpflichtigen sonstigen Schachprojekte dient.

    JanistanTV wird vom Bundestrainer GM Jan Gustafsson betrieben. Ich tippe, dass er der humorvollste und "coolste" Bundestrainer überhaupt ist. Legendär sind seine "Lanz-und-Precht-Imitationen". Er ist als Schachspieler kaum noch aktiv, aber ein ausgewiesener Eröffnungsexperte und war wiederholt Sekundant von Magnus Carlsen bei WM-Kämpfen. Auch sein Content ist eher unterhaltsam, zumal er als Film- und Serienfan in diesem Bereich sehr viel zu erzählen hat. Wenn er aber schachlich etwas erklärt, hat das Hand und Fuß.

    Gunny's Chessalyze (Garry Leusch) berichtet von wichtigen Turnieren und bringt hauptsächlich "Partieanalysen". Der Protagonist ist damit so erfolgreich, dass er auch auf dem Twitch-Kanal des deutschen Schachbundes kommentiert. Ich muss zugeben, dass ich mit diesem Kanal/Kommentator nicht viel anfangen kann. Er ist reißerisch aufgemacht, aber das schachliche Niveau ist überschaubar. Wenn "Gunny" (= Garry) keine Engine zur Hilfe hätte, wäre er völlig aufgeschmissen. Einziger Vorteil des Kanals ist m. E., dass man relativ aktuelle Informationen erhält.

    Beim Schachpanda (David Riemay) liegt das Augenmerk darauf, dem Zuschauer etwas beizubringen. Er behandelt einzelne schachliche Themen und analysiert häufig auch eigene Partien. Selbst für gute Vereinsspieler ist sein schachliches Niveau (Elo gut 2200) mehr als ausreichend. Wenn man also im Schach etwas lernen will, ist man bei ihm gut aufgehoben.

    Schachmatt TV (Sebastian Hoffmann) ist mutmaßlich Medizinstudent, der sich ein Schach-Standbein aufgebaut hat. Er ist immer noch ein sehr guter Vereinsspieler (Elo wohl knapp 2100) und produziert im Wesentlichen ähnlichen Content wie der Schachpanda. Mir gefällt seine etwas reißerisch-aufdringliche Art nicht ganz so gut, aber das ist Geschmacksache. Seinem Kanal hat es gut getan, dass er noch andere (z. T. bessere) Schachspieler dafür gewonnen hat, ebenfalls Content für den Kanal zu produzieren.

    Rafel Kloth ist ein normaler bis guter Vereinsspieler, der auf entsprechendem Niveau Videos zu ähnlichen Themen wie die beiden letztgenannten produziert. Ich vermute, dass er gerade auf Hobbyspieler oder schwächere Vereinsspieler besser eingeht, weil er nicht so viel voraussetzt wie manch anderer.

    Perlen vom Bodensee (Conrad Schormann) hat nahezu ausschließlich die journalistische Schachberichterstattung zum Gegenstand. Ich bin kein großer Fan davon, aber gerade auf dem entsprechenden Blog findet man manchmal interessante Hintergrund-Infos zu "schachpolitischen" Fragen.

    Orca Chess (Jonathan Reichel) ist ein sehr guter Vereinsspieler (Elo/DWZ um 2150 herum) und produziert ähnliche Inhalte wie der Schachpanda - mit ähnlicher Zielgruppe.

    Jürgen der Schachstratege (Elo/DWZ knapp 2300) ist ebenfalls ein sehr guter Vereinsspieler und betreibt inzwischen zwei kleine Youtube-Kanäle. Er hat schon alle möglichen Arten von Videos produziert, in der Vergangenheit hauptsächlich zu historischen Partien, Eröffnungen und Endspielen. Daneben zeigt er immer wieder eigene Liga-/Turnierpartien und zuletzt (auf seinem Zweitkanal) auch viele Schnellschach-Partien, in denen er den Zuschauer an seinen Gedanken teilhaben lässt. Er gehört im Grunde in eine ähnliche Kategorie wie der Schachpanda, Schachmatt TV oder Orca Chess, aber mit umfangreicherem Content. Zudem kann man bei ihm samstags ab 12.00 Uhr live an einer Trainingseinheit (1-2 Stunden) per Youtube/-chat teilnehmen. Ich finde den Kanal super und kann ihn denjenigen, die ihr Schach verbessern wollen, wärmstens empfehlen.

    Josefine Safarli (geb. Heinemann) ist die bekannteste deutsche Schach-Youtuberin. Sie bietet eine sehr gelungene Mischung aus aktuellen Informationen und Partien einerseits und allgemeinem Trainingscontent andererseits. Ihr didaktisches Geschick habe ich ja bereits gelobt. Einen gewissen Schwerpunkt legt sie auch auf Entwicklungen im Frauen-Schach, nicht nur in Bezug auf ihre eigenen Partien. Auch ihr Kanal ist m. E. sehr empfehlenswert.

    Rasmus Svane spielt für die deutsche Nationalmannschaft und zählt damit zur erweiterten internationalen Spitze. Er produziert überwiegend unterhaltsamen Content, wenn er Online-Blitzturnieren mitspielt, dabei seine eigenen Partien kommentiert und in den Pausen mit den Zuschauern kommuniziert. Dabei geht es gelegentlich auch etwas emotional zu - er ist eigentlich ein sehr sympathischer Typ, wird aber durch Niederlagen auch schnell frustriert. Schachliche Highlights sind allerdings - wie bereits erwähnt - die extrem tiefgehenden Analysen seiner eigenen Partien bei Turnieren oder in verschiedenen europäischen Ligen. Da gibt es im deutschsprachigem Bereich einfach nichts, was an seine Qualität heranreicht. Ich lausche gerne seinen Ausführungen, kann aber schlecht beurteilen, ob das nicht für den Hobbyspieler zu abgehoben ist.

    Chessemy produziert regelmäßig frei zugängliche und unterhaltsame Videos mit Schach-Content, hauptsächlich mit Analysen historischer Partien. Viele mögen ihre "Chesspressos". Allerdings liegt - ähnlich wie bei Huschenbeth - auch hier der Hauptzweck darauf, kommerzielle Schach-Videoproduktionen von der Homepage zu verkaufen.

    Es lohnt sich, in alle Formate einmal hereinzuschauen, um das auszuwählen, was einem selbst am besten gefällt. Es gibt enorme Unterschiede in produzierter Menge, schachlicher Qualität, Aktualität der Informationen und Trainings-/Erkenntniswert.

  • Danke für die Übersicht.

    Gibt es bei den Schachglatzen nicht gerade eine Pause und daher keinen neuen Content?

    Auf Twitch könnte man noch "keinsehrstarkerspieler" (Matthias Blühbaum) erwähnen. Er spielt zwar hauptsächlich Blitz, aber ist dabei auch unterhaltsam.

  • Ich schaue mir gern Huschi, TBG, Josefine und Janistan an. Aber in deiner Liste fehlt fehlt definitiv noch Kugelbuch. Der mouseslip war wirklich legendär. :mrgreen:

  • Ich schaue mir gern Huschi, TBG, Josefine und Janistan an. Aber in deiner Liste fehlt fehlt definitiv noch Kugelbuch. Der mouseslip war wirklich legendär. :mrgreen:

    Kugelbuch ist super, wenn auch nicht höchstes Niveau :thumbsup:

    TBG mag ich überhaupt nicht. Für mich zu arrogant und herablassend gegenüber schwächeren Spielern.

  • Danke für die Übersicht.

    Gibt es bei den Schachglatzen nicht gerade eine Pause und daher keinen neuen Content?

    Auf Twitch könnte man noch "keinsehrstarkerspieler" (Matthias Blühbaum) erwähnen. Er spielt zwar hauptsächlich Blitz, aber ist dabei auch unterhaltsam.

    Ich höre die "Schachglatzen" nur, wenn ich viel Zeit habe. Kurze Recherche auf Youtube ergab, dass Folge 63 vor zwei Wochen hochgeladen wurde und auch ein aktuelles Thema zum Gegenstand hat:

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    Auch die Folgen 61 und 62 stammen ungefähr aus dem letzten Monat.

    Den Hinweis auf Nationalspieler GM Matthias Blübaum ("keinsehrstarkerspieler", Twitch) hatte ich vergessen (Danke für die Ergänzung!), weil ich so selten auf Twitch unterwegs bin und ihn noch nie gesehen habe. Aber ich habe bislang nur Positives über ihn gehört.

    Ähnliches gilt auch für den weiteren Nationalspieler GM Frederik Svane ("GMFrederikSvane", Twitch).

    Von beiden weiß ich aber nicht, wie oft sie streamen.

    Wen der Hintergrund zu "keinsehrstarkerspieler" interessiert, dem sei dieses Video

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    ans Herz gelegt.

    Ich schaue mir gern Huschi, TBG, Josefine und Janistan an. Aber in deiner Liste fehlt fehlt definitiv noch Kugelbuch. Der mouseslip war wirklich legendär. :mrgreen:

    Ich wusste gar nicht, dass Kugelbuch noch/wieder schachlich aktiv ist. Ich habe schon ewig nichts mehr von ihm gehört. Bei Huschenbeth oder TBG gibt es immer mal wieder Fragen nach ihm, aber soweit ich es mitbekommen hatte, wussten die beiden auch nichts Genaueres. Ich bin da allerdings nicht auf dem Laufenden. Aber falls er noch aktiv ist:

    Kugelbuch (Tim Jonas Engelke) war/ist ein Hobbyspieler mit äußerst beschränktem schachlichem Niveau, der im Internet gegen Gegner vergleichbarer "Preisklasse" Partien spielt und streamt. Das ist - wenn überhaupt - reine Unterhaltung ohne jedes schachliche Niveau. Der Unterhaltungswert von Kugelbuch liegt am ehesten darin, dass sein (schachliches) Selbstbewusstsein weit oberhalb seiner schachlichen Spielstärke liegt, was zu völlig absurden Situationen führt. Trotz seiner geringen Spielstärke war er jedenfalls am Anfang als Youtuber/Streamer damit sehr erfolgreich und wurde sogar von chess.com unter Vertrag genommen.

    In die Kategorie der Hobbyspieler fällt auch "Mahluna" (Mahzad Kiani), die wohl hauptsächlich als Gamerin aktiv ist. Sie hat allerdings einen sehr viel realistischeren Blick auf ihre schachlichen Fähigkeiten und ist mir daher wesentlich sympathischer. Ganz unterhaltsam ist sie vor allem bei "Hand and Brain"-Wettkämpfen mit WIM Sonja Bluhm gegen Etienne Gardez ("Eddy", ein weiterer Streamer, der sich am Schach versucht, sich aber trotz vieler lehrreicher Lektionen von Gustafsson einfach so gut wie nichts merken kann) und GM Jan Gustafsson:

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    Wenn ich schon dabei bin, kann ich auch noch den "Bluhmecke Schach Podcast" erwähnen, den die genannte WIM Sonja Maria Bluhm (Elo über 2200) gemeinsam mit Katharina Reinecke (gutes Vereinsspielerniveau) in unregelmäßige Abständen betreibt. Das ist eine Mischung aus Unterhaltung und Information, alles etwas chaotisch. Aber die beiden sind so hübsch und sympathisch, dass man ihnen auch das größte Chaos nicht übel nehmen kann.

    5 Mal editiert, zuletzt von Chief (9. Oktober 2025 um 11:42)

  • Gardè spielt auch 1000 Partien gg Gustaffson, die immer danach noch analysiert werden. Denke auch, dass das lehrreich für den ein oder anderen sein kann.

    Gruß Bay

  • Ich wusste gar nicht, dass Kugelbuch noch/wieder schachlich aktiv ist. Ich habe schon ewig nichts mehr von ihm gehört. Bei Huschenbeth oder TBG gibt es immer mal wieder Fragen nach ihm, aber soweit ich es mitbekommen hatte, wussten die beiden auch nichts Genaueres. Ich bin da allerdings nicht auf dem Laufenden. Aber falls er noch aktiv ist:

    Kugelbuch (Tim Engelke) war/ist ein Hobbyspieler mit äußerst beschränktem schachlichem Niveau, der im Internet gegen Gegner vergleichbarer "Preisklasse" Partien spielt und streamt. Das ist - wenn überhaupt - reine Unterhaltung ohne jedes schachliche Niveau. Der Unterhaltungswert von Kugelbuch liegt am ehesten darin, dass sein (schachliches) Selbstbewusstsein weit oberhalb seiner schachlichen Spielstärke liegt, was zu völlig absurden Situationen führt. Trotz seiner geringen Spielstärke war er jedenfalls am Anfang als Youtuber/Streamer damit sehr erfolgreich und wurde sogar von chess.com unter Vertrag genommen.

    Sehr treffend beschrieben. :top:


    Ich habe gerade nachgeschaut. Sein letztes Video auf YT wurde vor 1 Monat hochgeladen. Keine Ahnung wie er auf anderen Plattformen unterwegs ist, aber ich denke wir haben hier angesichts seines Niveaus jetzt schon zu viele Worte über ihn gewechselt.


    Eine Frage hierzu habe ich aber noch: Kann man eigentlich Spielen der Bundesliga beiwohnen und LIVE zuschauen? Also kommt zB ein Magnus C., der ja bekanntlich für St. Pauli spielt, ins beschauliche Deggendorf, macht dort seine Züge und man hat die Chance hierbei zuschauen zu können?

  • Eine Frage hierzu habe ich aber noch: Kann man eigentlich Spielen der Bundesliga beiwohnen und LIVE zuschauen? Also kommt zB ein Magnus C., der ja bekanntlich für St. Pauli spielt, ins beschauliche Deggendorf, macht dort seine Züge und man hat die Chance hierbei zuschauen zu können?

    Im Prinzip ja. Allerdings sollte man Folgendes bedenken:

    1. Im Schach ist man nicht auf einen Verein festgelegt, sondern kann im Prinzip in der gleichen Saison parallel in jeder "Bundesliga" der Welt spielen. Natürlich gibt es praktische Grenzen, aber es ist durchaus üblich, dass starke Spieler in verschiedenen Ligen spielen. Einige deutsche Nationalspieler spielen beispielsweise nicht nur in der Bundesliga, sondern z. B. auch in Polen, Frankreich, Österreich oder Spanien. Für die Top-Stars gilt das natürlich noch viel mehr. Hinzu kommt, dass Einsätze in diesen Ligen nur ein Baustein der Aktivitäten von Spitzenspielern sind. Es gibt gerade für die Top-Leute regelmäßig noch Konkurrenzveranstaltungen, bei denen sie auch (viel) mehr verdienen können.

    [Nachtrag: Bei manchen Ligen (z. B. Bundesliga) sind die Spieltage übers Jahr verteilt, bei anderen Ligen (z. B. Polen, Spanien) handelt es sich um eine turnierähnliche zentrale Veranstaltung über ca. 1 Woche mit täglichen Wettkämpfen].

    In der Praxis kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf verlassen, dass Bayern München im Fußball mit Neuer, Kimmich und Kane antritt, wenn die nicht gerade verletzt sind. Im Schach ist es häufig ein Ratespiel, mit welchen Spielern eine Mannschaft anreist. Jedenfalls spielen die Stars nicht immer, jemand wie Magnus Carlsen bei St. Pauli nur extrem selten.

    2. Als ich vor langer Zeit mal bei einem Bundesligaspiel war, konnte man nach meiner Erinnerung damals relativ nahe an die Bretter herankommen und berühmten Spielern über die Schulter gucken. Da beim Schach nicht so viel los ist, könnte das auch heute noch so sein - vielleicht steht man aber auch nur einige Meter entfernt.

    3. Wie viel "Drumherum" geboten wird, hängt sehr vom Gastgeber bzw. von der Veranstaltung ab. Normalerweise spielen immer 4 Mannschaft an einem Standort je einen Wettkampf samstags und sonntags. Soweit ich mich erinnere, veranstaltet die Bundesliga allerdings eine "zentrale Endrunde", so dass man am letzten Wochenende alle Mannschaften an einem Ort vorfindet. Generell gilt: Wenn man Glück hat, gibt es für die Zuschauer Partie-Übertragungen und Kommentatoren.

    4. Das Eintrittsgeld sollte kein Hindernis sein. Schach ist entweder günstig oder kostenlos.

    Hier

    Schachbundesliga – Das Format | Schachbundesliga

    gibt es ein paar Infos der Schach-Bundesliga.

  • Eine Frage hierzu habe ich aber noch: Kann man eigentlich Spielen der Bundesliga beiwohnen und LIVE zuschauen? Also kommt zB ein Magnus C., der ja bekanntlich für St. Pauli spielt, ins beschauliche Deggendorf, macht dort seine Züge und man hat die Chance hierbei zuschauen zu können?

    Carlsen hat letzte Saison an einem Wochenende (2 Spiele) für St.Pauli gespielt. Das war ein Heimwochenende von St.Pauli und wurde auch dementsprechend geplant bzw. vermarktet (https://www.fcstpauli.com/news/magnus-ca…-fc-st-pauli-an). Auch für dieses Jahr wird Carlsen nur für 1-2 Wochenende erwartet und sehr wahrscheinlich wird er nicht außerhalb von Hamburg antreten. 2026 hat St.Pauli Anfang und Ende Februar jeweils ein Heimwochenende und möglicherweise wird er an diesen Wochenenden dabei sein.

  • Sieht nicht gut aus für die deutschen Herren heute gg die Ukraine.

    Bluebaum (der gestern bereits als einziger deutscher Spieler seine Partie verloren hat und zuvor auch in der Bundesliga nicht gut aussah) steht mit weiß komplett auf Verlust und alle 3 anderen Partien momentan auf remis.

    Da nach der Niederlage in Runde 1 bereits ein unentschieden heute vermutlich zu wenig wäre um vorne nochmal angreifen zu können und aktuell ein ue sogar noch glücklich für D wäre, könnten die medaillenchancen bereits heute ausgeträumt sein. Für das an 1 gesetzte Team dann doch eine herbe Enttäuschung.

    Tradition seit 1899? Marketing seit 1999!

  • 2026 hat St.Pauli Anfang und Ende Februar jeweils ein Heimwochenende und möglicherweise wird er an diesen Wochenenden dabei sein.

    Noch eine Ergänzung: Heißer Kandidat ist dafür das letzte Februar Wochenende(28.2/1.3.). Dort findet kein Bundesliga Spiel am Millerntor statt, so dass man dann in den Örtlichkeiten im Stadion vor ein paar mehr Zuschauern spielen könnte. Beim letzten Mal waren nur eine Handvoll Zuschauer möglich…

  • Das Open-Team kann seine Titelhoffnungen bei der EM bereits begraben. Im vierten Spiel gab es mit einem 1,5:2,5 gegen die Ukraine bereits die zweite Niederlage. Das lag wohl im Wesentlichen an einem einzigen Fehler.

    Bei Gegnern auf Top-Niveau lautet die Standard-Strategie eigentlich, dass man mit Weiß zu gewinnen und mit Schwarz erst einmal auszugleichen versucht. Aussichtsreiche Gewinnversuche mit Schwarz sind in der Regel nur möglich, wenn man der wesentlich stärkere Spieler ist oder wenn Weiß bei seinen Gewinnversuchen zu große Risiken eingeht. Das alles gilt im Prinzip auch in Teamwettkämpfen.

    Heute spielte Deutschland - für mich etwas überraschend - in der Aufstellung 1. Keymer (gegen Ruslan Ponomarjov) 2. Blübaum (gegen Andrej Volokitin) 3. Kollars (gegen Anton Korobov) 4. F. Svane (gegen Ihor Samunenkov). Ich hätte eher erwartet, dass Blübaum nach seiner gestrigen Niederlage einen Tag Pause bekommen würde, aber letztlich ist er derzeit mit Abstand der zweitbeste deutsche Spieler, hatte die wesentlich bessere Wertungszahl als sein Gegner und R. Svane hatte noch nicht ausgesetzt. Deutschland hatte an den Brettern 2 und 4 Weiß, so dass man in erster Linie dort Gewinnversuche erwartete - mit kleinen Zusatzhoffnungen auf Jungstar Keymer am ersten Brett.

    Doch bereits nach geschätzt einer halben Stunde passierte eine schachliche Katastrophe: Blübaum hatte bis zum 13. Zug eine vorbereitete, relativ seltene und sehr "scharfe" (wilde) Eröffnungsvariante gespielt, die ihm bei bestem Spiel des Gegners einen geringen Vorteil eingebracht hätte. Volokitin, der auf die Variante ersichtlich nicht vorbereitet war, musste schon in der Eröffnung viel Zeit investieren und spielte schließlich einen sehr natürlich, aber gleichwohl nur den zweitbesten Zug, so dass Blübaums Vorteil theoretisch sogar etwas angewachsen war, er hierauf aber nun nicht mehr vorbereitet war. In einer solchen Situation weiß man nun, dass man eine bessere Position hat, aber man kennt die nächsten Züge nicht mehr, sondern ist auf sich allein gestellt. Normalerweise kann dreierlei passieren: Entweder man findet die beste Fortsetzung, dann hat man gute Gewinnchancen. Oder man findet nicht die beste Fortsetzung, sondern spielt den zweit- oder drittbesten Zug, dann verliert man seinen Vorteil wieder teilweise oder sogar ganz. Wenn es unglücklich läuft, ist die eigene Position sogar etwas schlechter. Im praktischen Ergebnis kann gerade dem Weißen bei einem kleinen Fehler noch nicht viel passieren. Das Problem war hier, dass die "richtige" Zugfolge für Weiß relativ schwer zu finden war. Blübaum wählte stattdessen einen relativ typischen Zug, der sich aber im praktischen Ergebnis als schwerwiegender Fehler entpuppte. Blübaum hatte sich vermutlich irgendwo verrechnet , was ihm aber erst 2 Züge später auffiel. Das ist - wie gesagt - normalerweise kein Beinbruch. Aber in dieser Situation verwandelte es die zuvor bessere Position quasi in eine Ruine. Erschwerend kam hinzu, dass Volokitins Stellung sich plötzlich fast wie von selbst spielte, so dass sich sein gravierender Zeitnachteil auch nicht mehr wesentlich auswirkte. Jeder konnte absehen, dass etwas für Weiß furchtbar schief gegangen war und Blübaum wahrscheinlich verlieren würde - was dann auch relativ früh der Fall war.

    In dieser Situation (Sieg mit Schwarz) konnte die Ukraine ihre Strategie frühzeitig anpassen und in ihren Weiß-Partien einfach "auf Remis" spielen. Dadurch blieb die Partie von Kollars völlig langweilig. Keymer versuchte zwar am Spitzenbrett, so lange wie möglich Vereinfachungen zu vermeiden, um noch Gewinnchancen zu kreieren, aber letztlich war seine Position sogar etwas schlechter, als sein Gegner eine Zugwiederholung erzwang. Bei diesem Zwischenstand von 1:2 hatte die Ukraine das Unentschieden schon sicher und musste nun nur noch hoffen, dass der erst 16-jährige Samunenkov - die große Nachwuchshoffnung der Ukraine - am vierten Brett gegen F. Svane Remis halten würde, was diesem letztlich auch gelang.


    Dagegen hat das als Außenseiter gestartete Frauenteam genau das Glück, das den Männern fehlt. Nach der gestrigen Sensation gegen Georgien I waren die Frauen heute erneut Außenseiterinnen gegen Angstgegner Aserbeidschan. Josefine Safarli pausierte gegen das Heimatteam ihres Ehemannes, so dass sich die Aufstellung 1. Wagner 2. Klek 3. Schulze 4. Dolzhykova ergab. Zwischenzeitlich sah es nahezu hoffnungslos aus. An den beiden Weiß-Brettern sah es relativ ausgeglichen aus. Dinara Wagner hatte bestenfalls die minimal angenehmere Stellung und Lara Schulze eine Position, in der die Engine zwar für optimales Spiel einen Mini-Vorteil anzeigt, die Gegnerin aber gefährliche Drohungen aufstellte. Letztlich endeten beide Partien Remis. An den Schwarz-Brettern sah es dagegen nicht gut aus. Lara Schulze hatte eine Angriffsidee ihrer Gegnerin übersehen und stand völlig auf Verlust, wohingegen Dolzhykova immerhin ihren Eröffnugnsnachteil etwas hatte reduzieren können, sich aber dafür bereits in einem (leicht) schlechteren Endspiel befand. Doch in der Folge wendete sich das Blatt völlig: Schulze entdeckte noch eine letzte Chance auf etwas aktives Gegenspiel. Die Gegnerin war sich wohl ihres bevorstehenden Sieges schon zu sicher und ließ Schulze fahrlässig wieder ins Spiel und zu Angriff kommen. Zwischendrin wäre sogar mal kurz ein Sieg möglich gewesen, aber immerhin konnte sich Schulze mit einem Opfer noch in ein Dauerschach (Remis) retten - eine wahrlich wundersame Rettung. Dolzhykova hingegen konnte eine vielzahl ungenauer Züge ihrer Gegnerin nutzen, um ihre Position schritt für Schritt zu verbessern und schließlich sogar relativ souverän zu gewinnen.

  • Kugelbuch (Tim Engelke) war/ist ein Hobbyspieler mit äußerst beschränktem schachlichem Niveau, der im Internet gegen Gegner vergleichbarer "Preisklasse" Partien spielt und streamt. Das ist - wenn überhaupt - reine Unterhaltung ohne jedes schachliche Niveau. Der Unterhaltungswert von Kugelbuch liegt am ehesten darin, dass sein (schachliches) Selbstbewusstsein weit oberhalb seiner schachlichen Spielstärke liegt, was zu völlig absurden Situationen führt. Trotz seiner geringen Spielstärke war er jedenfalls am Anfang als Youtuber/Streamer damit sehr erfolgreich und wurde sogar von chess.com unter Vertrag genommen.

    Er heißt Jonas, nicht Tim.

    Er hatte eine längere Pause gemacht wegen Problemen mit der mentalen Gesundheit.