Miami Dolphins Offseason 2023

  • In den nächsten Tagen werde ich hier mehrere Artikel zu unserem Staff (Coaches und GM) posten. Wie immer an dieser Stelle: Es handelt sich um die subjektive Einordnung einer Einzelperson - andere Meinungen können/dürfen//werden von meiner Meinung abweichen. Es soll in meinen Einschätzungen nicht darum gehen, vorherzusagen, was die Dolphins in dieser Offseason machen werden. Es geht darum, was ich persönlich machen würde wenn ich in dem Laden was zu sagen hätte.


    Die folgenden Artikel setzen ein grundsätzliches Verständnis über die aktuelle QB Situation der Dolphins (speziell Tua) voraus. Falls sich jemand dazu informieren möchte: Ich habe vor ein paar Tagen zu dem Thema einen längeren Beitrag geschrieben.

    burnum
    13. Januar 2023 um 20:30


    Head Coach Mike McDaniel:

    McDaniel kam vor der Saison von den 49ers und wurde nach gutem Saisonstart von vielen Fans und Medien bereits als „offensive genius“ gefeiert. Er war schnell erfolgreich, hatte wenig Probleme seine Offense in Miami zu implementieren und konnte das Scheme hervorragend an das zur Verfügung stehende Spielermaterial (v.a. Tua, Hill, Waddle) anpassen, wodurch seine neue Offense in Miami schematisch doch recht deutlich von seiner 49ers Offense abweicht, wenngleich es natürlich auch einigen Parallelen gibt (v.a. im Laufspiel).

    In der zweiten Saisonhälfte waren gegnerische Defenses dann aber häufiger mal in der Lage, sich auf die Offense einzustellen und die ersten Reads (meist in der Feldmitte im Bereich zwischen den Linebackern und den Safeties) schematisch wegzunehmen – beispielsweise durch post-snap Rotation aus einer 2-high shell in eine 1-high coverage (49ers und Chargers waren mit Cover 3 Buzz mehrfach sehr erfolgreich gegen uns). Außerdem fiel immer wieder auf, dass McDaniel trotz aller positiver Ansätze in fast jedem Spiel auch immer wieder Anfängerfehler machte („rookie mistakes“). Was als lose Beobachtung von teilweise sehr späten Playcalls begann, entwickelte sich mehr und mehr zu einem Trend. In nahezu jedem Spiel mussten wir mehrere Auszeiten verschenken, weil die Playcalls viel zu spät ins Huddle kamen. Diese Tendenz fand dann im Playoffspiel in Buffalo ihren negativen Höhepunkt, als wir in der 2. Halbzeit zunächst alle 3 Auszeiten wegen der geschilderten Vorgehensweise nehmen mussten (anstatt sie nutzen zu können, um die Uhr zu stoppen) und dann kurz vor Schluss wegen einer Delay of Game Strafe aus einem 4th & 1 ein 4th & 6 wurde – eine der spielentscheidenden Szenen, die (neben vielen anderen Situationen) auch ihren Anteil am Ausscheiden aus den Playoffs hatte. Je länger die Saison ging, umso offensichtlicher wurden McDaniels Schwächen: Sein Management der Playclock ist eine Katastrophe und bisher bleibt er jeglichen Beweis schuldig, dass er seine Offense während des Spiels an die gegnerische Defense anpassen kann („adjustments“). Außerdem fiel auf, dass McDaniel als Playcaller in engen Spielen immer wieder das Laufspiel vernachlässigt hat und „pass happy“ geworden ist – teilweise auch, obwohl er nur den dritten QB zur Verfügung hatte.

    Grundsätzlich halte ich McDaniel für einen sympathischen Typen, gerade weil er so anders ist als fast alle anderen NFL Coaches. Man muss McDaniel zugutehalten, dass seine Offense immer wieder durch diverse Verletzungen (gerade auf den wichtigen Positionen QB und OT) zurückgeworfen wurde. Den 9-8 record erwähne ich daher nur der Vollständigkeit halber, ich halte die abgelaufene Saison in Anbetracht der Umstände um den starting QB für nicht valide bewertbar genug, um daraus schon aussagekräftige Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

    McDaniel hat viele gute Ansätze, die einen guten HC ausmachen: Er hat eine klare Vorstellung, wie sein Spielsystem aussehen soll, kann dieses aber durchaus an das vorhandene Spielermaterial anpassen. Er wirkt authentisch – das ist m.E. viel wert. Wenn McDaniel dauerhaft erfolgreich sein will und die interne Dolphins Tradition von 3-Jahres-Zyklen für einen Head Coach durchbrechen will, muss er aber zwingend seine oben angesprochenen Probleme in den Griff bekommen (Playclock Management, pass happy wenn es eng wird, in-game adjustments).

    Ich würde natürlich mit McDaniel weitermachen – allein schon, damit Tua endlich mal 2 Jahre in Folge den gleichen Playcaller hat und nicht schon wieder in der Offseason eine neue Offense lernen muss (musste er bisher jedes Jahr in der NFL und am College). Sollte sich jedoch herausstellen, dass er in diesen Bereichen weiterhin Probleme hat, muss man m.E. ernsthaft darüber nachdenken, ihm einige Aufgabengebiete abzunehmen und an andere Mitglieder des Coaching Staffs zu verteilen (z.B. das Playcalling an einen OC zu geben, damit sich McDaniel mehr auf’s „große Ganze“ konzentrieren kann).

    Im Gegensatz zu vielen anderen Fans und „media members“ sehe ich McDaniel nicht als großen Heilsbringer und Offense Genius (bei den Begriffen kommen mir zu schnell Parallelen zu Adam Gase in den Kopf). Ich sehe ihn eher als „Trainertalent“, der in seine Rolle noch etwas hineinwachsen muss. Es sind viele gute Ansätze da, aber er macht halt auch trotzdem noch einfache Fehler. Ich hoffe, dass er aus seinen Fehlern lernt – nach seiner ersten Saison ist er zumindest schon leicht angezählt…


    Ganz kurz zum restlichen Offense Staff:

    Ich würde die offensive Seite so weit wie irgendwie möglich zusammenhalten, um in diesem Mannschaftsteil eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten. Daher gehe ich jetzt nicht nochmal mit einem extra Artikel auf OC Frank Smith oder Passing Game Coordinator Darrell Bevell ein. Wenn möglich einfach alle behalten. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Bevell von anderen Teams Angebote als OC bekommen dürfte und wir ihn dann nur mit einer Beförderung zum OC halten können – es kann also sein, dass wir uns zwischen Smith und Bevell entscheiden müssen. Wie diese Entscheidung dann ausfallen könnte, dazu kann ich vom heimischen Sofa aus nicht viel sagen – das müssen dann im Zweifel GM und HC entscheiden. Auf mich persönlich hat es ein wenig den Eindruck erweckt, als sei Bevell eigentlich der „heimliche OC“ und hätte vielleicht den größeren Einfluss im Vergleich zu Smith – aber ich kann mich diesbezüglich ebenso gut täuschen.


    Nächster Artikel kommt morgen...

  • Defensive Coordinator Josh Boyer:

    Ich fange mal direkt mit ein paar Statistiken an: Unsere Defense hat dieses Jahr im Schnitt 23,5 Punkte pro Spiel abgegeben, damit sind wir ligaweit auf Platz 24 von 32 (letztes Jahr noch Platz 6). Speziell gegen den Pass waren wir sehr anfällig (Platz 27 mit 234,8 abgegebenen yards pro Spiel) während wir gegen Lauf in dieser Saison sehr stark waren (Platz 4 mit 103,0 abgegebenen yards pro Spiel). Diese Statistiken decken sich komplett mit meiner subjektiven Wahrnehmung während der Spiele: Wir sind super gegen den Lauf (Ausnahme: mobile QB), haben aber große Probleme gegen den Pass. Speziell in klaren Pass-Situationen (z.B. 3rd & long) sieht unsere Defense zu regelmäßig schlecht aus (siehe Bills Playoff-Spiel, 2. Drive der Bills: 3rd & 15 converted zum 1st down, obwohl eigentlich allen klar gewesen sein müsste, dass ein mittlerer/langer Pass auf Diggs kommen würde).

    Warum sind wir gegen den Lauf so stark und gegen den Pass so schwach? In meinen Augen ist das teilweise schematisch bedingt, teilweise aber auch personell. Fangen wir mit dem Personal an, das geht schneller: Wir mussten die gesamte Saison auf Byron Jones verzichten, der als starting CB gegenüber von Xavien Howard fest eingeplant war. Unsere Defense ist besonders blitz-heavy, für ein solches Scheme sind 2 gute Outside CB elementar wichtig. Den Ausfall von Jones konnten wir nicht kompensieren (und auch Howard spielte diese Saison nicht auf dem Niveau früherer Jahre). Dazu kamen dann noch weitere Verletzungen: Nik Needham und Trill Williams waren beide als „contributors“ eingeplant. Wir haben also die gesamte Saison ohne 3 Cornerbacks gespielt in einem Scheme, in dem Cornerbacks besonders wichtig sind. Recipe for disaster. Dass sich mit DE Ogbah und SS Brandon Jones dann noch 2 weitere Starter verletzt haben, hat sicherlich auch nicht geholfen, sei aber hier nur am Rande erwähnt – ein gewisses Maß an Verletzungen hat halt jedes Team in jeder Saison – aber gleich 3 CB auf einmal ist halt schon hart. Man kann also durchaus argumentieren, dass Verletzungen eine Rolle in der schwachen Leistung unserer Pass-Defense gespielt haben (gegen den Lauf spielen die CB halt eine deutlich kleinere Rolle). Spätestens mit dem Trade für Brandon Chubb war ich davon ausgegangen, dass wir die (oft erfolglosen) Blitzes zurückfahren und stärker zu einem 4-man Passrush übergehen. Da lag ich offensichtlich falsch. Wir haben zwar mehr geblitzt als jedes andere Team, trotzdem waren wir nicht besonders erfolgreich darin, den QB zu Boden zu bringen oder zu Fehlern zu zwingen: Mit 40 Sacks liegen wir im Mittelfeld der Liga (Platz 14), mit nur 8 Interceptions liegen wir nur auf Platz 29. Gegen unsere Defense wurden 66,7% der Pässe komplettiert (Platz 27). 41,6% der gegnerischen 3rd downs wurden gegen unsere Defense zum neuen 1st down verwertet (Platz 25). Spricht alles nicht dafür, dass unsere Defense diese Saison effektiv war – obwohl man captechnisch unglaublich viele Ressourcen in die Defense investiert hat.

    Unsere Blitzes waren also 2022 einfach nicht mehr so effektiv wie noch 2021 – und das lag nicht nur ausschließlich an den Verletzungen, sondern auch daran, dass sich die gegnerischen Offenses inzwischen besser auf unsere Blitzes eingestellt und entsprechende „Gegenmittel“ entwickelt haben. Boyers Playcalling ist schlicht und einfach viiiiieeel zu blitz-heavy und dadurch zu berechenbar.

    Wenn ein Coach so stur an einem nicht funktionierenden Scheme festhält und jegliche Art von adjustments vermissen lässt, dann rennt er halt sehenden Auges in den Abgrund. Und daher würde ich Josh Boyer als DC entlassen und einen DC einstellen, der stärker auf einen „normalen“ 4-man Passrush setzt. Nicht falsch verstehen: Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Blitzen. Aber halt nicht immer und um jeden Preis. Ich sehe Blitzes eher als gelegentliche Waffe, um hier und da in der richtigen Situation den Gegner mal zu überraschen. Wenn du einfach bei jedem passing down blitzt, dann überrascht das niemanden mehr.

    Ich würde Boyer durch einen DC ersetzen, der aus dem „Quarters Coaching Tree“ (z.B. Fangio/Staley) kommt: 4 man rush, dahinter meist 2 tiefe Safeties pre-snap, wo man dann Cover 2, Cover 4, Cover 6 und gelegentlich Cover 3 Buzz oder Cover 1 Robber als base coverages spielen kann. Blitzes werden eher als gelegentliches Überraschungselement eingestreut. Warum? Zum einen passt unser Personal dazu. Wir haben eine starke D-Line, die sowohl den Lauf stoppen als auch Druck erzeugen können sollte (die Rückkehr von Ogbah mal eingeplant). Offenses werden immer pass- und spread-lastiger und speziell die Bills als aktuell größte Bedrohung in der eigenen Division spielen genau so eine Offense (pass-heavy spread). Die von mir skizzierte Defense ist genau darauf ausgelegt, solche Offenses zu stoppen, bzw. zu limitieren. Gegen 1-high-Safety Coverages haben die modernen passing Offenses in der NFL inzwischen einfach zu viele einfache Antworten (z.B. seams, crosser), daher präferiere ich in unserer Situation relativ klar eine 2-high base Defense – man gibt schematisch vielleicht gegen den Lauf ein wenig an Stärke ab, dafür ist man deutlich besser gegen big plays im Passing Game geschützt.


    Nächster Artikel kommt heute Abend...

    Einmal editiert, zuletzt von burnum (18. Januar 2023 um 10:07)

  • Special Teams Coordinator Danny Crossman:

    Wenn ich diese Texte schreibe, versuche ich eigentlich immer, Argumente für und gegen eine Weiterbeschäftigung der jeweiligen Person zu finden und am Ende zu einem begründeten Fazit zu kommen. Im Falle von Crossman fällt es mir allerdings wirklich schwer, positive Argumente zu finden, die über das allgemeingültige „Kontinuität im Coaching Staff ist grundsätzlich gut“ hinausgehen.

    Crossman kam 2019 zusammen mit Brian Flores nach Miami. In seiner ersten Saison (der inoffiziellen Tanking-Saison) waren die Special Teams tatsächlich einer der wenigen Lichtblicke. Danach wurden die Dolphins insgesamt deutlich stärker und konkurrenzfähiger, während aber die Special Teams von Jahr zu Jahr schlechter wurden.

    In den letzten 2 Jahren hatten unsere Special Teams durchaus einige Spieler zur Verfügung, die auf vergleichsweise teuren Verträgen saßen und nennenswerten Capspace in Anspruch genommen haben und teilweise speziell für die Special Teams verpflichtet wurden, z.B. Clayton Fejedelem, Cethan Carter oder Keion Crossen (auch wenn dieser in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt viel in der Defense aushelfen musste – eingeplant war er eigentlich als Special Teams Spezialist), diese drei Spieler beanspruchten zusammengerechnet knapp 10 Mio an Capspace. Dazu kommt einer der teuersten Kicker der Liga. Wir haben also finanziell überdurchschnittlich viele Ressourcen in die Special Teams investiert. Die gezeigten Leistungen unserer Special Teams waren allerdings schwankend zwischen durchschnittlich und katastrophal. Während der gesamten Regular Season kann ich mich in 17 Spielen an keinen längeren Return (egal ob PR oder KR) erinnern. Im Gegenzug haben wir aber einige lange Returns abgegeben: Auf die Schnelle erinnere mich an lange Returns gegen die Ravens (opening KR TD), gegen die Jets (erstes Jets-Game, langer Return von Barrios bis an unsere Goalline) und gegen die Packers (langer KR bis an unsere Goalline). Zu oft waren die Special Teams in dieser Saison eine Schwachstelle. Es gab Spiele, da musste man es schon als Erfolg werten, wenn ein Punt unfallfrei als Fair Catch gefangen wurde und es keine Fumbles gab.

    Wenn man nun in einem Beruf überdurchschnittlich große Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommt, aber die Ergebnisse dann bestenfalls unterdurchschnittlich sind, dann muss man halt daraus schließen, dass der jeweilige Verantwortliche keinen guten Job gemacht hat. Und daher würde ich Danny Crossman als Special Teams Coordinator entlassen. Einfachste Entscheidung der gesamten Offseason, not even close…


    Nächster Artikel (GM) kommt morgen...

    2 Mal editiert, zuletzt von burnum (18. Januar 2023 um 18:11)

  • GM Chris Grier:

    Nachdem wir zuvor über den Coaching Staff gesprochen haben, geht es nun um die generelle Ausrichtung der Franchise – und da ist natürlich der GM hauptverantwortlich.

    Chris Grier hat in seiner Zeit in Miami (seit 2016 ist er GM) schon einiges miterlebt: Als er ins Amt kam war Adam Gase der HC, diesen hat er nach einer Saison durch Brian Flores ersetzt und im gleichen Atemzug begann einer drastischsten Rebuilds der NFL-Geschichte. Alles, was irgendwie einen Tradewert hatte, wurde in Draftpicks umgetauscht, der sportliche Erfolg sollte für ein paar Jahre ganz bewusst in den Hintergrund rücken, um den gesamten Kader neu aufzubauen und endlich den langersehnten Franchise QB zu finden. 3 Jahre später kam man zu der Überzeugung, dass der Rebuild abgeschlossen sei und man in den „win-now-mode“ wechseln müsse – und tat das, indem man so ziemlich das genaue Gegenteil dessen tat, was man vorher während des Rebuilds gemacht hatte. Draftpicks wurden mehrfach investiert um den Kader mit fertigen, gestandenen Spielern gezielt zu verstärken. Brian Flores wurde entlassen und schließlich durch Mike McDaniel ersetzt, nachdem der ursprüngliche Plan mit der Kombination Sean Payton & Tom Brady gescheitert war (bzw. öffentlich wurde). Grier hat also in seiner Zeit als Hauptverantwortlicher bereits 2 Extreme durchlaufen – extremen Rebuild und extremen win-now Modus (denn genau das sagen die Trades für Tyreek Hill und Bradley Chubb ja aus).

    Nun sind wir in 2023 und stehen bei 9-8 – das ist sicherlich nicht das, was man sich von einem Team im win-now Modus erwartet und erhofft hatte. Sollte man nun trotzdem mit GM Chris Grier weitermachen oder einen (erneuten) Neustart mit neuem Führungspersonal wagen?


    Ich hatte bereits im letzten Jahr an dieser Stelle recht ausführlich analysiert, welche Draftpicks, Trades und Free Agent Verpflichtungen in der Grier-Ära gut oder nicht so gut funktioniert haben. Wer Interesse daran hat, kann dies im Dolphins Offseason 2022 Thread nachlesen (direkt auf Seite 1 dort finden sich zwei längere Beiträge von mir, die die Arbeit von Grier aus Sicht von Januar 2022 beurteilen sollen), ich bin zu faul, das jetzt alles zu wiederholen. In kurz zusammengefasst: Den „Abriss des Hauses“ beim Rebuild hat Grier überragend hinbekommen und jede Menge Draftkapital herausgeholt. Beim „Wiederaufbau des Hauses“ (also der Zusammenstellung des neuen Kaders) gab es dann Licht und auch viel Schatten. Bei den Draftclasses wechseln sich gute Classes (2018, 2021) und schlechte Classes (2020, 2022) regelmäßig ab. Bei den Free Agency Verpflichtungen gab es hits und misses, bei den Trades (so weit das bisher zu beurteilen ist) ebenfalls.

    Wenn man Gründe suchen würde, um eine Entlassung von Grier zu rechtfertigen, würde man problemlos fündig werden. Ich kann jeden Fan verstehen, der in der aktuellen Situation die Entlassung von Grier fordert. Aber lasst mich erklären, warum ich mich dafür aussprechen würde, in der aktuellen Situation mit Chris Grier weiterzumachen…


    Als wir vor einem Jahr vom Rebuild in den win-now Modus übergegangen sind, war von Anfang an klar, dass wir dazu ein Zeitfenster von 2 bis 3 Jahren haben würden (die restliche Dauer von Tuas Rookievertrag plus evtl. noch ein zusätzliches Jahr mit der 5th year option). Von diesen 3 Jahren ist nun das Erste vorbei und wir sind nach einer 9-8 Bilanz in der Wildcard Runde ausgeschieden. Es steht außer Frage, dass das nicht der sportliche Anspruch gewesen ist.

    Aber man sollte eben auch sehen, warum wir da stehen wo wir stehen: Das Nichterreichen der sportlichen Ziele hängt ganz wesentlich mit der Verletzung des starting QB (und des Backups) zusammen. Mit einem fitten Tua haben wir eine 8-3 Bilanz, ohne einen fitten Tua haben wir eine 1-6 Bilanz (das Playoffspiel bereits eingerechnet). Für kaum ein Team ist es möglich, den starting QB zu verlieren und trotzdem die sportlichen Ziele zu erreichen (die 49ers bilden hier eine historische Ausnahme, was da gerade mit Purdy läuft, hat es in der Vergangenheit nur extrem selten gegeben). Nimm den Chiefs/Bills/Bengals ihren QB weg und sie werden ebenfalls ihre Ziele nicht erreichen. In der modernen NFL hast du eben (fast) nur mit einem guten QB eine Chance. Und genau den hatten wir in der entscheidenden Phase der Saison eben nicht, was dazu führt, dass ich mich schwertue, den ausgebliebenen Erfolg der abgelaufenen Saison unserem GM anzukreiden.

    Ja, Grier hat Tua gedraftet und man wusste vorher, dass Tua verletzungsanfällig ist. Und diese Verletzungsanfälligkeit ist uns jetzt zum Verhängnis geworden. Sehe ich ein. Reicht mir trotzdem nicht um Grier zu entlassen. Warum nicht?

    Wenn wir uns unseren Kader versuchen objektiv anzuschauen, sehe ich einen der insgesamt stärksten Kader der NFL. Wir sind einen guten QB davon entfernt, um tiefe Playoff-Runs mitzuspielen (ich nehme das Wort Superbowl bewusst nicht in den Mund, weil für sowas auch immer der Faktor Glück eine gewisse Rolle spielen muss – siehe Coin-Toss letztes Jahr im Bills/Chiefs Game). Unser Roster hat aktuell vergleichsweise relativ wenige klare Needs. Ja, mir würden ein paar Baustellen einfallen (dazu im Laufe der Offseason sicher mehr), aber Needs hat jedes Roster in der Liga und ich finde, wir sind auf einigen Positionsgruppen inzwischen richtig stark besetzt (WR, DL) und die Needs die wir haben, sind größtenteils verletzungsbedingt (also nicht planbar) entstanden (Ausnahme: TE).

    Wie gesagt: Wenn man Argumente gegen Grier sammeln will, wird man welche finden. Wenn es aus der Frustration nach einer am Ende enttäuschenden Saison heraus unbedingt nötig ist, jemanden zu feuern, um auf dem Papier einen „Schuldigen“ zu finden, wäre Grier sicher ein geeigneter Kandidat. Ich würde Grier aber trotzdem die Chance geben, seinen eingeschlagenen Weg noch (mindestens) ein weiteres Jahr fortzuführen. Eine weitere Chance für die Kombination Grier/McDaniel/Tua – wenn es im nächsten Jahr (aus welchen Gründen auch immer) wieder nicht geklappt hat, dann muss man sich nach Alternativen umsehen. Aber nach einem Jahr gescheitertem win-now mode jetzt schon die Reißleine zu ziehen, ist mir in Anbetracht der Umstände (Verletzungen von QB1 und QB2) zu voreilig. Der Kader ist sowieso darauf ausgelegt, in der kommenden 1-2 Jahren erfolgreich zu sein. Ein neuer GM hätte aktuell gar nicht die Ressourcen (Draftpicks und Capspace), um eine echte Kurskorrektur vorzunehmen. Wenn man jetzt den Kurs ändern würde, könnte dies nur halbherzig geschehen – und dann sollte man es sich m.E. besser sparen und dem eingeschlagenen Kurs eine zweite Chance geben (denn als Tua fit war sah der eingeschlagene Kurs ja durchaus vielversprechend aus).

    Was außerdem noch für eine weitere Saison mit Grier spricht: Wenn man ihn jetzt entlässt und einen neuen GM installiert, wird HC McDaniel automatisch zur „lame duck“. Ein neuer GM will in aller Regel irgendwann auch „seinen“ Head Coach installieren. Wir befinden uns mit den Dolphins seit über 20 Jahren in einer Spirale, in denen wir alle paar Jahre entweder GM oder HC wechseln. Wenn wir jetzt den GM wechseln, ist der nächste Wechsel auf HC vorprogrammiert. Um aus dieser Spirale herauszukommen, wäre es m.E. sinnvoll, beim nächsten Mal GM und HC gemeinsam zu feuern beide Posten innerhalb einer Offseason neu zu besetzen – das haben wir so zumindest unter Steve Ross als Eigentümer noch nie gemacht.


    Damit endet meine Serie mit Beiträgen zu den jeweiligen Staff Members. Bei McDaniel, Boyer und Crossman war ich mir recht schnell sicher, in welche Richtung ich argumentieren würde. Bei GM Grier war ich mir lange selbst unschlüssig. Noch während der Saison hatte ich eher die Tendenz, dass man Grier ersetzen müsse. Je intensiver ich allerdings über das Thema nachgedacht und Vertragsdetails zur Kaderzusammensetzung recherchiert habe, umso mehr kam ich zur Überzeugung, dass ein neuer GM in dieser Offseason eigentlich reiner Aktionismus wäre. Und das halte ich für wenig sinnvoll. Wenn die kommende Saison sportlich enttäuschen verlaufen sollte, wäre ein GM Wechsel (ggf. auch verbunden mit einem HC Wechsel) dann in der Offseason 2024 deutlich sinnvoller. Aber 1 Jahr würde ich Grier noch geben, um zu zeigen, dass das von ihm zusammengestellte Team die gesetzten Ziele erreichen kann.


    Wer möchte darf jetzt gerne gegenargumentieren und/oder mir erzählen, bei welchen Positionen ihr anderer Meinung seid als ich. Ganz grob ab März würde ich dann beginnen, mich mit möglichen Offseason-Moves zu beschäftigen.

    2 Mal editiert, zuletzt von burnum (19. Januar 2023 um 10:56)

  • Update: In Post #3 findet ihr ab sofort meine Einschätzung zu DC Josh Boyer. Es würde mich interessieren, ob ihr mir bei McDaniel/Boyer zustimmt oder anderer Meinung seid.

  • Update: In Post #4 gibt es den Artikel über Special Teams Coordinator Danny Crossman. Der Artikel zu GM Grier kommt morgen.

  • https://twitter.com/CameronWolfe/status/1615775626400514071?s=20&t=sKkTx_f_lcATg-CG0T3zvQ

    Würde ich begrüßen, zumal das für mich auch bedeutet, das Bevell glaubt, das man mit Tua ernsthaft was reissen kann.

    Make Lying Wrong Again!

  • Update: In Post #5 gibt es ab sofort den Artikel zu GM Chris Grier. Damit bin ich mit meiner Serie jetzt fertig und bin gespannt auf eure Meinungen...

  • Josh Boyer ist Geschichte, wie von vielen erwartet und "gewünscht".

    Florida 2010, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2018, 2022 (erstmals zu Dritt ♥)

  • https://twitter.com/AdamSchefter/status/1616162942231384066

    Damit wäre vom Flores Coaching Staff nur noch Danny Crossman da, ansonsten sind wir die ganzen "Patriot Way" Coaches los.

  • Am Ende hab ich meinen Frieden mit Boyer gemacht. In Bestbesetzung geht das mit seiner Art der Defense schon irgendwie auf. Aber die Saison war dahingehend schon gejinxed als Byron Jones nicht zum Team gestossen war wie das alle erwartet haben und dann spätestens mit dem Saisonaus von Brandon Jones.

    Schlussendlich hätte mit dem gegen Saisonende zur Verfügung gestandenem Personal (ein offensichtlich nicht fitter Howard und dann eigentlich Special Teamer wie Crossen oder UDFA Rookies wie Kohou) eh kaum noch ne Coverage irgendwas gehalten. Insofern hat man sich halt versprochen mit Blitzes den Gegner mal in nen Turnover zu zwingen (hat gegen die Bills ja dann sogar gut funktioniert im Playoffspiel). Dennoch fiel halt auf, dass Adjustments kaum wahrnehmbar waren - es war immer das gleiche Mantra - live by the blitz, die by the blitz. Er hat seinen Stiefel runter gecalled, egal was es da für ein Personal auf dem Sportplatz gab.

    Am Ende war seine Defense dennoch maßgeblich beteiligt, dass man gegen die Jets mit drei Fieldgoals gewinnen konnte und andererseits bei den Bills in den Playoffs mit einigermaßen kurzem Feld zu ein paar Scores kam. Es war nicht alles schlecht, sondern halt nur abgenutzt.

    Als neuen Coordinator würde ich mir jemanden wünschen, der was mit unserer D-Line anfangen und zur Entfaltung bringen kann. Als Unit geht da sicherlich mehr zusammen, so dass man dahinter mit flexiblen Coverages das übrige Feld bespielen kann und so einerseits Pressure über die Line erzeugt und andererseits dahinter den QBs die Optionen nimmt. Phillips, Wilkins, Sieler und Chubb sollten ausreichend sein um nen gegnerischen QB zum Schwitzen zu bringen (Wilkins ist ja eh schon in Josh Allens Kopf).

  • Damit bin ich mit meiner Serie jetzt fertig und bin gespannt auf eure Meinungen...

    Bei Crossmann gehen wir konform. McDaniel sehe ich kritischer als Du, da hätte ich auch kein Problem mit einer Trennung gehabt. Ich bin mit ihm aber auch von Anfang an nicht warm geworden, also vielleicht bin ich da nicht objektiv genug. Es gab einige Spiele, in denen wir sehr erfolgreich laufen konnten. Warum wir dann in Folge nahezu komplett darauf verzichtet haben, bleibt sein Geheimnis.

    Bei Boyer kommt es darauf an, wer denn jetzt sein Nachfolger wird. Wenn da jetzt ein junger, relativ unbekannter coordinator kommt, hätte ich ihn lieber behalten. Mit der Resterampe in der secondary hätten sich andere DC vermutlich auch recht schwer getan.

    Grier würde bei mir überhaupt nicht zur Diskussion stehen. Mir fällt eigentlich nur Igbinoghene als katastrophaler pick ein. Aber den GM, der in der draft nur hits landet, gibt es in der ganzen Liga nicht. Was man kritisieren kann, ist der trade für Chubb. Das ging aber ziemlich sicher nicht von Ihm aus, da hat er nur gemacht, was der coaching staff wollte.

  • DolFan#13

    Ok, ich dachte dass ich McDaniel schon kritischer sehe als die meisten anderen Fans...

    Boyer: Unser Kader passt inzwischen nicht mehr zu seinem Scheme. Mir geht es nur teilweise um die Defense-Leistung der vergangenen Saison, teilweise aber auch darum, wer die neue Defense (in der sich sicher einiges ändern wird/muss) leiten soll. Und da bin ich froh, dass es nicht Boyer ist. Es lag m.E. nicht nur an den Verletzungen (wobei die sicherlich ein Faktor waren). Es lag v.a. auch daran, dass Boyer zu starr an seinem (nicht immer funktionierenden) Scheme/Playcalling festgehalten hat.

    Grier hat sicher mehr falsch gemacht als nur den Igbo-Pick. Wenn wir mal nur Draft-Picks nehmen, würden mir spontan noch Austin Jackson (#18 ovr Pick) und Liam Eichenberg (Uptrade früh in R2) einfallen, die beide Stand heute auch in Richtung Bust gehen (Hunter Long in R3 war ein Bust mit Ansage). Dazu noch jede Menge Free Agents die nicht funktioniert haben und nach kurzer Zeit wieder entsorgt wurden, oft dann mit einigem Cap-Verlust: Kyle Van Noy, Ereck Flowers, Shaq Lawson, Jordan Howard, Will Fuller, DJ Fluker, Chase Edmonds, Cedrick Wilson waren alles nicht ganz günstige Free Agents, die alle deutlich hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben sind. Falls Tua nicht die langfristige Antwort auf QB sein sollte (das wissen wir wohl alle noch nicht genau) hätte Grier den gesamten Tanking-Rebuild komplett in den Sand gesetzt (2020 mit drei 1st roundern). Ich glaube schon, dass man seine Arbeit durchaus kritisch hinterfragen muss - wenngleich wir ja am Ende eigentlich beide zu dem Schluss kommen, dass man ihn aktuell behalten sollte.

  • Was Grier betrifft: Bei Austin Jackson steht mMn die jury noch aus. Sicher ist er als LT gescheitert, aber wenn er sich zu einem passablen RT entwickelt und das würde ich Stand jetzt noch nicht ausschließen, dann war das vielleicht ein reach, damit könnte ich aber gut leben. Eichenberg - okay, sticht.

    Und was die FA betrifft: Wieviel davon -denkst- du gehen wirklich auf Grier zurück und nicht auf Flores? Ich kenne Grier eigentlich als jemanden, der sich im Hintergrund hält und das macht, was der coaching staff will. Siehe Hill dann auch :)

    Dann kann man ihm eigentlich nur noch vorwerfen, dass wir überbezahlt haben. Aber FA bedeutet nun mal überzahlen.

  • McDaniel muss Lehren aus der letzten Saison und den Fehlern (clock management) ziehen, dann kann er Richtige sein. Sein standing im Team scheint gut zu sein. Nachvollziehbar.

    Boyers DEF fand ich letzte Saison spitze, diese Saison war es halt meeeeh, was sicher auch an den Verletzungen lag. Da ist dann halt der Chef gefragt - und das war dann eher weniger gut. Von daher nachvollziehbar.

    GM GRIER zu bewerten finde ich schwierig, weil man ja nicht wirklich weiß, was auf seinem "Mist" (wertneutral gemeint) gewachsen ist und was nicht.

    Fan der Miami Dolphins, St. Louis Blues, New Orleans Hornets sowie des 1. FC Köln.

  • Austin Jackson: 1. Saison als LT gescheitert, 2. Saison erst als LG gescheitert und dann verletzt, 3. Saison sollte er RT spielen, war aber fast komplett verletzt. Bisher finde ich, dass das recht eindeutig ist. Aber: Er ist immer noch jung (23) - das ist Igbo allerdings auch. Ich sehe bisher beide auf ziemlich ähnlichem Niveau, wenngleich es bei Igbo vielleicht häufiger auffällt wenn er Fehler macht, weil sowas bei einem CB offensichtlich sichtbar ist und bei einem O-Liner muss man manchmal genauer hinsehen... Beide haben noch 1 Jahr, um ihre NFL Karriere zu retten - das physische Potenzial bringen beide mit, es scheiterte bisher an mentaler Konstanz und technischen Fehlern.

    In der Defense sieht man m.E. sehr deutlich die Unterschiede zwischen Boyers Handschrift (Anfang der letzten Saison bis zur Mitte plus diese Saison) und Flores Handschrift (er hatte gegen Mitte der letzten Saison das Playcalling wieder von Boyer übernommen). Flores war in der Lage, einen Gameplan auf einen Gegner abzustimmen und anzupassen, Boyer war das nicht.

    Zur Bewertung des GM: Am Ende des Tages ist der GM halt nun mal für den Kader verantwortlich. Wunderbar wenn das in Kooperation mit den Coaches geschieht (so sollte es ja eigentlich auch sein, wenn man nicht Jeff Ireland heißt). Und wenn der GM für den Kader verantwortlich ist, muss er sich auch daran messen lassen. Aber grundsätzlich hatte ich ja schon gesagt: Trotz einiger Flops sehe ich bei Grier auch viele gute Moves und bin der Meinung dass er einen der insgesamt stärkeren Kader der NFL zusammengestellt hat (allerdings mit einem klaren "Verfallsdatum"). Jetzt muss der QB halt noch gesund bleiben und konstant liefern, sonst bringt dir der beste Kader nicht viel...


    Zur DC Suche: Natürlich wäre Vic Fangio mein absoluter Wunschkandidat. Er wird sich aber seinen nächsten Job unter mehreren Angeboten aussuchen können, daher halte ich die Chance, dass er nach Miami kommt für nicht besonders hoch. Da wir einen sehr unerfahrenen HC haben, würde ich als DC jemanden bevorzugen, der bereits weiß was er da macht und nicht während der laufenden Saison erst noch in seinen Job reinwachsen muss (das predige ich hier schon seit Jahren und es passiert doch immer wieder)...

  • Soll Fangio nicht der DC unter Payton werden? Oder war das eine Wunschvorstellung von Payton?

    Ich meine irgendwo was gelesen zu haben ....

    Fan der Miami Dolphins, St. Louis Blues, New Orleans Hornets sowie des 1. FC Köln.

  • Soll Fangio nicht der DC unter Payton werden? Oder war das eine Wunschvorstellung von Payton?

    Ich meine irgendwo was gelesen zu haben ....

    Das war zumindest letztes Jahr so angedacht, falls Payton/Brady in Miami übernommen hätten.

    Ohne es genau zu wissen - ich mutmaße an dieser Stelle: Könnte mir vorstellen, dass Fangio tatsächlich der DC von Payton wird, außer halt wenn Payton in Denver landen sollte (denn die haben Fangio letztes Jahr erst als HC entlassen und bezahlen ihn aktuell sogar noch und haben mit Ejiro Evero bereits einen hervorragenden DC). Falls Payton neuer HC der Broncos werden sollte, müsste Fangio eigentlich auf dem Markt sein. Sollte Payton irgendwo anders unterschreiben, gehe ich davon aus, dass Fangio ihm folgen dürfte.

    Also Daumen drücken, dass Payton bei den Broncos landet ;)

  • Das war zumindest letztes Jahr so angedacht, falls Payton/Brady in Miami übernommen hätten.

    Ohne es genau zu wissen - ich mutmaße an dieser Stelle: Könnte mir vorstellen, dass Fangio tatsächlich der DC von Payton wird, außer halt wenn Payton in Denver landen sollte (denn die haben Fangio letztes Jahr erst als HC entlassen und bezahlen ihn aktuell sogar noch und haben mit Ejiro Evero bereits einen hervorragenden DC). Falls Payton neuer HC der Broncos werden sollte, müsste Fangio eigentlich auf dem Markt sein. Sollte Payton irgendwo anders unterschreiben, gehe ich davon aus, dass Fangio ihm folgen dürfte.

    Also Daumen drücken, dass Payton bei den Broncos landet ;)

    Oder es wird eben ein junger, kreativer DC.

    Ich mag die Art Coach, die McDaniel verkörpert. Und obwohl mir die späten Calls auch tierisch auf den Geist gingen sehe ich ihn alles in allem sehr positiv. Wer hätte vor der Saison gedacht, dass wir eine derartige Pass heavy Offense haben. Die Frage war ja immer was will ein Hill in Miami wo der QB doch Tua heißt. Und am Ende der Saison hatten wir das beste WR Duo seit den Rams. Und das selbst neutrale Zuschauer so etwas wie Spaß hatten Dolphins Spiele zu schauen gab es wohl schon seit Marino nicht mehr. Etwas weniger Verletzungen insbesondere bei Tua und Armstead und die Playoffs sollten nicht direkt nach einem Spiel beendet sein. Von daher hat doch die junge, dynamische und offene Art auf Seiten der Offense gut funktioniert. Und wesentlich sympathischer finde ich die Art ohnehin (wobei der Patriots Style auch dahingehend nicht schwer zu topen ist)

    Jetzt wo der ganze Pats-Ballast weg ist, kann man diese Konzept doch auch auf die Defense übertragen. Ein erfahrener Fangio würde sicher passen, aber auch der entgegengesetzte Weg hat seinen Reiz. Vielleicht gibt es irgendwo bei den 49ers noch so Jemanden (die sollen ja auch keine schlechte Def haben). Und am besten der neue DC bringt gleich noch einen CB mit.

  • Grier ist mMn nach einer der schwächsten GMs der Liga. Einer, der keine Linie hat und dieser folgen würde. Der macht das, was der Owner sagt und versucht dann im zweiten Schritt das umzusetzen, was der HC verlangt.

    Der Minkah-Fitzpatrick-Trade damals war dumm, der Chubb-Trade ebenso.

    Für die Tunsil- und den Downtrade mit den Niners konnte er ja kaum was.

  • Ich finde es super schwer, die Personalie Chris Grier zu bewerten und schwanke in meiner Beurteilung immer wieder hin und her. Bei den Coaches und den meisten Spielern habe ich eine zeimlich klare Meinung, aber bei Grier...

    Deswegen war ich auch so gespannt, wie burnum Grier sieht.

    Vorab muss ich sagen, dass ich grds. der Meinung bin, das man Grier nicht zum jetzigen Zeitpunkt austauschen sollte, schon gar nicht, wenn man mit McDaniel in die kommende Saison geht. Die Gründe dafür hat burnum ja sehr gut herausgearbeitet.

    Was die Bewertung von Grier so schwer macht, ist das er (wie das Team) so streaky ist. Auf einen guten Draft folgt ein schlechter, auf eine durchwachsene FA eine Schlechte und umgekehrt.

    Das einzige, was man mit Sicherheit sagen kann ist, das Chris Grier bitte keine O-Linemen mehr draften sollte. Im Prinzip waren sämtliche Draftpicks die Grier in die O-Line gesteckt hat, mit Ausnahme von Robert Hunt, Fehlgriffe. Ein 1st, 2 2nd, 1 3rd, 1 4th, 1 6th und 1 7th rounder. 7 Picks und nur einer von denen spielt relevante Snaps.

    Mir ist auch klar, das niemand mit jedem Draftpick einen Treffer landet und Grier, wie gesagt, auch gute Drafts hatte. Aber es fehlt die Beständigkeit.

    Was man Grier zugute halten muss, ist dass er zumindest bisher dafür gesorgt hat, das die Spieler idR teamfreundliche Verträge bekommen haben, aus denen man nach spätestens drei Jahren halbwegs heile herauskommt. In der Regel sogar früher.

    Den größten Vorwurf, den man Grier meiner Meinung nach machen kann ist, das er mit Brian Flores einen Coach verpflichtet hat, der ohne Zweifel ein guter Xs and Os Coach ist, aber nicht verstehen konnte oder wollte, was die Franchise von ihm braucht und erwartet. Ohne jetzt auf die Details eingehen zu wollen, die haben wir ja alle schon mehrfach durchgekaut: Joe Burrow könnte ein Dolphin sein. Die Entwicklung von Tua hat man absolut sub-optimal begleitet. Und Chris Grier hat diese Dysfunktionalität zugelassen und teilweise noch befördert, weil er den ganzen Spekulationen um Brady, Watson etc. nicht entschieden genug entgegen getreten ist.

    Ob er wie von DanMarinoseinSohn angedeutet nur eine Marionette von Ross ist, weiss ich nicht. Aber ein starker GM ist er meiner Meinung nach nicht.

    Man kann Grier jetzt zugute halten, das er mit der Verpflichtung von McDaniel und einer sehr guten FA einen überzeugenden bounce back geschafft hat. McDaniel ist ein Trainer Talent mit upside. Mit Hill und Armstead wurden absolute Volltreffer verpflichtet, dazu kommen Leute wie Williams, Schell , Mostert etc.

    Jedoch bleibt das Kernproblem bestehen: Wir sind in der Frage, ob wir einen Franchise QB, oder zumindest einen Top 12 QB haben am Ende so weit wie vor der Saison. Wenn Tua im kommenden Jahr wieder ein Drittel der Saison nicht zur Verfügung steht, muss eigentlich der harte Cut her und alles beginnt von vorne.

    Make Lying Wrong Again!

    Einmal editiert, zuletzt von MindTheGap (21. Januar 2023 um 05:41)

  • Unsere ersten beiden Kandidaten für die DC Position sind inzwischen bekannt:

    Anthony Campanille (Dolphins, LB Coach) wäre die in-house Lösung. Kann ich nix mit anfangen, wenn man jetzt mit einem Coach aus dem Flores/Boyer Staff weitermachen will, hätte man auch direkt Boyer behalten können. Ich hoffe dass es sich hier nur um ein in-house Interview "fürs gute Gewissen" handelt ("Ja, wir haben durchaus auch Kandidaten aus den eigenen Reihen in Betracht gezogen.").

    Sean Desai (aktuell Seahawks Assistant HC, vorher Bears DC) ist die ehemalige "rechte Hand" von Vic Fangio. Gilt als extrem smart und etwas "nerdy" (Parallele zu unserem HC?). Sollte man Fangio nicht bekommen (da muss wohl zunächst das Domino Sean Payton fallen) wäre er m.E. eine logische Alternative. Spannender Kandidat in meinen Augen.


    Laut overthecap stehen die Summen für die jeweiligen 5th year options unserer drei 1st rounder von 2020 inzwischen fest:

    Tua: 22,4 Mio

    Jackson: 14,8 Mio

    Igbo: 11,3 Mio

    Ich denke da sollte es relativ wenig Anlass zur Diskussion geben: Bei Tua sollte man die Option ziehen, bei den beiden Anderen nicht.

    Im Bereich Franchise/Transition Tag muss man sich dieses Jahr in Miami keinerlei Gedanken machen. Wenn man sich die Liste der diesjährigen Free Agents der Dolphins anschaut, fällt schnell auf, dass da kein Spieler dabei ist, der ansatzweise ein Kandidat für ein Tag wäre (Gesicki, Ingram, Mostert, Roberts sind vermutlich die prominentesten Namen, niemand von denen rechtfertigt für nächste Saison ansatzweise ein zweistelliges Millionengehalt).

  • Anthony Campanille (Dolphins, LB Coach) wäre die in-house Lösung. Kann ich nix mit anfangen, wenn man jetzt mit einem Coach aus dem Flores/Boyer Staff weitermachen will, hätte man auch direkt Boyer behalten können. Ich hoffe dass es sich hier nur um ein in-house Interview "fürs gute Gewissen" handelt ("Ja, wir haben durchaus auch Kandidaten aus den eigenen Reihen in Betracht gezogen.").

    Vielleicht will man ihn auch ins Schaufenster stellen.

    Was mich wundert ist, das man aus dem Bereich Special Teams so gar nichts hört.

    Make Lying Wrong Again!

  • Was mich wundert ist, das man aus dem Bereich Special Teams so gar nichts hört.

    Die waren so schlecht, dass zu befürchten steht, dass es immer noch einen versehentlich abgeschlossenen coaching-room gibt und niemand merkt,

    dass jemand fehlt, den man feuern kann!

  • Und Nummer 4: Richard war damals bereits ein Kandidat für unsere HC Position, als es dann schlussendlich Flores wurde:

    https://twitter.com/RapSheet/status/1618248861738467329

  • Die Panthers holen Frank Reich als HC - das könnte aus Dolphins' Sicht in doppelter Hinsicht interessant sein:

    - Mit Steve Wilks kommt ein weiterer proven DC auf den Markt, der in unser aktuelles Beuteschema passen sollte.

    - Die Panthers sind raus aus dem Rennen um Sean Payton, was die Chancen erhöht, dass Payton in Denver landet (und dorthin würde Vic Fangio ihm wohl kaum als DC folgen, da die Broncos ihn vor einem Jahr erst als HC entlassen haben). Glaubt man vielen Berichten, scheint es sich bei Fangio aktuell auf einen Zweikampf zwischen Dolphins und "wo-auch-immer-Payton-unterschreibt" hinauszulaufen.

  • Tua wird nicht an den ProBowl Aktivitäten teilnehmen, da er noch immer nicht das Concussionprotokoll erfolgreich durchlaufen hat.

    https://twitter.com/marcel_lj/status/1619037254802079744?s=46&t=szlcKWfYThtbExOGl2P8LQ

    Puh… das überrascht und schockiert mich dann nun doch. Wir reden jetzt von knapp 4 Wochen - oder?

    „A man has two things. His words and his nuts. And you don‘t want to lose either of them.“ - Robert Quinn