Mock Draft

  • Hallo! Ich bin neu hier - und beim American Football. Ich habe gefühlt 1000 Fragen. :)

    Könnt ihr mir sagen, was ein Mock Draft ist? Wikipedia war mir keine große Hilfe:
    Ein Mock Draft ist ein angloamerikanischer Begriff für ein vorgebliches Ergebnis aus dem Sportbereich, der auf verschiedenen Websites und in entsprechenden Zeitschriften sowie von Fans verwendet wird. Mock Draft ist auch eine Prognose der Wahlen in einem zukünftigen Entry Draft durch Fans oder Presse.

    Kapier ich nicht. Könnt ihr mir das öhm, simpel übersetzen? Das wäre super, Dankeschön!

    Was der Draft ist, weiß ich so einigermaßen. Obwohl ich dazu auch noch Fragen habe.

  • Ganz kurz gesagt ist ein Mockdraft, ein theoretischer Versuch vorraus zu sagen, welchen Collegespieler die Teams der NFL im nächsten Draft wann auswählen.

    Draft ist grundsätzlich der Auswahlprozess bei dem die NFL-Teams die Rechte erwerben, Spieler aus dem College Veträge anzubieten, dass erfolgt in der gestürzten Reihenfolge der Stärke der Teams des letzten Jahres.

    GO Irish!

  • Danke für deine Antwort!
    Das heißt, die zur Verfügung stehenden Collegespieler stehen jetzt schon fest? Und man kann praktisch schon mal so theoretisch draften?

  • Danke für deine Antwort!
    Das heißt, die zur Verfügung stehenden Collegespieler stehen jetzt schon fest? Und man kann praktisch schon mal so theoretisch draften?

    Genau... Und dadurch versucht man monatelang draftvorfreude zu erzeugen :mrgreen:

  • Nachm Superbowl ist direkt schon vor dem Draft, könnte man sagen.

    Auch hier im Forum wirds bald wieder den jährlichen Mockdraft geben, bei dem 32 User dass durchspielen werden.

    GO Irish!

  • Aha! Und woher weiß man, wer da ein Top Pick ist und wer nicht? Gibts da sowas wie Quoten wie beim Pferderennen?

    Entweder durch eigenes Scouting oder durch Anlesen auf diversen Seiten, die regelmäßig die Top Prospects (also Spieler, die im Draft zugelassen sind), bewerten.


    Da gibt's z.B. Mel Kiper von ESPN, der macht das schon seit den 90ern und gilt als einer der anerkannten Experten auf dem Gebiet:

    Kiper's new Big Board for the 2024 NFL draft: Updated top 25 rankings
    NFL draft analyst Mel Kiper has a new batch of the best prospects in the 2024 draft, including the top 10 at each position.
    www.espn.com


    Oder eher neueren Datums ist Dane Brugler, der bei The Athletic seine Top 100 veröffentlicht hat:

    2024 NFL Draft Big Board: Who are the top 100 prospects in this year's class?
    With the 2023 season officially in the books, it's time to turn our attention to the draft. Which players belong in Rounds 1-3?
    theathletic.com


    Und dann gibt es das Consensus Big Draftboard, bei dem so viele Experten einbezogen werden und dann eine Top-Liste nach dem Durchschnitt dieser errechnet wird:

    2024 Consensus Big Board | NFL Mock Draft Database
    The 2024 Consensus NFL Big Board from NFL Mock Draft Database. We've compiled all featured big boards into a single board.
    www.nflmockdraftdatabase.com


    Die oberen 5-10 Picks sind regelmäßig sehr ähnlich, ab dann wird es dann teilweise wild und es spielen diverse Faktoren eine Rolle. Gerade bei den Insidern wie Brugler oder Kiper kommen dann auch die eigenen guten Quellen in den diversen Teams zu tragen, die man vor allem ab der Combine Week befragt und so sich ein Bild machen kann, wer denn auf dem Wunschzettel ganz oben steht.

  • Wow! Vielen Dank für die Antwort! Da bin ich ja gespannt!

    Ich habe mir gestern den Film „Draft Day“ angeschaut. Ich gehe davon aus, dass ihr ihn alle kennt.
    Wie realistisch ist das, was da im Film gezeigt wird? Läuft das tatsächlich so oder so ähnlich ab?

  • Die Kurzfassung: eher "so ähnlich" :wink2:. Der Film soll ja bestmöglich unterhalten (was er zweifellos tut), da werden bestimmte Abläufe und Entscheidungen besonders dramatisch und als spontane Handlungen erzählt. In der Realität geht das wesentlich langfristiger durchdacht, ruhiger und geplanter zu, in der Entscheidungsfindung zudem auf mehr Schultern verteilt. Dennoch ist der Film, der natürlich auch realistische Anlehnungen enthält, alljährlich für mich eine wirklich schöne Einstimmung auf den realen Draft.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Jetzt sehe ich da schon klarer. Eine Frage hätte ich noch. Bei dem Draft Day werden ja nur frische Leute von den Collegemannschaften ausgewählt. Wie werden die Spieler, die schon NFL gespielt haben, gehandelt? Gibts da dann einen separaten Transfermarkt und wieviel Entscheidung hat der Spieler selbst?

    Sorry, dass ich euch Löcher in den Bauch frage :paelzer:

  • Für beate

    Vielen Dank für eure Antworten. Jetzt sehe ich da schon klarer. Eine Frage hätte ich noch. Bei dem Draft Day werden ja nur frische Leute von den Collegemannschaften ausgewählt. Wie werden die Spieler, die schon NFL gespielt haben, gehandelt? Gibts da dann einen separaten Transfermarkt und wieviel Entscheidung hat der Spieler selbst?


    Genau, da gibt's einen separaten Markt. Solange Spieler unter Vertrag sind, können sie getradet also gegen Spieler und/oder Draftpicks getauscht werden. Darauf haben sie wenig Einfluss.

    Sobald deren Vertrag ausgelaufen ist, können sie frei verhandeln mit wem sie wollen. Den Status nennt man dann "Free Agent". Verträge können natürlich in beiderseitigen Einverständnis verlängert werden.

    Sorry, dass ich euch Löcher in den Bauch frage :paelzer:

    Dafür ist der Bereich hier da. :ja:

    GO Irish!

  • Ah, Dankeschön! So läuft das, dann weiß ich jetzt auch gleich was ein „Free Agent“ ist. Der Begriff ist mir auch schon untergekommen.

    Ich finde ja schon interessant, dass die Spieler kaum Einfluss haben. Da könnte man annehmen, dass es schwierig ist, sich mit einem Verein zu identifizieren. Ich meine, so ein Spieler wird ja auch einen Lieblingsclub haben. Aber vermutlich denke ich zu deutsch?!

  • Ich finde ja schon interessant, dass die Spieler kaum Einfluss haben. Da könnte man annehmen, dass es schwierig ist, sich mit einem Verein zu identifizieren. Ich meine, so ein Spieler wird ja auch einen Lieblingsclub haben. Aber vermutlich denke ich zu deutsch?!

    Ja, ist tatsächlich zu deutsch gedacht. Geht damit los, dass es sich bei den Teams um Franchises handelt und nicht um Clubs.

    Die NFL ist, noch viel mehr als z.B. der europäische Fußball, in erster Linie ein Business. Und da die meisten Spieler nur 2-3 Jahre in der Liga haben, geht es da in erster Linie darum, soviel ($) mitzunehmen, wie man nur bekommen kann. Wählerischer kann man als Spieler frühestens werden, wenn man nach Ablauf des Rookievertrages zu den Top-Leuten gehört, also frühestens nach 4 bzw. 5 Jahren in der Liga. Und selbst dann gibt es noch Mechanismen, die die freie Teamwahl einschränken.

    Keep Pounding

  • Aha! Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Club und Franchise?

    Clubs sind Vereine mit Mitgliedern, die ihren Vorstand wählen, die dann die Geschicke des Vereins leiten.

    Eine NFL-Franchise ist ein reines Wirtschaftsunternhemen und hat einen einzelnen Besitzer (Owner), dem das Team gehört und der über die Belange des Teams bestimmt. Gibt auch Teams, die haben noch Mitbesitzer mit Minderheitsbeteiligungen, Green Bay hat noch eine ganz andere Besitzerstruktur, aber im wesentlich läuft es darauf hinaus, dass das Team jemandem gehört und das Franchises auch gekauft und verkauft werden können.

    Keep Pounding

  • Das ist dann praktisch das, was bei uns im Fußball zuletzt für Furore und Ablehnung der Fans gesorgt hatte. Thema Investoren.

    Genau, inzwischen verstehen auch im Fussball die Fans langsam dass es ein Geschäft ist.

    GO Irish!