Vorab: Die Spielzeit war geil, da gibt’s keine Frage. Das Team macht Spaß, charakterlich passt das alles.
Trotzdem glaube ich, man wird erst in 2–3 Jahren realisieren, was für eine Chance man gestern weggeworfen hat.
Ergo: ein kleiner Rant.
- Payton hat vor dem Spiel gesagt, dass er sich um Stidham keine Sorgen macht (dazu gleich), sondern um den Rest des Teams. Bezüglich WR/TE, Kicker und O-Line hatte er da leider recht. Der WR-Room braucht eine komplette, general Überholung. Ja, das waren alles keine Muss-Bälle, aber in so einem Spiel mit dem Backup muss ich solche Dinger einfach fangen. Engram ist ein absolutes Bust-Signing (den haben wir cap-technisch auch nächstes Jahr noch an der Backe). Meinerz hat sich den schlechtesten Zeitpunkt für sein mieses Game rausgesucht. Generell muss man sich einfach fragen, wieso wir so schlecht im Run Game sind. Die Pats hatten gestern – selbst als klar war, dass sie nur noch laufen – den besseren Push als wir. Das kann nicht nur an den Backs liegen.
- Stidham. Was ein bisschen untergegangen ist im Vorfeld: Der Typ ist einer der bestbezahlten Backup-QBs der Liga. Man erwartet zu Recht keine Wunderdinge, aber Game Manager und keine Rookie-Fehler hätten dann doch die Baseline sein müssen (bei dem Gehalt). Und Letzteres war es leider gerade nicht. Er hatte ja in der ersten oder zweiten Serie auch so ein Ding drin. Das Play ist einfach unentschuldbar. Da nimmst du den Sack und fertig. Vor dem letzten FG in HZ 1 verschenkt er auch wieder Yards.
- Über den 4th and 1 kann man natürlich diskutieren. T.J. Ward hat vor einigen Wochen in einem Interview gesagt, dass er es überhaupt nicht versteht, dass bei 4th and 1 (long) so inflationär dafür gegangen wird. Es gibt dem Gegner, wenn es schiefgeht, unnötig Momentum, und ein Score ist danach ja auch noch nicht garantiert (gilt übrigens auch für Vrabel – spotten die Refs den Ball da anders, ist das auch Turnover on Downs). Ergo wäre da – insbesondere so, wie die Defense gespielt hat, und bei dem sich abzeichnenden Wetter – der Kick der richtige Call gewesen.
- Der Defense kann man keinen wirklichen Vorwurf machen. Bis auf Mayes Scrambeln hat man eigentlich nichts zugelassen.
Die Erwartungen werden nächstes Jahr sehr hoch sein, allerdings dürfte der Spielplan und die Saison deutlich schwerer werden. Parallelen könnten da die Commanders oder die Chiefs(one score games) von diesem Jahr sein .
Aber das ist dann alles Thema für den Offseason-Thread.
Ach ja, eine Sache noch für die „genau wegen solchem Wetter braucht man ein verschließbares Dach“-Fraktion:
Das war gestern kein Football mehr, aber am Ende hätte es viele Optionen gegeben: Eine Stunde früher anpfeifen (ggf. sogar Samstag oder heute spielen), unterbrechen (der Schneesturm wurde ja weniger, das sah man auch gut auf dem Wetterradar). Aber da machen halt die TV-Anstalten nicht mit. Wegen $$$ (worum es bei den ganzen Domes auch geht).
Mein Problem ist auch nicht, dass bei solchen Bedingungen das Dach zu ist, sondern dass es halt auch bei wesentlich weniger zugemacht wird. Das Outdoor-Element wird dann nicht limitiert, es wird weg sein.
In 10 Jahren werden 80 % der Spiele in Domes stattfinden. Football wird dann nicht mehr derselbe sein. Fußball gucke ich kaum noch, und ich denke, bei mir (jeder muss das logischerweise für sich selbst entscheiden) wird das beim Football in eine ähnliche Richtung laufen.
Ergo war das gestern doppelt bitter, denn ein quasi Dome ist für mich seit gestern in Denver quasi safe ![]()
(und das bei 15 Grad den ganzen November und Dezember in Denver in diesem Jahr).