Die Diskussion über wirtschaftliche Möglichkeiten finde ich nach den letzten Spiel sowie nach dem gestrigen Spiel immer fehl am Platze und hat mich auch immer bei Watzke genervt, wenn man ihn zum Abstand zu den Bayern angesprochen hat. Ja, ca. 10 Vereine in Europa haben andere Möglichkeiten und ja, nicht jeder Verein ist an wirtschaftliche Zwänge gebunden.
Aber: was man unter Sebastian Kehl mit dem Geld gemacht hat, das man hatte, hat nun zu dem schlechten Zustand bzw. der schwachen Kaderstruktur geführt. Man hat z. B. für Beier, Silva, Chukwuemeka oder Bellingham über 100 Mio in den letzten Jahren ausgegeben. Den Kader haben Sie aber in der Spitze (böse Zungen würden auch sagen in der Breite) nicht verbessert.
Als Treppenwitz kommt jetzt noch dazu, dass man ernsthaft überlegt mit Spielern wie Brandt und Can zu verlängern, die im oberen Ende des Gehaltsbudgets anzusiedeln sind.
Manchmal muss man sich fragen, ob Kehl oder Ricken die eigenen Spiele nicht schauen.
Aus der aktuellen Lage kommt man nur mit einem mutigen Cut raus. Entweder man setzt für die Zukunft auf Spieler wie Reggiani, Albert oder auch Inacio mit der Gefahr hin, dass diese scheitern oder man macht so weiter und holt Spieler für 25 bis 30 Mio. die einen keinen Schritt weiterbringen. Frei nach dem Motto: Ich würde lieber den jungen Wilden beim Scheitern zusehen als den Vorgängern dabei zuzusehen weiterhin so rumzudümpeln ohne Ausschläge nach oben.
Ich hab keine miese Stimmung.
Natürlich bin ich unzufrieden, was man da aus den finanziellen Möglichkeiten macht, denn demnach müsste man unangefochten die Nr. 2 sein. Aber aktuell ist man auf Ziel Platz 2.
In der CL sollte Top16 sein in der Vorrunde angepeilt werden - hat man dieses Jahr knapp verpasst. Letztes Jahr hat man mit Lille nach der PO-Runde dann Losglück. Pokal ist auch eine Glückssache, aber kann mit einen Ausscheiden gegen Leverkusen eher leben als gegen St. Pauli o.ä.
Bei einem Verein wie dem BVB ist aber nicht immer das Ergebnis entscheidend sondern auch das Wie bzw. wie man zu den jeweiligen Ergebnissen gekommen ist.
Die Unzufriedenheit momentan ist doch nicht neu. Man sieht aber doch seit Jahren, dass der Trend und die Qualität rückläufig ist und keiner (ich kenne zumindest keinen), der mit dem BVB sympathisiert, glaubt doch, dass die aktuelle Führung in der Lage ist, dass man guten UND erfolgreichen Fussball spielen kann in Zukunft.