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    OL (#57 LT Orlando Brown jr., #62 LG Joe Thuney, C #52 Creed Humphrey, #65 RG Trey Smith, #67 Lucas Niang, #75 OT/OG Mike Remmers, #73 OG/C Nick Allegretti, # 66 C/OG Austin Blythe, #76 OG Laurent Duvernay-Tardif, #77 OG/OT Andrew Wylie [PUP: # 69 OG Kyle Long])


    Nach zwei – vor allem 2020 auch verletzungsbedingt – schwächeren Jahren haben die Chiefs ihre O-Line komplett umgebaut. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass man mit fünf neuen Startern – darunter zwei Rookies und ein de-facto-Rookie – ins Rennen geht. Das lässt sowohl individuell als auch im Zusammenspiel den einen oder anderen Fehler erwarten. Dennoch sieht die Situation bislang vielversprechend aus:



    Der 25-jährige Orlando Brown ersetzt auf LT den langjährigen Starter Eric Fisher. Brown war bei den Ravens primär als RT eingesetzt, konnte aber in der Vorsaison nach der Verletzung von Ronnie Staley auch auf LT sein Können unter Beweis stellen. Er erhielt in den letzten beiden Jahren jeweils Probowl-Einladungen, auch wenn er statistisch nicht durchweg Spitzenwerte produzierte. Während Fisher vor allem auf seine Athletik und Technik setzte und seine Stärken im Passblock hatte, ist Brown ein deutlich physischerer Spieler („Mauler“), was man typischerweise mit einem RT verbindet. Er sieht sich selbst aber als LT, wobei er sich in dieser Offseason erstmals gezielt auf diese Position vorbereiten konnte. Noch sind nicht alle davon überzeugt, dass er so gut ist, wie er selbst glaubt, aber immerhin haben die Chiefs de facto einen Erstrundenpick in ihn investiert. Bei den Ravens war das System generell wesentlich laufintensiver, wohingegen er nun im Team mit der höchsten Passquote der NFL regelmäßig tief droppen und seinen QB gegen Speed-Rusher verteidigen muss. Wenn ihm das gelingt, steht ihm eine große NFL-Karriere bevor. Die Preseason hat insoweit noch keine klare Tendenz erkennen lassen. Er ist noch jung und hat alle Veranlassung, die Beteiligten im letzten Jahr seines Rookie-Vertrages von seinen Fähigkeiten zu überzeugen, um dann einen Top-Vertrag abzustauben.


    Einen solchen Top-Vertrag hat der 28-jährige LG Joe Thuney in der Offseason von den Chiefs bereits erhalten. Er gilt als einer der besten Guards in der NFL. Thuney ist clever, vielseitig und zäh, was sich auch darin zeigt, dass er in fünf Jahren bei den Patriots durchgängig Starter war und kein Spiel verpasst hat. Im Vorjahr ließ verursachte er lediglich drei Penalties und ließ zwei Sacks zu. Aufgrund seiner Physis (6-5, 308 lbs) kann er insbesondere auch das Laufspiel voranbringen.


    Auf C scheint sich den Hoffnungen entsprechend Zweitrundenpick Creed Humphrey gegen den ebenfalls neu verpflichteten NFL-Veteranen Austin Blythe durchgesetzt zu haben. Das ist natürlich ideal, da Humphrey das größere Potential hat und so schon früh Einsatzzeit als Starter bekommt. In der Preseason hat er einen guten Eindruck hinterlassen, auch wenn er sich natürlich noch daran gewöhnen muss, in der NFL die Plays für die O-Line zu callen.


    Eine sehr positive Überraschung ist, dass sich auf RG mit Trey Smith ein weiterer Rookie durchgesetzt hat. Auch wenn er zunächst von Verletzungen der internen Konkurrenz profitiert haben mag, hat er in der Preseason ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen und – wohl auch vor dem Hintergrund seines formalen Status als Fünftrundenpick – bei den Beobachtern für wahre Begeisterungsstürme gesorgt.


    Im wohl spannendsten Duell scheint sich RT Lucas Niang gegen Mike Remmers durchgesetzt zu haben. Der Name des zeitweise in Genf aufgewachsenen Spielers spricht sich übrigens „eigentlich“ französisch aus, was aber die meisten US-Amerikaner vor unüberwindliche Hürden stellt. Nach seinem Opt-Out im Vorjahr ist der 2020er Drittrundenpick faktisch ebenfalls ein Rookie. Nach einer guten College-Saison 2018 hatte man in ihm einen der besten OTs des Landes in 2019 gesehen, aber eine Hüftverletzung beendete die Saison für ihn nach vielversprechendem Beginn vorzeitig. An der Uni gab er in insgesamt 28 Spielen als Starter keinen einzigen Sack ab, verursachte keinen einzigen false Start und lediglich zwei Holding Penalties. Ihm wird gewaltiges Potential nachgesagt, da er eine seltene Kombination aus körperlicher Größe, Reichweite und Mobilität aufweist und auch als „leader by example“ gilt. Wenn er die Hüftverletzung überwunden hat, könnten die Chiefs in ihm für viele Jahre einen starting OT gefunden haben.


    Außergewöhnlich ist das Leistungsniveau der Backups, die im Grunde alle Starter sein könnten und – eventuell mit Ausnahme von Duvernay-Tardif – auch alle auf unterschiedlichen Positionen zum Einsatz kommen könnten:


    Der 32-jährige Mike Remmers ist ein unspektakulärer Spieler, der aber (außer Center) auf jeder Position in der O-Line spielen kann. Er war bei den Panthers 2014-2016 Starter auf RT und punktuell auf LT. Bei den Vikings war er bis zu einer Verletzung zunächst Starter auf RT (2017) und dann als RG (2018). 2019 war er Starter als RT der Giants. 2020 kam er zu den Chiefs, wo er zwar formal „nur“ der Top-Backup war, aber aufgrund der verschiedenen Verletzungen zum Teil als LG, überwiegend als RT und zuletzt sogar als LT zum Einsatz. Dabei konnte er – mit Ausnahme des Superbowls, in dem allerdings die gesamte O-Line zusammenbrach – durch gute Leistungen überzeugen. In sämtlichen 7 Jahren als Starter erzielte er mindestens durchschnittliche statistische Werte (PFF). Selbst wenn er – wie es scheint – das Duell um den Starter-Job auf RT gegen Niang verloren haben dürfte, sollte er auch 2021 wieder als Top-Backup – zumindest auf den Tackle-Positionen – fungieren.


    Nick Allegretti war Siebtrundenpick der Chiefs in 2019, nachdem er bei seinen letzten 36 Spielen für die Illinois als Starter (Center) fungierte. Nachdem er während seiner Rookie-Saison kaum zum Einsatz kam, wurde er nach den Verletzungen von Osemele und Schwartz in der Vorsaison früh ins kalte Wasser geworfen und zeigte als LG solide Leistungen.


    Neuzugang Austin Blythe hat sich nach ein paar Jahren in der NFL nach vorne gearbeitet und war im Vorjahr Starter der Rams auf der Center-Position, wobei ihm mehr als ordentliche Leistungen (#13 bei PFF) bescheinigt wurden. Auch wenn er das Duell mit Humphrey um den Starter-Posten verloren zu haben scheint, stellt er einen sehr guten Backup dar, der zudem auch schon als Guard gespielt hat.


    Der Kanadier Laurent Duvernay-Tardif ist ligaweit vor allem dafür bekannt, dass er „ganz beiläufig“ neben der NFL-Karriere sein Medizinstudium abgeschlossen und promoviert hat. Auch mit seinem ebenfalls eigentlich französisch auszusprechenden Namen – er stammt aus Quebec – hat der gemeine US-Amerikaner so seine Probleme. Von Andy Reid wird er als „Larry“ bezeichnet, was wohl der teaminterne Spitzname ist. „LDT“ war der 2014er Sechstrundenpick der Chiefs. Auch wenn er gemessen an einem Normalbürger eine gewaltige Physis aufweist, ist er für einen NFL-Guard eher etwas „undersized“, was er durch überdurchschnittliche Technik wettmacht. Dennoch war seine 2019er Saison zugleich sein schwächstes (und erstes unterdurchschnittliches) Jahr. In 2020 war er der erste Spieler der NFL, der von der opt-out-Möglichkeit Gebrauch machte und als Arzt in einem Altenheim gegen Covid-19 kämpfte. Nun kehrt er hoch motiviert in seinem letzten Vertragsjahr zurück. Leider brach er sich im August die Hand, scheint nun aber zum Saisonbeginn früher als erwartet wieder einsatzfähig zu sein. Fraglich ist allerdings, ob er seinen Starter-Job von Trey Smith zurückerobern kann. Er war bereits Gegenstand von Trading-Gerüchten und ist der einzige Spieler in der O-Line, der auf eine konkrete Position (RG) festgelegt zu sein scheint.


    Andrew Wylie kam 2017 als ungedrafteter Rookie aus Eastern Michigan in die NFL. Nach einiger Zeit auf diversen Practice Squads verbesserte er sich bei den Chiefs sukzessive zum Backup (2018) und zum Starter (2019). In den beiden letzten Jahren kam er – soweit überhaupt in insgesamt 25 Spielen der regulären Saison einsatzfähig – jeweils als Starter zum Einsatz. Er ist im NFL-Quervergleich sicher kein Top-Spieler, aber flexibel jedenfalls auf beiden Guard-Positionen einsetzbar, wobei man ihn im Superbowl notgedrungen sogar auf RT einsetzte. In der Depth Chart ist er zurückgefallen, hat aber durch Gehaltsverzicht seinen Roster Spot gesichert.


    OG Kyle Long – langjähriger Starter der Bears – kam aus dem Ruhestand zurück, um für die Chiefs zu spielen. Der dreimalige Probowler wird erst im Dezember 33 Jahre alt, war aber jahrelang von Verletzungen geplagt, was mit dazu beitrug, dass er in seiner bislang letzten Saison (2019) der statistisch schwächste Guard mit mindestens 250 snaps (PFF) war. Leider setzte sich das Verletzungspech im Trainingscamp fort: Wegen einer Knieverletzung beginnt er die Saison erst einmal auf der PUP-Liste. Sollte er wieder einsatzfähig sein, wäre er nicht nur ein weiterer Kandidat für die Guard-Positionen, sondern könnte im Notfall auch RT spielen.


    Fazit:

    In Bezug auf die Startformation sollten die Chiefs gut aufgestellt sein. Nominell war man das im Vorjahr mit Fisher, Osemele und Schwartz auch, aber dann haben die Verletzungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Preseason weckt vor allem aufgrund der Leistungen der O-Line deutliche Hoffnungen auf ein verbessertes Laufspiel. Man muss allerdings berücksichtigen, dass in der Preseason typischerweise „plain vanilla“-Defense gespielt wird, so dass die richtige Prüfung der nicht richtig eingespielten Unit mit überwiegend jungen Spielern noch bevorsteht. Das könnte gerade in der ersten Saisonhälfte zu Problemen führen. Allerdings könnte man mit den Neuverpflichtungen und den diversen jungen Spielern auch die O-Line auf Jahre hinaus „gefixt“ haben. Die Kadertiefe ist gerade in diesem Bereich enorm, da jeder Spieler entweder als Starter erwartet wird oder bereits über substantielle NFL-Erfahrung als Starter verfügt. Im Rahmen des Möglichen ist man damit auch auf etwaige Verletzungen vorbereitet. Das größte Problem wäre es wohl, wenn man LT Orlando Brown ersetzen müsste. Generell kann ich mir aber gut vorstellen, dass die Chiefs noch den einen oder anderen Backup traden würden, wenn sich Interessenten fänden.

    WR (#10 Tyreek Hill, #17 Mecole Hardman, #11 Demarcus Robinson, #13 Byron Pringle, #82 Daurice Fountain, # 85 Marcus Kemp) – TE (#87 Travis Kelce, #81 Blake Bell, #83 Noah Gray, #88 Joseph Demarius („Jody“) Fortson jr.)


    Bei den Reiceivern sind die Chiefs etwas schlechter aufgestellt als zu Beginn der Vorsaison, weil man die bisherige Nummer 2 (Sammy Watkins) nicht adäquat zu ersetzen vermochte. Allerdings könnte sich der negative Effekt insoweit relativieren, als Watkins in den letzten Jahren ohnehin verletzungsbedingt nur sehr beschränkt zum Einsatz kam.


    Mit dem 27-jährigen Tyreek Hill („Cheetah“) als Top-Receiver sind die Chiefs weiterhin sportlich exzellent aufgestellt. Der 2016er Fünfrundenpick aus West Alabama ist neben Mahomes und Kelce die dritte herausragende Angriffswaffe der Chiefs. Er ist über die Jahre zu einem in vielerlei Hinsicht überdurchschnittlich guten NFL-Receiver gereift. Auch wenn ihn kaum jemand als den besten WR der NFL bezeichnen würde, erhält er nicht selten das Etikett des gefährlichsten WR der Liga. Er ist sicher nicht der körperlich größte Receiver. Er mag nicht der beste Route Runner sein, wobei er insoweit zumindest zur Spitzengruppe zählt. Vor allem aber ist er über seine „normalen“ Receiver-Fähigkeiten hinaus ein „Weltklassesprinter auf dem Football-Feld“, was ihn unter Matchup-Gesichtspunkten zu einem weiteren Albtraum für gegnerische Coaches macht. Das Preseason-Finale hat gezeigt, dass es weiterhin ein „tödliches“ Risiko darstellen dürfte, Hill in Einzeldeckung zu nehmen. Auch in das Laufspiel wird er (z. B. in Form des „Jet Sweep“) regelmäßig eingebunden. Er ist zudem regelmäßig der „Man in Motion“, was – soweit sich die Verteidigung auf ihn konzentriert – es Mahomes erleichtert, die Defense zu lesen. Hill erhielt bislang in jeder Saison eine Probowl-Einladung und konnte auch 2020 mit 87 Catches für 1.276 yards und 15 Receiving-TDs (sowie zwei weiteren Lauf-TDs) überzeugen. Solang ihn etwaige „Off-the-field-problems“ nicht einholen – in den letzten beiden Jahren blieb es glücklicherweise insoweit ruhig – ist er ein (leider teurer) Schlüsselspieler der Chiefs. Erfreulich ist zudem, dass er bislang weitgehend von Verletzungen verschont blieb und in 5 Jahren lediglich 5 Spiele verpasst hat.


    Einen „richtigen“ Nummer-2-WR haben die Chiefs leider nicht. Insbesondere war der Versuch, den Abgang von Sammy Watkins durch Juju Smith-Schuster zu kompensieren, nicht von Erfolg gekrönt, da dieser nicht „für ein paar Dollar mehr“ zu den Chiefs wechselte, sondern – sei es aus Nostalgie, sei es in der Hoffnung auf einen dicken Vertrag in 2022 – bei den Steelers blieb.


    Formal dürfte die Rolle damit dem 2019er Zweitrundenpick (aus Georgia) Mecole Hardman zufallen. Soweit dieser am College den Ruf von „Händen aus Stein“ hatte, hat sich das bei den Chiefs glücklicherweise nicht bestätigt. In seiner Rookie-Saison vermochte er seine ebenfalls weit überdurchschnittliche Geschwindigkeit bei lediglich 26 Catches für 538 yards (20,7 yards/catch!) zu nutzen. Vor diesem Hintergrund hatte man von ihm eigentlich schon im Vorjahr den Durchbruch erwartet, zu dem es dann aber – trotz der Verletzung von Watkins – mit 41 Catches für 560 yards nicht kam. Hardman hat seit jeher großes Potential. Selbst in der NFL kann er aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit die meisten Passverteidiger überlaufen, weswegen er schon zum Draft-Zeitpunkt als eine Art „Tyreek Hill zweiter Klasse“ qualifiziert wurde. Seine Probleme sind eindeutig in den Bereichen Beständigkeit und Zuverlässigkeit zu finden. Es bleibt nun zu hoffen, dass er in 2021 einen Schritt nach vorne machen kann.


    Der 2016er Viertrundenpick DeMarcus Robinson hat sich im Laufe der Jahre zu einem soliden WR entwickelt, ohne dass dem Neffen des langjährigen NFL-Receivers Marcus Robinson der große Durchbruch gelungen wäre. Nach 32 Catches für 449 yards in 2019 wurde er für sein 2020er Trainingscamp in den höchsten Tönen gelobt, aber 45 catches für 446 yards in 2020 stellten keine Verbesserung dar. Er hat für ein moderates Gehalt um ein weiteres Jahr bei den Chiefs verlängert. In der Preseason war er mit mehr als mäßigem Erfolg auch als Returner im Einsatz.


    Ihm zumindest dicht im Nacken dürfte Byron Pringle sitzen, der sich 2018 als ungedrafteter Rookie in den Kader kämpfte, dann aber verletzungsbedingt ausfiel. 2019 verbrachte er fast durchgängig im Roster, kam aber aufgrund der starken Konkurrenz nur wenig als WR zum Einsatz (12 Catches für 170 yards). Auch 2020 war formal kaum besser (13 Catches für 160 yards), aber er wurde wiederholt für seine Entwicklung gelobt und hat Aussicht auf vermehrte Einsatzzeiten.


    Daurice Fountain ist die Cinderella Story der Preseason: Der 2018er Fünftrundenpick der Colts war dort überwiegend auf der Practice Squad, hat aber nach seinem Wechsel zu den Chiefs im Trainingscamp offenbar einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und sich vergleichsweise „locker“ einen Platz im Kader gesichert. Damit hat er sich insbesondere gegen den Fünftrundenpick Cornell Powell durchgesetzt, der es lediglich auf die Practice Squad geschafft hat.


    Trotz guter Leistungen in der Preseason musste sich auch Marcus Kemp hinter Fountain einordnen und wurde formal sogar gecuttet, wobei von Anfang an klar war, dass die Chiefs ihn zum ersten Spieltag wieder in den Kader aufnehmen würden. Er kam 2017 als ungedrafteter Rookie zu den Chiefs und war seither überwiegend überwiegend auf der Practice Squad der Chiefs. Als er 2019 Aussicht auf einen Platz im regulären Kader hatte, fiel er mit einem Kreuzbandriss aus. 2020 wurde er zunächst entlassen, kämpfte sich dann aber überraschend nach vorn und wechselte wiederholt zwischen Practice Squad und regulärem Kader, wobei er auch punktuell zum Einsatz kam. Nach einem Mini-Stint bei den Dolphins Ende Dezember 2020 ist er nun wieder zurück bei den Chiefs und hat vor allem Aussicht auf Einsätze als Gunner in den Special Teams.


    Auf TE sind die Chiefs nach wie vor auf der Starter-Position exzellent besetzt. Der 32-jährige Travis Kelce galt schon vor der 2020er Saison neben George Kittle (49ers) als bester TE der NFL. Nachdem er im Vorjahr seine persönlichen Rekorde für Catches (105), Receiving Yards (1.416 yards, zugleich NFL-Rekord für TEs) und TDs (11) nochmals verbessert hat, obwohl er im bedeutungslosen letzten Saisonspiel nicht zum Einsatz kam, kann man das nur noch einmal dick unterstreichen. Er ist als Receiver eine Mischung aus WR und TE, kann sich von Verteidigern lösen und seinen Körper einsetzen, um den Ball abzuschirmen und auch bei Contested Catches die Oberhand behalten. Er ist damit ein riesiges Matchup-Problem für jeden Gegner, was nicht selten auch für die beliebten „yards after catch“ sorgt. Zudem ist er – was angesichts seiner Leistungen als Receiver oft untergeht, ein exzellenter Blocker. Der 2013er Drittrundenpick der Chiefs dürfte auf dem geraden Weg in die Hall of Fame sein. Nach zwei guten Jahren 2014/15 erbringt er seit 2016 mit alljährlich über 80 Catches und über 1.000 yards herausragende Leistungen. Zudem ist er seit seiner Rookie-Saison nie verletzungsbedingt ausgefallen. Der Lohn sind zwischenzeitlich sechs Probowl-Einladungen in Folge. Wenn der Mahomes improvisieren muss, vermag Kelce sich oft freizulaufen und stellt seine wichtigste Anspielstation dar. Gelegentliche Drops bei dem an sich fangsicheren Kelce lassen sich am ehesten mit Konzentrationsmängeln erklären. Er spielt – gemessen an seinen Leistungen – für ein moderates Gehalt bei sehr teamfreundlich strukturiertem Vertrag und zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen Ehrgeiz aus.


    Darüber hinaus verfügen die Chiefs auch über eine außergewöhnliche Tiefe auf der TE-Position, welche sich nicht zuletzt darin manifestiert, dass man erneut mit vier TEs in die Saison geht. Allerdings war man mit den Backups im Vorjahr nicht sonderlich zufrieden. Das wurde zwar nicht ausdrücklich so benannt, aber eine atypisch niedrige Quote von 12-personnel (18 % gegenüber jeweils 28 % in 2018 und 2019), 92,3 % five-man protection im Superbowl (trotz zweier Backup-Tackles) und der Austausch sämtlicher Backup-TEs sprechen eine deutliche Sprache. Formal die Nummer 2 ist Blake Bell, der nach einem Jahr bei den Cowboys zurückgekehrt ist. Der „Belldozer“ ist primär ein Blocking-TE, der in der Spielfeldmitte agiert, wobei er im Preseason-Finale bei einem TD-Catch auch seine Fähigkeiten als Passempfänger unter Beweis stellte.


    Formal die Nummer 3 ist der 2021er Fünftrundenpick Noah Grey, der ein „Zwitter“ zwischen WR und TE ist. Seine Stärken liegen eindeutig im Receiving sowie in seiner universellen Einsetzbarkeit. Allerdings muss er naturgemäß noch viel lernen. Es kann daher durchaus sein, dass er weniger Einsatzzeit erhalten wird als Jody Fortson, einer der Gewinner der Saisonvorbereitung. Er war ursprünglich WR und wurde zum TE umgeschult, weswegen er rund 20 lbs zulegte. Als Ex-WR liegt natürlich auch seine Stärke im Receiving. Nach seiner Zeit an einer unterklassigen Universität (Valdosta State) kam er 2019 als ungedrafteter Rookie zu den Chiefs, war in den ersten beiden Jahren auf der Practice Squad und hat es nun in den regulären Kader geschafft.



    Fazit: Die offensive Feuerkraft der Chiefs auf den Passempfänger-Positionen dürfte durch den Abgang von Watkins etwas nachgelassen haben, der aber im Vorjahr ohnehin nur in 5 regulären Saisonspielen zum Einsatz kam. Mit Hill und Kelce hat man weiterhin zwei Spieler, die jeder gegnerische DC gerne in Doppeldeckung nehmen würde. Es fehlt ein echter zweiter Receiver, wobei Hardman durchaus die Chance auf den Durchbruch hat. In der Breite sind die Chiefs auf WR und insbesondere auf TE gut besetzt.

    RB (#25 Clyde Edwards-Helaire, #31 Darrel Williams, #1 Jerick McKinnon) FB #45 Mike Burton)


    Die Chiefs sind unter Andy Reis ein passlastiges Team. Das gilt um so mehr, seitdem Mahomes das Ruder übernommen hat. Außergewöhnliche absolute Laufstatistiken sind daher unrealistisch.

    Aber gerade weil die Verteidigungsreihen sich auf das Passspiel der Chiefs konzentrieren, müssten die wenigen Laufspielzüge eigentlich zumindest hinsichtlich der Durchschnittswerte guten Ertrag bringen. Das war jedenfalls nach 2018 – dem Jahr, in dem Kareem Hunt Ende November entlassen wurde – nicht mehr der Fall. Weder Damien Williams noch LeSean McCoy (2019) noch Le‘Veon Bell (2020) vermochten das Laufspiel entscheidend zu beleben.

    Seit dem Vorjahr ist der 2020er Erstrundenpick Clyde Edwards-Helaire der Hoffnungsträger. Aber er konnte die hohen Erwartungen der Fans – er war vor der Saison ein häufig genannter Kandidat für den „Rookie of the year“ – nicht erfüllen: 181 Läufe für 803 yards (4,4 yards/carry) sind eher durchschnittlich. Das gilt um so mehr, wenn man berücksichtigt, dass dieses Zahlen durch das Auftaktspiel gegen die Texans (25 Läufe für 138 yards) und das Spiel gegen die nur mit 6 Verteidigern in der Box stehenden Bills (26 Läufe für 161 yards) deutlich geschönt werden. Entgegen der hochgesteckten Erwartungen wurden auch lediglich 54 Pässe in seine Richtung geworfen, von denen zudem nur 36 ihr Ziel fanden. Allerdings gilt für ihn, was im Vorjahr für alle Rookies galt: Es fehlte einfach eine normale Off-/Preseason. Es bleibt zu hoffen, dass er fangsicherer geworden ist und von der neu zusammengestellten O-Line profitiert. Jedenfalls soll er sich im Pass-Blocking verbessert haben. Seine großen Stärken sind seine Beweglichkeit, Explosivität und sein harten cuts.


    Als erster Backup wird meist Darrel Williams genannt, der sich 2018 als ungedrafteter Rookie von LSU in den Kader gearbeitet hatte. Er läuft eher mit Power als mit Übersicht und sukzessive Fortschritte gemacht. Allerdings lagen seine Werte im Lauf- und Passspiel 2020 noch geringfügig unter denen von Edwards-Helaire.


    Während man bei Williams weiß, was man bekommt, ist Jerick McKinnon eher eine Wundertüte. Im Laufspiel der 49ers vermochte er im Vorjahr (3,9 yards/carry bei 81 Versuchen) nach langer Verletzungspause noch nicht an alte Zeiten – bei den Vikings hatte er in den ersten beiden Jahren Durchschnittswerte von 4,8 und 5,2 yards/carry – anzuknüpfen, zeigte sich aber gewohnt fangsicher („soft hands“). Die Chiefs setzen auf seine Erfahrung und darauf, dass er seine im Vorjahr verlorene „Quickness“ wiedergewonnen hat. Aufgrund seiner Receiving Skills dürfte er vor allem als 3rd down back zum Einsatz kommen. Daneben spielt er in den Special Teams.


    Trotz guter Leistungen in der Preseason haben die Chiefs Derrick Gore gecuttet, aber in die Practice Squad aufgenommen. Abzuwarten bleibt, ob man – wie in den beiden Vorjahren im Hinblick auf McCoy und Bell nur mit beschränktem Erfolg – noch einmal auf dem FA-Markt zuschlagen wird. Bislang spricht jedenfalls nichts dafür.


    Daneben sind die Chiefs eines der wenigen Teams, das sich einen hauptamtlichen Fullback leistet. Nach acht Jahren ist Anthony „Sausage“ Sherman im Ruhestand. Mit ihm verlieren die Chiefs einen sehr guten Vorblocker, soliden Passempfänger und guten Special Teamer. Ihn ersetzen soll Mike Burton, der schon erfolgreich für höchst unterschiedliche RBs wie Adrian Peterson oder Alwin Kamara vorgeblockt hat. Er ist sehr flexibel und wurde auch schon als TE, Slot Receiver oder Outside-WR aufgestellt, was zu den kreativen Ideen von Andy Reid passt. Ich vermute allerdings, dass er öfter als bei den Saints auch in den Special Teams zum Einsatz kommen wird.


    Fazit: Bis zum Beweis des Gegenteils muss man das Laufspiel der Chiefs als unterdurchschnittlich einschätzen. Dennoch erwarte ich – vor allem aufgrund der runderneuerten O-Line – weiter verbesserte Statistiken.

    Kader (voraussichtliche Starter in Fettdruck)

    Offense


    QB (#15 Pat Mahomes, #4 Chad Henne)


    Pat(rick) Mahomes ist nach überwiegender Auffassung der beste Spieler auf der wichtigsten Position in der NFL. In drei Jahren als Starter erzielte er 8,39 Yards/Attempt und 114 TD-Pässe bei 23 INTs. Er ist ein sportlich hoch motivierter Leader und scheint auch neben dem Platz alles richtig zu machen. Obwohl es 2020 weder zum MVP (wie 2018) noch zum Superbowl/-MVP (wie 2019) reichte, kann man mit 14 Siegen in 15 Starts, 390/588 (66,3 %) für 4.740 yards und 38 TDs bei 6 INTS mehr als zufrieden sein, zumal Mahomes zusätzlich auch als Rusher mit 62 Läufen für 308 yards erfolgreich war. Gleichwohl haben die Playoffs gezeigt, wie leicht gesundheitliche Beschwerden (Zehenverletzung; Gehirnerschütterung) auch den besten QB einbremsen können. Im Superbowl gab ihm dann die verletzungsbedingt desolate O-Line den Rest, als er in rund 55 % aller Dropbacks unter Druck stand und einen Saisonrekord für „Yards auf der Flucht“ aufstellen durfte. Das letzte Preseason-Spiel hat gezeigt, dass er schon wieder in glänzender Form ist. Vorbehaltlich etwaiger Verletzungen darf man sich wieder darauf freuen, dass er mit Hilfe seines phänomenalen Wurfarms und seiner hohen Beweglichkeit ein Passfeuerwerk abbrennen und die Gegner zur Verzweiflung treiben wird.


    Backup ist erneut Chad Henne, der nach seinem verletzungsbedingten Ausfall in 2019 im Vorjahr punktuell zum Einsatz kam. Vergleichsweise viel Lob erhielt er im Rahmen des Divisional-Playoff-Sieges gegen die Browns, als er die knappe Führung über die Zeit rettete. Objektiv erscheint das Ausmaß des Lobes angesichts 6/8 für 66 yards und eine INT nur bedingt nachvollziehbar. Er ist gleichwohl ein guter Backup, der viele – meist kurze – Pässe an den Mann bringt.


    Fazit: Solange Mahomes gesund ist, sind die Chiefs auf QB perfekt aufgestellt. Henne kann jederzeit das Ruder übernehmen, wobei damit natürlich ein gravierender Leistungsverlust verbunden wäre. Generell profitieren die Chiefs davon, dass Andy Reid als „QB-Flüsterer“ bekannt ist und quasi jeden der von ihm gecoachten QBs um ein Level besser macht.

    Neuverpflichtungen


    Free Agents

    CB Deandre Baker (0,85 Mio./1 Jahr; bereits gegen Ende der Vorsaison verpflichtet, zuvor Giants)

    LG Joe Thuney (80 Mio./5 Jahre, bislang Patriots)

    RG Kyle Long (1,5 Mio./1 Jahr, war retired, davor Bears)

    DT Jarran Reed (5,5 Mio./1 Jahr, bislang Seahawks)

    C Austin Blythe (1,0 Mio./1 Jahr, bislang Rams)

    RB Jerick McKinnon (1,0 Mio./1 Jahr [Salary Cap 0,85 Mio.]; bislang 49ers)

    FB Micheal Burton (1,0 Mio./1 Jahr [Salary Cap 0,85 Mio.]; zuletzt Saints)

    TE Blake Bell (1,1 Mio./1 Jahr [Salary Cap knapp 1 Mio.]; 2020 Cowboy, davor Chiefs)

    WR Daurice Fountain (0,85 Mio.; bislang Colts)


    Trades (Neuzugänge)

    CB Mike Hughes (1,8 Mio./1 Jahr; von Vikings; für 2022er Sechstrundenpick)

    LT Orlando Brown jr. (3,4 Mio./1 Jahr; von Ravens; zusammen mit Zweitrundenpick 2021 und Sechtsrundenpick 2022 gegen Erst-, Dritt- und Viertrundenpick 2021 ???)


    Baker war Erstrundenpick der Giants in 2019, konnte dort aber die Erwartungen nicht erfüllen. Als er dann im Mai 2020 auch noch wegen des Vorwurfs eines gemeinschaftlich begangenen bewaffneten Raubes verhaftet wurde, entließen ihn die Giants zu Saisonbeginn 2020. Nachdem die Vorwürfe fallen gelassen wurden, verpflichteten ihn die Chiefs im November 2020.


    Thuney war Drittrundenpick der Patriots in 2016. Er hat bislang in der NFL kein Spiel verpasst und ist die teuerste Neuverpflichtung der Chiefs in der Offseason.


    Long ist der Sohn des HOF-DE Howie Long und wurde 2013 in der ersten Runde von den Bears gedraftet. Nach drei Probowls (2013-2015) war er von 2016-2019 von Verletzungen geplagt und zuletzt nur noch ein Schatten seiner selbst, weswegen er seine Karriere beendete. Nach einem Jahr Pause will er es noch einmal wissen.


    Reed war Zweitrundenpick der Seahawks in 2016. Er zeigte gute Leistungen und erhielt 2020 eine Vertragsverlängerung um 2 Jahre (23 Mio.). Nach der Saison wurde er – wohl aus Kostengründen – entlassen.


    Blythe war Siebtrundenpick der Colts in 2016. Er wurde nach einer Saison entlassen und heuerte bei den Rams an, wo er teils als Guard und teils als Center zum Einsatz kam. Obwohl er dort Starter war, wurde sein Vertrag nicht verlängert.


    McKinnon war Drittrundenpick der Vikings in 2014. Nach dem Ende seines Rookie-Vertrages erhielt er bei den 49ers einen Vierjahresvertrag über 30 Mio., wobei er im lauflastigen Shanahan-System als Top-RB vorgesehen war. Ein Kreuzbandriss in 2018 und Probleme wegen der daraufhin erfolgten Knie-OP sorgten dafür, dass er 2018 und 2019 nicht zum Einsatz kam. 2020 kam er zwar in allen Spielen zum Einsatz, ohne aber durch seine Leistungen das Gehalt zu rechtfertigen.


    Burton war Fünftrundenpick der Lions in 2015. Als reiner Blocking-Back hat man es in der heutigen NFL naturgemäß schwer, einen der wenigen freien Jobs zu ergattern. Burton war 2015/16 bei den Lions, 2017/18 bei den Bears, 2019 in Washington und 2020 bei den Saints im Kader.


    Bell war Viertrundenpick der 49ers in 2015, wo er bis 2016 spielte. Nach jeweils einem Jahr bei den Vikings und Jaguars gewann er 2019 mit den Chiefs den Superbowl. Nach einem Jahr bei den Cowboys (zu einem für seine Verhältnisse üppigen Gehalt von 1,7 Mio.) ist er nun zu den Chiefs zurückgekehrt.


    Fountain war Fünftrundenpick der Colts in 2018, blieb dort aber weitgehend ein Practice-Squad-Player. Nach überraschend guten Leistungen in der Offseason ist er bei den Chiefs in aller Munde und hat vergleichsweise problemlos den Sprung ins Roster geschafft.


    Hughes war 2018er Erstrundenpick der Vikings, wo er aber – insbesondere auch aufgrund zahlreicher Verletzungen – die Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte. Er will nun im letzten Jahr seines Rookie-Vertrages seine Karriere in Schwung bringen.


    Brown ist der Sohn des gleichnamigen langjährigen Browns-/Ravens-OT, der 2011 viel zu früh verstorben ist. Der „Junior“ war Drittrundenpick der Ravens in 2018, war vom ersten Tag an Starter auf RT und erhielt 2019 und 2020 Probowl-Nominierungen. Im Vorjahr kam er nach der Verletzung von Ronnie Staley auch als LT zum Einsatz – und damit auf der Position, die er eigentlich spielen will.

    Vertragsverlängerungen/-umstrukturierungen


    QB Patrick Mahomes: Die Chiefs wandelten 21,7 Mio. Roster-Bonus in einen Signing Bonus („Restrukturierungs-Bonus“) um. Damit zählt der Betrag nicht vollständig, sondern zu je 4,34 M Mio. über 5 Jahre gegen die Salary Cap. Hierdurch wurden knapp 17,4 Mio. Cap Space für 2021 (zu Lasten der Folgejahre) „freigeschaufelt“.


    DL Chris Jones: In einer vergleichbaren Aktion wandelten die Chiefs 20 Mio. Roster-Bonus in einen Signing Bonus um, wodurch der Betrag für die Salary-Cap auf die letzten drei Vertragsjahre verteilt wird und kurzfristig 13,3 Mio. Cap Space frei wurden.


    TE Travis Kelce: In einer vergleichbaren Aktion wurde durch Umwandlung eines Roster-Bonus in einen Signing Bonus auch in Bezug auf Kelce 5,6 Mio. an Salary Cap frei.


    OL Mike Remmers (3,3 Mio./1 Jahr)


    S Daniel Sorenson (2,5 Mio./1 Jahr)


    WR Demarcus Robinson (gut 1,1 Mio./1 Jahr, zählt nur mit knapp 1 Mio. gegen Salary Cap)


    WR Marcus Kemp (0,85 Mio./1 Jahr)


    WR Byron Pringle (2,133 Mio./1 Jahr [Tender])


    OL Andrew Wylie (zunächst 2,133 Mio./1 Jahr [Tender] nicht garantiert, zuletzt reduziert auf 0,92 Mio./1 Jahr garantiert)


    CB Charvarius Ward (3,4 Mio./1 Jahr [Tender])


    DE Alex Okafor (gut 1,1 Mio./1 Jahr, zählt nur mit knapp 1 Mio. gegen Salary Cap)



    Offene Vertragsverhandlungen

    WR Tyreek Hill erklärte sich nicht mit einer Vertrags-Umstrukturierung einverstanden. Er strebt stattdessen eine Verlängerung seines bis einschließlich 2022 laufenden Vierjahresvertrages (über 56,5 Mio.) an.


    S Tyrann Mathieu: Sein Dreijahresvertrag über 42 Mio. läuft zum Saisonende aus. Beide Seiten sind stark an einer Verlängerung interessiert und haben bereits intensiv verhandelt, ohne dass es zu einer Einigung gekommen wäre.


    LT Orlando Brown jr. Wurde de facto ungefähr für einen späten Erstrundenpick von den Ravens verpflichtet. Er hat bislang meist RT gespielt. Noch spielt er im Rahmen seines Rookie-Vertrages für „günstige“ 3,4 Mio. Sein Vertrag läuft aber zum Saisonende aus und er strebt einen Mega-Deal für einen LT an.

    Spieler (wichtige Verträge, Trades und Entlassungen)


    Entlassung/keine Vertragsverlängerung

    LT Eric Fisher (Colts, 8,4 Mio./1 Jahr)

    RT Mitchell Schwartz (vertragslos)

    QB Matt Moore (wohl im Ruhestand)

    RB LeVeon Bell (vertragslos)

    RB Damien Williams (Bears, 1,5 Mio./1 Jahr)

    WR Sammy Watkins (Ravens, 5 Mio. [+ Incentives]/1 Jahr )

    OL Martinas Rankin (vertragslos)

    DE Tanoh Kpassagnon (Saints, 4,5 Mio./2 Jahre)

    DE Taco Charlton (vertragslos)

    DL Mike Pennel (Bears, 1,1 Mio./1 Jahr)

    LB Damien Wilson (Jaguars, 1,965 Mio./1 Jahr)

    CB Bashaud Breeland (Vikings, Einjahresvertrag für 1,1 Mio. garantiert, mit Boni maximal 4 Mio.)


    Trades (Abgänge)

    OL Yasir Durant (Patriots, für Siebtrundenpick 2022)


    Es war schon vor der 2020er Saison zu vermuten, dass einer der beiden OTs ein Jahr später durch den 2020er Drittrundenpick Lucas Niang ersetzt werden sollte. Dass es nun sowohl Fisher als auch Schwartz erwischt hat, ist sicherlich primär ihren gravierenden Verletzungen geschuldet, nicht den bislang gezeigten sportlichen Leistungen.


    Moore war bereits einmal im Ruhestand, bevor der nach der Verletzung von Backup-QB Chad Henne zu Beginn der 2019er Saison von Andy Reid reaktiviert wurde und auch punktuell zum Einsatz kam. 2020 war er nach der Rückkehr von Henne noch auf der Practice Squad. Jetzt dürfte er erneut den Football-Ruhestand angetreten haben.


    Bell wurde zu Beginn der 2020er Saison verpflichtet, nachdem ihn die Jets gecuttet hatten. Allerdings konnte er seine bei den Steelers so glorreich begonnene Karriere auch bei den Chiefs nicht wiederbeleben.


    Williams konnte nach einer tollen 2018er-Saison im Folgejahr nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen, wobei er seine Fähigkeiten im Superbowl noch einmal aufblitzen ließ. Er kehrt nach einem „opt-out“-Jahr 2020 in die NFL zurück, wurde aber von den Chiefs entlassen.


    Watkins ist ein schwächerer #1-Receiver oder ein toller #2-Receiver – wenn er gesund ist. Das war er leider in den letzten Jahren viel zu selten. Auch in 2020 stand er nur für eine Handvoll Spiele auf dem Platz – zu wenig für die Chiefs, um ihn erneut zu verpflichten. Wenn er gesund bleibt, könnte er sich für die Ravens als Schnäppchen erweisen.


    Rankin ist ein talentierter O-Liner, der alle Positionen spielen kann. Er war 2019 Backup und wurde nach der Verletzung von Duvernay-Tardif zum Starter. Als solcher zeigte er gute Leistungen, bis er sich ebenfalls verletzte. Hiervon hat er sich nicht mehr richtig erholt.


    Kpassagnon war der 2017er Zweitrundenpick der Chiefs, konnte aber die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen. Selbst in seinem „Contract Year“ 2020 zeigte er lediglich solide Leistungen. Er ist immer noch gut genug für die NFL, aber viel mehr als das Mindestgehalt hätten die Chiefs wohl nicht gezahlt, weswegen er zu den Saints wechselte.


    Charlton war der 2017er Erstrundenpick der Cowboys, dort aber weitgehend eine Enttäuschung. Nach einer Zwischenstation bei den Dolphins kam er zu den Chiefs, wo er 2020 weitgehend auf der Practice Squad agierte und punktuell zum Einsatz kam. Man hatte eigentlich erwartet, dass er es dieses Mal in den Kader schaffen könnte, möglicherweise sogar als Starter, aber er wurde kurz vor der Saison gecuttet.


    Pennel ist ein solider Backup-DT. Auf dieser Position haben die Chiefs sich verstärkt, so dass für ihn kein Platz mehr frei war.


    Wilson war ein Viertrundenpick der Cowboys in 2015. Nach seiner Rookie-Saison wurde er von den Chiefs 2019 für 5,75 Mio./2 Jahre verpflichtet. Dort war er zwar meist Starter, konnte aber die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Da die Chiefs zwei hohe Draftpicks in Gay (2020) und Bolton (2021) investiert haben, konnte man ihn ziehen lassen.


    Breeland könnte man als bisherigen #1-Cornerback der Chiefs bezeichnen, wobei die Unterschiede zu Ward und Sneed marginal sein dürften. Bei den CBs setzen die Chiefs auf junge und günstige Spieler. Dennoch verwundert es etwas, dass er nun bei den Vikings unterschrieben hat, denn eine Größenordnung von 2 Mio. wäre auch bei den Chiefs möglich gewesen. Zwar klingt das Vertragsvolumen bei den Vikings (4 Mio.) erst einmal lukrativ, aber letztlich ist nur etwa 1 Mio. garantiert. Für die ersten 12 Spiele erhält er zusätzlich je 54.000 USD, für jedes weitere Spiel gut 250.000 USD. Breeland scheint sehr optimistisch zu sein, sämtliche Spiele bestreiten zu können, was ihm insgesamt rund 2,9 Mio. einbrächte. „Den Rest“ bekäme er nur, wenn er die NFL in Interceptions anführt – ein eher unwahrscheinliches Szenario. Aus meiner Sicht ist das ein guter Deal für die Vikings.

    Coaching Staff/Front Office

    Front Office und die Coaching Staff blieben erneut weitgehend unverändert. OC Eric Bienimy hat etwas überraschend immer noch keinen Job als Headcoach bekommen, was für ihn natürlich schade, für die Chiefs aber gut ist.

    Nicht verlängert wurde der Vertrag von OLB-Coach Britt Reid, dem Sohn von HC Andy Reid. Der Hintergrund ist allerdings nicht sportlicher Natur: Kurz vor dem Superbowl war Britt Reid unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss an einem Verkehrsunfall beteiligt, bei dem ein fünfjähriges Mädchen schwer und voraussichtlich dauerhaft geschädigt wurde. Sein Nachfolger ist Ken Flajole, der über langjährige Coaching-Erfahrung am College (ab 1979) und in der NFL (ab 1998) verfügt und zuletzt LB-Coach der Eagles war.

    Einziger aus Chiefs-Sicht „unfreiwilliger“ Abgang ist RB-Coach Deland McCullough. Dieser kehrte in gleicher Position und zugleich als Assistent Head Coach an die Universität von Indiana zurück. Er wurde in einer Art Ringtausch intern ersetzt: Neuer RB-Coach ist Greg Lewis, der in den letzten vier Jahren die WR gecoacht hatte. Dessen Job übernimmt Joe Bleymaier, der seit 2016 bei den Chiefs ist und in den letzten drei Jahren als Pass Game Analyst & Assistant QB-Coach fungierte.


    Die wichtigsten Personen :


    Front Office:

    Chairman/CEO Clark Hunt

    President Mark Donovan

    GM Brett Veach


    Coaching Staff:

    HC Andy Reid

    OC Eric Bieniemy

    QB Mike Kafka (zugleich „Passing Game Coordinator“)

    RB Greg Lewis

    TE Tom Melvin

    WR Joe Bleymaier

    OL Andy Heck

    DC Steve Spagnuolo

    DL Brendan Daly (zugleich „Run Game Coordinator“)

    LB Matt House

    OLB Ken Flajole

    DB Dave Merritt

    DB/CB Sam Madison

    ST/Ass. HCDave Toub


    Generell verfügen die Chiefs weiterhin über eine Coaching Staff, bei der es nichts zu beanstanden gibt. Unverändert besteht das größte Risiko darin, bald die nächsten Coordinators zu verlieren. Toub und vor allem Bieniemy waren schon wiederholt als Kandidaten im Gespräch. Spagnuolo war bereits HC und hat die Chiefs-Defense deutlich verbessert. Für Bieniemy als wahrscheinlichsten HC-Kandidaten steht mit Mike Kafka sein designierter Nachfolger bereit. Allerdings gilt auch er als Kandidat für einen HC-Posten. Auch wenn man sich hier Worst-Case-Szenarien ausmalen kann, können die Chiefs sich zunächst einmal darüber freuen, dass die Coaching Staff im Kern schon über mehrere Jahre unverändert ist.

    Draft:

    Die Chiefs verfügten, nachdem sie Orlando Brown jr. von den Ravens ertradet hatten, ebenso wie in den drei Vorjahren noch über sechs Draftpicks:


    Runde 2 (# 58) LB Nick Bolton (Missouri)

    Bolton war zwei Jahre Starter und sowohl 2019 als auch 2020 im 1st All-SEC-Team, davon im letzten Jahr zugleich 2nd-Team All-American. Er ist ein eher klassischer LB („Thumper“) mit enormer Beschleunigung „downhill“. Gelobt wird der Einsatz seiner Kraft gegen Blocker und Ballträger, so dass er als starker Tackler (mit zahlreichen TFL) gilt. Zudem ist er ein hervorragender „gap-Shooter“, kann also auch blitzen. Er war ein Leader, soll einen hohen „Football-IQ“ haben und war an der Uni für die defensive adjustments (playcalling) zuständig. Allerdings hatte er nicht nur einen schwachen pro day, sondern generell erhebliche Schwächen in Coverage. Die Geister scheiden sich daran, ob es sich hierbei um ein lösbares Problem handelt oder ob dies einer erfolgreichen NFL-Karriere grundlegend entgegen steht.


    Runde 2 (# 63) C Creed Humphrey (Oklahoma)

    Humphrey ist ein ehemaliger Ringer - sein Vater war in dieser Sportart sogar dreimaliger All-American. Der „Junior“ war 3 Jahre Starter, wobei er es 2018 ins 2nd All-Big 12 Team sowie 2019 und 2020 ins 1st All-Big 12 Team schaffte. Er gilt als athletischer, intelligenter und sehr beweglicher O-Liner mit guter Fußarbeit. Er soll ein harter Arbeiter und ebenfalls ein Leader sein. In seiner College-Karriere hat er keinen Sack zugelassen. Er kann mit beiden Händen snappen und auch Guard spielen. Probleme hat er am ehesten gegen Power. Die Meinungen über das Ausmaß seiner Schwächen (Aussetzer in Pass Protection, 2nd-level-Blocking, zu wenig „finisher“) gehen weit auseinander. Humphrey wird aufgrund seiner athletischen Fähigkeiten eine hohe Upside bescheinigt.


    Runde 4 (# 144) EDGE Joshua Kaindoh (FSU)

    Kaindoh ist ein ehemaliger 5-Star-Recruit und Top-5-Recruit seines Jahrgangs. Gemessen an diesen Vorschusslorbeeren vermochte er am College nicht vollständig zu überzeugen. Er ist ein guter Athlet und passt körperlich perfekt zu Steve Spagnuolos Vorstellung von einem DE (Größe/Länge (6‘6‘‘), Stärke). Er hat enormes Talent, das er bei FSU nicht allzu zählbar umsetzen konnte („raw talent“). Ihm wird angekreidet, seine körperlichen Fähigkeiten nicht effizient einzusetzen und oft zu langsam, zu aufrecht und mit gravierenden technischen Schwächen zu agieren, weswegen er bislang wenig pass-rush produzierte. Andererseits erfüllt er diszipliniert seine Aufgaben und gibt nie auf. Als Viertrundenpick war und ist er umstritten: Aufgrund seines athletischen Potentials ist seine Upside gigantisch, aber er hat auch erhebliches Bust-Potential.


    Runde 5 (# 162): TE Noah Grey (Duke)

    Grey ist ein kein klassischer TE, sondern „undersized“, aber sehr beweglich, weswegen er dem WR deutlich näher steht als einem O-Liner. Er läuft gute Passruten, beschleunigt nach den Cuts, ist fangsicher und nicht leicht zu Boden zu bringen. Da er viele kurze Pässe fängt, hatte er die meisten Passfänge eines TE in der Geschichte von Duke.

    An Grey scheiden sich die Geister. Manche sehen in ihm einen potentiellen Nachfolger von Kelce, der sich schon äußerst lobend über seinen jungen Mannschaftskollegen geäußert hat. Grey könnte insbesondere als „überdimensionaler Slot-Receiver“ für Matchup-Probleme sorgen und von der Kreativität eines Andy Reid profitieren. Andererseits verfügt er nicht über die Blocking-Skills eines „normalen“ TE.


    Runde 5 (# 181): WR Cornell Powell (Clemson)

    Powell ist ein physischer WR mit hochgelobter „work ethik“ und „high football character“, der sich durch hervorragende Detailarbeit auszeichnet. Er kam erst in seinem letzten Jahr an der Uni überhaupt nennenswert zum Einsatz. Er ist auch nicht der beste Athlet, weswegen er sich oft nicht vom Gegenspieler lösen konnte, gilt aber als ausgezeichneter Blocker und als fangsicherer guter route runner. Von allen Draftpicks ist er die größte Enttäuschung der Offseason: Man hatte ihm zwar keine riesige Upside bescheinigt, war aber davon ausgegangen, dass er als WR und ST-Player relativ sicher einen Platz im Kader finden würde. Powell konnte aber im Trainingscamp nicht ausreichend überzeugen, wurde gecuttet und befindet sich nun auf der Practice Squad.


    Runde 6 (# 226): OL Trey Smith (Tennessee)

    Smith ist ein ehemaliger 5-Star-Recruit und wurde teilweise als Top-O-Line-Recruit seines Jahrgangs angesehen. Er hat starke Hände und gilt aufgrund seiner Kraft als ideal für Power-Running, weil er Gegenspieler dominieren kann. Dementsprechend war er auch dreimal im All-SEC-Team. Nebenbei wurde er auch für „community work“ und „leadership“ ausgezeichnet.

    Allerdings waren seine Leistungen durchaus schwankend. Er gilt als wenig flexibler Spieler, der sich zu sehr auf seine Kraft verlässt und angesichts technischer Schwächen gerade mit schnellen Gegenspielern Probleme haben könnte. Er gilt gleichwohl weiterhin als Talent mit großem Potential. Dass er erst in der sechsten Runde gedraftet wurde, ist auf medizinische Probleme („blood knots“ in der Lunge) zurückzuführen.


    Gesamtfazit:

    Die Chiefs haben ihre Needs adressiert und einmal mehr überwiegend auf Spieler mit hoher Upside bei nicht unerheblichem Bust-Potential gesetzt. Wenn voraussichtlich mit Humphrey und Smith gleich zwei Rookies in der O-Line starten, ist das erst einmal ein tolles Ergebnis. Bei den übrigen Draftpicks muss man erst einmal abwarten, wie sie sich entwickeln.

    Offseason:


    Nach der Saison und insbesondere der etwas überraschenden Niederlage im Superbowl bestand kein Zweifel daran, dass die O-Line einen Problembereich darstellte. Nur gab es zwei Interpretationsmöglichkeiten.

    Variante 1: Die O-Line war eigentlich ordentlich besetzt. Man hatte insbesondere mit LT Eric Fisher und RT Mitchell Schwartz sowie dem für ein Jahr verpflichteten LG Kelechi Osemele drei bärenstarke Spieler, dazu mit Mike Remmers einen Top-Backup. Angesichts dieser Umstände hätte man auch gut verkraften können, dass C Austin Reiter und RG Andrew Wylie bestenfalls NFL-Durchschnitt darstellen. Niemand konnte voraussehen, dass Osemele nach tollem Saisonstart mit einer „freak injury“ (Sehnenrisse in beiden Knien) ausfallen würde, die möglicherweise das Karriereende darstellt. Erst Recht war nicht absehbar, dass RT Mitchell Schwartz, der in seiner gesamten Karriere keinen einzigen Start verpasst hatte, wegen Rückenbeschwerden den größten Teil der Saison verpassen würde. Fishers Achillessehnenriss war dann die Krönung einer Pech-Strähne. Das kann passieren und ist kein Grund für grundlegende Umstrukturierungen, zumal Entlassungen von Fisher und Schwartz die Salary Cap erheblich belasten würden. Mit LG Laurent Duvernay-Tardif und dem 2020er Rookie-OT Lucas Niang (beide opt-out) wird der Kader ohnehin um einen Leistungsträger und ein Riesentalent ergänzt.

    Variante 2: Die O-Line war weder 2019 noch 2020 in der Lage, für adäquates Laufspiel zu sorgen. Der Vertrag von Osemele ist ausgelaufen. Die Verträge von Schwartz und Fisher laufen noch jeweils ein Jahr. Angesichts der Schwere der Verletzungen und des Alters der bisherigen Leistungsträger ist nicht absehbar, ob und ggf. wann sie wieder Top-Leistungen bringen können. Wenn man nicht kurzfristig reagiert, könnte man kurz vor Saisonbeginn vor einem Scherbenhaufen stehen. Ein Neuaufbau ist spätestens mittelfristig ohnehin erforderlich.


    Die Chiefs waren offenbar gewillt, „Nägel mit Köpfen“ zu machen und die O-Line von Grund auf neu aufzubauen. Fisher und Schwartz wurden entlassen, wodurch gut 18 Mio. Cap Space frei wurden. Osemele erhielt kein Angebot mehr. Reiter erhielt nur ein Angebot zu einem niedrigen Gehalt, welches er nicht annahm. Damit verblieb von der ursprünglichen Startformation aus 2020 gerade einmal noch RG Andrew Wylie – voraussichtlich als Backup – im Kader. Zudem wurde Remmers für seine überwiegend guten Leistungen mit einer Vertragsverlängerung um ein Jahr zu verbesserten Konditionen belohnt. Verschiedene Verträge (u. a. Mahomes) wurden umstrukturiert, um kurzfristig Cap Space freizuschaufeln. Der Versuch, mit LT Trent Brown den Top Free Agent für mehr als 20 Mio. jährlich zu verpflichten, scheiterte noch daran, dass die 49ers in letzter Sekunde ihr Angebot deutlich verbesserten. Aber die Chiefs verpflichteten die Free Agents LG Joe Thuney von den Patriots, C Austin Blythe von den Rams sowie den „vorübergehend zurückgetretenen“ OG Kyle Long (zuletzt Bears). Zudem ertradeten sie OT Orlando Brown jr. (sowie einen 2021er Zweitrundenpick und einen 2022er Sechstrundenpick) für den 2021er Erst-, Dritt- und Viertrundenpick sowie einen 2022er Fünftrundenpick von den Ravens. Schließlich drafteten die Chiefs mit C Creed Humphrey und OT Trey Smith noch zwei Talente. Zusammen mit den Rückkehrern LDT und Niang und ein paar weiteren Spielern war die Konkurrenz um die Kaderplätze im Bereich der O-Line damit so groß wie schon lange nicht mehr.


    Zudem entschlossenen sich die Chiefs, den Vertrag mit dem leider häufig verletzten #2-Receiver Sammy Watkins aus Kostengründen nicht mehr zu verlängern. Außerdem wechselte der #2-DE Tanoh Kpassagnon zu den Saints. Der Versuch, zu halbwegs günstigen Preisen einen adäquaten #2-Receiver oder einen erfahrenen DE zu verpflichten, blieben erfolglos. Dafür verpflichtete man DT Jarran Reed von den Seahawks.


    Der Kader der Chiefs zeichnet sich dadurch aus, dass man relativ viele teure Spieler, wenige Spieler im mittleren Gehaltssegment und zahlreiche Spieler im Bereich des Mindestgehalts hat. Die Chiefs haben durch Vertrags-Umstrukturierungen bereits in erheblichem Umfang die Salary Cap der folgenden Jahre „angezapft“. Kurzfristig dürfte der Kader insgesamt sehr stark sein. Es bleibt abzuwarten, wie das in den nächsten Jahren weitergeht.


    Erfreulich ist, dass nach aktuellem Stand kein Spieler der Chiefs für die neue Saison mit einer Sperre belegt wurde. Ganz ohne „off-the-field-problems“ ging es dann aber doch nicht: DE Frank Clark wurde wohl wiederholt (!) mit einer (Schuss-)Waffe im Auto angehalten, die er – so der Vorwurf – nicht hätte mit sich führen dürfen. Auch wenn es sich hierbei um keine sonderlich dramatischen Straftaten handeln sollte, könnte auch das noch ein Nachspiel haben.

    Preview 2021


    Rückblick:

    Nach langen Jahren der Tristesse begann die aktuelle, erfolgreiche Phase der Chiefs 2013 mit der Verpflichtung von President Mark Donovan, GM John Dorsey und HC Andy Reid. Auch Eagles-Scout Brett Veach kam schon 2013 als „Pro and college personnel analyst“, mit zu den Chiefs, stieg 2015 zum „Co-Director of Player Personnel“ auf und löste 2017 Dorsey als GM ab. Inzwischen konnten die Chiefs acht winning seasons in Folge erreichen: 2013 (11-5), 2014 (9-7), 2015 (11-5), 2016 (12-4), 2017 (10-6), 2018 (12-4), 2019 (12-4) und 2020 (14-2).


    2020

    #1 TEXANS 34-20 (1-0)

    #2 @ Chargers 23-20 OT (2-0)

    #3 @ Ravens 34-20 (3-0)

    #4 PATRIOTS 26-10 (4-0)

    #5 RAIDERS 32-40 (4-1)

    #6 @ Bills 26-17 (5-1)

    #7 @ Broncos 43-16 (6-1)

    #8 JETS 35-9 (7-1)

    #9 PANTHERS 33-31 (8-1)

    #10 bye

    #11 @ Raiders 35-31 (9-1)

    #12 @ Buccaneers 27-24 (10-1)

    #13 BRONCOS 22-16 (11-1)

    #14 @ Dolphins 33-27 (12-1)

    #15 @ Saints 32-29 (13-1)

    #16 FALCONS 17-14 (14-1)

    #17 CHARGERS 21-38 (14-2)

    Wildcard Game: bye

    Divisional Playoffs: CLEVELAND BROWNS 22-17

    AFC Championship: BUFFALO BILLS 38-24

    Super Bowl LV TAMPA BAY BUCCANEERS 9-31


    Der Saisonstart dwar 2020 mit einem souveränen Sieg gegen Houston vielversprechend, zumal man damals noch davon ausging, dass die Texans – 2019 immerhin noch Playoff-Team – ein starker Gegner wären. In der Folge zeigten die Chiefs starke Leistungen gegen die vermeintlich starken Gegner (Ravens, Patriots, Bills), wohingegen man gegen die Chargers nur mit viel Glück obsiegte und gegen die Raiders fast schon sensationell unterlag. Bei den Broncos lief fast alles zu Gunsten der Chiefs, so dass der Sieg deutlich zu hoch ausfiel. Nach dem Pflichtsieg gegen die Jets gab es weitere siebe Siege in Folge, allerdings jeweils mit weniger als einem TD Differenz. Da war wiederholt auch das nötige Glück dabei. Mehr als einmal hatte man den Eindruck, dass die Chiefs zumindest partiell mit angezogener Handbremse spielten. Nach dem vorletzten Spieltag hatten die Chiefs mit 14-1 bereits den #1 Seed in der AFC sicher, so dass am letzten Spieltag fast nur Backups auf dem Platz standen und gegen die Chargers unterlagen.

    Nach einer Byeweek in den Playoffs schienen die Chiefs in der Divisional-Runde auch die Browns im Griff zu haben, ohne aber entscheidend wegzuziehen. Das hätte sich beinahe gerächt, nachdem Mahomes mit leichter Gehirnerschütterung ausschied und die Browns kurz vor der Sensation standen. Mit Glück und Geschick retteten sich die Chiefs über die Ziellinie. Im Championship Match gegen die Bills hatte man endlich den Eindruck, die „richtigen“ Chiefs zu erleben, die einen starken Gegner ernst nehmen und (mit dem wieder genesenen Mahomes) keine Gefangenen machen. Leider zog sich LT Eric Fisher gegen Spielende einen Achillessehenriss zu. Das sollte sich im Superbowl bitter rächen. Denn der Verlust von Fisher war für die durch Verletzungen ohnehin stark gebeutelte O-Line der Chiefs gegen die Bucs zu viel: Mahomes war im Superbowl ständig auf der Flucht, und wenn er doch den einen oder anderen brillianten Pass abfeuern konnte, ließen ihn die Receiver im Stich. So konnten die Chiefs ihren Titelgewinn aus dem Vorjahr nicht wiederholen.

    Ja, "solide" ist er vermutlich, aber wenn Allen ausfällt, ist direkt alles vorbei. Das ist bei allen (hahahhah ALLEN :D ) anderen Teams nicht anders, ob Brady, Mahomes, Rodgers, ist der Star-QB weg, hat das Team keine Chance mehr etwas zu erreichen. Das war immer so und es wird immer so sein. :)

    Na ja, "etwas" kann man schon erreichen, wenn der Star-QB ausfällt. Ich schätze, dass die Chiefs wahrscheinlich auch dann die Playoffs erreichen würden, wenn sich Mahomes am Sonntag beim Aussteigen aus dem Bus das Kreuzband reißt und für die gesamte Saison ausfällt. Die Bills haben ebenfalls einen sehr breiten Kader und hätten auch ohne Allen zumindest eine Playoff-Chance. Ähnliches gilt für Bucs ohne Brady oder Packers ohne Rodgers. Titelfavoriten wären alle natürlich nicht mehr. Richtig ist natürlich, dass erst mal sehr viel Qualität verloren geht, wenn sich ein Top-Spieler auf der wichtigsten Position verletzt. Denen zahlt man nicht zum Spaß rund 40 Mio.

    Der Vertrag mit OG Andrew Wylie wurde umstrukturiert. Alle Details sind noch nicht bekannt, aber statt gut 2,1 Mio. sind jetzt nur noch knapp 1 Mio. garantiert. Dadurch wurden rund 1,2 Mio. Cap Space freigeschaufelt, so dass die Chiefs aktuell wohl etwa 3 Mio. freien Cap Space haben. Im Gegenzug hat man ihm angeblich seinen Roster Spot garantiert. Ob er den "Rest" des Gehalts über Boni wieder erreichen kann, habe ich bislang nicht herausfinden können.

    Man muss immer wieder betonen, dass (auch gute) Spieler aus dem College erstmal (gemessen an NFL-Maßstäben) lediglich Talent haben. Längst nicht jeder kann sich letztlich in der NFL durchsetzen.


    Natürlich ist es kein Ruhmesblatt für Powell, dass er es lediglich auf die PS geschafft hat. Allerdings ist die Kadertiefe (auch) auf WR relativ gut. Es fehlt m. E. eher die "Breite in der Spitze", d. h. eine klare #2 hinter Tyreek Hill. Aber Hardman, Robinson und Pringle sind für einen Fünftrundenpick nicht so leicht auszustechen. Fountain hatte eine überragende Offseason und ist sicherlich die große Überraschung im gesamten Kader. Nicht mal Kemp hat es (trotz guter Leistungen) formal in den Kader geschafft, auch wenn er de facto mit dazu gehört. Aktuell dürfte Powell daher maximal die #7 unter den Chiefs-WR sein.

    Bad News 1: CB BoPete Keyes (Colts) und DE Tim Ward (Jets) sind jeweils geclaimt worden.


    Bad News 2: S Tyrann Mathieu soll positiv auf Covid-19 getestet worden sein. Glücklicherweise ist bis zum Saisonstart noch ein paar Tage Zeit. Zudem soll er vollständig geimpft sein.


    Nach Angaben von Brett Veach gab es verschiedene Interessenten für die TEs der Chiefs, aber man wollte mit der relativ großen Anzahl von 4 TEs in die Saison gehen.


    Brett Veach hat auch das Gerücht bestätigt, dass WR Markus Kemp kurzfristig wieder in den Kader aufgenommen werden soll, voraussichtlich bereits zum ersten Spieltag.


    Die erste practice squad sieht so aus:

    • DE Demone Harris (Buffalo)
    • DL Austin Edwards (Ferris State)
    • S Devon Key (Western Kentucky)
    • S Zayne Anderson (BYU)
    • LB Omari Cobb (Marshall)
    • C Darryl Williams (Mississippi State)
    • WR Cornell Powell (Clemson)
    • LB Christian Rozeboom (South Dakota)
    • QB Shane Buechele (Southern Methodist)
    • DT Cortez Broughton (Cincinnati)
    • DT Benito Jones (Ole Miss)
    • WR Maurice Ffrench (Pittsburgh)
    • CB Shakur Brown (Michigan)
    • CB DiCaprio Bootle (Nebraska)
    • WR Gehrig Dieter (Alabama)
    • RB Derrick Gore (Louisiana)

    Dieter, Harris, Cobb, Williams und French sind aus den Vorjahren mehr oder minder bekannte Namen auf der PS der Chiefs. Rozeboom war ein PS-Spieler der Rams, Broughton kommt von den Chargers, Jones von den Dolphins und Brown von den Steelers. Dagegen sind Buechele, Edwards, Key, Anderson, Bootle und Powell Rookies, wobei nur Powell gedraftet wurde (Fünftrundenpick der Chiefs).


    RB Darwin Thompson hat sich der practice squad der Bucs angeschlossen.

    Ich will nicht meiner (geplanten) Saisonvorschau zu sehr vorgreifen, aber die Cuts sind zunächst einmal durch und das erste 53er-Roster steht. Es war klar, dass es angesichts des sehr breiten (oder in Denglisch: tiefen) Kaders einige wirklich gute Spieler erwischen würde.


    Vorab: OL Yasir Durant wurde für einen Siebtrundenpick zu den Patriots getradet. Trading-Gerüchte gab es auch in Bezug auf OG Duvernay-Tardif, der aber zunächst einmal im Kader steht.


    Die Liste der Cuts ist naturgemäß lang:


    QB Shane Buechele hat es trotz guter Leistungen gegen die Vikings nicht geschafft - die Chiefs gehen wieder mit nur 2 QBs in die Saison.

    Auch RB Derrick Gore konnten seine guten Leistungen im letzten Spiel der Preseason aufgrund der großen Konkurrenz keinen Roster Spot sichern. Gleiches gilt - wie zuletzt erwartet - für Darwin Thompson.

    Relativ überraschend finde ich auch die Entlassung von WR Marcus Kemp, der insbesondere in den Special Teams zu überzeugen vermochte - allerdings wird wohl erwartet, dass er doch noch verpflichtet wird, sobald man jemanden auf IR setzt. WR Cornell Powell ist der erste Draftpick von Brett Veach, der in seiner Rookie-Saison nicht das aktive Roster erreicht.

    Im Bereich der O-Line waren Cuts unvermeidlich, und obwohl die Chiefs aktuell 10 (bzw. mit Long auf PUP sogar 11) Spieler im Kader haben, hat es Prince Tega Wanogho, Darryl Williams und (schon vor ein paar Tagen) Bryan Witzmann erwischt.


    In der Defense ist die größte Überraschung der Cut von DL Tim Ward, von dem viele erwartet hatten, dass er im Kader stehen würde. Wenn er nicht geclaimt wird, dürfte er seinen Platz zumindest auf der Practice Squad sicher haben. Der andere bekanntere Name ist Taco Charlton, der bereits vor ein paar Tagen entlassen wurde.

    Bei dem LB überrascht am ehesten, dass man aktuell 6 Spieler im Kader hat. Starter Willie Gay jr. laboriert an einer Zehenverletzung. Es könnte gut sein, dass noch jemand seinen Platz im Kader verliert, wenn Gay wieder fit ist.

    Auch bei den DBs sehe ich keine großen Überraschungen - hier hatten einige Talente (z. B. DiCaprio Bootle, Rodney Clemons, BoPete Keyes) das Nachsehen, weil einfach zu viele gute Spieler im Kader waren.


    Jetzt bleibt natürlich abzuwarten, ob Spieler von anderen Teams verpflichtet werden. Soweit das nicht der Fall ist, wird man die "harten" Cuts sicherlich auf der Practice Squad wiederfinden.

    Ich vermute, dass manche "knappe" Cut-Entscheidung auch danach getroffen wurde, bei wem man am wenigsten davon ausging, dass der Spieler von einem anderen Team aufgegabelt würde. Auffällig ist beispielsweise die große Zahl von O-Linern im Kader - vielleicht gibt es da noch mal einen Trade.

    Das ist für mich auch die weltbeste Hymne. Ebenso ist es mein Lieblingsmoment, wenn die Dudelsäcke stoppen und das Stadion allein weitersingt. Die Hymne kann ich seit Jahren auswendig "mitsingen" :)

    Geht mir im Prinzip auch so, wobei ich die walisische Hymne mindestens genauso gut finde, die - nach wenigen einleitenden Tönen - vom Publikum von vorne bis hinten a cappella gesungen wird. Leider ist mein walisisch so schlecht, so dass ich noch nicht mitsingen kann.

    [...]

    Zur Leistungsdichte:

    In Europa gibt es - wie Du schon richtig erkannt hast - fünf Rugby-Nationen auf Top-Niveau, nämlich die vier "Home Nations" (England, Schottland, Wales, vereinigtes Irland) und Frankreich. Italien ist im Rahmen der "Six Nations" Kanonenfutter. Es wird zwar jedes Jahr von Reportern irgendwie versucht, künstlich Spannung aufzubauen, aber letztlich spielen die Gegner meist mit der zweiten Mannschaft und gewinnen trotzdem relativ souverän.


    Dennoch ist Italien immer noch um Längen besser als der Rest Europas und fast der gesamten Nordhemisphäre. Auf vergleichbarem Niveau wie Italien agiert in "Sport-Europa" nur Georgien, das aber geographisch eigentlich zu Asien gehört.


    Im "Rest der Welt" - meist als "Südhemisphäre" bezeichnet, gibt es mit Neuseeland ("All Blacks"), Südafrika ("Springboks") und Australien ("Wallabies") drei absolute Top-Nationen, wobei sich in den letzten Jahren Argentinien ("Pumas") in Schlagdistanz gebracht hat. Außenseiterchancen haben gelegentlich Japan (m. E. dank einiger Einbürgerungen), Samoa, Tonga oder Fidschi, aber die sind normalerweise eher wie Italien in Europa einzuordnen.


    Aufschlussreich ist in gewisser Weise die Setzliste bei der jeweiligen WM: Es gibt normalerweise 4 Gruppen zu je 5 Mannschaften. Von den 9 großen Rugbynationen (5x Europa, 4x Südhemisphäre) sind in drei Gruppen jeweils zwei und in einer Gruppe - der "Todesgruppe" - drei. Im Viertelfinale stehen dann normalerweise 8 dieser 9 Nationen. Dass es bei der letzten WM Gastgeber Japan geschafft hat (und damit zwei der großen Rugby-Nationen in der Vorrunde gescheitert sind), war eine Sensation.


    Von den großen 9 sind Dauerfavorit Neuseeland, Südafrika und Australien im Grunde immer ernsthafte Kandidaten auf den WM-Titel. Diese drei haben auch 8 der 9 WM-Titel bislang gewonnen. In diese Phalanx konnte bislang nur England einbrechen. Aus Europa haben am ehesten England oder Frankreich eine Titelchance, weisen aber nicht die gleiche Konstanz auf. Kein anderes Team als diese fünf stand jemals im WM-Finale.


    Auf den ersten Blick verwundert das etwas, denn bei den Six Nations als inoffizieller Europameisterschaft gewinnen durchaus auch gar nicht so selten die keltischen Teams (mit Ausnahme Schottlands). In den letzten 10 Turnieren haben beispielsweise 4x Wales, 3x England und 3x Irland gewonnen. Meine persönliche Vermutung ist, dass denen für die WM die nötige Kadertiefe fehlt. Es sind halt relativ viele Spiele in kurzer Zeit, und Rugby ist ein verletzungsanfälliger Sport. Wales oder Irland haben gelegentlich schon einen sehr guten "ersten Anzug", aber wenn sich die Top-Spieler verletzen, wird es einfach sehr schwer, sie halbwegs gleichwertig zu ersetzen.


    Aktuell hat Frankreich ein extrem talentiertes Team und wird zur Heim-WM 2023 vermutlich ein ernsthafter Titelkandidat sein.


    Zur Atmosphäre empfehle ich, sich die voller Inbrunst gesungenen Nationalhymnen anzuschauen:


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    Da das Roster auf 80 Spieler reduziert werden musste, haben die Chiefs sich von 5 Spielern getrennt. Die bekanntesten Namen sind DE Taco Charlton und G Bryan Witzmann. Dazu kommen DB Will Parks, LB Riley Cole und QB Anthony Gordon.


    Die Entlassung von Charlton ist eine kleine Überraschung. Man hatte gehofft, dass er nach punktuellen Ansätzen im letzten Jahr nun eine verletzungsfreie Offseason nutzen könne, um sich in der Depth Chart nach vorne zu spielen, zumal man auf DE mehr Ab- als Zugänge zu verzeichnen hatte. Aber er hat im zweiten Preseason-Spiel nur acht Snaps bekommen und sich offenbar nicht durchsetzen können. Witzmann ist ein Journeyman, der allein in diesem Jahr von den Chiefs schon zweimal - zuletzt am 08.08.2021 - verpflichtet und zweimal entlassen wurde.

    Zur O-Line:Leider häufen sich die Verletzungen in diesem Bereich doch ein klein wenig: Nachdem G Kyle Long bekanntlich schon seit längerer Zeit mit einer Tibiakopffraktur außer Gefecht gesetzt wurde und G Laurent Duvernay-Tardif sich die Hand gebrochen hatte, mußte nun auch C Austin Blythe unters Messer (Leisten-OP). Letzterer soll wohl 3 Wochen ausfallen. Noch ist das angesichts der Kaderbreite auf diesen Positionen kein großes Problem, aber viel mehr sollte es nicht werden.

    In Cardiff haben wir während der WM Wales gegen Uruguay gesehen. Kann man aber von der Stimmung nicht mit Murrayfield vergleichen. Aber als Schottland-Liebhaber bin ich vielleicht nicht objektiv genug. Kleiner Tipp für dich, wenn du das nächste mal in Schottland bist: Melrose in den Borders. Dort wurde übrigens 7s erfunden und die Tradition wird sehr hoch gehalten.


    Aber da ich zum Fußball schon in sehr, sehr vielen englischen Stadien war, ist jeder Besuch beim Rugby eine Wohltat. Egal ob national oder international, die Atmosphäre ist vom gegenteiligem Respekt der Fans geprägt. Alles ist familiärer (Bath ist der Wahnsinn) und deutlich entspannter. Die Action ist auf dem Platz und das ist gut so! Rugby ist einfach verdammt geil. :thumbsup:

    Ich kenne es nur vom Hörensagen - und da hieß es, dass Cardiff sogar noch knapp vor Edinburgh einzuordnen sei. Meine Vermutung: Bei der WM landeten vermutlich nicht (fast) alle Karten bei den walisischen Fans.


    Ansonsten vielen Dank für Deine Tipps. Ich freue mich darauf, wenn ich das alles "nach Corona" irgendwann in die Tat umsetzen kann.

    [...] Vielleicht schaffe ich es heuer mal wieder nach Murrayfield. Ich hatte da mal ein Six Nations Match gesehen und habe so etwas wie „Flower of Scotland“ niemals wieder in einem Stadion erlebt. Bekomme jedesmal eine Gänsehaut wenn ich nur daran denke.

    Da hast Du mir schon etwas voraus. Ich habe bislang vor Ort lediglich einmal die deutsche Nationalmannschaft angeschaut. Aber Heimspiele von Schottland im Murrayfield (Edinburgh) oder von Wales im Millennium Stadium (Cardiff) sollen absolute Highlights sein. Bislang war ich leider nur im August in Schottland - beste Reisezeit, aber nicht beste Rugbyzeit.

    Manchmal kommt es erst da rein, wenn sie einen konkreten Sendetermin haben. [...]

    Nach eigenen Angaben haben sie jedenfalls Rechte aus dem Bereich "Rugby Union".


    https://www.dazn.com/de-DE/new…aadg9gor6j431dnazylpied9p


    Wie das konkret ausschaut (Premiership, United Rugby Championship, Champions Cup, Six Nations, ggf. auch World Rugby Sevens Series), kann ich derzeit leider auch nicht erkennen. Jedenfalls lief das alles in den vergangenen zwei Jahren schon zumindest teilweise auf DAZN.

    Gibt es was Neues ?

    Zwei bedeutungslose Siege in der Preseason (gegen 49ers und Cardinals), vergangene Nacht verbunden mit einer eher schwachen Performance von QB Mahomes. WR Hill hat mit einem verhärteten Oberschenkelmuskel (hamstring) nicht gespielt. Ob Hardman oder Pringle die #2 unter den WR sein wird, ist noch völlig offen. Chris Jones hatte trotz sehr überschaubarer Einsatzzeiten in jedem der beiden Spiele einen Sack, muss sich aber noch etwas an die neue Rolle als (hauptsächlich) DE gewöhnen - einen der beiden Sacks hatte er als DT. Die O-Line und allgemein die Rookies machen einen ordentlichen Eindruck. Die D-Line wirkt deutlich besser als angesichts der ausbleibenden Neuverpflichtungen auf DE erwartet. LB Gay ist wohl angeschlagen. Aber niemand scheint sich ernsthaft verletzt zu haben. Na ja, G Duvernay-Tardif hat sich kürzlich die Hand gebrochen und fällt wohl grob die erste Saisonhälfte aus. Aber im Gegensatz zur Vorsaison ist die O-Line so breit aufgestellt, dass man ohnehin gespannt sein darf, wer letztlich im Kader landet. Jedem ist klar, dass die Chiefs nicht alle behalten können. Nun fragt sich, ob man einen Trade-Partner für irgendwen findet, oder ob alle Konkurrenten die Nerven behalten und abwarten, wen die Chiefs cutten, um dann zuzuschlagen.

    Woher kennst du diese Teams denn so gut, dass du weißt, dass gerade sie dieses Mittel anwenden? Schaust du die Ligen? Wenn ja, wo? Und hast du sonst irgendwelche Tipps, um Rugby anzuschauen? :)

    So gut kenne ich mich gar nicht aus. Ich versuche nur, mir Spiele anzusehen und schrittweise Spiel, Spieler und Teams kennen zu lernen.


    Aktuell läuft gerade nichts, aber jedenfalls in den letzten beiden Jahren hat DAZN Spiele aus der (englischen) Premiership und der (vorwiegend keltischen) Pro14 (jetzt: United Rugby Championship) gezeigt, im ersten Jahr auch aus dem Champions Cup (angelehnt an die Champions League im Fußball). Was künftig geplant ist, weiß ich nicht. Für mich war Rugby - ursprünglich die Six Nations - der Grund, DAZN zu abonnieren.

    Und der hat wiederum den Verein durch den Verkauf von Kalle rummenigge an Inter saniert.


    Ja woher kommt den jetzt unser Erfolg? Durchs Olympiastadion, den Bomber, Beckenbauer, Inter Mailand ? :paelzer:  :xywave:

    Der konkrete sportliche Erfolg hängt natürlich immer an Spielern und Trainer. Insofern wäre - bezogen auf die 70er - meine #1 Gerd Müller, gefolgt von Beckenbauer und zahlreichen anderen.


    Der langfristige Erfolg beruht m. E. auf dem soliden finanziellen Fundament. Insofern kann man m. E. Uli Hoeneß gar nicht genug danken, auch wenn sein Ruf in den letzten Jahren aus anderen Gründen gelitten hat.


    Natürlich gibt es immer wieder einzelne Umstände, Verträge oder Transfers, die günstig oder ungünstig sind oder die sich mehr oder weniger positiv auswirken. Das Olympiastadion mieten zu können, hat sicher nicht geschadet, und der Rummenigge-Transfer war ein wichtiger Schritt, weil er die Bayern 1984 in die schwarzen Zahlen gebracht hat. Aber letztlich kommt es darauf an, aus dem Umständen und den sich bietenden Chancen etwas zu machen und mehr gute als schlechte Entscheidungen zu treffen. Chancen hatten auch andere, aber Hoeneß hat die Bayern wirtschaftlich von "fast pleite" und dem drohenden sportlichen Verfall dauerhaft finanziell und sportlich in die europäische Spitze geführt und dort gehalten.

    Bei den anderen kam sowas nur irgendwie nie raus...

    Zumal eigentlich die Rückendeckung durch die höchste Politik hier der eigentliche Skandal ist. Wer weiß, ob Müller und Co sonst nicht nach Italien "rübergemacht" hätte

    Das mit der Rückendeckung war mir unbekannt, aber mich wundert da nichts.


    Ganz generell weiß ich aber, dass zahllose Vereine (auch in niedrigeren Spielklassen und auch jenseits des Fußballs) noch mindestens bis in die 90er recht ... entspannt ... mit ihren steuerlichen Pflichten umgegangen sind. Das ist halt nur sehr vereinzelt zur Anklage gelangt. Damals galt Steuerhinterziehung auch noch ganz klar als Kavaliersdelikt. Erst wesentlich später hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass bei einer Steuerhinterziehung im siebenstelligen Bereich nur ganz ausnahmsweise noch eine bewährungsfähige (= maximal 2 Jahre) Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Das war damals ein Paukenschlag. Seitdem werden Steuerverstöße ganz allgemein strenger verfolgt.


    Um zu den Bayern zurückzukommen: Das Geld hat damals trotzdem nicht gereicht. Als Uli Hoeness 1979 Manager wurde, hat er einen finanziellen Scherbenhaufen vorgefunden und den Club gerade so vor dem wirtschaftlichen Ruin retten können.

    Das glaube ich Beckenbauer sogar. Aber auch Generationen-übergreifend würde ich schon sagen, dass Müller was Besonderes war. Diese Qualität, immer "richtig" zu stehen, zu antizipieren und dann instinktiv richtig abzuschließen ist eine Fähigkeit, die nur ganz wenige in der Geschichte hatten. Und Müller hat das auf allen Leveln geschafft in einer Zeit, in der die Leistungsdichte noch viel enger war.

    Nichts gegen Beckenbauer, aber wenn man alte Aufnahmen sieht, hätte man damals im Mittelfeld "Narrenfreiheit" und genug Raum. Erst hinten wurde es dann dicht. Und gerade da hat Müller auf engstem Raum seine Qualität gezeigt.

    Paul Breitner sagt seit vielen Jahren bei jeder Gelegenheit (sinngemäß), dass jeder von ihnen damals (bei den Bayern und in der Nationalmannschaft) Gerd Müller auf Knien danken müsse, weil er letztlich entscheidend für den großen Erfolg gewesen sei.