Beiträge von Chief

    Rein sportlich freue ich mich darüber sehr. Manche halten Warner für den besten ILB der NFL. Das Gehalt ist schon enorm. Aber wenn die Salary Cap in den kommenden Jahren gehörig ansteigt, könnte sich das etwas relativieren.

    In den letzten Wochen ist nicht viel passiert. Na ja, jedenfalls nicht viel gutes, denn DE Frank Clark wurde wegen unerlaubten Waffenbesitzes verhaftet. Genau genommen darf er die (Schuss-)Waffe an sich wohl besitzen, aber er hatte sie wohl im Auto rumliegen. Nun wurde er auch schon angeklagt, allerdings wegen eines gleichartigen Vergehens im Frühjahr. Da fragt man sich schon, wie dämlich jemand eigentlich sein kann, den gleichen Fehler wieder zu begehen, nachdem er bereits einmal erwischt wurde?!


    Auch wenn das sicher nicht die schlimmsten Straftaten unter der Sonne sind, hat das zur Folge, dass die Lage auf DE bei den Chiefs noch unklarer ist, als sie ohnehin schon war. Das erwartete Signing eines Free Agents war zuvor ausgeblieben. Nun ist auch völlig unklar, ob Clark gesperrt wird und wenn ja wie lange. Da ist wohl eine große Bandbreite denkbar. Auch wenn es sportlich nicht ideal wäre, könnten die Chiefs eine Sperre wohl nicht nur mit einem weinenden, sondern auch mit einem lachenden Auge sehen. Denn Clark ist gemessen an seinem Gehalt ein Underperformer, auch wenn er natürlich gut spielt. Wenn er gesperrt wird, sparen die Chiefs sein anteiliges Grundgehalt (auch in Bezug auf die Salary Cap) ein. Da sein Grundgehalt für 2021 bei 18,5 Mio. liegt (und ein Cut nach der Saison durchaus in Betracht kommt), könnte sich das schon erheblich auswirken. Was wirklich stört, ist die fehlende Planungssicherheit.


    Nachdem nun DE Melvin Ingram, um den in den letzten Monaten ständig Chiefs-Gerüchte zu lesen waren, bei den Steelers unterschrieben hat (4 Mio./1 J), haben die Chiefs zu noch unbekannten Konditionen DE Alex Okafor erneut für ein Jahr unter Vertrag genommen. Er hatte bei den Chiefs bereits in den letzten beiden Jahren (tendenziell als "rotational player") gespielt, soweit er nicht verletzt war.


    In etwa einer Woche beginnt das Trainingscamp. Mal sehen, ob die Chiefs auf DE noch weiter aktiv werden, möglicherweise auch nach den cuts.

    Durch die All Blacks wurde mein erstes Interesse vor Jahren ebenfalls geweckt. Das mit dem Abwerben wusste ich aber nicht. Bekommen diese jungen Spieler dann im Laufe der Jahre die neuseeländische Staatsbürgerschaft, um für die Nationalmannschaft spielen zu können? Das klingt ein wenig so, als wären die Neuseeländer die Bösen. :paelzer:

    "Die Bösen" trifft die Situation m. E. nicht so richtig. Man hat von Europa aus einfach nicht ausreichend auf dem Radar, wie viele Menschen auf der Welt noch in absoluter Armut leben, auch wenn die Lage sich ständig bessert. Rugby-Profi zu werden ist in Bereich der ozeanischen Inseln ein Weg für junge Menschen (und ihre Familien) aus der absoluten Armut heraus in unsere Welt des Wohlstandes. Neuseeland ist dann einfach der vergleichsweise nächste "Nachbar" (wir reden trotzdem von tausenden von Kilometern), bei dem das möglich ist. Aber auch andere sind an diesen Talenten interessiert.


    Speziell im Rugby kommt hinzu, dass dort die Bindung an einen nationalen Verband und dessen Nationalmannschaft geringer ist als in allen anderen mir bekannten Sportarten. Einen gewissen Bezug zu dem neuen Verband benötigt man schon. Ob man in diesem Zusammenhang zwingend die Staatsbürgerschaft benötigt, weiß ich nicht, aber im Zweifel wird man einem Top-Spieler schon die Staatsangehörigkeit verschaffen, wenn es nötig sein sollte. Ich meine, es gibt vor allem eine "Residency Rule", wonach man für einen Verband spielen darf, wenn man seit mindestens drei Jahren in dem neuen Land lebt.


    Häufig legt schon der Name nahe, dass ein Spieler "eigentlich" zu irgendeiner anderen Nation gehört. Entweder er hat Migrationshintergrund, ist aber schon im "neuen" Staat geboren (z. B. Maro Itoje, ein englischer Nationalspieler mit nigerianischen Wurzeln). Oder er ist einfach irgendwann in das Land gekommen, sei es als Kind oder als Erwachsener. Man denke beispielsweise an die für England spielenden Brüder Billy und Mako Vunipola (geboren in Australien bzw. Neuseeland als Söhne eines tongaischen Nationalspielers und einer tongaischen Mutter) oder an den für Wales spielenden Taulupe ("Toby") Faletau (geboren in Tonga und ebenfalls Sohn eines tongaischen Nationalspielers). Während diese Spieler aber spätestens seit ihrer Kindheit in ihrem "neuen" Land leben, gibt es andere , die erst als Erwachsene - typischerweise als Rugby-Profis - in das Land gekommen sind, für dessen Nationalmannschaft sie heute spielen. Man denke beispielsweise an den für Irland spielenden Bundee Aki (geboren als Fua Leiofi Bundellu Aki in Neuseeland und Sohn samoanischer Eltern) oder an den für Schottland spielenden Duhan van der Merve, der sogar noch für Jugendnationalmannschaften Südafrikas gespielt hat. Daneben ermöglicht die Residency Rule natürlich auch, dass beispielsweise ein gebürtiger Engländer für Wales spielt oder umgekehrt, bloß fällt das vom Namen her weniger auf, zumal sie beide Briten sind.

    Habe gestern bereits die Highlights gesehen, da waren schon tolle Sachen dabei. All Blacks :love: Gerade der Pass von Havili auf Reece zum 5-3 Try hat mich beeindruckt und war einfach schön, obwohl es so einfach aussah.

    Da waren tolle Pass-Stafetten dabei, aber auch Durchbrüche und sogar ein Penalty Try.


    Über Bilder der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft ("All Blacks") wurde einst mein Interesse für Rugby geweckt. Aber man muss folgendes berücksichtigen:


    Fischi und die anderen ozeanischen Inseln haben viele Rugby-Talente, aber erhebliche ökonomische Nachteile gegenüber Neuseeland (und anderen). Deswegen können die neuseeländischen Scouts Talente meistens schon in jungen Jahren (als Schüler) nach Neuseeland abwerben. Die verbliebenen Spieler der ozeanischen Inseln, die häufig weit der Heimat in Profiligen spielen, müssen häufig sogar die eigene Anreise zu Spielen ihrer Nationalmannschaft bezahlen, weil der Verband kein Geld hat. Wenn das nicht klappt, muss der Verband z. T. sogar auf Amateure zurückgreifen, die sich mehr oder minder zufällig in der Nähe befinden. Ich weiß nicht, wie es im konkreten Fall war, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit war Fidschi nicht in Bestbesetzung vor Ort. Um so beeindruckender fand ich, wie sie insbesondere in den Kontaktsituationen gegengehalten haben. Die Fans von Fidschi haben nach den Bildern jeden Ballgewinn gefeiert, als wären sie gerade Weltmeister geworden.

    Zeit und Zeitumstellung aus spieltheoretischer Sicht:


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    Wem spektakuläres - wenn auch nicht fehlerfreies - Angriffsrugby gefällt, der kommt hier auf seine Kosten. Man kann die Spiele auch gut in 1,5-facher Geschwindigkeit anschauen.


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    Der Sinn liegt darin, dass man neben dem Kampf ums Gelbe noch andere einigermaßen interessante Storylines zu bieten hat, um die auch nicht GC Fahrer kämpfen können. Der GC Kampf ist ja leider in vielen Jahren eher enttäuschend.

    Weil der Beste so gut ist, muss man die Regeln ändern? Klar, für die Show ist das besser, aber das ist nicht meine Vorstellung von Sport. Vielleicht sollte Eddy Merckx noch mal ins Training einsteigen ;)

    Nachdem man eigentlich dachte, dass seine ausgekugelte Schulter ihn längerfristig außer Gefecht setzen würde, ist der Heilungsprozess bei Alun Wyn Jones offenbar ganz außergewöhnlich schnell vorangeschritten. Der Kapitän reist nach Südafrika und wird morgen wieder zum Team stoßen. Mit etwas Glück steht er für die Spiele gegen Südafrika wieder zur Verfügung. Angesichts zahlreicher Verletzungen gerade bei den walisischen Spielern endlich mal eine gute Nachricht.


    https://www.theguardian.com/sp…overing-from-injury-rugby

    Das war mir tatsächlich nicht bewusst. Sind denn die BIL stärker einzuschätzen als die einzelnen Nationalmannschaften von Irland, Wales, England, Schottland, weil sie die stärksten Spielern von allen bekommen können, oder sind sie eher schwächer, weil da die Abstimmung und Erfahrung fehlt?


    Das freut mich zu hören. Die Pro 14 würde mich allgemein auch mal interessieren und ich werde mich mal weiter informieren, ob sich das für mich lohnt, eventuell auch mal nur monatsweise Dazn zu abonnieren, bisher hatte ich dort noch nie ein Abo. Der Champions Cup hört sich interessant an, auch wenn Wales da keine große Rolle zu spielen scheint, dafür aber Frankreich sehr gut vertreten ist, die ich eigentlich überhaupt nicht mag.

    Die Qualität der BIL-Spiele einzuschätzen fällt mir schwer. Ich denke auch, dass "besserer Kader" mindestens teilweise durch "schlechter eingespielt" kompensiert wird. Aber die Tour dauert dieses Jahr beispielsweise 1,5 Monate mit 6 Vorbereitungsspielen und 3 abschließenden Test Matches gegen Südafrika. Völlig uneingespielt ist man da nicht. Außerdem gelten die Top-Teams der Südhemisphäre (Neuseeland, Australien, Südafrika) normalerweise ohnehin als etwas stärker gegenüber den Top-Teams aus Europa. In der Summe vermute ich, dass die BIL eher geringfügig besser sind, als es beispielsweise England (als normalerweise stärkstes Team der Home Nations) wäre.


    Die bisherige Pro 14 soll jetzt "United Rugby Championship" heißen. Wenn ich es richtig verstehe, sind für die Saison 2021-22 insgesamt 16 Mannschaften geplant, darunter 4 (statt 2) Teams aus Südafrika. Die Beteiligung Südafrikas verwundert auf den ersten Blick, aber die Entfernung nach Europa ist nicht größer als nach Australien/Neuseeland und in den asiatischen Raum, wohingegen das Zeitzonen-Problem für die Südafrikaner entfällt. Es soll vier Gruppen (Südafrika, Wales, Irland, Schottland/Italien) geben, wobei man in der regulären Saison gegen die Teams der eigenen Gruppe zweimal (= 6 Spiele), gegen die übrigen Teams einmal (= 12 Spiele) antritt. Traditionell dominiert bislang Irland (vor allem Leinster), aber das könnte sich mit der verstärkten Beteiligung Südafrikas ändern.


    Im Champions Cup waren Leinster und die Saracens die beiden Top-Teams. Aber die Saracens haben sich ihren Erfolg durch systematische Verstöße gegen die Salary Cap erkauft, was nach Aufdeckung zum Zwangsabstieg in die zweite englische Liga führte. Leinster war auch in der abgelaufenen Saison (neben Exeter) der Favorit, aber die Franzosen haben gewaltig aufgeholt und möglicherweise die Konkurrenz von den Inseln sogar schon überholt.

    Es handelt sich um einen sog. schnellen Einwurf. Die Voraussetzungen sind hier


    https://www.laws.worldrugby.org/?law=18&language=DE


    schön erklärt. In der Regel ergibt ein schneller Einwurf wenig Sinn, weil man (z. T. deutlich) hinter der Stelle einwerfen würde, an der man Gasseneinwurf hätte, und außerdem die Unterstützung der Mitspieler fehlt, weil die sich erst einmal formieren müssen. Aber manchmal kann man wirklich schnell einwerfen und die Gegner sind noch weit weg - dann kann es sich lohnen.

    Ich schau auch ab und zu bei Rugby rein und freu mich dann wenn es für Irland bei den Six Nations gut läuft.


    Bei WMs schlägt mein Herz aber für Japan. Nippon Banzai!

    Dann empfehle ich "Asso Asso Yogoshi" von Max Boyce. Nach heute üblichen Maßstäben wäre zwar der "Rassismus"-Vorwurf vorprogrammiert, aber das Lied war Mitte der 70er Jahre ersichtlich humorvoll-bewundernd gemeint und wurde in Japan auch so verstanden. (Hintergrund: Damals war Japan im Rugby hoffnungslos unterlegen, aber gleichwohl nach Wales gereist, um sich mit der walisischen Nationalmannschaft zu messen. Japan verlor zwar, zeigte aber eine Leistung, die man den Asiaten nicht zugetraut hätte, und gewann so den Respekt der walisischen/britischen Rugby-Öffentlichkeit. Dies wird im Lied auf spöttische und zugleich bewundernde Art und Weise aufgearbeitet.)


    https://www.walesonline.co.uk/…famous-max-boyce-12195977

    Rassismus hat viele Gesichter. Der Fall Özil ist nicht allzu lange her & die Affenlaute, die Asamoah, Odonkor und Co seinerzeit aushalten mussten, war auch nicht ohne - war da sogar mal Life im Stadion.

    Es geht gleichwohl um Nationalmannschaften. Anders als bei Vereinsmannschaften, wo man ggf. vertraglich eine bunte Truppe unterschiedlichster Nationalitäten zusammen stellt, ist Bezugspunkt die jeweilige Nation. Ob man nun das Mitsingen der Nationalhymne für besonders wesentlich hält, mag jeder für sich entscheiden. Mich begeistert das unabhängig vom konkreten Land (z. B. im Rugby), aber es ist sicher Geschmacksache und vermutlich auch nicht der wichtigste Gesichtspunkt. Wenn man aber z. B. bei Özil den Eindruck hat, dass er sich stärker mit Erdogan und der Türkei identifiziert als mit Deutschland, halte ich die diesbezügliche Kritik zumindest für nachvollziehbar. Demgegenüber hatte ich bei dem (sportlich sehr viel schwächeren) Asamoah immer den Eindruck, dass er mit Herzblut für die deutsche Nationalmannschaft gespielt hat.

    Da liegen wir auf ähnlicher Wellenlänge. Ich mag in Europa generell die "kleinen" keltischen Teams (Irland, Schottland, Wales). Nachdem mir Wales zunächst als das "langweiligste" Land unter den europäischen Rugby-Nationen erschien, weht inzwischen die walisische Flagge am Fenster meines (privaten) Büros. Auf Youtube findest Du ganze Rugby-Spiele auf höchstem Niveau, insbesondere auch mit walisischer Beteiligung. Empfehlenswert sind auch die (Quasi-)Nationalhymnen der großen Rugby-Nationen, allen voran wiederum Schottland (in Edinburgh) und Wales (in Cardiff).


    Zudem kannst Du dort auch mal nach dem Sänger/Comedian "Max Boyce" suchen. Er ist nicht mehr der jüngste, trägt aber nicht umsonst den Spitznamen "Bard of Wales" bzw. "Troubadour of Wales". Auf der Insel bzw. in Rugby-Kreisen ist er insbesondere wegen seiner zahlreichen Lieder und Gedichte mit Rugby-Bezug genauso berühmt wie Tom Jones. Insbesondere hat er die Six-Nations-Auswärtsspiele besungen (z. B. "The Scottish Trip" und "The Glory that was Rome"), wobei "Hymns and Arias" (über das Spiel in England) sein Trademark-Song ist, den Du insbesondere auch bei jedem dieser Duelle von den Rängen hören kannst.


    Schließlich kannst Du auch mal nach dem legendären walisischen Schiedsrichter Nigel Owens schauen, der eine sehr extrovertierte und unterhaltsame Form der Kommunikation gepflegt hat (z. B. mit sinngemäßen Sprüchen wie "Wir sind hier nicht beim Fußball" oder "Entschuldigen Sie, wir kennen uns noch nicht. Ich bin hier der Schiedsrichter. Machen Sie Ihren Job, ich mache meinen."). Generell ist der Schiedsrichter im Rugby eine Respektsperson.


    Die BIL gehen alle vier Jahre auf Tour, und zwar im Wechsel in Südafrika, Neuseeland und Australien, so dass es auch für die "Zielländer", die nur alle 12 Jahre an der Reihe sind, etwas Besonderes ist. Da wir die Fußball-Terminologie ("Pflichtspiele", "Freundschaftsspiele") und die dort übliche Bedeutungsabstufung (z. B. WM, EM, Confed-Cup, Qualifikationen) gewohnt sind, erscheinen und Spiele oder Spielserien zwischen zwei Mannschaften ohne großen Titel als unbedeutend. Das ist aber irreführend, denn das Prestige der BIL-Tour ist gewaltig. Das ist für die typischen "Commonwealth"-Sportarten gar nicht so selten. Auch im Cricket sind "Test Matches" im Grunde das Höchste - selbst 3er-Turniere haben in über 100 Jahren nur drei (!) stattgefunden. Weltmeisterschaften gibt es überhaupt erst seit 2007, und das auch nur im Twenty20-Cricket.


    Fußball könnte - gerade was den Umgang mit dem Schiedsrichter, die allgemeine Fairness und auch den Videobeweis angeht - viel von Rugby lernen. Du hast selbst schon ein paar Beispiele genannt. Auch beim Rugby gibt es Ausnahmen, aber im großen und ganzen geht man extrem fair miteinander um. Es gilt u. a. selbst in Bezug auf die Zuschauer als unhöflich, den Kicker in seiner Konzentration zu stören. Ich habe aus Anlass der Six Nations vor zwei Jahren DAZN abonniert. In den beiden Jahren konnte man alle Spiele sehen. Daneben hatten sie auch Spiele der englischen (Premiership) und der (primär) keltischen (zuletzt "Pro 14", gerade im Umbruch) Liga im Programm. Letztes Jahr gab es darüber hinaus auch Spiele aus dem Champions Cup (ähnlich der Champions League im Fußball) zu sehen.


    Es gibt zwei Aussagen, die das Verhältnis von Rugby und Fußball m. E. treffend beschreiben:

    1. Fußball ist das Spiel, bei dem man 90 Minuten lang so tut, als ob einem etwas weh täte. Rugby ist das Spiel, bei dem man 80 Minuten lang so tut, als ob einem nichts weh täte.

    2. Rugby ist ein Spiel für Hooligans, das von Gentlemen gespielt wird. Fußball ist ein Sport für Gentlemen, der von Hooligans gespielt wird.

    Erst vor wenigen Tagen hatte die walisische Nationalmannschaft ein Spiel gegen Argentinien.

    Welche Mannschaft hat denn für einen Waliser Priorität? Die walisische Nationalmannschaft oder die BIL?

    Bzw. Gleiche Frage dann für die Engländer, Schotten, Iren.

    Für die Nationalmannschaft zu spielen ist natürlich eine große Ehre. Aber das gilt für die BIL noch viel mehr, weil Spieler aus vier Ländern um die Plätze im Kader und auf dem Feld konkurrieren und zudem die BIL-Tour nur alle vier Jahre stattfindet. Die Priorität liegt daher bei den BIL, und zwar um Welten. Für die BIL nominiert zu werden gilt als höherwertiger, als vom eigenen Land für die Weltmeisterschaft nominiert zu werden. Schon im Vorfeld wird monatelang über die Kaderzusammensetzung spekuliert und diskutiert. Jeder Vergleich hinkt, aber vielleicht könnte man es ansatzweise mit der Frage vergleichen, ob ein europäischer Profifußballer lieber für den EM-Kader oder für den Olympia-Kader seines Landes nominiert werden will. Parallel finden auch keine wirklich wichtigen Nationalmannschafts-Spiele der vier "Home Nations" (England, Wales, Schottland, vereinigtes Irland) statt.


    Man ging beispielsweise davon aus, dass es für den Weltrekord-Nationalspieler Alun Wyn Jones (Wales) die Krönung seiner Karriere gewesen wäre, als Kapitän die Tour mitzumachen, wobei er auch schon 2009, 2013 und 2017 dabei war, wenn auch nicht als Kapitän. Leider hat er sich im ersten Testspiel verletzt.

    Bislang habe ich nur die Möglichkeit gefunden, auf Youtube nachträglich Zusammenfassungen der Spiele der British & Irish Lions zu verfolgen.


    Die ersten vier von sechs Vorbereitungsspielen wurden erwartungsgemäß gewonnen (28-10 im Murrayfield gegen Japan, 56-14 gegen die Lions (aus Johannesburg) sowie 54-7 und 71-31 gegen die Sharks (aus Durban). Gerade im letzten Spiel hat man sich allerdings diverse Versuche durch Konter eingefangen. Das sollte in den Test Matches gegen Südafrika nicht passieren. Vor den drei Test Matches (24.07., 31.07., 07.08.) spielt spielen die BIL morgen gegen Südafrikas Junioren ("South Africa A") und am 17.07. gegen die Stormers (aus Kapstadt).

    Gibt es eine Möglichkeit, in Deutschland die Spiele der British & Irish Lions zu sehen, vor allem natürlich die Test Matches gegen Südafrika?

    Ich habe es erst verzögert mitbekommen, aber im deutschen Rugby(-Verband) kracht es (schon wieder einmal) gewaltig. Schon in der Vergangenheit gab es reihenweise negativ-Schlagzeilen. Der Milliardär Hans-Peter Wild ("Capri-Sun") hatte über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren insgesamt mindestens 20 Mio. € in die Förderung des Rugby-Sports in Deutschland gesteckt, bevor er entnervt aufgab. Hauptfaktoren waren wohl "instabile" finanzielle Verhältnisse und (zu) amateurhafte Strukturen im Verband.


    Beispielhaft:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Wild

    https://www.faz.net/aktuell/sp…zahlung-ein-15639530.html


    Im Mai 2021 gab es wieder negative Schlagzeilen. Zum Hintergrund:


    Manuel Wilhelm ist vielleicht die bekannteste Person im deutschen Rugby. Er war auf nationaler Ebene ein sehr erfolgreicher Spieler, ist aktuell Sportdirektor und Vorstandsvorsitzender (Sport) im Deutschen Rugby-Verband und war/ist auch als Gründer eines deutschsprachigen Rugby-Portals, als Mitinitiator der "Oktoberfest Sevens" und als Kommentator, Co-Kommentator und Experte wohl jedem bekannt, der sich in Deutschland irgendwie ansatzweise mit Rugby beschäftigt. Man kann ihm wohl kaum fehlendes Engagement vorwerfen.


    Allerdings gibt es nun gravierende Vorwürfe gegen ihn, dass er sein Amt als Sportdirektor missbraucht habe. Die Vorwürfe wurden zunächst von zwei ehemaligen Nationalspielern - Rafael Pyrasch und Christopher Korn - erhoben. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat sogar Ermittlungsverfahren eingeleitet.


    Quellen:

    https://www.sportbuzzer.de/art…-pyrasch-manuel-willhelm/

    https://www.sportschau.de/rugb…im-rugby-verband-100.html

    https://www.zdf.de/nachrichten…-machtmissbrauch-100.html

    https://www.swr.de/sport/mehr-…-machtmissbrauch-100.html

    https://www.swr.de/sport/mehr-…schaft-ermittelt-100.html

    https://www.spiegel.de/sport/s…2a-47a6-a102-829a2c4ddd69


    Zusammengefasst laufen die Vorwürfe darauf hinaus, dass Wilhelm als Sportdirektor Einfluss darauf gehabt habe, wer Sportförderplätze (Bundeswehr) bekommt, wer Sporthilfe bekommt und wer in der Nationalmannschaft aufgestellt wird. Diese Macht habe er gegenüber den Spielern ausgenutzt, um diese u. a. dazu zu bewegen, einen Teil der erhaltenen Sporthilfe abzugeben. Er soll eine "Kultur der Angst" geschaffen haben.

    Die Dementis von Seiten Wilhelms bzw. des Verbandes sind inhaltsleer. Natürlich muss niemand zu Vorwürfen Stellung nehmen, aber jeder Beobachter darf sich seinen Teil dazu denken. Recht treffend erscheint mir nachfolgende "gemeinsame Erklärung" verschiedener Vereine


    https://www.tsv-rugby.de/php/w…utschen-rugby-verband-e-v


    Kurz nachdem Spiegel und SWR entsprechend berichtet hatten, wurde die Thematik auch in einem Rugby-Podcast aufgegriffen.


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    Die ersten knapp 19 Minuten konzentrieren sich auf diese Ereignisse. Nach einer kurzen Pause erzählt dann die ehemalige 7er-Rugby-Nationalspielerin Vivian Bahlmann über ihre Karriere.

    Sie sei zunächst nach der Schulzeit für zwei Jahre Sportsoldatin bei der Bundeswehr gewesen. Dann habe Manuel Wilhelm ihr die Stelle gekündigt, weil sie während dieser Zeit lange verletzt gewesen sei, auch wenn sie sich zum Schluss in Top-Form befunden habe. Am Tag danach habe sie eine Einladung zur Teilnahme an der Frühjahrssaison bei einem australischen Team erhalten. Diese Chance habe sie wahrnehmen wollen, zumal die Position des Nationaltrainers in Deutschland vakant gewesen sei. Da sie noch jede Menge Resturlaub gehabt habe, habe sie diesen antreten wollen, was Manuel Wilhelm (erfolglos, da sie den Urlaub nehmen musste) zu verhindern versucht habe. Sie sei pünktlich zum ersten Trainingslehrgang mit dem neuen Nationaltrainer zurückgekehrt und habe mittrainiert.

    Nach etwa einem Monat habe ihr australischer Trainer gegen Jahresende kurzfristig eine Spielerin für die Dubai Sevens benötigt. Zu diesem Zeitpunkt sei sie keine Sportsoldatin und auch sonst nicht mehr gefördert gewesen. Erneut habe Manuel Wilhelm sie angerufen und erklärt, dass er dies nicht "genehmige" und es "Konsequenzen" haben werde, wenn sie dorthin fliege. Als sie dennoch dort teilgenommen (und gewonnen) und deswegen eine Woche des Kadertrainings verpasst habe, sei sie aus der Nationalmannschaft geflogen. Hierbei sei es dauerhaft geblieben. Obwohl Nationaltrainer sie hätten nominieren wollen, habe Manuel Wilhelm sie jeweils wieder von der Liste gestrichen.


    Natürlich wäre es interessant, auch die anderen Beteiligten zum Thema zu hören. Jeder schildert die Welt aus seiner Perspektive. Allerdings klingt die Darstellung von Frau Bahlmann schon sehr differenziert.


    Wenn man das hört, ist man fassungslos.


    p. s.: Vivian Bahlmann hatte Glück, dass die 15er-Nationalmannschaft organisatorisch anders angesiedelt war, so dass sie dann zumindest dort ihre Karriere als Nationalspielerin fortsetzen konnte.

    Über eine halbe Million in Deutschland sind wohnungslos, wo sollen die ein Sofa hinstellen?

    "wohnungslos" sind Menschen, die weder über selbst genutztes Wohneigentum noch über eine mietvertraglich abgesicherte Wohnung verfügen. Weniger als 10 % der "Wohnungslosen" sind obdachlos. Die meisten Wohnungslosen verfügen daher entweder schon über ein Sofa in der Wohnung, in welcher sie sich aufhalten (z. B. bei Freunden, Familie, Wohnungsnutzung ohne Mietvertrag) oder könnten dort eines aufstellen. Bloß für die Obdachlosen wird das schwierig.

    Und genau das ist wirklich ein Problem von Löw. Er vertraut seinem Plan absolut, auch wenn 99% der anderen deutlich sehen, dass er nicht funktioniert


    Ingame Adjustments gibt es vieleicht mal in der 88. Minute.

    Mal abgesehen davon, dass man Korrelation nicht mit Kausalität verwechseln sollte: Ist das nicht eher ein Problem der (vermeintlichen) 99%?

    Vielleicht war es Löw auch gar nicht so unrecht, dass seine Mannschaft zumindest optisch in Form von mehr Spielanteilen mitgehalten hat.

    Und einen der 3 Freistöße knapp außerhalb des 16ers hätte man ja auch mal reinnageln können. :S

    Von den Kroos'schen Freistößen war ich auch etwas enttäuscht. Bei der WM hat er ja durchaus gezeigt, dass er sogar aus wesentlich ungünstigerer Position treffen kann.

    Aus medizinischer Sicht sind die 14 Tage eine Empfehlung, die man vermutlich nicht so auf die Goldwaage legen sollte. Man ist ja auch nicht am Tag X bis 23.59 Uhr noch krank und am Tag X+1 um 0:00 Uhr plötzlich gesund. Auch der Impfschutz dürfte sich kontinuierlich entwickeln. Meine Vermutung ist, dass die 14 Tage eher großzügig gewählt sind, aber da kann vermutlich die Nachfrage bei Herrn Drosten besseren Aufschluss bringen. ;)


    Abgrenzungen benötigt man eher aus juristischer Sicht. Steht da in den Verordnungen überhaupt etwas von 14 Tagen? Sofern es so sein sollte, würde ich schauen, ob es dort eine Regel zur Fristberechnung gibt. Wenn nicht, dann greift man für Fristberechnungen üblicherweise auf eine analoge Anwendung von §§ 187, 188 BGB zurück, und da wird nach § 187 Abs. 1 BGB der Tag des Ereignisses, welcher für den Fristbeginn maßgeblich ist (= Impfung), nicht mitgerechnet. Bei einer mittwochs erfolgten Impfung würde die Frist dann donnerstags um 0:00 Uhr an- und zwei Wochen später mittwochs um 24:00 Uhr ablaufen.

    ... Ein Plan B wäre nicht schlecht wenn´s mal nicht so läuft wie erwartet. ...

    Das erinnert mich daran, wie Lou Holtz (damals [Mitte der 90er Jahre] Headcoach von Notre Dame) nach einer Niederlage mal gefragt wurde, ob er denn keinen "Plan B" gehabt habe, nachdem er sehr lange an seinem ursprünglichen (lauflastigen) Spielplan festgehalten hatte. Holtz antwortete sinngemäß, dass er nicht nur einen "Plan B", sondern auch noch "Pläne C, D und E" gehabt hätte - nur sei er von denen eben weniger überzeugt, was man schon daran erkenne, dass sie nicht "Plan A" seien.

    Uhh ich befürchte da werden wir uns nicht einig. Was Klose bei der WM 2014 gespielt hat war schon nahe dran an Weltklasse. Und wie du schreibst, gerade vom Spielertyp her, fehlt er völlig aktuell


    Würde mich mal ehrlich interessieren wie man einen internationalen 71-Tore Stürmer und ich glaub WM-Endrunden-Rekord-Torschützen außer Weltklasse sonst bezeichnen soll.


    Irgendwie ist es kurios, dass ausgerechnet ich nun an die Kritikpunkte gegenüber Klos erinnern muss, nachdem ich ihn während seiner aktiven Zeit immer gegen Kritik verteidigt habe:


    Beim Vergleich erzielter Tore muss man generell sehr vorsichtig sein. Natürlich sagt die Torquote schon mal mehr als die absolute Zahl der erzielten Tore. Aber die Zeiten ändern sich auch: In den 50er, 60er und (eingeschränkt) 70er Jahren wurden generell viele Tore erzielt. In den 80er und frühen 90er Jahren wurden war Defensive Trumpf. Seit Ende der 90er Jahre fallen wieder mehr Tore. Das hängt aus meiner Sicht mit der Einführung ausgefeilter Defensivkonzepte (z. B. "Abseitsfalle" oder "Viererkette") einerseits und zunehmender Athletik und Regeländerungen andererseits zusammen.


    Kloses zahlreichen WM-Tore werden durch viele WM-Spiele und vor allem fünf Tore in einer schwachen Vorrundengruppe 2002 - darunter 3 Tore beim 8:0 gegen Saudi-Arabien - etwas geschönt. Spätestens seit 2010 war es regelmäßig heftig umstritten, ob man ihn überhaupt für die Nationalmannschaft nominieren, geschweige denn aufstellen sollte. Löw wurde insoweit regelmäßig "Nibelungentreue" zu Klose vorgeworfen. 2012 musste er sich der nach Ansicht zahlreicher "Experten" viel zu alte Klose den Platz im Sturmzentrum mit dem legendären Weltklassestürmer Mario Gomez teilen. 2014 wurde wieder heftig kritisiert, dass man einen solchen Oldie überhaupt nach Brasilien mitgenommen hat. Da mag der verklärende Blick in die Vergangenheit manches übertünchen.


    Ich betone noch einmal, dass ich Klose super fand und er aus meiner Sicht völlig zu Recht "der" Stürmer in der Nationalmannschaft war. Ich würde mir auch heute noch einen wie ihn wünschen. Er war torgefährlich, kopfballstark und zugleich ein mannschaftsdienlicher Spieler. Aber er war kein Superstürmer, um den sich die internationalen Top-Clubs gerissen hätten.


    Wer war nach Gerd Müller ein deutscher Weltklassestürmer? Da könnte man an "Kalle" Rummenigge denken, der einst für eine Rekordablöse zum damaligen Spitzenclub Inter Mailand gewechselt ist, auch wenn er sicher nicht der beste seiner Zeit war. "Flipper" Kliensmann war trotz eingeschränkter technischer Fertigkeiten vermutlich der erweiterten Weltspitze zuzuordnen. Aber schon Völler oder Bierhoff würde ich nicht mehr dazu zählen. Die haben zwar auch in der Serie A als damaliger Top-Liga gespielt, waren aber nicht die Superstars. Wo man da genau die Grenze zieht, ist aber natürlich Geschmacks- und Definitionssache.


    Bei Weltklassestürmern der letzten 25 Jahre denke ich (ohne Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit) an Spieler wie Raúl, Suker, Neymar, Tevez, Schwetschenko, Romario, Totti, Ronaldo, Christiano Ronaldo, Drogba, Ibrahimovic, Messi, Henry, Lewandowski, Ronaldinho.

    Hust...Klose..Hust

    Ich war immer ein Sympathisant von Klose, habe seine (sehr umstrittenen) Nominierungen befürwortet und halte ihn nebenbei für einen "feinen Kerl". Aber Miro war kein Weltklassestürmer. Trotzdem hätte ich einen wie ihn gerne mit dabei.


    Für mich auch eindeutig Löw mit seiner sturen Beibehaltung der 3-er Kette der Verliere des Spiels. Man hat deutlich gesehen die 3 vorne stehen sich nur auf den Füßen rum, keiner kann seine Stärken ausspielen und auf den Flügeln war gähnende Leere. Er kann sich ja gerne mal bei der Frankfurter Eintracht Nachhilfe holen wie man eine 3-er Kette spielt, da brauch ich zwei Außen die 90 Minuten die Linie auf und ab laufen, das hab ich weder von Gosens noch von Kimmich gesehen. Auch haben die sich nach meinem Gefühl viel zu defensiv angeboten, im Spielaufbau einer Dreierkette ziehen die beiden äußeren IV´s nach außen und die AV´s nach vorne, auch das gab es gestern nicht. Zudem mit 7 eher defensiven Spielern hinten so anfällig zu sein verstehe ich nicht. Und nach vorne halt alles durch die Mitte teils mit 1-2m Pässen die man sich auch sparen hätte können, ist doch von vornherein zum scheitern verurteilt.


    Insgesamt kam es mir so vor als spielt man die Dreierkette ohne aber irgendeinen Plan zu haben wie man gegen defensive Mannschaften eine Dreierkette zu spielen hat. Und da erwarte ich von einem Weltmeistertrainer doch mehr, insbesondere, dass er taktisch reagiert wenn es eben nicht funktioniert.

    Da möchte ich einfach mal vorsichtig widersprechen.


    Wir haben schon ausführlich über die individuellen Qualitäten geschrieben, und da haben die Franzosen aktuell einfach mehr "Unterschiedsspieler". Daran kann auch Löw nichts ändern. Es wurde auch schon angesprochen, dass man im Club über lange Zeiträume andere Konzepte einstudieren kann als in wenigen Tagen/Wochen mit der Nationalmannschaft. Was also soll Löw tun?


    Variante 1) Offensivkonzept wie von Dir vorgeschlagen mit "stürmenden Außenverteidigern". Mein Tipp: 1:5-Niederlage. Wir werden von den schnellen französischen Stürmern einfach gnadenlos ausgekontert, weil unsere Abwehrspieler zu langsam (und dann zusätzlich häufig noch in Unterzahl) sind. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir - anders als 2014 - einfach nicht die Spieler haben, um das Konzept gegen gute Kontermannschaften durchzuziehen. Vielleicht greift Löw gegen Ungarn zu dieser Variante.


    Variante 2) Defensivkonzept wie von mir erwogen. Mein Tipp: Knappe Niederlage. Die Franzosen können zwar dann nicht so sehr kontern, wie sie es mögen, aber dafür sind sie im Schnitt näher am Tor der Deutschen und werden durch individuelle Klasse irgendwann zum Erfolg kommen. Aber man hat wenigstens die Hoffnung, den Gegner zu locken und dann vielleicht selbst zu kontern.


    Variante 3) Mischkonzept a la Löw. Man bemüht sich um Absicherung, ohne komplett auf Offensive zu verzichten. Das Ergebnis war durchwachsen, weil häufig der "letzte Pass" nicht gesessen hat.


    Letztlich: Wir haben gegen einen etwas besseren Gegner gespielt. Unsere Spieler hatten auch individuell trotz erkennbaren Engagements überwiegend nicht ihren besten Tag. Wir haben 0:1 verloren. Ist das nicht ein völlig normales Ergebnis? Es muss doch nicht immer jemand "schuld" sein. Das ist - etwas überspitzt formuliert - so, wie wenn Bielefeld bei den Bayern 0:1 verliert und der Reporter den Arminia-Trainer anschließend fragt, woran es gelegen hat und ob er nicht die falsche "Taktik" gewählt hat.

    Das DFB Team ist ganz nett, aber im kompletten Kader gibt es nicht einen Spieler dem ich zutrauen würde im entscheidenden Moment das Spiel mit einer überragenden Einzelaktion zu drehen.

    Ich habe eine ähnliche Tendenz, aber so extrem würde ich es nicht beurteilen. Wir haben eine ganze Reihe von Spielern, die mal für eine überragende Einzelaktion gut sind, z. B. Havertz, Sané, Müller oder Kroos. Wir haben bloß keinen, der das mit der nötigen Konstanz hinbekommt.


    Ein Beispiel: Bayern München hat sicher in der Bundesliga den besten Kader und vor knapp einem Jahr die CL gewonnen. Man darf durchaus annehmen, dass die Bayern-Offensive etwas taugt. Mit Sané, Gnabry und Müller sind auch drei wichtige Offensivkräfte in der Nationalmannschaft dabei, "verstärkt" durch Volland, Werner und (hoffentlich bald wieder) Hofmann. Aber es fehlt ein Lewandowski, der (gefühlt) fast immer für mindestens ein Tor gut ist. Er ist (neben Neuer) nicht ohne Grund der Top-Verdiener in der Bundesliga. Den kann man sich nicht backen.


    Es fällt nur leider auf, dass Deutschland schon ewig keinen herausragenden Stürmer mehr hat. Die letzten, für die es auch international größeres Interesse gab, waren wohl Rummenigge und Kliensmann. 2014 war man einfach insgesamt auf so vielen Positionen überragend besetzt, dass es dennoch zum WM-Titel gereicht hat.

    Gibt es da auch sowas wie Abnahmeverzug? Wenn man die Ware 30 Jahre für den Verkäufer lagern muss, entstehen dadurch ja u.U auch Kosten.

    Es gibt auch Gläubigerverzug (= Annahmeverzug), § 293 ff. BGB. Dazu muss man die Sache wie geschuldet anbieten (§ 294 BGB). Was genau geschuldet ist, hängt davon ab, ob es sich um eine Bring-, Schick- oder Holschuld handelt. Allerdings hat der Annahmeverzug ohnehin nur sehr beschränkte Rechtsfolgen. Beispielsweises haftet man dann nur noch für qualifiziertes Verschulden (Vorsatz/grobe Fahrlässigkeit), § 300 BGB. Die Ware weiterveräußern darf man immer noch nicht.

    Das liefe bei uns wohl eher umgekehrt, weil ich im Normalfall koche.


    Der Chief ist Richter, da zählt nur 'schuldig' oder 'nicht schuldig' :mrgreen:

    So isses! ^^

    Gibt es denn eine Frist, nach der die Ansprüche des ursprünglichen Verkäufers auf die Sache verjährt sind und man in jedem Fall verkaufen kann?

    Wenn man davon ausginge, dass der Verkäufer noch Eigentümer der Ware wäre, hätte er einen Herausgabeanspruch aus § 985 BGB, der erst nach 30 Jahren verjährt. Ich denke aber, dass man (zumindest in der Regel; anders z. B. bei Eigentumsvorbehalt) von einer Übereignung (auch) der "falschen" Ware an den Käufer ausgehen sollte.


    Dann dürften alle in Betracht kommenden Ansprüche (beider Parteien) den allgemeinen Verjährungsregeln unterliegen. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB) und beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den anspruchsbegründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis (oder grob fahrlässige Unkenntnis) hat (§ 199 Abs. 1 BGB). Letzteres sollte in einem derartigen Sachverhalt kein Problem darstellen, so dass bei einem Vorgang aus 2021 die Verjährung grundsätzlich am 31.12.2024 um 24:00 Uhr einträte. Das gilt allerdings nur, wenn keine Verjährungshindernisse auftreten (§§ 203 ff. BGB), z. B. Verhandlungen oder Mahnbescheid oder Klageerhebung. Da es z. B. bei Klageerhebung auch Rückwirkungen gibt (§ 167 ZPO), sollte man sich nie zu früh zu sicher sein. Es kann leicht passieren, dass man erst Wochen oder Monate nach vermeintlichem Ablauf der Verjährungsfrist von einer noch rechtzeitig eingelegten Klage erfährt.

    Hast du das alles im Kopf oder schaust du da in die gesetzesbücher rein, damit du die ganzen Paragraphen direkt griffbereit hast?

    Teils-teils. Grundsätzlich muss man auch als Jurist nicht tausend Paragraphen im Kopf haben, sondern schaut ins Gesetz und ggf. in den Gesetzeskommentar. Aber wie in jedem anderen Fachgebiet merkt man sich auf Dauer das, was häufig vorkommt. Kompliziert werden dann die Details und die Sonderkonstellationen.