Beiträge von Donatello

    Meine Top 10 sind dieses Mal:


    1. Litauen

    2. Island

    3. San Marino

    4. Frankreich

    5. Schweiz

    6. Finnland

    7. Portugal

    8. Italien

    9. Aserbaidshan

    10. Bulgarien


    Der deutsche Beitrag war nicht so prickelnd. Schrill wie einst Jedward aus Irland und mit dieser merkwürdigen Victory-Hand, wo der Zeigefinger stets abknickte. Ist wie immer Geschmacksache, ich liege ja regelmäßig daneben. :)

    Runde 2 #64 Kyle Trask, QB, Florida

    Vorweg sei gesagt: Ich bin kein Experte und mir ist durchaus bewusst, wie viel mehr Ahnung die Scouting Abteilungen der NFL im Vergleich zu mir haben. Dennoch, und ich muss es so sagen, der Trask Pick war mein absolutes Horrorszenario an #64. Zunächst einmal hatte ich Trask als QB 7 oder 8 dieser Klasse und zum anderen verstehe ich die strategische Herangehensweise des Front Offices nicht.


    Man kann sich ja immer über Personal und Strategien streiten, finde ich besser als wenn alle der gleichen Meinung wären. Nur hier bei Trask will ich nochmal einhaken, weil diese Form der absoluten Beurteilung über jemand, der in der NFL genau null Snaps absolviert hat, mich an meine früheren Jahre erinnert. Gerade auf dem Sektor "QB" habe ich mittlerweile alles erlebt, weshalb ich mit absoluten Urteilen sehr vorsichtig geworden bin. Nehmen wir mal den Punkt 'Armstärke', bei dem man ja Trask andichtet, dass er sie nicht hätte. Das ist aus meiner Sicht ein Fehlurteil. Er kann sehr wohl tiefe Pässe spielen, auch mit 'zip', wenn es die Situation erfordert. Vermutlich wird er Josh Allen mit seinen Ü60 Würfen nicht toppen, aber braucht man das wirklich? Wie oft sind solche Pässe erfolgreich, wenn man nicht gerade Rodgers heißt, bei dessen Hail Marys die Defender vor Ehrfurcht in Ohnmacht fallen? Oder muss man seinen Receivern das Ei so auf den Brustkorb feuern wie einst Favre ohne Waffenschein? Aus der jüngeren Vergangenheit sei an Prescott erinnert, dem man auch einen schwachen Arm attestierte. Und? Was stimmt davon wirklich?

    Ich halte da ganz andere Attribute neben der körperlichen Physis für wichtig, um in der NFL eine Chance zu haben und das sind Übersicht, Spielintelligenz (Defense lesen, Defense täuschen etc.), Lernbereitschaft, Beinarbeit, Ball-Hand-Kontrolle und nicht zuletzt den Release. Alle QBs der NFL, die länger als 3, 4 Jahre starten, haben diese Attribute verinnerlicht und fallen nicht damit auf, dass sie mittels Armkraft eines Speerwerfers besondere Highlights schaffen. Auch hier nicht falsch verstehen, die armstrength ist schon eine feine Hilfe für Präzision, oder passende Flugkurve, aber es ist nicht entscheidend.

    Schaut man sich Trask und sein Spiel an, so sehe ich keine Bogenlampen à la Freeman oder Gunslinger Pässe durch die Augen eines Maulwurfs, wie bei Winston. Viel mehr sieht man sehr oft völlig freie Anspielstationen, die er aber auch auf den Punkt trifft. Dabei mussten sich Pitts und Co nicht unmenschlich verrenken, um dank ihrer Genialität, die Pässe zu verarbeiten. Trask gehörte in Florida zu einer nahezu perfekt funktionierenden Mullen-Offense und hatte einen nicht unwesentlichen Anteil am Gelingen. Nicht umsonst wurde er für die Heisman-Trophy vorgeschlagen.


    Kommen wir mal zum Pick an sich. Ein Horrorszenario an #64 lieber Ohana, ist schon sehr weit ausgeholt, selbst für einen Kicker klingt mir das zu martialisch. Es ist ja nicht so, dass Trask eine totale Nulpe wäre, seine Workouts vernichtende Kritiken bekamen oder das psychologische Gutachten jegliche Tauglichkeit absprach. Im Gegenteil, mental ist Trask sehr gut belastbar, er ist ein absoluter Leader-Typ, emotional, aber nicht unkontrolliert. Dagegen stehen einige durchaus schwere Verletzungen in jungen Jahren, aber die top Leistungen kamen danach und nicht wie bei vielen anderen Prospects in der Highschool. :)

    Nun ist mir ja klar, dass kaum eine Position so unterschiedlich analysiert wird wie die des QB, auch oft emotional. Ich will da auch gar nicht in die Tiefe gehen und die Gründe für eine derart starke Ablehnung eruieren, die Wahrheit zeigt uns eh die Zeit. Und wenn die vergangen ist, haben wir schon wieder ganz andere Themen im Blick. Aber es ging ja auch um die strategische Herangehensweise ...

    Ich bin hier mit Touchdowner konform, die Rolle des QB ist so immens wichtig, dass man in der Position in der die Bucs bei dieser Draft standen, nutzen muss, um ein mögliches QB-Talent an #64 zu schnappen. Für jedes vermeintliche Startertalent hätte man in Runde 1 uptraden müssen und darin sah man keine Notwendigkeit. Wir messen hier mit dem Wissen diverser Mockdrafts oder Experten, die ihre Rankings mit Infos von Scouts und vieler mehr oder weniger ernstzunehmenden Quellen aufbauen. Die sagen ja auch, dass Tryon nie im Leben einem Firstrounder entspräche, die Scouts der Bucs führten zu einem anderen Urteil. Wobei man Tryon ja durchaus an overall #55 gesehen haben kann, nur bis zur #64 reicht es dann nicht mehr.

    Mit #32 kann man bei einer Draft keine Bäume ausreißen und mit Teams kongurieren, die in den Top 10 picken oder zweimal in Runde 1 das Zugriffsrecht haben. Aufgrund der Offseason FA muss man die Bucs-Draft eher als Zugabe verstehen. Irgendwelche Needs gibt es immer, in unserer Situation augenscheinlich Passrush und Cornerback, allerdings alles keine Prioritätenstufe 1, wo man einen Starter sucht. Eine Position davon konnte man bereits im Vorfeld ganz gut anvisieren, weil dafür mehrere Spieler infrage kamen und mit Tryon einer, den man gut aufbauen kann, ohne auf schnellen Nutzen verzichten zu müssen. Die meisten Experten sagten einen DE/ Edge per Mock voraus, es war einfach die logischste Möglichkeit. Die CB-Klasse dagegen ist schwer zu beurteilen, einige Talente muss man erst intensiver testen, um zu sehen, wo im defensiven Backfield ihre Zukunft liegt. Hier ist die Gefahr an #32 daneben zu greifen weitaus höher und wenn die Einschätzung dahin geht, dass die vorhandenen Spieler gut genug sind, dann haben zumindest die Playoffs keine gegenteiligen Argumente erbracht. Auf #64 drängte sich nach meiner Beurteilung kein CB Prospect so sehr auf, dass man den Trask-Flyer nicht hätte unterlassen müssen. Die unmittelbar danach gedrafteten Mond (Vikings) und Mills (Texans) zeigen, dass Trask vermutlich keine Sekunde zu früh ausgewählt wurde.


    Trask findet in Tampa alles vor, was ein QB Talent braucht. Er hat Zeit, kann sich vom vermeintlich besten QB aller Zeiten eine Menge abschauen und hat mit Arians/ Leftwich nicht die schlechteste Trainer-Combo. Ob er NFL-tauglich ist, wird die Zeit zeigen und die Situation, in der er liefern muss. Wenn Draft-Ikone Boylhart ein wenig an Andrew Luck erinnert wird, dann klingt das ja nicht so schlecht, wobei Vergleiche immer hinken. Allen voran der mit Brady, denn das ist der beste Beweis dafür, wie neben sämtlichen Experten auch alle 32 Teams ein Talent unbeachtet liegen ließen, ehe sich die Pats seiner erbarmten, ohne zu wissen was das für ihre Franchise bedeuten würde.

    Der einzige Pick, der mir nicht so recht gefallen will, ist Chris Wilcox. Hat zwar ne 40er Fabelzeit, aber Turnover zu kreiieren, gehört nicht zu seinem Repertoire. Diese Position hätte ich gern früher bedient gesehen, so ist es letztlich nur ein Safepick vor den UDFAs.

    Bei Tryon würde ich gern wissen, ob es Trade-Angebote gab oder ob man darauf keinen Wert legte, weil das Objekt der Begierde schon mehr oder weniger feststand. Letztlich ein vernünftiger Pick, den kann man schon sehr gut in bestimmten Situationen einsetzen.


    Am meisten wurde erwartungsgemäß der Trask-Pick attackiert, wobei ich gehofft hatte, dass die Wahl auf ihn fällt. Als Gilles den Pick nach seiner sehr schönen Lobrede nannte, hatte ich tatsächlich Gänsehaut. :) Die nächsten 5 Picks hätte er sicher nicht überlebt. Ohne echte Needs wäre es für meine Begriffe töricht gewesen, an Position #64 nicht wenigstens den Versuch zu unternehmen, einen der in diesen Regionen gerankten QBs anzuvisieren. Natürlich kann man den Spieler kritisch sehen, Licht hat für ihn kein Uptrade rausgehauen, er hat ihn einfach 'on the clock' abgegriffen. Und das ist eben okay, auch wenn die Chancen, dass Trask den Übergang von Brady 1:1 schafft, mit statistischem Wissen nicht so hoch sind.

    Trask ist keiner dieser extrem beweglichen QB-Typen, trotzdem halte ich ihn für physisch gut gewappnet. Er muss auf NFL-Niveau in einigen Belangen einen Tick schneller werden, was natürlich die Fehlerquote beeinflusst. Und er benötigt eine stabile Pocket, genau wie Brady selbst. Dennoch, seine gehypten College-Receiver/ TE Pitts, Toney und Grimes haben sich die Pässe nicht selbst zugeworfen, bei all derem Glanz gehört auch ein QB dazu, der das Spielgerät in ihre Richtung befördert. Und was nicht unerheblich ist, Trask ist mental sehr stabil. Habe einige Spiele von ihm gesehen - auf College-Niveau sehr smart, cool und emotional wie ich es haben will.


    Den langjährig zugehörigen Bucs-Fans muss man in Sachen QBs nichts mehr erklären, wir haben alles gesehen und erlebt, vor allem ist die Historie an selbst gedrafteten und gescheiterten Franchise-QBs sehr lang. Darum genießt man natürlich die begrenzte Zeit mit einem Brady, zumal man in der eigenen Division seit Jahren zu sehen bekommt, wie man es einfach besser macht. Auch die Zeit mit Brady wird nicht ewig andauern, ich gehe von maximal 2 Jahren aus, und danach muss es natürlich weitergehen. Wäre klasse, wenn man dann bereits diese Personalie geklärt hat und sich wichtigeren Themen annehmen kann. Wenn nicht, dann werden wir weiter suchen, vorzugsweise in Runde 1.

    Da ja hier jetzt die Regie an das Zeitmanagement der Bahn übergegangen ist, kann ich noch ein paar Worte zum letzten Bucs-Pick verlieren. In Runde 4 gab's einen Allrounder für die O-Line und Royce Newman von den Ole Miss Rebels ist vielseitig verwendbar, wobei das Talentlevel eher einem Guard als Swing-Tackle entspricht. Über diese Position habe ich mir schon länger Gedanken gemacht, aber wirklich gute Prospects sind dieses Jahr rar gesät. Die Anforderungen sind zudem hoch, denn mit Marpet, Cappa und Center Jensen verfügen die Bucs über die vielleicht beste Interior Offensive Linemen-Gilde der NFL. Dazu muss man noch Ersatzmann Stinnie zählen, der den verletzten Cappa in den Playoffs stark vertrat. Kommende Saison ist Stinnie UFA und möglicher Weise kaum zu halten. Da kann es nicht schaden, einen nächsten Ersatz zu haben, der bereits auf NFL-Einsätze verweisen kann.
    Mir fiel auch der inzwischen gepickte David Moore von Grambling State auf, aber irgendetwas in mir sträubt sich bereits beim reinen Anblick dessen Statur. Wenn man mal so die O-Lines der NFL Teams am geistigen Auge vorbeiziehen lässt - ein Klotz diesen Ausmaßes ist mir einfach nicht eingefallen. Bin trotzdem gespannt, wer sich diesen Burschen holt und ob er einen Rosterspot schafft.


    Mein Wunschspieler wäre DT Jaylen Twyman von den Pitt Panthers gewesen, aber der ging leider kurz vor mir an Bilbos Jaguars. Erstaunlich, dass dieses Bankdrückmonster so lange nicht berücksichtigt wurde. Allein pure Kraft ist kein Garant sich zu behaupten, aber damit kann man schon mal arbeiten. Twyman ist ein guter Athlet und mit richtigem Coaching, kann er es in der NFL einige Jahre aushalten.

    Auch der dritte Spieler meiner Draft ist nicht so eindeutig einer Position zuzuordnen. Felton ist eher eine variable Offense-Waffe und nicht zuletzt als Returner brauchbar.
    Wäre Trask hier noch verfügbar gewesen, so hätte ich ihn picken müssen. Aber es besteht ja kein Zwang für einen QB und daher entschied ich mich für einen Spieler, den ich eigentlich später auf dem Zettel hatte, aber dessen Name immer häufiger sehr früh auftaucht. Felton ist ein kleines Juwel, sehr antrittsstark, gute Moves, starke Hände, schwer zu fassen, eher ein Slot-Receiver als RB.


    Mit Jones und Fournette haben wir ein brauchbares RB Duo, dazu kommt noch Vaughn aus der letzten Draft, von dem ich mir den Durchbruch erhoffe. Da wäre es wenig sinnvoll gewesen, einen ähnlichen RB-Typ zu draften, außer man kann in die Zukunft sehen und Verletzungen erahnen. Felton kann hier eingesetzt werden, ist mir aber nicht kräftig genug im Bein, er braucht Anlauf bei den Handoffs und ist kein 3-down Back. Als Receiver hat er mich ordentlich beeindruckt, unglaublich schwer abzudecken, ein Typ für kurze schnelle Pässe und die nicht unwichtigen yac. Für Brady genau der passende Spielertyp, schnell anspielbar und sehr fangsicher. Da wo Miller noch Separation vermissen lässt, da ist Felton schon mit Ball unterwegs. Leider nicht ganz so pfeilschnell wie Tyreek Hill, aber dann hätte ich ihn an dieser Position mit Sicherheit nicht bekommen. Bin sehr gespannt, wann Felton in real gedraftet wird. Wenn so einer noch zur Bucs Offense käme, dann wäre der Spaß schon vorprogrammiert.

    Da konnte ich nicht widerstehen, nach Winfield Jr. nun noch den Spross von Alex Molden, seinerzeit Mitte der 90er Toppick der Saints auf CB. Habe mich letztes Jahr schon geärgert, den Winfield nicht so recht auf dem Schirm gehabt zu haben und nun fällt mir Molden quasi in die Hände. Er ist etwas kurz geraten, aber unser aktueller Starter Whitehead ist auch nicht größer, steht im Vertragsjahr und wird aller Voraussicht nach nicht sehr weit oben auf GM Lichts Prioritätenliste stehen. Dafür kann man Ersatz gebrauchen, sowohl als FS, Nickel oder in den eher mäßigen Special Teams.


    Molden war bei den Huskies ein echter Leader, ein Ballhawk wie er der Bucs Defense besser nicht zu Gesicht stehen könnte, hohen Football IQ, stark im Slot, eine Variante NB/ FS. Man sieht ihm seine Giftigkeit nicht gleich an, aber wer ihn hat spielen sehen und nicht wenigstens Gefallen gefunden hat, der kann weiter seine Rolle als Klingelmann im Rollstuhl bei "Breaking Bad" spielen. Für mich ein absoluter Steal, da interessieren mich die eingetauschten late picks weniger. Einer davon war sowieso als Trademunition geplant, nun hat es die Situation entsprechend ergeben. Klasse statt Masse, nicht ganz die Prämisse von unserem ehemaligen Picksammler Jo, aber die Big Sleeper kommen ja erst noch. :mrgreen:

    Und, ganz wichtig: Ossai will sich auch entwickeln lassen. Für mich nicht ganz in der Region, in der ihn Steffen gepickt hat, aber enorm viel Upside.

    Für mich auch nicht in der Region, wo dieser Steffen seiner Grabscher ausgefahren hat, aber um die Value Krone habe ich mich noch nie beworben. :mrgreen:
    Bin da mit deinen Einschätzungen d'accord, denke auch, dass Ossai noch etwas Zeit braucht und entsprechend gecoacht werden muss. All das ist bei den Bucs vorhanden, er kann von JPP und Barrett lernen und wenn es um flinke Füße geht - Larry Foote, ehemaliger Steelers LB und jetzt LB Coach, ist ja auch noch da.


    Natürlich habe ich Rousseau vor Ossai gerankt, glaube kaum, dass er so weit slidet. Aber vom Gefühl her, mag ich meinen Pick in Verbindung mit dem leichten Downtrade immer mehr. Meine Alternative war Moehrig, kann das erst jetzt erwähnen. Es war eine schwere Entscheidung, aber da wir zuletzt gut auf `S`gedraftet haben, wollte ich Ossai nicht vorbeiziehen lassen. Der Pick mit Blick auf unsere Depth und die Vertragssituation wäre vielleicht taktisch daneben gewesen, BPA hin oder her. Das löse ich etwas anders ...

    Ungewohnt spät steigen die Buccaneers in diese Mock Draft ein und es wird auch bei mir ein Passrusher, Edge, OLB, wie auch immer. Es gibt natürlich immer Baustellen, selbst wenn ein SB Sieger alle Starter hält, ausruhen kann man sich nie. Und man kann nie genug Spieler besitzen, die in der Defense Druck ausüben, speziell die Buccaneers haben im Laufe der letzten Saison gezeigt, wie man jeden QB mittels Dauerfeuer außer Gefecht setzen kann. Todd Bowles, DC und heimlicher Vater des Erfolgs, hat ein kleines Spielzeug verdient und Ossai ist genau der passende Spielertyp für diverse Blitz Schemata und als kommender Ersatz für JPP, Mr. Krabs himself, der Feuerwerkskörper in den letzten Playoffs. Gholston, Suh und JPP sind zusammen 100 Jahre alt, kommendes Jahr alle FAs und sicherlich nicht wie Brady konservierbar. Es muss also Nachwuchs her und Ossai erscheint mir maßgeschneidert. Für mich nicht so recht 1st round grade, noch etwas zu schmal für einen NFL-End, wo mir Drew, die alte Boyle, unbedingt zustimmt. Das Gesamtpaket gefällt mir, Value mal außen vor, dafür habe ich immerhin noch etwas Draftmunition erobert (sehr anstrengende und schwierige Verhandlungen mit den Jets :mrgreen: ). Keine ellenlange Krankenakte, keine Storys abseits des Spielfelds und athletisch, technisch sehr vielversprechend - ich wurde gezwungen. ;)

    Da muss man meiner Meinung nach aber strikt trennen: Mahomes KANN laufen, wenn er muss. Er schlägt Dich aber auch durch die Luft.

    Na mich schlägt er gewiss, wobei, wenn ich mir Mühe gebe ... :mrgreen:


    Mahomes hat mich bisher genauso beeindruckt, wie die meisten von uns. Selbst im SB gegen die Bucs hatte ich noch Angst vor ihm, als der Vorsprung schon ausreichend erschien. Er ist in der Lage die unglaublichsten Pässe anzubringen, beherrscht Wurftechniken, wo sich die meisten die Arme oder Handgelenke brechen würden. Über sein Können müssen wir nicht diskutieren, auch nicht über die läuferischen Fähigkeiten. Nur bei Letzterem ist die Gefahr zunehmend größer geworden, dass es Verletzungen geben könnte. Mir ist es daher lieber, wenn der QB meines Teams seine Beweglichkeit um die Pocket herum nutzt und nicht den Flitzemann macht und am Ende mit dem RB um die meisten rushing yards konkuriert.

    Rodgers war ja so einer, der gleich 3 Jahre hinter Favre warten musste, bis er endlich aufs Feld durfte. Sicherlich hat er sich hier und da ein paar Dinge abgeschaut, aber wenn er nicht in besonderem Maße NFL-tauglich wäre, dann würde heute keiner mehr über ihn sprechen. Diese Tauglichkeit kann man schwer vorhersehen, denn es ist eine Mischung aus Athletik, Talent, Work Ethik/ Psyche und der körperlichen Belastbarkeit. Natürlich ist es ein krasser Nachteil als Rookie sofort hinter einer Gurken-O-Line zu starten, aber ich glaube auch trotz dieser Umstände, ein echter Franchise QB, den die Bucs seit Ewigkeiten verzweifelt gesucht haben, setzt sich früher oder später in Szene. Viele vorhergesagte Topstars scheitern nicht an technischen Defiziten, es sind eher die Defizite im Kopf. Und genau das kann man mit dem Clipboard nicht erlernen oder sich abschauen, dass muss man mitbringen oder begreifen und verinnerlichen.
    Sollte Brady mittels Draft mit einen möglichen Nachfolger konfrontiert werden, so wäre es für diesen eher wichtig, lernwillig zu sein und zu beobachten was Brady neben dem Spiel
    ausmacht, wie er trainiert, sich ernährt und warum er eine so große Ausstrahlung auf andere Personen ausübt. Technisch und athletisch ist Brady sicherlich nicht die #1 der NFL (auch vor 20 Jahren nicht), aber im Gesamtpaket erreicht ihn keiner und dazu zählt eben ganz besonders ein funktionierendes Team aus Offense, Defense und Special Team, was als solches auftritt, sich an Brady hochzieht und ihn selbst bei einem schlechterem Auftritt aus der Patsche hilft. Man sieht ja selbst jetzt in der Offseason, keiner will wirklich weg aus Tampa, Brady hat alle überzeugt, jeder will weiter dazugehören.


    Nebenbei bin ich der Ansicht, dass QBs mit einem großen Hang zum Scrambling eher kurzfristig Erfolg haben könnten, die Gefahr der Verletzungsanfälligkeit ist bei der hohen Geschwindigkeit des Spiels einfach zu groß. Da sehe ich auch das Problem bei Mahomes, der begnadet talentiert ist, aber ich habe immer das Gefühl, dass irgendein Lauf mal gefährlich ins Auge gehen könnte. Lamar Jackson und auch Trevor Lawrence leben noch mehr vom eigenen Laufspiel, die Frage ist nur, wie lange geht das gut? Und was taugt dann mein Backup, der sich hoffentlich nicht zu viel vom Scrambling abgeschaut hat. :mrgreen:

    Ich als Bucs-Fan bin wirklich am überlegen, ob es sinnvoll wäre an 32 auf QB zu gehen. Dieser könnte 2 Jahre hinter Brady sitzen und lernen.

    Die Frage ist eher was kann man mit Brady erreichen, gibt es Spieler dieser Draftklasse, die bei einem weiteren Superbowl-Anlauf unmittelbar nützlich wären? Diese Backup-Lernphase ist für mich kein Kriterium für einen frühen Pick, ich glaube auch nicht, dass es besonders hilfreich wäre. Brady braucht keinen Hufe scharrenden Jungspund an der Seite, dass würde eventuell die Chemie negativ beeinflussen. Etwas anderes ist es, wenn die Top Prospects unterschiedlich gerankt werden. Machen wir uns aber nichts vor, seit Mahomes in der NFL ist, hofft jeder, so ein Juwel auch zu finden. In der realen Draft werden daher die top gerankten QBs sehr zeitig vom Board gehen, bei Mockdrafts mag das erfahrungsgemäß anders aussehen.

    Noch ein paar Worte zu Quez Watkins, der mir Anfang Runde 5 in die Hände fiel. Nach gut 100 Picks Sendepause, hatte ich nicht damit gerechnet Watkins noch bekommen zu können. Andererseits ist die WR-Klasse dieses Jahr schön tief, da sind dann besondere Vorlieben gefragt.
    Nach dem zu erwartenden Abgang von Wandersmann Perriman zu den Jets, wird noch ein dritter Receiver gesucht, der neben Evans und Godwin bestehen kann. Gerade weil die beiden viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist es wichtig weitere effektive Waffen im Köcher zu haben. Watkins ist verdammt schnell, sehr vielseitig einsetzbar (auch als Returner), besonders für vertikale Routen prädestiniert. Den Edelman-Typ für kurze Slants haben wir schon, wobei Watkins auch dabei zu gebrauchen ist. Sein Nachteil ist hier die benötigte Separation, denn in engster Begleitung Bälle zu fangen, behagt ihm weniger. Wenn er das in den Griff bekommt, kann er eine ganz große Nummer werden, egal wer in draftet. Mit Brady hätte er zumindest keinen schlechten Passgeber, da darf man schon mal die Flanke durchsprinten. Eine seiner Spezialitäten sind Bälle über die Schulter zu fangen und dann ohne Speedverlust durchzuziehen. Wäre auch was für Winston gewesen, jetzt wo er sogar seine Receiver sehen könnte. :mrgreen:

    Steffen cmon, der war ja nun wirklich für @Earl Piggot reserviert ;)

    :mrgreen: Darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, Olson war nicht meine erste Wahl, da haben mir Ravens als auch Dolphins einen Strich durch die Rechnung gemacht.Aber ich werde damit leben können, ILB kann man immer gebrauchen, hier zunächst ST und zweite Reihe. Olson ist auf jeden Fall gut zu coachen und Besitzer sämtlicher Awards, die man nicht unbedingt haben muss. Aber das kann sich ja ändern, ich sehe da ne Menge Potential in der NFL. Körperlich genügt es den Anforderungen, ich wollte hier keinen begabten Zwerg haben, der dann vom Gegenspieler versehentlich übersehen wird. Sehr, sehr hoch springen kann Olson, ich glaube es gab beim gesamten Combine nur einen der höher sprang. Dazu ist er schneller als Earl, produktiv und hat nach meiner recht dünnen Recherche durchaus nötige Instinkte. Bevor mir ein dahergelaufener small school Experte dazwischen funkt, greife ich hier schon Ende Runde 5 zu. :mrgreen: