Beiträge von Robbes

    Und solange Julian Reichelt das Verkünden doof findet , hat man alles richtig gemacht. ;)

    Aber der ist auch auf dem Baum groß geworden das er quasi dem DFB unterstellt das man vorher nicht die Spieler informiert haben sollte.


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    Bei dem ist aber auch echt der komplette Dachstuhl ausgebrannt…

    Übrigens die nächste Verkündung. Von wegen Hummels ist nicht dabei…

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    …bei der Aussage bin ich ehrlich gesagt immer noch skeptisch. Man gibt doch keine ja/nein Entscheidung in die Hände von Nagelsmann bzw. Rangnick, wenn es einen (verfügbaren) Kandidaten gibt, den man lieber haben möchte :madness

    Naja, man kann sich ja vorher schonmal nen Korb geholt haben, aber nachdem alle anderen Optionen weg sind vielleicht nochmal anfragen…

    Warum? Letztendlich geht's doch genau darum. Die Halle voll zu kriegen und möglichst viel Reibach damit zu machen, ansonsten kommt man ja gar nicht mehr zu diesen internationelen Events. Machen wir uns doch nichts vor. Niemand kommt nach Europa, Puerto Rico oder Australien einfach nur, weil es da schön ist.

    Das bezweifelt doch auch keiner und natürlich kommen die nach Europa um ihren Markt auszuweiten.

    Aber ich stelle mir gerade Nobbi Dickel vor, wie er vor einem Spiel im Westfalenstadion begeistert verkündet, dass die letzte Preiserhöhung dazu geführt hat, dass man noch nie so viel Geld mit einem Spiel verdient hat…Ich würde da einen eher verhaltenen Beifall erwarten :mrgreen:

    LOL. Letztes Jahr hieß es noch "schafft die Jurys ab".

    Beides hat seine Berechtigung. Und beides ist wichtig, damit der Contest bestehen bleibt.

    Ich meinte jetzt nicht die Bewertung für Kroatien oder die Schweiz, aber zumindest haben die Loyalitätsanrufe nicht für eine (Fehl)Entscheidung an der Spitze gesorgt.

    Vielleicht ist dir sogar aufgefallen, dass ich selbst nicht mal klar gesagt habe, ob ich nun dafür oder dagegen bin. Das liegt letztendlich natürlich an der Ausgestaltung dieses Gesellschaftsjahres. Mir ist es jedenfalls zu einfach in einer Demokratie jeden Vorschlag direkt bei Seite zu wischen nur weil er vom politischen Gegner kommt.

    Ich gehe jetzt nur noch kurz auf deine letzten beiden Punkte ein, den Rest lasse ich stehen, weil du es dir hier wirklich zu leicht machst und dein Vorwurf Unsinn ist.

    Es kommt von der CDU, aber ich bin nicht per se dagegen, weil es von der CDU kommt, sondern weil ich die Idee und die Ausgestaltung dieser im CDU Gedanken für komplett falsch halte. Das gleiche würde auch für so ein Konzept von einer anderen Partei sein. Sieht man dann noch die aktuelle Geisteshaltung der CDU, dann weiß man, dass es eben keinen sozialen Grundgedanken haben kann. Wie bereits oben angesprochen, fehlt es ja an einem kompletten Konzept zur Stärkung der angesprochenen Bereiche.

    Per se kann man über alles sprechen und sicher auch über ein Gesellschaftsjahr, aber ich lehne jede nicht notwendige Ausnutzung junger Schulabgänger aufgrund vorheriger, politischer Verfehlung ab. Da ist es mir egal, welch ein Etikett man draufklebt um es so aussehen zu lassen, als wäre es ein Dienst für „uns“. Ist es nämlich nicht und auch nicht wenn ich nicht berücksichtige, das die Privatwirtschaft davon profitiert

    Vorschlag zum Abschluss: Jedes Mitglied des Bundestags, alle Mitarbeiter dieser und alle Mitarbeiter in den Ministerien leisten zweimal pro Wahlperiode einen "Gesellschaftsmonat". Diese haben den Respekt gegenüber den Einrichtungen nämlich deutlich nötiger, denn die Politik der letzten 20-30 Jahre hat diese Branchen gnadenlos im Stich gelassen!

    Ich antworte jetzt ein letztes Mal und dann war es das für mich, da wir uns im Kreis drehen und mir meine Zeit dafür zu schade ist...

    Davon abgesehen kannst du noch so oft behaupten, dass der Dienst nicht für uns alle sondern nur für die profitgierigen Pflegeindustrie ist. Macht es aber nicht mehr oder weniger war. Ich weiß auch nicht wie oft ich hier noch die anderen Beispiele anbringen soll, die du ja ebenso ignorierst. Lustig ist das v.a. vor dem Hintergrund, dass du anderen vorwirfst deine Posts nicht richtig zu lesen oder zu verstehen.

    Ich ignoriere sie nicht, da man aber eben nicht ausschließen kann, dass ausschließlich staatliche, gemeinnützige Einrichtungen unterstützt, spielt es keine Rolle. Ebenfalls habe ich nicht nur von der Pflege gesprochen, sondern habe diese exemplarisch genommen, da hier der Schuh aktuell und zukünftig neben der Kinderversorgung scheinbar am meisten drückt und die befinden sich eben überwiegend in privater oder freigemeinnütziger Trägerschaft.

    Der Absatz ist echt Haarspalterei vom Feinsten.

    Selbstverständlich ist das Einfordern von persönlicher Zeit für sich genommen schon eine Art Gegenleistung. Zusätzlich informiert jede Schule halbjährlich über den LEISTUNGSstand aller SchülerInnen.

    Diese absoluten Extremfälle, die du da für die Schule beschreibst, kann es doch im Gesellschaftsjahr genau so geben. Wie man damit umgeht, ist eine der Fragestellungen die noch zu klären sind.

    Ganz davon abgesehen hat ein solches Verhalten in der Schule natürlich Konsequenzen. Schon vermehrtes Fernbleiben kann mitunter empfindliche Konsequenzen haben. Also nein, niemand steht mit der Waffe hinter der SchülerInnen aber ich habe selbst schon erlebt, dass Bußgeldverfahren wegen Schulabsentismus eingeleitet wurden.

    Ein schönes Beispiel dafür, warum ich es jetzt lasse, denn ich habe nie vom Fernbleiben gesprochen, sondern nur davon, dass dich der Staat nicht dazu zwingen kann Leistung in der Schule zu erbringen und Bildung aufzubauen, die du dann gewinnbringend für die Gesellschaft einbringen kannst. Wenn für dich Anwesenheit eine Gegenleistung ist, dann schön, ich selber sehe es halt anders und der Staat hat davon auch nichts mit Ausnahme der Kosten, die er für die Anwesenheit trägt.

    Das finde ich wirklich interessant. Ich hab in den letzten zehn Jahren acht unterschiedliche Schulen kennengelernt. Wenn das vllt auch nicht durchgängig in den Curricula verankert ist: An jeder der Schulen hat soziales Lernen einen enorm hohen Stellenwert gehabt und war an allen möglichen Stellen und Programmen in den Schulen zu erkennen. Vielleicht sind das einfach krasse Ausnahmefälle und ich hab totales Glück gehabt. Vielleicht auch nicht. Aber das wirst du mir sicher sagen können.

    Soweit ich es mitbekomme (ich bin kein Lehrer, aber hab 4 Lehrerinnen in meinem direkten Umkreis) geht es da tendenziell eher um das Thema Integration und Inklusion, da das in den letzten 10-15 Jahren durch die gesellschaftliche Veränderung weitaus wichtiger geworden sind. Ebenfalls eine Folge staatlichen Versagens, der das Thema Integration in den letzten 50 Jahren radikal vor die Wand gefahren hat.

    Aktiver Teil des Lehrplans ist es meines Wissens nach nicht. Wenn es inzwischen so geworden ist, dann schön und ich gebe dir diesen Punkt, aber das ist dann aber eher ein moderner Trend unserer Gesellschaft und ein Versuch der Schulen, den Betrieb halbwegs am Laufen zu halten, als das was der Schulbesuch grundsätzlich bezwecken soll.

    Nur, dass sich die beiden Hilfeformen überhaupt nicht ausschließen. Man kann ein Gesellschaftsjahr machen und gleichzeitig die Ausbildung in den Bereichen stärken. Das erscheint bei dir aber wahrscheinlich nicht möglich weil du nicht zulassen magst, dass es noch weitere Gründe für das Gesellschaftsjahr gibt als die böse kapitalistisch Ausbeutung durch CDU.

    Ich wüsste nicht, dass irgendjemand behauptet hat, dass mit dem Gesellschaftsjahr alle Probleme in den betreffenden Bereichen gelöst wären (da wären wir wieder beim Leseverständnis, welches du bemängelst) aber wie du selbst sagst es ist eine einfache (evtl sogar die einfachste) Hilfe, die man anbieten kann. Und wenn man dann akzeptieren könnte, dass es eben noch weitere Aspekte gibt, die für ein Gesellschaftsjahr sprechen, sieht das garnicht so schlecht aus.

    Man muss nicht das eine Lassen weil man das andere tut. Das gilt hier besonders.

    Beide Hilfsformen schließen sich auch nicht aus, aber es ändert nichts daran, dass nun Schulabgänger für politische Fehler herhalten müssen, die jeder 5-jährige bereits vor 20 Jahren am Horizont gesehen hat. Selbst zu meiner Schulzeit hat man schon vom demographischen Wandel gesprochen. Ich habe auch nicht behauptet, dass das Gesellschaftsjahr alle Probleme löst, sondern diese nur kaschiert. Und wo ist eigentlich der langfristige Investitionsplan der CDU (oder allgemeine der Politik) um diese Probleme zumindest zweigleisig zu lösen, wie du es vorschlägst? In den Grundsatzpapieren bspw. der CDU findet sich dazu nichts Konkretes.

    Mit der Denkweise sollte man am besten alle Praktika grundsätzlich verbieten. Nicht, dass die Praktikantinnen noch die Schattenseiten eines Jobs kennenlernen. Der Respekt steigt doch nicht (nur) dadurch, dass man hautnah erlebt wie anstrengend ein Job ist, sondern auch dadurch, dass man hautnah erlebt welche Erfolge man in einem Job haben kann.

    Eben nicht, da man sich in der Regel frei aussuchen kann, ob man Praktika macht , was man tun möchte und nicht auf bestimmte Bereiche festgelegt wird (es sei denn man hat sich im Rahmen eines Studiums für eine gewisse Richtung entschieden, wo ein Pflichtpraktikum oft Teil des Lehrplans ist). Alles ganz im Gegenteil zum Gesellschaftsjahr, denn das sagt "du musst es machen", "du musst es in bestimmten Bereichen machen", "du musst es für einen bestimmten Zeitraum machen" und "du musst es für ein bestimmtes Entgelt machen".

    Und ernsthaft? Man bekommt es in den Medien mit? Ja klasse. Das ist natürlich völlig ausreichend um sich ein eigenes Bild zu machen. Für den nächsten Urlaub empfehle ich dann Camping hautnah auf RTL2 (oder wie die Sendung auch heißt).

    Du ziehst unsere komplette Medienlandschaft auf das Informationsniveau von RTL 2 und deren Reality-Mist herunter?

    Und nein, für ein komplettes Bild reicht es nicht, aber du hast ja auch ursprünglich gesagt, dass der bspw. der Ruf der Bundeswehr in der Gesellschaft enorm gelitten hat und ich habe auf die unzähligen Verfehlungen und schlechten Medienberichte in den letzten Jahren verwiesen.

    Deine Meinung habe ich schon erfasst, kein Sorge. Ich hätte halt gern ein paar Argumente gesehen, die nicht "alles der Böse Kapitalismus" sind.

    Zum Abschluss noch ein heißer Tipp auch wenn es dein Weltbild vielleicht erschüttern mag: Das Gesellschaftsjahr wird nicht nur von der CDU befürwortet. Auch aus Reihen der Grünen habe ich schon von offenen Ohren dafür gelesen.

    Hast du eben nicht und das hast du oben und auch hier wieder gezeigt. Ich habe genug Argumente gebracht, warum es unangemessen ist junge Menschen für politische Fehler haften zu lassen und aufgezeigt, was stattdessen gemacht werden sollte. Das lese ich bspw. bei der CDU aber nicht. Es gibt keine Pflegeagenda 2030 oder Kita 100% 2032...nichts! Nur den billigen Zugriff auf junge Leute die sich nach ihrer Schulausbildung noch nicht wehren können.

    Und ob das auch einige anderer außerhalb der CDU auch so sehen, ist mir gelinde gesagt, scheißegal! Diese propagiert es aber aktuell und ich würde es auch bei jeder anderen Partei kritisieren.

    Und zum abschließend zum Thema Respekt: Ich glaube die Fachkräfte in der Pflege oder in den Kitas (oder sonstwo) würden sich weitaus mehr darüber freuen, wenn man ihnen zusätzliche gut ausgebildete Kollegen, gute Infrastruktur und ein gutes Entgelt zur Verfügung stellt, als über ein paar verpflichtete Hilfskräfte, die erstmal über Wochen/Monate eher eine Be- als eine Entlastung sind, da man sie selber anlernen bzw. einarbeiten darf, bis sie dann irgendwann zumindest eine Entlastung "an der Essensausgabe" werden. Die Betreiber dieser Einrichtungen sehen das aber sicherlich anders und das sind ja auch die mit den heißen Drähten zur Politik.

    Kretschmer will 40 Stunden Woche für alle und Abkehr vom Recht auf Teilzeit

    Es vergeht aber auch echt kein Tag ohne eine komplett bescheuerte, weltfremde und nicht umsetzbare Forderung eines hohen CDU Funktionärs…

    Wie gut, dass es in Sachsen eine flächendeckende, 100% Kitaversorgung gibt, genug Pflegekräfte, welche die Arbeit von denen übernehmen, die sich nicht mehr um ihre Familienmitglieder kümmern können und überall Ganztagsschulen, die sich dann um die Kinder von denen kümmern können, die dann so richtig die Wirtschaft ankurbeln mit 40 Stunden ANWESENHEIT die Woche.

    Wer das machen kann? Mir persönlich fallen da spontan die Schulabgänger ein und Kretschmer sicherlich bald auch! :jeck: Was ein Clownsverein!

    Das biegst du dir hier aber alles schön zurecht, damit es dir in die Argumentation passt :mrgreen:

    Zunächst mal: "Gesellschaftsjahr" soll ein populistischer Kampfbegriff sein und gleichzeitig wirfst du hier mit Begriffen wie "zwangsrekrutiert" oder "Lohnsklaven" um dich? Passt nicht so ganz.

    Natürlich ist es ein Kampfbegriff, geschaffen von der CDU. De facto ist es ja eigentlich nichts anderes, wie ein soziales Jahr, aber Friedrich Merz würde sich eher die Zunge abbeißen, als das teuflische Wort mit "s" in den Mund zu nehmen und so bekommt man es auch deutlich besser nach außen verkauft, denn es suggeriert, dass hier Dienste "für uns alle" geleistet werden, was aber nicht der Fall ist.

    Dann aber zum Thema: Natürlich knüpft der Staat eine Bedingung an das kostenlose Bereitstellen von Bildung: Anwesenheit. Und das ist letztlich auch der springende Punkt dieses Vergleichs. Der Staat verlangt sowohl in der Schullaufbahn als auch Im Gesellschaftsjahr Zugriff auf deine Zeit. Und in dieser Zeit schreibt er dir vor womit du dich zu beschäftigen hast.

    Du verstehst leider nicht was ich schreibe. Ich schrieb von einer Gegenleistung, die der Staat im Rahmen der Ausbildung nicht von dir verlangt. Pure Anwesenheit ist KEINE Gegenleistung, denn der Staat hat erstmal nichts davon. Man kann jahrelang in der Schule sitzen, absolut nichts mitnehmen und ein Albtraum für die Lehrer sein, aber zum lernen zwingen kann einen keiner. Am Ende ist es die Sache des Schülers, was er mit der Anwesenheitspflicht anfängt. Er schreibt auch nicht vor, womit sicher der Schüler zu beschäftigen hat, sondern womit er sich beschäftigen sollte. Kein Staatsbediensteter steht mit einer Waffe hinter dem Schüler und zwingt ihn zum lernen.

    Beim Gesellschaftsjahr hingegen verlangt er bzw. die Unternehmen aber nicht nur deine Zeit, sondern auch deine Arbeitskraft, die dann ja auch finanziell (zwar viel zu schlecht) kompensiert wird. Ich gehe auch eher nicht davon aus, dass man sich dort auch einfach in die Ecke setzen und nichts machen kann, ohne dass der Chef mal vorbeischaut...könnte lustig werden.

    Und natürlich ist eine Funktion der Schule die Schüler zu befähigen in unserer Gesellschaft zu leben und sich sinnvoll in sie einzubringen. Eine funktionierende Gesellschaft besteht aus "funktionierenden" Individuen und hier hat der Staat für sich doch ziemlich gebau definiert womit sich die Kinder und Jugendlichen deshalb beschäftigen müssen. Man kann eben nicht sagen, dass man ab der 5. Klasse lieber Chinesisch statt Englisch machen möchte, weil der Staat für sich definiert hat, dass englischsprechende Menschen für unsere Gesellschaft/ unseren Staat den größeren Mehrwert haben.

    Die Funktion der Schule ist es den Schülern Bildung zu vermitteln, die sie dann im Leben wertschöpfend für die Gesellschaft einbringen sollen. Primär hilft da aus aktuellen Gesichtspunkten Englisch mehr als Chinesisch. Das kann sich ändern, aber tatsächlich sind die Kapazitäten eben doch begrenzt. Natürlich gibt es im Rahmen der Schulzeit auch soziale, gesellschaftliche Komponenten, die allein schon daraus entstehen, dass teilweise 30 junge Menschen über Jahre in einen kleinen Klassenraum gezwängt werden und miteinander auskommen müssen. Direkter Teil des Lehrplans sind sie aber eher selten bzw. spielen eine enorm untergeordnete Rolle.

    Um in deinem Wording zu bleiben: Im Großen und Ganzen ist Schule die reinste Zwangsveranstaltung.

    Nochmals, es ist Pflicht dort zu sein, aber das war es dann auch. Mach das mal im Altenheim...

    Wieso sollte dem Individuum nach dem Gesellschaftsjahr der Weg nicht freistehen? Nach dem Gesellschaftsjahr könnte man doch genau wie jetzt nach der Schule in alle Bereiche gehen, die man sich vorstellt und für die man geeignet ist. Wie kommt man darauf auf der einen Seite die Zeit selbst und auf der anderen Seite die Folgezeit einer Maßnahme miteinander zu vergleichen?

    Nach dem Gesellschaftsjahr steht den Leuten der Weg ja frei, aber vorher heißt es erstmal unterbezahlt arbeiten gehen...

    Was man auch kritisieren kann und darf. Dennoch bleiben die Zwecke auch in den ausgelagerten Bereichen Allgemeinwohl und man kann deswegen nicht einfach sagen, dass man den Branchen nun nicht mehr hilft. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, helfe ich doch trotzdem, auch wenn der Brunnen nie hätte gebaut werden dürfen.

    Davon abgesehen bleibt es dennoch dabei, dass es genügend staatliche oder rein gemeinnützige Organisationen geben würde, denen man mit dem Gesellschaftsjahr helfen könnte.

    Alter, liest du überhaupt was ich schreibe??? Wo habe ich geschrieben, dass man diesen Branchen nicht helfen soll?

    Ich hab mehrfach gesagt, dass der Staat diese Branchen unterstützen soll, indem er Geld in die Hand nimmt, seine Fehler korrigiert und bspw. für eine günstige, hochwertige Ausbildung sorgt, damit sich mehr Menschen für Berufe wie Pfleger oder Erzieher entscheiden und gut qualifiziert werden, wovon am Ende sogar die privaten Betreiber profitieren. Ebenso habe ich Investitionen bei der Bundeswehr gefordert, mit guten Ausbildungs- und langfristige Berufsperspektiven und einer guten Bezahlung.

    Der Unterschied wird klar? Ich will Qualität, die CDU mit dem Gesellschaftsjahr, aber lieber billiges Personal auf Wish bestellen. Jetzt kannst du entscheiden, welcher Weg dir besser gefällt.

    Ich würde sagen, dass es AUCH daran liegt, dass viel zu wenig Leute wissen was in den Bereichen geleistet wird.

    Und an dieser Stelle nochmal: Das Gesellschaftsjahr wird auch hier nicht alle Probleme in Luft auflösen. Aber es kann einen Beitrag zu mehr gegenseitigem Respekt leisten.

    Muss ich dir jetzt ernsthaft die schier nicht enden wollenden Schlagzeilen der letzten 15 Jahre zum Thema Bundeswehr vorlegen?

    Und ich glaube ein Großteil weiß, was die Menschen vor allem in der Pflege leisten. Erstens bekommt man durch die Medien oft mit wie überlastet die Menschen sind und zweitens sieht man es ja auch daran, dass kaum Leute diese Jobs für das Geld machen wollen, denn es ist verdammt schwere Arbeit! Da braucht nicht noch billiges Aushilfspersonal, die das sehen und sagen "jupp, die schuften sich tot. Schnell wieder weg hier!"...vielleicht werden ein paar bleiben, aber einen Großteil wird man dort nie wieder sehen.

    Warum eigentlich nicht?

    Das hatte ich bereits vorher unzählige Male und nun es hier nochmal erläutert. Wenn du meine Meinung dazu nun noch immer nicht gefasst hast, dann ist jeder weitere Satz einer zu viel. Dann wünsche ich dir und der CDU nun viel Spass auf Wish und hoffe, dass die Ware zumindest heile ankommt und während der Nutzungszeit zumindest nicht sofort kaputt geht.

    Ich muss persönlich sagen, dass ich die Fans erst großartig fand, es mir mit dem Gesinge und Getanze irgendwann zu viel wurde, da man merkte, dass die Crowd sich selbst gefeiert und praktisch nicht mehr auf das Geschehen im Ring reagiert hat. Kann man gut finden, aber ich mag eher Publikum, dass sich für das interessiert, was im Ring passiert.

    Das glaube ich dir sogar. Hast du aber einen Spielverlauf wie heute in Madrid, dann wird da am Ende des Spiels nicht mehr viel entspannt sein.

    Klar, dominiert Real das Spiel, geht früh in Führung und gewinnt mit 2 oder 3 Toren Abstand, dann ist die Enttäuschung wahrscheinlich gering, aber so gewinnt Real halt selten.

    Am liebste wäre mir, wenn sich die Frage nach dem 01.06. überhaupt nicht stellt.

    Das passt ja zu meinen ersten Absatz und du kannst mir glauben, dass die verlorene Meisterschaft im letzten Jahr verdammt weh getan hat, da man selber davon überzeugt war, dass es nun einfach klappen wird. Der Spielverlauf im Finale kann zu einem ähnlichen Gefühl führen, aber das ist erstmal noch ganz weit weg.

    Irgendwie frage ich mich gerade, ob "stolz auf die Mannschaft sein" und "nichts zu verlieren haben" wirklich das selbe ist.

    Ich bin auch stolz auf die Mannschaft, die heute in Madrid ausgeschieden ist, aber verloren hat man halt trotzdem was.

    Ich kann nur etwas verlieren, was ich glaube zu haben. Wenn ich schon mehr habe als ich erwartet hätte, tut der vermeintliche Verlust des nicht gewonnenen deutlich weniger weh.

    Ich bin mir auch sehr sicher, dass es den Großteil der BVB Fans sehr hart treffen würde, sollte man das Finale verlieren. Nach einiger Zeit mag die Freude über die tolle CL-Saison überwiegen, aber am Abend einer dramatischen Niederlage tut das halt weh.

    Wenn ich Tickets kaufe, nach London reise, alles gebe und die Mannschaft im Stadion unterstütze, dann mag das sogar sein. Ansonsten dürften die meisten BVB Fans weitaus entspannter in dieses Finale gehen als bspw. 2013.

    Ich kenne den Gedanken schon und erwische mich regelmäßig dabei, irgendwelche Ausreden vorzubauen warum eine Niederlage meiner Packers oder Bayern nicht so schlimm wäre. Aber dann fällt mir wieder ein was für eine Luscheneinstellung das ist und ich lasse es.

    Stehst ja auch selber auf dem Platz und hast Einfluss auf das Spiel. Wer bist du nochmal? Thomas Müller oder Manuel Neuer? Wenn nicht, spielt deine Einstellung als Zuschauer eines Fußballspiels erstmal überhaupt keine Rolle.

    Und man kann sich auch einfach über eine absolute Übererfüllung der Erwartungen freuen, was bereits jetzt eingetreten ist. Wenn mehr kommt ist das absolut sensationell, aber wenn nicht, dann respektiert man die Leistung der Jungs und freut sich über viele schöne Momente in diesem CL. Das kapieren aber manche Bayernfans nicht, denn ein Ausscheiden in der Champions League kommt immer einer schweren Niederlage gleich, da man jedes Jahr erwartet, dass man um den Titel spielt und daraus ableitet, dass Anhänger von Clubs, die eben nicht so gesegnet sind, ihre Ansprüche etwas niedriger ansetzen.

    Wie oft hab ich in den vergangenen 11 Jahren von Bayern Fans gehört, dass ich noch sauer wegen Wembley wäre, dabei war das Thema schon am Tag danach gegessen. Sie verstehen sowas nicht und das liegt nicht daran, dass diese „Fans“ Gewinner sind. Ich stehe über solchen Diskussionen, muss sie mir aber trotzdem nicht geben und bin deswegen nicht unglücklich, dass mir dieses Szenario erspart bleibt.

    die üblichen Hater, Hauptsache nicht Bayern, das andere ist egal

    Nö, in einem Finale Paris gegen Bayern hätte Tuchel gerne den Pott holen können, da verspüre ich keine Missgunst.

    man hat das CL Finale zu verlieren... :madness

    wer sich vorher die Fallhöhe wegdiskutiert, kann doch emotional garnicht voll dabei sein.

    Man fährt da hin um zu gewinnen und wenn man verliert, dann ist man todtraurig

    Als Fan eines Clubs den man sich ausgesucht hat, weil er immer gewinnt, kann ich verstehen, dass man diese Gedanken nicht kennt.

    Geiles Finale! Wenn es klappt ist es der ultimative Erfolg, aber wenn nicht war es halt Real und ein geiles Champions League Jahr, ohne mir am Ende die grinsenden Bayernfans in meiner Umgebung antun zu müssen. Davon hatte ich in den vergangenen 11 Jahren echt genug.

    Man hat nun endgültig nichts mehr zu verlieren und es wird ein toller Fussballabend in London!

    Und die individuelle Bildung ist dann ein reiner Selbstzweck, den der Staat den Menschen aus Altruismus schenkt?

    Nö, der Staat gibt den Menschen Zeit für den Aufbau von Bildung weil er davon ausgeht das (aus)gebildete Menschen mehr zu einer funktionierenden Gesellschaft beitragen als Menschen die keine Ausbildung genossen haben.

    Und das wäre genau der gleiche Ansatz beim Gesellschaftsjahr. Der Ansatz ist, dass die Gesellschaft bzw. der Staat als Ganzes davon profitiert. Die Gründe dafür sind wie bereits beschrieben vielfältig.

    Na was gibt dem Staat das Recht in andere Lebensbereiche reinzuregieren? Das Zusammenleben von Menschen in einem Staat bringt Probleme hervor, die eben dieser versucht zu lösen. Eine Gesellschaft funktioniert nur dann wenn alle etwas beitragen, was sie im Gesellschaftsjahr tun würden.

    Grundsätzlich sollte erstmal festgehalten werden, dass der Staat die schulische Bildung zur Verfügung stellt, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Du wirst ja nicht gezwungen die Schule erfolgreich abzuschließen. Wenn du es aber schaffst und darüberhinaus noch einen höheren Bildungsabschluss erwerben oder gar ein Studium machen willst, dann stehen dir die Türen kostenlos offen, ohne dass der Staat im Falle eines fehlenden Abschlusses dafür eine Entschädigung für seinen Aufwand verlangt. Der Weg danach steht dem Individuum dann frei, ohne dass der Staat dich zu einer konkreten Richtung, die er als "sinnvoll" erachtet verpflichtet.

    Was der Staat damit bezweckt ist aber nicht primär eine funktionierende Gesellschaft, denn sowas wird nur selten in den Bildungseinrichtungen gelehrt. Es gibt genug funktionierende Gesellschaftsformen in der Welt, die in sich auch ohne einen hohen Bildungsstandard weitaus besser funktionieren, als unsere. Der Staat spekuliert, dass gut ausgebildete Menschen für die Gesellschaft Mehrwerte schaffen, durch die der Staat sich dann das Invest in das Individuum auf verschiedenste Art wieder "zurückholen" kann. Wir leben schließlich im Kapitalismus. Klappt das aber nicht, hat das Individuum dadurch keine direkten Konsequenzen durch den Staat zu spüren.

    Beim Gesellschaftsjahr steht dem Individuum dieser Weg eben nicht frei, sondern 1. erwartet der Staat eine Gegenleistung in Form von Arbeit zu einem nicht marktgerechten Lohn und 2. profitiert eben nicht die gesamte Gesellschaft davon. Die Ansätze sind also komplett verschieden und man sollte das Wort "Gesellschaft" in Gesellschaftsjahr nicht zu ernst nehmen. Es ist ein populistischer Kampfbegriff, denn man dient nicht der "Gesellschaft", sondern oft "Gesellschaften", die für ihre Sache aus verschiedensten Gründen nicht attraktiv genug für potentielle Arbeitnehmer oder Unterstützer sind.

    Ich denke, dass ich Beispiele benannt habe, welche nicht der Privatwirtschaft zuzurechnen sind. THW war eins davon. Andere wären z.B. auch die Straßenmeistereien und letztlich gibt es auch an Schulen Aufgaben, die von Gesellschaftsjahrern erledigt werden könnten.

    Ansonsten kann man sicherlich kritisieren, dass Dinge, die das Gemeinwohl betreffen, in die Privatwirtschaft ausgelagert werden wie z.B. die Entsorgung oder Krankenhäuser. Das hat aber nichts mit dem Für oder Wider eines Gesellschaftsjahres zu tun.

    Doch, denn genau das sind schwere staatliche Verfehlungen, deren Konsequenzen nun offensichtlich sind, aber nicht grundsätzlich angegangen werden (was aber Geld kosten würde), sondern die billig für Staat und und Institution kaschiert werden. Es ist schlicht die einfachste und feigste Lösung auf dem Rücken derer, die sich (noch) nicht wehren können.

    Eine solche Herangehensweise wäre allerdings die Bankrotterklärung eines jeden Staates.

    Du wirst bei jeder staatlichen Regelung Menschen finden, die versuchen diese zu umgehen oder Schlupflöcher zu finden. Du hast das Beispiel Steuerbetrug ja selbst angebracht: Ich gehe mal stark davon aus, dass du nicht dafür bist, dass der Staat auf die Erhebung von Steuern verzichten sollte, weil es ja sowieso zu Steuerbetrug kommt.

    Womit du Recht hast: Es wird auch beim Gesellschaftsjahr zu Betrug und Schlupflöchern kommen weil natürlich nicht das perfekte System vom Himmel fällt. Betrug gehört in dem Fall bestraft und Schlupflöcher gestopft. Ein völlig normaler Vorgang bei jeder staatlicher Maßnahme.

    Völlig korrekt, aber ich habe nie behauptet, dass vermeintlicher Betrug ein Grund wäre es nicht zu machen, sondern du hast behauptet, dass sich Zitat "niemand rausmogeln könnte", egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht. In der Theorie stimmt das natürlich, aber in der Praxis wird das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht passieren und das hast du ja gerade selbst beschreiben :bier:

    Da wir über sehr verschiedene Bereiche sprechen und eine Größe wie Respekt noch dazu von vielen anderen Aspekten beeinflusst wird, wird es wohl schwer hier Studien zu finden.

    Zumindest nehme ich aber eine Berichterstattung war, dass Angriffe und Respektlosigkeiten gegen Institutionen wie Rettungsdienste oder Feuerwehren durchaus zunehmen. Auch die Bundeswehr hatte schonmal einen deutlich besseren Ruf als aktuell.

    Das ist aber eher eine Folge der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung und mal ehrlich, jeder weiß, dass die Bundeswehr eine peinlich totgesparte Witztruppe ohne funktionierende Waffen und Fahrzeuge ist. Das da der Ruf etwas leidet, dürfte klar sein und ich bezweifel, dass die neuen Wehrpflichtigen größeren Respekt vor der Bundeswehr bekommen, wenn die erstmal von innen sehen, wie schlimm es wirklich um sie steht. Was helfen würde? Genau, nachhaltige Investitionen, die über dieses alberne Sondervermögen hinausgehen und das nicht nur in Waffen, sondern primär in die Menschen bei der Bundeswehr durch gute Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, überhaupt eine größere und kürzere Möglichkeit überhaupt Berufssoldat zu werden und das bei einer guten Bezahlung.

    Das allein wird sicher nicht reichen. Aber wenn ich mir Beiträge von Gewerkschaften oder Verbänden ansehe, ist sehr oft die Rede von Respekt und Entlastung.

    Ein Teil der Entlastung kann selbstverständlich durch zunächst ungelernte Hilfskräfte erledigt werden. Natürlich reicht das allein im Bereich der Pflege nicht aus aber wenn z.B. das Essen nicht durch das qualifizierte Fachpersonal ausgeteilt werden muss, ist das natürlich eine Entlastung.

    Es mag ja sein, dass Entlastung benötigt wird, aber diese kann und darf nicht durch zwangsrekrutierte Schulabgänger geschaffen werden, sondern die Einrichtungen müssen entweder ihre Prozesse optimieren oder zusätzliches Personal einstellen. Das müssen nicht zwangsweise Fachkräfte sein, sondern auch Hilfskräfte für die Essensausgabe. Aber warum findet man keine? Genau, weil man von den paar Kröten schlicht nicht leben kann, as Pflege nun mal nur ein profitables Geschäftsmodell ist, wenn man ausschließlich die exklusive, alte Gesellschaft betreut, die es sich leisten kann oder diejenigen, die darin arbeiten gnadenlos ausgebeutet werden!

    Ach und außerdem finde ich es interessant, dass die CDU lieber junge Schulabgänger verpflichten will und nicht ihre Lieblingsprügelknaben, die ganzen faulen (Lang)Arbeitslosen? Vielleicht weil man die nicht einfach mit nem Hungerlohn abspeisen kann? :hinterha:

    Tja. Gesellschaftliches Leben besteht nunmal in Teilen aus "Zwang". Du bringst ja bspw. selbst Schule an. Auch hier handelt es sich um eine verpflichtende Aufgabe, die man bei uns machen muss. Und bevor das Argument der absoluten Notwendigkeit kommt. Einiges ist eben nicht absolut notwendig. Warum machen wir es trotzdem? Um den jungen Leuten Perspektiven zu eröffnen. Es geht dabei auch nicht nur um Orientierungslose. Das können genau so Leute sein, die für sich vielleicht denken, dass sie einen klaren Plan haben, aber evtl. noch garnicht in andere Bereiche reingeschaut haben, die für sie auch interessant sein können. Es geht darum, dass dies Zwecke sind die für den Staat von besonderem Interesse sind.

    Nein, es wird gemacht, weil der Staat glaubt, dass individuelle Bildung im Rahmen unseres schulischen Ausbildungssystems notwendig ist.

    Was hier aber gemacht werden würde, ist eine staatliche Maßnahme um Menschen in einen Berufsbereich reinzuzwingen, den dieser als vermeintlich "wichtig" für die Gesellschaft erachtet. Diese Maßnahme ist falsch, denn wenn der Staat diese Bereiche als wichtig erachtet, dann hat er diese attraktiv zu gestalten, damit sich mehr Leute dazu entschließen in diesen Berufszweig einzusteigen.

    Offen gestanden machen wir da vllt einfach unterschiedliche Beobachtungen oder definieren das Wort "viele" einfach anders. Wenn ich mir diejenigen anschaue, die meine Schule so verlassen, kann ich nicht erkennen, dass viele einen konkreten Plan haben. Das ist übrigens auch der Grund warum wir an meiner Schule ein zweites Kurzpraktikum in der Oberstufe eingeführt haben. Kurzpraktikum deshalb weil es in der Oberstufe schlicht keine Zeit für eine ausschweifende Berufsorientierung gibt. Deutschland hat übrigens eine Studienabbrecherquote von über 30%. Das erklärt sich sicher nicht nur mit fehlendem Interesse bzw. einer "falschen" Entscheidung aber natürlich spielt auch das mit rein.

    Mag sein, dass viele keinen konkreten Plan haben, aber was gibt dem Staat das Recht diese dann ausschließlich in einen bestimmten Berufsbereich zu zwingen? Auch da müssen dann andere Maßnahmen ergriffen werden um den Schulabgängern einen weitreichenden Überblick über die beruflichen Möglichkeiten zu geben.

    Deshalb ja die Anführungszeichen. Ich würde es im Nachhinein eher als "es gibt Bereiche in die alle mal reinschnuppern sollten" formulieren. Und damit meine ich Bereiche in denen man konkrete Dienste für die Gesellschaft erbringt, da sie wahrscheinlich auch alle in irgendeiner Form selbst in Anspruch nehmen.

    Kann man theoretisch dann ja machen, aber dann (wie oben schon geschrieben) nicht zum Vorteil der Privatwirtschaft.

    Weil der Wehrdienst sinnvollerweise bei körperlicher Gesundheit erledigt wird. Definiert man das ganze eben als Gesellschaftsdienst, gibt es -bis auf anerkannte Behinderungen- keine Ausnahmen. Ich wurde auch ausgemustert und hab ich immer gefragt warum ich mit Asthma nicht trotzdem Zivildienst hätte leisten können.

    Auch da wird es Ausnahmen geben und die Kinder einflussreicher Eltern mit guten Connections werden da ganz kreative Schreiben aufgesetzt bekommen, warum es eben genau jetzt nicht möglich ist.

    Ich wüsste nicht warum man davon ausgehen sollte, dass eine Person im Gesellschaftsjahr das volle Aufgabenspektrum einer ausgebildeten Fachkraft übernehmen sollte. Meine Frau durfte im FSJ im Krankenhaus auch keine Spritzen setzen oder Medizin austeilen. Das muss man jetzt nicht unnötig kompliziert machen. Es geht doch um sinnvolle Entlastung auf der einen und Reinschnuppern in ein Berufsfeld auf der anderen Seite..

    Deswegen sage ich ja, dass es das suggeriert. Es wird der Eindruck erweckt, dass man die Facharbeiter nur mit ein paar nicht ausgebildeten Hilfskräften verstärken muss um das Pflegesystem zu stabilisieren. Bspw. die Pflege darf aber so nicht entlastet werden! Es braucht Fachkräfte, die eine qualitativ hochwertige Dienstleistung erbringen.

    Abgesehen davon hilft es selbst für den Fall, dass sich jemand am Ende dennoch für einen anderen Berufsweg entscheidet, dass diese Personen gesehen haben wie schwer der Beruf eben doch ist. Das hilft sicher bei der Anerkennung des gesellschaftlichen Wertes.

    Naja, wir hatten bis vor ein paar Jahren das System, dass Männer in der Regel Zivildienst oder den Grundwehrdienst absolviert haben. Gab es zu der Zeit mehr Respekt für die sozialen Berufe oder die Bundeswehr? Es fällt mir schwer das zu glauben...

    Nochmal, es absolut klar, dass in den Bereichen Pflege, Kitas, Bundeswehr (um nur ein paar zu nennen) ein enormer Bedarf besteht, der entweder nie ernsthaft adressiert (bspw. Pflege) oder kaputtgespart (Bundeswehr) wurde. Es kann aber nicht die Aufgabe junger Menschen sein, als Lohnsklaven diese politischen Fehler unter dem Deckmantel des "Dienstes für die Gesellschaft" zu kaschieren. Das ist reinste Klientelpolitik für die Unternehmen, die diese Einrichtungen betreiben und davon letztendlich profitieren.

    Hier hat der Staat zu agieren und Anreize zu schaffen, dass sich mehr junge Menschen für diese Berufszweige entscheiden. Da gibt es so viele Möglichkeiten der Investitionen über Ausbildungszuschüsse, günstige Weiterqualifikationsmöglichkeiten, Jobgarantien, attraktiver Löhne, frühzeitige Verrentung usw.. Diese Möglichkeiten dann aber nicht nur für junge Schulabgänger, sondern für alle, die sich möglicherweise dann umschulen lassen wollen oder aus dem Ausland kommen. Da sehe ich ein weitaus größeres Potential langfristig etwas für diese Bereiche zu tun, als die mit billigen Lohnsklaven temporär aufzufüllen.

    Also ausschließlich Bundeswehr oder als Verweigerer Einwohnermeldeamt? Oder müssen wir zu dem Zweck schnell noch die Rettungs- und Pflegedienste und Ähnliches allesamt verstaatlichen? :paelzer:

    Du hast das Problem schon ganz richtig erkannt und ich würde lieber alle Kitas und Pflegeeinrichtungen komplett verstaatlicht sehen, als junge Menschen als billige Arbeitskräfte gewinnorientierten Kapitalgesellschaften vor die Füße zu werfen…aber faktisch will ich beides nicht.

    Anyway. Ich halte ein Gesellschaftsjahr für einen wichtigen und notwendigen Beitrag für den Staat und die in Deutschland lebende Bevölkerung.

    Dann aber auch ausschließlich in komplett staatlichen Einrichtungen und nicht bei privaten Trägern oder Kapitalgesellschaften.

    Ich hab jetzt nicht wirklich viel Zeit aber schonmal spontan in der gebotenen Kürze.

    1. Berufliche Orientierung in einem Bereich welches der Gesellschaft hilft.

    Zwangsarbeit in einem Bereich, der von der Gesellschaft nicht ausreichend wertgeschätzt wird und deswegen personell unterentwickelt ist. Zur beruflichen Orientierung kann man bspw. Praktika nutzen. Dafür muss man nicht alle in irgendwelche Maßnahmen stecken um dann zu hoffen, dass die Orientierungslosen hängen bleiben.

    2. Sinnvolle Betätigung in einer Zeit, die sonst evtl. ungenutzt bleibt.

    Eventuell, aber das ist nur hypothetisch und jeder sollte über sein Leben und seine Zeit selbst entscheiden dürfen, wenn Maßnahmen (wie bspw. der Schulbesuch) nicht absolut notwendig sind. Viele wissen ganz genau, was sie in dem Jahr machen wollen.

    3. "Arbeiten lernen" - Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, da ich gerade nicht weiß wie ich es besser formulieren soll. Als Lehrer kenne ich es nur zu gut, dass viele KollegInnen keinen Plan vom beruflichen Leben außerhalb der Schule haben. Das gilt natürlich nicht nur für Lehrer.

    Auch in Anführungszeichen machst du es nicht richtig. Auch mir hat meine Ausbildung vor dem Studium sicher sehr geholfen, allerdings ist „die sollen mal arbeiten lernen“ eben kein rationales Argument um Menschen einzuschränken.

    4. Abbau sozialer Mauern - Aus dem Gesellschaftsjahr könnte sich niemand rausmogeln. Im Gesellschaftsjahr sind alle gleich - Vom Millionärssohn bis zur Maurertochter.

    :jeck: Niemals…mit dem richtigen Elternhaus wird es immer Möglichkeiten geben, aber das bleibt eben ein Privileg der Reichen, ähnlich wie bei bspw. der Steueroptimierung durch teure Steuerberater. Auch beim Wehrdienst gab es immer Möglichkeiten diesen zu umschiffen.

    5. Höhere Anerkennung gesellschaftlich gering geschätzter Berufe.

    Eben nicht, da es ja suggeriert, dass solche Jobs auch mit schlecht ausgebildeten Zwangsaushilfen zu wuppen sind.

    Ich hasse es, dass ich hier jetzt wieder eine CDU Position "verteidigen" muss, aber die Sichtweise auf das Gesellschaftsjahr ist halt arg eindimensional.

    Man muss das Gesellschaftsjahr nicht befürworten aber das mit diesem Argument und dem Bezug CDU Boomer wegzubügeln ist nicht mein Verständnis von demokratischem Diskurs. Man kann dem Gesellschaftsjahr auch etwas abgewinnen ohne ein CDU Boomer zu sein, als der ich mich nun wirklich nicht sehe.

    Kannst du, nur in dem Kontext mit der CDU passt es. Gerne darfst du auch die Vorteile nennen, die du in diesem Gesellschaftsjahr siehst, mit Ausnahme, dass es selbst geschaffene, strukturelle Probleme kaschieren soll.