Beiträge von burnum

    Jetzt bitte noch jemanden für die D-Line...

    Ich fürchte da hoffst du vergeblich. In der D-Line haben sie viel Quantität geholt und wollen anscheinend versuchen, nicht ganz unähnlich der Strategie, die bei den Ravens seit Jahren gut funktioniert, mangelnde individuelle Qualität durch Rotation, Frische und vortelhafte Matchups auszugleichen. Mir persönlich fehlt in der D-Line auch noch die Qualität. Aber ich fürchte, das sieht das Management anders. Einen wirklichen Unterschiedsspieler für die D-Line wird man jetzt aber ohnehin nicht mehr bekommen - und einfach nur einen "additional body" brauchen wir nicht, davon haben wir genug. In der D-Line haben wir m.E. einen Haufen Backups oder Rotationsspieler plus 1-2 Starter. Ähnlich sieht es übrigens auch auf OG aus. Es scheint ein klarer Trend erkennbar zu sein, dass unser Management die Ressourcen (Capspace und Draftpicks) gezielt in die "Premium Positionen" investiert und auf anderen Positionen (OG, DT, TE) darauf hofft, dass sich aus einem Haufen Jungs irgendwie 2 Leute finden lassen, die den Job vernünftig machen. Kann gut gehen (Zach Sieler hat vor ein paar Jahren genau so eine Chance genutzt), kann aber auch böse nach hinten losgehen (siehe OG letzte Saison)...

    Zu Marcus Maye: Aus seiner Zeit bei den Jets (2017 - 2021) habe ich ihn als hervorragenden Allrounder-Safety in Erinnerung. In den letzten 3 Jahren nur 23 von 51 möglichen Spielen sieht aber auf den ersten Blick nicht nach einem Spieler aus, auf den man sich mittelfristig verlassen kann. Genaueres wenn die finanziellen Details bekannt sind...

    Wenn die Daten bei overthecap stimmen sollten, finde ich den Deal für Miami ok. Der neue Vertrag tritt erst in Kraft, wenn die vorherigen vertraglichen Verpflichtungen (4. Jahr des Rookiedeals und 5th year option) fertig sind. Wir haben Waddle also noch 3 Jahre zu teamfreundlichen/bezahlbaren Konditionen unter Vertrag, das vierte Jahr wird dann recht teuer und das fünfte Jahr dürfte er vermutlich (zumindest mit diesem Vertrag) sowieso nicht sehen.

    Nach den ersten Reports über 28,5 Mio pro Jahr ist mir schon Angst und Bange geworden. Wenn man die Vertragsdaten nun aber mal wirklich analysiert, ist es eher ein 5-Jahresvertrag mit knapp unter 21 Mio im Schnitt. Hört sich aktuell auch viel an. Aber wenn man bedenkt, dass Spieler wie Jefferson, Lamb oder Chase vermutlich innerhalb der nächsten Monate verlängern werden, dürfte der WR-Markt perspektivisch eher teurer als günstiger werden (im Verhältnis zum Cap gesehen).

    Ich finde den Deal ok. Kein absoluter teamfriendly steal (wie z.B. der Vertrag von Zach Sieler), aber halt auch kein Vertrag, bei dem ein Team aus Panik heraus einen Spieler maßlos überbezahlt.

    Wie werden diese 5,25 Mio von diesem Deal in den Cap eingerechnet?

    Abhängig davon, welche Boni erreicht werden. Sobald ein bestimmter Bonus erreicht wird, zählt er dann gegen den Cap. Ausgedachtes Beispiel: Ein Spieler hat eine Klausel, dass er nach 30 receptions 500k Bonus bekommt. Nach 8 Spielen steht er bei 28 catches, im 9. Spiel fängt er 5 Bälle und steht dadurch bei 33. Folglich zählen die 500k ab Woche 9 gegen den Cap. Dies ist einer der Gründe, dass NFL Teams in der Regel den Cap nie komplett ausschöpfen und sich während der Saison immer einen gewissen Spielraum lassen.

    Schade, dachte der Kelch geht an nach der Draft an uns vorüber.

    Sportlich hält sich der Mehrwert in Grenzen (siehe sein Deal der ja OBJ´s Marktwert widerspiegelt). Und jetzt haben wir 2 Deppen im WR Room mit den von dir genannten Ambitionen. Ich hoffe, dass das eine gemeinsame Jahr die Jungs wie Waddle und die Washingtons, die ja wohl auch sehr bodenständig sind, nicht versauen und frustrieren.

    Ich mag OBJ als Typen auch nicht. Aber sportlichen Mehrwert sehe ich zumindest kurzfristig durchaus, wenn man Beckham mit den Alternativen auf WR 3 vergleicht. Aus rein sportlichen Gesichtspunkten dürfte Beckham kurzfristig besser sein als beide Washington-Rookies und Berrios und Ezukanma und Cracraft. Großer Vorteil bei Beckham: Er ist nicht (wie z.B. Tahj Washington und Berrios) auf eine WR-Rolle festgelegt, sondern kann sowohl innen als auch außen spielen. Für das Geld (3 Mio base) halte ich es sportlich für einen super Deal. Es bleiben aber die Bedenken über die Persönlichkeit Beckham im Locker Room.

    Ich bin zwiegespalten, gleich mehrfach: Auf der einen Seite hätte ich gerne Malik/Tahj Washington mit einer Chance als Rookie Starter im Slot gesehen, auf der anderen Seite will man das Schicksal der Franchise auch nicht in die Hände von zwei late-round Picks legen. Auf der einen Seite halte ich OBJ für einen der "most overrated players in the NFL", auf der anderen Seite sehe ich den Fit für unsere Offense (lauf einfach den ganzen Tag Post Routes und zieh den tiefen Safety auf dich). Es war absehbar, dass dieser Move kommen würde, schon seit einigen Wochen.

    Zum Finanziellen wird man die nächsten Tage abwarten müssen, es würde mich wundern, wenn Beckham wirklich die vollen 8,5 Mio auch nur ansatzweise sehen würde.

    Update: Anscheinend muss man doch nicht die nächsten Tage abwarten:

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    3 Mio als Grundgehalt und 5,25 Mio potenzielle Boni - das ist ein extrem teamfreundlicher Vertrag!

    Draft Review, Teil 7/7:

    #241 OVR Pick

    Tahj Washington, WR, USC

    5'10", 174 lbs

    tahj.jpg

    Game Tape:
    + am College bei USC der gefährlichste Playmaker. In einer abgewandelten Form der Air Raid Offense war Caleb Williams' beste Waffe.
    + konstante production: Als Freshman kaum gespielt, danach 4 Saisons mit immer mindestens 43 receptions; letzte Saison nochmal einen Sprung gemacht und erstmals für über 1000 yards gefangen
    + zuverlässig: In den letzten 4 Jahren bei Memphis und USC nur 2 Spiele verpasst
    + guter und erfahrener Special Teamer, sowohl als Returner als auch in Coverage Units
    + super Beschleunigung und Agilität aus Cuts
    + findet immer wieder Wege um open zu sein, auch wenn diese Wege manchmal unorthodox wirken
    + wenn der QB außerhalb der Pocket scramblet, zeigt Washington gutes Gespür dafür, seine eigentliche Route abzubrechen und dem QB entgegenzukommen ("scramble drill"), viele solcher Catches letzte Saison
    + trotz seiner geringen Statur ein guter contested-catch Receiver, spielt "größer" als er ist (2023 mit den zweitmeisten contested catches hinter Rome Odunze)
    + gute route adjustments gegen Zone Coverage
    + Ich habe das so in keinem anderen Scouting Report zu ihm gefunden, aber auf Tape fand ich seine run-after-catch Skills ziemlich überragend.
    + kein reiner underneath Slot WR, kann auch big plays down field machen
    + "willing blocker"
    +/- Vor 2 Jahren nach einem Streit mit seinem Head Coach von Memphis zu USC transferiert, dort aber sehr beliebt und galt als Führungsspieler, für den seine Mitspieler durchs Feuer gehen würden (Aussage von USC Backup QB Miller)
    +/- nebenbei ein hervorragender Fußball, hat außerdem einen eigenen Youtube-Kanal zum Thema Kochen ("No Huddle Kitchen")
    +/- als Kind war er ein so dominanter RB, dass die PeeWee Liga seines Teams extra für ihn neue Regeln eingeführt hat, die Runs außerhalb der Tackles verbieten (Quelle: Simon Clancy)
    - undersized, vor Allem sehr leicht, wird durch seine Statur in der NFL natürliche Limitationen haben
    - kein absoluter deep speed (4.52 beim Pro Day), typisches Beispiel für "quicker than fast"
    - chancenlos gegen Press Coverage
    - reiner Slot Receiver
    - als Blocker durch seine Statur limitiert
    - Wie groß kann eine Rolle in der NFL für einen Spieler mit seinen Limitationen (size/speed) sein?

    Rolle und NFL Comp:
    Washington projeziert als reiner Slot WR und bringt zusätzliches Value als Special Teamer mit. Ich habe schon mehrfach Armon-Ra St.Brown als NFL Comp gelesen, finde diesen Vergleich aber nicht zutreffend (außer dass halt beide Slot WR sind, die bei USC gespielt haben), da Brown deutlich physischer spielt als Washington. Mein Vergleich wäre ex Dolphins WR Davone Bess.

    Scheme Fit:
    Einen Slot WR mit Special Teams Value kann jedes Team brauchen, da benötigt es keinen besonderen Scheme Fit.

    Impact:
    Er wird versuchen müssen, sich als Special Teamer unentbehrlich zu machen und dadurch einen Platz auf dem 53er Roster zu sichern. Wenn er dann auch als WR mal Chancen bekommt, muss er sie halt nutzen. Ich traue ihm den Sprung aufs 53er Roster zu und könnte mir vorstellen, dass er ernsthafte Konkurrenz für Brexton Berrios sein könnte, sowohl als Returner als auch in der Rolle als vierter oder fünfter WR. Außerdem ist sein kurz vorher gedrafteter Namensvetter Malik Washington natürlich auch als direkte Konkurrenz für Tahj Washington zu verstehen (wobei ich Malik für den deutlich vielseitigeren Spieler halte).

    Need:
    Wie bereits bei Malik Washington geschrieben: Das Need für einen #3 WR könnte kaum größer sein - unabhängig davon, ob wir nun noch einen FA WR verpflichten (OBJ?) oder nicht. Und es gibt sicher auch Teams, die die Position des Return-Spezialisten besser besetzt haben als wir mit Braxton Berrios (wobei wir aus 2022 wissen, dass es auch noch deutlich schlechter geht).

    Value:
    Auf den meisten Boards war Washington im Bereich der 5. bis 6. Runde gerankt (bei mir 4-5), auf einem consensus board habe ich ihn an 184 gefunden. Wir haben ihn an 241 kurz vor Schluss des Drafts gepickt. Gutes Value.

    Wer wäre mein Pick an der Stelle gewesen?
    Tatsächlich war Washington an der Stelle der zweithöchste WR auf meinem Board. Nachdem wir zuvor bereits Malik Washington gepickt hatten, hätte ich mit diesem Pick mit Cornelius Johnson einen anderen WR-Typen bevorzugt, der unserem Kader mit seiner Länge (6'3", 212) noch ein zusätzliches Element hätte geben können. Johnson ging an 253 zu den Chargers. Wenn es eine andere Position hätte sein sollen, wären mit Fabien Lovett (Florida State) und Evan Anderson (Florida Atlantic) noch 2 echte Nose Tackles da gewesen, die am Ende beide als UDFA anderswo unterschrieben haben.

    Wie finde ich den Pick?
    Super Pick, auch wenn ich aus den beschriebenen Gründen Cornelius Johnson für den noch besseren Pick gehalten hätte. Ich drücke nun beiden Washingtons die Daumen, dass sie es nicht nur aufs 53er Roster schaffen, sondern auch als Rookie schon möglichst häufig den Sprung aufs Feld schaffen. Vielleicht überschätze ich die beiden Rookies auch maßlos, aber wenn mir jemand sagen würde, dass wir mit Malik und Tahj Washington plus Erik Ezukanma als WR 3/4/5 in die Saison gehen und keinen FA WR mehr verpflichten - ich hätte damit absolut kein Problem (wobei ich eher glaube, dass wir noch einen FA WR holen).

    Bewegte Bilder:

    Alle Passing Snaps gegen Washington (Washington hat Nummer 16):

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    Wenn ihr wenig Zeit habt, aber einfach mal 10 Minuten Spaß haben wollt, empfehle ich euch dieses Video mit allen Karriere-Highlights (achtet einfach mal auf run-after-catch!):

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    Damit bin ich mit meiner Draft Coverage für dieses Jahr fertig und werde hier in den nächsten Wochen erstmal ein wenig kürzer Treten. :bier:

    Draft Review, Teil 6/7:

    #198 OVR Pick

    Patrick McMorris, Safety, California

    6'0", 207 lbs

    mcmorris.jpg

    Game Tape:
    + solide underneath coverage in Zone
    + reagiert aggressiv auf kurze Routen und Runs
    + Erfahrung in verschiedenen Systemen und Rollen: Kann sowohl als Box-Safety als auch im Slot spielen, hat bei San Diego State auch in einer recht ungewöhnlichen 3-Safety-Defense gespielt
    +/- nicht zum Combine eingeladen, daher sind alle Aussagen über athletische Tests etwas mit Vorsicht zu genießen
    +/- galt in seiner Zeit bei San Diego State als einer der besten Safeties der Mountain West Conference, transferierte dann für seine letzte Saison zu Cal, wo er zwar Starter war, aber nicht sonderlich aufgefallen ist
    - gilt als nicht besonders athletisch
    - diese mangelnde Athletik führt zu Problemen bei tiefer downfield coverage
    - hat downfield gelegentlich Probleme, den Ball zu lokalisieren
    - kein komplett sicherer Tackler, ein wenig hit-or-miss
    - seine Aggressivität kann auch gegen ihn verwendet werden (z.B. double moves, Playaction)
    - kein guter Fit als Centerfielder Safety

    Rolle und NFL Comp:
    Ich sehe ihn als Box Safety und/oder im Slot als "Big Nickel", habe allerdings Zweifel, ob es jemals für mehr als einem bottom-of-the-roster-try-hard guy reicht. Hauptsächlich sehe ich ihn als potenziellen Special Teams Spezialisten. Best-case Szenario haben wir hier einen Spielertypen wie Nik Needham, wenn es blöd läuft haben wir hier einen Spieler, an den sich in 5 Jahren niemand mehr erinnert.

    Scheme Fit:
    Special Teamer braucht jedes Team. Auf die Defense bezogen: Wenn wir die Ravens Defense als Grundlage nehmen, ist zu erwarten, dass wir eine anständige Dosis Cover 3 spielen. Da würde McMorris als Box Safety reinpassen, oder halt im Slot als Big Nickel. Rein schematisch sollte das passen.

    Impact:
    Er wird versuchen müssen, über die Special Teams einen Platz auf dem 53er Roster zu erkämpfen oder sich notfalls über die Practice Squad ins Team zu trainieren. Seine direkte Konkurrenz im Kader dürften Nik Needham, Elijah Campbell und die UDFA Safeties sein (siehe Post #332).

    Need:
    Depth auf Safety brauchen wir dringend: Keiner unserer aktuell unter Vertrag stehenden Safeties hat länger als 1 Jahr Vertrag (außer wenn man Siran Neal als Safety wertet), qualitativ sehe ich hinter Holland und Poyer einen klaren Leistungsabfall. Ich hoffe weiterhin dass wir im Juni noch einen Free Agent Safety mit Erfahrung als NFL Starter verpflichten.

    Value:
    Es geht hier nur um einen 6th rounder, aber es hätte sicher Spieler gegeben, die größeres Value geboten hätten. McMorris galt gemeinhin als potenzieller UDFA.

    Wer wäre mein Pick an der Stelle gewesen?
    Viele verschiedene Möglichkeiten: Mit Khristian Boyd und Jaden Crumedy gingen direkt im Anschluss zwei DL Spieler, denen ich zugetraut hätte, bei uns eine Rolle zu spielen. Mit Jaheim Bell stand noch ein potenzieller Nachfolger für Jonnu Smith zur Verfügung. Mein Pick wäre aber wohl der sehr bewegliche USC Guard Jarrett Kingston gewesen (ging an 215 zu den 49ers).

    Wie finde ich den Pick?
    Von allen Day 3 Picks mag ich diesen am wenigsten, was aber sicher auch damit zusammenhängt, dass ich den Spieler vorher nicht kannte. Was ich aber jetzt kurzfristig über ihn herausgefunden habe, hat mich nicht komplett überzeugt.

    Bewegte Bilder:

    Ein Video aus seiner Zeit bei San Diego State (der Teil zu McMorris beginnt bei 2:50):

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    Und ein Video aus seiner Senior season bei Cal (McMorris hat Nummer 9):

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    Draft Review, Teil 5/7:

    184 OVR Pick

    Malik Washington, WR, Virginia

    5'8", 191 lbs

    malik.jpg

    Game Tape:
    + Athletik: relativ schnell (4.47 auf 40) mit super Beschleunigung (1.53 split nach 10 yards), dazu ein überragender 42,5" vertical jump (98th percentile, das ist gleichauf mit Calvin Johnson und höher als DK Metcalf, die beide eine ganze Ecke größer sind)
    + College production: 110 receptions in 2023 waren die meisten aller FBS Spieler im gesamten College Football und sind ein ACC-All-Time-Record
    + 4x in Folge Academic All Conference spricht dafür, dass er auch abseits des Platzes nicht auf den Kopf gefallen ist
    + zuverlässig: Hat in den letzten 3 Jahren kein Spiel verpasst
    + konstant: 2023 in 10 von 12 Spielen über 100 receiving yards (plus einmal 97, also nahe dran)
    + zweithöchstes PFF Grade aller WR 2023 hinter Malik Nabers (nicht dass ich was auf PFF Grades geben würde, wollte es nur ausnahmsweise mal nennen)
    + Hände: fängt alles was in seine Richtung kommt, nur 4 Drops in den letzten 3 Jahren bei 300 Targets
    + durch seinen überragenden short area burst bekommt er sehr früh separation
    + für seine Statur ein hervorragender contested-catch WR (2023 in 14 contested-catch Situationen 9x den catch gemacht)
    + run after catch: Sobald er den Ball gefangen hat, läuft er wie ein RB, von allen WR hatte er die meisten forced missed tackles im gesamten FBS College Football 2023; letzte Saison die drittmeisten yards after catch aller WR; contact balance wie ein RB
    + tough, fängt auch bei catch-in-traffic Situationen alles
    + super ball-tracking (also das Lokalisieren des Balles während er in der Luft ist)
    + sehr nuancierte Routes, passt die Routes gegen Zone Coverage hervorragend an
    + für seine Statur spielt er sehr physisch während der Route
    + Effort als Blocker bei Screens oder Outside Runs (aber natürlich im Vergleich zu größeren und schwereren Receivern hier limitiert)
    - Alter: Mit 23 ist er zumindest kein junger Rookie mehr
    - undersized
    - durch seine Statur bedingt kein übermäßig großer Catch Radius
    - natürliche Probleme gegen Press Coverage, ist darauf angewiesen, dass er schematisch von Press Coverage ferngehalten wird (z.B. durch Motion oder bestimmte Formationen/Alignments)
    - reiner Slot Receiver, sowohl am College als auch in der NFL projection (hat 2023 über 90 Prozent seiner Snaps im Slot gespielt)
    - als Blocker bei Screens und Outside Runs stößt er an körperliche Grenzen
    - ist Washington vielleicht schon an seinem Leistungsmaximum angekommen? Wie viel Luft nach oben hat er noch?

    Rolle und NFL Comp:
    Washington projeziert ganz klar als Slot Receiver, der den Gegner über die Mitte des Feldes und den Flats ärgert und aus kurzen Pässen (kurze Crosser, Screens, Hitches) lange Raumgewinne machen kann. Ich tue mich schwer für ihn einen geeigneten NFL Vergleich zu finden, am ehesten würde vielleicht Golden Tate passen.

    Scheme Fit:
    Ein Slot WR, der schnell separation kreieren kann und dir viele yards after catch holt, sollte eigentlich in fast jede moderne Offense passen. In der letzten Saison hätten wir genau so einen Spielertypen brauchen können. Perfekter Fit!

    Impact:
    Wir reden hier über einen Pick in der 6. Runde, im Normalfall sind das Spieler, bei denen es als Erfolg zu werten ist, wenn sie den Sprung aufs 53er Roster schaffen. Malik Washington traue ich deutlich mehr zu: Es würde mich nicht wundern, wenn er schon als Rookie den Weg aufs Feld finden und direkt eine Verstärkung im Slot sein könnte. Sein Impact als Rookie ist sicher auch abhängig davon, ob wir noch einen weiteren WR verpflichten (z.B. Odell Beckham). Stand heute sehe ich Washington sofort als drittbesten WR in unserem Kader (nach Hill und Waddle, vor Ezukanma und Berrios). Mittel- und langfristig glaube ich zwar nicht, dass Washington jemals ein Pro Bowl Level WR sein wird, aber ich traue ihm zu, für längere Zeit ein guter #3 WR in der NFL zu sein.

    Need:
    Das Need für einen Slot WR könnte größer kaum sein, unabhängig davon, ob man sich vielleicht hinter den Kulissen schon mit OBJ einig ist.

    Value:
    Meiner Meinung nach einer der besten Value Picks, an die ich mich in den letzten Jahren im Draft erinnern kann. Auf den meisten Boards war Washington im Bereich Runde 3-4 gerankt (consensus board #94), ich hatte ihn in Runde 3 auf dem Zettel (wobei ich mir im Klaren bin, dass meine persönliches Ranking für die Gesamtbeurteilung keine Rolle spielt). Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie wir so einen Spieler in Runde 6 bekommen konnten.

    Was wäre mein Pick an der Stelle gewesen?
    Offensichtlich auch Malik Washington, ich hätte ihn auch schon deutlich früher genommen (und dann an dieser Stelle vielleicht LSU DT Mekhi Wingo gepickt, der ging 5 Picks später zu den Lions).

    Wie finde ich den Pick?
    Malik Washington ist einer meiner all-time Lieblingspicks der Dolphins, in einer Reihe mit Tua (2020) und Jakeem Grant (2016).

    Bewegte Bilder:

    Highlight Tape von 2023:

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    Ich mache für heute Feierabend. Um den nächsten Pick vorzustellen, muss ich mich erst noch etwas einlesen und Tape schauen (den Spieler hatte ich bis gestern nicht auf dem Schirm). Heute nicht mehr...

    Draft Review, Teil 4/7:

    #158 OVR Pick

    Mohamed Kamara, EDGE, Colorado State

    6'1", 248 lbs

    kamara.jpg

    Game Tape:
    + Athletik: 4.57 auf 40 mit 1.58 split auf 10 sind zwar nicht ganz so Weltklasse wie bei Chop Robinson, aber immer noch richtig gute Werte für einen Edge-Rusher
    + College production: 28 Sacks in den letzten 3 Jahren
    + zuverlässig: Hatte zwar ein paar kleinere Verletzungen (z.B. eine Handverletzung wegen der er letzte Saison 2x frühzeitig das Spiel verlassen musste), hat aber in den letzten Jahren kein Spiel komplett verpasst
    + getoff & burst aus dem stance beim Snap
    + heavy hands
    + Motor: Spielt immer mit vollem Einsatz
    + passrush plan: Kein reiner outside Rusher, bringt auch effektive Counter-Moves nach innen mit, kann sowohl mit Power als auch mit Speed gewinnen
    + galt am College als absoluter Leader
    +/- berüchtigt für sein Trash Talking während des Trainings und der Spiele
    - älterer Spieler: 6th year senior, wird nächsten Monat 25
    - undersized, kurze Arme bieten Nachteile im direkten Duell gegen den OT: Gegen athletische OT mit langen Armen könnte er Probleme bekommen
    - Edge-Setting dürfte mit seinen kurzen Armen in der NFL deutlich schwerer werden als am College
    - kein übermäßig guter bend
    - teilweise zu aggressiv im pursuit, führt gelegentlich zu missed tackles weil er am Ziel vorbeischießt
    - level of competition am College: In der Mountain West Conference hatte er nur selten Gegenspieler auf NFL Niveau
    - bekennender Steelers Fan ;)

    Rolle und NFL Comp:
    Nicht nur aufgrund des gleichen Colleges und der ähnlichen Statur liegt ein Vergleich zum jungen Shaq Barrett nahe (dazu siehe auch das zweite der beiden unten verlinkten Videos). Gemeint ist hier allerdings Barrett zu seinen Zeiten während des Draft-Prozesses, nicht der Spieler von heute mit 10 Jahren NFL Erfahrung.

    Scheme Fit:
    Kann ich noch nicht hundertprozentig beurteilen, weil ich in den Tiefen und Details unseres neuen Schemes noch nicht drin bin. In eine Ravens-ähnliche 3-4 würde Kamara als OLB aber gut rein passen.

    Impact:
    Ich sehe Kamara zunächst als situational Passrusher für klare Passsituationen. Gegen den Lauf dürfte er aufgrund seiner Statur in der NFL Probleme bekommen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das etwas ist, was er langfristig verbessern/ändern kann. Mit seinen kurzen Armen könnte ich mir vorstellen, dass er dauerhaft auf eine Rolle als situational Passrusher beschränkt sein könnte und nie ein echter full-time Starter werden könnte. Zu Beginn seiner Rookiesaison könnte er direkt von den Verletzungen von Phillips und Chubb profitieren, was ihm früh einen Weg aufs Feld ebnen könnte. Mittelfristig wird seine größte Konkurrenz im depth chart vermutlich Chop Robinson sein.

    Need:
    Mit Phillips/Chubb im Kader (wenn auch aktuell noch verletzt) und Chop Robinson als 1st round pick sehe ich uns an den Edges eigentlich sowohl quantitativ als auch qualitativ gut aufgestellt. Kurzfristig ist auch Shaq Barrett noch da. Ich verstehe, dass es aufgrund der Verletzungen von Phillips/Chubb kurzfristig erhöhten Bedarf auf der Position gibt, aber ein unmittelbares Need habe ich spätestens nach dem Robinson Pick an #21 nicht mehr gesehen.

    Value:
    Auf den meisten Boards war Kamara im Bereich der 4. Runde gerankt, wobei man anmerken sollte, dass die NFL Teams Dinge wie Alter und körperliche Besonderheiten (bei Kamara sind es relativ kurze Arme) in der Regel stärker gewichten als die meisten Draftseiten. Aber selbst wenn Kamaras Ceiling die Rolle als situational Passrusher sein sollte und er aufgrund seines höheren Alters auch nicht das Entwicklungspotenzial anderer Spieler mitbringt - gegen Ende der 5. Runde halte ich ihn für super Value.

    Was wäre mein Pick an der Stelle gewesen?
    Kamara war tatsächlich einer der Spieler, den ich an der Stelle auch noch auf dem Zettel hatte. Andere Namen waren Virginia WR Malik Washington (zu dem später mehr), Wake Forest CB Caelan Carson (ging an 174 zu den Cowboys) oder Oregon State Safety Kitan Oladapo (ging an 169 zu den Packers). Wenn ihr mich auf einen Namen festnageln wollt, wäre meine Wahl vermutlich schon hier auf Washington gefallen (wobei mir die reale Lösung mit Kamara UND Washington natürlich noch besser gefällt).

    Wie finde ich den Pick?
    Super, nix zu meckern. Zu dem Zeitpunkt war es mein Lieblingspick unserer Draftclass (es sollte wenig später allerdings noch ein Pick kommen, den ich dann noch mehr gefeiert habe)...

    Bewegte Bilder:

    Scouting Video zu Kamara (er ist der Spieler mit Nummer 8):

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    Ausführliches Interview von Kamara mit Brett Kollmann und EJ Snyder:

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    Kann man den Eagles auch einen der Comp-Picks geben oder geht das regeltechnisch nicht, weil man zum Zeitpunkt des Trades die Picks noch nicht hatte?

    Nein, das geht nicht. Man kann die Comp-Picks zwar inzwischen traden (früher ging das nicht), aber erst ab dem Zeitpunkt, wenn man sie auch offziell zugesprochen bekommt (ca. 6-8 Wochen vor dem Draft).

    Draft Review, Teil 3/7:

    #120 OVR Pick

    Jaylen Wright, RB, Tennessee

    5'10", 210 lbs

    wright.jpg

    Game Tape:
    + 4.38 speed auf 40 und 11'2" broad jump zeigen sehr guten Topspeed und elite Explosivität
    + jung (gerade diesen Monat 21 geworden), erst 368 carries am College
    + letzte Saison einen monströsen Schnitt von 7,4 yards per carry in der SEC, mehr als ein Viertel seiner Runs gingen 2023 für mehr als 10 yards
    + wenn er in space kommt, ist er ein absoluter Homerun-Hitter (siehe Spiel gegen Georgias super Defense, allererstes Play des Spiels, verlinkt unten im ersten Video)
    + contact balance
    + makes defenders miss (speziell seine jump-cuts seien hier hervorgehoben)
    + kein reiner Speedster im Stile von Devon Achane, bringt auch eine gewisse Physis mit
    + gute Hände als Receiver aus dem Backfield
    + Technik und Bereitschaft als Passblocker im Backfield sind gut (wenngleich er durch seine Statur natürlich limitiert ist)
    +/- zu Beginn seiner Karriere Probleme mit Fumbles und die Tendenz, runs zu häufig nach außen zu bouncen - in beiden Bereichen konnte er sich 2023 aber deutlich verbessern (2023 nur noch 1 Fumble bei 159 touches)
    - hat am College in einer Art Gimmick Offense gespielt, muss sich daher für die NFL erst umstellen, kaum Erfahrung als Zone Runner
    - kein besonders effektiver short-yardage Runner
    - benötigt space, um seine Explosivität zur Geltung zu bringen
    - wenig Erfahrung mit Routes als Receiver, fast nur als Checkdown-Option eingesetzt
    - durch seine Statur hat er im Passblocking natürliche Limitationen

    Rolle und NFL Comp:
    Ich sehe bei Wright tatsächlich das Potenzial zum guten every-down RB - ob er das bei uns spielen soll, ist eine andere Frage. Mein NFL Vergleich ist Alvin Kamara, wobei Wright mehr long speed mitbringt. Im Vergleich zu Mostert und Achane sehe ich Wright als den etwas vielseitigeren RB, dafür einen kleinen Schritt langsamer (4.38 bei Wright, 4.32 bei Achane, 4.35 bei Mostert). Bei 4.38 speed von "langsamer" zu sprechen, ist aber eigentlich schon ein Widerspruch in sich... Wenn Wright mal irgendwann irgendwo die Chance bekommen sollte, als alleiniger RB einer Offense zu fungieren (also nicht im RB Kommittee), sehe ich bei ihm Pro Bowl Potenzial.

    Scheme Fit:
    Wright braucht space, um seine Explosivität entfalten zu können. Es gibt wohl keine andere Offense, die so gut darin ist, ihre RB in space zu bringen wie unsere Offense unter Mike McDaniel. Wright wird das Zone Running erst lernen müssen (vision, read keys, cutbacks), aber durch sein physisches Skillset projeziert er eigentlich perfekt in unsere Wide Zone Offense.

    Impact:
    Wie gesagt: Wright hat kaum Erfahrung als Zone Runner. Außerdem hat er mit Mostert und Achane namhafte Konkurrenz im eigenen Team. Als Rookie sehe ich Wright daher zunächst eher als gelegentlichen change-of-pace RB, der in spezifischen Packages eingesetzt wird und ein paar Touches pro Spiel bekommt (ähnlich wie es bei Achane letztes Jahr zu Saisonbeginn war). Mittelfristig gehe ich davon aus, dass Wright und Achane unser RB Duo bilden werden. Außerdem sind Mostert und Achane beide als relativ verletzungsanfällige Spieler bekannt, was dazu führen könnte, dass Wrights Rolle schon im Laufe seiner Rookiesaison deutlich größer wird.

    Need:
    Mit Mostert und Achane haben wir die Rolle des Speedster RB bereits doppelt besetzt, es hätte m.E. eher einen kräftigen short-yardage Runner als Ergänzung benötigt. Wirkliches Need sehe ich hier nicht, in meinen Augen ein Mike McDaniel Luxuspick.

    Value:
    Hier muss man differenzieren: Wir haben Wright zwar an #120 gepickt (also Mitte R4), dafür aber unseren 3rd rounder 2025 abgegeben (also einen Pick, der vermutlich im Bereich 80-95 liegen sollte). Ich nehme als Value hier also einen mittleren 3rd rounder zum Maßstab. Grundsätzlich ist das die Range, in der Wright pre-Draft gehandelt wurde, er galt fast überall als einer der Top 3 RB dieser Class und als klarer Day 2 Pick. Rein isoliert betrachtet finde ich den Spieler zum Value eines 3rd rounders also völlig ok (das größere Problem sehe ich im Bereich Need, aber das haben wir ja weiter oben diskutiert).

    Was wäre mein Pick an der Stelle gewesen?
    Auch hier müssen wir differenzieren: Hier geht es nicht darum, ob ich den Uptrade auf 120 gemacht hätte (das kommt im nächsten Punkt). Wenn ich an der Stelle an 120 einen Pick hätte tätigen müssen, wäre das wohl Safety Jaden Hicks von Washington State gewesen (der ging dann an 133 zu den Chiefs). Ich kann aber nachvollziehen, dass unser Front Office (bzw. vermutlich eher unser HC) hier in Wright einen Spieler gesehen hat, auf den man vermutlich ein 2nd round grade hatte und den dann unbedingt haben wollte.

    Wie finde ich den Pick?
    Erste Reaktion: Super Spieler, aber warum geben wir einen 3rd rounder für einen Backup RB aus? Reflektiertere Reaktion: Wir hatten für 2025 drei 3rd round picks (2x comp pick für Wilkins & Hunt), hatten dieses Jahr eine riesige Lücke zwischen Pick 55 und Pick 158. Dass man da einen der 3 Picks vom nächsten Jahr opfert, um dieses Jahr die Lücke zu schließen, finde ich völlig ok - auch wenn ich unter normalen Umständen überhaupt kein Freund davon bin, zukünftige Draftpicks wegzutraden (aufgrund der beschrieben Situation hatten wir eben genau diese "normalen Umstände" eben nicht). An der Stelle dann einen RB zu picken, macht auf den ersten Blick nur begrenzt Sinn. Ich mag Jaylen Wright als Spieler total. Da wir aber Mostert und Achane im Kader haben, bin ich der Meinung, dass wir unsere Ressourcen hier vielleicht besser anderweitig genutzt hätten (that said: Ich hoffe dass Wright super einschlägt und ein Superstar wird und sich meine hier geäußerten Bedenken dann als völlig falsch herausstellen).

    Bewegte Bilder:

    Scouting Video (das erste hier gezeigte Play ist der bereits angesprochene lange TD im ersten Play gegen Georgia):

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    Speziell zum Fit in Miami:

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    Miami Dolphins UDFA Signings:
    Die Liste ist ungeordnet, in der Reihenfolge wie ich die Signings finden konnte. Es kann sein, dass die Liste in den nächsten 1-2 Tagen noch angepasst wird.

    C Andrew Meyer, UTEP, 6'3", 302
    2 Jahre Starter bei den Miners als C, war 2023 in der Vorauswahl für den Rimington Award (bester Center).

    OT Bayron Matos, USF, 6'7", 313
    Ehemaliger Basketballer, hat noch keine Erfahrung im Football, Teil des International Pathway Programms (dafür gibt es einen zusätzlichen Platz auf der Practice Squad).

    WR JeQuan Burton, FAU, 5'10", 187
    Viel Erfahrung, wenig production, ehemaliger RB, der zum WR umgeschult wurde.

    EDGE Grayson Murphy, UCLA, 6'2", 251
    UCLA hatte eine 3er Rotation für die beiden Edge-Positionen: Laiatu Latu plus die beiden Murphy-Zwillinge. Grayson stand letzte Saison etwas im Schatten von Latu und seinem Bruder Gabriel (Vikings UDFA), hat aber trotzdem richtig gute College production vorzuweisen: 21,5 Sacks in 4 Jahren bei UCLA. Injury concerns!

    SAF Marc Perry, TCU, 6'0", 215
    Drei Jahre Starter bei TCU.

    CB Storm Duck, Louisville, 6'1", 201
    Outside CB mit viel Erfahrung (4 Jahre North Carolina, dann 1 Jahr Louisville). Solide man-cover skills. Mit dem Namen hätte er eigentlich bei Oregon spielen müssen (sorry). Wurde vermutlich wegen fehlendem deep-speed nicht gedrafted.

    QB Gavin Hardison, UTEP, 6'3", 215
    Guter Arm, aber häufig ungenau und aktuell verletzt (Ellenbogen OP im November).

    DL Leonard Payne, Colorado, 6'3", 300
    Kein full-time Starter bei den Buffaloes, dürfte als 5-tech DE projecten.

    DB Isaiah Johnson, Syracuse, 6'3", 205
    Hat am College CB gespielt, projected durch seine Size in Kombination mit 4.64 speed in der NFL aber eher auf Safety. Physisch an der LOS, solider Tackler, fehlender deep speed.

    G Matthew Jones, Ohio State, 6'3", 316
    2 Jahre Starter bei Ohio State als RG.

    TE Hayden Rucci, Wisconsin, 6'4", 252
    Backup TE bei den Badgers.

    SAF Jordan Colbert, Rhode Island, 6'2", 215
    Guter Athlet, quicker than fast, Schwächen in Coverage, potenzieller Special Teamer

    2 späte Picks noch:

    An 198 holen wir Safety Patrick McMorris (Cal, ex San Diego State). Den Spieler selber hatte ich nicht wirklich auf dem Schirm und werde morgen zu ihm erst noch recherchieren müssen, aber Depth auf Safety war sicher etwas, was wir gut brauchen konnten.

    An 241 picken wir WR Tahj Washington. Ich fand ihn im Draftprozess immer den spannenderen und besseren der beiden USC-Receiver in dieser Class, auch wenn Rice sicher mehr Hype bekommen hat. Ähnlich wie seinen Namensvetter aus Runde 6 mag ich Washington sehr, grundsätzlich gibt es durchaus einige Parallelen zwischen den beiden Washingtons.

    So, ab ins Bett! Alles Weitere kommt morgen...

    Erster Gedanke: Ok, dass wir nen 3rd rounder vom nächsten Jahr für einen Uptrade opfern, das war eigentlich vorhersehbar. Im Hinterkopf behalten: Wir bekommen nächstes Jahr noch 2 zusätzliche 3rd rounder als comp-picks für Wilkins und Hunt, hätten somit also drei 3rd rounder gehabt. Jetzt haben wir nur noch 2. Ich mag Jaylen Wright, toller Spieler, gerade auch für unsere Offense. Aber was machen wir nun mit Mostert, Achane und Wright? Im Normalfall wird immer nur einer von denen auf dem Sportplatz stehen und es kann halt immer nur einer von denen den Ball in der Hand haben...

    Könnte gleichzeitig das Ende von Jeff Wilson in Miami bedeuten.

    Alles Weitere morgen in Ruhe bei der Vorstellung des Spielers.

    Draft Review, Teil 2:

    #55 OVR Pick

    Patrick Paul, OT, Houston

    6'8", 331 lbs

    paul.jpg

    Game Tape:
    + perfekte körperliche Voraussetzungen für einen OT: Über 2 Meter groß, dazu die zweitlängsten Arme des gesamten Drafts (36,25)
    + solide Beweglichkeit für einen Mann seiner Statur (5.13 auf 40 bei 331 Pfund)
    + sehr zuverlässig: Hat in den letzten 3 Jahren kein Spiel verpasst (44 Starts auf LT, davon 39 in Folge in den letzten 3 Jahren)
    + hat in der Regel keine Probleme mit outside Speed-Rushern, die er oft an seinen langen Armen verhungern lässt
    + wenn ein Block einmal sitzt, ist das Play für den Gegenspieler gelaufen
    + gute Übersicht bei Line-Stunts, übergibt hier meist fließend seinen Gegenspieler und nimmt einen anderen Gegenspieler auf
    + wenn sein Gegenspieler in Coverage droppt, reagiert er schnell und hilft anderswo aus
    + soll nach mehreren Berichten einen tollen Charakter haben und hat wohl unser Front Office beim pre-Draft-Visit beeindruckt, weil er von sich aus seine technischen Schwächen aufgezeigt hat - sowas bekommen wir im pre-Draft Prozess natürlich nicht mit
    +/- musste am College in Dana Holgorsens Air Raid Offense nur selten länger als 2-3 Sekunden blocken (das führt auch zu seinem extrem hohen PFF Grade: Er hat im Passblock kaum was zugelassen, weil die Cougars Offense extrem Kurzpassbasiert war - Stats und PFF Grade wirken daher etwas "geschönt")
    - 5 Jahre am College bedeuten, dass er schon 23 ist (die Kombination aus developmental prospect und höherem Alter ist sicher nicht ideal)
    - dürfte durch seine extreme Länge auf OT beschränkt sein, für eine Rolle in der iOL hat er durch seine Länge einfach zu schlechte Leverage
    - overcommitted manchmal nach außen und ist dadurch anfällig für inside-counter-Moves
    - kein konstant guter Anchor gegen kräftige Bullrushes, oft zu aufrecht, wird dann aus der Balance gebracht
    - ziemlich schlechte Technik, besonders im Handeinsatz (Hände oft zu weit außen)
    - Timing und Zielpunkt bei second-level Blocks im Run-Game passen oft nicht (das ist in unserer Offense ein extrem wichtiger Punkt)
    - muss bei seiner extremen Länge darauf achten, nicht zu aufrecht zu spielen
    - hatte beim Senior Bowl große Probleme gegen Bullrusher (wobei 30 Bench-Reps beim Combine eigentlich ein Indiz dafür sein sollten, dass er genug Kraft haben müsste, um das besser zu lösen)

    Rolle und NFL Comp:
    Tytus Howard und Austin Jackson fallen mir direkt ein: Howard war ein small-school developmental OT, der sich bei den Texans zum starting RT entwickelt hat, nachdem er etwas aus der Not heraus überraschend in Runde 1 gedrafted wurde. Auch bei Jackson war immer klar, dass er die körperlichen Fähigkeiten zum NFL OT mitbringt, aber er hat halt 3 Jahre benötigt, um die PS auch auf die Straße zu bringen. Patrick Paul sehe ich als nochmal etwas extremere Version von Jackson: Er hat einen sehr weiten Weg vor sich - aber wenn es bei ihm einmal klickt und seine Technik (v.a. die Hände) verbessert, hat er sehr großes Potenzial. Als Passblocker ist er deutlich weiter als im Rungame. Broderick Jones war im letzten Jahr bei den Steelers ein gutes Beispiel, dass ein technisch unausgereifter developmental OT sich auch durchaus schnell verbessern und den Weg aufs Feld finden kann.

    Scheme Fit:
    Bringt körperlich alles mit, um perfekt in unsere Wide Zone Offense zu passen, muss sich aber technisch in vielen Bereichen noch deutlich verbessern. Aber ja, den Scheme Fit sehe ich durchaus, auch wenn es noch einen anderen OT gegeben hätte, der im Bereich Scheme Fit noch besser gepasst hätte (Kingsley Sumaiataia).

    Impact:
    Developmental OT. Wenn er als Rookie auf dem Feld stehen sollte, ist irgendwo etwas komplett schief gelaufen (Verletzungen bei anderen Spielern). Ich fürchte er benötigt eine komplette "redshirt season", um erstmal im Training die technischen Feinheiten der Position zu lernen (der passende Lehrmeister sollte mit Armstead ja da sein). Auf Sicht könnte er in 1/2/3 Jahren als LT übernehmen. Als Rookie sehe ich ihn im Konkurrenzkampf mit Kion Smith um die Rolle als OT 4. Es würde mich nicht wundern, wenn Paul den Großteil der Spiele als Rookie "inactive" ist.

    Need:
    Terron Armstead und Kendall Lamm werden beide vermutlich ihre Karrieren nach der anstehenden Saison beenden. Wir brauchen also definitiv mittelfristig einen starting OT. Need sehe ich zu 100 Prozent gegeben.

    Value:
    Bei Paul gehen die Meinungen und Grades weit auseinander: Es gab Einschätzungen, die ihn Anfang R2 hatten, es gab aber auch Experten/Teams, die ihn erst für Tag 3 auf dem Board hatten. Auf einem "consensus board" habe ich ihn an 56 gesehen. Bei einem LT prospect mit seinen athletischen Tools finde ich einen späten 2nd rounder vernünftiges Value in der heutigen NFL (wo OT eine extrem hohe Bedeutung hat). Value-technisch habe ich nix zu meckern.

    Was wäre mein Pick gewesen an der Stelle?
    CB Renardo Green wäre mein BPA gewesen. Wenn wir aber davon ausgehen, dass ich in diesem Szenario ja schon einen CB in R1 genommen hätte (Q.Mitchell), dann wäre mein Pick hier wohl OG Christian Haynes oder WR Roman Wilson gewesen. Auch SAF Javon Bullard wäre eine Option gewesen.

    Wie finde ich den Pick?
    In einem Wort: Mutig! Isoliert betrachtet finde ich den Pick völlig in Ordnung und verstehe, was GM Chris Grier in Patrick Paul sieht. In Kombination mit dem Robinson-Pick in Runde 1 finde ich es dann aber extrem mutig: Wir haben unsere gesamte Munition für einen situational Passrusher und einen developmental Tackle verbraten. Wenn es blöd läuft, haben beide Spieler in den ersten 1-2 Jahren Probleme aufs Feld zu kommen und daher kaum Impact. Auf der anderen Seite haben wir aber auch 2 Spieler auf Premium Positionen gepickt, die beide enormes physisches Potenzial mitbringen und damit 2 potenzielle "Franchise Cornerstones" gefunden. Es wird alles davon abhängen, wie sich beide Spieler entwickeln. Extrem formuliert: Wenn es schief geht, könnte diese Draftclass dazu führen, dass Grier seinen Job verliert. Wenn es gut läuft, führt sie dazu, dass er eine Vertragsverlängerung bekommt. Die Kombination dieser beiden Picks ist ein Musterbeispiel für "swinging for the fences".

    Bewegte Bilder:

    Alle Snaps gegen Texas (inkl. der frühen Draftpicks Murphy und Sweat), Paul ist der LT mit Nummer 76:

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    Ein Zusammenschnitt seiner Snaps beim Senior Bowl (größtenteils positiv, der Gegenspieler mit dem goldenen Helm macht es ihm aber auch wirklich nicht schwer):

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    Ein kurzer 2-minute-scouting-report (dem es inhaltlich allerdings etwas an Tiefe und Details fehlt):

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    Wenn ihr wenig Zeit habt, findet ihr hier einen guten Überblick über seine aktuellen Probleme:

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    Draft Review, Teil 1:

    #21 OVR Pick

    Chop Robinson, EDGE, Penn State

    6'3", 254 lbs

    robinson.jpg

    Game Tape:
    + Weltklasse Athletik (4.48 auf 40 yds, 1,54 auf 10 yds, 10'8" broad jump) lässt auf massives Potenzial schließen
    + einer der jüngsten Spieler der Draftclass (im Januar erst 21 geworden), sollte also noch Luft nach oben haben bei seiner Entwicklung
    + relativ zuverlässig: War in 3 Jahren am College nur einmal verletzt (2 Spiele verpasst)
    + kann unbewegliche oder zögerliche Tackles durch reinen Speed im Getoff schlagen
    + solides Edge-Setting für einen Spieler mit seiner Statur
    + sein guter ankle bend macht es dem Gegenspieler schwer, ihn zu blocken
    + spielt weitgehend (aber nicht immer) mit guter Leverage
    + für einen Passrusher ist er auch bei gelegentlichen Coverage-Snaps durchaus brauchbar
    +/- wurde bei Penn State in vielen verschiedenen Rollen eingesetzt (hauptsächlich Edge-Rusher, teilweise aber auch in Coverage und als DT)
    - wenig statistische Produktion: Warum kommt ein so talentierter Spieler nur auf 11,5 Sacks in 3 Jahren? Letzte Saison nur 15 Tackles und 4 Sacks schreien nicht nach 1st round Pick.
    - kurze Arme und kleine Hände machen es ihm schwer, sich von Blocks des OL fern zu halten
    - one-trick-pony: Gewinnt fast ausschließlich durch seinen explosiven Getoff in Kombination mit einem Rip-Move
    - bringt überhaupt keine Counter-Moves mit, muss unbedingt sein Arsenal an Passrush-Moves vergrößern
    - Handeinsatz ist wirklich schlecht, sowohl im Passrush als auch beim block-shedding gegen den Lauf
    - kann gegen den Lauf zu einfach aus dem Play geblock werden
    - kann recht einfach aus dem Gleichgewicht gebracht und dann aus dem Play geblockt werden
    - dürfte eher ein "project" als eine sofortige Verstärkung sein

    Rolle und NFL Comp:
    Robinson ist der klassische 3-4 Speedrusher. Durch seine Athletik sollte er als reiner Passrusher einen recht hohen Floor mitbringen, da er für einige Gegenspieler einfach zu schnell sein dürfte. Für eine Rolle als every-down Starter muss er sich aber gegen den Lauf am Point of Attack verbessern und sein Arsenal von Passrush-Moves erweitern, um weniger ausrechenbar zu sein. Zu Beginn seiner Karriere sehe ich ihn als situational Passrusher, der z.B. bei 3rd & long aufs Feld kommt, wenn man weiß, dass die Offense passen muss. Sollte er seine Schwächen beheben können, hat er aber das Potenzial dazu, einmal einer der besten Passrusher der NFL zu sein. Durch die Kombination aus Position, College und Athletik liegt bei den NFL-Vergleichen im Idealfall der Vergleich zu Cameron Wake und Micah Parsons nahe. Worst case bleibt er dauerhaft ein situational Passrusher im Stile von Charles Harris (wenngleich Robinson bessere athletische Grundlagen mitbringt als Harris). Auch Dion Jordan wäre ein OLB, der trotz toller athletischer Voraussetzungen den Sprung zum NFL-Star nicht geschafft hat (wobei bei Jordan auch Probleme abseits des Platzes eine große Rolle gespielt haben). Robinsons mangelnde College-production erinnert an Odafe Oweh (Ravens 1st rounder 2021, ebenfalls Penn State, ebenfalls mit super Athletik).

    Scheme Fit:
    Es ist davon auszugehen, dass wir eine an die Ravens Defense angelehnte 3-4 (bzw. teilweise 3-3-5) spielen werden. Als OLB passt er mit seiner Athletik perfekt in dieses Scheme (im Gegensatz zum bereits angesprochenen Charles Harris, den wir damals als 3-4 OLB in eine 4-3 pressen wollten). Scheme Fit passt bei Robinson perfekt.

    Impact:
    Durch die Verletzungen von Jaelan Phillips und Bradley Chubb sollte Robinson schon direkt zu Beginn seiner Rookiesaison eine Rolle in der Dolphins Defense spielen, ob nun als Übergangsstarter oder als Passrush-Spezialist, bleibt abzuwarten und hängt sicher auch davon ab, wie Phillips/Chubb ihre Verletzungen überwinden können. Unabhängig von Verletzungen Anderer sehe ich Robinson zunächst eher in einer limitierten Rolle als Passrush-Spezialist. Mittelfristig könnte er sich aber dann zum Starter und ggf. sogar zum echten Superstar entwickeln - die körperlichen Voraussetzungen dafür hat er. Ich sehe Robinson als ziemlichen Boom-or-Bust Pick: Ich verstehe, welches Potenzial man in ihm sieht, aber er hat halt noch einen langen Weg vor sich, um dieses Potenzial ausschöpfen zu können.

    Need:
    Zu Beginn der Saison dürfte durch die bereits angesprochenen Verletzungen von Phillips/Chubb sicher ein Need vorhanden sein, außer den beiden steht mit Shaq Barrett noch ein erfahrener Edgerusher im Kader. Kurzfristig könnte also für ein paar Wochen ein Need da sein. Wenn dann aber Phillips/Chubb im Laufe der Saison hoffentlich wieder voll genesen sind, sehe ich uns mit den beiden auf den Edge-Positionen richtig gut aufgestellt und sehe das Need mittelfristig nicht. Wenn wir wirklich langfristig denken, könnte es aber auch sein, dass man jetzt schon weiß, dass man entweder mit Phillips nicht verlängern will/kann oder sich von Chubb in 1-2 Jahren trennen will. Dann stünde mit Robinson natürlich bereits der hausinterne Nachfolger parat.

    Value:
    Robinson galt als mid-to late 1st rounder, wurde oft in der Gegend zwischen 20 und 30 gesehen. Pick 21 ist sicher eher am frühen Ende des Spektrums, aber aufgrund seines physischen Potenzials kann ich komplett verstehen, wenn man ihn höher auf dem Board hatte. Premium Position an 21 mit einem physisch talentierten Spieler abgedeckt, da finde ich das Value ok.

    Was wäre mein Pick an der Stelle gewesen?
    Leider ging mein Wunschspieler Troy Fautanu einen Pick vorher zu den Steelers und damit habe ich kein wirkliches Value in der O-Line mehr gesehen. In der Situation an #21 wäre CB Quinyon Mitchell mein Pick gewesen, als reiner BPA-Pick. In Mitchell sehe ich einen potenziellen Shutdown Corner, er ist auf meinem Board der höchstgerankte Defense-Spieler dieser gesamten Draftclass.

    Wie finde ich den Pick?
    Ich sage es ganz ehrlich: Meine erste Reaktion war eher negativ. Dies könnte aber auch mit der Enttäuschung zusammenhängen, dass Fautanu uns vor der Nase weggepickt wurde und es dann nicht Mitchell wurde. Mit etwas Abstand und Schlaf kann ich mich mit dem Pick heute aber ganz vernünftig anfreunden. Ich hätte zwar noch 3-4 Spieler vor Robinson auf dem Board gehabt, aber ich kann nachvollziehen, was unser Front Office in ihm sieht.

    Bewegte Bilder:

    Ein Scouting-Video mit bewegten Bildern:

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    Noch ein Scouting-Video mit bewegten Bildern, diesmal speziell aus der Dolphins-Perspektive:

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    Alle Snaps gegen den späteren National Champion Michigan 2023 (Robinson hat Nummer 44):

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    Ich mache mal direkt den Anfang:

    1. Ich tippe auf WR Xavier Worthy für Miami. McDaniel bekommt sein Speed-Spielzeug.
    2. In einer perfekten Welt wäre Troy Fautanu an 21 noch für Miami da. Könnte zunächst als Guard in die Lehre gehen und sich an NFL-Speed gewöhnen und mittelfristig als LT von Armstead übernehmen. Perfekter Fit für unsere Wide Zone.
    3. Ich glaube es wird einen Run auf OT geben und es werden mindestens 8 Tackles in Runde 1 gehen. An Tag 2 kommt dann der Run auf WR.

    Bei 1 lag ich daneben. Bei 2 lag ich ganz knapp daneben (Fautanu ging einen Pick vorher zu den Steelers). Punkt 3 habe ich genau getroffen - es gingen genau 8 Tackles. Der prognostizierte Run auf WR hat allerdings schon am Ende der 1. Runde begonnen (WR an 23, 28, 31, 32)

    Zu Chop Robinson werde ich mich am Sonntag ausführlicher äußern. In kurz: Er war mein Edge-Rusher #3 (hinter Verse und Thomas, aber vor Latu). Ich verstehe, was man in ihm sieht. Ich persönlich sehe aber Edge-Rusher eigentlich nur als Need an, wenn man vielleicht jetzt schon weiß, dass man mit Phillips oder Chubb mittelfristig nicht weiter machen will. Ich hätte Robinson an der Stelle nicht gepickt, kann aber nachvollziehen, warum Grier den Pick gemacht hat.

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    Anscheinend wollte Miami gegen Ende der 1. Runde nochmal hoch. Ich bin mir halbwegs sicher, dass es da um WR Xavier Worthy ging. Die Chiefs haben vermutlich Wind davon bekommen und dann selber hoch getradet um ihn zu bekommen.

    Fände prinzipiell einen Downtrade nicht verkehrt, sodass man einen dritten vernünftigen Pick bekommt, da wir einfach sehr viele Baustellen haben.

    In einem Monat bekommen wir 18,5 Mio zusätzlichen Capspace durch den June-1st Cut von Xavien Howard. Da öffnet sich für Miami ein ganz neues Free Agent Fenster, in dem wir sicher noch ein paar brauchbare Spieler verpflichten werden. Es wird kaum möglich sein, die aktuellen Baustellen rein durch den Draft zu beheben, egal ob mit oder ohne Downtrade.

    Was hältst du denn von Cooper DeJean? Habe mehrere Mock Drafts / Expertenmeinungen gesehen, wonach er bei den Dolphins landen könnte, weil er als CB/Safety-Hybrid eingesetzt werden könnte und Weaver in der Vergangenheit viel auf 3-Safety-Personnel gesetzt hat.

    Spannender Spieler, den ich mir tatsächlich auch gut in Miami vorstellen könnte. Wenn wir Jalen Ramsey flexibel inside/outside einsetzen wollen, brauchen wir zusätzliche Puzzlestücke, die man ebenfalls umherschieben kann, um für Ramsey gute Matchups zu erzeugen. DeJean wäre so ein Spieler, der eine Corner/Safety/Nickel-Hybrid-Rolle einnehmen könnte, wie sie einst mal für Minkah Fitzpatrick vorgesehen war (der diese Rolle aber nicht spielen wollte, weil er lieber ein klar definierter Safety sein wollte, was zu einem Zerwürfnis mit unserem damaligen Head Coach geführt hat). In meiner Liste tauchte er einfach aus dem Grund nicht auf, weil ich ihn in etwa dort sehe, wo er auch auf den meisten Konsens-Boards gesehen wird (late 1st Grade, er ist die #24 auf meinem Board).

    Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass die Dolphins weder DT noch TE in den ersten beiden Runden angehen werden. OL, WR, CB/S sehe ich als realistischste Optionen, ggf. noch Edge, je nachdem ob einer der Top-Edges bis zur #21 durchrutscht.

    Das glaube ich inzwischen auch. Die PK von Chris Grier neulich ließ durchblicken, dass man DT nicht zwangsläufig als großes Need sieht (die Verpflichtung von Teair Tartt hat da sicher nochmal geholfen, solider Spieler). Auf TE hat man 3 Spieler, die alle solide Rollenspieler sind, es fehlt halt nur ein echter every-down TE. Den sehe ich aber in dieser Class auch nicht unbedingt, mit anderthalb Ausnahmen: Brock Bowers wird für uns nicht erreichbar sein und für Ben Sinnott dürften unsere Picks nicht passen (55 zu früh, 158 zu spät).

    Spieler, die ich nach Abschluss meines Scoutings deutlich höher gerankt habe als der Konsens:

    - Troy Fautanu (perfekter Fit für Miamis Offense, daher mein OT 3)
    - Johnny Newton (Ich habe ihn auf dem Platz ziemlich gleichauf mit Byron Murphy als DT1a und DT1b; wenngleich es bei Newton anscheinend medizinische Fragezeichen geben soll)
    - Ricky Pearsall (perfekter Fit als dritter WR in unserer Offense, WR 5 auf meinem Board)
    - Max Melton (fand ihn auf Tape stärker als viele der CB, die gemeinhin vor ihm gerankt werden, CB 5 bei mir)
    - Christian Hayes (DER perfekte Wide Zone Guard, Day 1 Starter in unserer Offense)
    - Jaden Hicks (mag ich in einer Eric-Rowe-artigen Rolle als "Anti-TE-Matchup")
    - Dadrion Taylor-Demerson (Athletik, Leadership, könnte als dritter Safety direkt als Rookie eine Rolle in unserer Defense haben)
    - Malik Washington (Wenn er 10 cm größer wäre, würden wir über einen 1st round WR sprechen)
    - Renardo Green (Hat Malik Nabers weitgehend aus dem Spiel genommen. Ich habe keine Ahnung, warum über ihn nicht als Top 50 Pick gesprochen wird, vielleicht habe ich aber auch zu viel FSU Brille auf.)
    - Cornelius Johnson (In Michigans run-heavy Offense hat er einfach sehr wenige Targets bekommen - der Vergleich zu Nico Collins und/oder Donovan Peoples-Jones liegt nahe)
    - Tip Reiman (scheint ein komischer Vogel zu sein, ist aber als TE ein überragender Blocker und bringt gute Athletik mit, um auch im Passspiel eine Rolle spielen zu können - wurde am College aber kaum als Passcatcher eingesetzt)
    - McKinnley Jackson (athletischer DT, der im College nicht immer seinen Stärken entsprechend eingesetzt wurde, traue ihm eine gute NFL Karriere zu)
    - Fabien Lovett (NFL-ready 2-down Nose Tackle)
    - Evan Anderson (mein lieblings late-round Sleeper im gesamten Draft, wollte ihn hier zumindest genannt haben - ihr seht: Ich mag die late-round DT/NT in dieser Class!)


    Spieler, die ich auf keinen Fall in Runde 1 bei den Dolphins sehen möchte (ich beschränke mich auf Spieler, die gemeinhin als 1st round Kandidaten gelten):

    - Laiatu Latu (Wo soll er spielen wenn Phillips/Chubb wieder fit sind? Latu hat große medical concerns und hatte am College Probleme, sich gegen gute OT durchzusetzen - fast die gesamte Sack-Production kam gegen schwache Gegenspieler)
    - Brian Thomas (halte ich zumindest teilweise für ein Produkt der LSU Offense, der mir als WR zu "raw" ist, um früh Spielzeit zu bekommen)
    - Nate Wiggins (verletzungsanfällig und undersized, seine Coverage war nicht so gut wie es seine Combine-Zeit vermuten lässt)
    - AD Mitchell (major health concerns)
    - Tyler Guyton (guter Athlet, aber sehr schlechte Technik, vor Allem im Bereich Handeinsatz, Guyton wird sehr lange Anlaufzeit brauchen, bis er auf NFL Level verlässlich blocken kann --> Austin Jackson?)
    - Jackson Powers-Johnson (Wenn ihr dachtet, dass Connor Williams schlechte Shotgun Snaps hatte, schaut euch bloß nicht Powers-Johnson an...)
    - Keon Coleman (Ist er beweglich genug, um auf NFL Level separation zu generieren? Falls nicht: Einen reinen contested-catch-WR drafte ich nicht in Runde 1.)
    - Troy Franklin (auf meinem Board nicht unter den top 10 WR gerankt)
    - Zach Frazier (kein guter Scheme Fit in einer Wide Zone Offense)
    - außerdem würde ich in Runde 1 alle Spieler auf den Positionen QB (außer Williams und Daniels), RB, TE (außer Bowers), ILB, SAF, K, P kategorisch ausschließen.


    Ich werde während des Drafts vermutlich eher nicht hier im Forum aktiv sein. In den Tagen nach dem Draft (Sonntag???) werde ich dann hier aber wie gewohnt die Picks der Dolphins halbwegs ausführlich vorstellen.

    Morgen Nacht ist es dann soweit und der Draft steht an. Ich habe im Vorfeld 3 Fragen an euch:

    1. Was glaubt ihr, wen die Dolphins mit dem ersten Pick nehmen?
    2. Welcher Spieler wäre euer persönlicher (halbwegs realistischer) Wunschpick für die Dolphins?
    3. Welche potenzielle Überraschung könnt ihr euch in Runde 1 vorstellen?


    Ich mache mal direkt den Anfang:

    1. Ich tippe auf WR Xavier Worthy für Miami. McDaniel bekommt sein Speed-Spielzeug.
    2. In einer perfekten Welt wäre Troy Fautanu an 21 noch für Miami da. Könnte zunächst als Guard in die Lehre gehen und sich an NFL-Speed gewöhnen und mittelfristig als LT von Armstead übernehmen. Perfekter Fit für unsere Wide Zone.
    3. Ich glaube es wird einen Run auf OT geben und es werden mindestens 8 Tackles in Runde 1 gehen. An Tag 2 kommt dann der Run auf WR.

    State of the Roster - Pre-Draft:

    Bevor in einer Woche der Draft beginnt, werfen wir einen Blick auf das aktuelle Roster der Dolphins, um herauszufinden, wo noch Lücken im Kader sind und wo sich die gepickten Spieler möglicherweise einsortieren könnten. Ich unterteile den aktuellen Kader in verschiedene Kategorien:

    Quality Starter: Ein richtig guter Spieler, der bei (fast) allen NFL Teams auf seiner Position starten würde.
    Starter: Kann als Starter eingeplant werden, zählt aber nicht zur NFL Elite.
    Rotational: An der Grenze zwischen Starter und Backup, wird aber im Laufe der Saison sicher seine Rolle auf dem Feld spielen.
    Backup: Sollte eigentlich nur aufs Feld, wenn andere Spieler ausfallen.
    Replacement Level: Austauschbarer Spieler, der darum kämpfen muss, aufs 53er Roster zu kommen und unter normalen Bedingungen kaum Spielzeit sehen sollte.
    incomplete evaluation: Es ist noch nicht abschätzbar, welche Rolle dieser Spieler haben könnte.


    QB: Tua (Starter), Mike White (Backup), Skylar Thompson (Replacement Level)
    Draft Need: Wenn überhaupt könnte ich mir einen late-round QB vorstellen, der zunächst als QB3 beginnt und vielleicht in 1-2 Jahren zum Backup aufsteigen kann. Als Starter sind wir committed zu Tua (es geht mir hier nicht darum, zu kommentieren, was ich davon halte). Kein Need.

    RB: Raheem Mostert (Starter), Devon Achane (Starter), Jeff Wilson (Rotational oder Backup), Chris Brooks (Backup), Salvon Ahmed (Replacement Level)
    Draft Need: Der Kader könnte einen kräftigen RB für short-yardage Situationen gebrauchen, also ein Upgrade über Chris Brooks. Kein großes Need.

    FB: Alec Ingold (Starter), steht langfristig unter Vertrag, kein Need.

    WR: Tyreek Hill (Quality Starter), Jaylen Waddle (Quality Starter), Braxton Berrios (Backup & Returner), Erik Ezukanma (Backup mit Rotational Potenzial), River Cracraft (Backup), Baylon Sanders (Replacement), Anthony Schwartz (Replacement), Matt Sexton (Replacement)
    Draft Need: Wir haben keinen WR 3 und sollten uns nicht komplett darauf verlassen, dass Ezukanma den Sprung im dritten Jahr machen kann. Klares Need in meinen Augen, etwas kleineres Need, falls man sich hinter den Kulissen tatsächlich mit Odell Beckham einig sein sollte.

    TE: Durham Smythe (Rotational), Jonnu Smith (Rotational), Julian Hill (incomplete, mindestens Backup), Jody Fortson (incomplete), Tanner Conner (Replacement)
    Draft Need: Einen every-down Starter haben wir nicht, dafür allerdings mehrere solide Rollenspieler. Ich sehe in dieser TE Class nicht viele Spieler, die ein Upgrade über Smythe/Smith darstellen würden (Bowers dürfte an 21 schon weg sein). Ich persönlich sehe hier ein kleines Need, glaube aber dass Grier/McDonald die Position als fertig besetzt ansehen.

    OL: Terron Armstead (Quality Starter, wenn fit), Austin Jackson (Starter), Aaron Brewer (Starter), Isaiah Wynn (Starter, wenn fit), Rob Jones (Rotational), Jack Driscoll (Rotational), Kendall Lamm (Rotational) Liam Eichenberg (Backup), Kion Smith (Backup mit Potenzial für mehr), Lester Cotton (Replacement), Chasen Hines (incomplete), Ryan Hayes (incomplete)
    Draft Need: Ich sehe 4 klare Starter, von denen allerdings 2 extrem verletzungsanfälllig sind. Der Abgang von Rob Hunt wurde bisher nicht angemessen kompensiert. In meinen Augen haben wir ein klares Need auf Guard. Letzte Saison ist uns die kaputte OL in der zweiten Saisonhälfte zum Verhängnis geworden. Aktuell sind wir in der OL eher schwächer als stärker geworden (Driscoll < Hunt, Brewer = Williams).

    DL: Zach Sieler (Quality Starter), Teair Tartt (Rotational/Starter), Benito Jones (Rotational), DaShawn Hand (Rotational), Jonathan Harris (Backup/Rotational), Neville Gallimore (Backup/Rotational), Brandon Pili (incomplete), Isaiah Mack (incomplete), Daviyon Nixon (invomplete)
    Draft Need: Ich würde mich wohler fühlen, wenn wir noch einen echten Starter auf DE hätten. Der Abgang von Christian Wilkins wurde eher durch Quantität als durch Qualität kompensiert.

    EDGE: Jaelan Phillips (Quality Starter, verletzt), Bradley Chubb (Quality Starter, verletzt), Shaq Barrett (Rotational), Cam Goode (Backup, langfristig verletzt), Zeke Vandenburgh (incomplete/replacement), Quinton Bell (replacement)
    Draft Need: Wenn alle fit sind, haben wir 3 vernünftige Spieler für 2 Positionen. Da aber Phillips und Chubb beide von schweren Verletzungen zurück kommen, könnte es sein, dass wir hier zu Saisonbeginn noch unterbesetzt sind. Ich würde hier aber lieber einen veteran FA verpflichten als einen frühen Pick für einen Spieler zu investieren, der nach der Rückkehr von Phillips/Chubb dann auf die Bank muss. Bei einem late-round Pick kann man nicht davon ausgehen, dass er als Soforthilfe dienen kann. Für mich daher eher kein Draft Need, sondern eher ein FA Need.

    LB: Jordyn Brooks (Starter), David Long (Starter), Anthony Walker (Rotational), Duke Riley (Backup & Special Teamer), Channing Tindall (incomplete), Cam Brown (Special Teamer)
    Draft Need: Wenn wir davon ausgehen, dass in unserer Defense meist 2 dieser Spieler auf dem Feld stehen, gelegentlich auch nur einer, dann sind wir hier solide aufgestellt. Kein Need (und auch keine gute LB Class).

    CB: Jalen Ramsey (Quality Starter), Kendall Fuller (Starter), Kader Kohou (Rotational), Cam Smith (incomplete), Nik Needham (Backup), Ethan Bonner (Backup), Siran Neal (Special Teamer)
    Draft Need: Howard wurde durch Fuller ersetzt, ansonsten die gleiche Gruppe wie letzte Saison. Es hängt viel davon ab, wie unser Staff Cam Smith sieht. Mir wäre wohler, wenn wir hier noch einen Spieler hinzu holen würden, ich sehe durchaus ein Need - zumal wir in den letzten Jahren auf CB auch immer viele Verletzungen hatten.

    SAF: Jevon Holland (Quality Starter), Jordan Poyer (Starter?), Elijah Campbell (Backup)
    Draft Need: Wir haben nur 3 Safeties im Kader und spielen eine Defense, in der immer 2 bis 3 Safeties auf dem Platz stehen (wobei erwähnt werden sollte, dass die Grenzen zwischen Box Safety und Nickel Corner natürlich ziemlich fließend sind). Klares Need! Es gäbe allerdings noch eine Hand voll Free Agent Safeties, die als Soforthilfe verfügbar wären (im Bereich Starter Level).

    Kicker/Punter/Holder/Returner haben wir im Kader. Kein Need.


    Grundsätzlich ist Chris Grier seiner Strategie treu geblieben und man versucht, mit möglichst wenigen offensichtlichen Needs in den Draft zu gehen. Ich persönlich würde unsere Needs in etwa so ordnen:

    WR (falls man sich nicht mit Beckham einigen kann sehe ich WR als größtes Need)
    OG (Hunt ist weg, Wynn oft verletzt, wollen wir uns wirklich auf Driscoll und Jones/Eichenberg als Starter verlassen???)
    DE (wir suchen einen 3-4 DE, also einen 5-tech mit langen Armen und ca. 280 bis 310 Pfund)
    WR (falls man sich mit Beckham einig ist, würde WR von Need 1 auf Need 4 rücken)
    CB (wollen wir uns wirklich darauf verlassen, dass Cam Smith auf Starter-Level spielen kann???)
    SAF (brauchen wir definitiv noch, aber es gibt noch einige gute verfügbare Free Agents)
    EDGE (wir brauchen eine Übergangslösung für Anfang der Saison, da würde ich einen veteran FA bevorzugen)

    Aktuell haben wir nur 2 Picks in den ersten 150 Picks (#21 und #55). Es gibt eine große Lücke zwischen #55 und #158, es würde mich nicht wundern, wenn wir versuchen, diese Lücke durch einen Trade zu verkleinern, entweder per Downtrade von 21 oder 55, oder per Uptrade unter Einbeziehung von Picks aus dem nächsten Jahr (da haben wir zusätzliche Munition durch comp-picks).

    So Freunde, noch 2 Wochen bis zum Draft...

    Ich habe in den letzten Wochen an 2 verschiedenen Mock Drafts für die Dolphins teilgenommen und würde euch die beiden Draft Classes hier kurz vorstellen:

    Facebook Mock:
    1-21: Johnny Newton, DT, Illinois
    2-55: Ricky Pearsall, WR, Florida
    4-129: Tanor Bortolini, C/G, Wisconsin
    6-184: Isaac Guerendo, RB, Louisville

    NFL-Talk Mock:
    1-21: JC Latham, OT, Alabama
    2-55: Braden Fiske, DL, FSU
    5-143: McKinnley Jackson, NT, Texas A&M
    6-184: Rasheen Ali, RB, Marshall
    7-241: Xavier Thomas, EDGE, Clemson

    In beiden Mocks habe ich versucht, in R1 und R2 runterzutraden, hatte aber mangels Angeboten überhaupt keine Möglichkeit dazu. Daher habe ich mich in beiden Fällen dazu entschieden, die große Lücke zwischen den Picks 55 und 158 etwas zu verkleinern. Wenn ich beim NFL-Talk Mock in Runde 2 gewusst hätte, dass ich McKinnley Jackson in R5 noch bekommen kann, hätte ich vermutlich an 55 nicht Braden Fiske gepickt, sondern eine andere Position bedient (WR Pearsall, NCB Sainristil oder CB Melton wären vermutlich die Kandidaten gewesen). Grundsätzlich habe ich bewusst keine Spieler doppelt gepickt und versucht, beide Mocks nicht zu ähnlich zu gestalten.

    Dolphins picken Xavier Thomas:

    Mein höchstgerankter Spieler wäre ein NT gewesen, aber diese Position hatte ich in Runde 5 bereits bedient und 2x NT wäre ein wenig overkill gewesen. Daher fiel die Wahl auf Xavier Thomas. Thomas kam einst als Superstar-Recruit nach Clemson und hatte direkt als Freshman schon Impact, galt als kommender Superstar und nahezu sicherer 1st round pick. Dann wurde er allerdings immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und hat im Laufe seiner College Karriere auch öffentlich über Probleme im Bereich mental health gesprochen. Inzwischen hat Thomas 6 Jahre in Clemson gespielt und ist 24 Jahre alt (als Freshman hat er noch mit Christian Wilkins und Dexter Lawrence bei Clemson gespielt und galt eigentlich als Nachfolger des damaligen 1st rounders Clelin Ferrell). Am Ende konnte er die hohen Erwartungen und den Hype aus seiner Recruiting Zeit nie wirklich erfüllen.
    Für die NFL sehe ich hier einen Spieler, der ein klar definiertes Profil mitbringt: Er ist für einen NFL Edge-Rusher etwas undersized (6'2", 243 lbs, knapp 33er Arme), bringt aber einen sehr schnellen ersten Schritt und generell gute Athletik mit. Er ist der typische undersized situational Passrusher, den du bei 3rd & 6 (oder mehr) und bei 2-minute-drills des Gegners auf den Platz schickst, wenn du dir sicher bist, dass die Offense passen muss. Ich könnte mir vorstellen, dass Thomas auch für den einen oder anderen NFL Offensive Tackle zu schnell und beweglich ist und dort gute Matchups generieren kann. Über Xavier Thomas gegen den Lauf hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens, gerade im Bereich Edge-Setting ist er wirklich schlecht. Natürlich ist Thomas ein "one-trick pony". Aber den einen Trick (outside speed rush) kann er halt wirklich gut - und diesen Trick kann man in der heutigen NFL immer mal wieder gebrauchen. Natürlich sei dazu gesagt: Wir sind in der 7. Runde - die Chancen, dass ein Spieler hier die in ihn gesteckten Hoffnungen vollumpfänglich erfüllt, sind halbwegs gering. Von den meisten der hier gepickten Spielern werden wir in 2-3 Jahren nichts mehr hören. Aber im best case sehe ich für Xavier Thomas eine ähnliche Rolle, wie sie Josh Huff in den letzten Jahren bei den Jets hatte.

    Damit sind die Dolphins für dieses Jahr durch. Wie immer geht Dank an die Draftleitung. Ich finde ihr macht seit Jahren einen super Job.

    Ich habe mich lange nicht zwischen Davis und Ali entscheiden können. Wie bereits geschrieben, könnten die Patriots unter Van Pelt mehr Zone Running in der Offense einbinden, insbesondere Wide Zone. Hierfür wäre Ali wesentlich besser geeignet als Davis. Mich hat letztendlich die unklare Verletzungshistorie (welche Knieverletzung hatte er 2022?) und die wirklich hohe Funble Rate abgeschreckt.

    Beides valide Punkte. Die vielen Fumbles sehe ich dabei als größeres der beiden Probleme. Die Verletzung aus 2022 hat er augenscheinlich gut überwunden und konnte 2023 an seine starken Leistungen aus 2021 anknüpfen. Wir sind halt in Runde 6 - da wird es keinen perfekten Spieler mehr geben und man muss immer irgendwo Abstriche machen. In diesem Fall habe ich halt einen Spieler, der perfekt in die Offense passt, der aber ein paar Fumbles zu viel hatte. Wäre mir in Runde 3 zu viel Risiko gewesen, aber in Runde 6 habe ich da kein Problem mit.

    Dolphins picken RB Rasheen Ali:

    Ali bringt das Skillset eines klassischen one-cut RB mit, das passt perfekt in unser Wide Zone Running Scheme. Kann inside/outside laufen, bringt guten Burst aus den Cuts mit und hat bereits Erfahrung als Receiver (sowohl aus dem Backfield, als auch split out wide). Mit Raheem Mostert und Davone Achane sind wir zwar nominell auf RB1 und RB2 gut aufgestellt, aber beide Spieler waren in der Vergangenheit immer mal wieder verletzt. Und solange Salvon Ahmed in Miami immer wieder einen neuen Vertrag bekommt, werde ich hier im Mock auch immer wieder einen RB draften um ihn im 53er Kader zu ersetzen. In Miami sehe ich Ali zunächst als Backup (RB3 oder RB4), der sich im Laufe der Zeit aber eine größere Rolle verdienen könnte und mittelfristig Teil eines RB Komitees werden könnte.