Still Playoffs, wohoo, ich freu mich und für alle, die jetzt keine negativen vibes gebrauchen können, bitte einfach nicht weiterlesen.
An alle anderen, ich kann gar nicht sagen, wann ich das letzte Mal so emotionslos eine letzte Woche der regular zur Kenntnis genommen habe, nicht, weil ich mich plötzlich nicht mehr für football interessiere, sondern weil ich das Gefühl habe, meine franchaise ist mindestens genau so emotionslos wie ich. Und das wäre auch an diesem Punkt der Saison völlig ok, wenn ich Fan der (no offense) Browns, Giants oder Titans wäre. Dann spielt der letzte Spieltag keine Rolle mehr und es ist eher nervig, dass man sich nochmal umziehen muss.
Bei Teams, bei denen klar ist, dass die Saison weiter geht und selbst, wenn sie bei egal welchem Ergebnis den Playoff-spot nicht mehr ändern können, erwarte ich da trotzdem einiges an Feuer. Und natürlich insbesondere bei meinen Packers. Wir sehen jede Saison in jedem 3. Spiel, dass football im Kopf entschieden wird und dann bringen wir uns nun in eine Situation, in der selbst die größten Packersfans kaum noch einen Pfifferling auf uns setzen dürften.
Heute also ein absolut unansehnliches 3-16 gegen den Letzten aus der eigenen Division. Mit einem Matchplan, der von Anfang an daraus ausgelegt war, nur möglichst schnell die Uhr ruterlaufen zu lassen und wieder nach Hause zu fahren. Es ist ja ok, die Starter zu schonen, wenn du die Playoffs sicher hast, aber in unserem Fall frage ich mich, ob das wirklich die einzige Prämisse sein darf. Wir kommen aus einem 0-3 streak und nehmen den 0-4 wissentlich in Kauf. Verzichten auf den QB, der seit Wochen nicht gespielt hat und verpassen die Gelegenheit, ihm nun den nötigen Rythmus zu geben. All unsere offensiven Waffen, ob vermeintlich oder bereits nachgewiesen (Kraft, Watson, Reed, Jacobs, Golden, Wicks, Musgrave) sind entweder bereits out für die Playoffs oder wurden trotz des Fehlens ihren Konkurrenten kaum eingesetzt.
Es mag oldschool sein, aber ich habe football in den 90ern gelernt und da war das eben so und für mich hat sich seit dem auch irgendwie nichts geändert. Deine 5 wichtigsten Spieler sind die offensiv und defensiv jeweils beiden besten am Boden und in der Luft plus der QB. Bei den Packers also Jacobs, Kraft/ Parson, McKinney plus Love. Kraft und Parsons sind für die Postseason raus, Jacobs spielt vielleicht, Love (s.o.) ohne jeden Rhytmus, McKinney, als einziger der Elitegroup, der durchgespielt hat, blieb dieses Jahr deutlich hinter den Erwartungen zurück. Mit außergewöhnlich guten tranches kannst du 1-2 Ausfälle davon ausgleichen, aber auch hier sind wir weit entfernt von gut mit den dauerhaften Ausfällen auf beiden Seiten.
Daher frage ich mich, ob wir als Franchaise wirklich jeglichen Biss verloren haben, wie es mir halt vorkommt. Die ganze Offseason und spätestens nach dem Parsonsdeal waren alle eingestimmt auf den long run und nun kommt es mir so vor, als würden wir uns nächsten Sonntag hechelnd und keuchend und dankbar aus einer Spielzeit verabschieden, von der wir uns alle viel mehr versprochen hatten. Und meine einzige Hoffnung ist ebenfalls nicht als Affront gemeint, aber sind die Bears, weil sie eben die Bears sind. Sie empfangen uns mit all den beschriebenen Problemen daheim als 2. der Conference und werden schon irgendeinen Weg finden, es irgendwie zu verkacken, eben, weil sie die Bears sind. Und anschließend kassieren wir ein 3-47 von irgendwem und bleiben mit dem Gefühl zurück, dass es hätte viel mehr werden können.
Also keine Ahnung, was ich eigentlich sagen will, ich hätte mich heute Nacht nur so gerne viel besser gefühlt.