Trump spricht nun also von einem bis zu vier Wochen andauernden Kampfeinsatz und davon, dass die neue iranische Führung bereits bei ihm um neue Verhandlungen gebeten hat, was diese jedoch umgehend verneint hat.
Ich wäre doch mehr als überrascht, wenn man das Regime in einem Monat gestürzt hätte und das iranische Volk einer freien und prosperierenden Zukunft entgegenblickt, so sehr ich mir das wie alle anderen hier wünschen würde. Ich befürchte allerdings, dass man ohne die berühmten boots on the grounds nichts davon erreichen wird. Nur weil der Ayatollah tot ist, ist das nicht das Ende des Regimes. Die Hisbollah hat ihren Chef Hassan Nassrallah vor bald anderthalb Jahren verloren, wurde laut verschiedenen Verlautbarungen durch die IDF vernichtend geschlagen und schießt seit gestern doch wieder fleißig Raketen auf Israel. Wie soll das dann erst mit einem x-fach größeren Iran laufen?
Das Land hat sich jahrelang auf diesen Moment vorbereiten können, hatte alle Führungspositionen mit einer vierfachen Nachfolgeregelung geregelt zur Vermeidung von Führungschaos, die Kriegsführung dezentral aufgestellt und Abschussrampen im ganzen Land plus zwar angeschlagene, aber keinesfalls vernichtete Proxies in der Region. Und auch wenn es aufgrund der westlichen Sanktionen über eine teils extrem veraltete Militärtechnik verfügt, wird es trotzdem in der Lage sein, hohe Kollateralschäden zu erzeugen. Sei es durch unmittelbare Angriffe auf die Golfstaaten oder mittelbar durch ein Beben an den Börsen und einen Anstieg des Ölpreises. Und das sind bekanntlich Punkte, bei denen unsere Gesellschaft doch recht sensibel reagiert. Auch glaube ich kaum, dass die israelischen Depots an Interceptor Raketen für einen langen Krieg ausreichen werden.
Ich verstehe die Freude vieler Exil-Iraner:innen, aber halte das auch hier im Forum teilweise angestimmte Triumpgeheule noch für sehr voreilig, sondern habe die Befürchtung, dass der ganzen Welt hier eine ganz schlimme Phase bevorsteht. Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass entweder dass Mullah-Regime fällt oder das Trump-Regime in Washington (was im Übrigen keine Gleichsetzung sein soll, falls hier gleich der ein oder andere republikanische Fanboy auf die Barrikaden geht). Beide gemeinsam wirds wohl nicht mehr lange geben,