Beiträge von perdokan

    Übrigens noch eine Info allgemeiner Art.


    Ich bin seit gestern mittag das zweite Mal mit Biontech geimpft. Nebenwirkungen bislang lediglich eine gewisse Flügellahmheit (Arm tut weh), sonst nix.


    Möglicherweise mag der eine oder andere aber auch bemerkt haben, dass ich noch mehr Unsinn schreibe als sonst schon ;)

    Seine Prognosen, die der Bild und Politik immer sehr gefällig waren und dann nie bis selten eintrafen?

    Zumindest bei der Saisonalität lag er richtig, aber ich gebe Dir Recht. Diese vielen Prognosen waren ebenfalls nicht hilfreich, da war einiges dabei was nicht zutraf und genau diese Art von Wissenschaftlern finde ich nicht zielführend, wie geschrieben.

    Ich habe nicht geschrieben revidiert sondern umfassend korrigiert und genau das steht doch auch in Deinem Artikel... Man kann jetzt über umfassend streiten, streiche es von mir aus und belasse es bei korrigiert. Mal davon abgesehen, dass eine spätere Studie, welche die erste Einschätzung bestätigt jetzt am grundsätzlichen Problem nichts ändert. Dann hat man halt beim blinden Zielschießen getroffen. Ich kritisiere das blinde Zielschießen und nicht das was dabei rausgekommen ist.


    Was Dir aber die Expertise gibt über einen Hendrik Streeck umfassend zu urteilen, keine Ahnung...

    vielleicht dieses hier:

    Das Problem für die Öffentlichkeit ist auch, dass ein Mediemimperium dauernd versucht, die Experten zu diskreditieren und bei dem ganzen Schmutz der geworfen wird, irgendwas am Ende bei den einfachen Leuten doh hängen bleibt.


    Hierzu hatte ich doch auch etwas geschrieben:

    Und in Hindsight ist es auch immer einfach zu argumentieren, welche Maßnahmen nötig waren oder welche überzogen waren.


    Natürlich gebe ich zu, dass das Ganze im Kontext der damaligen Situation gesehen werden muss und da müssen natürlich irgendwo auch mildernde Umstände gelten, da seinerzeit eine vollkommene Unsicherheit herrschte


    Nochmal! Es geht mir überhaupt nicht um die Maßnahme als solche. Ich hätte die Schulen auch geschlossen seinerzeit, jedenfalls nach heutigem Erkenntnisstand. Ich habe doch klar geschrieben woran ich meine Kritik festmache.

    Mein Problem mit solchen Äußerungen ist nicht, was du dir wünschst, sondern die m. E. falsche Behauptung, dass "die Experten" deine Wünsche nicht schon längst erfüllen. Sicher mag es den einen oder die andere geben, die unangemessen forsch auftreten, aber nach meiner Wahrnehmung sind das die Ausnahmen und nicht die Regel. Wenn du das anders siehst, benenne doch mal Ross und Reiter. Gerade für Drosten, den du ein paar Mal erwähnt hast, sind doch Formulierungen wie "wir wissen es einfach noch nicht, es gibt allenfalls erste Hinweise, dass vielleicht..." oder "da muss man mit der Interpretation ganz vorsichtig sein, weil bisher nur eine Pressemitteilung der Studienleiter vorliegt oder ein Preprint, an dem im Review-Prozess noch einiges passieren könnte" absolut typisch.


    Hier hake ich gern nochmal ein. Du hast sicherlich Recht, dass es eine große Anzahl von Experten und Wissenschaftlern gibt, die sehr defensiv auftreten, vernünftig argumentieren und versuchen im wissenschaftlichen Diskurs einen Erkenntnisgewinn voranzutreiben. Ich räume ein, dass ich an der Stelle, genau wie alle anderen, eher auf die "Lautsprecher" schaue, die natürlich medial viel geballter auftreten, da Sie den Medienschaffenden "Futter" liefern.

    Als weiteren Faktor muss man dazu natürlich noch sehen, dass Wissenschaft und der wissenschaftliche Diskurs selten in solch einem Mediengewitter stattfand und wir da aktuell eine Ausnahmesituation hatten und haben.


    Was ich aber weiterhin kritisiere und da kommt auch ein Christian Drosten wieder ins Spiel mache ich nochmal am Beispiel der Schulschließungen im ersten Lockdown deutlich. Ich hatte dazu einen gut recherchierten Spiegel-Artikel gepostet, der leider mittlerweile hinter einer Bezahlschranke ist. Natürlich gebe ich zu, dass das Ganze im Kontext der damaligen Situation gesehen werden muss und da müssen natürlich irgendwo auch mildernde Umstände gelten, da seinerzeit eine vollkommene Unsicherheit herrschte. Trotzdem finde ich persönlich, dass ein Fachmann wie Herr Drosten sich niemals dazu hätte hinreißen lassen dürfen für Schulschließungen auf Basis einer Studie zu argumentieren, die gar nicht dass neue Corona-Virus zum Inhalt hatte. Sicherlich macht es sich die Politik an der Stelle zu einfach, aber aus wissenschaftlicher Sicht wäre es eben ratsam gewesen zu sagen "Ich kann Ihnen da aktuell noch nicht weiterhelfen, das entscheiden Sie bitte allein." Anschließend gab es ja seitens Christian Drosten dann recht schnell eine Studie, welche den Nachweis liefern sollte das Kinder genauso infektiös sind. Diese musste schnell umfassend korrigiert werden, einen Gefallen hat er sich aus meiner Sicht damit nicht getan.


    Warum plädiere ich hier so eindeutig? Es gab zum damaligen Zeitpunkt schlicht keine greifbaren und belastbaren Erkenntnisse zum neuen Corona-Virus und seiner Infektiösität (eine Zeitlang glaubte man ja auch noch es würde nicht per Aerosolen übertragen) und in dem speziellen Kontext zur Infektiösität bei Kindern. Das war ein totaler Nebel und da hilft es aus meiner Sicht überhaupt nicht weiter wenn man dann Experten bedrängt (das hat die Politik mit Sicherheit getan) um von diesen einen wissenschaftlich fundierten Rat zu erhalten. Da wird die Wissenschaft dann aus meiner Sicht nämlich zur Alchimie und davon halte ich persönlich eben nichts.


    Ich sage nochmals, dass ich nicht dafür plädiere Maulkörbe zu erteilen oder Ähnliches. Ich setze mich einfach nur kritisch mit einigen Experten auseinander.


    Christian Drosten übrigens ist in seinen Podcasts ganz anders. Da empfinde ich ihn als eine Art Prototyp des Wissenschaftlers, der verschiedenste Erkenntnisse abwägt, Unsicherheiten benennt und sich am Ende ganz vorsichtig an eine Einordnung herantastet.


    Hier übrigens noch ein weiteres Beispiel:

    https://www.welt.de/wissenscha…n-der-Delta-Variante.html


    Das empfinde ich persönlich als anmaßend und vollkommen zu weit gehend. Daran hatte ich auch mein Eingangsposting aufgehängt. Gerade Frau Brinkmann hatte sich mit Ihren Modellen kurz bevor extrem geirrt und (anscheinend wegen des fehlenden saisonalen Faktors) und jetzt kommt Sie sofort wieder daher (ich formuliere es bewußt so salopp) und warnt eindringlichst. Das finde ich so einfach nicht korrekt. Man findet aktuell immer ein warnendes Beispiel und würde auch die andere Variante eines positiven Beispiels finden. Solange die Modelle so oft danebenliegen sollte aus meiner Sicht mal eine vorsichtigere Rhetorik gewählt werden. Ansonsten muss man auch überlegen ob der eine oder andere Wissenschaftler oder Experte ein wenig an der eigenen Hybris gefallen gefunden hat. Das wäre menschlich und erklärbar, aber eben für uns alle überhaupt nicht hilfreich.

    Das nicht. Aber eben aufgrund von Erfahrungen und Modellen eine Zusammenstellung "möglicher Erkenntnisse" bzw. deren Auswirkungen mit entsprechender (wahrscheinlichkeitsbasierter) Beurteilung.

    Wir sind da gar nicht auseinander. Ich lege eigentlich nur meinen Finger tiefer in die Wunde indem ich darauf hinweise, dass wir möglicherweise nur einen Bruchteil des notwendigen Fachwissens parat haben. Das macht wie ich schon erklärte halt vielen Menschen erst einmal Angst.


    Natürlich sollen Wissenschaftler und Experten auf Basis Ihres Wissens Aussagen treffen. Aber Sie müssen eben auch die Basis Ihrer Erkenntnisse einordnen (was natürlich auch nur ein Versuch sein kann) und in Anbetracht einer Jahrhundert-Pandemie mit einem neuartigen Erreger wäre keinem Experten ein Zacken aus der sprichwörtlichen Krone gebrochen wenn er seine möglichen Erkenntnisse eben im Sinne einer wahrscheinlichkeitsbasierten Beurteilung als viel zu dünn um belastbar zu sein gekennzeichnet hätte.


    Trotzdem ist das doch das ganz klassische Risikomanagement was man einfach betreiben muss. Wenn nur sehr wenige Fakten vorhanden sind müssen diese beurteilt und am besten mit bewährten Modellen abgebildet werden (immer mit der entsprechenden Info dazu). Ansonsten kommt man nicht zu sinnvollen Handlungsempfehlungen die einfach notwendig sind.

    Du hast vollkommen recht, dass man Risikomanagement betreiben muss und gerade am Anfang war da die beste Strategie: Vollbremsung!

    Das ist dann auch eine sinnvolle Handlungsempfehlung für den Anfang und danach wird es dann eben sehr schwierig weil die Situation volatil ist, man Ihr immer hinterherhechelt (Mutationen) und sich die diversen Forscher (nach einer Weile gab es unzählige Veröffentlichungen zu Covid-19) im Wettbewerb miteinander befinden. Dieser Wettbewerb geht zu Lasten der Genauigkeit und Tiefe und befördert eher lautstarke und kernige Thesen, das haben wir oft genug erlebt (bspw. war die englische Variante nach ersten Erkenntnissen deutlich tödlicher, heute sieht man das nicht mehr so). Und genau an dem Punkt wird es dann problematisch bezgl. der sinnvollen Handlungsempfehlungen, jedenfalls aus meiner Sicht.


    Das hat er doch gar nicht gesagt. Bei einer unklaren Datenlage wünscht man sich, dass die Wissenschaftler den aktuellen Stand der Erkenntnisse und die daraus ableitbaren Erwartungen darstellen, dass sie die Unsicherheit der Daten klar benennen und wenn möglich mit Wahrscheinlichkeitsaussagen versehen und dass sie ihre Erkenntnisse aktualisieren und ggf. revidieren, sobald es einen neuen Stand gibt. Das Problem, dass die Unsicherheit von Wahrscheinlichkeitsaussagen und die Veränderlichkeit von Erkenntnissen durch neuere und/oder bessere Daten vielen Menschen schwer zu vermitteln ist, lässt sich nicht durch einen Maulkorb für Wissenschaftler lösen.


    Mir geht es nicht darum Wissenschaftler ans Kreuz zu nageln, aber man darf sich gerade in Bezug auf die Corona-Pandemie auch einmal kritisch zur Rolle der Wissenschaft äußern ohne diese damit verdammen zu wollen. Da gibt es finde ich deutliche Möglichkeiten der Optimierung. Ich fordere auch keinen Maulkorb, beim besten Willen nicht. Ich wünsche mir persönlich (jeder darf es anders sehen) eine genauere Herangehensweise und ehrlichere Einordnung ("wir wissen es schlichtweg noch nicht") seitens der Experten. Wenn man genau so vorgeht wie Du oben forderst, dann kann man polemisch formuliert auch mit Wahrsagern vorlieb nehmen, der Unterschied ist nur dass deren Erkenntnisse grundsätzlich nicht genauer werden je länger Sie Ihre Arbeit machen.

    Nope! Natürlich geht das so nicht! Egal wie „schlecht“ die vorhandenen Daten und das aktuelle Wissen über das Virus ist, mit so einer Haltung würde sich die Wissenschaft aus der Verantwortung stehlen und zweifelhafte Entscheidungen von Politikern sanktionieren.


    Da bin ich aber mal froh, dass das unsere Blase anders entschieden hat.

    Du wünscht Dir also aufgrund einer unklaren Datenlage trotzdem klare Erkenntnisse?


    Ich kann den Wunsch ja verstehen, den hat doch jeder, habe ich ja auch versucht darzulegen, aber ist das dann wirklich sinnvoll? Wenn man lange genug nachfragt wird man einen Wissenschaftler / Experten / Fachmann finden der einem einen Standpunkt liefert. Wir hatten hier im Forum zum Beispiel mal die Diskussion über den "Lieblingsvirologen" und wenn wir mal ganz ehrlich sind war das im Grunde absurd. Ich habe damals aber auch mitgemacht und heute schmunzel ich da ein wenig über mich selbst. Die Diskussion war ja im Grunde nur möglich weil alle Forscher mehr oder weniger im Trüben gefischt haben und jeder seine eigene Weltsicht nach außen trug. Einige Standpunkte zwischen Drosten, Streeck, Kekule usw. waren schon deutlich auseinander, aber war das letztlich sinnvoll oder hilfreich?


    Es geht nicht um aus der Verantwortung stehlen, das hatte ich ja auch geschrieben dass es eine grundlegende Maßnahme gibt die immer hilft: Kontaktreduzierung. Das wäre aus meiner Sicht die sinnvollste Ansage gewesen und damit hätte man auch Schulen schließen können und es damit begründen können. Stattdessen wollte man das Ganze hochwissenschaftlich bewerten anhand von Studien, die aufzeigen sollten: Kontakt unter Kindern ist entweder weniger oder mehr gefährlich. Und genau diese Studien hätte man seinerzeit einfach sein lassen sollen. Warum? Weil das alles heute überholt ist und womöglich morgen wieder. Das braucht eben Zeit und dieser Standpunkt ist der wissenschaftlich einzig sinnvolle!

    Aber genau DAS war doch sein Standpunkt und genau DAS hat er doch gesagt :madness

    https://www.spiegel.de/politik…02-0001-0000-000171667043


    Diese Quelle hat dazu einen anderen Standpunkt. Ich glaube wir sehen an dieser Stelle halt relativ gut warum die Forderung von mir, dass sich Wissenschaftler bei unklarer Daten- und Faktenlage ganz zurückhaltend äußern sollten, nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Mir ist auch klar, dass das gerade bei diesem Thema sehr, sehr schwierig ist. Es macht es aber nicht unbedingt besser und ich will darüber auch gar nicht urteilen, sondern habe vor allem versucht zu erklären warum die Öffentlichkeit den Wunsch hat klare Handlungsanweisungen und Fakten geliefert zu bekommen und im Grunde niemand diese Nachfrage bedienen kann (zumindest nicht mit Fakten als Resultat langwieriger hochwissenschaftlicher Forschung).


    Es wird weiterhin wissenschaftliche Verlautbarungen geben und da wird auch immer darauf hingewiesen: Nach heutigem Stand. Aber wie gesagt: Wenn der heutige Stand möglicherweise nahe an der Erkenntnis 0 ist, dann hilft das eben auch nix. Und ja das ist bezogen auf sehr spezifische Fragestellungen leider möglich und da sind wir als Kollektiv schlicht zu ungeduldig.


    Die diversen Modellierungsmodelle und Ihr kolossaler Irrtum sollte uns doch eigentlich klarmachen, dass wir von einem echten Erkenntnisgewinn nach wie vor weit entfernt sind. Ich verstehe nicht warum es vielen Menschen so schwer fällt sich das einfach mal einzugestehen. Das heißt ja überhaupt nicht, dass alles falsch war was wir gemacht haben. Das heißt nur, dass wir Zeit brauchen werden um alle Zusammenhänge zu verstehen und womöglich werden wir einiges nie gänzlich verstehen (im wissenschaftlichen Sinn).

    Am Ende als Verlierer dastehen würde man meiner Ansicht nach, wenn man aus Angst, falsch zu liegen, gar nichts sagt, daher gar nichts passiert, und die Infektionen sich ungebremst ausbreiten können, mit der Folge von wesentlich mehr Toten, einer Überlastung und des letzlichen Zusammenbruchs des Gesundheitssystems. Klar, das ist der Worst Case, aber ist ja nun nicht so, als ob man das in anderen Ländern nicht so beobachten konnte.


    Da hast Du mich jetzt aber falsch verstanden. Es ging überhaupt nicht darum, dass man als Wissenschaftler dann einfach gar nichts sagt sondern um die konkrete Empfehlung "Schulschließung ja oder nein". Da hätte die Wissenschaft und in dem Fall Christian Drosten seinerzeit einfach sagen sollen: Ich kann Euch dazu keine klare Empfehlung geben, wir haben das Virus seit 3 Monaten, es gibt schlichtweg noch keine Quellen- und Datenlage die eine Empfehlung nach wissenschaftlichen Standpunkten rechtfertigen würde, das müssen Sie ganz allein entscheiden Frau Bundeskanzlerin.


    Die Empfehlung Kontakte stark zu reduzieren hingegen wurde immer gegeben und war auch immer richtig, wird es auch immer sein. Das kann man zu Viren generell sagen. Aber was man nach 3 Monaten eben nicht sagen konnte war ob Kinder das Virus leichter verbreiten oder eben nicht. Im konkreten Fall haben unsere ach wie tollen Medien das Ganze damals noch schön aufgebauscht und Kinder wurden eine Zeitlang wie die Pestbringer persönlich angesehen und gemieden. Das war wirklich kein Meisterstück unserer Gesellschaft, aber darüber spricht man heute kaum noch weil es den Menschen peinlich ist.


    Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema:

    Es geht in meiner Argumentation ein Stück weit um Psychologie. Wir Menschen als Kollektiv halten Situationen nunmal schlecht aus über die wir wenig bis gar keine Kontrolle haben. Das zieht sich durch die kulturelle Entwicklung des Menschen wie ein roter Faden. Frühere Kulturen haben sogar Kinder geopfert um die Götter milde zu stimmen, der Grundgedanke war dahinter eben immer, dass man sich dann weniger als Spielball der Götter / Elemente sehen muss sondern durch eine aktive Handlung ein wenig "Kontrolle" gewinnt. Das mag abwegig und sogar verrückt klingen, aber so war es nunmal. Auch in unserer heutigen aufgeklärten Zeit haben wir eben immernoch das evolutionäre Erbe in uns, dass wir möglichst alles kontrollieren und aktiv beeinflussen wollen um uns bloß nicht ohnmächtig zu fühlen. Selbstverständlich opfern wir keine Kinder mehr, aber wir sind nach wie vor immer gewillt aktiv zu bleiben und geben diesen Handlungen dann einen Vernunftrahmen.


    Dieser Vernunftrahmen soll uns nach Möglichkeit von der Wissenschaft geliefert werden. Das klappt auch zu vielen Themen und auch beim Corona-Virus geht das meiste in die richtige Richtung. Impfstoffe zum Beispiel sind eine tolle Entwicklung und zeigen, dass wir die Kontrolle aufgrund unserer technischen Möglichkeiten schnell wieder gewinnen können.


    Es gibt aber eben auch die andere Seite und da ist der Wunsch vieler Menschen nach möglichst kleinteiligen Handlungsempfehlungen. Da mag vieles im Allgemeinen auch stimmen, aber ich kann mich auch infizieren wenn ich eben alles einhalte, da es keine 100% Sicherheit gibt und geben kann. Da wir das aber nicht so gerne hören, wird dann eben schnell nach einem Sündenbock gesucht bzw. müssen dann noch mehr und noch kleinteiligere Maßnahmen her damit nichts mehr passieren kann. Das ist dann der Bereich der Massenpsychologie und eine Art kollektiver Kontrollzwang. Ich höre das auch nicht so gerne, aber ich denke schon dass wir als Gruppe diesem Verhalten ein Stück weit unterliegen.


    Also nochmal der entscheidende Punkt: Man muss aus meiner Sicht einfach aushalten können, dass wir als Menschheit längst nicht so viel wissen wie wir zu wissen glauben. Das gilt im speziellen eben auch für Viren und Ihre Ausbreitung. Da hilft es uns nichts wenn wir uns gezwungenermaßen plötzlich ganz fokussiert mit dem Thema beschäftigen müssen und dann sollen aber sowas von schnell Antworten und Strategien her, am besten vorgestern. Da kann dann halt nicht viel bei rauskommen und das muss uns klar sein. Man stochert dann ein Stück weit im Nebel oder fährt auf Sicht um eine vielzitierte Metapher zu bemühen. Und da würde ich mir von seriösen Wissenschaftlern wünschen, dass Sie sich medial nicht vor irgendwelche Karren spannen lassen und einfach ganz klar sagen: Wir machen unsere Arbeit und für ein Fazit ist es viel zu früh. Wir geben gerne in einigen Monaten einen Zwischenbericht, der kann aber auch ziemlich falsch sein. Haltet Euch an die grundlegenden Dinge wie Kontakte stark reduzieren, wartet auf die Impfung und wir können Euch ansonsten auch nicht viel mehr sagen.


    Ich gebe übrigens offen zu, dass ich anfangs auch alle möglichen Studien zu dem Thema gelesen habe und auch ganz viele Ergebnisse haben wollte. Ich glaube das ist auch völlig normal. Aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass es eben Jahre dauern wird ein echtes Fazit zu ziehen und viele Zusammenhänge richtig zu verstehen und das halte ich aus und warte darauf.

    Diesen Vorwurf halte ich, von einigen Individuen mal abgesehen, ehrlich gesagt für unberechtigt. Gerade die Wissenschaftler wie Drosten gestehen doch regelmäßig ein, dass ihre Aussagen nur auf dem jeweils aktuellen Kenntnisstand beruhen, und die aufgezeigten Modelle eintreffen könnten. Das impliziert doch, das man die Aussagen nach neuen Informationen und Erkenntnissen anpasst oder revidiert. Genau das macht ja seriöse Wissenschaft aus.

    Naja aber überleg mal als das Problem Coronavirus im März / April 2020 hier so richtig angekommen ist. Seinerzeit war ja die Debatte unter anderem "Schulen auf oder zu" und die Politik hat sich später mehr oder weniger elegant aus der Affäre laviert und C. Drosten einen großen Teil der Verantwortung zu den Schulschließungen rübergeschoben (das war im anschließenden Sommer als die Schulschließungen dann sehr unpopulär waren). Es wurde dann berichtet, dass Christian Drosten recht kurzfristig seine Meinung zu dem Thema verändert hatte und er hat das auch zugegeben und auf eine neue Studie verwiesen wonach Kinder genauso infektiös seien. Diese hatte ihm eine Kollegin am Vorabend übersendet.


    Ich kann das ganze Dilemma in dem die Wissenschaftler damals und auch heute stecken ja nachvollziehen und Sie sollen Antworten liefern, Handlungsanweisungen geben und so weiter und so fort. Aber das Problem ist ja an obigem Thema auch ein Stück weit exemplarisch festzumachen. Was für eine Qualität soll eine Studie haben, die ein Virus zum Thema hat, dass seit 3 Monaten kursiert? Wie gut sollen die vorliegenden Daten sein? Wie gut sollen die Schlußfolgerungen sein? Wie umfänglich kann man das Thema beurteilen?


    Natürlich wird dann immer die Einschränkung gebraucht "Nach dem jetzigen Erkenntnisstand". Nur wenn dieser Stand irgendwo knapp über 0 liegt bzw. liegen könnte, dann sollte man aus meinem Verständnis eben keine Handlungsanweisungen und Antworten liefern, egal wie groß der Druck oder die Nachfrage ist. Am Ende kann man da doch nur als Verlierer dastehen und obiges Beispiel zu Drosten traf das finde ich auch ganz gut. Denn der Wildtyp, der damals noch verbreitet war, hat sich unter Kindern anscheinend nicht so schnell verbreitet (und auch diese Aussage ist nach wie vor mit Vorsicht zu genießen).


    Das Kerndilemma in dem die Menschheit dadurch bedingt steckt ist aus meiner Sicht eine Art kollektiver Selbsttäuschung Herr der Situation sein zu können. Das sind wir einfach nicht und der starke Anstieg im Oktober und der starke Abfall im Juni bezgl. der Infektionen zeigen vor allem, dass unser Verhalten eben dann nur zu einem Teil (wie groß der Einfluß genau ist, wir wissen es schlicht nicht) überhaupt Einfluß auf den Verlauf der Infektionskurven hat. Da wird dann hektisch versucht klare Ursachen (Querdenker, Maßnahmenmüdigkeit, unverantwortliches Verhalten, Notwendigkeit zum Lockdown light usw.) zu benennen und die Wissenschaft soll es alles flankieren indem sofort Studien die Wirksamkeit von Lockdowns, Masken und allem Möglichen belegen. Diese Dinge werden sicherlich alle eine gewisse Wirksamkeit haben, aber es ist eben schlicht unmöglich festzustellen wie groß diese Wirkung ist bzw. es würde Jahre brauchen um es auch nur annähernd einzugrenzen und genau diesen hilflosen Zustand halten wir kollektiv dann eben nicht aus. Da muss doch irgendwer Schuld sein und es kann doch schlicht nicht sein, dass wir im Endeffekt auch bei Virenverbreitungskurven einer Laune der Natur unterliegen, zumindest weitgehend.


    Diese These sollte man zumindest mal zulassen finde ich. Ich weiß auch nicht wie hoch unser kollektives Verhalten die Virenausbreitung verlangsamen oder gar stoppen kann. Es wird schon ein Stück weit wirken, möglicherweise sogar sehr weit, aber es ist eben auch durchaus denkbar, dass wir im Sommer im Grunde machen können was wir wollen und im Herbst die Kurve wieder steigt, egal ob es Reiserückkehrer gibt, Maskenverweigerer im Stadion oder eine EM über den ganzen Kontinent.

    Aktuell gibt es leider wenig Neuigkeiten.


    Daher vielleicht mal die folgende Frage in unsere Runde hier: Welche Positionsgruppe seht Ihr als die größte Problemposition und warum?


    Ich fange gleich einmal an: Inside Linebacker. Das Loch dort ist jetzt seit Jahren bekannt und es wurde letzte Saison aus meiner Sicht eher zaghaft versucht es zu stopfen (Kirksey) und jetzt sollen es halt die jungen Leute irgendwie richten (Martin).

    Ich finde diese Position viel wichtiger als es uns Analytics und andere glauben machen wollen. Wenn Du im Zentrum einen Top-Defender mit hohem Spielverständnis hast, dann ist das aus meiner Sicht eine ganz wichtige Säule. Dadurch wird sowohl der Run als auch der Pass des Gegners in seiner Wirkung stark eingeschränkt.

    Übrigens als allgemeines Fazit würde ich mir als nächstes Auto sofort ein reines Elektroauto kaufen. Ich hoffe sehr, dass es da in den nächsten Jahren auch größere Kombis mit guter Reichweite geben wird. Ich konnte mir jahrelang nicht so recht vorstellen elektrisch zu fahren, man war ja über Jahrzehnte das sprichwörtliche "Benzin im Blut" gewohnt, aber es ist ein Riesengewinn an Komfort und für Menschen die gerne zügig anfahren: Auch Ihr kommt auf Eure Kosten.


    Viel wichtiger erscheint mir aber, dass der LKW-Verkehr so schnell wie möglich emissionsärmer wird. Da hätte längst angesetzt werden müssen und mein Eindruck ist leider, dass da immernoch viel zu wenig passiert.

    Mal etwas allgemeinere Gedanken meinerseits zur aktuellen Situation.


    Es erscheint mir derzeit durchaus ein wenig Optimismus angebracht. Natürlich kann niemand die Zukunft vorhersagen und es wäre aus meiner Sicht wünschenswert wenn der eine odere andere selbsternannte "Prophet" mal ein wenig demütiger und vorsichtiger auftritt. Frau Brinkmann beispielsweise hat sich mit Ihren Modellierungen vor Monaten im Nachhinein betrachtet doch sehr geirrt. Vermutlich weil der saisonale Faktor viel zu gering gewichtet war. Warum Sie dann jetzt wieder neue Prognosen zur Delta-Variante mit markigen Worten in die Welt posaunt erschließt sich mir schlichtweg nicht.


    Bitte nicht falsch verstehen, es ist absolut nicht auszuschließen dass Sie dieses Mal Recht behält und Sie ist nur ein Beispiel von mehreren. Aber und jetzt kommt mein entscheidender Kritikpunkt: Gerade die Wissenschaft sollte einfach mal offen eingestehen, dass Sie über das Corona-Virus und Viren im Allgemeinen gar nicht so viel weiß wie Sie vorgibt zu wissen. Mein Eindruck ist, dass wir uns als Menschheit mal insgesamt kritischer hinterfragen sollten ob wir wirklich ein so tiefes Verständnis von solch komplexen Vorgängen (in die 1.000.000 Faktoren hineinspielen) wie einer Virusausbreitung haben und vielleicht einfach mal die Hochrechnungen und Vorhersagen sein lassen. Ich weiß, dass diese nachgefragt werden und darum werden Sie auch weiter geliefert werden, aber ich erachte es nicht für sinnvoll. Darüberhinaus ähneln die Schlagzeilen zur Delta-Variante doch sehr den Schlagzeilen zur britischen Variante. Auch damals wurden hektische Studien "zusammengeschustert" (der Begriff erscheint hier angebracht) und es gab Warnungen noch und nöcher und der Begriff der Pandemie in der Pandemie wurde geboren. Hierzu hatte ich seinerzeit schon geschrieben, dass ein Ioannidis schlichtweg vollkommen Recht hat, wenn er sinngemäß sagt dass man in 2 Wochen nicht das Ergebnis liefern kann für das man normalerweise 20 Jahre Forschungsarbeit braucht. Diesen Fakt wird auch grundsätzlich jeder einsehen und verstehen, aber irgendwie schaffen es ganz viele nicht diesen Fakt dann auch wirklich umzusetzen und letztlich Geduld aufzubringen.


    Für Medienschaffende ist dieser Nebel der Unwissenheit am Anfang neuer Varianten doch das Beste überhaupt. Da findet sich immer irgendein Forscher, der markige Warnungen raushaut, die sich im Nachhinein zwar als übertrieben herausstellen, aber fürs erste hat man sein Geschäft gemacht.


    Möglicherweise ist dieses Wandeln / Mutieren von Corona-Viren völlig normal. Wir können es nicht mit Gewissheit sagen, andere Virenstämme zeigen ähnliches Verhalten. Wir werden es in rund 20 Jahren genauer wissen und bis dahin müssen wir natürlich mit einer gewissen Vorsicht auf verschiedene Entwicklungen schauen, sollten aber auch nicht immer ein Beispiel nehmen (Großbritannien oder Lissabon aktuell bezogen auf die Delta-Variante) und Gegenbeispiele (USA, Israel) ignorieren. Es gibt wie oben bereits geschrieben rund 1.000.000 Faktoren die hineinspielen und die sich regional und saisonal anscheinend auch noch stark unterscheiden.


    Zumindest wird uns das Thema noch eine ganze Weile erhalten bleiben, da bin ich mir sicher.

    Hmmm, der Voll-Hybrid scheint mir aber auch nur eine aufgepimpte Version des Mild-Hybrid zu sein. Ich habe leider noch keine Zahlen gefunden, wie groß die rein elektrische Reichweite ist und wie strak der Benzinverbrauch reduziert wird.

    Ich bin immer noch skeptisch, werde aber mal tiefer graben.

    So habe ich das auch herausgelesen. Das ist im Grunde ein gleiches Paar Schuhe nur mit kleinen Unterschieden in der Batteriekapazität.


    Ich würde mir halt genau überlegen wie es sich finanziell gestaltet. Ein Plug-In-Hybrid wird ja nicht unwesentlich gefördert (wenn die Förderung denn mal fließt ;)) und daher glaube ich, dass diese Variante bei einer simplen Kosten-Nutzen-Matrix die Nase vorn hat. Sollte man zum Beispiel bei der Arbeit kostenfrei nachladen dürfen wäre das ein weiterer wichtiger Vorteil. Dazu kommt, dass die Verbrauchskosten generell niedriger sind (Strom gegen Benzinpreis) und diese Schere wahrscheinlich noch größer wird. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an. Man schafft aus meiner Erfahrung egal ob man innerorts oder außerorts fährt eigentlich recht zuverlässig die 40 km per Strom, nur wenn man rasen wollen würde wird es nix.

    Die Frage ist halt: Vollhybrid oder Plug-In? Der Arbeitsweg besteht aus ca. 2/3 innerorts und ca. 1/3 Landstraße.

    Wenn Du wirklich einen größeren Teil der Strecke elektrisch fahren willst dann kommst Du am Plug-In-Hybriden nicht vorbei. Ich finde den Begriff Vollhybrid hier etwas unglücklich. Ein Vollhybrid schafft in der Regel nur einige Kilometer rein elektrisch und wird nur per Rekuperation geladen. Das ist dann eigentlich nur ein etwas umweltfreundlicher Verbrenner.

    Vielleicht verstehe ich es falsch, aber ich würde sagen, dass es nicht albern ist. Den Umweltbonus soll ja der Käufer und keinesfalls der Verkäufer erhalten. Und im Sinne des Verbraucher- also Käuferschutzes- wird hier geprüft, dass der Verkäufer nicht einfach 9000€ über Liste verkauft und somit er statt der Käufer subventioniert wird

    Das was Du anmerkst ist grundsätzlich richtig, halte ich aber für unwahrscheinlich bzw. wäre es leicht zu umgehen. Dann wird eben das Fahrzeug zum Listenpreis verkauft und eine Kofferraumwanne kostet 9.000 Euro zusätzlich. Das wäre wiederum legal und gemäß der Vertragsfreiheit möglich. Es geht ja nur darum, dass der Listenpreis korrekt ausgewiesen wird. Außerdem ist der KfZ-Markt ja ein Käufermarkt und somit halte ich es für unwahrscheinlich, dass derartige Betrügereien vorkommen.


    Und B) Potenziert sich ja die Möglichkeit der Endpreise durch Anzahl der verschiedenen Motorisiersarten, Exterieur wie Spoiler, Lackfarbe, Lichtpaket etc und Interieur wie Sitze, Naviausstattung und weitere Extras scnell bis ins Millionenfache, so dass eine Abfrage hier sinnvoller erscheint.

    Ist auch korrekt, aber diese Ausstattungen werden dann extra ausgeführt. Es gibt tatsächlich eine Liste der Bafa mit Motorisierungsvariante und dazugehörigem Listenpreis. Es geht der Bafa halt nur darum, dass dieser Preis irgendwo erscheint, idealerweise auf der Rechnung, aber auch die AB würde man wohl akzeptieren. Ich sehe den wirklichen Sinn immernoch nicht, siehe oben, aber es gibt sicherlich auch schlimmere Probleme.

    Ich wollte einmal meine hybriden Erfahrungen ein wenig teilen. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen ja bei seiner Kaufentscheidung.


    Ich habe mir einen großen Schweden-Kombi mit Hybrid-Antrieb (Elektro- und Ottomotor) gekauft. Das Fahrzeug selbst wirkt technisch sehr ausgereift, ist sehr komfortabel und bietet reichlich Platz. Allgemein finde ich das elektrische Fahren super angenehm und fahre gerne auch ganz gezielt elektrisch (standardmäßig ist immer der Hybridmodus eingeschaltet, ich kann manuell aber den reinen E-Modus auswählen).


    Nun aber zu den wichtigsten Fakten:

    - Verbrauch: Ich bin kürzlich mit rund 50 Litern Benzin etwas über 1280 km weit gekommen. Das sind nach meiner Rechnung knapp unter 4 Liter Benzin pro 100 Kilometer gewesen. Natürlich habe ich in der Zeit dafür dann reichlich Strom verbraucht. Da es sich dabei um reinen Ökostrom handelt finde ich das aber grundsätzlich einen Schritt nach vorn.


    - Wallbox: Eine Vorrausetzung für einen 900 Euro Zuschuss der KfW war der Nachweis eines Ökostromtarifs. Ansonsten muss man noch die Rechnung des Elektrikers einreichen und alles läuft. Das ging wirklich sehr unkompliziert. Ich habe rund 1400 Euro insgesamt bezahlt und davon habe ich 900 als Zuschuss erhalten. Das finde ich in Ordnung. Das Laden per Wallbox ist wirklich supereinfach und bequem. Es reicht nach meiner Erfahrung eine einfache Wallbox ohne großen technischen Schnick-Schnack aus (keine Handysteuerung usw.). Grundsätzlich ist eine Wallbox auch für Noch-Nicht-E-Auto-Besitzer eine Überlegung wert, da der Zuschuss unabhängig vom Besitz eines E-Autos fließt.


    - Umweltbonus: Dieser wird durch die Bafa ausgezahlt und das ganze ist aktuell eine kleine Hängepartie. Ich habe den Antrag sofort nach Zulassung gestellt und die gewünschten Unterlagen (Rechnung usw.) mitgesendet. Leider kam nach rund 6 Wochen die Aufforderung noch Unterlagen nachzureichen. Anscheinend ist der typische deutsche KfZ-Handelsbetrieb nicht in der Lage auf seinen Rechnungen den Herstelleranteil des Umweltbonus sauber auszuweisen. Ich habe nach einigem Hin und Her vom Händler eine neue Rechnung erhalten. Außerdem hat die Bafa bemängelt, dass der Listenpreis des Basismodells noch nachgewiesen werden muss. Da wird es dann aus meiner Sicht mal wieder albern, aber ich habe dann die Auftragsbestätigung hinterhergesendet und darauf sind die Einzelpreise feinstens aufgegliedert. Da mein Fahrzeugmodell grundsätzlich förderberechtigt ist und es mir neu wäre, dass Fahrzeughersteller plötzlich unbekannte Modelle auf den Markt zaubern verstehe ich diese Formalie nicht. Aber gut vielleicht dient es der Schaffung von Arbeitsplätzen wenn man Dinge verkompliziert ;).


    - Reichweite elektrisch bei Hybridfahrzeugen: Nach dem Aufladen zeigt mein Auto immer ziemlich genau 40 Kilometer elektrische Reichweite an. Ich habe festgestellt, dass ich doch auch recht häufig kurze Strecken fahre und daher durchaus einen größeren Teil elektrisch, siehe Verbrauch. Das Fahrzeug schaltet bei Überlandfahrten sehr selbständig um und man merkt es meist nicht. Das ist auf jeden Fall gut gelöst, ohne großes Ruckeln etc. Wenn ich per Navi fahre, dann wird der E-Verbrauch auf die Entfernung angepasst und der Elektromotor nur leicht zugeschaltet. Das macht ebenfalls Sinn. Das Auto rekuperiert auch Energie, aber da sollte man sich nicht zuviel von erhoffen, so richtig bemerkt habe ich da noch keinen Effekt.


    Falls jemand weitere Nachfragen hat gerne stellen :)

    Na wenn Du das denkst, glaubst Du auch an den Weihnachtsmann.


    Das reguläre Budget der Bundesagentur für Arbeit reicht schon seit Monaten nicht mehr dafür aus und wurde vom Bund inzwischen mit 12,5 Milliarden aufgestockt und nun werden noch weitere 7,4 Milliarden benötigt.


    Aber Hauptsache blöd und maximal arrogant daherreden…. :xywave:


    Bitte! Muss das sein?


    Sag ich doch! Und schon während der Finanzkrise konnte es gar nicht genug staatliche Unterstützung geben. Da waren die sogenannten Liberalen aber in der ersten Reihe mit ihren Forderungen. Und nachdem die Branche mit öffentliche Mitteln durch die Krise kam, ging die Zockerei wieder fröhlich weiter. Und bitte bloß keine regulativen Eingriffe in den heiligen Finanzmarkt, der sich mittlerweile immer mehr von der Realwirtschaft entfernt hat.

    Wie sicherlich bekannt ist waren die "sogenannten Liberalen" seinerzeit nicht in der Bundesregierung vertreten insofern finde ich den Vorwurf etwas daneben. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass seinerzeit die Forderung aus der FDP kam die Banken zu retten damit diese fröhlich weiter zocken können. Da würde ich ein wenig Mäßigung gut finden. Du mußt die FDP und Ihre Positionen nicht mögen, aber das ist mir persönlich deutlich zu unsachlich.

    Zum allgemeinen Thema würde ich gern auch einmal meinen sprichwörtlichen Senf dazugeben. Leider habe ich aktuell beruflich bedingt soviel um die Ohren, dass ich kaum dazu komme.


    Es gibt aktuell ja die Debatte um die Grünen und Annalena Baerbock. Ich kriege hier und auch in diversen Medien immer wieder Stimmen mit die eine ungleiche Behandlung wittern und argumentieren ala "Scheuer und Masken-Affäre" gegen "Lebenslauf Annalena". Das finde ich ehrlich gesagt recht albern in der Argumentation. Ich sehe die Maskenaffäre bzw. -affären und die Union generell kritisch und vieles wird da zu leicht übergangen, aber das ist ein ganz eigenes Thema und eignet sich einfach nicht als Vergleich oder als Relativierung der diversen Probleme welche Annalena Baerbock aktuell selbstverschuldet durchzustehen hat.


    Ich bezeichne die Grünen im allgemeinen im Scherz gerne leicht überspitzt als "moderne Ablasshändler". Mir ist bewußt, dass der eine oder andere diese Bezeichnung jetzt nehmen wird um sich über mich aufzuregen aber dann sei es so ;) Es geht mir dabei um folgendes: Die Grünen rekrutieren viele Wähler, die an sich selbst einen hohen moralischen Anspruch haben und die einen bewußten gesellschaftlichen Wandel wollen. Ob der eine oder andere da manches Mal vielleicht übers Ziel hinausschießt und seinen Blick zu sehr auf andere und zu wenig auf sich selbst richtet sei mal dahingestellt aber es ist ja grundsätzlich absolut wünschenswert wenn Menschen einen reflektierten Umgang pflegen und sich selbst und auch die Gesellschaft weiterentwickeln wollen und vor allem Fehlentwicklungen aufzeigen und aufhalten wollen (Stichwort Klimawandel). Diese Wähler haben dann aber folgerichtig einen hohen Anspruch, man könnte auch eine hohe Nachfrage sagen, nach moralisch integeren Führungsfiguren und die grüne Partei will Ihnen genau das liefern.

    Nun ist es aber so, dass ausgerechnet die Spitzenkandidatin beim Corona-Bonus schonmal heftig danebengelangt hat. Was das ehrlich gesagt sollte kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie man sowenig Feingefühl haben kann, da wird sogar so manches CDU-Urgestein neidisch ;) Es ist ja sicherlich nicht so, dass die 1.500 Euro für Frau Baerbocks Konto einen relevanten Effekt hatten.

    Dann kommt Ihr nächstes großes Problem zum Vorschein: Sie hat schlichtweg fast keine nennenswerten Qualifikationen und genau das wurde durch die Lebenslauf-Fehlerchen nochmal so richtig hervorgehoben. Ich habe mich ehrlich gesagt wirklich gefragt was Frau Baerbock eigentlich dazu befähigt Kanzlerin zu werden? Wäre Sie keine Frau, wäre Sie für Ihre Unerfahrenheit mit Sicherheit härter angegangen worden. Das kann auch so nicht der Sinn sein wenn man endlich die Geschlechter gleichstellen will.

    Dieses Gesamtpaket hat einfach viele potentielle Wähler aktuell stark verschreckt und ich glaube dieses Mal kein bisschen, dass es die 16 Cent Mehrkosten für Benzin waren. Das wollen sich vielleicht einige gerne einreden um die Wählerschaft ein wenig abzuwerten und abzustempeln aber ich denke, dass es die Nachfrage nach moralischer Integrität und einer hohen Glaubwürdigkeit auf der einen Seite und die mangelnde Lieferung dessen durch Annalena Baerbock auf der anderen Seite waren, welche die Grünen aktuell in den Umfragen auf Tiefflug schicken und ich finde ganz offen gesprochen total zu Recht!

    Es ist Geld, dass der Arbeitnehmer erhält, weil der Arbeitgeber vorübergehend seinen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag nicht nachkommt.

    Diese Darstellung ist nun aber zur Unkenntlichkeit simplifiziert. Der Sinn und Zweck von Kurzarbeitergeldern ist das sozialverträgliche Auffangen von schwierigen Zeiten für die Unternehmen und infolgedessen für die Beschäftigten. Normalerweise hätten etliche Menschen aufgrund der Pandemie Ihre Jobs schlichtweg verloren (entweder weil Ihnen betriebsbedingt gekündigt worden wäre oder weil Ihre Arbeitgeber Insolvenz angemeldet hätten). Durch die Ausweitung der Kurzarbeitergelder und die massive Bezuschussung des Sozialtopfes der Arbeitslosenversicherung (aus dem diese Gelder bezahlt werden) durch die Bundesregierung sind Millionen von Kündigungen erst einmal verhindert worden.


    Wichtig ist aus meiner Sicht nur, dass diese vielen Jobs jetzt auch wieder ein eigenes sicheres Fundament erhalten indem die Konjunktur hoffentlich stark anzieht. Diese massive Ausweitung kann schließlich nur in der aktuellen Ausnahmesituation sinnvoll sein, dauerhaft ist Sie es nicht.


    Es ist aus meiner Sicht übrigens auch nicht statthaft die staatliche Großzügigkeit einerseits mitzunehmen und Staatshilfen anzunehmen und gleichzeitig Dividenden auszuschütten. Es wäre aber möglich gewesen dieses durch gesetzliche Regelungen massiv einzuschränken oder gar ganz zu unterbinden. Hinterher dann immer mit Moral zu argumentieren ist aus meiner Sicht nicht hilfreich. Auch wenn es hart klingt, aber gute Unternehmer und Unternehmen nehmen im Rahmen der Möglichkeiten eben alles mit. Kann man gut finden, kann man auch schlecht finden, machen aber Millionen Menschen ständig (z. B. beim Aufrunden der Entfernungskilometer zur Arbeit in der Steuererklärung...).

    Es gibt nun neue Empfehlungen das stillende sich mit Biontec impfen lassen können und dass das sogar empfohlen wird. Das war die Aussage der Hebamme meiner Frau und eine Bekannte hat mir das auch so berichtet, dass das von ihrem Arzt so empfohlen wurde.

    Validere Quellen habe ich leider nicht dazu.

    Meine Frau wird das auf jeden Fall mit ihrem Arzt besprechen.

    Hier wäre ich ebenfalls an den Quellen sehr interessiert. Bislang habe ich das auch nur gerüchteweise gehört und sobald meine Frau Ihren Impftermin hat wird das Thema sehr relevant.

    Zum Thema Baerbock und Wahlkampf, fasst es ganz gut zusammen.


    https://www.spiegel.de/politik…fa-40a0-ba10-45238a70a6ed


    Das habe ich gestern auch gelesen. Obwohl der Spiegel wahrlich nicht mein Lieblingsmagazin ist finde ich den Kommentar recht gelungen und mit vielen zutreffenden Punkten versehen. Annalena Baerbock ist aus meiner Sicht aktuell ein wenig angezählt und es sollten jetzt nicht noch mehr Ungereimtheiten zu was auch immer salamimäßig auftauchen, denn ansonsten sehe ich die Möglichkeit, dass es noch einen Wechsel bezgl. der Kanzlerkandidatur der Grünen gibt.


    Die Art der Verfehlungen sehe ich ehrlich gesagt gar nicht als sonderlich wild an, es ist eher die Summe und das Nach-und-Nach auftauchen welches Sie beschädigt und vor allem sind die Themen allesamt hausgemacht und sowas von überflüssig.

    Aber die Argumentation ist ja aus Pandemie Sicht um diese auszurotten, damit es keine weiteren Mutationen gibt


    Also die Ausrottung wird wohl nicht mehr möglich sein. Eine weitreichende Eindämmung sicherlich aber schon und damit reduziert sich gleichzeitig die Gefahr von Mutationen. Aber ausschließen wird man diese auch nicht können. Es ist ja aktuell schwierig einzuschätzen ob die Mutationen eine jährliche Auffrischung nötig machen (bei Erwachsenen). Es bleibt also vorerst vieles unklar und wie heißt es so schön "time will tell".

    Generell ist die Problematik des Corona-Virus und der Impfstoffe aus meiner Sicht eben die Neuartigkeit. Daher ist eine Bewertung und damit verbunden eine Einordnung natürlich schwierig.


    Ich kann ja verstehen, dass man sich von der Stiko als zuständiger Expertenkommission ein Statement wünscht. Ich denke aber, dass die Entscheidung schlicht aktuell nicht so richtig zu treffen ist. Die Stiko steckt doch dabei im Dilemma. Es sind zuwenig Daten verfügbar bezgl. der langfristigen Verträglichkeit der Impfungen (woher auch?) und dem generellen Verlauf der Erkrankungen bei Kindern aktuell und bei möglichen Varianten. Ich denke wir werden damit leben müssen, dass es hier kein allgemeines Schwarz / Weiß bzw. Richtig / Falsch gibt sondern es eine Abwägung mit unklarem Ergebnis ist. Dazu kommt ja auch das Alter der Kinder. Gerade die sehr Kleinen werden nun nicht gerade wenig geimpft. Da würde ich aktuell ungern noch eine zusätzliche Impfung dazunehmen.


    Und jeder der jetzt aktuell wegen der Corona-Impfung bezgl. seiner Kinder in der Zwickmühle steckt sollte einmal überlegen wie er es in der Vergangenheit bei den Grippewellen gehandhabt hat. Diese sind für Kinder nämlich nie ungefährlich gewesen und da mussten immer wieder Kinder ins Krankenhaus und es gab leider auch Todesfälle. Als Quelle habe ich diesen Artikel gefunden: https://dgpi.de/stellungnahme-…n-deutschland-18-04-2021/


    Die Verfasser erscheinen mir Fachleute auf dem Gebiet der Infektionskunde bei Kindern zu sein und Sie bemühen sich um eine Einordnung. Zumindest ist aus dem Artikel erkennbar, dass die Grippe- und Coronagefahr für Kinder wohl mindestens identisch, aber in keinem Fall mit einer höheren Gefahr beim Coronavirus verbunden ist. Da ist dann eher die mediale Präsenz der Treiber der aktuellen Diskussionen, denn über eine jährliche Grippeimpfung für kleine und große Kinder wurde in der Vergangenheit nie in der breiten Öffentlichkeit diskutiert.


    Es wird wohl jeder selbst entscheiden müssen ob er die Impfung seiner Kinder für notwendig und hilfreich erachtet. Ich würde persönlich ehrlich gesagt noch warten wollen bis die Impfstoffe noch besser eingeschätzt werden können um die Abwägung genauer vorzunehmen.

    Mir gefällt am Klimaschutzthema, welches sehr groß und sehr komplex ist, eines ganz und gar nicht. Die ideologische und moralische Aufladung des Themas Auto fahren und damit verbunden immer wieder diese extremen Darstellungen beider Seiten.


    Durch weniger Individualverkehr wird das Klimaproblem nicht gelöst werden, dass kann man jedem der auf seine eigene Fahrradnutzung und den bösen Nachbarn, der sogar zum Bäcker 500 Meter mit dem Auto fährt einmal zurufen. Das Grundproblem des aktuell deutlich zu hohen CO2-Ausstoßes in den CO2-Kreislauf der Natur in unserer heutigen Zeit wird sich nur in viel größerem Maßstab lösen lassen. Bei vielen habe ich eher den Eindruck, dass Sie sich entweder von Ihren Mitmenschen abgrenzen wollen (ala ich bin aber besser als Du) oder dem Ganzen mit einer gewissen Bockigkeit begegnen (ich lass mich doch nicht erziehen). Beides ist nicht hilfreich wie ich finde.

    Wir können jetzt noch 10 Seiten diese Art der Debatte über das Autofahren weiter führen und ob es für sehr große Menschen mit Rückenleiden moralisch vertretbar ist ein Mini-SUV zu fahren, erörtern oder aber wir versuchen uns dem eigentlichen Problem mal intensiver zu nähern.


    Ich denke, dass der nicht nachhaltige und sehr konsumorientierte Lebensstil unserer Gesellschaft ein Grundproblem darstellt. Dazu kommt aber auch die sehr schnelle Ausbreitung der menschlichen Spezies und damit verbunden ein sehr starkes Bevölkerungswachstum, gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das erhöht natürlich zwangsläufig den Druck weitere Waldgebiete oder generell Landschaften als Siedlungs- oder Ackerfläche zu erschließen.


    Dem ersten Problem, nämlich der Konsumorientierung, kann man aus meiner Sicht sehr leicht begegnen. Alles was nicht dem Grundbedarf dient (Wohnen, öffentlicher Nahverkehr, Heizen, Wasser, Nahrung) wird hoch besteuert. Dabei sehe ich die soziale Komponenten mit dem Ausklammern des Grundbedarfs berücksichtigt und man muss dann aus meiner Sicht einfach mal reinen Tisch machen und sich überlegen was man als Gesellschaft will. Eine Art Wohlstand für alle und damit verbunden viel blinkendes Plastik aus Fernost oder einen Wandel in Richtung Klimaschutz für künftige Generationen.


    Das zweite Problem der Überbevölkerung ist sicherlich auch lösbar bzw. wird sich lösen sobald sich diese Regionen der Erde wirtschaftlich weiter entwickeln. Dafür muss Sorge getragen werden, aktuell ist die Wirtschaft vieler Billiglohnländer sehr stark von der Produktion von Wegwerfprodukten abhängig (so fertigt zum Beispiel die Fast-Fashion Modeindustrie vornehmlich in Bangladesh). Da müssen Konzepte entwickelt werden, dass am Ende nicht die Ärmsten der Armen ohne Existenzgrundlage dastehen.


    Ich setze außerdem sehr stark auf den technologischen Wandel. Hier gilt es jetzt richtig Gas zu geben und da muss endlich wieder Tempo gemacht werden. Ich habe vor einiger Zeit eine Doku über den Ausbau der Windenergie gesehen und wie diverse Umweltverbände oder Einzelpersonen diesen torpedieren, weil Sie überspitzt formuliert die westmongolische rote Feldameise gefährdet sehen. Man kann es an der Stelle nicht allen Recht machen, aber die aktuelle Lösung dann eben Kohle zu verfeuern wird der westmongolischen Feldameise mindestens genauso stark zusetzen wie die Geräusche eines Windrades, der Aufbaulärm oder der Schattenwurf.

    Dazu kommen hoffentlich Methoden mit denen CO2 gebunden werden kann. Daran wird zunehmend geforscht und es gibt zumindest vielversprechende Ideen und Ansätze. Ich glaube daran, dass daraus noch echte Lösungen entstehen und wer daran zweifelt: Wer hätte im Mai 2020 gedacht, dass im Mai 2021 schon viele Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft sein werden. Damals war ja noch nicht mal klar ob es überhaupt einen Impfstoff geben wird. Die Message daraus ist: Es geht manchmal viel schneller und besser als gedacht.


    Zum Thema Umweltverbände und Ihre Klagen kann man übrigens auch noch den Bogen zur Bundespolitik ziehen. Die rot-grüne Schröder-Regierung hat seinerzeit Lobbyverbänden das Klagen gegen Bauprojekte deutlich erleichtert. Daraus ist eine Art gutlaufende Industrie aus Anwälten, Gutachtern und Richtern erwachsen, allesamt hochbezahlt, allesamt weitgehend überflüssig. Das ist aus meiner Sicht ein großes Problem der grünen Partei, dass man sich dort unheimlich gern in kleinteiligen und kleinlichen Debatten verliert ohne das große Ganze im Blick zu halten.

    Ein weiterer Punkt ist ein Thema aus meiner Schulzeit vor rund 20 Jahren. Es war eigentlich immer verkehrspolitischer Konsens, dass viel mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegt werden muss. Geklappt hat das aber leider nie so wirklich, obwohl es im Prinzip Einigkeit in Bezug auf dieses Vorhaben gab.

    Wer sich dem Thema in seiner vollen Pracht widmen möchte der informiere sich gern über die sogenannte Y-Trasse, die hier durch unsere Region führen soll.


    Da beißt sich die Katze dann auch gerne in den Schwanz, denn die Richtlinien in Bezug auf Umweltschutz usw. sind für derartige Neubauprojekte immens hoch. Das führt zu gewaltigen Kosten, ellenlangen Planungsverfahren und Klagewellen. Es dauert also schlichtweg ewig oder wird gar nicht erst versucht, da der Aufwand zu groß erscheint. Dann muss man sich aber auch nicht wundern, wenn man in Bezug auf den Klimaschutz auf der Stelle tritt. Die Diskussion um Tempolimits und Flüge ist sicherlich eine interessante Debatte, aber eben eventuell gar nicht mal der richtige Ansatzpunkt in Bezug auf Wirksamkeit.


    Hätte man vor 20 Jahren ernst gemacht mit dem Plan den Güterverkehr weitestgehend auf die Schiene zu verlegen, dann wären wir heute einen Schritt weiter. Solange aber jeder weitere Zug keinen Lärm machen darf, keine zusätzlichen Streckenkapazitäten benötigen darf und den Personenverkehr nicht behindern darf wird es nicht vorangehen.


    Und hätte man vor 20 Jahren das ganze in einen europäischen Rahmen gesteckt, dann wären wir noch viel weiter. Bei solchen Punkten sehe ich persönlich ein riesiges Potenzial und man würde da vermutlich über 80 % der Bevölkerung mitnehmen können.

    Woher kommt eigentlich die Ansicht, dass nur auf wenigen Autobahnstrecken kein Tempolimit gilt? Wir reden hier von 70 % der deutschen Autobahnen.

    Ich habe da eben selbst mal recherchiert weil ich die Zahl nicht glauben konnte. Gefühlt sind es nämlich deutlich weniger Strecken auf denen kein Tempolimit gilt. Ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte. Viele Strecken haben ein intelligentes Verkehrsleitsystem, so zum Beispiel die A2 um Hannover herum. Dort wird die Geschwindigkeit nach Verkehrslage geregelt. Ich würde vermuten, dass diese Teilstrecken als Strecken ohne generelles Tempolimit gelten, aber eben nicht vollkommen freigegeben sind.


    Aber vielleicht geht die Debatte jetzt wirklich zu sehr ins Detail und wenn man das Tempolimit speziell diskutieren möchte, dann sollten wir es ausgliedern.


    Nebenbei ein kleines Dankeschön für deine Diskussionskultur! Obwohl du immer Mal wieder andere Meinungen vertrittst als der Großteil ist es sehr angenehm deine Beiträge zu lesen mit dir zu diskutieren. Und ich schätze deinen Input sehr!

    Vielen Dank! Ich finde die Debattenkultur vieler Teilnehmer hier oft sehr angenehm und ich versuche im Internet einfach respektvoll aufzutreten. Das gelingt im Social Media Zeitalter bekanntlich leider nicht immer und überall. Deine Beiträge lese ich übrigens auch sehr gern und finde Deine Debattenführung ebenfalls sehr angenehm.


    Aber genau darauf wird es hinauslaufen. Sich so zu verhalten wie bisher (gegen einen finanziellen Obulus) wird dann den "Reichen" vorbehalten sein.

    Flug nach New York...1500 €...na und?

    Tempolimit auf der AB nervt? Na gut, miete ich mir halt die Nordschleife.

    Strompreis steigt schneller als die energetische Sanierung einer Bude? Na gut, dann haut ich halt noch mal 20cm Steinwolle in den Dachstuhl und setz das steuerlich ab (oder leg es auf meine Mieter um)

    Und da steckt richtig Zunder drin...

    Wie soll man es denn aber anders lösen? Letztlich ist das beschriebene Phänomen ja immer so gewesen und wird immer so sein. Jemand der mehr besitzt und sich mehr leisten kann, der kann sich dann auch mehr erlauben und wird von Einschränkungen weniger getroffen. Auch die von trosty vorgeschlagene CO2-Besteuerung geht ja ebenfalls genau in diese Richtung.


    Der Zielkonflikt ist dabei letztlich derselbe, der hier auch beklagt wird. Es soll umgesteuert werden, es darf aber eigentlich nichts kosten und soll auch niemanden groß belasten. Das wird eben nicht funktionieren. Die Gretchenfrage wird sein wie man in einer sich ohnehin polarisierenden Gesellschaft da einen Mittelweg hinbekommt, der nicht zu sehr aufspaltet. Ich halte das aber für durchaus machbar, nur man muss eben die Dinge klar beim Namen nennen und nicht drumherum eiern. Die Aussage: "Flugreisen werden in Zukunft aufgrund Ihrer Klimaschädlichkeit in ganz Europa mit 50 % Kerosinsteuer belegt" ist doch viel besser als immer dieses Herummoralisieren, dass man das eben nicht tun solle. Da baut sich dann sowieso jeder seine eigene Argumentation auf warum er gerade in sovielen Dingen sowas von nachhaltig handelt und deswegen der Kurztrip nicht ins Gewicht fällt.

    Das Tempolimit hat aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Maßnahmen: Die schnelle Umsetzbarkeit. Das sollte vom Beschluß bis zur Einführung nicht länger als 2 Monate dauern. Eine neue Bahnstrecke zu bauen, um mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern dauert dagegen Jahrzehnte. Und genau dieser Faktor Zeit ist wichtig. Weil davon haben wir nicht mehr wirklich viel, wenn wir die Folgen in Grenzen halten wollen.

    Also beim Tempolimit bin ich nicht bei Dir. Es geht mir dabei weniger um die Sinnhaftigkeit eines Tempolimits, sondern ich finde die Debatte einfach hinsichtlich des Nutzens für das Klima vollkommen verzerrt. Für das Weltklima bringt diese Maßnahme isoliert nichts, egal wie schnell Sie umsetzbar ist. Da wäre ein Verbot von Kurzstreckenflügen um Welten effizienter und würde zum Beispiel meine Unterstützung finden. Ich möchte auch betonen, dass ich kein Vertreter der "Freie Fahrt für freie Bürger Fraktion" bin und ständig mit 200 Sachen über die Autobahn fahre.

    Aus meiner Sicht gibt es Menschen, die stört es einfach, dass auf wenigen Autobahnstecken kein Tempolimit gilt und denen ist aus meiner Sicht jedes Argument / Mittel recht dass zu verändern. Das stört wiederum mich.


    Ansonsten danke für den Link! Ich werde mich dem Thema nochmal deutlich verstärkt widmen um meine Meinung zu prüfen.

    Schuld daran ist nicht di eKlimakrise. Das Auseinanderdriften der Gesellschaft ist schon in der Flüchtlingskrise stark sichtbar geworden. Die Ursachen dürften aber noch weit tiefer gehen und sind nicht monothematisch, sondern zeigen sich ja mittlerweile bei jedem großen Thema, Siehe Migration, siehe Klima, siehe Coronamaßnahmen


    Ich hatte geschrieben, dass ich die Schuld zu einem großen Teil bei der Klimakrise sehe. Ich gebe Dir aber Recht, es ist mittlerweile bei jedem großen Thema ein Auseinanderdriften zu beobachten. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig und liegen mit Sicherheit zu einem Teil in den neuen Medien und der dadurch gewonnenen größeren Sichtbarkeit der unterschiedlichen Meinungen und Ansichten. Einen großen Teil des Problem sehe ich aber bei all diesen Themen in der moralischen Überhöhung von Argumenten. Da kann ich zu all diesen Themen einige aufzählen, ich verzichte aber an dieser Stelle darauf.


    Zum klima: Deutschland kann die Klimakrise nicht alleine lösen. Das hat auch nie jemand behauptet. Dafür bedarf es weltweiter Maßnahmen und dafür gibtes ja auch entsprechende Abkommen. Bei der aktuellen Diskussion um Klimamaßnahmen geht es doch immer noch darum, ob Deutschland die Vorgaben aus diesen Abkommen einhält. Das sind ja keine Forderungen aus dem Wolkenkuckucksheim, die von der Klimabewegung propagiert werden, sondern nur, dass man das von der Bundesregierung gegebene Versprechen auch einhält.


    Ich habe ja auch nicht behauptet, dass Deutschland die Klimakrise alleine lösen kann. Ich muss gestehen, dass mir nicht bekannt ist, dass wir Vorgaben aus den internationalen Abkommen möglicherweise nicht einhalten werden. Hast Du dafür eine Quelle?


    Mir geht es im Grundsatz immer gegen den Strich wenn Verbote mit dem allgemeinen Hinweis der Klimaschädlichkeit begründet werden. Da muss man finde ich sehr fein differenzieren, so ist ein FCKW-Verbot unbestritten vollkommen richtig. Wenn man aber Tempolimits mit dem Klimaschutz begründen will, finde ich das Eis darunter sehr dünn. Da kann man sich ganz schnell verlieren und alles mögliche mit dem Klimaschutz als verboten definieren, so z.B. ein Haus mit schlechtem Energiewert, eine Wohnfläche von mehr als 60 qm pro Person, eine Urlaubsreise usw. Das ist dann nicht die Welt in der ich leben will und ich habe nur aufzeigen wollen, dass es aus meiner Sicht erst einmal ganz andere Punkte gibt an denen man ansetzen kann und sollte, so zum Beispiel die vielen Wegwerfartikel aus Plastik.