Beiträge von hankey2mlh

    Dalton wird morgen die Offense anführen, Winston ist doubtful. Viel schlechter als zuletzt kann es ja kaum werden. Wobei, vielleicht doch: Michael Thomas und Andrus Peat fallen aus und Kamara und Landry sind auch questionable.

    Fährt von euch eigentlich wer nach London am kommenden Wochenende?


    Das letzte Wembley-Spiel (vor genau fünf Jahren) war trotz 20:0-Shutout der Dolphins zwar etwas gurkig, zugleich aber auch die Coming-out Party von Kamara und der -- man muss ja sagen: historischen -- Rookie-Klasse von 2017 und wurde zum Turning Point nach einem schwachem Saisonstart. Es folgten fünf extrem starke Jahre der Saints.


    Das Spiel am Sonntag gegen die Vikings könnte wieder zu einem Schicksalsspiel und Turning Point werden. Nach dem, was wir in den ersten drei Spielen gesehen haben, befürchte ich aber eher in die andere Richtung... und ich bin ja eigentlich sehr selten pessimistisch. Was meint ihr?

    Wow mal eben 30 mil Freiraum an Cap.

    Es könnte sich was an bahnen :xmargevic

    Nola.com vermutet auch, dass da was im Busch sein könnte:


    "In just the matter of a few hours, the odds on the New Orleans Saints to win the Super Bowl in 2023 dropped on Cesars Sportsbook from 50-1 to 18-1.

    In the past when trade rumors or free-agent rumblings are imminent, the oddsmakers get wind of it before anyone else in the media or the general public.


    Does this mean Houston Texans quarterback Deshaun Watson is on his way to the Saints?"

    Geht's euch auch so, dass ihr aufgeregt seid wie vor einem Playoff-Spiel? Mit ein bisschen Schützenhilfe der Rams sind die Playoffs in Reichweite, was nach dem achterbahnhaften Saisonverlauf und all dem Verletzungspech geradezu sensationell ist. Ein Großteil der NFL-Teams wäre unter solchen Umständen längst zusammengebrochen, während die Saints selbst in den schlimmsten Wochen mit Siemian und Book als Starting Quarterbacks unermüdlich weitergekämpft haben. Bei allem Frust ist es, egal wie es heute ausgeht, eine unterhaltsame Saison gewesen – in dieser Hinsicht ist auf die Saints seit jeher Verlass!


    Und auch wenn man es in den Playoffs mit dieser Offense wahrscheinlich nicht weit bringen würde, könnte vielleicht noch das eine oder andere Team geärgert werden ;)

    Äh sorry.. Das war vor dem Spiel. Jetzt 35

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    Laut nfl.com liegt die Playoff-Chance der Saints immer noch bei ordentlichen 42,6%:

    2021 NFL playoffs: One reason to hope for each of the 10 remaining fringe teams
    Cynthia Frelund provides one reason to hope for the 10 teams still in contention but on the outside of the playoff field looking in.
    www.nfl.com

    Schön und gut wenn man wins einsammelt, geschweige um die Playoffs mitspielt. Aber was bringt uns das, wenn wir mit unserer Offensive gleich wieder raus sind in der PO. Zudem verschlechtert sich auch unser Draft Pick position.

    Ein Glück, dass NFL-Verantwortliche nicht so ticken wie du. Denn laut deiner binären – und mit Verlaub: realitätsfernen – Logik kann ein Team, sobald es sich als nicht Super-Bowl-tauglich erwiesen hat (Zwischenfrage: Wer hätte den von Trent Dilfer, Eli Manning oder Nick Foles geführten Teams seinerzeit Super Bowl-Tauglichkeit bescheinigt?!), direkt in den Tanking-Modus übergehen. Somit hätten wir eine zum Gähnen langweilige NFL, in der Sensationssiege wie die der Saints oder Lions gestern aufgrund ihrer vermeintlichen Unsinnigkeit von vornherein ausgeschlossen wären.

    Und wie du schon sagst wir sind eine gurken Truppe!!

    Ich finde diese Schwarzmalerei hier im Saints-Teamtalk -- wie schon öfters in den vergangenen Jahren -- extrem übertrieben. Der Spieltag hat einmal mehr bewiesen, wie hart umkämpft und "competitive" die NFL ist. Die Rams und Stafford, eben noch das heißeste Team der NFL, sind plötzlich entzaubert; auch "Superhuman" Tom Brady sieht gegen sein Ex-Team mit einem Passer Rating von 70 mal altersentsprechend aus, wird von einem Rookie-QB in den Schatten gestellt (zum auf-der-Zunge-zergehen lassen hier die Stats der beiden: Brady 22/43/269/0/0 vs. M. Jones 31/40/275/2/1) und schliddert knapp an einer Niederlage vorbei. Und eben auch die Giants haben gestern bewiesen, dass sie besser sind als ihr 0-3-Record vermuten ließ.


    Es gibt allerdings durchaus auch Positives zu vermerken bei den Saints, die m.E. meilenweit davon entfernt sind, eine "Gurkentruppe" zu sein: Sowohl per Lauf (Kamara mit 120 Laufyards) als auch per Pass wurde der Ball ordentlich bewegt -- trotz einer O-Line, die ohne Armstead und McCoy in Notbesetzung spielt, und trotz eines unerfahrenen WR Corps, das weiterhin auf die Rückkehr von Michael Thomas wartet.


    Winston spielte im Prinzip wie man es die letzten Jahre von Brees gewohnt war, brachte mit einer konservativen Spielweise 73,9% seiner Pässe an den Mann und dazu - im Gegensatz zu Brees - aber auch den einen oder anderen tiefen Pass. Auch Taysom Hill ist ein fester Bestandteil dieser Offense und sorgt mit seinen Läufen immer wieder für Gefahr -- nur seine Interception war leider etwas dämlich und in der Situation auch total überflüssig.


    Die Saints waren mehrfach in der Hälfte der Giants, haben daraus jedoch einfach kein Kapital geschlagen. Die Abwehr hatte leider einen Rückfall in alte Zeiten und hat zwei Big Plays zugelassen, die letztlich spielentscheidend waren. Trotzdem haben die Saints in Offense und Defense genug Talent in ihren Reihen (vor allem wenn all die Verletzten wieder zurück sind), um Woche für Woche um den Sieg zu spielen und letztlich auch wieder in die Playoffs zu kommen. Es gibt keinen Grund, die Saison nach vier Spieltagen abzuschreiben -- die Saison ist noch lang genug, um besser in Form zu kommen und mit einer 2-2-Bilanz nichts verloren.






    Bei den Cornerbacks gibt’s mit Desmond Trufant dringend benötigte Verstärkung.


    Dafür muss Latavius Murray seine Koffer packen, was sich die letzten Wochen schon angedeutet hatte. Obwohl Murrays Leistungen auf dem Platz mehr als ordentlich waren mit 4,5 Yards pro Lauf und zwei Jahren in Folge 600+ Rushing Yards als Entlastung für Kamara. Aber mit seinen 31 Jahren waren seine Tage in der NFL so oder so gezählt.

    Nach dem Spiel letzte Nacht ist davon auszugehen, dass Winston das Rennen machen wird. Hill wirkte doch arg behäbig.


    Und Marquez Callaway könnte - vor allem im Tandem mit Winston - zum Shooting Star avancieren. In dem jungen und aktuell Michael-Thomas-losen WR Corps hat Callaway in der Saisonvorbereitung das größte Potenzial angedeutet und diesen Eindruck letzte Nacht mit zwei sehenswerten Touchdown-Catches bestätigt.

    Das hat mit Troll nix zu tun, es ist nur lächerlich.Ist "Das N-Wort" jetzt die offizielle Bezeichnung für einen Schwarzen? Und was ist eigentlich mit den Nutten?Das "I" für die Indigenen ist auch gerade in Deutschland immens wichtig. Wer sind die? Und wieviel Jahren Zugehörigkeit gilt das? Meine Familie feiert gerade 700-jähriges seit erster namentlicher Erwähnung im Ruhrgebiet. Bin ich dann "I"?
    Ihr besauft Euch hier an vermeintlicher politischer Korrektheit, dass Ihr das wirkliche Thema und die Relation völlig aus den Augen verliert. Und jetzt bitte wieder "empören"

    An welcher Stelle habe ich mich empört? Liefere mal bitte Zitate für diese Behauptung. Ansonsten bist du eben genau das: ein Troll.


    Den Begriff BIPoc habe ich nicht in die Diskussion eingebracht, sondern nur aufgegriffen und mit @Silversurger wie ich finde konstruktiv diskutiert. Unabhängig davon, ob dieser Begriff hierzulande Relevanz besitzt.


    Es ist völlig in Ordnung, von Schwarzen zu sprechen. Und ich würde keine Frau als Nutte bezeichnen.

    Genauso geht es mir mit rassistischen oder sonstwie menschenfeindlichen Begriffen. Wenn ich etwas richtig scheiße finde, dann will ich auch sagen dürfen, was ich scheiße finde.

    Dafür gibt es im mündlichen Sprachgebrauch nützliche Füllworte wie "sogenannte". :madness

    Ich kann sowohl deine als auch @AlexSmith' Argumentation gut nachvollziehen. Bloß dooferweise stand auf dem Etikett bei Knorr & Co. eben nicht "Scheiss Z*-Sauce" und in Kinderbüchern steht auch nicht Scheiss-Kolonialistischer-Kack-Rassistischer-Stereotyp :jeck:


    Dort stehen solche Begriffe völlig unkommentiert und reproduzieren dadurch unerwünschte Stereotype – und ich glaub darauf wollte Alex Smith mit seinem Kommentar hinaus: Dass solche Begriffe möglichst weitgehend aus der Sprache getilgt werden müssen!


    Wenn du in einer Diskussion das Z*-Wort in einem kritischen Kontext aussprichst, sehe ich persönlich das auch entspannt.

    Sorry, dass ich noch ein bisschen darauf herumreite, obwohl oder eher gerade weil ich sicher bin, dass wir grundsätzlich auf derselben Seite stehen. Ich reibe mich an dem "selbstgewählten", denn ich bezweifle, dass diese Bezeichnung von einer Mehrheit geschweige den von allen Angehörigen der gemeinten Gruppe gewählt wurde (oder würde, wenn sie je davon gehört hätten). Und ich bezweifle auch, dass eine "breiter gefächerte internationale Solidarisierung" von BIPoC wünschenswert ist. Als selbst oft genug von Vorurteilen und Diskriminierung Betroffener wünsche ich mir eben keine neue Abgrenzung oder auch nur die Neubenennung einer alten, von der "weißen" Mehrheitsgesellschaft eingeführten Abgrenzung, sondern eine Solidarisierung mit allen Menschen, die auf die Überwindung von Rassismus und verwandten Phänomenen hinwirken.

    Das stimmt, die Bezeichnung BIPoC basiert letztlich natürlich auf den alten rassistischen Unterscheidungen, die von der weißen Mehrheitsgesellschaft implementiert worden sind. Trotzdem ist BIPoC eine selbstgewählte Bezeichnung, die auch verdeutlichlichen soll, dass sich People of Colour mit Rassismus auseinandersetzen müssen, ob sie wollen oder nicht. Während für Weiße die eigenen Privilegien i.d.R. unsichtbar sind bzw. als "natürlich" erscheinen.


    Ich stimme dir auch vollkommen zu, dass solche Abgrenzungen nicht wünschenswert sind und sich vorrangig auf akademische Milieus beschränken (und sich entsprechend auch nur eine Minderheit der BIPoC selbst so bezeichnen würde, wie du zurecht anmerkst). Doch wie können strukturelle Privilegien und Rassismen anders sichtbar gemacht werden? Mir fällt da kein besseres Konzept ein.


    Analog dazu gibt es ja auch das Konzept der "critical whiteness", das bewirken soll, sich als weißer Mensch seiner Privilegien bewusst zu werden. Wer also eine Solidarisierung mit allen Menschen anstrebt und ein Verbündeter (neudeutsch: "ally") bei der Überwindung von Rassismus sein möchte, der kann mit "critical whiteness" dazu beitragen, dass solche Schubladen irgendwann überflüssig sein werden. Ich bezweifle allerdings, ob unsere Generation eine rassismusfreie Gesellschaft noch erleben wird.

    Ja, natürlich. Genau wie es mir selbst überlassen ist, die Bezeichnung sinnvoll und zielführend zu finden oder auch nicht.

    Mir wäre nicht bewusst, das in Frage gestellt oder etwas anderes behauptet zu haben. Ich wollte mit meinen Ausführungen lediglich klar machen, dass es gute Gründe für die Bezeichnung BIPoC gibt und die von dir dargelegten sprachlichen Alternativen hinsichtlich einer Selbstermächtigung hinderlicher sind als eine sperrige und für den Mainstream eher wenig geeignete Selbstbezeichnung.

    Sorry, aber für mich ist so eine Sammelbezeichnung, die versucht, alles zu umfassen, was nicht im engeren Sinne "weiß" ist, das genaue Gegenteil einer differenzierten Betrachtungsweise. Da ist es ehrlicher, direkt von "weiß" und "nicht-weiß" zu sprechen – dann ist wenigstens auf den ersten Blick klar, dass es um eine undifferenzierte Kategorisierung geht.

    Der große Haken an der Bezeichnung "nicht-weiß" ist, dass es defizitär klingt und das Weißsein zu einem Idealzustand erhebt. Deshalb wird "nicht-weiß" als Selbstbezeichnung größtenteils abgelehnt.


    Und ja, BIPoC ist letztlich genau wie du sagst eine "Sammelbezeichnung, die alles umfasst, was nicht im engeren Sinne weiß ist" – aus dem ganz einfachen Grund, dass viele Menschen, die nicht als 100%ig weiß gelesen werden, eben von Vorurteilen und Diskriminierung betroffen sind. Eine selbstgewählte Sammelbezeichnung wie BIPoC ermöglicht und befördert Empowerment gegenüber der weißen Mehrheitsgesellschaft sowie eine breiter gefächerte internationale Solidarisierung.

    Es ist aber auch, dass ich persönlich mich darin nicht wiederfinde. Ich bin nicht schwarz, ich bin aber auch nicht richtig weiß, wenn man damit eine lückenlose nord- oder mitteleuropäische Herkunft meint. Bleibt nur BIPoC, was aber nicht nur ein doofes "Wort" ist, sondern einen auch quasi als "Rest der Welt" klassifiziert. Wie würde ich mich gerne nennen lassen? Am liebsten wäre mir, man schafft diese konstruierten Unterscheidungen einfach ab. Wenn man die konstruierten Kategorien abbilden möchte, dann soll man doch statt irgendwelcher Groß- und Kursivschreibung einfach "schwarz" und "weiß" usw. in Anführungszeichen schreiben. Das ist doch eine wunderbare und allseits verständliche Möglichkeit der Distanzierung, den die Sprache uns bietet.

    Vielleicht weil es für dich auch nicht wichtig ist, dich darin wiederzufinden?


    Ich denke jeder BIPoC-Aktivist würde solche Schubladen gerne sofort abschaffen, wenn sie denn nicht nötig wären, um eine Sichtbarkeit für Diskriminierungserfahrungen zu schaffen. Und da sind die Grenzen natürlich fließend und betroffen sind eben nicht nur Schwarze, sondern auch People of Color und Menschen mit indigenen Wurzeln. Das soll der Begriff deutlich machen. Der BIPoC-Begriff ist entstanden, um mehr Solidarität zu schaffen bzw. zu ermöglichen und zu verdeutlichen, dass die Ausgrenzungsmechanismen immer dieselben sind und um sich gemeinsam dagegen zu wehren.


    Ich kann verstehen, dass du eine Schwarz-Weiß-Differenzierung für einfacher hältst, nur leider befördert sie eben auch Schwarz-Weiß-Denken – egal ob mit Anführungszeichen oder ohne. Bezeichnungen wie BIPoC erfordern und befördern differenziertere Betrachtungsweisen.


    Und bei aller Kritik an dem Konstrukt BIPoC: Es ist eine Selbstbezeichnung, die frei gewählt worden ist und es ist jedem selbst überlassen, sich so zu nennen oder auch nicht. Und wie gesagt: Die Idealvorstellung (auch von denen, die den Begriff eingeführt haben und benutzen) ist es natürlich, dass diese Bezeichnung irgendwann nicht mehr nötig sein wird.

    Die Argumentation kenne ich, aber seit wann schreibt man denn nur reelle Eigenschaften klein, konstruierte Zuordnungsmuster aber groß? Ein Adjektiv ist und bleibt ein Adjektiv. Davon abgesehen ist "weiß" ebenfalls ein konstruiertes Zuordnungsmuster, also warum wird das dann nochmal anders geschrieben?

    Ich weiß gerade auch nicht, wie das im aktuellen Diskurs genau begründet wird, würde aber denken so oder so ähnlich: Weil der weiße Narrativ der selbstverständliche ist. Unsere gesamte Gesellschaft und Geschichte ist durchzogen von weißen Narrativen. Und diese weiße Sichtbarkeit ist so hoch, dass diese nicht noch extra betont werden muss.


    Und zum Thema "Ein Adjektiv bleibt ein Adjektiv": Im Englischen werden einige Adjektive wie "German" oder "American" ja großgeschrieben. Politische Diskurse in eine andere Sprachen zu übertragen, sorgt zwangsläufig zu Ungenauigkeiten und Bruchstellen. Deshalb wird ja zum Beispiel im Deutschen auch längst von "Race" gesprochen, da es da schlicht keine adäquate Übersetzung für gibt. 100%ig stimmig und widerspruchsfrei werden solche Dinge nie zu lösen sein. Meines Erachtens ist das trotzdem die bessere Lösung als alles so zu belassen wie es ist.

    Ich bin ziemlich zwiegespalten, was ich von dem Buch halten soll. Auf der einen Seite finde ich es durchaus erhellend (O.K., blöder Begriff in dem Zusammenhang), von den Erfahrungen der Autorin als in Deutschland aufgewachsener dunkelhäutiger Mensch zu lesen. Als Migrantenkind – auch wenn man es mir nicht ansieht – kann ich mich in Vieles davon gut hineinfühlen. Auf der anderen Seite habe ich oft das Gefühl, dass sie sich etwas zu sehr in das Gefühl des Ausgegrenzt- und Benachteiligtseins hineinsteigert. Anders formuliert: Ich habe den Eindruck, dass sie für jeden persönlichen Misserfolg und für jede als Schwäche empfundene persönliche Eigenschaft direkt oder indirekt rassistische Erfahrungen verantwortlich macht. In manchen Fällen erscheint mir das plausibel, in anderen nicht.

    Ich kann deine Darlegungen gut nachvollziehen. Ich habe das Buch selbst nicht gelesen und kann dazu deshalb auch nichts Konkretes sagen. Bedacht werden muss bei der Bewertung des Buches allerdings, dass rassistische Erfahrungen nicht nur traumatisierend, sondern schlicht nervig sein können, wenn du dein Leben lang immer wieder mit den immergleichen Vorurteilen und Diskriminierungen konfrontiert wirst. Entsprechend würde ich als Leser eines solchen Buches es auch entschuldigen, wenn eine Autorin zuweilen übers Ziel hinausschießt.


    Denn zur Wahrheit gehört auch, dass es leider ein äußerst beliebtes Mittel konservativer Kritiker*innen ist, das "Hineinsteigern" in "vermeintliche" Benachteiligungen (vor allem bei Frauen übrigens) als hysterisch und unsachlich auszulegen, um damit dann die ganze Argumentation zu delegitimieren. Und die guten Argumente werden dadurch überhört oder fallen unter den Tisch. Damit meine ich übrigens nicht dich, @Silversurger.

    Dass die Autorin versucht, ihre Sprache diskriminierungsfrei zu gestalten, finde ich vom Grundansatz her gut und richtig. Dass es leztlich darauf hinausläuft, Schwarz grundsätzlich groß zu schreiben, weiß hingegen klein und kursiv und die Gesamtheit der nicht-weißen und somit benachteiligten Menschen unter den kaum schreib- und noch weniger sprechbaren Begriff BIPoC zu fassen, tut meinem Sprachgefühl allen hehren und von mir unterstützten Absichten zum Trotz schlichtweg weh.

    Hilfreich sind hier die Definitionen von z.B. Amnesty (People of Color halte ich übrigens durchaus für les- und sprechbar):


    "Schwarze Menschen ist eine Selbstbezeichnung und beschreibt eine von Rassismus betroffene gesellschaftliche Position. Schwarz wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen,dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt und keine reelle' Eigenschaft', die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist. So bedeutet Schwarz-Sein in diesem Kontext nicht, einer tatsächlichen oder angenommenen 'ethnischen Gruppe' zugeordnet zu werden, sondern ist auch mit der gemeinsamen Rassismuserfahrung verbunden, auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen zu werden."


    "Mit Weißsein ist die dominante und privilegierte Position innerhalb des Machtverhältnisses Rassismus gemeint, die sonst zumeist unausgesprochen und unbenannt bleibt. Weißsein umfasst ein unbewusstes Selbst- und Identitätskonzept, das weiße Menschen in ihrer Selbstsicht und ihrem Verhalten prägt und sie an einen privilegierten Platz in der Gesellschaft verweist, was z.B. den Zugang zu Ressourcen betrifft. Eine kritische Reflexion von Weißseinbesteht in der Umkehrung der Blickrichtung auf diejenigen Strukturen und Subjekte, die Rassismus verursachen und davon profitieren (...)."


    "People of Color / Menschen of Color ist eine internationale Selbstbezeichnung von/für Menschen mit Rassismuserfahrungen. Der Begriff markiert eine politische gesellschaftliche Position und versteht sich als emanzipatorisch und solidarisch. Er positioniert sich gegen Spaltungsversuche durch Rassismus und Kulturalisierung sowie gegen diskriminierende Fremdbezeichnungen durch die weiße Mehrheitsgesellschaft."


    https://www.amnesty.de/2017/3/…inierungssensible-sprache

    Nur würde da viel weniger Gewese darüber entstehen, wenn nicht die Tagesschau einen Sonderreport aus Stockholm bringen würde, dass es in Pipi Langstrumpf jetzt "Südseekönig" heisst und dann Jürgen Milski, Lothar Matthäus und Bibis Beauty Palace dazu gefragt werden, ob ihnen das bewusst gewesen ist.

    Du meinst also, dass sich hunderte deutsche Straßen, die rassistisch konnotiert oder nach einem Massenmörder wie Lüderitz benannt sind, von alleine umbenennen?

    Ich sehe übrigens auch diese Corona-bedingte Nachrichtenlosigkeit und diesen kontinuierlichen Zwang, sich da jeden Tag über irgendwas neues "empören" zu müssen, staatstragende Entschuldigungen etc zu erwarten, damit die Leute der virtuellen Steinigung entgehen dürfen, als hochgradig kritisch.
    Gerade Twitter ist da inzwischen nahezu entsetzlich und fast nicht mehr lesbar. Da werden aus den "Gutmenschen" inzwischen schon "Überperfekt" - Menschen, die da schon keine Meinung jenseits ihrer eigenen (die dann natürlich auch noch von gleichgesinnten positiv bestärkt wird) überhaupt mehr zulassen und die moralische Deutungshoheit über Gut und Böse gepachtet haben....
    Das ist mindestens so ungesund wie das komplette Negieren der Existenz von Alltagsrassismus.

    Ich kann gut verstehen, dass solche gesellschaftlichen Diskurse als müßig, anstrengend, rechthaberisch und nervig empfunden werden. Andererseits wird im Internet über (rein objektiv betrachtet) weitaus belanglosere Themen mit allergrößter Leidenschaft diskutiert – ein Schuh, den wir uns hier beim NFL Talk wohl auch anziehen müssen :jeck: