Beiträge von Wynalda

    Man kann bei dem Spiel letztlich über vieles diskutieren, am Ende war Tampa aus meiner Sicht einfach bedeutend besser auf dieses Spiel vorbereitet, als die Cowboys. Letztlich fasst ein Bild das Spiel vermutlich auch ausreichend zusammen:

    DC1.jpg

    3rd and 21. Das ist unsere Coverage vom vermutlich deutlich besten WR links hinten. Wir brauchen sicherlich nicht über eine erneute katastrophale Leistung von Bland zu reden, der natürlich auch hier wegrutscht. Aber was macht unser tiefer Safety hier? Beim Gegner spielt ein undrafted Rookie QB in seinem zweiten Start und das ist der Look, den du ihm bei einem 3rd-and-long gibst. Das ist einfach katastrophal gecoached. Entweder die Spieler bekommen es überhaupt nicht umgesetzt, oder das Scheme passt hinten und vorne nicht. Vielleicht auch beides. Ich würde mal davon ausgehen, dass unser tiefer Safety (Hooker) hier eigentlich helfen sollte, das aus welchen Gründen auch immer aber nicht tut. Und ja, unser Passrush hilft da aktuell auch nicht. Aber einem Gegner hier einen einfachen Pass auf den WR #1 bei einem entscheidenden 3rd-Down zu geben, ist in Week 5 völlig inakzeptabel.

    Ich hab mich auch wieder mehr über das Spiel aufgeregt, als eigentlich gut wäre. Am Ende ist und bleibt es aber leider immer die selbe Konsequenz - diese Franchise wird unter Jerry nix mehr erreichen. Wir hatten vor ein paar Jahren eine Kombo aus McCarthy und Quinn, der ich es mit mehr Risiko in der Teamzusammensetzung zugetraut hätte, einen Run zu starten. Nicht unbedingt die Lombardi zu gewinnen, aber in den POs competitive zu sein. Damals hat man absolut nichts gemacht. Heute haben wir Schottenheimer und Parker als Play-Caller und traden unsere zukünftigen Picks zahlreich für Unterstützung der Defense. Es ist und bleibt ein unfähiger Owner, der dieses Team limitiert und daran wird sich vermutlich auf absehbare Zeit nichts ändern.

    Ceedee <3

    Glückwunsch ans Team für das Comeback und den Win.

    Was ich aber einfach nochmal anmerken muss: Man traut unserem hochbezahltem (und elite) Kicker letzte Woche nicht zu, innerhalb der 20 Yards zu kicken und gibt ihm heute zwei 60+ Yarder in HZ 1. Das sind einfach Coaching-Mistakes, die zwingend abgestellt werden müssen.

    Bezüglich des Pass-Rush bin ich auch eher skeptisch, ob wir da personell gut genug aufgestellt sind, um regelmäßig Druck auf den QB auszuüben. ABER: wie viele obviuos Passing-Downs hatten wir denn in den bisherigen 3 Spielen? Würde mal behaupten im NFL-Vergleich mit die wenigsten. So lange gegnerische Teams relativ einfach über uns drüber laufen können, werden wir auch keine relevanten Sack-Zahlen sehen, da der gegnerische Gameplan zu 90% aus Run und Play-Action besteht. Wir hatten mit Dart/Daniels/Lamar jetzt auch mit die besten two-Way QBs der Liga, das sollte in den kommenden Wochen etwas einfach werden. Daher würde ich hier zumindest mal etwas abwarten, bevor ich die Unit zu sehr kritisiere.

    Zu Porter Jr: Guter Spieler, wird uns unmittelbar helfen. Der Gegenwert dürfte prinzipiell für einen Corner seiner Qualität auch passen. Aber ich verstehe wieder mal das Timing unseres FOs nicht. Wir hatten vor nich all zu langer Zeit mal zwei proven Coaches mit McCarthy als HC und Quinn als DC, wo man nach dem ersten gemeinsamen Jahr definitiv mal hätte ins Risiko gehen können. Stattdessen war man damals untätig und ist inzwischen so aggressiv was Trades anbelangt, wie nie zuvor (Williams, Pickens, Porter, Jones, Gary, Clark, Winters). In den letzten Monaten hat man mehr Spieler per Trade geholt, als vermutlich in den vorherigen 10 Jahren zusammen. Das dann aber zu einem Zeitpunkt, wo man mit Schottenheimer einen jungen, unerfahrenen HC hat, der (gerade mit Bezug auf das Ravens-Spiel) eben auch noch absolut vermeidbare Fehler macht und mit Christian Parker einen erstmaligen Playcaller in der Defense, der einfach Zeit benötigt. Die Situation aktuell gibt es mMn einfach nicht her, ein offenes SB-Fenster zu sehen. Diese Saison sollte man eigentlich nutzen, um zu sehen, ob der aktuelle Coaching-Staff eben einer ist, der diese Entwicklung ermöglichen kann. Was ich in den ersten drei Wochen gesehen habe, ist ein Team, das sicherlich keinen Joey Porter Jr von einem SB entfernt ist, sondern das primär auch auf den Coaching-Positionen erstmal Erfahrungen sammeln muss, um gegen die Konkurrenz in der NFC-Spitze bestehen zu können. Porter Jr hat eine familiäre Verbindung zu den Steelers und konnte sich dennoch nicht auf einen Vertrag mit ihnen einigen, in einer Situation, in der die Steelers vermutlich zeitnah einen günstigen Rookie auf QB haben werden. Der wird Top-Money haben wollen und ich sehe noch nicht so ganz, wie das neben unseren zahlreichen dicken Verträgen funktionieren soll.

    Will aber auch nicht zu negativ sein. Wenigstens handelt man inzwischen, wenn man klaren Bedarf sieht. Die East ist dieses Jahr ziemlich offen und die Cowboys haben da sicherlich eine Chance. Mehr sehe ich dieses Jahr aber nicht wirklich als realistisch an.

    Ich glaube der guckt halt überhaupt gar nicht und wirft das Ei bewusst weg, wie es ihm gesagt wurde.

    Wenn man sich auch durchliest, was Dak nach dem Spiel gesagt hat, ergibt sich da wohl ein etwas klareres Bild: Die Ansage von Schotty war wohl: der Ball geht entweder direkt zu Pickens oder du wirfst ihn weg. Spezifisch auf die Coverage heißt das wohl, dass Dak letztlich einfach nur geprüft hat, ob der Corner outside leverage spielt oder nicht. Hat er, also hat er den Ball weggeworfen.

    Der ganze Spielzug zeigt leider mehrere Mängel auf, die größtenteils dann schon auf Schottenheimer zurückfallen. Wenn du deinem QB so viel Geld bezahlst, dann musst du ihm auch zutrauen, dir in dieser Situation das Spiel zu gewinnen. Zumal Dak zuletzt ja auch wirklich ordentlich spielt. Das ist für mich ein Playcall, dem du nen Rookie von mir aus so mitgeben kannst, aber nicht deinem hochbezahlten Franchise-QB, der in einer absoluten Top-Offense spielt. Unser HC nimmt das ja auch auf seine Kappe.

    Reiht sich aber insgesamt leider in das Spiel ein. Der Shuffle auf Ferguson war wirklich ein dermaßen schwachsinniger Call, dass ich nichtmal verstehe, wie der es bei einem 1st-and-10 auf ein Playsheet schaffen kann. Den kannst du bei 1st-and-Goal an der 3 gerne mal callen. Aber was soll dieser Spielzug an der gegnerischen 30 bringen, bei einem Spieler, der nicht für YAC bekannt ist. Zusammen mit dem PC im letzten Drive bei 1st-and-Goal an der 2 und dem absoluten Versagen beim finalen Kickoff von Aubrey kommst du leider nicht drum rum, dass diese Niederlage in erster Linie extrem schlechten Coaching-Entscheidungen zu verdanken ist, das kann man drehen und wenden, wie man möchte. Haben einige Spieler dann auch nicht optimal gehandelt? Zweifellos. Aber sie hätten niemals überhaupt in die Position gebracht werden dürfen.

    wenn der Defender 2 Sekunden später tackled ist man in der Overtime. Warum zur Hölle tackled der?
    Ist der Spieler untouched, passiert gar nichts mehr

    Du darfst den Ball auch niemals außerhalb der Endzone kicken. Kick den Ball in die gegnerische 10, zwinge die Ravens zu nem Return und die 7 Sekunden sind rum. Wenn du Angst hast vor nem Kickoff-Return-TD und du deshalb dermaßen ängstlich callst, dann musst du deinem ST-Coach entlassen. Das Ding war vom Coaching bis zu Ausführung so schlecht, wie man es nur machen kann.

    Du darfst in der heutigen NFL einfach niemals ein Spiel verlieren, in dem der gegnerische QB zu Beginn des vierten Quarters 60 passing Yards hat. Aber das ist einfach eine endlose Geschichte in Dallas. Danke an Barham, der uns quasi alleine im Spiel gehalten hat. Schön, dass man nach so vielen Jahren einen würdigen Nachfolger von Sean Lee gefunden hat. Das letzte Play der Ravens darf niemals passieren und Schoonmaker darf man so langsam auch mal die Papiere in die Hand drücken.

    Liebe auch mal ein Spann-Ford, der sich vor allem auch in den ST sehr hervortut. Wie der Fumble von Ferguson stehen kann, müsste man mir auch noch mal in Ruhe erklären, die Refs insgesamt aber mit ein paar fragwürdigen Flaggen.

    Gegen die Ravens darfst du verlieren, aber niemals so. Leider hat der Rasen ein paar Leute gekostet, mal sehen wer bei uns nächste Woche noch DB spielen soll...

    Bei den Berichten und Bildern der letzten Tage hoffe ich in erster Linie mal, dass beide Teams das möglichst unverletzt überstehen und der Rasen in Rio ein reguläres Spiel für mehr als ein Viertel zulässt. Der Rasen wird wohl extrem rutschig und mit zunehmender Dauer auch nachlassen - wen das jetzt wie und in welcher Art beeinflusst, wird man dann wohl sehen.

    Hoffentlich wurde das Thema am Ende dann heißer gekocht, als es tatsächlich ist. Dann wird das mMn durchaus ein interessantes Spiel und ein guter Check, ob der (leicht) positive Trend der Defense auch gegen die Ravens anhalten kann. Am Ende dürfte es aber primär auch davon abhängen, dass die Offense ähnlich gut funktionier, wie letzte Woche.

    Ich hätte mir definitiv auch erhofft, dass unsere Defense in der Off-Season einen größeren Schritt nach vorne macht und habe das ehrlicherweise auch erwartet, da es nach letztem Jahr eben eigentlich nur besser werden konnte. Nachdem das letzte Woche durchaus widerlegt wurde, würde ich zumindest mal sagen, dass es leichte Verbesserungen gegen die Commanders gab:

    + Jaishawn Barham: absoluter Lichtblick und eine Physis, die wir auf LB lange nicht hatten. Ist noch nicht alles perfekt, ist aber aktuell bereits der beste LB im Team. Wenn du als Rookie in Week 2 die Kommunikation in der D übernimmst, spricht das sicherlich auch für ein gewisses Standing.

    + Caleb Downs: Gab auch bei ihm wieder ein paar Abstimmungsprobleme, aber trotzdem mit Abstand der beste Spieler in unserem Backfield. Würde mir wünschen, dass man ihn etwas öfter näher an die LOS zieht, ist aber auch noch eine zu geringe Sample Size.

    Ansonsten gab es aber natürlich vor allem auch wieder große Probleme zu sehen. Mein Gefühl war, dass man das Scheme nach den Erfahrungen gegen die Giants wieder deutlich vereinfacht hat. Wir hatten letzte Woche eine relativ hohe Blitz-Rate, die aber entweder überrant wurde oder durch blown Coverages zu Big-Plays im Passspiel geführt haben. Ich hab von Week 2 noch keine Statistiken gesehen, im Live-Spiel hatte ich aber das Gefühl, dass wir deutlich weniger geblitzt und viel mehr auf einen standardmäßigen 4-Man-Rush gesetzt haben. Das hat zu weniger Big-Plays im Passing geführt, konnte aber dann auch kaum Pressure erzeugen und auch die Run-D war größtenteils weiterhin nicht gut. Mal sehen, ob die Defense nächste Woche gegen Lamar zumindest weitere kleine Schritte nach vorne machen kann.

    Ansonsten großer Respekt an Dak für eine überragendes Spiel. Weiterhin keine gute Defense und ewige Pausen, da man kaum einen Drive gestoppt bekommt. Eigenes Laufspiel funktioniert überhaupt nicht. Ein RT, dessen Zeit als Starter so langsam abzulaufen scheint. Und dann eben ein QB, der das Team komplett getragen hat und nahezu nur optimale Entscheidungen getroffen hat. Wenn die Offense diesen Rhythmus einigermaßen beibehalten kann und von Verletzungen der Key-Player verschont bleibt, brauch man eigentlich echt nur eine mittelmäßige Defense, um zumindest gegen die meisten Teams absolut konkurrenzfähig zu sein. Die Ravens werden dafür sicherlich ein guter Test. Mal sehen, wie aussagekräftig dieses Spiel wird, wenn man aktuell seit Tagen schon liest, wie katastrophal der Rasen in Rio wohl sein soll....

    Und bevor ich es vergesse:

    ++ Brandon Aubrey: gab ja letzte Woche teilweise schon Berichte, dass man sich sorgen müsste, weil seine Kicks nicht mehr so zentral kommen - das FG am Wochenende wäre wohl aus 75 Yards gut gewesen. Mal sehen, ob er den Rekord dieses Jahr brechen kann bzw. darf.

    Das Dak die Int vor der HZ so niemals werfen darf, ist völlig klar. Was genau er hätte machen sollen, um das Spiel zu drehen, verstehe ich jetzt aber nicht ganz. Wir hatten in der gesamten zweiten Halbzeit 2 Drives. Beide waren TDs. Einer davon auch sehr schnell, um ausreichend Zeit auf der Uhr zu lassen. Wüsste jetzt nicht, was die Offense in HZ 2 hätte anders machen können. Die Giants hatten in der selben Halbzeit drei Mal den Ball:

    1. Drive, 8 Minuten, TD

    2. Drive, 8 Minuten, TD

    3. Drive, 5 Minuten, Victory Formation

    Hab da irgendwie leicht andere Ansatzpunkte, wo heute Nacht das Problem gelegen haben könnte.

    Dennoch muss man in Halbzeit 1 natürlich auch die Offense und v.a. das Playcalling mit rein nehmen. Die Frage, ob man nicht zumindest ein paar Snaps in der Pre-Season spielen sollte, kann man sicherlich stellen, ich würde gestern aber auch eher mal mit dem Play-Calling anfangen. Du hast für das erste Spiel der RS ja durchaus Vorbereitungszeit. Ich erwarte jetzt nicht, dass man hier tief im Playbook gräbt, aber mal zu Erinnerung, was unser erster Spielzug nach 8 Monaten Off-Season war:

    Ferguson stellt sich von Anfang an(!) in der Formation als FB auf und Williams folgt ihm das auch mit einem recht einfach Lauf durch die Mitte. Ferguson wird beim Blocken zerstört, Williams an der LOS gestoppt. Ferguson ist ein guter und in der Regel verlässlicher Pass-Catcher, war aber immer schon ein recht mieser Blocker. Dafür hat man Schoonmaker und Spann-Ford. Was soll also dieser Spielzug? Es ist ja nicht mal so, dass sich Ferguson erst außen aufstellt, man die Defense der Giants analysiert und man den Spielzug dann an der LOS ändert. Die Gants hatten 8 Spieler in der Box. Und wir laufen hinter dem Lead-Blocker Jake Ferguson.

    Ist dieser Spielzug verantwortlich für die Niederlage? Sicher nicht. Aber das grundsätzliche Problem hat sich gestern komplett durchgezogen. Haben wir einen einzigen Screen gespielt? Man wirkte gestern auf beiden Seiten des Balls extrem unvorbereitet und wurde geradezu Beginn wohl auch von der Physis der Giants überrumpelt.

    Dennoch hat die Offense sich im Spiel zumindest gesteigert, wie gesagt, in HZ 2 kann man der ja nun wirklich keinen Vorwurf machen, da gab es auch ein paar sinnvolle Adjustements und man ist nicht mehr ganz so stumpf über die Mitte gelaufen. Über die Defense lässt sich das leider so nicht sagen. Die Anzahl an blown Coverages hab ich in der Anzahl recht selten gesehen. Extreme Abstimmungsprobleme. Schlechtes Tackling. Keine Anpassungen in Halbzeit 2, die wirklich absolut katastrophal war. Wenn man etwas postitives finden will, dann scheint man mehr Fokus darauf zu legen, TO zu erzeugen. Leider konnten man nur den einen Fumbel recovern, aber die Absicht, den Ball zu attackieren, war klar zu erkennen. Viel mehr positives fällt mir dann allerdings nicht ein. Gerade die Tatsache, dass man die gesamte Off-Season davon geredet hat, dass man eine andere Herangehensweise entwicklen möchte und wie oft man dann eine unfassbar softe Zone gespielt hat, hat mich extrem geärgert. Hoffentlich schafft man es schnell, sich hier deutlich zu steigern. Ansonsten wird das ein Abziehbild der letzten Jahre.

    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass unsere Defense noch schlechter werden kann. Ja, letztes Jahr war mies, gerade die Anzahl der zugelassenen Big-Plays. Sich heute aber 60 Minuten lang von eigentlich nicht mehr als 2 unterschiedlichen Plays vorführen zu lassen, ist nochmal eine neue Dimension.

    Ist Spieltag 1 und klar hat man grundsätzlich noch Zeit. Eine Mischung aus fehlendem Pass-Rush, katastrophaler Run-D, Soft-Zone und fehlenden Anpassungen lassen mich jetzt aber nicht allzu optimistisch auf die restliche Saison schauen.

    Aber Congrats and Javonte Williams. Kann mir kaum vorstellen, dass es jemand im Saisonverlauf schaffen wird, ne dümmere Strafe zu bekommen.

    Wir haben für OT Broderick Jones von den Steelers getradet. Früherer 1st-Rounder, immer noch jung, aber bisher auch mehr als enttäuschende Leistung in der Liga. Gegenwert ist aber auch nicht dramatisch, in erster Linie ein Swap zwischen 3rd und 4th-Rounder.

    Kann man machen. Die O-Line hat mMn mit die beeindruckendste Entwicklung unter dem neuen Staff gezeigt und daher bin ich sehr gespannt, ob man einen zweifellos talentierten Spieler nochmal in die richtige Richtung bewegen kann.

    Denn vieles von dem wäre wahrscheinlich gar nicht allzu sehr ins Gewicht gefallen, wenn man nicht aufgrund der grottenschlechten Defense ständig der Musik hinterher gelaufen wäre.

    Eben. Man sollte bei der Analyse der O-Line nicht vergessen, dass wir letztes Jahr reihenweise Spiele hatten, in denen wir dauerhaft in Spielsituation waren, wo wir das Laufspiel fast komplett einstellen mussten, da unsere Defense nichts und niemanden gestoppt bekommen hat. Für O-Liner gibt es letztlich nichts undankbareres, als Passing-Downs, die so obvious sind, dass der Gegner aus allen Richtungen Druck bringen kann und die O-Line versuchen muss, die Verantwortlichkeiten zu kommunizieren. Wir haben zudem eine noch extrem junge Unit. Wird Steele nächstes Jahr ein Top-Tackle? Vermutlich nicht. Dennoch wird eine verbesserte Defense auch unserer O-Line helfen. Wir waren letztes Jahr schon wirklich gut im Laufspiel und wenn wir dann hoffentlich mal in der Lage sein werden, das ein oder andere Spiel mit Führung kontrollieren zu können, bin ich bei der Line recht optimistisch. Inside sind wir da potenziell bereits absolut dominant und die Tackles werden von besseren Umständen profitieren - schlechter können die Umstände ja kaum werden. ;)

    Daher bin ich auch absolut einverstanden, dass man kaum in die Offense investiert hat. Man muss dem Coaching-Staff da schon ein großes Kompliment machen. Mit HC/PC, OC und auch O-Line-Coach wurden die wichtigsten Positionen da komplett neu zusammengestellt und dennoch war die Offense letztes Jahr größtenteils absolut elite. Kein einziger Starter ist weg, viele Skill-Positions sind mit jungen Spielern besetzt und daher darf man da auch noch auf positive Entwicklungen setzen. Wenn die Defense sich auch nur irgendwo im Mittelfeld der Liga einordnet, sind die Vorraussetzungen für die neue Saison nicht so schlecht.

    Und schön, dass die Sache mit Pickens jetzt auch erledigt ist. Vielleicht im Nachhinein auch garnicht so schlecht, wie man es angeht. Dieses Jahr hatten wir bereits zwei 1st-Rounder in einem Draft, der nicht so ganz tief mit wirklichen Ausnahmetalenten besetzt war. Wenn Pickens auch nur annähernd an die Leistungen anknüpfen kann und man sich weiterhin (was zu erwarten ist) nicht auf einen langfristigen Vertrag einigen kann, bekommst du eben ordentlich Gegenwert im 27er-Draft, der ja doch ziemlich tief besetzt sein soll. Ich bezweifel zwar, dass unser GM so langfristig denkt, aber ich bin jetzt erstmal fein mit der Saison unter dem Tag und hätte nicht erwartet, dass das so (vergleichweise) geräuschlos über die Bühne geht.

    Ganz ehrlich, wir hatten McCoy so hoch weil wir in ihm den einzigen Elite CB dieser Klasse sehen. Der Junge ist soviel besser als Delane und den Rest!

    Nicht böse gemeint, aber ob er so viel besser IST, kannst du doch aktuell gar nicht einschätzen. Der hat seit fast 1,5 Jahren auf keinem Football-Feld mehr gestanden. Daher ist das auch nicht sonderlich verwunderlich, dass er komplett aus Runde 1 gefallen ist. Ist ihm natürlich absolut zu wünschen, dass er sein riesiges Potenzial, das ich überhaupt nicht in Frage stelle, abrufen kann, aber es hat ja schon seine Gründe, dass kein Team dieses Risiko nehmen wollte - und ich bin weiterhin froh, dass die Cowboys das ähnlich sehen.

    Zu Faulk: auf welcher Position siehst du ihn denn? Ein Spieler, der etwa in jedem zehnten Pass-Spielzug sein direktes Duell gewinnt, ist sicherlich aktuell kein guter Fit auf OLB. Auf DE ist er vermutlich besser aufgehoben, da ist man in der Spitze aber auch schon gut aufgestellt. Ob Lawrence der individuell bessere Spieler ist, wird man sehen, den besseren Scheme-Fit für unsere Needs sollte er aktuell aber definitiv sein.

    Wie so häufig beim Draft wird es aber sowieso erst die Zeit zeigen. Aktuell aber eine wirklich gute erste Runde für die Cowboys, die zwei Löcher mit Spielern besetzt, die ab Day 1 schon einen Impact haben sollten.

    Nahezu perfekte erste Runde. Downs und Lawrence bekommen und insgesamt über die Trades sogar noch das insgesamt vorhandene Kapital verbessert. Hab da weder am Prozess, noch am Ergebnis auch nur annähernd was auszusetzen. Downs ist ein absolut perfekter Value an #11, Lawrence dürfte von den noch verfügbaren Pass-Rushern der beste Fit fürs 3-4 Scheme sein. In den kommenden Runden dann bitte noch einen passenden CB (bevorzugt Nickel) und einen LB, der Day 1 starten kann.

    Bei dem Unterschied der Draftklassen würde ich lieber einen 2nd in 2027 statt in 2026 bekommen.

    Für einen 2nd-Rounder wird man Pickens (zurecht) nicht traden und ihn dann tatsächlich lieber unter dem Tag spielen lassen.

    Downs an #12 würde ich feiern. Akheem Mesidor / TJ Parker an #20 ist für mich ok, aber mir wär ein CB lieber.

    Weiß nicht, ob man wirklich doppelt auf DB geht in Runde 1, in dem Falle wäre Chris Johnson möglicherweise noch eine Option hier.

    Zum Draft heute:

    Durch den Trade zwischen den Giants und Bengals hat sich unsere Situation mMn etwas verbessert. Die Bengals wären mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an #10 Richtung Defense gegangen, bei den Giants gehe ich eher von 1x Offense und 1x Defense aus und glaube, dass der frühere Pick in einen Defender gesteckt wird. Somit potenziell ein Team weniger vor uns, dass eine direkte Konkurrenz für einen Position of Need darstellt. Ich halte daher die Chancen, dass mindestens einer aus der Gruppe

    - Reese

    - Bailey

    - Styles

    - Downs

    - Bain

    - Delane

    bis an #12 fällt für relativ groß und sehe dabei auch einen Uptrade nicht wirklich als notwendig an. Mendoza wird an #1 gehen, Love ist mMn sicher in den Top 10 und auch mindestens 3 weitere Offense Spieler (WR + OL) sollten eigentlich vor uns gehen, daher bin ich da recht optimistisch und könnte mit jedem der aufgelisteten Spielern sehr gut leben. Tritt der Fall ein, dass alle bis dahin weg sind, hat man tatsächlich ein Problem, da ich danach keinen einzigen Spieler sehe, der auf einer Position mit Bedarf an 12 ein gutes Value darstellt. Bei McCoy kann ich mir inzwischen sogar vorstellen, dass er aus Runde 1 fällt und bleibe da absolut kein Fan von. Wenn man in dem Szenario einen Downtrade umsetzen könnte, wäre das top, ansonsten wird es spannend werden. Wenn absehbar ist, dass alle Spieler gegebenenfalls bereits weg sind, würde ich dann aber auch einen Uptrade nicht ausschließen, aber dann nur in die Range 8-10, was dann keinen zusätzlichen 1st kosten sollte.

    Für #20 sind die Alternativen dann wieder deutlich größer. Sollte man an #12 keinen D-Liner bekommen haben, gibt es in der Range dann einige interessante Namen. Ansonsten hab ich dieses Jahr nen kleinen Crush in McNeil-Warren, den ich unheimlich mag und der in der neuen 3-4 Base eine extrem wichtige Position in der Mitte der Defense einnehmen könnte. Sollte an #12 kein DB abfallen, wäre er meine favorisierte Wahl an #20. Der zuletzt häufig zu uns gemockte Jacob Rodriguez wäre dort auch nicht so mein Fall, da mir das postional Value da nicht ganz so zusagt und man gute Linebacker auch noch in Runde 3 und 4 finden sollte.

    Aktueller Tip:

    #12 Caleb Downs

    #20 Akheem Mesidor / TJ Parker

    Also ich bin ja wirklich gerne mit dabei, unser FO zu kritisieren, im Falle Pickens sehe ich aber den Punkt aktuell noch nicht so ganz. Erstmal sollte man in der Bewertung damit anfangen, dass dieses FO Pickens letztes Jahr für einen recht geringen Gegenwert getradet hat und dieser seinen Wert seitdem exponenziell gesteigert hat. Der Fehler, den ich persönlich sehe, ist das man ihn nicht direkt nach dem Trade verlängert hat. Das wäre letztes Jahr ein ziemlich smarter Move gewesen. Spätestens nach den ersten Wochen der letzten Saison war dann aber absolut klar, dass Pickens long-term nicht zu bezahlen ist. Das wird hier auch seit Monaten schon erwähnt, dass die Cowboys überhaupt nicht in der Lage sind, einem weiteren Offensivspieler 40+mio/yr zu bezahlen. Kann neben Dak und Lamb kaum funktionieren, es sei denn, man ist bereit, in 2-3 Jahren in einen jahrelangen Rebuild zu gehen. Ich würde mich da auch dagegen entscheiden.

    Man hat den Tag und die volle Kontrolle. Ich hätte ihn bereits getradet und würde das aus langfristiger Sicht auch weiterhin tun, aber selbst wenn man sich dagegen entscheidet, hat man nicht wirklich ein Risiko - außer ein (potenziell) fallender Trade Value. Man hat aber auch bei Parsons gesehen, dass man auch nach dem Draft noch einen soliden Gegenwert für (junge) Ausnahmespieler in der Liga bekommen kann. Ich hätte es auch bevorzugt, die Sache schon früher zu klären, dennoch ist man überhaupt erst in der Situation, weil man letztes Jahr einen überragenden Trade eingefädelt hat. Das sollte man dann fairerweise auch berücksichtigen.

    Erstmal den Draft abwarten. Schreibe ich morgen noch ein paar Worte dazu.

    Bei McCoy ist das so eine Sache. Ich hab da schon ziemliche Bauchschmerzen an #12 einen Spieler zu picken, der in so jungen Jahren bereits eine komplette Saison mit einer Verletzung verpasst hat. Wir haben mit Revel gerade am eigenen Leib erfahren, wie lange es dauern kann, bis ein Spieler danach wieder funktioniert. Ich sehe aber auch, dass McCoys Tape aus der vorletzten Saison überragend war und sein Pro-Day wohl auch das ein oder andere atlethische Fragezeichen verkleinert hat. Könnte also ein Top-Pick werden, aber auch komplett nach hinten los gehen. Daher wäre mir an #12 mit einer sichereren Option etwas wohler, so wie euer Draft hier gefallen ist, hätte ich mich aber auch schwer getan und würde dann in der Realität wohl einen Down-Trade vorziehen. Kann den Pick grundsätzlich aber absolut verstehen und das ist mehr persönliche Meinung und definitiv keine Kritik.

    Zu Faulk: ist der Pick, der mir am wenigsten gefällt. Ja, Faulk ist extrem jung und roh und bietet ordentlich Upside. Wir haben aber vielleicht noch 2-3 erwartbar gute Jahre mit Dak und die aktuelle Planung in der FA spricht dafür, dass man die nächsten 1-2 Jahre wirklich nutzen möchte. In diesem Szenario hole ich definitiv lieber Mesidor an #20, dem ich einen direkten Impact in der Liga zutraue und der mit seinem Floor deutlich besser zur Timeline von Dak passt, als ein Spieler, der letztes Jahr auf 2 Sacks gekommen ist und vielleicht in 2-3 Jahre dominant werden könnte. Faulk hatte ne Pass-Rush-Winrate von knapp über 10% und das ist mir als Value für unsere aktuelle Timeline zu wenig, um dort auf eine schnelle Entwicklung zu vertrauen. Wäre Mesidor etwas jünger, wäre das ein sicherer Top #10 Pick und in unserer Situation nehme ich den gerne an #20.

    Louis ist ein sehr starker Value und zu Wheatley kann ich nichts sagen, so tief bin ich noch nicht drin. Von den Positionen abolut top, McCoy macht vermutlich auch absolut Sinn, wenn man es etwas sachlicher bewertet, nur bei Faulk bin ich unserer Situation nicht so hoch.

    Ich sehe auch keine Auswirkungen der Verlängerung von JSN auf die Verhandlungen mit Pickens. Pickens hatte auch vorher ebenso wenig einen Grund für unter 35mio zu verlängern, wie für über 40mio. Iwo dazwischen wird sein Yearly Average liegen und das ist auch schon seit Wochen allen klar. Genau so wie die Tatsache, dass die Cowboys das bei Garantien im Bereich von 100mio nicht sinnvoll bezahlen werden können ohne in 2-3 Jahren ziemliche Cap-Probleme zu bekommen. Daher sehe ich weiterhin die langfristige Strategie nicht. Vielleicht plant man wirklich, mit Pickens im Franchise-Tag in die Saison zu gehen. Ob der davon dann so begeistert ist, glaube ich allerdings kaum.

    Es ist ja schon ne Menge Bewegung im WR-Markt. Wenn ich den Preis für Waddle sehe (ja, sehr später 1st), dann bin ich nachwievor absolut überzeugt davon, dass du für Pickens einen 1st + x bekommst, gerade im Bereich 20-32 des diesjährigen Drafts. Und da gibt es nachwievor einige Teams mit Needs.

    An einen Trade glauben tue ich allerdings nicht mehr, dafür ist auch der aktuelle Cap zu sehr darauf ausgelegt worden, Pickens nächstes Jahr halten zu können. Prognose: endlose Verhandlungen bis zum Camp, Pickens geht in den Holdout, öffentliches Theater, kurz vor Saisonbeginn gibt es einen Trade, da man (gerade bei Pickens) einen lustlosen Spieler nicht brauchen kann, dafür bekommt man weniger als man jetzt erhalten würde und geht zudem geschwächt in die Saison. Parsons 2.0. Die FA bisher finde ich solide, trotzdem glaube ich leider nicht, dass Jerry im Umgang mit Verlängerungen von wichtigen Spielern etwas dazu gelernt hat.

    Abgesehen davon: mal sehen, was bis zum Draft auf LB noch passiert. Halten sich ja hartnäckige Gerüchte um Jordyn Brooks von den Dolphins. Wäre eine absolute Verstärkung. Könnte mir aber durchaus auch vorstellen, dass die Dolphins den ein oder anderen Veteran mit Qualität dann auch für den Rebuild halten wollen und ein Trade würde ihnen wohl auch kaum Cap-Einsparungen bringen. Abwarten. Scheinbar will man auf der Position aber noch vor dem Draft tätig werden.

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir ja unser komplettes Scheme ändern und sich daher die Needs auch etwas verschieben. Osa wurde in erster Linie deshalb abgegeben, da er im 3-4 weder in die D-Line passt, noch als OLB Sinn macht. Wenn man die Defense aktuell mal durchgeht:

    D-Line (3 Starter): Williams, Clark, Ogbonnia; Ersatz: Toia

    Ogbonnia dürfte der NT sein, Toia der Ersatz dafür. Zusammen mit Quinnen und Clark hat man da wirklich gute Qualität, man wird aber sicherlich noch mindestens zwei Rotationsspieler benötigen. Gibt aber auch die Möglichkeit, einen der größeren und schwereren OLB situativ in die Line zu ziehen.

    OLB (2 Starter): Gary, Ezeiruaku; Ersatz: Houston, (Liufau), Wheat, Sam Williams

    Hier könnte es dann interssant werden, da du beim 3-4 eben als QB letztlich immer entscheiden musst, welcher der beiden OLB auf jeden Fall rusht. Da wird bei uns Gary definitiv die Hauptaufmerksamkeit bekommen und dadurch werden sich für die Gegenseite gute Matchups ergeben. Wenn Ezeiruaku sich entsprechend entwickelt, sieht die Gruppe auch insgesamt nicht so verkehrt aus.

    Sicherlich wird man hier noch was machen, gegebenenfalls auch über einen 1st-Rounder im Draft, durch die Systemumstellung sieht unsere Front mMn aber schon bedeutend besser aus, als zum Saisonstart letztes Jahr.

    LB (2 Starter): Overshown, James; Ersatz: Barron, (Liufau), (Bell)

    Brauchen wir nicht drüber reden - dringender Handlungsbedarf. Könnte mir vorstellen, dass man gegebenenfalls auch Thompson als eine Art Safety/LB-Hybrid (ähnlich wie Bell) einplant, dennoch müssen hier dringend weitere Spieler über Draft und/oder FA dazukommen.

    DB (4 Starter): Bland, Revel, Thompson, Hooker; Ersatz: Bridges, Carson, Locke, Clark, (Bell)

    Safety sieht bereits recht ordentlich aus, CB dürfte aktuell klarer Favorit sein für #12 im Draft. Breite hätte man dann eigentlich auch ganz okay.

    Insgesamt sieht die Defense durch die Umstellung aus meiner Sicht schon nicht mehr ganz so katastrophal aus, wie man das lange Zeit vermuten musste. Aktuell gibt es drei wirklich große Needs: D-Line/OLB, CB, LB. LB würde ich in Runde 1 nur in Styles investieren, der dürfte aber weg sein. Daher wäre meine klare Prio: #12 und #20 in CB und D-Line/OLB, den 3rd-Rounder in einen LB. Wenn man es dann in den nächsten Wochen noch schafft, 1-2 Spieler für die Tiefe zu holen, v.a. LB, dann ist das insgesamt schon okay, wenn man sieht, wo man letztes Jahr stand. Ob das jetzt gut genug ist, um die ganzen Restrukturierungen zu rechtfertigen - bleibe ich skeptisch. Aber wenn man v.a. in unsere Front noch nen 1st-Rounder investierst, dann dürfte das insgesamt schon Potenzial haben, mindestens mal eine durchschnittliche Defense zu werden. Iwo wird man aber trotzdem noch ordentlich Cap freischaufeln müssen. Am ehesten vermutlich über Verlängerungen bei Williams, Clark oder Gary.

    Osa geht für einen 3rd zu den 49ers, Solomon Thomas für einen 7th-Round-Swap zu den Titans. Damit dürfte man jetzt erstmal den Cap unters Limit gebracht haben, auch wenn bei Osa 16mio Dead-Cap in diesem Jahr bleiben.

    War bei Osa in den letzten Tagen abzusehen, dafür ist der Gegenwert noch einigermaßen okay, nachdem auf DT fürs neue System einfach andere Spielertypen gefragt sind. Trotzdem bleiben bei mir schon auch noch einige Fragezeichen bzgl. der FA, die sich aber nicht darauf beziehen, dass ich mit den bisherigen Moves nicht einverstanden bin. Wir sind nicht nur auf Safety (deutlich) besser aufgestellt, mit Gary hat man auch einen DE, der sicherlich stärker einzuschätzen ist, als jeder DE, der nach dem Parsons-Deal noch da war. Und die Aussage, dass man einfach auf seine Entlassung hätte warten können, ist so nicht richtig. Wäre Gary FA gewesen, wären die Chancen den Cowboys bedeutend(!) geringer gewesen, ihn zu verpflichten. Man darf bei Trades nie den Einfluss des Gehalts vergessen. Gary hat bei uns genau 0(!) Dollar garantiertes Gehalt. Das darf man dann gerne mal mit der Summe vergleichen, die man ihm als FA hätte bieten müssen. Daher ist der Deal für mich okay.

    Das Problem bleibt aber für mich eben genau das selbe, das ich vor einigen Monaten befürchtet habe. Weder der Cap, noch der Draft erscheinen ausreichend, um die Löcher der Defense in einer Off-Season zu fixen. Daher bleibe ich auch dabei, dass ich die kommende Saison lieber als Übergang gesehen, Pickens getradet und weniger Gehalt nach hinten geschoben hätte. Jetzt ist man aggressiver, macht Deals, ist in einigen Jahren extrem in der Handlungsfähigkeit eingeschränkt und hat Stand jetzt dennoch kein Geld für weitere FAs und zudem zu wenig Picks um die bestehenden, eklatanten Löcher auf DE, CB und LB noch ausreichend zu fixen. Verstehe ich nicht. Zumal man noch weiteren Cap wird freischaufeln müssen, um die Rookies zu signen.

    Aber mal abwarten, was noch passiert. Bisher riecht das für mich aber nach ner Saison, die sicherlich besser werden kann, bei der ich die Chancen auf den großen Wurf aber als bedeutend geringer einschätze, als das notwendig wäre, um damit zu rechtfertigen, dass man weiterhin so viel Geld in die zukunft schiebt...

    Durch den Trade für Gary sollten wir bei Hendrickson zu 90% raus sein. Sehe nicht, wie das vom Cap her sonst funktionieren soll. Bin auch so schon sehr gespannt, wie wir bis morgen Abend unter den Cap kommen werden. Zumal wir zukünftig auch noch zwei 1st-Rounder signen müssen und die auch nicht gerade wenig kosten. Daher sind größere Deals vermutlich nur noch zu erwarten, wenn man Pickens per Trade abgibt, aonsonsten dürfte der Fokus der nächsten Wochen darauf liegen, Leute wie Clark oder Williams zu verlängern und ihren aktuellen Cap-Hit damit zu reduzieren.

    Das sind nicht mehr meine Cowboys. :madness:tongue2:


    Die meisten Deals gefallen mir, einige aber auch weniger. Am Deal für Gary hab ich beispielsweise kaum was auszusetzen. Aber ich bin echt mal gespannt, wie wir bis Mittwoch unter den Cap kommen wollen und ob da nicht doch noch ein Trade von Pickens ansteht. Ansonsten wird das schon ne richtige Herausforderung. Werde die Tage nochmal ausführlicher was zu den einzelnen Deals der FA schreiben.

    Und ich bin langsam kein Freund mehr davon zu sagen, nächste Saison und dann wieder nächste Saison. Also das immer ein Jahr in die Zukunft zu schieben. Das Zeitfenster mit Daks zunehmenden Alter und vor allem seinen Vertrag wird kleiner.

    Ist ja auch absolut legitim, das so zu sehen. Ich bin halt nur der Meinung, dass man es besser vor einigen Jahren gemacht hätte, als jetzt. Die Cowboys haben aktuell bereits etwa 100mio in Void-Jahren gebunden. Jetzt sollen nochmal 130mio freigeschaufelt werden, ich vermute mal das da locker nochmal 50% davon entsprechend auf Jahre nach dem Vertragsende geschoben werden. Da sind wir dann mal schnell bei 160-170mio an Kosten über ein paar Jahre absolut ohne Gegenwert. Und das beinhaltet ja noch keinen Dead-Cap durch Vertragsauflösungen. Sehe da kaum Spielraum, um konkurrenzfähig zu bleiben.

    Muss halt am Ende jeder für sich entscheiden, ob er uns aktuell in der richtigen Timeline sieht, um dieses Risiko zu gehen und dafür auch bereit ist, einen langen und harten Rebuild zu erleben. Die Rams eignen sich da auch nur bedingt als Beispiel, die sind zwar in Bezug auf ihre Picks All-In gegangen haben aber ein fast komplett sauberes Buch, in dem es außer bei Stafford kaum Void-Jahre und auch sehr wenig Dead-Cap gibt. Man hat sehr bereitwillig die eigenen Premium-Picks angefasst, dabei aber nie den zukünftigen Cap aus den Augen verloren. Das sieht bei uns doch deutlich anders aus.

    Am Ende ist die Frage: warum ausgerechnet jetzt? Ich glaube, dass Jerry die Geduld verliert und sich nicht nachsagen lassen will, dass er zu wenig probiert hat. Ich halte das für keinen guten Ratgeber.

    Jerry hat sich inzwischen ja auch persönlich dazu geäußert, u.a. mit folgendem Zitat:

    Ich bin da nicht so begeistert von. Was ja sicher erscheint, sind Umstrukturierungen von Dak, CeeDee, Tyler Smith, Osa, Williams und Clark. Damit sollen insgesamt wohl um die 130 mio Cap frei werden. Und damit ist dann auch sicher, dass man in der FA aktiver sein wird, ansonsten macht es ja wenig Sinn, dieses Geld in die Zukunft zu schieben. Spricht aber auch eindeutig dafür, dass man Pickens wohl halten wird.

    Mein Problem damit ist das Timing. Wir kommen aus einer Saison, in der man statistisch vermutlich sogar die insgesamt schlechteste Defense der Liga hatte. Ich mag die Hires im Staff, aber gleichzeitig hat man dort jetzt die vermutliche jüngste Gruppe an Coaches in der Geschichte der Franchise. Und ich sehe nicht, warum man damit jetzt direkt wieder meint, in den nächsten 1-2 Jahren die große Chance auf den SB zu haben. Denn bei den ganzen Moves steht für mich fest, dass man in wenigen Jahren in den kompletten Rebuild wird gehen müssen. Effektiv schiebt man die 130 mio ja nur in die Zukunft und zu einem großen Anteil vermutlich sogar auf Void-Years, in denen du dann keinerlei Gegenwert bekommst.

    Ich würde es weiterhin bevorzugen, Pickens zu traden, einen kompeltten Rebuild der D über den Draft versuchen, nur so viel Cap freischaufeln, wie gerade so notwendig und dann entweder 2027 angreifen, wenn die Entwicklung stimmt und falls nicht langsam die Nachfolge von Dak anzugehen. Sollte die nächste Saison nicht deutlich erfolgreicher verlaufen, als die aktuelle, wird man mit den ganzen Moves danach wohl mehrere Jahre in der Bedeutungslosigkeit enden und das sehe ich persönlich als den Worst-Case an.

    Allgemein hätte ich mir diese ganzen Moves 2017 gewünscht, als man Dak und Zeke im Rookie-Deal hinter der besten O-Line der Liga hatte und einfach überhaupt nichts unternommen hat, um die Chancen zu maximieren. Damals hätte das absolut Sinn gemacht. Jetzt fühlt es sich für mich eher so an, als würde Jerry halt iwie versuchen, nochmal auf Krampf eine letzte Chance zu bekommen. Ich irre mich aber auch gerne. Grundsätzlich wirst du mit Pickens + zwei 1st-Rounder + Möglichkeiten auf die guten Spieler der FA natürlich die Chance haben, in der NFC konkurrenzfähig zu sein. Aber das Risiko wäre mir in dieser FA zu hoch und ich hätte es halt lieber 2027 gesehen. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

    Ist sicherlich keine einfache Entscheidung mit Pickens und daher auch nur natürlich, dass es da unterschiedliche Meinungen gibt. Ich bleibe dabei, dass eine Verlängerung im Kontext des gesamten Rostermanagements kaum funktionieren kann. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

    Der offensichtlichste ist natürlich der Cap. Ich sehe absolut keinen Grund, warum Pickens nicht mindestens 30, vermutlich eher 35mio/yr fordern sollte. Damit hätten wir mit Dak, Ceedee und Pickens etwa 130mio/yr in drei Spieler investiert, die alle in der Offense spielen. Wir reden dabei von über 40% des aktuellen Cap. Zusätzliches Problem an der Sache: sowohl Dak, als auch Ceedee wurden bereits restructured, haben also ihre bisherigen Vertragsjahre mit sehr geringen Hits bestritten (Dak 44mio und 50mio; Lamb 9mio und 15mio). Beide Verträge werden in den nächsten Jahren deutlich(!) teurer, Lamb steht die nächsten beiden Jahre mit jeweils etwa 40mio in den Büchern, Dak beduetend höher mit bis zu 80mio(!). Das kann aus meiner Sicht niemals funktionieren, Pickens zu verlängern und gleichzeitig die Defense zu fixen. Klar, du kannst natürlich diverse Void-Jahre anhäufen und dann iwann auf Jahre hin in der Bedeutungslosigkeit versinken, weil du etliche Millionen gebunden hast für Spieler, die schon Jahre nicht mehr da sind. Iwann endet man dann bei den Saints - ich finde das absolut nicht erstrebenswert und sehe die Cowboys auch aktuell nicht in der Situation, dermaßen All-In gehen zu müssen. Wir stehen aktuell bereits 30mio über dem Cap für 2026, MÜSSEN dringend diese Defense fixen, wollen aber gleichzeitig nochmal >30mio in einen WR investieren. Sehe ich nicht.

    Zum sportlichen - auch das sehe ich es nicht so, dass man bei einem Abgang von Pickens 1400 Yards ersetzen müsste. Man muss in allererster Linie diese absolut bodenlose Defense fixen. Wenn du auf dieser Seite des Balles ab und zu mal einen Punt erzwingst und nicht jedes Wochenende 30-40 Punkte erlaubst, dann brauchst du weder einen QB, der extremes Risiko gehen muss, noch zwei 1000+ Yards Receiver, um konkurrenzfähig zu sein. Schottenheimer ist hier angetreten, um das Laufspiel wieder mehr in den Vordergrund zu stellen und hat das letztes Jahr auch gut hinbekommen. Unsere O-Line hat dort auch klare Stärken im Vergleich zur Pass-Pro. Auch unter diesem Aspekt würde ich niemals >40% (und in der Praxis dann vermutlich >50%) in drei offensive Spieler investieren, die damit erstmal wenig zu tun haben. Es gibt in der Liga genau eine Franchise, die ein Duo von WRs mit über 60mio/yr bezahlt - das sind die Bengals. Und obwohl die zusätzlich auch einen potenziellen Top-QB haben, würde ich nicht behaupten, dass sich das dort ausgezahlt hat. Ansonsten leisten sich noch Lions, Dolphins und Eagles zwei kostspielige Receiver, wobei dort jeweils einer immer (deutlich) unter 30mio liegt.

    Und als letzter Punkt - ich fände es auch ein Zeichen der Entwicklung, wenn Jerry es mal hinbekommen würde, einen Spieler auf einer Position ohne riesigen Need auf dem Höhepunkt des Values abzugeben. Ich halte es weiterhin nicht für unrealistisch, für Pickens einen 1st zu bekommen. Investiert hat man einen 3rd und future 5th. Letztlich sind genau das die Deals, die den Cowboys in den letzten Jahren auch eindeutig gefehlt haben, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Nicht jeden guten Spieler (über-)zu bezahlen, sondern auch mal gezielt Assets aufzubauen, die man dann in andere Positionsgruppen stecken kann. 3rd + 5th investiert, ein Jahr von dem Spieler profitiert, ordentlich Gegenwert mitnehmen und die Defense fixen. Aus meiner Sicht wäre genau das der Weg, um langfristig erfolgreich zu sein.

    Das Verhältnis von Jerry zu Pickens Berater nach dem Theater mit Parsons lasse ich dabei mal gezielt noch außen vor. Wird sicher spannend, ich hoffe allerdings, dass man spätestens bis zum Draft dann auch eine Lösung hat.

    Ist natürlich extrem schwer, so einen jungen Coach zu bewerten, der bisher noch keine Plays gecalled und eher in der zweiten Reihe gearbeitet hat. Daher lasse ich mich gerne überraschen. Sollte er ein ähnliches System wie Vangio spielen lassen, halte ich das für unseren Kader allerdings nicht für optimal. Aber abwarten, spannend ist die Personalie definitiv.

    Ich versuche mich mal ein einer Liste der Punkte, dich ich mir in der FA bis zum Draft wünschen würden. Werde dann nach und nach aktualisieren, was davon tatsächlich umgesetzt wurde.

    • Fire Eberflus
    • Release Malik Hooker
    • Release Logan Wilson
    • Release Solomon Thomas
    • Release Jonathan Mingo
    • (Release Terence Steele)
    • Extend/Release Kenny Clark
    • Tag und Trade George Pickens
    • Restructure Dak
    • Restructure CeeDee
    • Extend Jadeveon Clowney
    • Extend Brandon Aubrey


    Anmerkungen:

    - Kenny Clarks Cap-Hit für nächstes Jahr ist zu hoch, dafür waren seine Leistungen auch nicht gut genug. Dennoch würde ich die Rotation aus ihm, Osa und Williams gerne behalten. Wenn sein Cap-Hit durch eine angemessene Verlängerung also gesenkt werden kann, gerne. Sonst muss man ihn entlassen.

    - Bei Pickens habe ich meine Entscheidung eigentlich getroffen und ja auch schon mal begründet. Diese Defense braucht alle verfügbaren Mittel, um besser zu werden. Der Draft sieht dieses Jahr auf unseren zahlreichen Problemzonen gut aus. Cap für die Verlängerung hat man auch nicht. Pickens ist ein leigitimer WR #1 in dieser Liga und dafür findet man Abnehmer, die einen guten Gegenwert bieten sollten.

    - Steele ist aus meiner Sicht keine ganz einfache Sache. Wenn die anderen Punkte der Liste abgearbeitet werden, ist es aus Cap-Gründen gegebenenfalls nicht zwingend notwenig - dennoch, auch sein Cap passt natürlich nicht zur Leistung. Die Frage ist halt, ob man damit nicht ein größeres Problem öffnet, als man schließt. Steele hat klare Schwächen in der Pass-Protection, ist jetzt aber auch kein absoluter Bodensatz der Liga auf seiner Position. Wenn man mit der Überlegenug spielt, Smith auf LT zu ziehen und Guyton dann auf RT zu ziehen, kann man ihn sicherlich cutten. Mir wäre es wohl zu riskant bzgl der vielen Positionsänderungen. Was ich aber nicht machen würde - Smith bleibt LG, Guyton LT und den RT draftet man in Runde 1. Ja, am Ende muss man immer schauen, wie der Draft fällt, aber ich sehe wenige Szenarien, in denen die Premium-Picks nicht komplett in die Defense gehen.

    Soweit meine Vorstellungen. Gibt sicherlich weitere Personalien, die angegangen werden, gerade in den "unteren" Gehaltsklassen. Mal sehen, was man in den nächsten Tagen und Wochen schon abhaken kann und was evtl auch anders entschieden wird.