Beiträge von Wynalda

    Bei McCoy ist das so eine Sache. Ich hab da schon ziemliche Bauchschmerzen an #12 einen Spieler zu picken, der in so jungen Jahren bereits eine komplette Saison mit einer Verletzung verpasst hat. Wir haben mit Revel gerade am eigenen Leib erfahren, wie lange es dauern kann, bis ein Spieler danach wieder funktioniert. Ich sehe aber auch, dass McCoys Tape aus der vorletzten Saison überragend war und sein Pro-Day wohl auch das ein oder andere atlethische Fragezeichen verkleinert hat. Könnte also ein Top-Pick werden, aber auch komplett nach hinten los gehen. Daher wäre mir an #12 mit einer sichereren Option etwas wohler, so wie euer Draft hier gefallen ist, hätte ich mich aber auch schwer getan und würde dann in der Realität wohl einen Down-Trade vorziehen. Kann den Pick grundsätzlich aber absolut verstehen und das ist mehr persönliche Meinung und definitiv keine Kritik.

    Zu Faulk: ist der Pick, der mir am wenigsten gefällt. Ja, Faulk ist extrem jung und roh und bietet ordentlich Upside. Wir haben aber vielleicht noch 2-3 erwartbar gute Jahre mit Dak und die aktuelle Planung in der FA spricht dafür, dass man die nächsten 1-2 Jahre wirklich nutzen möchte. In diesem Szenario hole ich definitiv lieber Mesidor an #20, dem ich einen direkten Impact in der Liga zutraue und der mit seinem Floor deutlich besser zur Timeline von Dak passt, als ein Spieler, der letztes Jahr auf 2 Sacks gekommen ist und vielleicht in 2-3 Jahre dominant werden könnte. Faulk hatte ne Pass-Rush-Winrate von knapp über 10% und das ist mir als Value für unsere aktuelle Timeline zu wenig, um dort auf eine schnelle Entwicklung zu vertrauen. Wäre Mesidor etwas jünger, wäre das ein sicherer Top #10 Pick und in unserer Situation nehme ich den gerne an #20.

    Louis ist ein sehr starker Value und zu Wheatley kann ich nichts sagen, so tief bin ich noch nicht drin. Von den Positionen abolut top, McCoy macht vermutlich auch absolut Sinn, wenn man es etwas sachlicher bewertet, nur bei Faulk bin ich unserer Situation nicht so hoch.

    Ich sehe auch keine Auswirkungen der Verlängerung von JSN auf die Verhandlungen mit Pickens. Pickens hatte auch vorher ebenso wenig einen Grund für unter 35mio zu verlängern, wie für über 40mio. Iwo dazwischen wird sein Yearly Average liegen und das ist auch schon seit Wochen allen klar. Genau so wie die Tatsache, dass die Cowboys das bei Garantien im Bereich von 100mio nicht sinnvoll bezahlen werden können ohne in 2-3 Jahren ziemliche Cap-Probleme zu bekommen. Daher sehe ich weiterhin die langfristige Strategie nicht. Vielleicht plant man wirklich, mit Pickens im Franchise-Tag in die Saison zu gehen. Ob der davon dann so begeistert ist, glaube ich allerdings kaum.

    Es ist ja schon ne Menge Bewegung im WR-Markt. Wenn ich den Preis für Waddle sehe (ja, sehr später 1st), dann bin ich nachwievor absolut überzeugt davon, dass du für Pickens einen 1st + x bekommst, gerade im Bereich 20-32 des diesjährigen Drafts. Und da gibt es nachwievor einige Teams mit Needs.

    An einen Trade glauben tue ich allerdings nicht mehr, dafür ist auch der aktuelle Cap zu sehr darauf ausgelegt worden, Pickens nächstes Jahr halten zu können. Prognose: endlose Verhandlungen bis zum Camp, Pickens geht in den Holdout, öffentliches Theater, kurz vor Saisonbeginn gibt es einen Trade, da man (gerade bei Pickens) einen lustlosen Spieler nicht brauchen kann, dafür bekommt man weniger als man jetzt erhalten würde und geht zudem geschwächt in die Saison. Parsons 2.0. Die FA bisher finde ich solide, trotzdem glaube ich leider nicht, dass Jerry im Umgang mit Verlängerungen von wichtigen Spielern etwas dazu gelernt hat.

    Abgesehen davon: mal sehen, was bis zum Draft auf LB noch passiert. Halten sich ja hartnäckige Gerüchte um Jordyn Brooks von den Dolphins. Wäre eine absolute Verstärkung. Könnte mir aber durchaus auch vorstellen, dass die Dolphins den ein oder anderen Veteran mit Qualität dann auch für den Rebuild halten wollen und ein Trade würde ihnen wohl auch kaum Cap-Einsparungen bringen. Abwarten. Scheinbar will man auf der Position aber noch vor dem Draft tätig werden.

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir ja unser komplettes Scheme ändern und sich daher die Needs auch etwas verschieben. Osa wurde in erster Linie deshalb abgegeben, da er im 3-4 weder in die D-Line passt, noch als OLB Sinn macht. Wenn man die Defense aktuell mal durchgeht:

    D-Line (3 Starter): Williams, Clark, Ogbonnia; Ersatz: Toia

    Ogbonnia dürfte der NT sein, Toia der Ersatz dafür. Zusammen mit Quinnen und Clark hat man da wirklich gute Qualität, man wird aber sicherlich noch mindestens zwei Rotationsspieler benötigen. Gibt aber auch die Möglichkeit, einen der größeren und schwereren OLB situativ in die Line zu ziehen.

    OLB (2 Starter): Gary, Ezeiruaku; Ersatz: Houston, (Liufau), Wheat, Sam Williams

    Hier könnte es dann interssant werden, da du beim 3-4 eben als QB letztlich immer entscheiden musst, welcher der beiden OLB auf jeden Fall rusht. Da wird bei uns Gary definitiv die Hauptaufmerksamkeit bekommen und dadurch werden sich für die Gegenseite gute Matchups ergeben. Wenn Ezeiruaku sich entsprechend entwickelt, sieht die Gruppe auch insgesamt nicht so verkehrt aus.

    Sicherlich wird man hier noch was machen, gegebenenfalls auch über einen 1st-Rounder im Draft, durch die Systemumstellung sieht unsere Front mMn aber schon bedeutend besser aus, als zum Saisonstart letztes Jahr.

    LB (2 Starter): Overshown, James; Ersatz: Barron, (Liufau), (Bell)

    Brauchen wir nicht drüber reden - dringender Handlungsbedarf. Könnte mir vorstellen, dass man gegebenenfalls auch Thompson als eine Art Safety/LB-Hybrid (ähnlich wie Bell) einplant, dennoch müssen hier dringend weitere Spieler über Draft und/oder FA dazukommen.

    DB (4 Starter): Bland, Revel, Thompson, Hooker; Ersatz: Bridges, Carson, Locke, Clark, (Bell)

    Safety sieht bereits recht ordentlich aus, CB dürfte aktuell klarer Favorit sein für #12 im Draft. Breite hätte man dann eigentlich auch ganz okay.

    Insgesamt sieht die Defense durch die Umstellung aus meiner Sicht schon nicht mehr ganz so katastrophal aus, wie man das lange Zeit vermuten musste. Aktuell gibt es drei wirklich große Needs: D-Line/OLB, CB, LB. LB würde ich in Runde 1 nur in Styles investieren, der dürfte aber weg sein. Daher wäre meine klare Prio: #12 und #20 in CB und D-Line/OLB, den 3rd-Rounder in einen LB. Wenn man es dann in den nächsten Wochen noch schafft, 1-2 Spieler für die Tiefe zu holen, v.a. LB, dann ist das insgesamt schon okay, wenn man sieht, wo man letztes Jahr stand. Ob das jetzt gut genug ist, um die ganzen Restrukturierungen zu rechtfertigen - bleibe ich skeptisch. Aber wenn man v.a. in unsere Front noch nen 1st-Rounder investierst, dann dürfte das insgesamt schon Potenzial haben, mindestens mal eine durchschnittliche Defense zu werden. Iwo wird man aber trotzdem noch ordentlich Cap freischaufeln müssen. Am ehesten vermutlich über Verlängerungen bei Williams, Clark oder Gary.

    Osa geht für einen 3rd zu den 49ers, Solomon Thomas für einen 7th-Round-Swap zu den Titans. Damit dürfte man jetzt erstmal den Cap unters Limit gebracht haben, auch wenn bei Osa 16mio Dead-Cap in diesem Jahr bleiben.

    War bei Osa in den letzten Tagen abzusehen, dafür ist der Gegenwert noch einigermaßen okay, nachdem auf DT fürs neue System einfach andere Spielertypen gefragt sind. Trotzdem bleiben bei mir schon auch noch einige Fragezeichen bzgl. der FA, die sich aber nicht darauf beziehen, dass ich mit den bisherigen Moves nicht einverstanden bin. Wir sind nicht nur auf Safety (deutlich) besser aufgestellt, mit Gary hat man auch einen DE, der sicherlich stärker einzuschätzen ist, als jeder DE, der nach dem Parsons-Deal noch da war. Und die Aussage, dass man einfach auf seine Entlassung hätte warten können, ist so nicht richtig. Wäre Gary FA gewesen, wären die Chancen den Cowboys bedeutend(!) geringer gewesen, ihn zu verpflichten. Man darf bei Trades nie den Einfluss des Gehalts vergessen. Gary hat bei uns genau 0(!) Dollar garantiertes Gehalt. Das darf man dann gerne mal mit der Summe vergleichen, die man ihm als FA hätte bieten müssen. Daher ist der Deal für mich okay.

    Das Problem bleibt aber für mich eben genau das selbe, das ich vor einigen Monaten befürchtet habe. Weder der Cap, noch der Draft erscheinen ausreichend, um die Löcher der Defense in einer Off-Season zu fixen. Daher bleibe ich auch dabei, dass ich die kommende Saison lieber als Übergang gesehen, Pickens getradet und weniger Gehalt nach hinten geschoben hätte. Jetzt ist man aggressiver, macht Deals, ist in einigen Jahren extrem in der Handlungsfähigkeit eingeschränkt und hat Stand jetzt dennoch kein Geld für weitere FAs und zudem zu wenig Picks um die bestehenden, eklatanten Löcher auf DE, CB und LB noch ausreichend zu fixen. Verstehe ich nicht. Zumal man noch weiteren Cap wird freischaufeln müssen, um die Rookies zu signen.

    Aber mal abwarten, was noch passiert. Bisher riecht das für mich aber nach ner Saison, die sicherlich besser werden kann, bei der ich die Chancen auf den großen Wurf aber als bedeutend geringer einschätze, als das notwendig wäre, um damit zu rechtfertigen, dass man weiterhin so viel Geld in die zukunft schiebt...

    Durch den Trade für Gary sollten wir bei Hendrickson zu 90% raus sein. Sehe nicht, wie das vom Cap her sonst funktionieren soll. Bin auch so schon sehr gespannt, wie wir bis morgen Abend unter den Cap kommen werden. Zumal wir zukünftig auch noch zwei 1st-Rounder signen müssen und die auch nicht gerade wenig kosten. Daher sind größere Deals vermutlich nur noch zu erwarten, wenn man Pickens per Trade abgibt, aonsonsten dürfte der Fokus der nächsten Wochen darauf liegen, Leute wie Clark oder Williams zu verlängern und ihren aktuellen Cap-Hit damit zu reduzieren.

    Das sind nicht mehr meine Cowboys. :madness:tongue2:


    Die meisten Deals gefallen mir, einige aber auch weniger. Am Deal für Gary hab ich beispielsweise kaum was auszusetzen. Aber ich bin echt mal gespannt, wie wir bis Mittwoch unter den Cap kommen wollen und ob da nicht doch noch ein Trade von Pickens ansteht. Ansonsten wird das schon ne richtige Herausforderung. Werde die Tage nochmal ausführlicher was zu den einzelnen Deals der FA schreiben.

    Und ich bin langsam kein Freund mehr davon zu sagen, nächste Saison und dann wieder nächste Saison. Also das immer ein Jahr in die Zukunft zu schieben. Das Zeitfenster mit Daks zunehmenden Alter und vor allem seinen Vertrag wird kleiner.

    Ist ja auch absolut legitim, das so zu sehen. Ich bin halt nur der Meinung, dass man es besser vor einigen Jahren gemacht hätte, als jetzt. Die Cowboys haben aktuell bereits etwa 100mio in Void-Jahren gebunden. Jetzt sollen nochmal 130mio freigeschaufelt werden, ich vermute mal das da locker nochmal 50% davon entsprechend auf Jahre nach dem Vertragsende geschoben werden. Da sind wir dann mal schnell bei 160-170mio an Kosten über ein paar Jahre absolut ohne Gegenwert. Und das beinhaltet ja noch keinen Dead-Cap durch Vertragsauflösungen. Sehe da kaum Spielraum, um konkurrenzfähig zu bleiben.

    Muss halt am Ende jeder für sich entscheiden, ob er uns aktuell in der richtigen Timeline sieht, um dieses Risiko zu gehen und dafür auch bereit ist, einen langen und harten Rebuild zu erleben. Die Rams eignen sich da auch nur bedingt als Beispiel, die sind zwar in Bezug auf ihre Picks All-In gegangen haben aber ein fast komplett sauberes Buch, in dem es außer bei Stafford kaum Void-Jahre und auch sehr wenig Dead-Cap gibt. Man hat sehr bereitwillig die eigenen Premium-Picks angefasst, dabei aber nie den zukünftigen Cap aus den Augen verloren. Das sieht bei uns doch deutlich anders aus.

    Am Ende ist die Frage: warum ausgerechnet jetzt? Ich glaube, dass Jerry die Geduld verliert und sich nicht nachsagen lassen will, dass er zu wenig probiert hat. Ich halte das für keinen guten Ratgeber.

    Jerry hat sich inzwischen ja auch persönlich dazu geäußert, u.a. mit folgendem Zitat:

    Ich bin da nicht so begeistert von. Was ja sicher erscheint, sind Umstrukturierungen von Dak, CeeDee, Tyler Smith, Osa, Williams und Clark. Damit sollen insgesamt wohl um die 130 mio Cap frei werden. Und damit ist dann auch sicher, dass man in der FA aktiver sein wird, ansonsten macht es ja wenig Sinn, dieses Geld in die Zukunft zu schieben. Spricht aber auch eindeutig dafür, dass man Pickens wohl halten wird.

    Mein Problem damit ist das Timing. Wir kommen aus einer Saison, in der man statistisch vermutlich sogar die insgesamt schlechteste Defense der Liga hatte. Ich mag die Hires im Staff, aber gleichzeitig hat man dort jetzt die vermutliche jüngste Gruppe an Coaches in der Geschichte der Franchise. Und ich sehe nicht, warum man damit jetzt direkt wieder meint, in den nächsten 1-2 Jahren die große Chance auf den SB zu haben. Denn bei den ganzen Moves steht für mich fest, dass man in wenigen Jahren in den kompletten Rebuild wird gehen müssen. Effektiv schiebt man die 130 mio ja nur in die Zukunft und zu einem großen Anteil vermutlich sogar auf Void-Years, in denen du dann keinerlei Gegenwert bekommst.

    Ich würde es weiterhin bevorzugen, Pickens zu traden, einen kompeltten Rebuild der D über den Draft versuchen, nur so viel Cap freischaufeln, wie gerade so notwendig und dann entweder 2027 angreifen, wenn die Entwicklung stimmt und falls nicht langsam die Nachfolge von Dak anzugehen. Sollte die nächste Saison nicht deutlich erfolgreicher verlaufen, als die aktuelle, wird man mit den ganzen Moves danach wohl mehrere Jahre in der Bedeutungslosigkeit enden und das sehe ich persönlich als den Worst-Case an.

    Allgemein hätte ich mir diese ganzen Moves 2017 gewünscht, als man Dak und Zeke im Rookie-Deal hinter der besten O-Line der Liga hatte und einfach überhaupt nichts unternommen hat, um die Chancen zu maximieren. Damals hätte das absolut Sinn gemacht. Jetzt fühlt es sich für mich eher so an, als würde Jerry halt iwie versuchen, nochmal auf Krampf eine letzte Chance zu bekommen. Ich irre mich aber auch gerne. Grundsätzlich wirst du mit Pickens + zwei 1st-Rounder + Möglichkeiten auf die guten Spieler der FA natürlich die Chance haben, in der NFC konkurrenzfähig zu sein. Aber das Risiko wäre mir in dieser FA zu hoch und ich hätte es halt lieber 2027 gesehen. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

    Ist sicherlich keine einfache Entscheidung mit Pickens und daher auch nur natürlich, dass es da unterschiedliche Meinungen gibt. Ich bleibe dabei, dass eine Verlängerung im Kontext des gesamten Rostermanagements kaum funktionieren kann. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

    Der offensichtlichste ist natürlich der Cap. Ich sehe absolut keinen Grund, warum Pickens nicht mindestens 30, vermutlich eher 35mio/yr fordern sollte. Damit hätten wir mit Dak, Ceedee und Pickens etwa 130mio/yr in drei Spieler investiert, die alle in der Offense spielen. Wir reden dabei von über 40% des aktuellen Cap. Zusätzliches Problem an der Sache: sowohl Dak, als auch Ceedee wurden bereits restructured, haben also ihre bisherigen Vertragsjahre mit sehr geringen Hits bestritten (Dak 44mio und 50mio; Lamb 9mio und 15mio). Beide Verträge werden in den nächsten Jahren deutlich(!) teurer, Lamb steht die nächsten beiden Jahre mit jeweils etwa 40mio in den Büchern, Dak beduetend höher mit bis zu 80mio(!). Das kann aus meiner Sicht niemals funktionieren, Pickens zu verlängern und gleichzeitig die Defense zu fixen. Klar, du kannst natürlich diverse Void-Jahre anhäufen und dann iwann auf Jahre hin in der Bedeutungslosigkeit versinken, weil du etliche Millionen gebunden hast für Spieler, die schon Jahre nicht mehr da sind. Iwann endet man dann bei den Saints - ich finde das absolut nicht erstrebenswert und sehe die Cowboys auch aktuell nicht in der Situation, dermaßen All-In gehen zu müssen. Wir stehen aktuell bereits 30mio über dem Cap für 2026, MÜSSEN dringend diese Defense fixen, wollen aber gleichzeitig nochmal >30mio in einen WR investieren. Sehe ich nicht.

    Zum sportlichen - auch das sehe ich es nicht so, dass man bei einem Abgang von Pickens 1400 Yards ersetzen müsste. Man muss in allererster Linie diese absolut bodenlose Defense fixen. Wenn du auf dieser Seite des Balles ab und zu mal einen Punt erzwingst und nicht jedes Wochenende 30-40 Punkte erlaubst, dann brauchst du weder einen QB, der extremes Risiko gehen muss, noch zwei 1000+ Yards Receiver, um konkurrenzfähig zu sein. Schottenheimer ist hier angetreten, um das Laufspiel wieder mehr in den Vordergrund zu stellen und hat das letztes Jahr auch gut hinbekommen. Unsere O-Line hat dort auch klare Stärken im Vergleich zur Pass-Pro. Auch unter diesem Aspekt würde ich niemals >40% (und in der Praxis dann vermutlich >50%) in drei offensive Spieler investieren, die damit erstmal wenig zu tun haben. Es gibt in der Liga genau eine Franchise, die ein Duo von WRs mit über 60mio/yr bezahlt - das sind die Bengals. Und obwohl die zusätzlich auch einen potenziellen Top-QB haben, würde ich nicht behaupten, dass sich das dort ausgezahlt hat. Ansonsten leisten sich noch Lions, Dolphins und Eagles zwei kostspielige Receiver, wobei dort jeweils einer immer (deutlich) unter 30mio liegt.

    Und als letzter Punkt - ich fände es auch ein Zeichen der Entwicklung, wenn Jerry es mal hinbekommen würde, einen Spieler auf einer Position ohne riesigen Need auf dem Höhepunkt des Values abzugeben. Ich halte es weiterhin nicht für unrealistisch, für Pickens einen 1st zu bekommen. Investiert hat man einen 3rd und future 5th. Letztlich sind genau das die Deals, die den Cowboys in den letzten Jahren auch eindeutig gefehlt haben, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Nicht jeden guten Spieler (über-)zu bezahlen, sondern auch mal gezielt Assets aufzubauen, die man dann in andere Positionsgruppen stecken kann. 3rd + 5th investiert, ein Jahr von dem Spieler profitiert, ordentlich Gegenwert mitnehmen und die Defense fixen. Aus meiner Sicht wäre genau das der Weg, um langfristig erfolgreich zu sein.

    Das Verhältnis von Jerry zu Pickens Berater nach dem Theater mit Parsons lasse ich dabei mal gezielt noch außen vor. Wird sicher spannend, ich hoffe allerdings, dass man spätestens bis zum Draft dann auch eine Lösung hat.

    Ist natürlich extrem schwer, so einen jungen Coach zu bewerten, der bisher noch keine Plays gecalled und eher in der zweiten Reihe gearbeitet hat. Daher lasse ich mich gerne überraschen. Sollte er ein ähnliches System wie Vangio spielen lassen, halte ich das für unseren Kader allerdings nicht für optimal. Aber abwarten, spannend ist die Personalie definitiv.

    Ich versuche mich mal ein einer Liste der Punkte, dich ich mir in der FA bis zum Draft wünschen würden. Werde dann nach und nach aktualisieren, was davon tatsächlich umgesetzt wurde.

    • Fire Eberflus
    • Release Malik Hooker
    • Release Logan Wilson
    • Release Solomon Thomas
    • Release Jonathan Mingo
    • (Release Terence Steele)
    • Extend/Release Kenny Clark
    • Tag und Trade George Pickens
    • Restructure Dak
    • Restructure CeeDee
    • Extend Jadeveon Clowney
    • Extend Brandon Aubrey


    Anmerkungen:

    - Kenny Clarks Cap-Hit für nächstes Jahr ist zu hoch, dafür waren seine Leistungen auch nicht gut genug. Dennoch würde ich die Rotation aus ihm, Osa und Williams gerne behalten. Wenn sein Cap-Hit durch eine angemessene Verlängerung also gesenkt werden kann, gerne. Sonst muss man ihn entlassen.

    - Bei Pickens habe ich meine Entscheidung eigentlich getroffen und ja auch schon mal begründet. Diese Defense braucht alle verfügbaren Mittel, um besser zu werden. Der Draft sieht dieses Jahr auf unseren zahlreichen Problemzonen gut aus. Cap für die Verlängerung hat man auch nicht. Pickens ist ein leigitimer WR #1 in dieser Liga und dafür findet man Abnehmer, die einen guten Gegenwert bieten sollten.

    - Steele ist aus meiner Sicht keine ganz einfache Sache. Wenn die anderen Punkte der Liste abgearbeitet werden, ist es aus Cap-Gründen gegebenenfalls nicht zwingend notwenig - dennoch, auch sein Cap passt natürlich nicht zur Leistung. Die Frage ist halt, ob man damit nicht ein größeres Problem öffnet, als man schließt. Steele hat klare Schwächen in der Pass-Protection, ist jetzt aber auch kein absoluter Bodensatz der Liga auf seiner Position. Wenn man mit der Überlegenug spielt, Smith auf LT zu ziehen und Guyton dann auf RT zu ziehen, kann man ihn sicherlich cutten. Mir wäre es wohl zu riskant bzgl der vielen Positionsänderungen. Was ich aber nicht machen würde - Smith bleibt LG, Guyton LT und den RT draftet man in Runde 1. Ja, am Ende muss man immer schauen, wie der Draft fällt, aber ich sehe wenige Szenarien, in denen die Premium-Picks nicht komplett in die Defense gehen.

    Soweit meine Vorstellungen. Gibt sicherlich weitere Personalien, die angegangen werden, gerade in den "unteren" Gehaltsklassen. Mal sehen, was man in den nächsten Tagen und Wochen schon abhaken kann und was evtl auch anders entschieden wird.

    Wenn du zur Halbzeit die restlichen verbliebenen Unterschiedsspieler alle benched und der Gegner mit dem Interimscoach noch etwas erreichen möchte, ist die zweite Halbzeit letztlich völlig belanglos. Ich frage mich eher, warum man Dak und co. in Halbzeit 1 überhaupt spielen lässt, wenn man dann so ein Playcalling auspackt. Völlig unsinnig. Allgemein hat Schotty in dem Bereich im Verlauf der Saison mMn ziemlich nachgelassen.

    Ansonsten stimme ich zu: Eberflus muss gehen und Murray sollte eigentlich niemals wieder einen Snap in dieser Liga sehen. Anonsten ist diese Defense darüber hinaus aber auch derart mies besetzt, dass du da in der Off-Season einmal komplet aufräumen und eben auch in der Offense ein bisschen Firepower abgeben müsstest, um nächstes Jahr wirklich konkurrenzfähig zu sein. Traue ich Jerry und seinem Junior aber absolut nicht zu.

    Nö, durch den Waiver ist er gekommen, da er seit geraumer Zeit einer der statistisch schwächsten Corner der gesamten Liga ist und es daher für kein Nicht-PO-Team Sinn machen würde, ihn noch für ein Spiel aufzunehmen. Dass die Packers sich dann letztendlich aber bei Parsons über ihn erkundigt haben, halte ich auch für alles andere als ausgeschlossen und wüsste daher jetzt nicht, was an dieser Aussage so dramatisch sein sollte...

    Bin tatsächlich gespannt, ob er bedeutende Snaps bei den Packers in den POs bekommt. Das System dürfte zwar besser zu ihm passen, abgesehen davon glaube ich aber in seiner aktuellen Verfassung nicht, dass er wirklich eine Verstärkung sein kann. Gibt aber ja auch beidseitig kein Risiko, daher sicherlich auch verständlich, dass man ihn sich in Green Bay mal anschauen möchte.

    Überraschend ist es auf keinen Fall, aber der Zeitpunkt ist dann doch ziemlich kurios.

    So sehe ich das auch. Diggs hatte hier in den ersten Jahren absolut abgeliefert und der Vertrag, den er damals bekommen hat, war auch gerechtfertigt. Danach hat er - v.a. auch verletzungsbedingt - nie mehr an diese Form anknüpfen können. Das ist letztlich für beide Seiten enttäuschend, warum man ihm dann aber jetzt nichtmals das letzte Spiel noch gibt, sondern die Trennung derart forcieren muss, verstehe ich nicht ganz. Vielleicht kommen ja noch Informationen ans Licht (das er nach dem letzten Spiel länger in der Washington Area bleiben wollte, dürfte wohl kaum der ausschlaggebende Punkt gewesen sein), ansonsten finde ich es erstmal nicht so verständlich, ihm nicht wenigstens einen anständigen Abschied zu gewähren.

    Bei Diggs hatte ich immer ein bisschen das Gefühl, das er für sich selbst spielt und nicht für das Team. Das es ihm wichtiger war die interception zu forcieren anstatt, den Gegner eng zu decken um den completwt pass so zu verhindern.

    Diggs ist ein spät umgeschulter Receiver und genau so hat er die Position auch schon immer gespielt. Das hat mMn weniger damit zu tun, dass er sich da selbst über das Team gestellt hat, sondern das er primär versucht hat, die Routen seiner Gegner besser zu laufen, als diese selbst. Dabei ist es dann eben häufiger auch vorgekommen, dass er Routen auch falsch antizipiert hat und dadurch eben auch Big-Plays zugelassen hat. Diggs hat die Position v.a. unter Quinn nie so interpretiert, dass er lediglich einen Pass verteidigen wollte, sondern immer so, dass er den Ball selbst fangen wollte.

    Letztlich soll meine Einschätzung zu ihm hier aber auch nicht zu positiv erscheinen. Ich glaube, er wird große Schwierigkeiten haben, in der Liga nochmal dauerhaft ein guter Corner zu werden, da ihm zuletzt definitiv die Beweglichkeit gefehlt hat, gerade für die Art und Weise, wie er die Position spielt. Er brauch defintiv ein auf ihn zugeschnittenes System. Quinn war hier ein perfekter Fit, da er es verstanden hat, den gegnerischen QB systematisch unter Druck zu setzen und dieser somit meist auch den Ball schnell loswerden musste. Unser System unter Eberflus, in dem der generische QB unendlich viel Zeit hat und sich teilweise 8 Defender in eine Soft-Zone-Coverage fallen lassen, ist der schlechteste Fit, den man sich für Diggs vorstellen konnte. Dennoch reden wir von einem Spieler, der fast mal defensive Player of the Year geworden ist und ich hätte ihm einen anständigen Abschied gegönnt.

    Ich weiß, ich bekomme dafür von euch keine Liebe, aber sich hinzustellen oder setzen und das so zu sagen, das ist schon eine geile Nummer, so von sich überzeugt zu sein.

    Das mag sein, wenn man allerdings derart von sich überzeugt ist, dass man damit den Erfolg des Teams seit Jahrzehnten systematisch verhindert, ärgere ich mich über seine Äußerungen dann inzwischen doch deutlich häufiger, als das ich darüber schmunzeln müsste.

    Glaubst du wirklich, man bekommt einen 1st Rounder für Pickens auf dem Franchise Tag?

    Halte ich für möglich, ja. Pickens ist

    - #3 in Receiving Yards

    - #4 in Receiving TDs

    - #3 in 40+ Yard-Receptions

    - #8 in PFF

    Wird dazu nach der Saison erst 25 und hat in seinen bisherigen 4 Seasons kaum mal ein Spiel verletzungsbedingt verpasst. Ja, der aufnehmende Verein muss am Ende auch einen (vermutlich) dicken Vertrag bezahlen, aber ich sehe einen 1st nicht als komplett unrealistisch an. AJ Brown ist diesbezüglich aus meiner Sicht keine ganz schlechte Referenz.

    mizzery

    Mit vielen Punkten in der Liste gehe ich grundsätzlich mit, insgesamt dürfte es aber fast unmöglich werden, das umzusetzen. Wir stehen aktuell schon deutlich über dem Cap für nächstes Jahr und ja, da ist ne Menge Flexibilität vorhanden, um vieles in die Zukunft zu schieben. Ob man da allerdings so viel freischaufeln kann oder sollte, um Pickens zu halten, Aubrey zum bestbezahlten Kicker zu machen, Javonte zu bezahlen, zwei 1st-Rounder unterzubringen und dann auch noch die Reste der FA abzugreifen, glaube ich persönlich nicht. Und selbst wenn man es iwie hinbekommen würde, zulasten der nächsten Jahre, würde ich es nicht tun.

    Daher bin ich inzwischen so weit, dass ich einen Punkt auf deiner Liste ändern würde:

    - Tag für Pickens mit anschließendem Trade

    Insgesamt hat er hier voll überzeugt und es wäre wünschenswert, man könnte das Duo mit Lamb halten. Ich sehe aber einfach nicht wie das realistisch funktionieren soll, wenn man gleichzeitig diese unterirdische Defense fixen möchte. Ja, Eberflus muss der erste Coach sein, der dieses Jahr die Papiere bekommt und es gab auch gestern wieder unbegreifliche Schemes, aber unsere Defense hat auch gegen Herbert in einer total zerstückelten O-Line keinen einzige Sack hinbekommen. Ezeiruaku hat da sicherlich als Rookie einen Sonderstatus und spielt eingermaßen okay, die restliche Unit musst du eigentlich komplett austauschen. Weiter gehts auf Corner und LB. Safety ist ein Problem. Du kannst in der Liga nicht dauerhaft high-Scoring Games gewinnen, weil deine D nichts gestoppt bekommt. Klar, ein neuer DC kann da sicherlich auch zu ner deutlichen Stigerung beitragen, aber außerhalb von DT ist diese Defense auch personell in allen anderen Positionsgruppen Bottom-5 der Liga. Daher: 1st-Rounder für Pickens mitnehmen und alle 3 in die Defense stecken.

    Zur Back-Up-QB Diskussion - das ist für mich nichtmal annähernd auf der Prio-Liste für die Off-Season. Als wäre Milton auch nur ansatzweise ein wirkliches Problem dieses Teams. Als Backup-QB bekommst du kaum Chancen, dich zu zeigen. Als junger Backup ist das noch schwieriger. Das du dann in den Momenten in der Garbage-Time, in denen du mal ein paar Snaps bekommst, besonders viel zeigen möchtest und den Ball dann mal fumblest, ist jetzt wirklich nicht so wild. In der nächsten Off-Season wird man sehen, wie sich Milton entwickelt hat, von den wenig vorhandenen Draft-Picks würde ich eben so wenig etwas in einen QB investieren, wie von dem (nicht) vorhandenen Cap.

    Zu Pickens: man wird hoffentlich nicht auf die Idee kommen, ihn einfach so Free-Agent werden zu lassen. Die letzten beiden Wochen waren tatsächlich etwas seltsam, gab mehrere Wiederholungen von Laufspielzügen wo Pickens recht uniteressiert einfach nur im Nichts gestanden hat, statt selbst zu blocken. Die Wochen davor waren aber ehrlicherweise jetzt auch bedeutend zu gut, als das man deswegen in Frage stellen müsste, dass er ein überragender WR sein kann und größtenteils war. Daher würde ich ihn taggen, mich aber in der Gesamtsituation unseres Rosters dagegen entscheiden, ihm absolute Top-Money anzubieten. Etwas im Bereich 4yr/120mio/60mio garantiert würde ich schon okay finden. Wenn er mehr möchte, kann man ihn nach dem Tag problemlos traden und bekommt dabei sicherlich noch einen sehr ordentlichen Gegenwert.

    Zum DC: leider muss man hier wohl sagen, dass man eine sehr gute Inhouse-Lösung verpasst hat, als man Aden Durde letztes Jahr zu den Hawks hat ziehen lassen, um Mike Zimmer zum DC zu machen. Im Nachhinein immer leicht zu sagen, der scheint in Seattle aber tatsächlich überragende Arbeit zu leisten. Ich gehe leider nach wie vor davon aus, dass dieser Posten bei uns nicht vakant wird, daher beschäftige ich mich auch erst mit Nachfolgekandidaten, wenn sich da etwas ändert. ;)

    Zu Diggs: Auch hier glaube ich nicht daran, dass Diggs keinen Bock hat oder seit dem Abgang von Parsons beleidigt ist. Er hat schließlich seinen dicken Vertrag bekommen und hat daher überhaupt keinen Grund, enttäuscht zu sein. Das sich Wege mit Teamkollegen trennen, ist im Business der NFL absolut normal. Letztlich war Diggs nie ein sonderlich guter Cover-Corner, sondern hat die Position immer schon so gespielt, wie man das von einem Spieler erwarten würde, der erst recht spät vom Receiver zum Corner umgeschult wurde. Diggs ist die Routen teilweise besser gelaufen, als seine direkten Gegenspieler, wurde aber auch regelmäßig geschlagen, wenn er falsch antizipiert hat. Sein "Glück" war es letztlich, dass mit Quinn ein DC kam, der perfekt zu seinem Skillset passte. Ich würde mal behaupten, dass Diggs in der überragenden 2021 Season unter dem aktuellen Scheme von Eberflus nicht annähernd so gut performt hätte, weil diese defensive Herangehensweise absolut nicht zu ihm passt. Nach seinen ganzen Verletzungen hat er aber sichtlich an Geschwindigkeit und Wendigkeit verloren und das ist Gift für sein Spiel. Ich bin sehr gespannt, ob er nochmal erfolgreich in der Liga eingesetzt werden kann, dass er für die Cowboys nächste Saison noch ein Spiel bestreitet, würde ich ausschließen. In den unbedeutenden letzten Spielen würde ich ihm aber durchaus nochmal einen Einsatz gönnen, wenn er dazu in der Lage ist.

    Glaube nicht, dass das irgendwas mit unterschätzen oder fehlender Motivation zu tun hat. Man brauch das Spiel nicht groß analysieren - sicherlich das vielleicht auch schwächste Spiel von Schottenheimer im Playcalling - aber der Unterschied zwischen Brian Flores und unserem Mastermind auf DC war sowas von offensichtlich, dass es teilweise schon peinlich war, sich das anzuschauen. Während die Vikings Dak bei fast jedem Spielzug verschiedene Looks geben mit extrem vielen Blitzes von LBs und DBs, called Eberflus einen 3-Man-Rush. In einem Spiel, in dem man keinen einzigen(!) Sack hinbekommen hat und einer der bisher (nicht böse gemeint) schwächsten QBs der gesamten Saison sich problemlos in der Pocket aufhalten kann, bis einer der vielen guten WR offen ist. Wären da nicht noch recht viele Fehler in deren Offense gewesen, wäre das Spiel schon bedeutend früher entschieden gewesen. Das war eine Lehrstunde einer aggressiven und moderne Defense gegen eine oldschool "bend but not break" Defense, die einfach nur katastrophal schlecht gecoached ist.

    Und obwohl das alles so offensichtlich ist, gehe ich aktuell fest davon aus, dass Eberflus auch nächstes Jahr DC ist. Man hat vier Jahre in Folge den DC gewechselt, Ausreden gibt es ebenfalls genug und Leistungskultur für Homegrown Coaches gibts bei Jerry sowieso nicht.

    Fand Schotty gar nicht das Problem, aber Dak war dauernd unter Druck und hat über große Teile des Spiels wirklich nicht gut gespielt. Der Ball vor der Verletzung von Lamb war katastrophal geworfen und da gab es noch einige weitere Beispiele. Dennoch - das größere Problem war erneut die D und auch wenn die letzten Wochen da etwas besser ausgesehen haben, verliere ich da zunehmend die Geduld. Die Lions haben heute so viele unterschiedliche Packages in der Line gezeigt, immer wieder Pressure aus verschiededenen Positionen. Und was machen wir? Größtenteils klassischer 4-Man-Rush, ab und an mal 3 DTs. Sonst? Nichts. Druck über das Spiel? Fast keiner. Anpassungen? Überhaupt keine. Bei 3rd-and-long spielen wir genauso, wie bei 2-and-short. Damit gewinnst du in der Liga heute nichts mehr und daher würde ich auf der Position im Sommer auch weiterhin gerne einen Wechsel sehen.

    Das Spiel war dazu auch nur deshalb so lange einigermaßen knapp, da der beste Kicker in der Geschichte dieser Liga mal wieder sämtliche FGs aus 55+ Yards mit Leichtigkeit versenkt hat. Erster Kicker ever mit drei 55+ Yard FGs in einem Game. Glückwunsch. Das sind Positionen aus denen viele andere Teams punten müssen und das hat die Probleme der Offense teilweise kaschiert.

    Ansonsten Respekt an Flournoy für ein wirklich starkes Spiel, das Ding am Ende war dann auch gut verteidigt, da würde ich ihm keine großen Vorwürfe machen. Hat sich inzwischen ganz klar als WR #3 gefestigt und je nachdem wie die Off-Season läuft, könnte er nächste Saison auch die #2 sein.

    Und abschließend: auch wenn es am Ausgang des Spiels vermutlich nicht viel geändert hätte, die OPI gegen Ferguson ist easy in den Top 3 der unfassbarsten Ref-Entscheidungen, die ich jemals gesehen habe. Es gab schon zahlreiche Calls, die weit schlimmere Auswirkungen hatten, aber rein bezogen auf den Call und die Bilder, solltest du als Ref vielleicht eher nicht in der Liga pfeiffen, wenn du da iwo auch nur ansatzweise etwas gesehen hast, was eine OPI sein könnte. Absurd.

    Du kannst in Detroit verlieren, das ist ein gutes Team, was am Ende eben auch deutlich gesünder war, als man das (vermutlich auch bewusst) über den Injury Report vermittelt hat. Ich mag Dan Campbell sehr und drücke den Lions in der NFC die Daumen, zusammen mit den Bears die beiden Teams, denen ich es insgesamt am meisten wünschen würde. Letztlich liegen die Probleme in den ersten Wochen der Saison und nicht primär heute Nacht. Ist schon enttäuschend, da die letzten Wochen durchaus vielversprechend waren. Aber andererseits läuft man so dann (höchstwahrscheinlich) nicht die Gefahr, dass eine PO-Teilnahme über die eklatanten Schwächen (v.a. auch weiterhin im Coaching der Defense) hinwegtäuscht. Einen so großen Unterschied in der Aggressivität der Defense zwischen Lions und uns will ich nächstes Jahr einfach nicht nochmal sehen müssen.

    Wir gewinnen nicht alle Spiele und das war es (für mich das wahrscheinlichste Szenario),

    Ja, ist am Ende sicherlich das wahrscheinlichste Szenario, aber eben auch das, mit dem ich mich nicht beschäftige. Daher nutzt ich auch keine Rechner und beschäftige mich nicht mit dem Restprogramm der anderen Teams. Macht die Sache auch relativ einfach - gewinnen wir alle Spielen, sind wir höchstwahrscheinlich auch in den POs. Verlieren wir noch mindestens 1, höchstwahrscheinlich nicht. Also sollte man den Fokus komplett auf die eigene Leistung legen. Und da darf man ja durchaus optimistisch in jedes einzelne Spiel gehen, du darfst dir halt nur keine schlechten Leistung / unnötige Fehler mehr erlauben und das ist über ein so langen Zeitraum eben schwierig.

    Einzeln betrachtet sind aber alle Spiele machbar. Drei Teams, für die es um nichts mehr geht. Die Lions müssen auf St. Brown und LaPorta verzichten, die Chargers haben einen frisch-operierten QB hinter einer zusammengewürfelten O-Line. Wie gesagt, am Ende ist es in der Liga immer schnell möglich, auch jedes einzelne dieser Spiele zu verlieren, aber nach den letzten Wochen hat das Team sich etwas vertrauen erarbeitet und am Ende ist es eben auch grundsätzlich schon was Wert, dass es in dieser Saison überhaupt um noch etwas geht.

    Meine Prediction: wenn wir gegen die Lions gewinnen, sehen wir (mindestens :ja:) ein PO-Spiel der Cowboys.

    Schöner Win. Aktuell ist es v.a. beeinruckend, wie gut die Anpassungen im Spiel funktionieren. Auch die Chiefs waren gestern nach Quarter 1 lange Zeit komplett ohne Score. Quinnen Williams und Overshown haben die Möglichkeiten dieser Defense extrem gesteigert, auch Revel scheint seinen Job mehr als solide zu machen, da man ihn auf dem Feld kaum wahrnimmt. Und die Offense ist mit wenigen Ausnahmen die ganze Saison bereits ziemlich dominant. Wenn du die POs noch erreichen willst, wird es dennoch in erster Linie wichtig sein, besser in die Spiele zu starten, da hat mizzery absolut Recht. Du kannst dich nicht jede Woche darauf verlassen, das noch zu drehen.

    Nach dem Spiel dann auch mal Respekt an Spieler, die man vielleicht gar nicht so im Fokus hatte:

    - Clowney: Ist sicherlich nicht mehr ganz der Spieler von vor einigen Jahren, aber bei ihm bin ich schon beeindruckt von der Mentalität. Hustle - beschreibt ihn vermutlich am besten. Gestern dann auch mit mehreren wichtigen Plays belohnt worden.

    - Nate Thomas: man hat da mal ganz nebenbei in Runde 7 einen scheinbar mehr als soliden Swing-Tackle gefunden. Ist mir gestern kein einziges Mal negativ aufgefallen. Ist am Ende das deutlichste Zeichen, das es für gutes Coaching geben kann - du merkst den Verlust deiner Starter gar nicht so extrem. Wir hatten dieses Jahr schon mehrere Starter der O-Line zu ersetzen und die Leistung aller Ersatzspieler war meistens mindestens in Ordnung. Da scheint man in der Off-Season genau die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.

    - Turpin: ist aktuell nicht so explosiv, was seine Returns anbelangt, andererseits muss man sich auch keinerlei Sorgen um Drops machen, auch Fumbles sind im Special Team bisher kein Problem. Gestern dann schöne Läufe, gut eingesetzt, aber v.a. die Fumble Recovery war mitentscheidend für den Sieg.

    - Javonte Williams: ich würde fast vermuten, die Chiefs waren bisher das Team, das gegen uns am meisten geblitzt hat und wir hatten seit Zeke keinen RB mehr, der so gut in der Pass-Protection ist. Im Laufspiel hat er eh alle Erwartungen übertroffen, aber ich finde gerade die Plays, in denen er den Ball nicht selbst in der Hand hat, fast noch wichtiger.

    Ansonsten gibt es natürlich mit Dak oder Lamb auch noch weitere Spieler, die wirklich gut waren, aber sowieso im Fokus stehen. Auch Overshown wird wöchentlich besser, unsere CBs haben kaum mehr broken Coverages (mit einer Ausnahme gestern) und ich bin auch nicht traurig, dass Wilson gestern zunehmend die Snaps von Murray auf LB in HZ 2 bekommen hat.

    Das Team wird aktuell wöchentlich stärker und wenn du es jetzt auch noch schaffst, bei den Lions zu gewinnen, sind die POs tatsächlich machbar. Aber du hast dich halt leider in die Situation gebracht, dass du dir kaum mehr Ausrutscher leisten kannst und das ist schon extrem herausfordernd. Spiel für Spiel nehmen und dann schauen, was noch geht. Wer aber Eagles und Chiefs schlägt, ist auch in den restlichen Spielen alles andere als chancenlos.

    Der Umschwung kommt halt leider vermutlich 2 Wochen zu spät. Wir sind aktuell der #10 Seed in der NFC. Der Divisionssieg dürfte ziemlich außer Reichweite sein. Auch wenn die Eagles aktuell nicht vollständig überzeugen, dürften sie die Division recht locker gewinnen. Für die Wildcard müsste man noch mindestens drei Teams hinter sich lassen. Während ich da bei den Panthers durchaus gute Möglichkeiten sehe, wird es danach schon eng. Vermutlich dürfte man sich maximal noch eine Niederlage erlauben und das ist beim Restprogramm ziemlich unwahrscheinlich. Daher nimmt man am Besten auch weiterhin Spiel für Spiel und bereits morgen gibt es da den nächsten schweren Gegner gegen den wir aber nicht chancenlos sein sollten. Freue mich auf das Spiel und wenn man es dann auch schafft, sich nicht ganz so oft selbst ins Bein zu schießen, dürfte es mindestens mal ein interessantes Spiel werden. Bis auf Guyton sollten auch alle einsatzfähig sein.

    Richtig spannend wirds dann in der Off-Season. Theoretisch kannst du da aggressiv vermutlich bis zu 50mio an Cap freischaufeln und mit den beiden 1st-Roundern richtig angreifen. Müsste man eigentlich auch zumindest versuchen, solange man einen QB hat, der auf dem aktuellen Level spielt. Iwann wirds dann aber vermutlich auch einen härteren Reset geben müssen, da das alles nur funktioniert, wenn du dir ordentlich Void-Jahre bei den dicken Verträgen im Zeitraum ab 2029/2030 anhäufst.

    Wer sagt denn später, dass dies nur ein Running into the kicker war? Gecallt wurde ein Roughing the kicker, weil es nunmal nicht das Punting Leg war, sondern das Standing Leg. Auch wenn Letzteres ebenfalls in der Luft war. Aber er trifft ihn klar links, und der Punter puntet mit rechts.

    Hast du mich falsch verstanden. Später meint im weiteren Verlauf des Spiels als es eine umgekehrte Situation beim Punt der Cowboys gab. Wobei die erste Situation, auf die du dich beziehst, eben kein Roughing war, da der Spieler den Ball berührt und es somit legal war. Aber das hätte man eben challengen müssen und daher geht die Kritik da eher Richtung Coaching als an die Refs. Die zweite Situation muss ich mir nochmal anschauen, aber das sah in der ersten Betrachtung für mich schon auch eher nach "Roughing" und weniger nach "Running into" aus.

    Vielleicht besser für ihn. Er ist, aus meiner Sicht, als LT überfordert.

    Finde ich aber gerade nach letzter Nacht schon einen wirklich harten Take. Wir haben eine der besten Defenses der Liga gespielt und genau einen(!) Sack zugelassen - und das war ein Blitz-Pick-Up von Williams gegen Dean. Ansonsten war das von der Line ziemlich clean und da ist Guyton ein junger und entwicklungsfähiger Teil davon. Gebt dem Jungen und der Line mal etwas Zeit, die Entwicklung unter dem neuen Coaching geht doch absolut in die richtige Richtung. Wenn man sieht, was unsere Line im Run-Blocking teilweise leistet, ist es mMn nur eine Frage der Zeit, bis Passblocking ebenfalls noch besser wird.

    Unfassbares Spiel. Ich hätte mich schwer getan, zu erklären, wie man das verlieren konnte, weiß aber auch jetzt nicht ganz genau, wie man das Ding noch gezogen bekommen hat. Gibt viel zu dem Spiel zu sagen, aber erstmal kurz:

    - großes Spiel von Dak. Die Int darf niemals zählen, ansonsten gabs den wirklich Turnover-würdigen Wurf durch die Mitte, sonst war das Clean und v.a. hintenraus richtig clutch.

    - Pickens ist aktuell ein Top5-Receiver dieser Liga.

    - großen Respekt an Ferguson. Es hieß mal, der wäre ein guter Receiver, aber schlechter Blocker. Abgesehen von seinen wichtigen Catches heute hab ich zahlreiche starke Blocks gesehen.

    - Schottenheimer MUSS den Roughing-the-Punter challengen, da gibts leider wenig Ausreden. Wenn dein Spieler anzeigt, dass er den Ball berührt hat, dann musst du das Risiko nehmen.

    - Mag mir jemand unabhängig davon erklären, warum dass dann ein Roughing war und später angeblich nur ein Running into the Punter? Geht doch beides Mal ganz klar auf Punting-Leg.

    Das Team hat Herz und Schotty hat da schon was reingebracht. Tue mich aktuell nach dem Kraftakt zwar schwer, mir vorzustellen, wie das bis Donnerstag wieder ordentlich aussehen soll, aber das Spiel heute hat nach dem üblen Start richtig Spass gemacht und das ist schon mal eine deutliche Steigerung.

    Chancenlos sehe ich uns gegen die Eagles nicht. Waren wir bereits am ersten Spieltag nicht und der Kader ist durch die Trades und die Rückkehrer deutlich stärker geworden. Philly hat die gesamte Saison schon Probleme mit ihrer Offense und ich sehe uns durch die verbesserte Run-D schon in der Lage, da ordentlich gegenzuhalten. Am Ende dürfte entscheidend werden, wie gut unsere Offense gegen die aktuell wohl beste Defense der Liga scoren kann. Wir sind da sicherlich jetzt nicht favorisiert, aber im Bereich von chancenlos sehe ich uns definitiv nicht.

    Zu heute Nacht: gute Leistung von allen Units nach rostigem Start. Fällt im Endeffekt natürlich schwer, wirklich zu bewerten wie aussagekräftig das war (aufgrund des Gegners) aber die Defense sieht im Vergleich zu vor 2 Wochen natürlich schon grundverändert aus und auch Bland scheint die Bye richtig gut getan zu haben. Playcalling und Design der Offense waren auch wieder ordentlich und wenn Dak dann mal im Rhythmus ist, sehe ich auch nächste Woche keine so schlechten Chancen für uns, den Ball zu bewegen, da wir offensiv schon wirklich gute Playmaker haben.

    Williams natürlich mit einem Debüt, das man sich besser nicht hätte ausmalen können. Die Inside-Rotation mit Williams, Clark und Osa ist zweifellos die stärkste Besetzung, die ich bisher bei den Cowboys gesehen habe und erlaubt dann eben auch unseren DEs bessere Matchups. Und heute Nacht hat man dann eben auch gesehen, dass der Passrush letztlich dann auch jeden einzelnen DB besser aussehen lässt. Bin gespannt, wie das dann nächste Woche aussieht, aber die Vorfreude auf das Spiel ist durch heute Nacht dann schon gestiegen. Die POs sind weiterhin sehr unwahrscheinlich und ein extremer Longshot, trotzdem ist dieses Team interessant besetzt und könnte nächstes Jahr wirklich ganz ordentlich aufgestellt sein.

    Muss auch nochmal ein Kompliment an Schottenheimer aussprechen - du bist Rookie-HC der Cowboys, stehst 3-5-1 und hast dann den Mut, Lamb und Pickens im ersten Drive des Spiels zu benchen, weil sie wohl ein paar kleinere Sachen verpasst haben. Ist ja nicht das erste Mal, dass er das diese Saison mit Spielern macht und ihm ist der Name dabei scheinbar völlig egal. Letztlich ist das dann eben schon die Etablierung einer Culture, die ich für wichtig halte und wenn man sieht, wie die beiden dann reagiert haben, scheint das im Team auch absolut respektiert zu sein.

    Und abschließend zu den Raiders: Ich hab die Verpflichtungen von Pete Caroll und Chip Kelly wirklich gemocht und war durchaus optimistisch, dass man damit wieder auf den richtigen Weg kommt. Aber im Nachgang des Spiels frage ich mich dann schon, worauf man sich da eine Woche vorbereitet hat? Du spielst gegen eine der schlechtesten Run-D der Liga und hast einen Top-Pick in den besten RB des letzten Draft investiert, um in Hälfte 1 drei Runs zu callen und dafür deinen unterdurchschnittlichen QB, der dauernd Druck bekommt, jedes Mal werfen zu lassen? Selbst wenn man vor Williams in der Mitte Respekt hatte, dann lauf den Ball halt über die Edges und beschäftige die LBs der Cowboys, die bisher absolut unterirdisch getackelt haben. Mehr als seltsamer Gameplan und daher eben auch schwierig, daraus Rückschlüsse auf die nächsten Gegner zu ziehen.

    Tue mich etwas schwer damit, den gestrigen Tag zu bewerten.

    Bei Logan Wilson gibts wenig zu meckern. 7th-Rounder für eine absolute Need-Position und für einen Spieler, der das schon auf überdurchschnittlichem Niveau gespielt hat und mit einem Vertrag, den du behalten kannst, wenn er gute Leistungen zeigt, aus dem du aber auch ohne Probleme nach der Saison raus kommst. Bin ich absolut einverstanden mit und sollte eine direkte Verstärkung sein.

    Bei Quinnen Williams wirds dann schon komplizierter. Sportlich dürfte die Sache recht einfach sein - in den Jahren, die ich die Cowboys jetzt verfolge, hatten wir vermutlich noch keinen besseren DT. Das mag einerseits daran liegen, dass diese Position lange Zeit einfach ignoriert wurde, aber andererseits natürlich auch an der unbestrittenen Qualität von Williams. Das ist ein Spieler, der die noch mindestens 3 Jahre richtig weiterhilft und für diese Zeit auch vertraglich gebunden ist. Dazu v.a. gegen den Lauf und damit bei einem der großen Probleme der vielleicht beste DT der Liga. Das passt also alles und wird der D-Line extrem weiterhelfen.

    Aber auf der anderen Seite ist der Preis mMn halt einfach zu hoch. Ohne den 2nd wäre ich sogar fein damit, Mazi Smith spielt für mich ehrlicherweise in der Betrachtung auch keine Rolle. Aber der zusätzliche 2nd macht das Ganze dann schon wirklich teuer. Und letztlich macht der Zeitpunkt natürlich auch keinen Sinn. Diese Saison ist doch kaum noch zu retten bei unserem Record und dem noch anstehenden Schedule. Ich hätte die Picks also tendenziell lieber behalten und wäre dann in der Off-Season bzw. um den Draft rum entsprechend aggressiv gewesen, da hast du in der Regel dann auch bessere Deals als zur Deadline. Klar kann es sein, dass man Quinnen unbedingt wollte und sonst ein anderes Team zugeschlagen hätte. Ist aber trotzdem nicht gut sich dann so treiben zu lassen. Ich bin und bleibe mit dem Gegenwert von Parsons zufrieden, sehe dann aber auch im Vergleich, dass wir hier zu viel auf den Tisch gelegt haben - auch wenn man in der Rechnung nicht vergessen darf, dass der Trade von Parsons wahnsinnige 47mio/yr beinhaltet und wir bei Williams einen deutlich besseren Vertrag mitbekommen.

    Bin gespannt, wie sich das in dieser Saison noch auswirkt. Nach der Bye könnte es durchaus möglich sein, dass Overshown und Revel einsatzfähig sind. Zusammen mit Wilson und Williams wäre das dann schon eine völlig veränderte Defense. Dann gibt es auch keine Ausreden mehr. Über den Cap braucht man sich aber tatsächlich keine so ganz großen Gedanken zu machen, da ist extrem viel Flexibilität vorhanden.

    Bloß weil man nur eine Sache kritisiert findet man andere Sachen nicht automatisch gut oder besser.

    Da du bei Guyton eine Denkpause auf der Bank ins Spiel gebracht hast, wollte ich auch lediglich anmerken, dass ich dann eher den (aus meiner Sicht) nicht wirklich besseren Veteran ins Auge fassen würde. ;) Und Steele hatte wohl Migräne und war deshalb raus.

    Meinst du damit diese lächerliche Taunting Strafe weil er dem CB den Ball entgegen hält? Wenn das Taunting ist, müsste es pro Spiel wahrscheinlich fünfzehn Taunting Strafen geben.

    Naja, die Regel ist da aber recht eindeutig. Wenn du dem Verteidiger den Ball vor die Nase hältst, gibts eben ne Flagge. Ich sage ja nicht, dass ich das für sinnvoll halte, kann mich aber ehrlicherweise auch nicht daran erinnern, dass ein anderer Spieler gestern ähnlich dumm gewesen wäre.

    Bezüglich der Strafen gestern: kann mich in dieser Saison an kein Spiel erinnern, in dem die Verteilung der Strafen für Holding unausgeglichener waren. Fowler wird für eine längere Zeit des Spiels vom O-Liner der Cardinals in den Lockerroom getacklet und auf der Gegenseite hat es ja nur so Strafen fürs Holding gehagelt. Nein, verloren haben wir deshalb nicht, hat aber zum frühen und hohen Rückstand beigetragen.

    Ganz einfach:

    Schlecht in Pass protection, schlecht bei Penaltys und in deinen Worten passabel (=mittelmäßig, wobei auch das diskussionswürdig ist) im Run Blocking macht nun mal in Summe einen schlechten Offensive Tackle :madness

    Der Punkt war auch eher, dass der Tackle auf der anderen Seite, der zudem ein Veteran ist, keinen Deut besser spielt und sowohl in Bezug auf die zugelassenen Sacks als auch die Penalties eher noch schlechter aussieht und ich daher nicht sehe, warum ich Guyton da eher in die Kritik nehmen sollte. Steele dürfte nächste Off-Season bzgl. seines Vertrages durchaus ein Cut-Kandidat sein und ich sehe dann deutlich eher, dass man ihn ersetzt und in die Entwicklung von Guyton noch Vertrauen steckt.

    Zu Wilson: kann man machen. Basierend auf den Statistiken sollte er tackeln können. Aber wenn das nun wirklich der Move war, den man sich so gut überlegen musste... naja, Jerry halt. Mal sehen, obs das dann schon war.

    Extrem frustrierendes Spiel. Am Ende ist es dann aber eben auch erwartbar, dass die Offense dieses Team nicht jede Woche tragen kann. Wenn dann drei deiner besten Spieler (Williams, Ferguson, Pickens) fumblen und zwei weitere mit Dak und Lamb nicht ihren besten Tag haben, dann wird es für das aktuelle Team quasi unmöglich, Spiele zu gewinnen. Bei der Analyse bin ich dann aber doch teilweise etwas anderer Meinung.

    Bezüglich der O-Line sehe ich nicht ganz, warum man sich hier Guyton als Fokus der Kritik rauspicken sollte. Der war auch letzte Nacht in meinen Augen der bessere unserer beiden Tackles. Guyton spielt absolut passabel im Run-Blocking, da waren auch heute Nacht einige Plays dabei, wo er auch im Second-Level wirklich noch richtig Mentalität zeigt, um Yards zu ermöglichen. Die reine Fokussierung auf Stats greift bei der O-Line mMn ohnehin zu kurz - wenn du jedes Spiel spätestens ab dem 4.th Quarter eigentlich nur noch werfen kannst, um die Unzulänglichkeiten der Defense auszugleichen, dann gibt es wohl kaum eine undankbarere Aufgabe, als in der O-Line die zahlreichen Blitzes und Stunts aufzunehmen, die jede Defense anbietet, wenn du in offensichtlichen Passing-Downs bist. Unsere O-Line sieht im Run-Blocking eigentlich größtenteils wirklich gut aus und ich glaube, dass eine bessere Defense auch dafür sorgen würde, dass wir bedeutend weniger Probleme in der Pass-Protection hätten.

    Zu Eberflus: also grundsätzlich hätte man ihn besser gestern als heute entlassen. Andererseits muss man hier mMn auch ein Stück aufpassen, nicht jeden Mist bei ihm abzuladen. Ich hab hier von einigen Wochen gefordert, weniger softe Zone zu callen und dafür mehr Pressure und Man-Coverage. Basierend auf letzter Nacht, hat er genau das getan. Unsere D-Line hat bedeutend mehr Druck ausgeübt und unsere CBs waren häufig dann in 1vs1-Situationen. Wenn dann aber selbst dein bester und gutbezahlter CB aussieht, wie ein UDFA, dann ist auch iwann mal der Zeitpunkt gekommen, sich nicht nur auf das Coaching zu konzentrieren. Ich bleibe dabei, dass Eberflus für das vorhandene Personal nicht der richtige Coach zu sein scheint. Ich kann mich jetzt aber auch schlecht hinstellen und ihn genau für das kritisieren, was ich selbst gefordert habe. Vom Scheme her war das bisher die vermutlich beste Leistung der Defense, aber in der Coverage und im Tackling sind wir aktuell unfassbar schwach im Backfield und auf LB.

    Zur Trade-Deadline: grundsätzlich ist es ja bekannt, dass man Aussagen von Jerry besser ignoriert und schon gar nicht anfängt, etwas hinein zu interpretieren. Wenn ich mich aber selbst nicht daran halte, dann dürfte der "mögliche" Trade vermutlich jetzt kein 6th oder 7th-Rounder für irgendeinen Backup sein. Das hätte man längst umgesetzt. Wenn Jerry sich so viel Zeit lässt, um das zu bedenken, gehe ich schon von einem etwas größeren Move aus. Ich hoffe mal nicht, dass man am Ende ein dickes Paket für Hendrickson schnürt, den man dann nach der Saison fürstlich bezahlen muss. Meine präferierte Option wäre es ebenfalls, die 1st-Rounder nicht anzurühren. Wenn ich mirs aussuchen dürfte - wohlwissend das solche Trades in der Liga recht selten sind - würde ich wohl vermutlich tatsächlich versuchen Pickens in einen Trade einzubinden und dafür einen richtig guten D-Liner oder CB zu bekommen. Ich sehe einfach nicht, dass man ihn nach der Saison bezahlt bekommt und halte es auch nicht für sinnvoll, einen weiteren hochbezahlten Spieler in der Offense zu haben - die Ressourcen braucht man ausnahmslos in der Defense. Und Pickens hat letzte Nacht dann auch schon gezeigt, dass er in einem schlechten Team dann seine disziplinarischen Probleme bekommen könnte. Die Strafe war in dem Moment sowas von unfassbar dumm, das sagt halt leider schon was über einen Spieler aus. Ist sicherlich nicht ganz fair, da er bisher sportlich absolut überzeugt, aber sein Value ist aktuell eben auch hoch und das sollte man nutzen, bevor man zeitnah feststellt, dass man ihn nicht bezahlen kann.

    Die Giants wären beispielsweise gut berraten, sich Hilfe auf WR zu holen, wenn Dart die Saison dort unbeschadet überstehen soll und haben ne Menge interessanter und guter D-Liner. Innerhalb der Division sicherlich eher unrealistisch, aber grundsätzlich wäre das die Richtung, in die ich gehen würde. Meine Prediction wäre allerdings: Jerry macht nen Move für Travon Walker. Könnte mir vorstellen, dass die Jaguars da gesprächsbereit sind und Jerry in seiner Verzweiflung ordentlich was anbietet.